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Veröffentlicht am 11.07.2025

Eine Welt voller Magie, aber noch ohne Kompass

A Fate inked in Blood (Skaland-Saga 1)
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Allgemeiner Eindruck

"A Fate Inked in Blood" ist ein starker Auftakt in eine neue Fantasy-Reihe mit Wikinger-Setting und nordischer Mythologie. Die Geschichte rund um Protagonistin Freya bringt frischen ...

Allgemeiner Eindruck

"A Fate Inked in Blood" ist ein starker Auftakt in eine neue Fantasy-Reihe mit Wikinger-Setting und nordischer Mythologie. Die Geschichte rund um Protagonistin Freya bringt frischen Wind ins Genre, besonders die Verbindung zur nordischen Götterwelt hebt das Buch aus der Masse hervor. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich bin mit Neugier und Begeisterung durch die Geschichte gejagt.

Zum Hörbuch:
Die Sprecherin hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ihre Stimme ist grundsätzlich sehr sanft und angenehm zu hören, was das Hörbuch insgesamt sehr zugänglich macht. Besonders beeindruckt hat mich, dass sie an den richtigen Stellen einen leicht rauen, kratzigen Ton in ihre Stimme legt, genau dann, wenn es zur Stimmung oder zum Setting passt. Das verleiht der nordisch-rauen Atmosphäre noch mehr Authentizität. Auch die Emotionen sowie die stimmlichen Nuancen der verschiedenen Charaktere bringt sie sehr überzeugend rüber, was das Hörerlebnis für mich besonders intensiv und lebendig gemacht hat.

Erzählweise & Perspektiven

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Freya erzählt, ein Stilmittel, das ich sehr schätze. Dadurch bekommt man einen tiefen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Was ich mir allerdings sehr gewünscht hätte, wäre eine zweite Perspektive, gerade vom Love Interest. Es ist mittlerweile bekannt, dass diese in Band 2 folgen wird, worauf ich mich sehr freue. Dennoch hätte ich es als großen Mehrwert empfunden, bereits hier erste Einblicke in seine Sichtweise zu erhalten. Zwei Perspektiven hätten der Geschichte mehr Tiefe und emotionale Dynamik verliehen, insbesondere im Hinblick auf den Beziehungsaufbau.

Einstieg & Handlung

Der Einstieg gelingt besonders gut: Man wird ohne langatmigen Aufbau direkt in die Handlung geworfen, was sofort Spannung erzeugt, ohne zu überfordern. Es entsteht ein starker Sogeffekt, man möchte direkt wissen, wie es weitergeht.

Die Handlung selbst verläuft jedoch weniger zielgerichtet als in anderen Fantasy-Romanen. Statt auf ein großes Finale hinzuarbeiten, setzt sich die Geschichte aus vielen kleineren Ereignissen zusammen, die insgesamt ein solides Grundgerüst für die Welt und die Figuren liefern. Das sorgt zwar für einen konstanten Erzählfluss, ließ mich aber stellenweise etwas orientierungslos zurück. Ich habe mich zwischendurch gefragt: Was ist eigentlich das übergeordnete Ziel dieser Reise? Dieser klare rote Faden hat mir manchmal gefehlt, wodurch auch einige Entscheidungen von Nebencharakteren nicht ganz nachvollziehbar wirkten. Es fehlte an Motivation, warum bestimmte Dinge nun passieren mussten. Das Fehlen eines „großen Showdowns“ sorgt zwar nicht für den ganz großen Wow-Effekt, lässt aber viel Raum für die Entwicklung in Band 2. Für mich fühlte sich die Geschichte an, als hätten wir in Band 1 viele kleinere Hügel erklommen, den eigentlichen Berg sind wir noch nicht erreicht, so als stünde das große Finale noch bevor.

Welt & Magiesystem

Die Welt ist atmosphärisch und durch die nordische Mythologie faszinierend gestaltet, allerdings auch stellenweise überfordernd. Es gibt viele Gottheiten, Namen, Verbindungen und Konzepte, doch statt einer klaren Einführung werden Informationen Stück für Stück eingestreut. Zwar wird das Magiesystem immer mal wieder erwähnt, doch gerade die Vielzahl der Götternamen und verwandtschaftlichen Beziehungen sorgt für Verwirrung.

Kampfszenen & Atmosphäre

Die Kampfszenen sind sehr gelungen: klar, dynamisch und bildhaft beschrieben. Man hat stets einen guten Überblick und kann sich die Abläufe visuell vorstellen. Auch Beschreibungen der Umgebung und Äußerlichkeiten sind passend dosiert und helfen, sich besser in die Welt hineinzuversetzen. Hier hat Danielle L. Jensen eine spannende Atmosphäre geschaffen, die sich durch das ganze Buch zieht.

Charaktere

Freya ist eine vielschichtige Protagonistin: selbstbewusst, aber auch zweifelnd, verletzlich und reflektiert. Sie hebt sich für mich angenehm von typischen Heldinnen ab, weil sie nicht durchgängig makellos oder nur stark ist, sie wirkt dadurch menschlicher und glaubwürdiger. Während Freya für mich eine starke, facettenreiche Figur war, blieben die meisten Nebencharaktere leider sehr blass. Auch der Love Interest war für mich nicht wirklich greifbar ich kann nach dem Lesen/Hören kaum etwas Konkretes über ihn sagen. Viele Charaktere blieben einfach nicht im Gedächtnis, was schade ist, da das Potenzial durchaus vorhanden wäre. Vielleicht wird hier in Band 2 noch mehr Tiefe geschaffen.

Romantik & „Spice“

Die romantischen und „spicy“ Szenen sind kreativ und gut geschrieben, inhaltlich haben sie mir gefallen. Was mir allerdings gefehlt hat, war die emotionale Glaubwürdigkeit. Die Entwicklung von einer anfänglichen Abneigung zu plötzlicher Liebe verlief für mich zu sprunghaft und nicht nachvollziehbar. Der Beziehungsaufbau wirkte überhastet und hätte mehr Zeit gebraucht, vielleicht erst in einem späteren Band. So blieb das Gefühl zurück, dass hier etwas zu schnell vorangetrieben wurde, ohne dass die Basis dafür wirklich gelegt war.

Fazit

A Fate Inked in Blood ist ein vielversprechender Reihenauftakt mit starker Protagonistin, origineller Welt und atmosphärischem Setting. Besonders Fans der nordischen Mythologie kommen hier auf ihre Kosten. Zwar bleiben einige Nebenfiguren und die Romanze noch oberflächlich, doch das Fundament für eine mitreißende Fortsetzung ist gelegt.

Ich hoffe sehr, dass in Band 2 die Welt noch weiter ausgearbeitet wird, insbesondere das Magiesystem und die dahinterliegenden Strukturen. Denn bislang ist für mich noch nicht ganz greifbar, wie genau diese Welt funktioniert und welche Regeln und Kräfte das Geschehen eigentlich lenken. Hier steckt viel Potenzial, das hoffentlich noch weiter entfaltet wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.07.2025

Eine Welt voller Magie, aber noch ohne Kompass

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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Allgemeiner Eindruck

"A Fate Inked in Blood" ist ein starker Auftakt in eine neue Fantasy-Reihe mit Wikinger-Setting und nordischer Mythologie. Die Geschichte rund um Protagonistin Freya bringt frischen ...

Allgemeiner Eindruck

"A Fate Inked in Blood" ist ein starker Auftakt in eine neue Fantasy-Reihe mit Wikinger-Setting und nordischer Mythologie. Die Geschichte rund um Protagonistin Freya bringt frischen Wind ins Genre, besonders die Verbindung zur nordischen Götterwelt hebt das Buch aus der Masse hervor. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich bin mit Neugier und Begeisterung durch die Geschichte gejagt.

Erzählweise & Perspektiven

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Freya erzählt, ein Stilmittel, das ich sehr schätze. Dadurch bekommt man einen tiefen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Was ich mir allerdings sehr gewünscht hätte, wäre eine zweite Perspektive, gerade vom Love Interest. Es ist mittlerweile bekannt, dass diese in Band 2 folgen wird, worauf ich mich sehr freue. Dennoch hätte ich es als großen Mehrwert empfunden, bereits hier erste Einblicke in seine Sichtweise zu erhalten. Zwei Perspektiven hätten der Geschichte mehr Tiefe und emotionale Dynamik verliehen, insbesondere im Hinblick auf den Beziehungsaufbau.

Einstieg & Handlung

Der Einstieg gelingt besonders gut: Man wird ohne langatmigen Aufbau direkt in die Handlung geworfen, was sofort Spannung erzeugt, ohne zu überfordern. Es entsteht ein starker Sogeffekt, man möchte direkt wissen, wie es weitergeht.

Die Handlung selbst verläuft jedoch weniger zielgerichtet als in anderen Fantasy-Romanen. Statt auf ein großes Finale hinzuarbeiten, setzt sich die Geschichte aus vielen kleineren Ereignissen zusammen, die insgesamt ein solides Grundgerüst für die Welt und die Figuren liefern. Das sorgt zwar für einen konstanten Erzählfluss, ließ mich aber stellenweise etwas orientierungslos zurück. Ich habe mich zwischendurch gefragt: Was ist eigentlich das übergeordnete Ziel dieser Reise? Dieser klare rote Faden hat mir manchmal gefehlt, wodurch auch einige Entscheidungen von Nebencharakteren nicht ganz nachvollziehbar wirkten. Es fehlte an Motivation, warum bestimmte Dinge nun passieren mussten. Das Fehlen eines „großen Showdowns“ sorgt zwar nicht für den ganz großen Wow-Effekt, lässt aber viel Raum für die Entwicklung in Band 2. Für mich fühlte sich die Geschichte an, als hätten wir in Band 1 viele kleinere Hügel erklommen, den eigentlichen Berg sind wir noch nicht erreicht, so als stünde das große Finale noch bevor.

Welt & Magiesystem

Die Welt ist atmosphärisch und durch die nordische Mythologie faszinierend gestaltet, allerdings auch stellenweise überfordernd. Es gibt viele Gottheiten, Namen, Verbindungen und Konzepte, doch statt einer klaren Einführung werden Informationen Stück für Stück eingestreut. Zwar wird das Magiesystem immer mal wieder erwähnt, doch gerade die Vielzahl der Götternamen und verwandtschaftlichen Beziehungen sorgt für Verwirrung.

Kampfszenen & Atmosphäre

Die Kampfszenen sind sehr gelungen: klar, dynamisch und bildhaft beschrieben. Man hat stets einen guten Überblick und kann sich die Abläufe visuell vorstellen. Auch Beschreibungen der Umgebung und Äußerlichkeiten sind passend dosiert und helfen, sich besser in die Welt hineinzuversetzen. Hier hat Danielle L. Jensen eine spannende Atmosphäre geschaffen, die sich durch das ganze Buch zieht.

Charaktere

Freya ist eine vielschichtige Protagonistin: selbstbewusst, aber auch zweifelnd, verletzlich und reflektiert. Sie hebt sich für mich angenehm von typischen Heldinnen ab, weil sie nicht durchgängig makellos oder nur stark ist, sie wirkt dadurch menschlicher und glaubwürdiger. Während Freya für mich eine starke, facettenreiche Figur war, blieben die meisten Nebencharaktere leider sehr blass. Auch der Love Interest war für mich nicht wirklich greifbar ich kann nach dem Lesen/Hören kaum etwas Konkretes über ihn sagen. Viele Charaktere blieben einfach nicht im Gedächtnis, was schade ist, da das Potenzial durchaus vorhanden wäre. Vielleicht wird hier in Band 2 noch mehr Tiefe geschaffen.

Romantik & „Spice“

Die romantischen und „spicy“ Szenen sind kreativ und gut geschrieben, inhaltlich haben sie mir gefallen. Was mir allerdings gefehlt hat, war die emotionale Glaubwürdigkeit. Die Entwicklung von einer anfänglichen Abneigung zu plötzlicher Liebe verlief für mich zu sprunghaft und nicht nachvollziehbar. Der Beziehungsaufbau wirkte überhastet und hätte mehr Zeit gebraucht, vielleicht erst in einem späteren Band. So blieb das Gefühl zurück, dass hier etwas zu schnell vorangetrieben wurde, ohne dass die Basis dafür wirklich gelegt war.

Fazit

A Fate Inked in Blood ist ein vielversprechender Reihenauftakt mit starker Protagonistin, origineller Welt und atmosphärischem Setting. Besonders Fans der nordischen Mythologie kommen hier auf ihre Kosten. Zwar bleiben einige Nebenfiguren und die Romanze noch oberflächlich, doch das Fundament für eine mitreißende Fortsetzung ist gelegt.

Ich hoffe sehr, dass in Band 2 die Welt noch weiter ausgearbeitet wird, insbesondere das Magiesystem und die dahinterliegenden Strukturen. Denn bislang ist für mich noch nicht ganz greifbar, wie genau diese Welt funktioniert und welche Regeln und Kräfte das Geschehen eigentlich lenken. Hier steckt viel Potenzial, das hoffentlich noch weiter entfaltet wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.07.2025

Düster, fesselnd, anders

Maggie Blue 1: Das Portal zur Düsterwelt
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Kurzmeinung: fesselt, bleibt aber stellenweise unausgereift. Die Atmosphäre ist stark, doch manche Fantasy-Elemente wirken überladen oder zu vage.

Als Erwachsene mit einem Faible für Fantasy konnte mich ...

Kurzmeinung: fesselt, bleibt aber stellenweise unausgereift. Die Atmosphäre ist stark, doch manche Fantasy-Elemente wirken überladen oder zu vage.

Als Erwachsene mit einem Faible für Fantasy konnte mich Maggie Blue: Das Portal zur Düsterwelt trotz seiner Einordnung als Kinderbuch wirklich fesseln. Es überrascht mit einer düsteren Atmosphäre, komplexen Themen und einer spannenden Prämisse, die sich von vielen anderen Kinderbüchern im Fantasy-Genre abhebt.

Wir begleiten die 12-jährige Maggie, die nicht nur mysteriöse Ereignisse beobachtet, sondern auch mit einem einäugigen Kater sprechen kann. Sie lebt bei ihrer Tante, da ihre Mutter mit Depressionen zu kämpfen hat, und muss sich zudem mit Mobbing auseinander setzen. Das Buch behandelt ernste Themen wie familiäre Probleme und den Wunsch nach Aufmerksamkeit, Freundschaft und Glück.

Ich habe das Hörbuch angehört und möchte dazu meine Eindrücke teilen. Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war die Stimme der Sprecherin. Sie klingt sehr reif und erwachsen, was für mich nicht ganz zur Atmosphäre der Geschichte gepasst hat. Gerade weil sich das Hörbuch auch an Kinder richtet, hätte ich mir eine etwas sanftere, jüngere Stimme gewünscht, eine, die vielleicht ein wenig verspielter klingt und so besser zu Maggie passt oder zumindest wie eine erwachsene Version von ihr wirken könnte. Zwar erzählt die Sprecherin als Erzählerin, aber ich denke, dass eine leichtere, Stimme die Geschichte noch zugänglicher und lebendiger gemacht hätte, gerade für jüngere Hörer*innen.

Trotz der leichten Sprache und den kurzen, angenehmen Kapiteln bleibt die Geschichte spannend. Die Beschreibung der „Düsterwelt“ sowie der Fantasy-Kreaturen ist mysteriös und atmosphärisch, hätte aber an vielen Stellen ausführlicher sein dürfen. Gerade bei den Wesen der Geschichte fiel es mir schwer, sie mir genau vorzustellen, was für jüngere Leser möglicherweise noch herausfordernder sein könnte.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Fülle an Ideen. Die Autorin hatte offensichtlich viele kreative Einfälle, doch nicht alle wurden konsequent ausgearbeitet. Einige Elemente wirkten dadurch eher wie eine Aneinanderreihung von coolen Einfällen, ohne dass sie ihre volle Wirkung entfalten konnten. Besonders in der ersten Hälfte hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, während die zweite Hälfte deutlich rasanter und fesselnder wurde.

Das Ende hinterlässt gemischte Gefühle, es ist zwar abgeschlossen, fühlt sich aber auch wie eine Einleitung für eine Fortsetzung an. Außerdem nimmt sich das Buch nach dem Höhepunkt noch Zeit für eine Art Nachbetrachtung der Geschehnisse, die für mich nicht ganz überzeugend war.

Ein Hinweis für Eltern: Das Buch enthält einige explizite Beschreibungen von Gewalt, Blut und Tod, die für empfindlichere Kinder vielleicht etwas zu heftig sein könnten. Auch das wiederholte Erwähnen des Rauchens durch Maggies Tante, fand ich problematisch, da es eher beiläufig als normal dargestellt wird.

Fazit:

Maggie Blue: Das Portal zur Düsterwelt bietet eine spannende, düstere Fantasy-Geschichte mit tiefgründigen Themen. Die Atmosphäre ist geheimnisvoll, die Handlung fesselnd, auch wenn sie manchmal etwas überladen wirkt. Trotz kleinerer Schwächen hat mich das Buch gut unterhalten, und besonders für ältere Kinder oder Jugendliche, die es gerne düster mögen, könnte es eine lohnenswerte Geschichte sein.

Insgesamt ist es ein schönes Hörbuch, aber die Wahl der Sprecherin war für mich persönlich nicht ganz stimmig.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Leicht, humorvoll und herzerwärmend

One song apart - London Hearts 1
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Bereits auf den ersten Seiten hat mich One Song Apart komplett abgeholt. Der Schreibstil ist genau nach meinem Geschmack, locker, flüssig und mit einem angenehmen Maß an Leichtigkeit, das es mir sogar ...

Bereits auf den ersten Seiten hat mich One Song Apart komplett abgeholt. Der Schreibstil ist genau nach meinem Geschmack, locker, flüssig und mit einem angenehmen Maß an Leichtigkeit, das es mir sogar ermöglicht hat, über einen längeren Zeitraum am Stück zu lesen, was mir normalerweise eher schwerfällt. Die Sprache fließt förmlich dahin, was das Lesen nicht nur angenehm, sondern geradezu süchtig machend macht.

Ein gelungener Einstieg, charmant und bildhaft

Der Einstieg in die Geschichte hat mich sofort zum Schmunzeln gebracht. Es begang herrlich humorvoll und charmant, ein schöner Beweis dafür, dass die Autorinnen es verstehen, Alltagsmomente unterhaltsam in Szene zu setzen. Auch die Beschreibung der WG fand ich unglaublich detailreich und atmosphärisch. Ich liebe es, wenn durch Adjektive Räume, Kleidung und kleine Beobachtungen so bildhaft dargestellt werden, dass man sich mitten im Geschehen fühlt, genau das gelingt hier mühelos.

Charaktertiefe und gelungene Perspektivwechsel

Ein weiterer Pluspunkt des Romans ist der Perspektivwechsel zwischen Quinn und Milo. Auch wenn Quinn klar im Vordergrund steht, bieten die Einblicke in Milos Sichtweise wertvolle Ergänzungen, die die Geschichte abrunden. Zwar hätte ich mir insgesamt etwas mehr von Milo gewünscht, aber es ergibt auch Sinn, dass wir vor allem durch Quinns Augen erleben, was passiert, das macht ihre Entwicklung umso greifbarer.

Quinn ist eine wunderbar vielschichtige Figur. Ihre Unsicherheiten, Sorgen und Gedanken kann ich nur zu gut nachvollziehen. Ihre Zurückhaltung und ihre Gründe, sich nicht sofort emotional zu öffnen, sind zwar manchmal schwer greifbar, aber gleichzeitig authentisch und menschlich.

Chemie, Humor und Herzklopfen

Die Dynamik zwischen Quinn und Milo ist einfach zum Dahinschmelzen. Die Annäherung zwischen den beiden, bringt einen immer wieder zum Lächeln, Kichern. Für mich gab es auch einen emotionaler Höhepunkt wo ich buchstäblich geweint hab, vor Rührung ein wunderschöner Moment, der mir lange im Gedächtnis bleiben wird. Auch wenn viele Szenen emotional berührend und wunderschön geschrieben waren, hätte ich mir an einigen Stellen noch etwas mehr Tiefe oder kreative Ausarbeitung gewünscht, ab einem bestimmten Punkt, ging es mir ein wenig zu schnell, obwohl der Moment an sich trotzdem schön war und mich bewegt hat. Alles in allem ist die Liebesgeschichte zwischen Quinn und Milo glaubwürdig, herzlich und voller süßer, intimer Augenblicke, die einen nicht mehr loslassen.

Ein kleiner Wermutstropfen: das Ende

Was mir leider weniger gut gefallen hat, war das Ende. Es kam für meinen Geschmack etwas zu abrupt, gerade weil die Geschichte so tief und emotional aufgebaut war. Ich hätte mir hier noch etwa 20 Seiten mehr gewünscht, ein etwas sanfterer Ausklang, um die Geschichte richtig sacken lassen zu können. Stattdessen hatte ich plötzlich das Gefühl: Wie, das war’s jetzt schon? Das hat mich ein wenig aus dem Lesefluss gerissen, obwohl die Story selbst mich bis dahin voll und ganz begeistert hat.

Auch die Leseprobe am Ende des Buches hat dazu beigetragen, dass das eigentliche Ende schneller kam als erwartet, ein kleiner Dämpfer für ein ansonsten großartiges Leseerlebnis.

Fazit:

One Song Apart ist ein echtes Herzensbuch, das mit seinem lockeren Stil, liebevoll gestalteten Charakteren und einer rührenden Liebesgeschichte begeistert. Trotz eines etwas überhasteten Endes bleibt ein rundum positives Lesegefühl zurück.

Wer humorvolle, authentische Romane mit emotionaler Tiefe liebt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Spannende Ansätze, aber schwer greifbar

Solitude 1: Devour the Light
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Die Grundidee von Solitude 1: Devour the Light hat mich sofort angesprochen, gerade durch den spannenden Prolog, der direkt Neugier weckt. Doch je weiter ich gekommen bin, desto mehr wurde mir bewusst, ...

Die Grundidee von Solitude 1: Devour the Light hat mich sofort angesprochen, gerade durch den spannenden Prolog, der direkt Neugier weckt. Doch je weiter ich gekommen bin, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich mit vielen Elementen der Geschichte Schwierigkeiten hatte. Diese Rezension soll meine Eindrücke, sowohl positiv als auch kritisch, möglichst ehrlich und strukturiert wiedergeben.

Kapitelstruktur, Lesefluss & Perspektivwechsel

Die Kapitelstruktur hat mir grundsätzlich gut gefallen. Die Kapitellängen waren angenehm und sorgten dafür, dass man schnell noch „ein Kapitel mehr“ hören wollte. Dadurch kam ein gewisser Sog zustande, der den Lesefluss gefördert hat, zumindest dann, wenn ich nicht gerade mit den inhaltlichen Unklarheiten zu kämpfen hatte. Erzählt wird in der Ich-Perspektive, abwechselnd aus der Sicht von Louve und Enean.

Hörbuch: Eindruck & Stimmen

Das Hörbuch hat bei mir einen gemischten Eindruck hinterlassen.
Die Sprecherin von Louve hat mir unglaublich gut gefallen. Sie bringt Emotionen gut rüber, trifft den Ton der Figur genau und schafft es auch, die anderen Stimmen in den Dialogen glaubwürdig und unaufdringlich zu imitieren.
Der Sprecher von Enean hingegen war für mich ein echtes Problem. Seine verstellten Stimmen wirkten viel zu übertrieben, teilweise fast albern. In den Monologen spricht er wieder ganz normal, was einfach nicht rund wirkte. Vor allem gegen Ende, als er eine Figur mit völlig überzeichneter Stimme darstellt, wusste ich gar nicht mehr, wer da gerade eigentlich spricht. Das hat mich völlig aus dem Lesefluss gebracht. In der Mitte war es etwas besser, aber insgesamt hat er mir das Zuhören eher erschwert.

Deshalb ziehe ich dem Hörbuch einen halben Stern ab. Für das Buch vergebe ich 2,5 Sterne, fürs Hörbuch 2 Sterne.

Einstieg in die Geschichte, Worldbuilding und Erzählstruktur

Der Prolog hat mir direkt gut gefallen, er war atmosphärisch, geheimnisvoll und hat sofort meine Neugier geweckt. Danach wurde es allerdings schwierig: Ich war ziemlich überfordert mit dem Worldbuilding. Es war schwer zu erkennen, wie die Welt funktioniert, welche Regeln gelten, wie die Charaktere miteinander verbunden sind. Zwar gibt es hinten im Buch ein Glossar, was ich grundsätzlich super finde, so konnte man wenigstens bestimmte Begriffe nochmal nachschlagen. Aber im Verlauf der Geschichte selbst wird vieles einfach zu wenig erklärt. Die Erzählstruktur wirkt stellenweise sprunghaft. Szenenwechsel, Actionszenen folgen oft in schneller Abfolge, ohne dass genügend erzählerischer Rahmen geboten wird, um das gelesene einzuordnen. Als jemand, der beim Lesen jeden Satz im Kopf wie einen Film visualisiert, bringen mich solche Ungereimtheiten komplett aus dem Lesefluss. Ich musste einzelne Kapitel mehrfach hören oder nachlesen, weil mir der inhaltliche Zusammenhang gefehlt hat. Vieles blieb unklar, sowohl das übergeordnete Ziel der Figuren als auch die Verbindung einzelner Szenen untereinander. Das hat es mir insgesamt sehr schwer gemacht, in der Geschichte zu bleiben.

Charaktere & Humor

Ein echtes Highlight war für mich Louve. Sie ist frech, grumpy, selbstbewusst und bringt eine erfrischende Art mit sich, die sich deutlich von typischen Fantasy-Heldinnen abhebt. Ihre Dialoge, auch mit der derberen Wortwahl, haben super zu ihr gepasst und der Welt eine eigene Note gegeben. Auch wenn Louves Entwicklung später für mich nicht ganz nachvollziehbar war, war sie insgesamt noch die Figur, mit der ich am ehesten mitgehen konnte. Mit den anderen Charakteren, vor allem Enean, bin ich leider nicht so richtig warm geworden. Ich konnte ihre Motivationen und Handlungen oft schwer nachvollziehen, und ihre Beziehungen untereinander waren für mich nicht klar greifbar.

Magiesystem, Schatten & Ideenreichtum

Trotz meiner Schwierigkeiten muss ich sagen: Es steckt wahnsinnig viel Potenzial in dieser Welt. Auch die Mischung aus urbaner, leicht dystopischer Fantasy mit einer eigenen Stadt, Schattenassassinen und seltsamen Wesen hat richtig viel Reiz. Gleichzeitig finden sich darin aber auch moderne Elemente wie Technik, Elektronik und alltägliche Gegenstände wieder, was dem Setting eine originelle Note verleiht. Leider wurde das alles nur angerissen, ohne richtig ausgebaut zu werden. Ich hätte mir gewünscht, dass das Magiesystem, die Schatten, die Azae intensiver erklärt werden. Vieles bleibt unklar oder wirkt wie im Vorbeigehen erzählt. Vielleicht wird das im zweiten Band noch aufgegriffen aber im ersten Teil hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht.

Fazit

Auch wenn mir das Buch insgesamt nicht wirklich gefallen hat, sehe ich darin dennoch viel Potenzial. Die Welt ist voller spannender Ideen und der Humor in den Dialogen sowie die Figur Louve bringen Farbe in eine ansonsten eher düstere Welt. Die Autorin zeigt in vielen kleinen Momenten definitiv ihr Können, denn immer wieder finden sich poetische und perfekt formulierte Passagen, die mich beeindruckt haben.

"Wrens silbergetränkte Silhouette bewegt sich auf mich zu, während er mir den Himmel verspricht und mir die Hölle zu Füßen legt."

"Ich ertrinke in einem Ozean aus ungeweinten Tränen"

Dennoch konnte die Geschichte dieses Potenzial nicht vollständig ausschöpfen, da das Gesamtkonstrukt der Handlung für mich nicht so stark ausgearbeitet war. Leider fehlt dem Buch für mich ein klares Konzept, es gab zu wenig Struktur, zu viele offene Fragen und keinen roten Faden. Ich kam nicht richtig in die Geschichte hinein, konnte den Charakteren nicht durchgehend folgen und fand auch die emotionale Tiefe teilweise nicht nachvollziehbar. Der Spannungsbogen verläuft nicht kontinuierlich, die Charakterentwicklungen wirken in Teilen unlogisch oder zu abrupt. Obwohl die Geschichte punktuell spannende Momente bietet, verpufft die Spannung häufig schnell oder läuft ins Leere. Statt eines klaren Finales wirkt das Ende eher wie ein Ausklingen der Geschichte, ohne spürbare Konsequenzen.

Leser*innen, die nicht unbedingt jeden einzelnen erzählerischen Rahmen oder jede Information brauchen, um eine Geschichte zu genießen, könnten an diesem Buch durchaus Gefallen finden, besonders, wenn sie sich einfach von einem Hörbuch berieseln lassen und Spaß an der Atmosphäre haben. Für mich persönlich, die ich jeden Satz genau verstehen und mir bildlich vorstellen muss, um richtig in die Geschichte einzutauchen, war das allerdings schwierig. Wer also viel Kontext und klare Erklärungen braucht, um sich zurechtzufinden, könnte mit Solitude 1 eher weniger glücklich werden.

Hätte ich es nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen, hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen, einfach weil es für mich zu anstrengend war, den Überblick zu behalten.

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