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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2017

Begeisternder und emotionaler Abschlussband!

Feel Again
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"Feel Again" ist der Abschlussband der "Again"-Reihe, auf den wohl alle Fans nur gewartet haben. Ich denke, es muss nicht extra erwähnt werden, dass auch ich ein riesen Fan von Mona Kasten bin und mich ...

"Feel Again" ist der Abschlussband der "Again"-Reihe, auf den wohl alle Fans nur gewartet haben. Ich denke, es muss nicht extra erwähnt werden, dass auch ich ein riesen Fan von Mona Kasten bin und mich nicht nur darauf gefreut habe, den neuen Band der Autorin zu lesen, sondern auch Sawyer und Isaac auf der Suche nach der großen Liebe zu begleiten. Denn, wer die anderen beide Bände der Reihe kennt, der weiß, wie schwer vorstellbar die Konstellation zwischen der rotzfrechen Sawyer und dem nerdigen Isaac ist.

Eben gerade deswegen war ich doch umso verwunderter, dass Sawyer und Isaac einzeln und auch zusammen sich zu meinem Lieblingspärchen der drei Bände entwickelt haben. Beide Charaktere haben mich persönlich nicht nur wegen ihrer Tiefe überzeugt, sondern vor allem durch die Entwicklung, die beide durchmachen (müssen). Ich war doch überrascht, wie leicht es mir fiel, Sawyer zu verstehen, mich in sie hineinzuversetzen und so manchen verletzenden Satz oder extremen Ausfall ihrerseits zu verzeihen oder gar zu verstehen. Ich habe eine absolute Schwäche für gebrochene Charaktere, für schwere Schicksale und für Charaktere, die sich dadurch eine Seite zugelegt haben, die sie vor anderen und auch vor sich selbst schützt. Für mich hat sich Sawyer auch vor allem deswegen zu meiner Lieblingsprotagonisten entwickelt, weil sie sich im ersten Band doch wie eine richtige Bitch (sorry!) aufgeführt hat, im zweiten schon angenehmer im Auftreten war und man im dritten und letzten Teil auch erfährt, warum sie so zu anderen ist. Dass ihr Auftreten im Auftaktband keine Charakterschwäche ist, sondern das Resultat eines harten Kampfs in der Vergangenheit. Ihre Geschichte hat mich wirklich sehr berührt – gerade in Situationen, in denen ihr Liebe, Zuneigung und Geborgenheit entgegengebracht wurden und sie damit überhaupt nichts anzufangen wusste. Das hat mehr als ein Mal mein Herz zerrissen und meine empathische Seite zum Weinen gebracht.

Dass es dann gerade Isaac ist, der sich in ihr Herz stiehlt, ist herzzerreißend süß, überraschend und perfekt zugleich. Denn von ihm hätte man es wohl von allen Charakteren in den drei Büchern am wenigsten erwartet. Nicht nur Sawyer entwickelt sich zum Positiven, sondern auch Isaac blüht vollkommen auf, wird selbstbewusster und kämpft sich mehrfach zu ihr durch, obwohl sie ihn oft genug abblitzen lässt. Beide Protagonisten sind so wunderbar gezeichnet, so realitätsnäh und authentisch. Und das färbt dann letzten Endes auch auf die Beziehung und ihre Liebe zueinander ab, die genauso süß und echt ist wie die beiden Figuren selbst.

Die Liebesgeschichte der beiden fand ich wunderschön aufgebaut und inszeniert. Wie die beiden sich im Steakhouse kurz und oberflächlich unterhalten, immer mehr Zeit miteinander verbringen, Sawyer Isaac Nachhilfe im Flirten gibt, wie sie anfangen sich füreinander zu interessieren, Gefühle entwickeln, sich verletzen und man einfach nur darauf hofft, dass einer von beiden doch bitte den ersten Schritt macht und auf den anderen zugeht. Der Aspekt der Fotografie, der im Klappentext erwähnt wird, hat mir da auch besonders gut gefallen (und mir Sawyer wahrscheinlich auch deswegen näher gebracht). Da ich selbst eine Schwäche für Fotografie habe, fand ich diese Beschreibungen toll und sie geben dem Buch, für mich persönlich, einen besonderen und einzigartigen Touch. Nicht nur, weil ich meine Kamera wohl genauso liebe wie Sawyer ihre, sondern auch, weil ich weiß, wie aufmunternd das Fotografieren sein kann, wenn es einem selbst schlecht geht und man schwere Zeiten durchmacht.

Ein bisschen schade fand ich, dass die vorherigen Charaktere in diesem Buch ein wenig verloren gegangen sind. Ab und zu liest man noch von Dawn, eher gegen Ende des Buches auch von Kaden, aber Allie und Spencer werden nur noch sehr wenig erwähnt. Von den beiden hätte ich, so zum Schluss, auch wieder gerne mehr gelesen, fand es aber auch nicht besonders schlimm, dass der Fokus auf den beiden Hauptprotagonisten lag. Bei Bedarf lese ich einfach Band eins und zwei nochmal :D

Mona Kasten hat sich meiner Meinung nach in "Feel Again" im Bezug auf den Schreibstil selbst übertroffen. Ich mochte Allie und Dawn sehr gerne und habe auch ihre Probleme verstanden. Jedoch habe ich in keinem Band so mitgefühlt wie bei Sawyer, was ich nicht nur auf ihre persönliche Geschichte, sondern auch auf den Schreibstil der Autorin zurückführe. Sie fesselt damit nicht nur, sondern bringt die Gefühle der Protagonisten auf den Punkt und gleichzeitig dem Leser so nahe, dass er das Gefühl hat, selbst so zu fühlen, selbst seine Eltern verloren zu haben, selbst verloren und gebrochen zu sein, sich selbst unsicher und ungeliebt zu fühlen, nur um sich dann nachher umso mehr für das Liebespaar zu freuen. Für mich ist Mona Kasten eine wunderbare Autorin, deren Bücher man einfach lieben muss.

Auch das Cover gefällt mir sehr gut. Viele haben sich ja an der pinken Umsetzung gestört, aber ich persönlich mag sie sehr gerne und ich denke, sie wird zu den anderen beiden Bänden auch sehr schön aussehen.

Fazit
Für mich ist "Feel Again" ein perfekter und mehr als gelungener Abschluss einer insgesamt sehr überzeugenden New Adult Reihe, von der ich mir eigentlich noch mehr Bände gewünscht hätte. Der letzte Band konnte vor allem aufgrund der sehr starken Charaktere, der interessanten Liebesgeschichte und dem einnehmenden Schreibstil der Autorin überzeugen. Ich kann also eine absolute Leseempfehlung aussprechen – für dieses Buch und für die beiden Vorgänger.

Veröffentlicht am 29.01.2017

La Lobas Versprechen

Die Diamantkrieger-Saga - La Lobas Versprechen
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Nachdem mich der erste Teil der Diamantkrieger Saga "Damirs Schwur" nicht unbedingt so packen konnte, wie ich es erwartet habe, war ich natürlich sehr gespannt darauf, was der zweite Teil für mich bereithält. ...

Nachdem mich der erste Teil der Diamantkrieger Saga "Damirs Schwur" nicht unbedingt so packen konnte, wie ich es erwartet habe, war ich natürlich sehr gespannt darauf, was der zweite Teil für mich bereithält. Ich war überrascht, wie mühelos es dem Buch gelang, mich in den Bann zu ziehen und der Geschichte folgen zu wollen.

Der Einstieg ist mir sehr leicht gefallen. Zwar konnte ich mich nicht mehr an alle Geschehnisse vom ersten Teil erinnern, gestört hat dies beim Lesen und beim Folgen der Handlung jedoch nicht wirklich. Viele kleine Details werden nochmal wiederholt, so dass "Damirs Schwur" nicht unbedingt vorher nochmal gelesen werden muss.

Ingesamt glänzt La Lobas Versprechen vor allem mit der Entwicklung der Hauptprotagonistin Sara und wirkt dadurch nicht ganz so spannungsgeladen wie Band 1, was mir jedoch um einiges besser gefallen hat. Saras Gefühle und Emotionen, ihre Vergangenheit und die Art und Weise, wie sie diese mit der Gegenwart und ihrer Zukunft verknüpft, fand ich sehr interessant. Sara steht in der Geschichte an einem Punkt, an dem sie sich zwischen Traurigkeit und Glück entscheiden muss, an dem sie die Weichen für ihre Zukunft stellt und mit den Konsequenzen, die daraus entstehen, zurecht kommen muss. Sie macht eine enorme Entwicklung durch, muss hart an sich arbeiten, an ihrem Verhalten, ihren Gedanken, ihren Gefühlen. Dass sie damit Probleme hat, nicht wirklich loslassen kann und lernen muss, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren, wird deutlich sichtbar.

Die Autorin verbindet mit Leichtigkeit die Entwicklung von Sara mit den wichtigen Aspekten des Lebens wie Disziplin, Fleiß, Mut, Toleranz und die Sicht eines jeden auf sich selbst. Die starke Botschaft, die Bettina Belitz mit La Lobas Versprechen überbringen möchte, finde ich sehr gut durchdacht und kam auf jeden Fall beim Leser – zumindest bei mir – an. Manchmal muss man die Vergangenheit einfach hinter sich lassen, verzeihen, Frieden mit sich selbst schließen, zu sich selbst zurückfinden, um offen für neues zu sein, für Glück und eine schöne und hoffnungsvolle Zukunft.

Neben der schönen Botschaft hat es auf jeden Fall das Ende des Buches in sich, denn ich hatte es in dieser Art und Weise überhaupt nicht erwartet. Ich war richtiggehend geschockt und traurig, was einen wahnsinnig guten Cliffhanger – ich liebe solche Cliffhanger! – ausmacht und Spannung für den dritten Teil aufbaut.

Trotz der guten Ausführung und spannenden Handlung bleibt mir weiterhin eines suspekt: nämlich Damir. Im ersten Teil war er einer meiner Lieblingscharaktere, weil er sich für Sara eingesetzt hat und auch so symapthisch wirkte. Seine Figur ging jedoch im zweiten Band ziemlich unter, er wirkte unnahbar und distanziert, wenn er denn überhaupt mal auftauchte, was ich ziemlich enttäuschend fand. Letztlich weiß ich momentan auch noch gar nicht, was die Autorin mit der Figur bezweckt. Ich hoffe, dass das Geheimnis im dritten Band aufgedeckt wird.

Besonders gut gefallen hat mir – und da steht La Lobas Versprechen dem ersten Teil in nichts nach – der Schreibstil der Autorin. Ich mag das kreierte Setting sehr gerne, die Figuren und die Art und Weise wie Bettina Belitz ihren Charakteren Leben einhaucht. Die Abwechslung zwischen Spannung und Ruhe finde ich gut umgesetzt, ebenso der angenehme und fesselnde Erzählstil.

Bettina Belitz hat auf ihrer Facebook-Seite schon von dem Cover des dritten Teils geschwärmt und auch ich bin wahnsinnig gespannt darauf, denn die Aufmachung der Diamantkrieger Saga finde ich atemberaubend gut gelungen und wunderschön. Ich hoffe bei dem dritten Band auf die Gestaltung in grün :)

La Lobas Versprechen ist aufgrund der tiefgründigen Beleuchtung der Hautprotagonistin und des spannenden Endes eine gelungene Fortsetzung der Diamantkrieger Saga, die nicht nur durchdacht wirkte, sondern auch eine starke Botschaft vermittelt. Mich konnte der zweite Teil überzeugen, daher bin ich auf den dritten Band gespannt!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Rezension | Ausgezeichnete Morde von Teresa Pütz (Hrsg.)

Ausgezeichnete Morde
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Wie ihr sicher in meiner Rezension zu Stephens King "Omi" (hier) erfahren habt, bin ich kein Fan von Kurzgeschichten, da sie meiner Meinung nach zu wenig Raum für eine Identifizierung mit Charakteren ...


Wie ihr sicher in meiner Rezension zu Stephens King "Omi" (hier) erfahren habt, bin ich kein Fan von Kurzgeschichten, da sie meiner Meinung nach zu wenig Raum für eine Identifizierung mit Charakteren bieten und ein Einlassen auf die Geschichte und deren Atmosphäre aufgrund ihrer Kürze einfach sehr erschweren. Trotzdem habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, alleine schon wegen meines Lieblingsautors Sebastian Fitzek, der hier mit seinem Werk "In einer kleinen Straße" vertreten ist. Weil ich diese Meinung von Kurzgeschichten schon seit Jahren vertrete, war ich umso überraschter, dass mich dieses Buch von vorne bis hinten fesseln konnte und das sogar mit jeder einzelnen Geschichte.

Zu den Fakten: Ausgezeichnete Morde enthält elf Kurzgeschichte von den oben genannten Autoren; Nina George – vielleicht dem ein oder anderen bekannt durch ihr Werk "Das Lavendelzimmer" – ist als einzige mit zwei Kurzgeschichten vertreten. Im vorderen Teil befindet sich ein Inhaltsverzeichnis mit Name der Autoren und den Titeln. Nach jeder Kurzgeschichte folgt ein "Über den Autor" und der Hinweis auf weitere bereits erschienene Werke und deren Kurzbeschreibung, was mir besonders gut gefallen hat. Ausgezeichnete Morde endet mit einer Auflistung und mit Erklärungen von einigen wichtigen Krimi- und Thriller-Auszeichnungen.

Zugegebenermaßen habe ich von den gelisteten Autoren nur Sebastian Fitzek gekannt, was ich jedoch nicht weiter schlimm fand, denn mir haben durchweg alle anderen Autoren ebenfalls sehr gut gefallen. Natürlich habe ich mir eine Kurzgeschichte ein wenig länger und eine andere ein wenig kürzer gewünscht, was auf persönlichem Geschmack gründet, keineswegs auf Langatmigkeit oder eines schlechten Plots. Obwohl alle Geschichten sich mit den Themen Mord, Entführung oder sonst einer grausigen Tat befassen, unterschieden sie sich thematisch voneinander und bieten genügend Abwechslung. Nervige Wiederholungen bei der Idee oder der Umsetzung konnte ich nicht feststellen.

Meine persönlichen Favoriten waren (natürlich) zum einen "In einer kleinen Straße" von Sebastian Fitzek, weil sein Schreibstil meiner Meinung nach individuell ist und er es wie kein anderer versteht, Spannung zu erzeugen; zum anderen haben mir auch "Wo es dem Verbrecher schmeckt" von Friedrich Ani und Harald Gilbers "Der schöne Mister Manville" gefallen.

Das Cover liefert zu den wunderschönen und spannenden Kurzgeschichten – also zu einem inhaltlich sehr starken Buch – eine ebenso starke und schöne Gestaltung und eine passende Verpackung. Ich bin ein Fan von Relief-Lack beim Cover-Layout und finde ihn perfekt eingesetzt.

Fazit
Ausgezeichnete Morde verspricht eine perfekte Zusammenstellung und Mischung von interessanten und spannenden Kurzgeschichten. Der solide Aufbau des Buches (Kurzgeschichte – Informationen über den Autor – andere Werke) fand ich eine gelungene Lösung, was dazu geführt hat, dass das ein oder andere Buch sogar auf meiner Wunschliste gelandet ist. Ein unbedingtes Muss für alle Kurzgeschichten- und/oder Krimi-Liebhaber!

Veröffentlicht am 12.12.2017

Die Umsetzung hätte besser sein können.

The Chosen One - Die Ausersehene
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Zunächst einmal muss ich sagen, dass „The Chosen One – Die Ausersehene“ nicht unbedingt das geboten hat, was ich von der Geschichte erwartet hatte. Im Nachgang habe ich nochmal den Klappentext gelesen ...

Zunächst einmal muss ich sagen, dass „The Chosen One – Die Ausersehene“ nicht unbedingt das geboten hat, was ich von der Geschichte erwartet hatte. Im Nachgang habe ich nochmal den Klappentext gelesen und kann nur zustimmen: Alles, was dort geschildert ist, passiert in dem Buch; der Klappentext direkt ist also nicht schuld an den Erwartungen, die ich hatte. Trotzdem hatte ich von Anfang an andere, was mich in einen gewissen Zwiespalt bei der Bewertung bringt.

Die Geschichte ist meiner Meinung nach auf jeden Fall weitestgehend spannend und einzigartig und erklärt die Welt, in der Skadi und die anderen Auserwählten leben, sehr verständlich. Die ersten paar Seiten haben mir auch ausgesprochen gut gefallen: all die Schilderungen über das Königreich, die Aufgabe einer Auserwählten, ihr Leben mit den Wächtern und ihrem Bedürfnis all dem zu entfliehen. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, dass Skadi sich eingesperrt fühlt, überfordert mit den Anforderungen ist und sich in einem Zwiespalt befindet, einerseits ihre Aufgabe zu erledigen, aber andererseits sich selbst nicht zu verlieren und sich ihren Wünschen und Bedürfnissen treu zu bleiben.

Allgemein hat die Autorin es geschafft, dass ich die Gedanken und Gefühle von Skadi sehr gut verstehen konnte und sie gerne auf ihrem Weg begleitet habe. An mancher Stelle war sie sehr naiv, was aber definitiv an ihrem Leben hinter verschlossenen Mauern liegt und was ich zunehmend liebenswürdig fand. Gerade im Umgang mit Finn und Jaro erschien sie unsicher und gehemmt, was aber zu ihrem Charakter passte und deshalb auch authentisch wirkte. Skadi war mir einfach sehr sympathisch und machte durch ihre Vergangenheit und die Erfahrungen einen sehr interessanten Eindruck.

Auch die Nebenfiguren haben mir gut gefallen und bringen einiges an Spannung und Wendungen in die Geschichte. Sie waren auf den ersten Blick alle anfangs sehr mysteriös – kein Wunder bei dem Geheimnis, das sie zusammen hüten – aber es fiel mir wirklich sehr leicht, sie alle lieb zu gewinnen und die Gruppe als Ganzes zu mögen. Für den zweiten Teil blieben gerade in Bezug auf die Hintergründe verschiedener Figuren noch einige Fragen offen und ich bin mir sicher, dass man sie in der Fortsetzung noch mehr kennenlernen (und lieben lernen) wird.

Das Setting ist sehr gut gewählt und für den Leser schön und ausgiebig ausgearbeitet, so dass ich mich ein Stück an „Selection“ von Kiera Cass erinnert gefühlt habe. Allerdings entwickelt sich das Setting im Laufe der Geschichte des Öfteren und gerade am Ende ist das World-Building sehr stark, so dass ich sehr gespannt darauf bin, was die Autorin noch für den zweiten Teil bereithält.

Nun aber zu meiner Kritik: In der Geschichte gab es für mich einen Punkt – nämlich die Flucht –, an dem ich das Feeling für den Plot und für den Klappentext verloren habe. Skadis Welt, wie sie sie kennt, tritt dabei vollkommen in den Hintergrund. Es geht auf einmal nur um die Reise, um die Flucht, um ihre neuen Weggefährten und um ein Liebesdreieck, das für mich an der Stelle ein bisschen fehl am Platz wirkte. Ich habe mir die Rolle des Königreiches, der Regentin und von Skadi selbst als Auserwählte viel viel größer vorgestellt. Allerdings flieht Skadi relativ schnell und all diese Faktoren, die Bedrohung, Skadis Zwiespalt und ihre Bürde treten vollkommen in den Hintergrund und werden von einer „Flucht“, einer Reise und dem leichten Auftauchen von Magie ersetzt. Ich fand das ziemlich schade, weil ich einfach mehr erwartet hatte. Allerdings bin ich mir bei dem Ende des ersten Teils ziemlich sicher, dass vieles davon im zweiten Band nochmal erwähnt und ausgeführt wird – zumindest hoffe ich das.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Das Buch lässt sich auf jeden Fall angenehm und flott lesen, gerade in Anbetracht der Seitenzahl. Die Sprache ist eher simpel gehalten, dennoch habe ich einen guten Bezug zu den Charakteren und ihren Gefühlen aufbauen können.

Fazit
„The Chosen One – Die Ausersehene“ ist ein Buch, das zwar eine ausgesprochen interessante Idee und tolle Protagonisten bereithält, aber dessen Umsetzung meiner Meinung nach schwächelte. Mir fehlte gerade im mittleren Teil – bei der Reise mit der Magier-Gruppe – die Spannung sowie eine direkte Bedrohung und auch der Bezug zu Skadis altem Leben fällt eher mager aus. Trotzdem ist das Ende spannend und lässt das Potenzial für den zweiten Band schon erahnen. Darauf bin ich sehr gespannt.
[3,5 Sterne]

Veröffentlicht am 11.12.2017

Gute Buchidee, nicht wirklich überzeugende Umsetzung.

Sleeping Beauties
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Zugegebenermaßen habe ich bisher noch nicht viele Stephen King Bücher gelesen (natürlich "Der Friedhof der Kuscheltiere" und die Kurzgeschichte "Omi"), doch der Ideenreichtum und die Kreativität, die der ...

Zugegebenermaßen habe ich bisher noch nicht viele Stephen King Bücher gelesen (natürlich "Der Friedhof der Kuscheltiere" und die Kurzgeschichte "Omi"), doch der Ideenreichtum und die Kreativität, die der Autor jedes Mal nach außen kommuniziert und in seine Klappentexte packt, finde ich immer wieder interessant und faszinierend. Genau aus diesem Grund habe ich auch "Sleeping Beauties" lesen wollen. Der Inhalt klang ziemlich interessant und ich hatte wirklich Lust auf ein großartiges, spannendes und gruseliges Werk. Leider ist "Sleeping Beauties" vollkommen an mir vorbeigerauscht, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Schon im Vorfeld, nur durch das Lesen des Klappentextes, hatte ich tausend Fragen in meinem Kopf: Wieso schlafen die Frauen ein? Wieso nur die Frauen? Wieso ist Evie immun? Sind die Frauen in ihren Kokons tot? Gibt es Möglichkeiten, sie wieder in die Realität zurückzuholen? Und wenn ja, wie? Ich glaube, es gibt kein Buch, über das ich mir im Vorfeld schon solche Gedanken gemacht habe. Definitiv 1:0 für Stephen und Owen King, die es geschafft haben, mich mit ihrer Idee abzuholen und mich dazu angeregt haben, meine Fantasie ein bisschen anzukurbeln und über eine Geschichte nachzudenken, die ich noch nicht mal gelesen habe.

Was ich dann aber letztlich als Buch bzw. als Hörbuch in den Händen hielt – nämlich die eigentliche Umsetzung des Autoren-Duos –, kam bei mir leider nur sehr oberflächlich an. Das erste Drittel des Buches bin ich vollkommen mit der Geschichte aufgegangen. Die vielen Namen, verschiedenen Handlungsstränge und die Beziehungen untereinander waren zwar, gerade im Hörbuch, für mich eine große Herausforderung, aber ich liebe Geschichten, die ein bisschen komplizierter miteinander verwoben sind und in denen erst im Laufe des Plots der genaue Zusammenhang klar wird. Trotzdem: Es waren sehr viele Namen, viele kleine Geschichten und ich musste mich sehr konzentrieren und mir die Namen genau einprägen, damit ich nichts verwechsele und damit ich alles auseinanderhalten konnte. Der Plot an sich kommt erst langsam in Fahrt, aber darüber war ich froh, denn so konnte ich mich auf die Charaktere konzentrieren.

Trotzdem hat mich das Buch nach dem ersten Drittel einfach nicht mehr mitgenommen, weil ich durchweg das Gefühl hatte, alles dreht sich nur im Kreis. Evie wird als einzige analysiert, weigert sich aber, den Frauen zu helfen. Nacheinander schlafen die Frauen ein und verwandeln sich in mottenartige Wesen. Manche werden geweckt und gehen auf ihre Lieben und ihre Angehörigen los – egal ob Kind, Säugling, Mann oder andere Familienmitglieder. Das Chaos bricht aus. Aber mehr ... kam da einfach nicht mehr. Mir hat da einfach irgendetwas gefehlt. Letztlich ist die eigentliche Geschichte auch gar nicht so kompliziert, wie es 960 Seiten vermuten lassen, weswegen die Ausführung teilweise sehr langatmig und zäh wirkte. Nebenhandlungen wurden aufgebauscht, die für den eigentlichen Plot überhaupt keine Rolle spielen, was diese Langatmigkeit nur noch verstärkte. Ab der Hälfte des Buches plätschert die Geschichte einfach nur noch so vor sich hin, so dass ich sogar kurz davor war, das Buch abzubrechen. Trotzdem wollte ich natürlich wissen, wie alles ausgeht, ob ein Weg für die Frauen gefunden wurde und ob sich alles wieder der Normalität zuwenden wird. Der Schluss war dann leider auch kein absolutes Meisterwerk; für mich persönlich zu vorhersehbar und zu wenig spektakulär, auch wenn alles logisch zu Ende gebracht wurden und einige Fragen offen bleiben, die den Leser zum Nachdenken anregen.

Gefallen haben mir allerdings die Charaktere, die sehr tiefgründig ausgearbeitet sind und durch die Schilderungen der verschiedenen Figuren-Hintergründe und Nebengeschichten auch sehr authentisch wirkten. Gerade Lilas und Clints Geschichte fand ich sehr interessant. Natürlich merkt man, dass diese auch zwei Charaktere sind, auf die besonderen Wert gelegt wurde und die die Hauptgeschichte antreiben, aber auch die Nebenfiguren tragen ihren Anteil zur Geschichte bei. Vor allem Frank Geary, den ich zwar überhaupt nicht leiden konnte, hatte es mir angetan, weil er so perfekt in die Geschichte integriert wurde, die Geschehnisse in seinem eigenen Maße für sich selbst ausnutzt und man doch viel über seinen Hintergrund erfährt. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass man mehr auf Evie und ihre Geschichte eingeht, dass man mehr über sie und die "Krankheit" erfährt. Ich finde, Stephen und Owen King haben dabei einfach ihren Fokus verloren und hätten die Geschichte, gerade mit Blick auf Evie und ihr sonderbares Verhalten, viel spannender ausgestalten können.

[Hörbuch-Info] David Nathan, Sprecher des Hörbuchs, ist mir sehr wohl bekannt als Synchronsprecher von Nathan Fillion (beispielsweise in der TV-Serie "Castle"), was überhaupt erst ein Grund war, dass ich mich für das Hörbuch entschieden habe. Mir hat es sehr gut gefallen, wie er "Sleeping Beauties" erzählt, auch wenn ich der Meinung bin, dass die gekürzte Fassung als Hörbuch eine bessere Alternative gewesen wäre. Denn 27 Stunden waren gerade bei diesem Buch wirklich sehr sehr lang.

Fazit
"Sleeping Beauties" ist leider nicht das, was ich nach dem Lesen von "Der Friedhof der Kuscheltiere" von Stephen King erwartet hätte. Zwar haben mir die Charaktere (und deren Entwicklung) gut gefallen, jedoch hat mich die Geschichte einfach nicht packen können – eher im Gegenteil: stellenweise habe ich mich geradezu gequält. Die Erzählung verliert sich meiner Meinung nach in Langatmigkeit und hätte mich viel mehr fesseln und ansprechen können, wenn der Fokus mehr auf Evie gelegen hätte. Trotz dieser Kritik erhält das Buch – aufgrund der guten Buchidee, des Schreibstils und der Figuren – von mir eine Wertung von sehr sehr wackligen 3 Sternen.