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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2020

Keine massentaugliche Fantasy

Priest of Bones
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Der Krieg ist vorbei und so kehrt Armeepriester Tomas Pietry gemeinsam mit seinem Trupp in die Heimat zurück - nach Ellinburg. Doch wie er feststellen muss hat sich dort viel verändert. Seine Familie hat ...

Der Krieg ist vorbei und so kehrt Armeepriester Tomas Pietry gemeinsam mit seinem Trupp in die Heimat zurück - nach Ellinburg. Doch wie er feststellen muss hat sich dort viel verändert. Seine Familie hat hier nicht mehr länger das sagen, stattdessen andere Garnoven, die es gilt von ihrem Thron zu stoßen und erneut die Macht über Ellinburg an sich zu reißen. 

Tatsächlich bin ich etwas zu naiv an das Buch herangegangen. Eine Truppe von Chaoten, ein Ziel, ausgefeilte Pläne - das klang für mich nach einem spannenden Abenteuer. Letztendlich habe ich mich jedoch ein bisschen durchquälen müssen und mich zudem nicht so richtig erfreuen können an viel Gewalt, viel Gesaufe und wahnsinnig vielen verschiedenen Charakteren, von denen ich nur mit den allerwenigsten warm wurde. Übrigens: Ohne das Glossar des "Who-is-Who" auf den vorderen Seiten wäre ich vollkommen aufgeschmissen gewesen. Für mich als positiv empfand ich dafür aber den bissigen Humor des Protagonisten. Dieser brachte etwas Frisches in das Buch, auch wenn es für mich lang nicht gereicht hat, um mir zu gefallen. Das ist aber wohl weniger eine Frage der Qualität des Schreibsstils oder der Handlung, sondern tatsächlich reine Geschmackssache. Für mich war es ein Fehlgriff.

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Veröffentlicht am 06.11.2020

Anfangs langatmig, am Ende umso spannender

Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant
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Für mich hat "Kingdoms of smoke" bereits jetzt Epos-Potenzial: Durch die Perspektiven verschiedener Charaktere baut sich langsam eine Verschwörung auf, deren Ausmaße sich zum Ende spannend entladen. 

Als ...

Für mich hat "Kingdoms of smoke" bereits jetzt Epos-Potenzial: Durch die Perspektiven verschiedener Charaktere baut sich langsam eine Verschwörung auf, deren Ausmaße sich zum Ende spannend entladen. 

Als Hauptfigur würde ich von allen fünf Helden Catherine betrachten. Ihre Perspektive war für mich auch die spannendste. Als Tochter des Königs von Brigant und Verlobte des Prinzen aus Pitoria stellt sie eine Schlüsselfigur dar. Kurz zu ihrer Handlung: Ihr Vater schickt sie gemeinsam mit ihrem Bruder auf die Reise nach Pitoria, um dort Prinz Tzsayn zu heiraten, dem sie zuvor noch nie begegnet ist. Die Eheschließung der beiden soll den Frieden zwischen den beiden Ländern noch intensivieren und Pitoria soll als neuer Verbündeter gegen das feindliche Calidor hervorgehen.

Während Prinzessin Catherine sich also auf Reisen befindet, lernen wir langsam alle Charaktere und ihre Geschichten kennen, wobei knapp 300 Seiten vergehen, die manchmal leider auch etwas schleppend waren. Beißt man sich da jedoch durch, wird man mit sehr viel mehr Spannung auf den folgenden 250 Seiten belohnt. Zum Ende hin laufen auch alle Erzählstränge zusammen, worauf man sich als Leser geduldig hinarbeiten muss. Aber: Es lohnt sich! 

Für mich hielt das Buch gerade in der zweiten Hälfte viele Überraschungen und Spannungen bereit, aber man muss sich auch einstellen auf Gewalt und Grausamkeiten. Wie in den besten Serien, sollte man auch hier die Charaktere nicht zu früh zu lieb gewinnen. Der erste Band endet für mich mit einem gewaltigen Cliffhanger, sodass ich nun ungeduldig auf die Fortsetzung warten muss.

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Veröffentlicht am 06.11.2020

Tolle Liebesgeschichte, dünne Fantasy

Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit, Band 1
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Nach der Trennung von ihrem Ex-Freund möchte June ihr letztes Schuljahr in Cornwall bei ihrem Onkel verbringen und eine Privatschule besuchen, dank der sie sich beste Chancen auf Oxford ausrechnet. Statt ...

Nach der Trennung von ihrem Ex-Freund möchte June ihr letztes Schuljahr in Cornwall bei ihrem Onkel verbringen und eine Privatschule besuchen, dank der sie sich beste Chancen auf Oxford ausrechnet. Statt einem entspannten letzten Schuljahr, bekommt sie es allerdings mit Spukgeschichten, magischen Fähigkeiten und zwei auf magische Weise anziehend wirkenden Cousins zu tun. 

Das Buch besticht zunächst mit der schönen Landschaft Cornwalls. Nicht selten wird diese von den Autorinnen detailiert beschrieben, sodass man sich als Leser direkt dorthin versetzen kann. 

Einen weiteren Pluspunkt gibt es für die Charaktere. Zwar gehen unsere Protagonisten (June, Blake, Preston) nicht allzu sehr in die Tiefe, dennoch sind sie einem auf ihre Art alle sympatisch. Besonders gern mochte ich Lilly und Grayson, mit denen June alles andere als langweilige Freunde auf der neuen Schule gefunden hat. 

Nun zum wichtigsten Teil dieser Rezension: Das Buch fällt unter das Genre Romantasy - und dies sei vor der Kaufentscheidung wohl bedacht. Mir persönlich gefiel das Buch sehr gut, aber zumindest für diesen ersten Band der Trilogie gilt: Hier steht die Romantik gegenüber der Fantasy ganz klar im Vordergrund. Das Magische eröffnet sich in diesem Band verhältnismäßig spät. Und auch der ganz große Plot wird erst zum Ende zumindest ein wenig ersichtlich. Tatsächlich kann ich nach Beenden des ersten Bands gar nicht genau sagen, worum sich die beiden anderen Bände eigentlich drehen werden. Und wofür sind diese magischen Gaben denn nun eigentlich gut?

Dafür, dass der Fantasyanteil etwas dünn bleibt, konnte mich aber der romantische Teil sehr überzeugen! Dieser machte tatsächlich die gesamte Spannung des Buches aus und konnte mich wirklich gut packen. Im Mittelpunkt stehen hier natürlich Blake und Preston und eine lange Zeit kann man mitfiebern, für wen June's Herz nun eigentlich schlägt. Auch das recht offene Ende baut ganz auf der Liebesgeschichte auf. 

Für den unklaren Gesamtplot und die sich nur sehr langsam einschleichende Magie - die mir mitunter auch ein kleinwenig überspitzt schien - muss ich leider einen Stern abziehen. Aber da mich die Liebesgeschichte hier voll packen konnte, gebe ich gerne 4 Sterne. 

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Veröffentlicht am 06.11.2020

Wichtiger Jugendroman mit starker Protagonistin

Sieh mich an
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Nach einem schweren Hausbrand verliert Ava beinahe alles: ihre Eltern, ihr Zuhause, ihre beste Freundin. Und große Teile ihrer eigenen Haut. Nach langen, schmerzhaften Monaten im Krankenhaus und zahlreichen ...

Nach einem schweren Hausbrand verliert Ava beinahe alles: ihre Eltern, ihr Zuhause, ihre beste Freundin. Und große Teile ihrer eigenen Haut. Nach langen, schmerzhaften Monaten im Krankenhaus und zahlreichen OPs zieht Ava bei ihrer Tante Cora und ihrem Onkel Glenn ein, die bei dem selben Brand ihre Tochter verloren haben. Für Ava beginnt in der neuen Heimat auch wieder der Schulalltag. Sie soll die Highschool in der Nachbarschaft besuchen, zunächst probeweise für zwei Wochen. Und diese zwei Wochen können für ein Mädchen mit Narben eine lange, schwere Zeit werden.


Dieses Buch spricht viele Themen an, die heute vielleicht mehr denn je von großer Wichtigkeit sind. Mobbing ist hier ganz klar ein Thema, auch die Tatsache, dass Schönheit nichts mit Äußerlichkeiten zu tun haben muss - oder sich zumindest nicht darauf reduzieren lässt. 


Ava macht sich das Leben mit ihren Narben alles andere als leicht. Durch den Brand hat sie große Teile ihrer Haut verloren. Die Folge sind zahlreiche Hauttransplantationen, weswegen sie sich selbst ein wenig wie ein Flickenteppich fühlt. Am meisten stören sie ihre Hand, die sie gern Zange nennt, da jeweils zwei Finger miteinander verwachsen sind. Hinzu kommt noch, dass dort wo ihr Daumen sitzen sollte, nun ihr großer Zeh sitzt. Und ihre Augen, die herunterhängen. 


Das Buch ist komplett aus Avas Sicht geschrieben und gibt dem Leser damit tiefe Einblicke in ihre Seele, die scheinbar genauso geschunden ist wir ihr Äußeres. Ava leidet sehr unter ihren äußerlichen Narben und macht sich das Leben damit schwerer als es sein muss. Es dauert eine Weile, aber irgendwann erkennt auch Ava das. Die Autorin schildert Avas Inneres so ehrlich und glaubwürdig, dass ich überzeugt bin, dass sie gut recherchiert hat. Wenn man sich auch nicht vorstellen kann, wie schwer es wirklich für einen Menschen sein muss, der so etwas durchgemacht hat, so kann man doch mit jeder von Avas Zeilen mitfühlen. Ava ist eine wahnsinnig starke Protagonistin.


Die Nebencharaktere haben mir mal mehr, mal weniger gut gefallen, aber alle haben sie ihre Rolle in diesem Buch perfekt eingenommen, um es authentisch wirken zu lassen. Ein bisschen fühlt es sich an, wie aus der Realität gegriffen. Das mag ich daran so gern.


Ebenfalls ein Pluspunkt der Geschichte ist, dass sie nicht so vorhersehbar ist, wie man eingangs annehmen könnte. So gab es Wendungen, die ich tatsächlich anders erwartet hätte, aber sich so noch viel besser fügen. Nur eine kleine Sache störte mich an dem großen Finale ein wenig bei Piper, aber ohne zu spoilern kann ich hier leider nicht mehr verraten. Dennoch ist dieser Roman rundum hohe Kunst mit einer wichtigen Botschaft. Und aufgrund der so wichtigen Themen, die er anspricht, ist er auf jeden Fall ein Roman für's Jugendbuchgenre, der genau von dieser Zielgruppe hoffentlich sehr viel gelesen wird. Denn er kann uns allen ein bisschen die Augen öffnen.

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Veröffentlicht am 06.11.2020

Ganz viel Drama und große Geheimnisse

Rixton Falls - Secrets
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Das Buch beginnt mit einem Rückblick in die Vergangenheit: Wir springen als Leser durch die verschiedenen Stationen des Erwachsenwerdens von unseren Protagonisten Demi und Royal, die sich schon von kleinauf ...

Das Buch beginnt mit einem Rückblick in die Vergangenheit: Wir springen als Leser durch die verschiedenen Stationen des Erwachsenwerdens von unseren Protagonisten Demi und Royal, die sich schon von kleinauf kennen und früh ineinander verlieben. Doch als Demi 18 Jahre alt und seit einem Jahr mit Royal zusammen ist, passiert das Unerwartete: Von einem Tag auf den anderen verschwindet Royal aus ihrem Leben und ihr Vater verschweigt ihr weshalb. Sprung in die Gegenwart - sieben Jahre später. Demi ist inzwischen verlobt, doch trotzdem bekommt sie Royal nicht aus ihrem Kopf. Und kaum passiert ihrem Verlobten ein schwerer Autounfall, der ihn ins künstliche Koma befördert, steht ihre große Jugendliebe wieder vor ihrer Tür - und mit ihm jede Menge Geheimnisse und Lügen, die nach und nach ans Licht kommen.

"Rixton Falls - Secrets" war für mich kein typischer New Adult-Roman. Die Liebesgeschichte zwischen Demi und Royal steht an erster Stelle, klar, aber daneben gab es so viel Drama, Schmerz, Leid und schreckliche Charaktere, dass selbst die ohnehin wenig berührende Liebe der Protagonisten hier nichts retten konnte. Ein Drama folgte auf das nächste.

Aber fange ich lieber noch mal von Vorne an. In der Geschichte passiert viel mehr als der Klappentext verrät und los geht es damit, dass wir Demis Erwachsenenleben erst einmal kennenlernen müssen - und zwar unvermittelt im Krankenhaus an der Seite ihres im Koma liegenden Verlobten. Die Autorin bringt uns Demis Situation und Lebensumstände geschickt näher, in dem sie relevante Informationen zum Beispiel in Dialogen oder Gedankengängen der Protagonistin einfließen lässt. Doch trotzdem war es etwas viel Information zum Anfang. Man wurde ein wenig in die Geschichte geworfen, ohne zu wissen, wie einem geschieht. Das rasante Tempo vom Anfang behielt die Autorin leider durchweg bei. Man flog quasi durch die Ereignisse, die Schlag auf Schlag erfolgten. Und von sozusagen Sekunde eins der Geschichte steht neben Demi auch Royal als Protagonist im Mittelpunkt. Die Kapitel sind wechselweise aus der Sicht der beiden geschrieben, wobei Demis Abschnitte deutlich interessanter sind, verliert sich Royal in der Regel doch fast ausschließlich in Schwärmereien über Demi. 

Dies ist mit ein Grund, warum ich mit keinem einzigen Charakter in diesem Buch warm geworden bin. Demi stellt stets das Befinden der anderen vor ihr eigenes, was sie dazu verleitet, nie ihren Mund aufzumachen. Darüber kann ich mich immer sehr bei Figuren aufregen. Royal ist durch seine Demi-Besessenheit (ja, so kann man es definitiv nennen!) für mich eher nervig gewesen. Neben den beiden treten zahlreiche weitere Figuren auf - Royals und Demis Familienmitglieder, natürlich Demis Verlobter und seine Mutter. Es waren allesamt grausige Charaktere, insbesondere Demis Familie blieb absolut farblos.

Und auch die Liebe zwischen den Protagonisten konnte mich leider zu keinem Zeitpunkt berühren. Hier baut sich nichts langsam auf, sie ist von Anfang an von 0 auf 100 da. Damit konnte ich leider nicht viel anfangen. 

Wer einen temporeichen New Adult-Roman mit ganz viel Drama und großen Geheimnissen, die extra lange herausgezögert werden, sucht, ist mit "Rixton Falls - Secrets" gut bedient. Wer jedoch eine tatsächlich berührende Liebesgeschichte möchte, sollte lieber zu einem anderen Buch greifen.

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