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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2018

Ein sehr empfehlenswerter, ergreifender Roman.

Heute schon für morgen träumen
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"Heute schon für morgen träumen" ist nach "Morgen kommt ein neuer Himmel" das zweite Buch, das ich von Lori Nelson Spielman lese. "Morgen kommt ein neuer Himmel" hatte mir zwar ganz gut gefallen, war aber ...

"Heute schon für morgen träumen" ist nach "Morgen kommt ein neuer Himmel" das zweite Buch, das ich von Lori Nelson Spielman lese. "Morgen kommt ein neuer Himmel" hatte mir zwar ganz gut gefallen, war aber leider kein Highlight für mich. Anders erging es mir bei "Heute schon für morgen träumen". Dieses Buch hat mich sehr berührt und erzählt eine ergreifende Geschichte, die zwar an mancher Stelle vorhersehbar war, aber dennoch mit jeder Seite unterhalten hat.

Besonders gefallen hat mir, dass in dem Buch so viele verschiedene Facetten im Vordergrund stehen: eine alte Familiengeschichte, Streitigkeiten und Intrigen, das Reisen, die Suche nach sich selbst und die eigene Entwicklung zu einem besseren und interessanteren Menschen sowie die allumfassende Wirkung von Liebe, sei es positiv oder negativ. So gibt es in diesem Buch also nicht nur amüsante und glückliche Szenen, sondern auch ergreifende und traurige. Die Autorin verbindet diese verschiedenen Handlungsstränge meiner Meinung nach perfekt miteinander, weswegen "Heute schon für morgen träumen" letzten Endes nicht nur auf jeder Seite unterhält, sondern auch abwechslungsreich gestaltet ist und fesselt. Ich wollte nach jedem Kapitel wissen, wie es weitergeht. Ob Emilia auf die Reise geht, was hat es mit Poppy auf sich, was werden sie in Italien erleben und und und. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, am Ende hatte ich jedoch den Eindruck, dass alles so gekommen ist, wie es kommen musste – und das war ein gutes Gefühl.

Auch die verschiedenen Charaktere und Figuren haben mir gefallen. Emilia hat es mir sehr leicht gemacht, sie zu mögen und mit ihr mitzufühlen. Sie war mir direkt sympathisch, weshalb ich lange nicht verstehen konnte, wieso sie ihr Leben zu mögen scheint und ungerne über den eigenen Tellerrand hinausschaut. Gerne hätte ich da Poppys Aufgabe übernommen und sie aus ihrer Komfortzone getrieben. Sie entwickelt sich im Laufe der Reise gut, lernt neue Seiten an sich selbst kennen, macht auch mal Fehler. Aber letzten Endes lernt sie damit umzugehen, wagt neue Dinge und ihr Fortschritt hat mich sehr zufrieden gestellt. Die anderen Figuren haben die Geschichte rund um Emilia wunderbar unterstützt – allen voran natürlich Poppy. Sie bringt ordentlich Schwung in den Plot, da sie mich oft zum Lachen brachte, aber auch sonst eine sehr besondere, bewundernswerte Person ist. Alleine durch ihre Mission hat sie die Menschen in ihrem Umfeld geprägt und der Fontana-Familie den Kopf gewaschen.

Zusätzlich hat die Autorin mich mit ihrem wundervollen Schreibstil einfangen können. Die Beschreibungen sind so toll geschildert, dass mein einwandfreies Kopfkino mir schöne Lesestunden bereiten konnte. Zwischendurch hatte ich richtiges Fernweh nach Italien, weil Lori Nelson Spielman alles authentisch und bildhaft schildert. So war ich am Ende ziemlich traurig, dass nicht nur die Geschichte zu Ende ist, sondern auch meine kleine, persönliche Reise nach Italien.

Fazit
"Heute schon für morgen träumen" hat mich in vielerlei Hinsicht beeindruckt. Denn die Autorin hat damit eine Geschichte geschaffen, die mich stellenweise tief berührt und ergriffen hat, aber trotzdem lässt sie den Humor nie außen vor. Zwar war die Handlung manchmal zu vorhersehbar, aber da das Buch mich sonst überzeugen konnte, fällt das für mich kaum ins Gewicht. Ich kann "Heute schon für morgen träumen" auf jeden Fall empfehlen.

Veröffentlicht am 30.09.2018

War mir zu wenig "Ahdieh"

Das Mädchen aus Feuer und Sturm
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Renée Ahdieh kenne ich – vermutlich wie die meisten Leser – von ihrer „1001 Nacht“-Reihe rund um die mutige Shahrzad, die es schafft, den skrupellosen Chalid zu bändigen und das Königreich auf ihre eigene ...

Renée Ahdieh kenne ich – vermutlich wie die meisten Leser – von ihrer „1001 Nacht“-Reihe rund um die mutige Shahrzad, die es schafft, den skrupellosen Chalid zu bändigen und das Königreich auf ihre eigene Weise zu retten. Während „Zorn und Morgenröte“ eines meiner Highlights war, hat mir „Rache und Rosenblüte“ nicht mehr ganz so gut gefallen – trotzdem hat die Autorin mich so sehr beeindrucken können, dass ich sehnsüchtig auf ihre Neuerscheinung gewartet habe. „Das Mädchen aus Feuer und Sturm“ nimmt zwar leider nicht das Orientalische in den Fokus – so wie ich es mir gewünscht hätte –, aber auch die japanische Welt lädt als Buch zum Verweilen ein. Obwohl (oder gerade weil) ich so große Hoffnung in dieses neue Buch von Renée Ahdieh gelegt habe, hat mich die Umsetzung leider enttäuscht.

Mein Hauptproblem mit diesem Buch war, dass es mich nicht gepackt hat und mich nicht begeistern konnte. Zugegebenermaßen bietet die Geschichte einige tolle Plottwists, die die Autorin gut aufgegriffen und umgesetzt hat. Die Buchidee finde ich nach wie vor spannend und ich hätte mir gut vorstellen können, dass mich „Das Mädchen aus Feuer und Sturm“ würde mitreißen können. Meiner Meinung nach plätschert der Plot einfach viel zu langsam vor sich hin und ich hatte stellenweise das Gefühl, dass Seite um Seite vergeht, aber nichts passiert. Für mich lässt sich der Inhalt des Buches sogar in einem Satz zusammenfassen: Mariko wird auf der Reise zu ihrem Verlobten angegriffen, sie möchte herausfinden, wer die Angreifer waren, sie hat einen Verdacht, schließt sich dem Schwarzen Clan an und wird dort ein Lehrling, um die Wahrheit herauszufinden. Natürlich ist dieses Buch nicht ganz so einfach und lieblos geschrieben, wie es jetzt dargestellt wird. Es gibt ein paar sehr schöne und spannende Szenen sowie Stellen, an denen ich lachen musste, weil die Autorin damit meinen Humor getroffen hat. Auch die integrierte Liebesgeschichte fand ich ganz süß und hat die doch eher düstere Stimmung aufgelockert. Zudem passt der Schluss nicht ganz zu der vor sich hin plätschernden Geschichte, denn dort überschlagen sich die Ereignisse, so dass mir das letzte Drittel des Buches doch recht gut gefallen hat und kein Reinfall für mich war. Ich bin von Renée Ahdieh nur besseres gewohnt: Spannende und fesselnde Geschichten, die mich dazu bringen, die Nacht durchlesen zu wollen. Bei „Das Mädchen aus Feuer und Sturm“ hatte ich dieses Gefühl nicht mal ansatzweise.

Ein positiver Punkt, den ich gerne hervorheben möchte, war für mich die Ausarbeitung der Charaktere sowie deren Entwicklung und Geheimnisse. Mariko hat mir als Hauptfigur gut gefallen, auch wenn ich ein wenig gebraucht habe, um mit ihr warm zu werden. Sie ist nicht von Anfang an das taffe Mädchen, das sich überall durchzusetzen weiß und plötzlich alles kann, obwohl sie behütet aufgewachsen ist. Sie ist auch mal tollpatschig und macht Fehler, an anderer Stelle ist sie dafür mutig und stark. Die Balance dessen hat mich dazu gebracht, Mariko zu mögen und zu wünschen, dass sie die Täter findet, die sie und ihre Mitreisenden überfallen haben. Auch der Schwarze Clan war durchweg interessant gestaltet. Die Männer haben etwas Faszinierendes an sich und gerade Ranmaru als Oberhaupt und der Kämpfer Okami sind in dieser Geschichte bemerkenswert vielseitig ausgearbeitet. Mariko hat definitiv ihren „Spaß“ mit ihnen, muss sich immer wieder beweisen und erarbeitet nur sehr langsam und mühsam ihren Respekt. Allerdings hätte ich gerne mehr über den Schwarzen Clan erfahren. Die Truppe ist natürlich deswegen um so interessanter, je weniger man über sie weiß, aber ich hätte trotzdem gerne mehr Informationen – entweder über den Clan an sich oder die einzelnen Mitglieder – erhalten.

Vermisst habe ich die tollen Beschreibungen der Autorin. Während sie mir in ihrer vorherigen Dilogie geradezu mühelos das orientalische Feeling nähergebracht hat, hat sie es bei ihrem neuen Buch nicht so spielend geschafft. Ich mag Renée Ahdiehs Schreibstil weiterhin sehr gerne, keine Frage, aber sie macht in ihrem Buch mehrfach die Andeutung von Magie, was aber in der Handlung kaum eine Rolle spielt. Gerne hätte ich auch mehr von der japanischen Kultur erfahren. Ich bin in Bezug auf Japan eine totale Niete, weswegen ich – genau wie bei „Der Zorn und Morgenröte“ – auf tolle Beschreibungen und das allgemeine Gefühl für die Welt gehofft habe. Dieses Mal hat sie mich nur schwer einfangen können.

Ich habe keine Ahnung, wie die Autorin es geschafft hat, aber obwohl „Das Mädchen aus Feuer und Sturm“ für mich nur absoluter Durchschnitt war und das Buch durch die hohen Erwartungen enorm gelitten hat, möchte ich auch den zweiten Band noch lesen. Das Ende ist voller Geheimnisse und vorstellbaren Handlungssträngen, dass ich mich doch tatsächlich auf den Fortsetzungsband freue. Und wer weiß? Vielleicht wird mich ja der zweite Teil mehr überzeugen können und dynamischer sowie „Ahdieh“-mäßiger aufgebaut sein. Ich hoffe es zumindest sehr.


Fazit
„Das Mädchen aus Feuer und Sturm“ hat mich leider nicht überzeugen können, auch wenn das Buch gute Ansätze hat und mit den Charakteren sowie der Buchidee hätte glänzen können. Die Umsetzung von Renée Ahdieh fand ich leider nur okay und das hat mich sehr enttäuscht, da ich weiß, dass die Autorin mich hätte besser einfangen können. Deswegen habe ich auch lange zwischen 2,5 und 3 Sternen geschwankt, mich aber aufgrund der Plotidee und des Cliffhangers für 3 Sterne entschieden. Ich persönlich hoffe, dass der zweite Band die Reihe für mich retten wird, denn ich bin nach wie vor gespannt, was es mit dem Schwarzen Clan und dem Kaiserhof auf sich hat.

Veröffentlicht am 19.08.2018

Würdiger Abschlussband.

Fire Queen
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"Fire Queen" ist der zweite Band der "Cosa Nostra"-Reihe und nach "Cold Princess" der Abschlussband der Dilogie. Mich hat der Auftaktband mehr als überzeugen können und ich war überrascht, wie mühelos ...

"Fire Queen" ist der zweite Band der "Cosa Nostra"-Reihe und nach "Cold Princess" der Abschlussband der Dilogie. Mich hat der Auftaktband mehr als überzeugen können und ich war überrascht, wie mühelos die Autorin mich mit diesem Mafia-Krieg und einer etwas ungewöhnlichen Liebesgeschichte unterhalten konnte. Der Cliffhanger war enorm mitreißend und packend und ich war gespannt, wie Vanessa Sangue den Plottwist am Ende des ersten Bandes in "Fire Queen" auflösen würde.

Meiner Meinung nach steht "Fire Queen" dem ersten Band "Cold Princess" ist fast nichts nach. Er hat mich nicht ganz so unterhalten können, wie der vorherige Teil, aber es gibt trotzdem einige spannende und fesselnde Momente, viel Leidenschaft zwischen den Protagonisten und einiges zu tun für die beiden Mafia-famiglie. Die Handlung schließt dabei direkt an den ersten Band an und nimmt die dramatischen Entwicklungen mit einigen Zeilen nochmal auf. Für mich war dies zwar nicht unbedingt notwendig, da ich die Geschehnisse noch gut in Erinnerung hatte, aber für die Leser, die eine längere Pause zwischen den Büchern einlegen werden, denen wird dies wohl entgegenkommen. Außerdem hat es die richtige Grundlage für den Spannungsaufbau geliefert.

"Fire Queen" entwickelt sich im Laufe der Handlung etwas anders als "Cold Princess", was ich persönlich aber gar nicht schlimm fand. Im Gegenteil. Mir hat es gefallen, dass die Angelegenheiten beider Mafia-Familien im Vordergrund standen, dass sich beide Familien erstmal erholen müssen und auch untereinander stets ein Rivalitätskampf herrscht – es heißt nämlich nicht immer nur Varga gegen De Angelis. Öfter hieß es auch Varga gegen Varga und De Angelis gegen De Angelis. Ich empfand daher die Entwicklungen sehr abwechslungsreich, auch wenn die Beziehung zwischen Madox und Saphira erst im zweiten Teil des Buches eine größere Rolle einnimmt.

Für mich ein Kritikpunkt an diesem Buch – und deswegen schneidet die Bewertung auch nicht ganz so gut ab, wie beim ersten Band – ist die abwechselnde Erzählperspektive. Während bei "Cold Princess" Madox und Saphira im Vordergrund standen und das Geheimnis um Madox' Verrat (und wann Saphira dies herausfinden wird) den gewissen Kick ausgemacht hat, hat die Autorin dies beim zweiten Band meiner Meinung nach nicht ganz so gut umsetzen können. Denn "Fire Queen" beinhaltet mehrere Perspektiven, zum Teil auch welche, die Saphira und Madox aus langer Hand geplant in den Rücken fallen und dies in ihren Kapitel erörtern. Für mich hat das eine gewisse Spannung herausgenommen. Zwar war ich damit den Hauptfiguren mit meinem Wissen einen Schritt voraus, aber den gewissen "Wendungskick" hat die Geschichte dadurch für mich verloren.

Trotzdem haben mir die verschiedenen Charaktere wieder außerordentlich gut gefallen. Sowohl Saphira, als auch Madox, bleiben jeweils in ihren Rollen, geben sich mal hart und kalt, mal weich und hingebungsvoll. Beide müssen Verluste hinnehmen, beide arbeiten sich hoch und entscheiden unnachgiebig und streng – so wie es sich eben für die Varga und De Angelis gehört. Mir haben beide Figuren nach wie vor gut gefallen und wurden meiner Meinung nach toll von den Nebencharakteren unterstützt. Ein bisschen schade finde ich es, dass am Ende so viele Figuren ihr Leben lassen mussten. Aber naja, es ist eben ein Mafia-Roman.

Fazit
Für mich kommt "Fire Queen" nicht ganz an "Cold Princess" heran, schafft bei mir aber durch eine gute Erzähldynamik und eine abwechslungsreiche Geschichte seine ganz eigene Sympathie. Ich hätte mir vielleicht ein bisschen weniger Perspektiven und dafür mehr überraschende Wendungen gewünscht, aber im Großen und Ganzen hat "Fire Queen" mich unterhalten können und einen würdigen Nachfolger des ersten Bandes abgegeben. Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin.

Veröffentlicht am 17.03.2018

Tolle Drachengeschichte, allerdings wäre da mehr drin gewesen.

Iskari - Der Sturm naht
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Nachdem "Iskari – Der Sturm naht" von anderen Bloggern und Lesern so gelobt wurde, wollte ich natürlich ebenfalls wissen, was an diesem Hype dran ist und ob ich die Geschichte genauso lieben würde wie ...

Nachdem "Iskari – Der Sturm naht" von anderen Bloggern und Lesern so gelobt wurde, wollte ich natürlich ebenfalls wissen, was an diesem Hype dran ist und ob ich die Geschichte genauso lieben würde wie die Mehrheit. Schließlich ist das Cover ja auch wunderschön sowie auffallend und auch der Klappentext hatte mich von Anfang an in seinen Bann gezogen.

Beim Lesen von "Iskari" ist mir aufgefallen, dass ich vorher noch nie (zumindest kann ich mich nicht daran erinnern) eine Drachengeschichte gelesen habe und dass ich Drachengeschichten eigentlich ziemlich toll finde. Gerade das Kennenlernen zwischen den "Tieren" und den Menschen fand ich in diesem Buch einnehmend dargestellt, ebenso welche starke Verbindung sie zueinander aufbauen können. Der Plot weist einige unterschiedliche Facetten und eine tiefgründige Handlung auf, die logisch und unterhaltend durch die 416 Seiten geführt haben. Ein, zwei langatmige Stellen hätte ich mir ein bisschen geraffter gewünscht, allerdings hat das Buch auch viel Inhalt, der erzählt werden möchte und der nicht unbedingt dynamisch und temporeich dargestellt werden kann, weswegen ich darüber mehr oder weniger hinwegsehen konnte.

Im Großen und Ganzen haben mir die Geschehnisse rund um Korzu, die alten Erzählungen, die Entstehung der Iskari, das Aufdecken alter Geheimnisse und die Annäherung mit den Drachen sehr gut gefallen, genauso wie Kristen Ciccarelli diese mithilfe eines einzigartigen und einnehmenden Settings erzählt. Auch wenn die Geschichte der Iskari und des Namsara am Anfang sehr kompliziert und weitschweifend erscheint, habe ich sie besser verstehen können, als ich erwartet hatte. Der Einschub der "alten Geschichten" haben mir dabei besonders gut gefallen und dem Buch einen einzigartigen Touch gegeben. Das komplette Werk ist dabei schön gestaltet und hat mich mit den grazilen Ornamenten am Kapitelanfang ansprechen können.

Im Vordergrund steht definitiv die Iskari Asha, die Drachentöterin, die auch öfter die Todbringerin genannt wird. Die Menschen im Land haben Angst und Respekt vor ihr, verneigen sich, aber bleiben immer auf Abstand. Anfangs war ich ein bisschen skeptisch, ob ich Asha mögen würde, denn der Heldenstatus ist schon auf den ersten Seiten für sie vorbestimmt. Aber sie ist eine sehr geradlinige und kämpferische Person, die gleichzeitig aufgrund einer alten Bürde auch sehr jung und beschützenswert erscheint. Trotzdem wird sie sehr stark dargestellt – was der Autorin wohl auch ein großes Anliegen war – aber sie ist auf keinen Fall kalt, skrupellos oder egozentrisch, weswegen ich sie schließlich doch sehr mochte und mit Spannung ihren Weg verfolgt habe.

Neben Asha gibt es noch weitere, für die Handlung wichtige Personen, wie beispielsweise ihre Cousine Safira, ihren Bruder Dax – die mir beide sehr gut gefallen haben, weil sie Asha jederzeit bedingungslos unterstützen – ihren Vater, den Drachenkönig, und ihren Verlobten Jarek – die beide sehr speziell sind und die perfekte bösartige Facette in die Handlung bringen. Insgesamt hat das Buch sehr unterschiedliche, aber starke und abwechslungsreiche Charaktere, die die Geschichte spannend halten, die Geschehnisse voranbringen und noch einiges für einen zweiten Teil bereithalten.

Für mich persönlich hätte die Liebesgeschichte mehr im Vordergrund stehen dürfen – schließlich wird sie ja schon im Klappentext angedeutet. Den Zwiespalt, in dem Asha steckt wird zwar sehr deutlich, denn sie steht zwischen zwei Männern: den einen, den sie lieben lernt, aber nicht haben darf und den anderen, den sie hasst, den sie aber braucht, um das Königreich aufgrund ihrer Vergangenheit zu einen. Dies bringt natürlich automatisch einige Komplikationen mit sich, die ich allerdings gerne mehr ausgearbeitet gesehen hätte – vor allem in Bezug auf Asha und Torwin.

Abgerundet wurde für meiner Meinung nach das Buch perfekt durch die leicht orientalischen, mittelalterlichen und fantasy-lastigen Elemente. Dieses Setting mag ich ganz besonders, weil ich darin ausgesprochen gut abtauchen kann. "Iskari" vereint all das sehr gut miteinander und stellt gekonnt die Aspekte einer Zwangsheirat, einem gespaltenen Königreich, der Drachen, der Sklavenkämpfe und dem allgemeinen orientalischen Flair in den Vordergrund. Für mich war das sehr überzeugend.

Fazit
"Iskari – Der Sturm naht" war zwar leider nicht ganz so das Highlight, das ich gerne gehabt hätte, aber es ist dennoch ein abwechslungsreiches Werk, das einiges zu bieten hat. Wenn man Geschichten mit einer starken Hauptprotagonistin, mit Drachen, alten Geheimnissen und schmerzendem Verrat mag, dann wird Iskari sicher genau die richtige Lektüre sein.

Veröffentlicht am 26.02.2018

Ein toller Reihenauftakt mit ein bisschen Luft nach oben.

Save Me
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Ich denke, jeder, der schon mal ein Buch von Mona Kasten gelesen hat, hat ihre Neuerscheinung "Save me" mehr als sehnsüchtig erwartet – denn genauso ging es mir auch. Ihre "Again"-Reihe hatte ich schnell ...

Ich denke, jeder, der schon mal ein Buch von Mona Kasten gelesen hat, hat ihre Neuerscheinung "Save me" mehr als sehnsüchtig erwartet – denn genauso ging es mir auch. Ihre "Again"-Reihe hatte ich schnell verschlungen, weswegen ich dringend Nachschub der Erfolgsautorin gebraucht habe. "Save me" ist der erste Teil der "Maxton Hall"-Reihe und erzählt Rubys und James Geschichte, die es im Laufe des Buches überhaupt nicht einfach miteinander haben und sowohl gemeinsam, als auch alleine, gegen die alltäglichen Tücken des Lebens, Probleme und Konflikte, sowie unerwartete Schicksalsschläge kämpfen.

Ich denke, ich verrate nicht zu viel über dieses Buch, wenn ich sage, dass die Geschichte von den unterschiedlichen Charakteren lebt. Im Vordergrund stehen dabei Ruby und James, aber auch James' Schwester Lydia, seine Freunde Cyril, Kesh, Allistair und Wren, sowie Rubys Schwester Ember und ihre Freundin Lin nehmen große Teile des Plots ein, beeinflussen ihn oder lenken die Geschehnisse in eine vollkommen andere Richtung, als ich beim Lesen erwartet hätte.

Im Interview zur Preview-Party hat die Autorin bereits gesagt, dass sie bei den Charakteren mit Steckbriefen gearbeitet hat – und das merkt man meiner Meinung nach auch sofort. Ich finde die Figuren sind sehr unterschiedlich und tiefgründig ausgebaut, sind sehr stark in die Geschichte integriert und jeder hat darin seinen eigenen Platz. Keiner der Charaktere wirkte im Plot unnötig oder fehl am Platz; jeder lenkt die Geschichte. Entweder, in dem er Teile der Vergangenheit aufdeckt, die Gegenwart verkompliziert oder schon die Weichen für die Zukunft legt. Die Steckbriefe von Ruby und James könnt ihr euch übrigens auf Mona Kastens Webseite anschauen.

Ruby und James sind da als Hauptcharaktere natürlich besonders wichtig. Ruby ist mir auch sofort ans Herz gewachsen. In meiner Bewerbung zum Vorablesen bei der Lesejury habe ich direkt betont, dass Ruby mir unglaublich ähnlich sieht. Ich liebe Kalender und Listen, verschiedene Farben für verschiedene Kategorien, schreibe meine To-Dos und Ziele auch gerne auf und bewahre mir dadurch meine Zielstrebigkeit, meine Disziplin und meine Motivation. Auch wenn Ruby ein paar Jahre jünger ist als ich, habe ich mich direkt mit ihr identifizieren können und viele ihrer Gedanken sehr gut nachvollziehen können. Ihr dringender Wunsch nach Oxford zu kommen, sich ihre Träume und Wünsche zu erfüllen, dafür zu kämpfen, niemals aufzugeben und sich von nichts und niemandem dabei im Weg stehen lassen, habe ich sehr bewundert und an ihr als Figur auch sehr geschätzt. Ich finde sie so wunderbar geschrieben, dass ich mehr als einmal Angst hatte, dass sie in der Welt des Maxton Hall und damit auch in James Welt schlichtweg zerbricht.

Während Ruby bei mir voll ins Schwarze getroffen hat, hatte ich dennoch so meine Probleme mit James. Ich sehe seinen Charakter sehr gut und er hat definitiv seine Stärken, allerdings finde ich es so schade, dass er sich immer wieder unterkriegen lässt, äußere Umstände als Ausrede benutzt, sich daneben zu benehmen, andere zu verletzen und sich selbst hängen zu lassen. Er ist so absolut gar nicht wie Ruby, hält nie an seinen Träumen und Zielen fest, lässt sich treiben und benimmt sich daher mehr als einmal wie ein eingebildeter, taktloser und schlichtweg unsympathischer Idiot. Dieses Hin und Her mit Ruby fand ich einfach nur respektlos und ich persönlich würde ihm auch nie wieder mehr Chance geben. Und erst recht nicht die Macht, mich wieder so zu verletzen, wie er es mehrfach bei Ruby tut. Mona Kasten hat es zwar geschafft, dass ich seine guten Seite sehe, aber er wird sich im Laufe der Reihe entwickeln müssen, um mich überzeugen zu können – bisher habe ich da so meine Schwierigkeiten.

Die Handlung an sich hat mir allerdings sehr gut gefallen. Das Buch weist meiner Meinung nach absolut keine Längen auf, denn durch verschiedene Vorkommnisse (die Affäre eines Schülers mit einem Lehrer, das Bewerbertraining für Oxford, die Schul-Event-Planung und James' Sport Lacrosse) wird der Unterhaltungswert des Buches immer oben gehalten. Wie oben schon erwähnt, gibt es auch viel Hin und Her zwischen Ruby und James, viel böses Blut und einige sehr verletzende Worte – so wie man das eben von Young Adult Büchern gewohnt ist. Die Autorin hat auf jeden Fall einige sehr erinnerungswürdige und schöne Szenen geschaffen, die die Beziehung zwischen Ruby und James auf jeden Fall stärken und ich bin gespannt, was da noch kommen wird.

Ich persönlich hätte mir ja einen richtig fiesen Cliffhanger gewünscht. Die Chance gab es gegen Ende auf jeden Fall (und ich hätte sie auch genutzt), aber Mona Kasten wollte das Buch anscheinend nicht ganz so fies und ein bisschen runder zu Ende bringen. Ich kann mir schon ungefähr denken, wie es weitergeht, auch wenn ich von James Verhalten am Ende überhaupt nicht begeistert bin. Trotzdem freue ich mich auf den zweiten Teil, denn James' und Rubys Geschichte ist noch nicht zu Ende. "Save me" lässt da einige Fragen offen und verspricht für die Fortsetzung viel Drama und Tränen.

Fazit
"Save me" ist ein tolles, unterhaltendes Buch mit einigen guten Wendungen und Höhepunkten, allerdings kommt es meiner Meinung nach an die "Again"-Reihe nicht heran. Dafür haben mir zu viele Sympathiepunkte beim männlichen Hauptprotagonisten gefehlt. Trotzdem ist dieses Buch ein gelungener Reihenauftakt, auf dessen Fortsetzungsband ich mich sehr freue.