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Veröffentlicht am 18.07.2020

Das wahnsinnige Potenzial leider nicht gut genutzt

Lips Don't Lie
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Tristan ist als ein Mitglied der FiftySeven aufgewachsen, einer schwerkriminellen Bande aus der amerikanischen Stadt Miller. Er ist nicht gerne ein Mitglied, aber die Gang ist seine einzige Chance in einer ...

Tristan ist als ein Mitglied der FiftySeven aufgewachsen, einer schwerkriminellen Bande aus der amerikanischen Stadt Miller. Er ist nicht gerne ein Mitglied, aber die Gang ist seine einzige Chance in einer Welt voller Bandenkriege, Drogen und Gewalt zu überleben. Eines Tages zieht Riley in die Stadt, die das genaue Gegenteil von Tristans Welt zu sein scheint. Ihm ist klar, er muss sich zu ihrem eigenen Schutz von ihr fernhalten - doch das ist leichter gesagt als getan. 

Im Fokus des Romans steht das Thema der Bandenkriminalität, ein wie ich finde für das Genre durchaus untypisches Thema, aber zugleich auch spannend. Die Autorin liefert uns hier durch Tristans Augen erschreckende Eindrücke in eine Welt voller Gewalt, Leid und Hass, die so in Teilen Amerikas tatsächlich Realtität ist. Das schreibt auch Ginger Scott in ihrer Danksagung, die selbst Gangmitglieder aus ihrer Schulzeit kennt. So schildert sie in "Lips don't lie" zum Teil auch reale Geschichten von Gangmitgliedern. Dementsprechend wundert es kaum, dass mich Tristans Sicht der Geschichte definitiv packen konnte. Das Buch ist abwechselnd aus seiner Sicht und aus der Sicht der weiblichen Protagonistin Riley geschrieben. Und mit ihr kommen wir nun auch zu dem großen ABER. Mir ist in einem Buch selten eine anstrengendere, nervigere Protagonistin als Riley begegnet. Riley hat meiner Meinung nach nicht viele gute Eigenschaften: Sie ist egoistisch, stur, sehr naiv, nicht kritikfähig und gleichzeitig davon überzeugt, dass ihre Meinung und ihre Entscheidungen die einzig richtigen sind. Sie ist absolut keine typische Young Adult-Protagonistin, ist sie doch eher weniger das "typische Mädchen", sondern rasiert sich sogar freiwillig die Haare ab, um von den Jungs als Kumpel akzeptiert zu werden. Das war durchaus mal erfrischend anders, machte ihren anstrengenden Charakter jedoch nicht angenehmer. Leider erschließt sich mir nicht wozu eine eigentlich gute Geschichte mit einem interessanten männlichen Protagonisten eine derart dominante weibliche Protagonistin braucht, die ihrem männlichen Kollegen im negativen Sinne die Show stielt. 

Natürlich gibt es auch eine durch und durch intensive Liebe zwischen den beiden, wobei Riley für Tristan wohl schon einer Gottheit gleich kommen muss, so sehr perfektioniert er sie. Riley dagegen zeigt mal wieder ihre ambivalente Ader, indem sie zu Beginn des Romans noch der festen Meinung ist überhaupt keine große Lust auf Jungs, Beziehungen und Co. zu haben (ist sie doch auch noch Jungfrau und hat außer Küssen beim Flaschendrehen noch keine Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gemacht), lässt dagegen aber bei der erstbesten Gelegenheit ihr Höschen für den Bad Boy Tristan fallen. Selten konnte ich mit einer Protagonistin weniger anfangen als mit Riley.

Meine Drei-Sterne-Bewertung beruht daher zum einen auf Rileys Charakter, zum anderen auf der Genrewahl der Autorin für das spannende Thema der Bandenkriminalität. Ein eigentlich so schockierendes, reales, bewegendes, aber auch spannendes Thema passt in einige Genres und gäbe dort eine super Story ab, doch reingequetscht in einen Liebesroman mit dem Young-Adult-Stempel aufgedrückt? Das nimmt dem Bandenkriminalitätsthema viel an Glaubwürdigkeit, was ich äußerst schade finde. Dieses Genre kann dem Thema einfach nicht gerecht werden. Es mit einer Liebesgeschichte zu verbinden ist ja ok, aber sie so in den Fokus zu rücken, zieht das eigentlich interessante Thema ein wenig ins Unpassende. So viel Potenzial, nur leider nicht gut genutzt. Schade.

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Veröffentlicht am 08.07.2020

Ein Liebesroman, der nicht vor ernsteren Themen zurückschreckt

Time to Love – Tausche altes Leben gegen neue Liebe
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Leenas Schwester Carla ist vor einem Jahr an Krebs gestorben. Seitdem stürzt sich die inzwischen 29-jährige Leena in ihre Arbeit als Beraterin - und sie ist daran eigentlich außerordentlich erfolgreich. ...

Leenas Schwester Carla ist vor einem Jahr an Krebs gestorben. Seitdem stürzt sich die inzwischen 29-jährige Leena in ihre Arbeit als Beraterin - und sie ist daran eigentlich außerordentlich erfolgreich. Bis sie bei einem Kunden einen Anfall von Panik bekommt, der ihrem Arbeitgeber beinahe den Auftrag gekostet hätte. Kurzerhand bekommt sie von ihrer Chefin zwei Monate Zwangsurlaub aufgedrückt. Leena nutzt die Zeit, um ihre Großmutter Eileen in ihrer alten Heimat zu besuchen und kommt auf eine verrückte Idee: Die beiden tauschen für zwei Monate ihre Wohnungen - und ihre Leben. Leena wird die kleinen Projekte des Dorflebens, wie z.B. das Fest zum Maifeiertag, organisieren und Eileen stürzt sich auf den Londoner Datingmarkt. 

Das Buch ist abwechselnd aus den Perspektiven von Leena und Eileen geschrieben. Beginnen wir mit Leena: Sie war mir zunächst eher unsysmpatisch und farblos. Ihre Arbeit ist alles für sie, sie würde dafür jeden Feierabend und jedes Wochenende opfern - und tut dies vermutlich wohl auch. Sie und ihre Freundin und Arbeitskollegin Bee träumen schon eine Weile von ihrem eigenen Beratungsunternehmen. Doch seit Carlas Tod ist diese Idee eingeschlafen. Neben Bee ist auch Ethan ein wichtiger Teil von Leenas Leben. Er ist ihr Freund, dabei jedoch absolut farblos und noch viel langweiliger und unsympatischer. Er arbeitet ebenfalls in derselben Firma wie Leena und Bee und scheint davon mitzuprofitieren, dass seine Freundin wirklich gut in ihrem Job ist. Der Inbegriff eines gemütlichen Abends scheint es bei den beiden zu sein, sich gemeinsam Ethans PowerPoint-Präsentationen anzugucken. Da bekam ich schon direkt eine kleine Gänsehaut. Aber glückerlicherweise entwickelt sich Leenas Geschichte ganz anders, als sie in ihrem Heimatdorf einkehrt - und zufällig auch noch dem attraktiven Jackson aus der Nachbarschaft begegnet, den sie schon aus Kindertagen kennt.

Eileens Abschnitte legen dagegen direkt Lockerheit und Humor an den Tag. Nach dem Wade Eileen für eine Tanzlehrerin verlassen hat, möchte sie nun endlich wieder eine neue Liebe kennenlernen. Doch leider bietet ihr Heimatdörfchen nicht viel an passenden Kandidaten in ihrem Alter. Aus Verzweiflung führt sie sogar für jeden älteren Herren aus der Nachbarschaft eine Pro- und Contra-Liste, bei der jedoch keiner so richtig gut abschneidet. Höchste Zeit also mal die Perspektive zu ändern, denn in London gibt es ja nun mal de facto viel mehr Männer, die als neue Liebe infrage kämen. Eileen zieht in Leenas WG in London und krempelt dort das Leben von Leenas Mitbewohnern ordentlich um. 

Anfangs haben mir die Abschnitte von Eileen sehr viel besser gefallen als von Leena, doch das änderte sich im Laufe der Geschichte. Im Prinzip ist es ein bisschen wie zwei Liebesgeschichten in einem Buch, denn nicht nur bei Eileen, sondern auch bei Leena geht es natürlich um die Liebe - auch wenn weniger dominant als bei Eileen. Ein anderes großes Thema, was hier vor allem Leena beschäftigt, ist die Verarbeitung des Todes ihrer Schwester und der Wut, die sie seitdem für ihre Mutter hegt. Bevor sich unsere Protagonisten also verlieben können, muss erst eine Familientragödie überstanden werden und das ist gar nicht so einfach. Dies nimmt im Roman fast mehr Raum ein, als die eigentlichen Liebesgeschichten. Das ist jedoch absolut nicht negativ, da die Autorin das Thema absolut überzeugend aufarbeitet. Es macht den Roman sehr bewegend, sodass man hier durchaus auch mal die ein oder andere Träne verdrücken darf. Ganz am Ende wird man dafür natürlich auch mit einem Happyend und der Liebe belohnt. 

Obwohl sich der Roman - wie nunmal so häufig bei Liebesromanen - einer Reihe Klischees bedient, ist er authentisch und nah am Leben, was ihn definitiv aus der Masse an Liebesromanen hervorhebt. Sehr lesenswert, wenn man auch mal Wert auf ernstere Themen in unterhaltender Literatur legt.

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Veröffentlicht am 01.07.2020

Ein außergewöhnlicher Abschluss für eine beeindruckende Saga

Die Spiegelreisende 4 – Im Sturm der Echos
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Achtung: Dies ist der 4. und letzte Band einer Reihe. Wer die Vorgänger nicht kennt, für den enthält diese Rezension Spoiler.

Zum Ende von Band 3 sind Ophelia und Thorn so vereint wie nie. Wären da nicht ...

Achtung: Dies ist der 4. und letzte Band einer Reihe. Wer die Vorgänger nicht kennt, für den enthält diese Rezension Spoiler.

Zum Ende von Band 3 sind Ophelia und Thorn so vereint wie nie. Wären da nicht diese ständigen Echos und die Gefahr, die nach wie vor von dem Anderen und Eulalia Gort ausgeht. Teile der Arche Barbel verschwinden derweil im Nichts und alle Spuren führen zum Beobachtungsinstitut. Im Auftrag der Genealogen geht Thorn als verdeckter Ermittler in das Institut. Ophelia dagegen lässt sich selbst als "Untersuchungsobjekt" einweisen - trotz der Warnungen ihrer Freunde, dass bisher niemand, der das Institut als Patient betreten hat, dieses auch freiwillig wieder verlassen durfte. Und währenddessen zerfallen die Archen der Welt weiter und verschlucken zahlreiche Menschen mit sich. 

Wer die Bände der Reihe nicht in einem Rutsch liest, sondern sie nach und nach im Tempo ihres Erscheines gelesen hat, der wird gerade am Anfang des 4. Bandes etwas brauchen, um wieder in die Geschichte hinein zu finden. Die Vorgängerbände zu kennen, ist an dieser Stelle der Geschichte definitiv zwingend erforderlich. Lauter Fakten und Informationen strömen auf den Leser ein, sodass ich das ein oder andere doppelt lesen musste, um zu verstehen, was diese neue Information eigentlich für die Geschichte bedeutet und wie ich sie einzuordnen habe. Hat man diesen - doch tatsächlich - anspruchsvollen Teil überstanden, nimmt die Spannungskurve rapide zu. Hier geben sich die spannenden Momente, in denen ich mit Ophelia mitgefiebert oder mitgezittert habe, die Klinke. Wird ein Rätsel entschlüsselt, kommen zwei neue dazu. Auf den etwa letzten 100 Seiten habe ich es dann vor Spannung fast nicht mehr ausgehalten. Das Buch hat ungeahnte Wendungen angenommen und es gab mindestens eine Szene, nach der ich das Buch erst einmal zur Seite legen und das Gelesene verdauen musste.

 Besonders beeindruckend ist allerdings das Ende. Es ist ganz anders als ich es erwartet - oder eher: mir erträumt hätte. Aber es ist gut so wie es ist. Es ist wie ich finde alles andere als typisch für das Genre, es bedient sich keiner Klischees und ob es nun ein Happyend ist oder nicht, kommt vielleicht ein wenig auf die Perspektive an. Aber es ist ein würdiger und vor allem sehr passender Abschluss, mit dem Christelle Dabos ein weiteres mal beweist, was für eine gute Autorin sie ist und vor allem wie besonders ihre Geschichte um die Spiegelreisende Ophelia ist.

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Veröffentlicht am 01.07.2020

Eine Liebe, die leise beginnt und nachhallend berührt

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
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Lucy ist Übersetzerin und Buchautorin und lebt in Hamburg. Um über Weihnachten ihre Eltern zu besuchen, sucht sie sich im Internet eine Fahrgemeinschaft und findet Ben - einen attaktiven, jungen Arzt, ...

Lucy ist Übersetzerin und Buchautorin und lebt in Hamburg. Um über Weihnachten ihre Eltern zu besuchen, sucht sie sich im Internet eine Fahrgemeinschaft und findet Ben - einen attaktiven, jungen Arzt, der ebenfalls in die Richtung muss und sie mitnimmt. Statt jedoch an ihrem Ziel anzukommen, landen die beiden in einem Schneegestöber, das ein Weiterfahren unmöglich macht. Ein Trecker rettet die beiden schließlich vor ihrer Nacht im Auto auf der Autobahn und bringt sie in ein nahegelegenes - jedoch auch abgelegenes - Dorf. Und zwar mitten auf den Hof von Dorle. Dorle, die inzwischen schon meherere Ehemänner überlebt hat, ist ganz begeistert von Lucy und Ben - und vererbt den beiden nur wenige Monate später ihren Hof. Sowohl Lucy als auch Ben können diesen Tapetenwechsel dringend gebrauchen - also, warum nicht zusammen ein Abenteuer wagen und als WG auf Dorles Hof ziehen?

Der Roman beginnt zwar zur Weihnachtszeit, setzt sich dann jedoch im Frühling mit dem Einzug auf dem Hof fort und zieht sich bis über den Sommer hinaus - man kann ihn also definitiv als passende Sommerlektüre einstufen. Zunächst sei auch der Schreibstil der Autorin betont, die mit einer flappsig lockeren Art schreibt und einem Großteil ihrer Dialoge und innerer Figurengedankengänge eine ordentliche Portion Humor beilegt. Das schien mir zu Beginn des Romans sehr gewollt, im Laufe der Geschichte habe ich den Humor der Autorin jedoch zu schätzen gewusst - er passt einfach super zu Lucys Charakter. 

Die Charaktere - insbesondere hier die Hauptcharaktere - waren tatsächlich sehr vielschichtig. Kristina Günak zögert nicht hier richtig in die Tiefe zu gehen, was bei Liebesromanen einfach viel zu selten der Fall ist, da sie häufig nur an der Oberfläche kratzen. Das war hier definitiv anders und damit sind Ben und Lucy zwei rundum sympatische und authentische Romanfiguren. 

Insgesamt sollte man sich bei diesem Roman darauf einstellen, dass es mal keine klischeehafte Liebesgeschichte ist. Die beiden Protagonisten schwirren hier nicht von Anfang an wie zwei verliebte Turteltäubchen umeinander herum - darum geht es hier absolut nicht! Aus meiner Sicht geht es hier weniger darum, wie die beiden sich kriegen, sondern eher wie man liebt und sich verliebt. Dies wird auch immer wieder Thema in Lucys Liebesroman, an dem sie als Autorin arbeitet. 

Kristina Günak erzählt eine wahnsinnig authentische Geschichte über die Liebe, ihr Erzähltempo ist dabei unschlagbar und jede Gefühlsregung der Protagonistin Lucy - aus deren Sicht der Roman geschrieben ist - ist absolut nachvollzieh- und fühlbar. Natürlich ist es unterm Strich auch eine Liebesgeschichte, jedoch definitiv nicht nur eine Liebegeschichte und zudem noch eine wirklich glaubhafte. Kristina Günak schneidet neben der Liebe noch einige weitere Themen an, sei es die Einsamkeit des Einzelnen in der Großstadt vs. der Gemeinschaftlichkeit auf Dörfern, Angststörungen oder beruflicher Stress, dem wir uns nur leider allzu häufig aussetzen. Entschleunigung ist hier ein treffendener Begriff zu diesem Roman, und ja, auch ich habe beim Lesen ein wenig entschleunigt.

Kristina Günak punktet hier mit einem aufgeweckten, humorvollen Schreibstil, liebevollen und vielschichtigen Charakteren und einer Liebesgeschichte, die zwar nur sehr langsam und vor allem leise kommt, dafür aber nachhallend berührt.

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Veröffentlicht am 17.06.2020

Kein Must-Read, aber lesenswert

Sturmtochter, Band 1 - Für immer verboten
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Nacht für Nacht jagt Ava zusammen mit ihrem Schulkameraden Lance Elementar-Wesen. Ava weiß nicht, was genau sie sind oder woher sie kommen - was sie aber weiß, ist, dass sie sehr gefährlich für die Menschen ...

Nacht für Nacht jagt Ava zusammen mit ihrem Schulkameraden Lance Elementar-Wesen. Ava weiß nicht, was genau sie sind oder woher sie kommen - was sie aber weiß, ist, dass sie sehr gefährlich für die Menschen sind, denn sie haben die Macht, die Elemente zu beherrschen. Eines Tages jedoch bemerkt Ava an sich selbst die Kraft, das Wasser zu kontrollieren - jedoch ohne eine Ahnung zu haben, wie sie diese Macht beherrschen sollte - und sie beginnt ihre eigene Geschichte und Herkunft zu hinterfragen. 

Die Geschichte beginnt actionreich. Wir befinden uns direkt bei Ava und Lance auf der Jagd nach einem Elementar. Danach verliert das Buch jedoch zunächst immer mehr an Tempo. Relativ früh wird Ava mit einer ihr unbekannten Kraft konfrontiert: Sie kann das Wasser lenken und muss schnell feststellen, dass sie in ihrem Umfeld nicht die einzige mit so einer Kraft ist. Das typische Urban-Fantasy-Ding (also, die Erkenntnis der Protagonistin: "Irgendwas stimmt nicht mit mir. Ich habe eine andere Herkunft als ich dachte.") kommt hier sehr früh und ist wirklich nahezu klischeehaft. Danach nimmt das Buch sich sehr viel Zeit, auszuführen wie Ava mit all dem klar kommt. Richtig ereignisreich wird das Buch dann erst zum Ende wieder. Aber da es sich um eine Trilogie handelt, ist das natürlich vollkommen legitim. 

Und eine Liebesgeschichte gibt es natürlich auch: Zunächst ist da Lance, bei dem die Autorin es nur leider versäumt hatte dem Leser mitzuteilen, dass Ava scheinbar schon eine Weile in ihn verknallt ist, denn zwischen den beiden sprühen relativ früh, fast aus heiterem Himmel, schon heftig die Funken. Neben Lance, taucht mit Reid noch eine weitere männliche Figur auf, die durchaus interessiert an Ava zu sein scheint. Doch was genau das für ein Interesse ist, werden wir Leser wohl erst in den Folgebänden erfahren. Insgesamt betrachte ich die Liebesgeschichte jedoch mit sehr gemischten Gefühlen. Sie begann zu plötzlich zu intensiv, um wirklich Gefühle bei mir zu wecken, nimmt aber im Weiteren noch einen schöneren Verlauf. Das Tempo wird auch hier wieder etwas zurückgeschraubt.

Insgesamt bewegten sich die Charaktere alle in einem sympatischen Bereich, man sollte sich jedoch bewusst sein, dass hier bisher wenig mit Charaktertiefe und Vielschichtigkeit, dafür aber mit vielen Klischees gearbeitet wird. 

Dieser Roman ist für mich leichte Kost unter der Romantasy. Er liest sich flüssig weg und kann gut unterhalten - und zwar so viel, dass ich auch gerne den nächsten Band lesen möchte. Doch ein Must-Read unter der Romantasy/Urban-Fantasy ist er nicht.

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