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Veröffentlicht am 15.09.2016

Rezension | Ausgezeichnete Morde von Teresa Pütz (Hrsg.)

Ausgezeichnete Morde
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Wie ihr sicher in meiner Rezension zu Stephens King "Omi" (hier) erfahren habt, bin ich kein Fan von Kurzgeschichten, da sie meiner Meinung nach zu wenig Raum für eine Identifizierung mit Charakteren ...


Wie ihr sicher in meiner Rezension zu Stephens King "Omi" (hier) erfahren habt, bin ich kein Fan von Kurzgeschichten, da sie meiner Meinung nach zu wenig Raum für eine Identifizierung mit Charakteren bieten und ein Einlassen auf die Geschichte und deren Atmosphäre aufgrund ihrer Kürze einfach sehr erschweren. Trotzdem habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, alleine schon wegen meines Lieblingsautors Sebastian Fitzek, der hier mit seinem Werk "In einer kleinen Straße" vertreten ist. Weil ich diese Meinung von Kurzgeschichten schon seit Jahren vertrete, war ich umso überraschter, dass mich dieses Buch von vorne bis hinten fesseln konnte und das sogar mit jeder einzelnen Geschichte.

Zu den Fakten: Ausgezeichnete Morde enthält elf Kurzgeschichte von den oben genannten Autoren; Nina George – vielleicht dem ein oder anderen bekannt durch ihr Werk "Das Lavendelzimmer" – ist als einzige mit zwei Kurzgeschichten vertreten. Im vorderen Teil befindet sich ein Inhaltsverzeichnis mit Name der Autoren und den Titeln. Nach jeder Kurzgeschichte folgt ein "Über den Autor" und der Hinweis auf weitere bereits erschienene Werke und deren Kurzbeschreibung, was mir besonders gut gefallen hat. Ausgezeichnete Morde endet mit einer Auflistung und mit Erklärungen von einigen wichtigen Krimi- und Thriller-Auszeichnungen.

Zugegebenermaßen habe ich von den gelisteten Autoren nur Sebastian Fitzek gekannt, was ich jedoch nicht weiter schlimm fand, denn mir haben durchweg alle anderen Autoren ebenfalls sehr gut gefallen. Natürlich habe ich mir eine Kurzgeschichte ein wenig länger und eine andere ein wenig kürzer gewünscht, was auf persönlichem Geschmack gründet, keineswegs auf Langatmigkeit oder eines schlechten Plots. Obwohl alle Geschichten sich mit den Themen Mord, Entführung oder sonst einer grausigen Tat befassen, unterschieden sie sich thematisch voneinander und bieten genügend Abwechslung. Nervige Wiederholungen bei der Idee oder der Umsetzung konnte ich nicht feststellen.

Meine persönlichen Favoriten waren (natürlich) zum einen "In einer kleinen Straße" von Sebastian Fitzek, weil sein Schreibstil meiner Meinung nach individuell ist und er es wie kein anderer versteht, Spannung zu erzeugen; zum anderen haben mir auch "Wo es dem Verbrecher schmeckt" von Friedrich Ani und Harald Gilbers "Der schöne Mister Manville" gefallen.

Das Cover liefert zu den wunderschönen und spannenden Kurzgeschichten – also zu einem inhaltlich sehr starken Buch – eine ebenso starke und schöne Gestaltung und eine passende Verpackung. Ich bin ein Fan von Relief-Lack beim Cover-Layout und finde ihn perfekt eingesetzt.

Fazit
Ausgezeichnete Morde verspricht eine perfekte Zusammenstellung und Mischung von interessanten und spannenden Kurzgeschichten. Der solide Aufbau des Buches (Kurzgeschichte – Informationen über den Autor – andere Werke) fand ich eine gelungene Lösung, was dazu geführt hat, dass das ein oder andere Buch sogar auf meiner Wunschliste gelandet ist. Ein unbedingtes Muss für alle Kurzgeschichten- und/oder Krimi-Liebhaber!

Veröffentlicht am 22.03.2017

Nicht den Abschluss, den ich erwartet hätte, aber doch ein solides Buch

Rache und Rosenblüte
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Meinung
Zu allererst möchte ich sagen, wie froh ich bin, den ersten Teil unmittelbar vor der Fortsetzung gelesen zu haben. Allen, die diese Reihe noch nicht begonnen haben, aber es vorhaben, kann ich nur ...

Meinung
Zu allererst möchte ich sagen, wie froh ich bin, den ersten Teil unmittelbar vor der Fortsetzung gelesen zu haben. Allen, die diese Reihe noch nicht begonnen haben, aber es vorhaben, kann ich nur raten, beide Bände direkt hintereinander zu lesen. Das macht es um einiges leichter, die Charaktere an ihren Namen zu erkennen, sich an Familienverhältnisse und Freundschaften zu erinnern und die Handlung in ihrer Gesamtheit zu verstehen – denn es kann manchmal schon ein wenig kompliziert werden.

Ansonsten war ich natürlich sehr gespannt, wie "Rache und Rosenblüte" den absolut empfehlenswerten ersten Teil zu Ende und die Reihe abschließen würde. Im Großen und Ganzen war ich mir bei der Bewertung des Buches auch lange sehr unsicher. "Rache und Rosenblüte" ist für sich alleine genommen sicher ein großartiges Buch. Die Autorin vereint viele spannende Elemente mit hoch emotionalen Reaktionen. Damit meine ich nicht zwangsläufig traurige Momente – aber ja, die gab es auch. An einer Stelle habe ich fast Rotz und Wasser geheult, weil mich die Situation so berührt und mitgenommen hat und für mich auch unerwartet kam. Aber es gibt auch viele Szenen, die wütend machen, die an verschiedenen Charakteren zweifeln lassen (bei mir war es Tarik), aber auch Stellen, die mich ungläubig zurückgelassen haben.

Enttäuschend war für mich der zweite Band aber im Hinblick auf den ersten Teil. Mir persönlich hat etwas gefehlt; etwas, was die beiden Bücher eindeutig miteinander verbindet. Hat in "Zorn und Morgenröte" doch die Hinrichtung der Frauen und der widerliche König den Hauptinhalt ausgemacht, hat die Autorin dies in "Rache und Rosenblüte" komplett aus dem Fokus verloren. Viele Aspekte, die im ersten Teil eine große Rolle gespielt haben, wurde nicht mal aufgegriffen, also auch nicht erklärt oder weitergeführt. Zum Beispiel Chalids Handeln, was in "Zorn und Morgenröte" groß hinterfragt und erklärt wurde, die Gründe für seine Taten und auch deren Auswirkungen kamen kaum noch zur Sprache. Meine Erwarungen diesbezüglich wurden leider nicht wirklich erfüllt – viel zu viele Fragen haben sich während des Lesens bei mir aufgetan, die in einem Abschlussband meiner Meinung nach hätten thematisiert und beantwortet werden müssen.

Ebenso wenig überzeugend fand ich dieses Mal die Chemie zwischen Shazi und Chalid. Was zum einen natürlich daran lag, dass es weniger Szenen mit den beiden zusammen gab, zum anderen, dass die Liebesgeschichte diesmal nicht im Vordergrund steht. Trotzdem war es mir zu wenig, auch im Hinblick auf die Endszene, die zwar schön und befriedigend war, mich jedoch nicht wirklich vom Hocker reißen konnte.

Um das Buch nicht vollkommen schlecht zu reden, denn das war es ja auch nicht, kommen wir zu einem sehr positiven Punkt: die Charaktere. Während viele Figuren im ersten Teil die Geschichte durch ihre Anwesenheit schlicht nur ergänzt haben, nehmen einige von ihnen einen besonderen Teil ein, entwickeln sich und haben sehr viele schöne und eigene Szenen. Während Shazi und Chalid immer noch meine Lieblingscharaktere der Dilogie sind, haben mich dieses Mal auch Shazis Schwester Irsa und Tariks bester Freund Rahim überrascht; auch Shazis Magd Despina sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Sie allen haben ihre eigenen Verstrickungen in der Geschichte und geben ihr somit unerwartete Wendungen, einen emotianalen Touch und viel persönlichere Einblicke.

Angesprochen hat mich dieses Mal auch wieder der Schreibstil von Renée Ahdieh (vom Cover mal abgesehen: es ist wieder traumhaft!). Die Autorin hat es wieder einmal geschafft, mir eine vollkommen fremde Welt vorzustellen und mich in ein atemberaubendes 1001-Nacht-Setting zu entführen. Deswegen hoffe ich, in der Zukunft noch mehr von ihr lesen zu können.

Hier noch ein Tipp: Für alle, die es noch nicht wissen – neben den zwei Hauptbänden sind noch drei eShorts erschienen (zwei davon sind kostenlos). Vielleicht trösten die euch über das Ende der Dilogie hinweg.

Fazit
Trotz eines relativen guten, durchdachten und logischen Plots hat es die Autorin nicht geschafft, eine überzeugende Brücke zwischen den beiden Bänden zu bauen. Auch wenn es nicht ganz der Abschluss ist, den ich mir gewünscht hätte, kann ich euch das Buch trotzdem empfehlen. Denn es ist nicht nur gut und spannend erzählt, sondern glänzt vor allem durch die tollen und ausgearbeiteten Charaktere, unerwartete Wendungen und teilweise sehr dynamische Entwicklungen.
[3,5 Sterne]

Veröffentlicht am 19.03.2017

Rezension | "Heart. Beat. Love" von James Patterson & Emily Raymond

Heart. Beat. Love.
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James Patterson ist dem ein oder anderen sicher ein Begriff, aber dann doch eher als Thriller-Autor, statt als Schöpfer eines Jugendbuchs. Auch wenn ich kein einziges seiner anderen Werke gelesen habe ...

James Patterson ist dem ein oder anderen sicher ein Begriff, aber dann doch eher als Thriller-Autor, statt als Schöpfer eines Jugendbuchs. Auch wenn ich kein einziges seiner anderen Werke gelesen habe – und das als Thriller Fan – war ich doch sehr gespannt auf sein Buch und die darin entwickelte Geschichte. Im Endeffekt stecken in "Heart. Beat. Love." viele Überraschungen, ein sehr interessanter Plottwist und letztlich auch sehr, sehr viel Liebe von den Autoren.

Das Buch selbst hat mir unglaublich gut gefallen. Zwei furchtlose, junge Menschen, die die Reise ihres Lebens antreten, sich selbst ein wenig besser kennen lernen, aber auch den anderen, den Freund, der einen immer begleitet hat und für den man doch etwas mehr empfindet, als nur Freundschaft. Diese ganze Buchidee fand ich toll. Ging es nicht jedem schon mal so, dass er einfach ausbrechen und abhauen wollte? Nicht über Konsequenzen nachdenken, nicht über das Morgen? Sondern einfach ins Auto setzen und losfahren. Und genau das machen Axi und Robinson. Man wird mehr oder weniger direkt in die Geschichte hineingeworfen, was mir den Einstieg ein wenig erschwert hat, aber auch sehr gut zum Buch gepasst hat. Diese Leselust hat mich direkt gepackt und mich in der Geschichte gefangen gehalten – viel zu sehr wollte ich den Abenteuern der beiden folgen und wissen, welchen Ort sie als nächstes für sich entdecken.

Besonders beeindruckt haben mich die beiden Hauptprotagonisten. Axi und Robinson sind sehr unterschiedlich und denken ganz anders. Und das ist auch der Grund, weswegen diese Reise für beide funktioniert. Weil sie sich ergänzen konnten, der eine den anderen zurückgehalten hat, aber der andere den einen nun auch mal überzeugen musste, was zu wagen und alle Hemmungen hinter sich zu lassen. Die Chemie zwischen den beiden hat mir sehr gut gefallen. Sie wirkten nie wie Kinder oder wie Jugendliche, über die man die Augen verdreht und sich dachte: Wie kann man nur so kindisch und naiv sein. Im Gegenteil: Es sind zwei junge Menschen, die ihr Leben leben, jeden Moment genießen, jeden Ort und jede Aktivität und jede Kleinigkeit zu schätzen wissen. Somit können sie auch frei und furchtlos sein, wunderbare Dinge erleben und sich vollkommen aufeinander einlassen. Und dabei wirkten sie für mich vollkommen echt und real.

Dass das ganze Buch nicht nur von einem einzelnen Roadtrip handelt, dass es nicht nur um die Reise an sich geht und um zwei junge Erwachsene, die die Welt entdecken, dass es keine ausgelassene, sorgenfreie Geschichte ist, war mir zwar von vornehinein klar – schließlich weist der Klappentext ja auch darauf hin – aber der Umschwung zum "Ernst des Lebens" hat mich ziemlich kalt erwischt und mich nicht loslassen können. Die Geschichte schlägt einen sehr traurigen, emotionalen und kummervollen Ton an, der mich von vorne bis hinten berührt hat und auch nach Ende des Buches in mir nachgehallt hat.

Ein absolutes Highlight für mich ist die wunderschöne, sehr liebevolle und einmalige Aufmachung des Buches. Die eingefügten und sehr passenden Bilder haben mich anfangs zwar ein wenig irritiert, mich dann aber doch sehr angesprochen. Dadurch, dass sie genau zeigen, was gerade passiert oder wo sich Axi und Robinson gerade aufhalten, wurde man auf eine besondere Art in die Geschichte integriert, die mir vor allem in traurigen Momente richtig ans Herz gegangen sind.

Der Schreibstil des Autors ist relativ nüchtern und schlicht gehalten, was es mir nicht immer so leicht gemacht hat, einen Bezug oder eine Bindung zur der Geschichte und/oder zu den Figuren aufzubauen. Es wird nur andeutungsweise auf die Gefühle der Protagonisten eingegangen, ausschweifende Beschreibungen und Ausschmückungen wurden möglichst vermieden. So lag der Fokus ganz klar auf der eigentlichen Geschichte und deren Fortgang. Großartige Abschweifungen gab es keine, aber manchmal hätte ich mir doch mehr Einsicht in die Gedanken und Gefühle der beiden gewünscht. Nicht nur, was die Entwicklung einer Beziehung zwischen Axi und Robinson betrifft, sondern auch, was die Reise in den beiden selbst verändert.

Bei diesem Buch (siehe Bild oben) handelt es sich um eine limitierte Geschenkausgabe, die mir um einiges besser gefällt, als das eigentliche Cover. Meiner Meinung nach spiegeln die wunderschönen, knalligen und auffälligen Farben die ausgelassene und schöne Lebensweise und Stimmung von Axi und Robinson wesentlich besser wider. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.

Fazit
Für mich ist "Heart. Beat. Love." ein wunderschönes Buch, das einem Reisetagebuch gleicht und den Leser mit auf einen unvergleichlichen Roadtrip nimmt. Mir hat die lustige, schöne und teilweise sehr emotionale Geschichte gut gefallen. Mich konnte sie überzeugen und ich kann sie auch guten Gewissens weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 19.03.2017

Rezension | "Und jetzt lass uns tanzen" von Karine Lambert

Und jetzt lass uns tanzen
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"Und jetzt lass uns tanzen" ist ein Buch, das mich schon direkt und von Anfang an überrascht hat. Der Klappentext spricht zwar von langjänhrigen Ehepartnern, doch trotzdem hätte ich die beiden Hauptprotagonisten ...

"Und jetzt lass uns tanzen" ist ein Buch, das mich schon direkt und von Anfang an überrascht hat. Der Klappentext spricht zwar von langjänhrigen Ehepartnern, doch trotzdem hätte ich die beiden Hauptprotagonisten eher um die 50 geschätzt, als um die 70. Natürlich habe ich mich dann auf eine komplett andere Geschichte und eine andere Sicht einstellen müssen, was mich allerdings nicht wirklich gestört hat. Ich wusste schließlich, dass mich da ein tolles Buch erwartet ;)

Womit ich ebenfalls nicht gerechnet habe, ist der Pageturner-Effekt, der dieses Buch bei mir ausgelöst hat. Zugegeben habe ich in der letzten Woche nicht allzu viel gelesen und daher 2 1/2 Tage für das kurze Buch gebraucht, aber die Charaktere, der Plot und der Schreibstil haben mich vollständig eingenommen. Die Geschichte an sich ist wunderschön erzählt und hat in mir sehr unterschiedliche Gefühle ausgelöst. Die ersten paar Seiten, die den Tod der beiden Ehepartner aufarbeiten, fand ich sehr traurig, denn ich habe den Schmerz der beiden Hauptprotagonisten durch das Buch hindurch eindeutig wahrgenommen. Ich habe sehr mit beiden mitgelitten, obwohl der eine ein wenig besser damit umgehen konnte, während es den anderen sehr lange zu beschäftigen scheint. Aber ich habe auch viel geschmunzelt und mich für beide sehr gefreut, als sie sich kennenlernen und fast sofort aneinander Interesse bekunden.

Maguy und Marcel mochte ich beide ab der ersten Seite. Sie sind zwei typische alte Menschen: klagen über ihre Wehwehchen, sitzen dauernd beim Arzt, reden mit fremden Leuten zuerst über ihre Kinder und fragen sich, was sie mit ihrem Leben noch anfangen können. Aber gerade deshalb sind mir beide ans Herz gewachsen, gerade deshalb haben mir beide so gut gefallen; auch in ihrem Umgang miteinander. Maguy hat mich sehr an meine eigene Oma erinnert, weshalb ich mich sofort mit ihr verbunden gefühlt habe.

Während ich ohne Probleme warm mit den beiden Hauptfiguren wurde, gab es noch andere Charaktere, beispielsweise die Kinder von Maguy und Marcel, die mir überhaupt nicht gefallen haben und deren (anfängliche) Missgunst und Abneigung für mich auch völlig fehl am Platz waren. Klar, beide Familien trauern noch um das verlorene Familienmitglied und man möchte sein verbliebenes Elternteil so "kurz" nach dem Tod des Ehepartners nicht unbedingt mit einem neuen Menschen zusammen sehen, doch Marcel und Maguy sind sehr glücklich miteinander und tun sich gut. Sie passen auf einander auf und geben sich gegenseitig einen Sinn.

Der Schreibstil der Autorin ist meiner Meinung nach etwas anspruchsvoll. Er lässt sich zwar leicht lesen, ohne große Stolpersteine, aber die Wortwahl und die verschiedenen Metaphern sowie Vergleiche waren schon sehr poetisch, tiefsinnig und eindrucksvoll. Ich habe mir mehrere Zitate notiert, die mich nicht losgelassen haben. Dadurch hat mich die Geschichte nur noch mehr berührt und nachdenklich zurückgelassen – vor allem das Ende. Schließlich bekommt man im Leben nicht ständig eine zweite Chance.

Auch das Cover verdient großes Lob. Die Gestaltung hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen und zusammen mit dem Klappentext und dem Titel des Buches hat mich die äußere Optik und das "oberflächliche" Paket direkt überzeugt; ein Buch, das alleine deswegen sicher schon in Erinnerung bleibt.

Fazit
"Und jetzt lass uns tanzen" ist ein wunder-, wunderschönes Buch, das nicht nur "Ja" zum Leben und zur Liebe sagt, sondern auch zeigt, wie wertvoll letzteres ist; dass es niemals zu spät ist und dass sich uns auch im hohen Alter Chancen bieten, die man ergreifen sollte. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen; ein paar mehr Seiten hätte ich mir jedoch gewünscht, um die Beziehung von Maguy und Marcel noch reifen zu sehen.
[4,5 Sterne]

Veröffentlicht am 12.03.2017

Rezension | "Trinity (3): Tödliche Liebe" von Audrey Carlan

Trinity - Tödliche Liebe
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Nachdem der zweite Teil der Trinity-Reihe relativ offen und sehr imposant geendet hat, war ich sehr gespannt darauf, wie die Fortsetzung "Tödliche Liebe" mit der Enthüllung des Stalkers und den daraus ...

Nachdem der zweite Teil der Trinity-Reihe relativ offen und sehr imposant geendet hat, war ich sehr gespannt darauf, wie die Fortsetzung "Tödliche Liebe" mit der Enthüllung des Stalkers und den daraus entstandenen Geschehnissen und Entwicklungen umgeht. Und ob die Autorin es schaffen würde, die Hauptgeschichte angemessen zu beenden.

Den Genremix aus Erotik und Thriller habe ich schon in Band zwei als positiv wahrgenommen. Meiner Meinung nach hat sich dies in Band drei nur noch gesteigert. Sexszenen sind zwar weiterhin viele enthalten, aber es lag nicht mehr unbedingt der Fokus darauf. Vielmehr ging es darum, wie der Stalker sich verhält, was seine Pläne sind und wie Chase Gillian beschützen kann. Daraus entstanden einige dramatische Erlebnisse, viel Spannung und eine enorme, teilweise sehr dynamische Plotentwicklung. Man hatte einiges zu verdauen, denn die Autorin packt sämtliche erfreuliche, traurige, spannende und kummervolle Ereignisse in "nur" 304 Seiten.

Die Enthüllung des Stalkers kam für mich in Band zwei nicht wirklich überraschend, seine Denkensweise, die hier mit eigenen Kapiteln genaustens dargelegt und beschrieben wird, schon. Er ist nicht nur einfach in Gillian verliebt und will sie zurück, koste es, was es wolle; er hat wirklich krankhafte, widerliche und abartige Gedankengänge, die er in alle möglichen Plänen und Vorhaben packt, ohne Rücksicht auf Verluste. Er ist schlicht besessen. Zwar haben mich seine Gedanken sehr erschreckt und distanziert, andererseits war ich auch überrascht von seinem methodischen und taktischen Vorgehen und wie leicht es ihm gelang, immer in Gillians Nähe zu sein. Er trickst dabei nicht nur sie und Chase aus, sondern auch die Bodyguards und die Sicherheitsfirma. Auch wenn ich das alles gut erklärt und spannend dargestellt fand, war mir das stellenweise doch ein bisschen too much und auch ein wenig unglaubwürdig; gerade die "Neckereien", die er sich mit der Polizei oder den Sicherheitsbeamten liefert und sie mehrfach auf seine eigene Person hinweist.

Alles in allem jedoch finde ich, dass "Tödliche Liebe" den perfekten Abschluss der "Gillian & Chase"-Geschichte liefert und den Leser mit einigen Aspekten nachdenklich zurücklässt. Das bezieht sich nicht nur auf die Geschichte an sich, sondern vor allem auf Gillians Freunde, die aus ihrer kleinen Gruppe jemanden verloren haben und mit der Verwüstung zurecht kommen müssen, die der Stalker in seiner Wut und seiner Besessenheit hinterlassen hat. Trotz allem freue ich mich, dass Gillian und Chase ihre Liebe zueinander entdeckt und entwickelt haben und die Autorin ihnen ein Happy End geschenkt hat.

Fazit
Für mich ist "Tödliche Liebe" ein schönes und spannendes Buch, das nicht nur einen angemessenen Abschluss bietet, sondern auch eine gute Einführung und ausbaufähigen Stoff in und für Band vier und fünf. Im Großen und Ganzen konnte mich die Trinity-Reihe, mit Blick auf Gillian und Chase, mit einem abwechslungsreichen Plot überzeugen.