Profilbild von Freakajules

Freakajules

Lesejury Profi
offline

Freakajules ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Freakajules über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2017

Begeisternder und emotionaler Abschlussband!

Feel Again
1 0

"Feel Again" ist der Abschlussband der "Again"-Reihe, auf den wohl alle Fans nur gewartet haben. Ich denke, es muss nicht extra erwähnt werden, dass auch ich ein riesen Fan von Mona Kasten bin und mich ...

"Feel Again" ist der Abschlussband der "Again"-Reihe, auf den wohl alle Fans nur gewartet haben. Ich denke, es muss nicht extra erwähnt werden, dass auch ich ein riesen Fan von Mona Kasten bin und mich nicht nur darauf gefreut habe, den neuen Band der Autorin zu lesen, sondern auch Sawyer und Isaac auf der Suche nach der großen Liebe zu begleiten. Denn, wer die anderen beide Bände der Reihe kennt, der weiß, wie schwer vorstellbar die Konstellation zwischen der rotzfrechen Sawyer und dem nerdigen Isaac ist.

Eben gerade deswegen war ich doch umso verwunderter, dass Sawyer und Isaac einzeln und auch zusammen sich zu meinem Lieblingspärchen der drei Bände entwickelt haben. Beide Charaktere haben mich persönlich nicht nur wegen ihrer Tiefe überzeugt, sondern vor allem durch die Entwicklung, die beide durchmachen (müssen). Ich war doch überrascht, wie leicht es mir fiel, Sawyer zu verstehen, mich in sie hineinzuversetzen und so manchen verletzenden Satz oder extremen Ausfall ihrerseits zu verzeihen oder gar zu verstehen. Ich habe eine absolute Schwäche für gebrochene Charaktere, für schwere Schicksale und für Charaktere, die sich dadurch eine Seite zugelegt haben, die sie vor anderen und auch vor sich selbst schützt. Für mich hat sich Sawyer auch vor allem deswegen zu meiner Lieblingsprotagonisten entwickelt, weil sie sich im ersten Band doch wie eine richtige Bitch (sorry!) aufgeführt hat, im zweiten schon angenehmer im Auftreten war und man im dritten und letzten Teil auch erfährt, warum sie so zu anderen ist. Dass ihr Auftreten im Auftaktband keine Charakterschwäche ist, sondern das Resultat eines harten Kampfs in der Vergangenheit. Ihre Geschichte hat mich wirklich sehr berührt – gerade in Situationen, in denen ihr Liebe, Zuneigung und Geborgenheit entgegengebracht wurden und sie damit überhaupt nichts anzufangen wusste. Das hat mehr als ein Mal mein Herz zerrissen und meine empathische Seite zum Weinen gebracht.

Dass es dann gerade Isaac ist, der sich in ihr Herz stiehlt, ist herzzerreißend süß, überraschend und perfekt zugleich. Denn von ihm hätte man es wohl von allen Charakteren in den drei Büchern am wenigsten erwartet. Nicht nur Sawyer entwickelt sich zum Positiven, sondern auch Isaac blüht vollkommen auf, wird selbstbewusster und kämpft sich mehrfach zu ihr durch, obwohl sie ihn oft genug abblitzen lässt. Beide Protagonisten sind so wunderbar gezeichnet, so realitätsnäh und authentisch. Und das färbt dann letzten Endes auch auf die Beziehung und ihre Liebe zueinander ab, die genauso süß und echt ist wie die beiden Figuren selbst.

Die Liebesgeschichte der beiden fand ich wunderschön aufgebaut und inszeniert. Wie die beiden sich im Steakhouse kurz und oberflächlich unterhalten, immer mehr Zeit miteinander verbringen, Sawyer Isaac Nachhilfe im Flirten gibt, wie sie anfangen sich füreinander zu interessieren, Gefühle entwickeln, sich verletzen und man einfach nur darauf hofft, dass einer von beiden doch bitte den ersten Schritt macht und auf den anderen zugeht. Der Aspekt der Fotografie, der im Klappentext erwähnt wird, hat mir da auch besonders gut gefallen (und mir Sawyer wahrscheinlich auch deswegen näher gebracht). Da ich selbst eine Schwäche für Fotografie habe, fand ich diese Beschreibungen toll und sie geben dem Buch, für mich persönlich, einen besonderen und einzigartigen Touch. Nicht nur, weil ich meine Kamera wohl genauso liebe wie Sawyer ihre, sondern auch, weil ich weiß, wie aufmunternd das Fotografieren sein kann, wenn es einem selbst schlecht geht und man schwere Zeiten durchmacht.

Ein bisschen schade fand ich, dass die vorherigen Charaktere in diesem Buch ein wenig verloren gegangen sind. Ab und zu liest man noch von Dawn, eher gegen Ende des Buches auch von Kaden, aber Allie und Spencer werden nur noch sehr wenig erwähnt. Von den beiden hätte ich, so zum Schluss, auch wieder gerne mehr gelesen, fand es aber auch nicht besonders schlimm, dass der Fokus auf den beiden Hauptprotagonisten lag. Bei Bedarf lese ich einfach Band eins und zwei nochmal :D

Mona Kasten hat sich meiner Meinung nach in "Feel Again" im Bezug auf den Schreibstil selbst übertroffen. Ich mochte Allie und Dawn sehr gerne und habe auch ihre Probleme verstanden. Jedoch habe ich in keinem Band so mitgefühlt wie bei Sawyer, was ich nicht nur auf ihre persönliche Geschichte, sondern auch auf den Schreibstil der Autorin zurückführe. Sie fesselt damit nicht nur, sondern bringt die Gefühle der Protagonisten auf den Punkt und gleichzeitig dem Leser so nahe, dass er das Gefühl hat, selbst so zu fühlen, selbst seine Eltern verloren zu haben, selbst verloren und gebrochen zu sein, sich selbst unsicher und ungeliebt zu fühlen, nur um sich dann nachher umso mehr für das Liebespaar zu freuen. Für mich ist Mona Kasten eine wunderbare Autorin, deren Bücher man einfach lieben muss.

Auch das Cover gefällt mir sehr gut. Viele haben sich ja an der pinken Umsetzung gestört, aber ich persönlich mag sie sehr gerne und ich denke, sie wird zu den anderen beiden Bänden auch sehr schön aussehen.

Fazit
Für mich ist "Feel Again" ein perfekter und mehr als gelungener Abschluss einer insgesamt sehr überzeugenden New Adult Reihe, von der ich mir eigentlich noch mehr Bände gewünscht hätte. Der letzte Band konnte vor allem aufgrund der sehr starken Charaktere, der interessanten Liebesgeschichte und dem einnehmenden Schreibstil der Autorin überzeugen. Ich kann also eine absolute Leseempfehlung aussprechen – für dieses Buch und für die beiden Vorgänger.

Veröffentlicht am 29.01.2017

La Lobas Versprechen

Die Diamantkrieger-Saga - La Lobas Versprechen
1 0

Nachdem mich der erste Teil der Diamantkrieger Saga "Damirs Schwur" nicht unbedingt so packen konnte, wie ich es erwartet habe, war ich natürlich sehr gespannt darauf, was der zweite Teil für mich bereithält. ...

Nachdem mich der erste Teil der Diamantkrieger Saga "Damirs Schwur" nicht unbedingt so packen konnte, wie ich es erwartet habe, war ich natürlich sehr gespannt darauf, was der zweite Teil für mich bereithält. Ich war überrascht, wie mühelos es dem Buch gelang, mich in den Bann zu ziehen und der Geschichte folgen zu wollen.

Der Einstieg ist mir sehr leicht gefallen. Zwar konnte ich mich nicht mehr an alle Geschehnisse vom ersten Teil erinnern, gestört hat dies beim Lesen und beim Folgen der Handlung jedoch nicht wirklich. Viele kleine Details werden nochmal wiederholt, so dass "Damirs Schwur" nicht unbedingt vorher nochmal gelesen werden muss.

Ingesamt glänzt La Lobas Versprechen vor allem mit der Entwicklung der Hauptprotagonistin Sara und wirkt dadurch nicht ganz so spannungsgeladen wie Band 1, was mir jedoch um einiges besser gefallen hat. Saras Gefühle und Emotionen, ihre Vergangenheit und die Art und Weise, wie sie diese mit der Gegenwart und ihrer Zukunft verknüpft, fand ich sehr interessant. Sara steht in der Geschichte an einem Punkt, an dem sie sich zwischen Traurigkeit und Glück entscheiden muss, an dem sie die Weichen für ihre Zukunft stellt und mit den Konsequenzen, die daraus entstehen, zurecht kommen muss. Sie macht eine enorme Entwicklung durch, muss hart an sich arbeiten, an ihrem Verhalten, ihren Gedanken, ihren Gefühlen. Dass sie damit Probleme hat, nicht wirklich loslassen kann und lernen muss, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren, wird deutlich sichtbar.

Die Autorin verbindet mit Leichtigkeit die Entwicklung von Sara mit den wichtigen Aspekten des Lebens wie Disziplin, Fleiß, Mut, Toleranz und die Sicht eines jeden auf sich selbst. Die starke Botschaft, die Bettina Belitz mit La Lobas Versprechen überbringen möchte, finde ich sehr gut durchdacht und kam auf jeden Fall beim Leser – zumindest bei mir – an. Manchmal muss man die Vergangenheit einfach hinter sich lassen, verzeihen, Frieden mit sich selbst schließen, zu sich selbst zurückfinden, um offen für neues zu sein, für Glück und eine schöne und hoffnungsvolle Zukunft.

Neben der schönen Botschaft hat es auf jeden Fall das Ende des Buches in sich, denn ich hatte es in dieser Art und Weise überhaupt nicht erwartet. Ich war richtiggehend geschockt und traurig, was einen wahnsinnig guten Cliffhanger – ich liebe solche Cliffhanger! – ausmacht und Spannung für den dritten Teil aufbaut.

Trotz der guten Ausführung und spannenden Handlung bleibt mir weiterhin eines suspekt: nämlich Damir. Im ersten Teil war er einer meiner Lieblingscharaktere, weil er sich für Sara eingesetzt hat und auch so symapthisch wirkte. Seine Figur ging jedoch im zweiten Band ziemlich unter, er wirkte unnahbar und distanziert, wenn er denn überhaupt mal auftauchte, was ich ziemlich enttäuschend fand. Letztlich weiß ich momentan auch noch gar nicht, was die Autorin mit der Figur bezweckt. Ich hoffe, dass das Geheimnis im dritten Band aufgedeckt wird.

Besonders gut gefallen hat mir – und da steht La Lobas Versprechen dem ersten Teil in nichts nach – der Schreibstil der Autorin. Ich mag das kreierte Setting sehr gerne, die Figuren und die Art und Weise wie Bettina Belitz ihren Charakteren Leben einhaucht. Die Abwechslung zwischen Spannung und Ruhe finde ich gut umgesetzt, ebenso der angenehme und fesselnde Erzählstil.

Bettina Belitz hat auf ihrer Facebook-Seite schon von dem Cover des dritten Teils geschwärmt und auch ich bin wahnsinnig gespannt darauf, denn die Aufmachung der Diamantkrieger Saga finde ich atemberaubend gut gelungen und wunderschön. Ich hoffe bei dem dritten Band auf die Gestaltung in grün :)

La Lobas Versprechen ist aufgrund der tiefgründigen Beleuchtung der Hautprotagonistin und des spannenden Endes eine gelungene Fortsetzung der Diamantkrieger Saga, die nicht nur durchdacht wirkte, sondern auch eine starke Botschaft vermittelt. Mich konnte der zweite Teil überzeugen, daher bin ich auf den dritten Band gespannt!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Rezension | Ausgezeichnete Morde von Teresa Pütz (Hrsg.)

Ausgezeichnete Morde
1 0


Wie ihr sicher in meiner Rezension zu Stephens King "Omi" (hier) erfahren habt, bin ich kein Fan von Kurzgeschichten, da sie meiner Meinung nach zu wenig Raum für eine Identifizierung mit Charakteren ...


Wie ihr sicher in meiner Rezension zu Stephens King "Omi" (hier) erfahren habt, bin ich kein Fan von Kurzgeschichten, da sie meiner Meinung nach zu wenig Raum für eine Identifizierung mit Charakteren bieten und ein Einlassen auf die Geschichte und deren Atmosphäre aufgrund ihrer Kürze einfach sehr erschweren. Trotzdem habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, alleine schon wegen meines Lieblingsautors Sebastian Fitzek, der hier mit seinem Werk "In einer kleinen Straße" vertreten ist. Weil ich diese Meinung von Kurzgeschichten schon seit Jahren vertrete, war ich umso überraschter, dass mich dieses Buch von vorne bis hinten fesseln konnte und das sogar mit jeder einzelnen Geschichte.

Zu den Fakten: Ausgezeichnete Morde enthält elf Kurzgeschichte von den oben genannten Autoren; Nina George – vielleicht dem ein oder anderen bekannt durch ihr Werk "Das Lavendelzimmer" – ist als einzige mit zwei Kurzgeschichten vertreten. Im vorderen Teil befindet sich ein Inhaltsverzeichnis mit Name der Autoren und den Titeln. Nach jeder Kurzgeschichte folgt ein "Über den Autor" und der Hinweis auf weitere bereits erschienene Werke und deren Kurzbeschreibung, was mir besonders gut gefallen hat. Ausgezeichnete Morde endet mit einer Auflistung und mit Erklärungen von einigen wichtigen Krimi- und Thriller-Auszeichnungen.

Zugegebenermaßen habe ich von den gelisteten Autoren nur Sebastian Fitzek gekannt, was ich jedoch nicht weiter schlimm fand, denn mir haben durchweg alle anderen Autoren ebenfalls sehr gut gefallen. Natürlich habe ich mir eine Kurzgeschichte ein wenig länger und eine andere ein wenig kürzer gewünscht, was auf persönlichem Geschmack gründet, keineswegs auf Langatmigkeit oder eines schlechten Plots. Obwohl alle Geschichten sich mit den Themen Mord, Entführung oder sonst einer grausigen Tat befassen, unterschieden sie sich thematisch voneinander und bieten genügend Abwechslung. Nervige Wiederholungen bei der Idee oder der Umsetzung konnte ich nicht feststellen.

Meine persönlichen Favoriten waren (natürlich) zum einen "In einer kleinen Straße" von Sebastian Fitzek, weil sein Schreibstil meiner Meinung nach individuell ist und er es wie kein anderer versteht, Spannung zu erzeugen; zum anderen haben mir auch "Wo es dem Verbrecher schmeckt" von Friedrich Ani und Harald Gilbers "Der schöne Mister Manville" gefallen.

Das Cover liefert zu den wunderschönen und spannenden Kurzgeschichten – also zu einem inhaltlich sehr starken Buch – eine ebenso starke und schöne Gestaltung und eine passende Verpackung. Ich bin ein Fan von Relief-Lack beim Cover-Layout und finde ihn perfekt eingesetzt.

Fazit
Ausgezeichnete Morde verspricht eine perfekte Zusammenstellung und Mischung von interessanten und spannenden Kurzgeschichten. Der solide Aufbau des Buches (Kurzgeschichte – Informationen über den Autor – andere Werke) fand ich eine gelungene Lösung, was dazu geführt hat, dass das ein oder andere Buch sogar auf meiner Wunschliste gelandet ist. Ein unbedingtes Muss für alle Kurzgeschichten- und/oder Krimi-Liebhaber!

Veröffentlicht am 16.08.2017

Persönliches Highlight der Reihe

Hardlove - verliebt
0 0

"Hardlove – Verliebt" ist der fünfte Band der Hard- bzw. Hacker-Reihe und ist somit auch der Abschlussteil und das Ende der Liebesgeschichte von Erica und Blake. Nachdem ich die ersten vier Bücher in den ...

"Hardlove – Verliebt" ist der fünfte Band der Hard- bzw. Hacker-Reihe und ist somit auch der Abschlussteil und das Ende der Liebesgeschichte von Erica und Blake. Nachdem ich die ersten vier Bücher in den letzten Wochen (mehr oder weniger) hintereinander weggelesen hatte, habe ich die beiden Hauptprotagonisten sehr in mein Herz geschlossen und ich war gespannt, was der letzte Teil noch für die beiden bereithält. Werden die beiden sich endlich bekommen und glücklich miteinander werden?

Was mich an der Hard-/Hacker-Reihe besonders begeistert hat, ist, dass meine Befürchtung bezüglich des Plots nicht erfüllt wurden. Die Reihe behandelt keine On-Off-Beziehung, kein ständiges Hin und Her und kein Leugnen von Gefühlen, ewig langer Druckserei oder ein ständiges Hin und Her. Erica und Blake haben einfach nur unglaublich viel zu bewältigen. Ihr Umfeld, die beiden selbst, Menschen um sie herum legen ihnen dauernd Steine in den Weg, gefährden ihre Beziehung und lassen sowohl Erica, als auch Blake eine Achterbahn der Gefühle durchmachen. Dass das im letzten Band "Hardlove" nicht anders sein würde, hatte ich erwartet und auch bekommen. Noch ein letztes Mal müssen die beiden um ihre Liebe kämpfen, tapfer sein und füreinander einstehen. Die Handlung im genannten Buch fand ich überzeugend dargestellt und ich habe vor allem mit Erica sehr mitgelitten. Nachdem sie schon so viel miterleben und erleiden musste, war dies hier natürlich die Krönung des Ganzen und für mich auch der Höhepunkt der Reihe. Neben dem ersten Band der Reihe hat mir "Hardlove" am besten gefallen.

Wie oben schon geschrieben sind mir beide Hauptprotagonisten sehr ans Herz gewachsen, obwohl die Geschichte größtenteils nur aus Ericas Sichtweise erzählt wird. Blake ist zwar schon stellenweise ein großspuriger Millionär/Milliardär, der meint, sich alles erlauben zu können und unantastbar zu sein scheint, aber gerade in Situationen mit Erica merkt man ihm seine Emotionen an, seine Zerbrechlichkeit und seine Menschlichkeit. Gerade deswegen konnte ich ihn lieben lernen und sein Umgang mit Erica ist zwar nicht immer vorbildlich, aber doch sehr liebevoll. Beide sind auf jeden Fall sehr interessante Charaktere, die mich beide an den verschiedensten Stellen fast zur Weißglut gebracht haben. Als Leser weiß man es eben doch meist besser ;) Ich persönlich hätte bei dieser Reihe ja gerne auf den SM/-Sub-Dom-Bezug verzichtet, da er aber nicht so groß ausgeprägt und nicht zu Tode ausgelutscht wurde, habe ich mich damit abfinden können. Man merkt auf jeden Fall, dass die erotischen Szenen zwar zur Geschichte dazugehören, sie aber nicht ersetzen wollen. Es gibt sehr viele Nebenplots, viele Nebencharaktere, die auch so ihre Problemchen haben und viele Spannungsbögen, die von den SM-Spielchen doch sehr gut ablenken. Gerade in "Hardlove" ist davon eher weniger zu sehen und der Fokus liegt definitiv auf Ericas und Blakes Problembewältigung, auf ihrer Liebe und ihrer Zukunft.

Für mich war ein großer Pluspunkt, dass "Hardlove" aus beiden Perspektiven geschildert wurde. Anfangs hatte ich zwar so meine Bedenken, da ich Blakes Gedanken nicht gewohnt war, aber schließlich fand ich's toll. Blake alleine ist schon ein faszinierender Charakter und seine Kontrollsucht und seine ständige Sorge um Erica konnte ich dann doch ein wenig besser verstehen. Seine Emotionen sind definitiv gut geschildert und nachvollziehbar – in manchen Situationen eben mehr, in anderen weniger, aber so erging es mir auch oftmals bei Erica. Man muss eben nicht immer jede Handlung verstehen. Ebenso habe ich mich über das Bonus-Kapitel am Ende gefreut, das die Geschichte meiner Meinung nach perfekt abgerundet hat und bei mir nostalgische Gefühle ausgelöst hat – denn ich bin ja schon ein kleiner Erica-Blake-Fan geworden.

Der Schreibstil der einzelnen Bücher und auch von "Hardlove" hat mir sehr gut gefallen, so dass ich mir bereits schon andere Bücher der Autorin auf meine Wunschliste gesetzt habe. Die Mischung aus eigentlicher Handlung und erotischen Szenen ist gut ausbalanciert und auch die Sprache mochte ich sehr gerne. Nicht nur, dass man nur so durch die Seiten fliegt und die Geschichte auch locker an einem Wochenende beendet kann, die mühelose Identifizierung mit den verschiedenen Charakteren hat mich dabei besonders angesprochen. Mir ist es immer sehr wichtig, Handlungsstränge nachzuvollziehen, eine Entwicklung von Figuren zu beobachten und die Gefühle und Gedanken der Charaktere einordnen zu können – nur so können sie für mich "real" werden. Das hat die Autorin mit ihrer wunderbaren Geschichte und ihrem tollen Schreibstil bei mir definitiv umsetzen können.

Fazit
Für mich ist "Hardlove – Verliebt" nach einer tollen Reihe mit Spannung, Emotionen und viel Drama der perfekte Abschlussband, der genauso viel von den gerade genannten Aspekten mitbringt wie seine vier Vorgänger. Die Geschichte ist spannend und dramatisch, aber auch voller schöner und liebevoller Momente. Für mich auf jeden Fall eine tolle Reihe und ein gelungener Abschluss.

Veröffentlicht am 14.08.2017

Wunderschön emotional und spannend

Die Seele meiner Schwester
0 0

Viele Aspekte dieser Geschichte haben mich direkt angesprochen. Zum einen bietet Die "Seele meiner Schwester" eine sehr emotionale und traurige Story, die bewegt und berührt und den Leser mit abgrundtiefer ...

Viele Aspekte dieser Geschichte haben mich direkt angesprochen. Zum einen bietet Die "Seele meiner Schwester" eine sehr emotionale und traurige Story, die bewegt und berührt und den Leser mit abgrundtiefer Trauer, mit schwerem Kummer und bodenloser Schuld konfrontiert. Zum anderen hat mich einfach interessiert, wie und warum Ella die Entscheidung trifft, in die Rolle ihrer Schwester zu schlüpfen, warum sie denkt, dass das funktionieren könnte und was sie dazu treibt.

Zugegeben: Die Plotidee hat Schwächen. Schon im Klappentext wird deutlich, dass es nicht so einfach ist, das Leben des Zwillings anzunehmen, wie es dort und im Buch selbst dargestellt wird. Man fragt sich schon, warum der eigene Freund nichts merkt und erst recht nicht die Eltern. Warum die Ärzte das nicht prüfen. Natürlich wird das in der Geschichte mehrmals aufgegriffen und ein Versuch unternommen, es glaubhaft darzustellen, aber wirklich gelungen ist das nicht. Ich verstehe das "Wunschdenken" der Eltern, den Drang zu glauben, dass es Maddy ist, die überlebt hat, nachdem man ihnen mitgeteilt hat, dass Ella gestorben ist. Ich verstehe auch den Kummer und die Sorge, die Trauer, die vielleicht den Blick trüben und es vielleicht auch einfacher war, zu glauben, dass die offene, beliebte Maddy überlebt hat, und die ruhige, einsame Ella nicht. Aber ihre Eltern hätten das doch trotzdem merken müssen? Ich persönlich konnte diese Buchschwäche leicht ausblenden, weil mich das drumherum so fasziniert und berührt hat, anderen wird das sicher anders gehen.

Die Geschichte drumherum fand ich sehr eindrucksvoll dargestellt und hat mich auch von vorne bis hinten sehr berührt. Man merkt den oberflächlichen und zugleich unterschwelligen Kummer auf jeder Seite, man verfolgt Ella bei ihrer Trauer- und Schuldverarbeitung und man erfährt, dass Maddy nicht die perfekte Schwester, Tochter und Freundin war, wie sie anfangs dargestellt wird. Ella findet unter dem Deckmantel von Maddys Identität ihre Geheimnisse heraus, sie erfährt einiges über ihr Leben und dass Maddy sie trotz der Entfremdung in den letzten Jahren sehr geliebt und bewundert hat. Zwar ist der eigentliche Plot ein wenig vorausschaubar, aber das fand ich nicht weiter schlimm, weil Maddys "großes Geheimnis" mich nicht so sehr an dem Buch interessiert hat, wie Ellas Motivation, das Leben ihrer Schwester zu übernehmen, die Konsequenzen dadurch und die Verarbeitung des Unfalls. Letztlich ergibt sich am Ende ein klares Bild von den zwei Schwestern und von der logisch aufgebauten Handlung, was mich überzeugen konnte.

Die Charaktere haben mir im Großen und Ganzen recht gut gefallen, obwohl sie schon sehr stereotypisch ausgearbeitet sind. Die zickige beste Freundin der Schwester, die man nicht leiden kann, der überall beliebte Freund, der komische Freak, der in der Schule gemieden wird und Ellas bester Freund ist. Das alles war dann doch recht klischeehaft, passte aber perfekt in die Schulkulisse und zu den Schulintrigen. Ella ist dabei natürlich der Charakter, auf den der größte Fokus gelegt wird. Ich persönlich konnte mich bestens mit ihr identifizieren. Durch ihre ruhige Art, wenige, aber sehr gute Freunde, lieber zuhause bleiben als Party machen hatte ich direkt eine gute Verbindung zu ihr, konnte ihre Missgunst ihrer Schwester gegenüber auch gut verstehen und ihre Gedankengänge nachvollziehen. Sie leidet sehr unter dem Unfall, gibt sich Mühe, ihre Schwester zu ersetzen. Was für mich nicht nur deutlich gemacht hat, dass sie gerne an Stelle ihrer Schwester gestorben wäre, sondern auch, dass sie manchmal gerne mehr wie Maddy gewesen wäre. Und Maddy wäre wohl auch gerne eher wie Ella gewesen. Die Verbindung der beiden Geschwister ist sehr stark und gut ausgearbeitet. Ebenso die Verbindung zwischen Maddy und Alex sowie Ella und Josh. Ich finde, die Autorin hat da gute Charaktere und sehr überzeugende Verhältnisse geschaffen, denn die Spannungen zwischen ihnen, die Gefühle, die Vorsicht und das Vertrauen wird sehr deutlich.

Trisha Leavers Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Sie führt packend und fesselnd durch die Geschichte, spickt das Buch perfekt mit spannenden und emotionalen Momenten und verwickelt den Leser so mühelos in ihre Geschichte. Die Sprache war für dieses Buch angemessen und auch die Schriftgröße fand ich zur Abwechslung mal sehr angenehm. Das wird definitiv nicht mein letztes Buch der Autorin gewesen sein.

Fazit
"Die Seele meiner Schwester" ist ein schönes emotionales Buch, das ich jedem nur empfehlen kann, wer großen Wert auf Gefühle legt und mit Trauer und Kummer von Protganisten gut umgehen und über den ein oder anderen Plot-Fehler auch hinwegsehen kann. Mich hat das Buch trotz Schwächen bei der Plotidee dennoch überzeugt.