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FranziskaBo96

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2025

Der Sommer der Recherche

Great Big Beautiful Life
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Alice ist dem Erfolg so nah: Die Journalistin wurde von der High Society-Dame Magaret Ives eingeladen, ihre Biografie zu schreiben. Als Alice auf der idyllischen Insel Little Crescent ankommt, muss sie ...

Alice ist dem Erfolg so nah: Die Journalistin wurde von der High Society-Dame Magaret Ives eingeladen, ihre Biografie zu schreiben. Als Alice auf der idyllischen Insel Little Crescent ankommt, muss sie jedoch mit Schrecken feststellen, dass sie den Job noch gar nicht sicher hat. Stattdessen sollen sie und Pullitzer-Gewinner Hayden mehrere Testinterviews mit Magaret durchführen, auf Grundlage derer sie sich dann entscheiden wird, wer den heiß begehrten Vertrag bekommt. Auch wenn Alice sich im Nachteil sieht, lässt sie sich nicht unterkriegen und kommt nicht nur Magaret, sondern auch Hayden näher.

Emily Henry hat für mich immer ein ganz zentrales Problem: Ich liebe die sommerlichen Settings ihrer Bücher und finde, dass die Grundprämissen oft richtig gut sind. Trotzdem können mich die zentralen Liebesgeschichten in den Storys (oft) einfach nicht catchen. Leider ist das auch bei "Great Big Beautiful Life" wieder der Fall gewesen. Irgendwie konnten mich Hayden und Alice als Paar nicht begeistern.

Dass ich diesem Buch trotzdem 4 Sterne gebe, liegt daran, dass alles andere ziemlich perfekt war. Im Buch gibt es noch einen Subplot um das ehemalige It-Girl Magaret Ives, der mich wirklich total begeistert hat und einfach wirklich mal erfrischend war. Auch die sommerliche Atmosphäre und die Welt, die Emily Henry geschaffen hat, konnte mich vollends überzeugen.

Auch wenn ich nicht alles toll fand, ist dies sicherlich eines der besten Emily Henry-Bücher und wer eine schöne Sommerlektüre sucht, ist bei ihr sowieso immer gut bedient.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Absurd und poetisch

Shark Heart
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Lewis und Wren haben nicht einmal ein Jahr glückliche Ehe hinter sich, als die Schockdiagnose kommt: Lewis verwandelt sich nach und nach in einen Weißen Hai und hat nur noch 11 Monate als Mensch ...

Lewis und Wren haben nicht einmal ein Jahr glückliche Ehe hinter sich, als die Schockdiagnose kommt: Lewis verwandelt sich nach und nach in einen Weißen Hai und hat nur noch 11 Monate als Mensch - in der Welt dieser Geschichte eine seltene, aber nicht unrealistische Erkrankung. Im Laufe des Buches begleiten wir die beiden nun dabei, wie sie mit diesem Schicksalsschlag zurechtkommen.

Sind wir ehrlich: Die Prämisse von "Shark Heart" ist komplett absurd. An die Idee muss man sich wirklich erst mal gewöhnen und ich kann es auch komplett verstehen, wenn das manchen Leser:innen überhaupt nicht gelingt. Auch ich fand einige Stellen, die wahrscheinlich eher tragisch oder dramatisch sein sollten (ungewollt?) witzig, wenn Lewis langsam animalische Züge annahm oder andere Figuren in diesem Universum vorgestellt werden, die ähnliche Diagnosen erhalten haben. Ich denke, dass das Buch daher wirklich nichts für jeden ist und ich habe aus diesem Grund auch einen Stern Abzug gegeben.

Wenn man jedoch einmal mit der Prämisse klarkommt, hat man es hier mit einem wirklich berührenden und poetischen Buch zu tun. Sicher erkennt man schnell, welche nicht gerade subtile Metapher sich hinter der Erkrankung verbirgt, und so schafft die Autorin eine wirklich gefühlvolle Auseinandersetzung mit dem Thema Krankheit, und das auf verschiedenen Ebenen und aus verschiedenen Sichtweisen.

Gerade das Ende konnte mich noch einmal richtig überzeugen und hat mich wirklich zu Tränen gerührt.

Nein, dieses Buch ist nichts für jeden, aber wenn man sich für die außergewöhnliche Idee öffnet, bekommt man es hier mit einer wirklich besonderen Geschichte zu tun.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Liebe durch die Zeit

Das Ministerium der Zeit
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Als eine Beamtin sich auf eine neue Stelle in einem mysteriösen Ministerium bewirbt, ahnt sie noch nicht, auf was sie sich da eingelassen hat. Sie arbeitet nämlich nun im "Ministerium der Zeit" und erfährt, ...

Als eine Beamtin sich auf eine neue Stelle in einem mysteriösen Ministerium bewirbt, ahnt sie noch nicht, auf was sie sich da eingelassen hat. Sie arbeitet nämlich nun im "Ministerium der Zeit" und erfährt, dass Zeitreisen möglich sind und genutzt wurden, um historische Persönlichkeiten in die Jetztzeit zu holen. Ihre Aufgabe besteht nun darin, ihren "Expat" Graham aus dem Jahr 1847 auch kulturell in das 21. Jahrhundert zu holen - doch natürlich kann sie ihre Gefühle dabei nicht ganz ignorieren.

"Das Ministerium der Zeit" spaltet ein wenig die Gemüter und auch ich brauchte etwas Zeit, um mir klar zu machen, wie ich für dieses Buch empfinde. Tatsächlich muss ich jedoch sagen, dass mir dieser sehr atmosphärische Roman noch länger im Gedächtnis bleiben wird, und das im positiven Sinne. Ich mochte vor allem, wie Kaliane Bradley es schaffte, Humor und nachdenkliche Momente gleichzeitig zu schaffen. Der etwas trockene, aber trotzdem passende Schreibstil erinnerte mich sehr an "Das Meer der endlosen Ruhe", das mir auch unheimlich gut gefallen hatte.

Leider verlor das Buch mich gegen Ende ein wenig, vor allem weil handlungsbedingt der vorher sehr gemächliche Schreibstil total über den Haufen geworfen wird. Auch die Liebesgeschichte wirkte mir etwas zu hastig und hätte etwas besser entwickelt werden können, was das Ende vielleicht auch besser gemacht hätte.

Ich denke, dass nicht jeder dieses Buch mögen wird, ich hatte aber sehr viel Freude damit und ich werde diese Lektüre sicher nicht so schnell vergessen.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Zettel an dich

Als ich dich traf
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In Daphnes Leben geschieht regelmäßig etwas, das auf den ersten Blick sehr praktisch erscheint: Jedes Mal, wenn sie einen Mann im romantischen Kontext kennenlernt, erhält sie kurz danach einen Zettel, ...

In Daphnes Leben geschieht regelmäßig etwas, das auf den ersten Blick sehr praktisch erscheint: Jedes Mal, wenn sie einen Mann im romantischen Kontext kennenlernt, erhält sie kurz danach einen Zettel, auf dem sie erfährt, wie lange die Beziehung dauern wird. Doch nun, nach ihrem ersten Date mit Jake, steht überhaupt kein Datum drauf. Heißt das nun, dass diese Liebe für immer sein wird? Und wie lange ist für immer eigentlich?

Von der Prämisse von "Als ich dich traf" war ich anfangs sehr begeistert. Und auch zu Beginn des Buches fand ich es spannend, Daphne durch ihre zahlreichen Dates mit Ablaufdatum zu begleiten. Leider lies diese Begeisterung ziemlich schnell nach.

Allen voran der Schreibstil war mir an vielen Stellen einfach zu oberflächlich. Vor allem ab der zweiten Hälfte, als es etwas ernster und emotionaler wird, konnte mich die Autorin überhaupt nicht mehr überzeugen. Auch wenn ein großer Cliffhanger für mich nicht vorhersehbar war, verlor die Geschichte ab dann wirklich an Biss für mich und driftete total ins 08/15 ab.

An dieser Stelle muss ich leider auch erwähnen, dass ich die deutsche Übersetzung gar nicht gut fand. Sie wirkte etwas mit der heißen Nadel gestrickt, mache ungewöhnlichen Formulierungen gaben mir das Gefühl, dass hier maschinelle Übersetzung als Grundlage verwendet wurde, die dann nicht gut genug nachbearbeitet wurde.

"Als ich dich traf" war also leider eine große Enttäuschung für mich - schade, die Prämisse war wirklich gut.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Das koloniale Malayisa

Das Haus der Türen
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"Das Haus der Türen" entführt uns ins Malaysia der 1920er Jahre, vor allem in die Welt der größtenteils weißen, wohlhabenden Schicht. Lesley Hamlyn und ihr Mann empfangen den Schriftsteller Willie Sommerset, ...

"Das Haus der Türen" entführt uns ins Malaysia der 1920er Jahre, vor allem in die Welt der größtenteils weißen, wohlhabenden Schicht. Lesley Hamlyn und ihr Mann empfangen den Schriftsteller Willie Sommerset, der anfangs vor allem das Land kennenlernen will, später aber vor allem an Lesley und ihrer Geschichte interessiert ist. So tauchen wir gemeinsam mit ihnen in das koloniale Malaysia und seine Schattenseiten ein...

Dieses Buch war ein typischer Fall von "einfach nicht mein Ding". Der Schreibstil war schon beeindruckend und ich verstehe viele positive Rezensionen, ich konnte der Geschichte persönlich aber so gar nichts abgewinnen. Ich denke, hier waren vor allem meine falschen Erwartungen das Problem.

Allen voran hätte ich mir ein bisschen erhofft, mehr über die Kolonialgeschichte Malaysias zu erfahren, über die man ja sonst eher wenig erfährt. Zwar gab es tatsächlich ein paar wenige interessante historische Einblicke, jedoch kamen die eigentlich nur aus Sicht der weißen Oberschicht und wirkten auf mich immer irgendwie relativ irrelevant. Oft hatte ich den Eindruck, dass mir einfach wichtiges Hintergrundwissen fehlte, um die Handlung und die Entscheidungen der Figuren zu verstehen. Natürlich ist es nicht die Schuld des Autors, dass ich Wissenslücken bei südostasiatischer Geschichte habe, ich denke nur, das sollte man im Vorhinein wissen.

Als Folge ließen mich auch die Figuren und ihre Verstrickungen ziemlich kalt. Vor allem Lesley und ihre Probleme rund um ihre Ehekrise waren mir relativ egal, Handlungen verschiedener Nebenfiguren fand ich durchaus interessanter, wurden aber für meinen Geschmack nicht gut genug ausgearbeitet und erklärt.

Zwar würde ich also sagen, dass das Buch sicher manchen gefallen wird, meine Erwartungen konnte "Das Haus der Türen" aber leider nicht erfüllen.

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