Gute Idee, aber nicht ganz mein Tempo
Not Quite Dead YetNot Quite Dead Yet von Holly Jackson habe ich gerade beendet – und ehrlich gesagt hat sich das Buch für mich ziemlich gezogen. Das lag sicher auch daran, dass ich aktuell viel Stress auf der Arbeit habe ...
Not Quite Dead Yet von Holly Jackson habe ich gerade beendet – und ehrlich gesagt hat sich das Buch für mich ziemlich gezogen. Das lag sicher auch daran, dass ich aktuell viel Stress auf der Arbeit habe und mir nicht jeden Tag bewusst Zeit zum Lesen nehmen konnte. Trotzdem fällt mir sonst das Lesen auch in stressigen Phasen nicht schwer, weshalb ich merke, dass es hier nicht nur daran lag.
Grundsätzlich finde ich die Idee und die Grundgeschichte wirklich richtig gut. Der Ansatz ist spannend, ungewöhnlich und vor allem nicht vorhersehbar. Auch das Kennenlernen der Familie der Protagonistin fand ich interessant, weil dort einige Dynamiken angedeutet werden, die viel Potenzial haben.
Was mich allerdings immer wieder rausgebracht hat, war die Glaubwürdigkeit der Handlung. Es ist für mich absolut unrealistisch, dass man mit einer derart schweren Verletzung noch aktiv Ermittlungen führen kann. Ich verstehe natürlich, dass man das für die Geschichte etwas ausblendet und in den Hintergrund rückt – trotzdem hat es mich gestört und es fiel mir schwer, das einfach zu akzeptieren. Insgesamt bin ich auch mit der Protagonistin nicht wirklich warm geworden, was es mir zusätzlich erschwert hat, emotional in der Geschichte anzukommen.
Hinzu kommt, dass es zwischendurch immer wieder Passagen gab, die sich langatmig angefühlt haben. Die Spannung ging stellenweise verloren, und rückblickend hätte man meiner Meinung nach einige Seiten problemlos kürzen können, ohne der Story zu schaden. Am Ende saß ich nicht mit einem „Oh mein Gott, wie krass war das bitte da“, sondern eher mit einem nüchternen Okay, war ganz gut, aber nichts, das hängen bleibt.
Unterm Strich ist Not Quite Dead Yet ein Buch mit einer starken, cleveren Idee und überraschenden Wendungen, das mich jedoch insgesamt nicht genug gepackt hat. Kein schlechtes Buch – aber für mich persönlich auch kein Highlight.