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Veröffentlicht am 26.07.2025

Zwischen Poesie und romantischen Ungereimtheiten

My Dearest Enemy. The Heygate Girls
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Erwartung vs. Einstieg – schwere Anfänge trotz großer Vorfreude

Ich habe mich wirklich auf dieses Buch gefreut, nicht nur, weil ich historische Romane liebe, sondern auch, weil die Atmosphäre, genau mein ...

Erwartung vs. Einstieg – schwere Anfänge trotz großer Vorfreude

Ich habe mich wirklich auf dieses Buch gefreut, nicht nur, weil ich historische Romane liebe, sondern auch, weil die Atmosphäre, genau mein Geschmack ist. Bücher wie My Dearest Enemy sind selten, und ich war neugierig auf Figuren mit Tiefe, emotionale Dynamiken und eine dichte, sprachlich kunstvolle Erzählweise.

Doch der Einstieg hat mich leider ziemlich kalt erwischt, vor allem die anfängliche Liebesdynamik zwischen Amabel und Harriet wirkte auf mich unstimmig und überstürzt. Bereits in den ersten 50 Seiten wird erwähnt, dass Amabel eigentlich noch in ihre beste Freundin verliebt war, nur um kurz darauf scheinbar aus dem Nichts eine romantische Anziehung zu Harriet zu verspüren. Das war für mich völlig unglaubwürdig und hat mich zunächst komplett rausgeworfen. Ich habe mich ehrlich gefragt: Was passiert hier gerade? Ich war kurz davor, das Buch zur Seite zu legen.

Die Sprache, ein poetisches Highlight (meistens)

Was mich aber durch viele holprige oder unglaubwürdige Momente getragen hat, war der Schreibstil. Die Sprache war stellenweise so wunderschön, poetisch, lebendig und einfühlsam, dass ich wirklich ins Schwärmen geraten bin. Besonders in den ruhigeren, nachdenklichen Szenen oder in Dialogen, die nicht nur platte Handlung transportieren, sondern echte Tiefe zeigen, war die Sprache ein echtes Highlight.

Leider verliert sich dieser poetische Stil ab der Mitte des Buches etwas. Das ist teilweise nachvollziehbar, schließlich sprechen Freunde, untereinander oft umgangssprachlich, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass diese sprachliche Feinheit sich konstanter durch den Text zieht. Es gab aber auch am Ende wieder schöne, gut formulierte Passagen, die mich emotional erreichen konnten.

Vielschichtige Perspektiven, ein echter Gewinn für die Erzählung

Ein echtes Highlight des Romans war für mich die Erzählweise aus mehreren Perspektiven. Im Zentrum stehen natürlich Amabel und Harriet, deren Gedankenwelten uns abwechselnd nähergebracht werden, das allein sorgt schon für Tiefe und emotionale Vielschichtigkeit. Besonders gelungen fand ich aber die zusätzliche, eher selten auftauchende dritte Perspektive. Sie wird sehr gezielt eingesetzt, immer genau dann, wenn in der Handlung ein Wendepunkt oder ein emotionales Missverständnis entsteht. In diesen Momenten eröffnet uns die neue Sichtweise einen frischen Einblick in das Innenleben einer weiteren Figur. Gerade gegen Ende des Romans hatte ich das Gefühl: Jetzt wüsste ich gern, was XY denkt, und genau dann kam dieses Kapitel. Das war für mich erzählerisch extrem klug und emotional bereichernd. Diese Entscheidung hat dem Roman nochmal mehr Tiefe und Menschlichkeit verliehen.

Familiendynamiken, Freundschaft und Internatsleben, die große Stärke des Romans

Was mir hingegen sehr gut gefallen hat, war alles rund um das Thema Familie, Freundschaft und Gemeinschaft. Besonders die Adoptivfamilie von Amabel, ihre Bindung zu Lucie, und die Konflikte, die sich durch Loyalität, Herkunft und Erwartungen ergeben, haben mich sehr berührt. Auch das Internatsleben, die Gruppendynamik und die Gespräche unter den Freund*innen wirkten realistisch und liebevoll ausgestaltet.

Die Romantik

Was die romantische Entwicklung angeht: Ich konnte lange Zeit nicht mitfühlen. Die „Enemies to Lovers“-Dynamik, die der Titel vielleicht andeutet, war inhaltlich kaum vorhanden. Eigentlich gab es gar keine echte Feindschaft, und die nachträgliche Behauptung der Protagonistin, sie habe Harriet zu Beginn „den Hals umdrehen wollen“, widerspricht dem eigentlichen Verhalten völlig. Das wirkte für mich wie ein später, eher künstlich eingefügter Versuch, dem Roman ein gängiges Trope aufzustülpen.

Erst im späteren Verlauf gab es einige Szenen, in denen ich eine echte Verbindung spüren konnte. Hier wurde es authentischer, emotional nachvollziehbarer, aber der ungeschickte Einstieg hat das Verhältnis zur Liebesgeschichte über weite Strecken getrübt.

Was mich beim Lesen immer wieder aus der Geschichte herausgerissen hat, war die ständige Wiederholung, dass Amabel auf keinen Fall romantische Gefühle für Männer hat. Diese Betonung zieht sich durch mehrere Szenen, ich habe bestimmt fünf Mal gelesen, dass ihre Nähe zu männlichen Figuren nicht als Liebe zu verstehen ist.

Besonders schade war das in einer Szene, die eigentlich sehr ruhig und emotional war, ein Moment, den ich wirklich genossen habe, weil sich die Dynamiken gerade zum Positiven gewendet hatten. Dann kam wieder dieser Einschub, dieses „aber das ist auf keinen Fall Liebe!“ und plötzlich war diese zarte Stimmung wie zerschnitten.

Gerade weil die Geschichte aus Amabels Perspektive erzählt wird, wirkte das für mich unnatürlich. Sie würde sich ja nicht bei jedem Kontakt mit einer männlichen Figur denken: „Keine Sorge, das ist nur Freundschaft, nur Freundschaft, wirklich nur Freundschaft.“ Viel schöner wäre es gewesen, einfach die Szene für sich sprechen zu lassen, durch Blicke, Dialoge, Körpersprache. Das hat für mich etwas vom emotionalen Gewicht genommen, nicht, weil ich ihre Orientierung infrage stelle, sondern weil die Erzählweise ihr nicht zutraut, sie selbstverständlich zu leben, ohne sich ständig rechtfertigen zu müssen.

Fazit – starkes Potenzial, aber nicht ganz eingelöst

Insgesamt bin ich zwiegespalten. Das Buch hat großartige Einzelmomente, liebevoll gezeichnete Nebenfiguren, eine stimmige Internats-Atmosphäre und einen sprachlichen Zauber, der über vieles hinwegsehen lässt. Aber gerade die Romantik, die für den Titel und das Genre zentral ist, konnte mich nicht überzeugen. Zu viele Widersprüche und ein unausgereifter Beziehungsaufbau haben mein Lesevergnügen geschmälert. Auch wenn sich die Dynamik im Laufe des Buches bessert, blieb ein Rest Skepsis zurück.

Der Ausblick, den das Ende gibt, sowohl thematisch als auch emotional, war für mich stimmig und berührend. Es hat vieles aufgefangen, was ich zuvor als unrund empfand, und einen versöhnlichen Bogen gespannt. Auch wenn der Weg dahin für mich oft holprig war, bin ich froh, dass ich durchgehalten habe, denn das Finale hat sich wirklich gelohnt.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

überraschend spannend, aber nicht ganz perfekt

Never Trust Your Fake Husband
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Ich bin jemand, der Bücher/ Hörbücher oft recht spontan auswählt, ohne große Recherche zum Inhalt. Meist lasse ich mich vom Cover und den Sprechern leiten, und genau so bin ich auch auf Never Trust Your ...

Ich bin jemand, der Bücher/ Hörbücher oft recht spontan auswählt, ohne große Recherche zum Inhalt. Meist lasse ich mich vom Cover und den Sprechern leiten, und genau so bin ich auch auf Never Trust Your Fake Husband gestoßen. Das Cover hat mich sofort angesprochen, sodass ich es direkt gestartet habe, in der Erwartung, eine typische, vielleicht humorvolle New-Adult-Romanze zu hören. Was ich stattdessen bekam, war eine überraschend actiongeladene Agentengeschichte, die direkt Fahrt aufnahm und mich damit auf eine völlig andere Art abgeholt hat, als ich gedacht hätte.

Einstieg & Handlung

Die Handlung beginnt ohne langes Vorgeplänkel. Man wird als Hörer direkt hineingezogen in eine Situation voller Geheimnisse und Gefahr. Im Mittelpunkt steht eine weibliche Hauptfigur, die unter Amnesie leidet. Sie weiß nicht, wer sie ist, was sie dort macht oder wem sie überhaupt trauen kann. Dieser Ausgangspunkt hat sofort Spannung erzeugt und mich sehr neugierig gemacht. Die Geschichte hat mich regelrecht durchgezogen, es passiert ständig etwas, und die wenigen ruhigen Momente wirken dadurch umso intensiver. Ich wollte durchgehend wissen, wie es weitergeht, was hinter der Vergangenheit der Protagonistin steckt und wohin sich alles entwickeln wird.

Erzählweise

Erzählt wird aus zwei Perspektiven, der der Protagonistin und des Agenten. Allerdings handelt es sich nicht um eine Ich-Erzählung, sondern um eine personale Erzählweise mit zwei Erzählern. Für mich persönlich ein kleiner Schwachpunkt: Eine Ich-Perspektive hätte gerade bei der emotionalen Reise der Protagonistin mehr Nähe und Tiefe erzeugt. So blieb man doch ein wenig auf Abstand.

Positives

Besonders hervorheben möchte ich die weibliche Hauptfigur: Sie ist chaotisch-lustige, hat manchmal eine leicht überdrehte Art. Ihre Rolle war für mich ein echtes Highlight, anders, als man es sonst oft im Romance-Genre kennt. Die Chemie zwischen den Figuren ist sehr gelungen, da die Dialoge sehr humorvoll und die Szenen lebendig sind. Die Action-Elemente der Geschichte, sei es Flucht, Geheimnisse oder die ständigen Wendungen, waren packend erzählt. Ich konnte mir viele Szenen richtig gut vorstellen. Im Laufe der Geschichte gibt es auch immer wieder unerwartete Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte und die mir richtig gut gefallen haben.

Kritikpunkte

Trotz der insgesamt gelungenen Umsetzung gab es für mich auch ein paar Schwächen. Der männliche Protagonist durchläuft zwar eine Entwicklung, hat mich aber insgesamt nicht wirklich überzeugt. Er wirkte für mich etwas austauschbar und hat der Geschichte dadurch nicht das gewisse Etwas verliehen. Vor allem die Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptfiguren kam mir etwas zu schnell und ein bisschen zu glatt, daher. Die ganze Handlung spielt sich ja innerhalb weniger Tage ab, und dadurch wirkt es einfach nicht besonders glaubwürdig, dass sich so schnell echte romantische Gefühle entwickeln sollen. Klar, die beiden verbringen fast rund um die Uhr miteinander, was Nähe natürlich begünstigt. Aber gerade, wenn man eher tiefere und realistisch aufgebaute Liebesgeschichten gewohnt ist, fühlt sich das hier doch ein wenig oberflächlich an.

Auch das Ende hat mich nicht ganz überzeugt. Nach dem spannenden Aufbau zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass zum Schluss alles ziemlich schnell abgehandelt wird. Die Geschichte zieht zum Finale hin nochmal ordentlich an, aber genau dadurch wirkt vieles ein bisschen gehetzt. Einige Handlungsstränge werden nur oberflächlich abgeschlossen, manche Fragen bleiben offen und mir fiel es dadurch auch deutlich schwerer, mir die Szenen richtig bildlich vorzustellen. Während ich mir die vorherigen Situationen oft lebhaft ausmalen konnte, fehlte im letzten Teil einfach die Ruhe und Tiefe, um wirklich mitzukommen. Das war schade, denn da wäre definitiv noch mehr drin gewesen.

Fazit

Never Trust Your Fake Husband hat mich positiv überrascht, auch wenn es ganz anders war, als ich erwartet hatte. Statt einer typischen Romance bekam ich eine temporeiche Agentenstory mit viel Action, Humor und einer chaotisch-liebenswerten Protagonistin. Die Geschichte war durchweg spannend.

Trotzdem gab es auch Schwächen: Die Liebesbeziehung entwickelt sich für meinen Geschmack viel zu schnell und wirkt dadurch nicht besonders glaubwürdig. Auch das Finale kam etwas zu abrupt, sodass ich mir viele Szenen nicht mehr richtig vorstellen konnte. Wer auf realistische, emotional tiefere Romanzen hofft, wird hier wahrscheinlich nicht ganz glücklich.

Trotzdem: Wenn du Lust auf eine spannende, leichte Geschichte mit Humor, Action und einer ungewöhnlichen Protagonistin hast und dich nicht daran störst, wenn die romantischen Entwicklungen eher zügig passieren, dann wirst du mit diesem Hörbuch wahrscheinlich eine richtig gute Zeit haben. Es eignet sich super zum Abschalten, zum Berieseln lassen, für zwischendurch. Wer sich einfach mitreißen lassen möchte, ohne jedes Detail hinterfragen zu müssen, bekommt hier genau das.

Mit der Bewertung tue ich mich ein bisschen schwer, mittendrin hatte ich durchaus dieses typische Vier-Sterne-Gefühl, weil die Geschichte mich gut unterhalten hat, aber rückblickend fehlt einfach das gewisse Etwas, das es für mich persönlich rund macht.

Wer das Genre liebt, wird hier aber vermutlich eher zwischen vier und sogar fünf Sternen landen.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Eine Welt voller Magie, aber noch ohne Kompass

A Fate inked in Blood (Skaland-Saga 1)
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Allgemeiner Eindruck

"A Fate Inked in Blood" ist ein starker Auftakt in eine neue Fantasy-Reihe mit Wikinger-Setting und nordischer Mythologie. Die Geschichte rund um Protagonistin Freya bringt frischen ...

Allgemeiner Eindruck

"A Fate Inked in Blood" ist ein starker Auftakt in eine neue Fantasy-Reihe mit Wikinger-Setting und nordischer Mythologie. Die Geschichte rund um Protagonistin Freya bringt frischen Wind ins Genre, besonders die Verbindung zur nordischen Götterwelt hebt das Buch aus der Masse hervor. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich bin mit Neugier und Begeisterung durch die Geschichte gejagt.

Zum Hörbuch:
Die Sprecherin hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ihre Stimme ist grundsätzlich sehr sanft und angenehm zu hören, was das Hörbuch insgesamt sehr zugänglich macht. Besonders beeindruckt hat mich, dass sie an den richtigen Stellen einen leicht rauen, kratzigen Ton in ihre Stimme legt, genau dann, wenn es zur Stimmung oder zum Setting passt. Das verleiht der nordisch-rauen Atmosphäre noch mehr Authentizität. Auch die Emotionen sowie die stimmlichen Nuancen der verschiedenen Charaktere bringt sie sehr überzeugend rüber, was das Hörerlebnis für mich besonders intensiv und lebendig gemacht hat.

Erzählweise & Perspektiven

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Freya erzählt, ein Stilmittel, das ich sehr schätze. Dadurch bekommt man einen tiefen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Was ich mir allerdings sehr gewünscht hätte, wäre eine zweite Perspektive, gerade vom Love Interest. Es ist mittlerweile bekannt, dass diese in Band 2 folgen wird, worauf ich mich sehr freue. Dennoch hätte ich es als großen Mehrwert empfunden, bereits hier erste Einblicke in seine Sichtweise zu erhalten. Zwei Perspektiven hätten der Geschichte mehr Tiefe und emotionale Dynamik verliehen, insbesondere im Hinblick auf den Beziehungsaufbau.

Einstieg & Handlung

Der Einstieg gelingt besonders gut: Man wird ohne langatmigen Aufbau direkt in die Handlung geworfen, was sofort Spannung erzeugt, ohne zu überfordern. Es entsteht ein starker Sogeffekt, man möchte direkt wissen, wie es weitergeht.

Die Handlung selbst verläuft jedoch weniger zielgerichtet als in anderen Fantasy-Romanen. Statt auf ein großes Finale hinzuarbeiten, setzt sich die Geschichte aus vielen kleineren Ereignissen zusammen, die insgesamt ein solides Grundgerüst für die Welt und die Figuren liefern. Das sorgt zwar für einen konstanten Erzählfluss, ließ mich aber stellenweise etwas orientierungslos zurück. Ich habe mich zwischendurch gefragt: Was ist eigentlich das übergeordnete Ziel dieser Reise? Dieser klare rote Faden hat mir manchmal gefehlt, wodurch auch einige Entscheidungen von Nebencharakteren nicht ganz nachvollziehbar wirkten. Es fehlte an Motivation, warum bestimmte Dinge nun passieren mussten. Das Fehlen eines „großen Showdowns“ sorgt zwar nicht für den ganz großen Wow-Effekt, lässt aber viel Raum für die Entwicklung in Band 2. Für mich fühlte sich die Geschichte an, als hätten wir in Band 1 viele kleinere Hügel erklommen, den eigentlichen Berg sind wir noch nicht erreicht, so als stünde das große Finale noch bevor.

Welt & Magiesystem

Die Welt ist atmosphärisch und durch die nordische Mythologie faszinierend gestaltet, allerdings auch stellenweise überfordernd. Es gibt viele Gottheiten, Namen, Verbindungen und Konzepte, doch statt einer klaren Einführung werden Informationen Stück für Stück eingestreut. Zwar wird das Magiesystem immer mal wieder erwähnt, doch gerade die Vielzahl der Götternamen und verwandtschaftlichen Beziehungen sorgt für Verwirrung.

Kampfszenen & Atmosphäre

Die Kampfszenen sind sehr gelungen: klar, dynamisch und bildhaft beschrieben. Man hat stets einen guten Überblick und kann sich die Abläufe visuell vorstellen. Auch Beschreibungen der Umgebung und Äußerlichkeiten sind passend dosiert und helfen, sich besser in die Welt hineinzuversetzen. Hier hat Danielle L. Jensen eine spannende Atmosphäre geschaffen, die sich durch das ganze Buch zieht.

Charaktere

Freya ist eine vielschichtige Protagonistin: selbstbewusst, aber auch zweifelnd, verletzlich und reflektiert. Sie hebt sich für mich angenehm von typischen Heldinnen ab, weil sie nicht durchgängig makellos oder nur stark ist, sie wirkt dadurch menschlicher und glaubwürdiger. Während Freya für mich eine starke, facettenreiche Figur war, blieben die meisten Nebencharaktere leider sehr blass. Auch der Love Interest war für mich nicht wirklich greifbar ich kann nach dem Lesen/Hören kaum etwas Konkretes über ihn sagen. Viele Charaktere blieben einfach nicht im Gedächtnis, was schade ist, da das Potenzial durchaus vorhanden wäre. Vielleicht wird hier in Band 2 noch mehr Tiefe geschaffen.

Romantik & „Spice“

Die romantischen und „spicy“ Szenen sind kreativ und gut geschrieben, inhaltlich haben sie mir gefallen. Was mir allerdings gefehlt hat, war die emotionale Glaubwürdigkeit. Die Entwicklung von einer anfänglichen Abneigung zu plötzlicher Liebe verlief für mich zu sprunghaft und nicht nachvollziehbar. Der Beziehungsaufbau wirkte überhastet und hätte mehr Zeit gebraucht, vielleicht erst in einem späteren Band. So blieb das Gefühl zurück, dass hier etwas zu schnell vorangetrieben wurde, ohne dass die Basis dafür wirklich gelegt war.

Fazit

A Fate Inked in Blood ist ein vielversprechender Reihenauftakt mit starker Protagonistin, origineller Welt und atmosphärischem Setting. Besonders Fans der nordischen Mythologie kommen hier auf ihre Kosten. Zwar bleiben einige Nebenfiguren und die Romanze noch oberflächlich, doch das Fundament für eine mitreißende Fortsetzung ist gelegt.

Ich hoffe sehr, dass in Band 2 die Welt noch weiter ausgearbeitet wird, insbesondere das Magiesystem und die dahinterliegenden Strukturen. Denn bislang ist für mich noch nicht ganz greifbar, wie genau diese Welt funktioniert und welche Regeln und Kräfte das Geschehen eigentlich lenken. Hier steckt viel Potenzial, das hoffentlich noch weiter entfaltet wird.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Eine Welt voller Magie, aber noch ohne Kompass

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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Allgemeiner Eindruck

"A Fate Inked in Blood" ist ein starker Auftakt in eine neue Fantasy-Reihe mit Wikinger-Setting und nordischer Mythologie. Die Geschichte rund um Protagonistin Freya bringt frischen ...

Allgemeiner Eindruck

"A Fate Inked in Blood" ist ein starker Auftakt in eine neue Fantasy-Reihe mit Wikinger-Setting und nordischer Mythologie. Die Geschichte rund um Protagonistin Freya bringt frischen Wind ins Genre, besonders die Verbindung zur nordischen Götterwelt hebt das Buch aus der Masse hervor. Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich bin mit Neugier und Begeisterung durch die Geschichte gejagt.

Erzählweise & Perspektiven

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Freya erzählt, ein Stilmittel, das ich sehr schätze. Dadurch bekommt man einen tiefen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Was ich mir allerdings sehr gewünscht hätte, wäre eine zweite Perspektive, gerade vom Love Interest. Es ist mittlerweile bekannt, dass diese in Band 2 folgen wird, worauf ich mich sehr freue. Dennoch hätte ich es als großen Mehrwert empfunden, bereits hier erste Einblicke in seine Sichtweise zu erhalten. Zwei Perspektiven hätten der Geschichte mehr Tiefe und emotionale Dynamik verliehen, insbesondere im Hinblick auf den Beziehungsaufbau.

Einstieg & Handlung

Der Einstieg gelingt besonders gut: Man wird ohne langatmigen Aufbau direkt in die Handlung geworfen, was sofort Spannung erzeugt, ohne zu überfordern. Es entsteht ein starker Sogeffekt, man möchte direkt wissen, wie es weitergeht.

Die Handlung selbst verläuft jedoch weniger zielgerichtet als in anderen Fantasy-Romanen. Statt auf ein großes Finale hinzuarbeiten, setzt sich die Geschichte aus vielen kleineren Ereignissen zusammen, die insgesamt ein solides Grundgerüst für die Welt und die Figuren liefern. Das sorgt zwar für einen konstanten Erzählfluss, ließ mich aber stellenweise etwas orientierungslos zurück. Ich habe mich zwischendurch gefragt: Was ist eigentlich das übergeordnete Ziel dieser Reise? Dieser klare rote Faden hat mir manchmal gefehlt, wodurch auch einige Entscheidungen von Nebencharakteren nicht ganz nachvollziehbar wirkten. Es fehlte an Motivation, warum bestimmte Dinge nun passieren mussten. Das Fehlen eines „großen Showdowns“ sorgt zwar nicht für den ganz großen Wow-Effekt, lässt aber viel Raum für die Entwicklung in Band 2. Für mich fühlte sich die Geschichte an, als hätten wir in Band 1 viele kleinere Hügel erklommen, den eigentlichen Berg sind wir noch nicht erreicht, so als stünde das große Finale noch bevor.

Welt & Magiesystem

Die Welt ist atmosphärisch und durch die nordische Mythologie faszinierend gestaltet, allerdings auch stellenweise überfordernd. Es gibt viele Gottheiten, Namen, Verbindungen und Konzepte, doch statt einer klaren Einführung werden Informationen Stück für Stück eingestreut. Zwar wird das Magiesystem immer mal wieder erwähnt, doch gerade die Vielzahl der Götternamen und verwandtschaftlichen Beziehungen sorgt für Verwirrung.

Kampfszenen & Atmosphäre

Die Kampfszenen sind sehr gelungen: klar, dynamisch und bildhaft beschrieben. Man hat stets einen guten Überblick und kann sich die Abläufe visuell vorstellen. Auch Beschreibungen der Umgebung und Äußerlichkeiten sind passend dosiert und helfen, sich besser in die Welt hineinzuversetzen. Hier hat Danielle L. Jensen eine spannende Atmosphäre geschaffen, die sich durch das ganze Buch zieht.

Charaktere

Freya ist eine vielschichtige Protagonistin: selbstbewusst, aber auch zweifelnd, verletzlich und reflektiert. Sie hebt sich für mich angenehm von typischen Heldinnen ab, weil sie nicht durchgängig makellos oder nur stark ist, sie wirkt dadurch menschlicher und glaubwürdiger. Während Freya für mich eine starke, facettenreiche Figur war, blieben die meisten Nebencharaktere leider sehr blass. Auch der Love Interest war für mich nicht wirklich greifbar ich kann nach dem Lesen/Hören kaum etwas Konkretes über ihn sagen. Viele Charaktere blieben einfach nicht im Gedächtnis, was schade ist, da das Potenzial durchaus vorhanden wäre. Vielleicht wird hier in Band 2 noch mehr Tiefe geschaffen.

Romantik & „Spice“

Die romantischen und „spicy“ Szenen sind kreativ und gut geschrieben, inhaltlich haben sie mir gefallen. Was mir allerdings gefehlt hat, war die emotionale Glaubwürdigkeit. Die Entwicklung von einer anfänglichen Abneigung zu plötzlicher Liebe verlief für mich zu sprunghaft und nicht nachvollziehbar. Der Beziehungsaufbau wirkte überhastet und hätte mehr Zeit gebraucht, vielleicht erst in einem späteren Band. So blieb das Gefühl zurück, dass hier etwas zu schnell vorangetrieben wurde, ohne dass die Basis dafür wirklich gelegt war.

Fazit

A Fate Inked in Blood ist ein vielversprechender Reihenauftakt mit starker Protagonistin, origineller Welt und atmosphärischem Setting. Besonders Fans der nordischen Mythologie kommen hier auf ihre Kosten. Zwar bleiben einige Nebenfiguren und die Romanze noch oberflächlich, doch das Fundament für eine mitreißende Fortsetzung ist gelegt.

Ich hoffe sehr, dass in Band 2 die Welt noch weiter ausgearbeitet wird, insbesondere das Magiesystem und die dahinterliegenden Strukturen. Denn bislang ist für mich noch nicht ganz greifbar, wie genau diese Welt funktioniert und welche Regeln und Kräfte das Geschehen eigentlich lenken. Hier steckt viel Potenzial, das hoffentlich noch weiter entfaltet wird.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Düster, fesselnd, anders

Maggie Blue 1: Das Portal zur Düsterwelt
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Kurzmeinung: fesselt, bleibt aber stellenweise unausgereift. Die Atmosphäre ist stark, doch manche Fantasy-Elemente wirken überladen oder zu vage.

Als Erwachsene mit einem Faible für Fantasy konnte mich ...

Kurzmeinung: fesselt, bleibt aber stellenweise unausgereift. Die Atmosphäre ist stark, doch manche Fantasy-Elemente wirken überladen oder zu vage.

Als Erwachsene mit einem Faible für Fantasy konnte mich Maggie Blue: Das Portal zur Düsterwelt trotz seiner Einordnung als Kinderbuch wirklich fesseln. Es überrascht mit einer düsteren Atmosphäre, komplexen Themen und einer spannenden Prämisse, die sich von vielen anderen Kinderbüchern im Fantasy-Genre abhebt.

Wir begleiten die 12-jährige Maggie, die nicht nur mysteriöse Ereignisse beobachtet, sondern auch mit einem einäugigen Kater sprechen kann. Sie lebt bei ihrer Tante, da ihre Mutter mit Depressionen zu kämpfen hat, und muss sich zudem mit Mobbing auseinander setzen. Das Buch behandelt ernste Themen wie familiäre Probleme und den Wunsch nach Aufmerksamkeit, Freundschaft und Glück.

Ich habe das Hörbuch angehört und möchte dazu meine Eindrücke teilen. Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war die Stimme der Sprecherin. Sie klingt sehr reif und erwachsen, was für mich nicht ganz zur Atmosphäre der Geschichte gepasst hat. Gerade weil sich das Hörbuch auch an Kinder richtet, hätte ich mir eine etwas sanftere, jüngere Stimme gewünscht, eine, die vielleicht ein wenig verspielter klingt und so besser zu Maggie passt oder zumindest wie eine erwachsene Version von ihr wirken könnte. Zwar erzählt die Sprecherin als Erzählerin, aber ich denke, dass eine leichtere, Stimme die Geschichte noch zugänglicher und lebendiger gemacht hätte, gerade für jüngere Hörer*innen.

Trotz der leichten Sprache und den kurzen, angenehmen Kapiteln bleibt die Geschichte spannend. Die Beschreibung der „Düsterwelt“ sowie der Fantasy-Kreaturen ist mysteriös und atmosphärisch, hätte aber an vielen Stellen ausführlicher sein dürfen. Gerade bei den Wesen der Geschichte fiel es mir schwer, sie mir genau vorzustellen, was für jüngere Leser möglicherweise noch herausfordernder sein könnte.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Fülle an Ideen. Die Autorin hatte offensichtlich viele kreative Einfälle, doch nicht alle wurden konsequent ausgearbeitet. Einige Elemente wirkten dadurch eher wie eine Aneinanderreihung von coolen Einfällen, ohne dass sie ihre volle Wirkung entfalten konnten. Besonders in der ersten Hälfte hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, während die zweite Hälfte deutlich rasanter und fesselnder wurde.

Das Ende hinterlässt gemischte Gefühle, es ist zwar abgeschlossen, fühlt sich aber auch wie eine Einleitung für eine Fortsetzung an. Außerdem nimmt sich das Buch nach dem Höhepunkt noch Zeit für eine Art Nachbetrachtung der Geschehnisse, die für mich nicht ganz überzeugend war.

Ein Hinweis für Eltern: Das Buch enthält einige explizite Beschreibungen von Gewalt, Blut und Tod, die für empfindlichere Kinder vielleicht etwas zu heftig sein könnten. Auch das wiederholte Erwähnen des Rauchens durch Maggies Tante, fand ich problematisch, da es eher beiläufig als normal dargestellt wird.

Fazit:

Maggie Blue: Das Portal zur Düsterwelt bietet eine spannende, düstere Fantasy-Geschichte mit tiefgründigen Themen. Die Atmosphäre ist geheimnisvoll, die Handlung fesselnd, auch wenn sie manchmal etwas überladen wirkt. Trotz kleinerer Schwächen hat mich das Buch gut unterhalten, und besonders für ältere Kinder oder Jugendliche, die es gerne düster mögen, könnte es eine lohnenswerte Geschichte sein.

Insgesamt ist es ein schönes Hörbuch, aber die Wahl der Sprecherin war für mich persönlich nicht ganz stimmig.

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