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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.12.2025

Gute Idee, aber nicht ganz mein Tempo

Not Quite Dead Yet
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Not Quite Dead Yet von Holly Jackson habe ich gerade beendet – und ehrlich gesagt hat sich das Buch für mich ziemlich gezogen. Das lag sicher auch daran, dass ich aktuell viel Stress auf der Arbeit habe ...

Not Quite Dead Yet von Holly Jackson habe ich gerade beendet – und ehrlich gesagt hat sich das Buch für mich ziemlich gezogen. Das lag sicher auch daran, dass ich aktuell viel Stress auf der Arbeit habe und mir nicht jeden Tag bewusst Zeit zum Lesen nehmen konnte. Trotzdem fällt mir sonst das Lesen auch in stressigen Phasen nicht schwer, weshalb ich merke, dass es hier nicht nur daran lag.
Grundsätzlich finde ich die Idee und die Grundgeschichte wirklich richtig gut. Der Ansatz ist spannend, ungewöhnlich und vor allem nicht vorhersehbar. Auch das Kennenlernen der Familie der Protagonistin fand ich interessant, weil dort einige Dynamiken angedeutet werden, die viel Potenzial haben.
Was mich allerdings immer wieder rausgebracht hat, war die Glaubwürdigkeit der Handlung. Es ist für mich absolut unrealistisch, dass man mit einer derart schweren Verletzung noch aktiv Ermittlungen führen kann. Ich verstehe natürlich, dass man das für die Geschichte etwas ausblendet und in den Hintergrund rückt – trotzdem hat es mich gestört und es fiel mir schwer, das einfach zu akzeptieren. Insgesamt bin ich auch mit der Protagonistin nicht wirklich warm geworden, was es mir zusätzlich erschwert hat, emotional in der Geschichte anzukommen.
Hinzu kommt, dass es zwischendurch immer wieder Passagen gab, die sich langatmig angefühlt haben. Die Spannung ging stellenweise verloren, und rückblickend hätte man meiner Meinung nach einige Seiten problemlos kürzen können, ohne der Story zu schaden. Am Ende saß ich nicht mit einem „Oh mein Gott, wie krass war das bitte da“, sondern eher mit einem nüchternen Okay, war ganz gut, aber nichts, das hängen bleibt.
Unterm Strich ist Not Quite Dead Yet ein Buch mit einer starken, cleveren Idee und überraschenden Wendungen, das mich jedoch insgesamt nicht genug gepackt hat. Kein schlechtes Buch – aber für mich persönlich auch kein Highlight.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Verloren zwischen Sprüngen und Schablonen – mein schwerer Weg durch Say You Swear

Say you swear
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Say You Swear war für mich ein äußerst zäher Lesemarathon – und das aus mehreren Gründen. Schon der Einstieg ins Buch fühlte sich an wie ein Sprung ins kalte Wasser: Man wird als Leser*in unmittelbar in ...

Say You Swear war für mich ein äußerst zäher Lesemarathon – und das aus mehreren Gründen. Schon der Einstieg ins Buch fühlte sich an wie ein Sprung ins kalte Wasser: Man wird als Leser*in unmittelbar in die Handlung geworfen, ohne Zeit, die vielen Charaktere einzuordnen oder ihre Beziehungen zueinander zu verstehen. Gerade die zahlreichen Nebenfiguren bringen unnötige Hintergrundgeschichten mit sich, die eher verwirren, als die Handlung zu vertiefen.
Besonders problematisch empfand ich die Figur des Bruders der Protagonistin. Sein übertriebener Beschützerinstinkt wirkt weniger liebevoll als schlicht anstrengend. Während er selbst tut, was er will, stellt er gleichzeitig überzogene Ansprüche an das Leben seiner Schwester – eine Dynamik, die mit der Zeit immer frustrierender wird.
Auch die Erzählstruktur konnte mich leider nicht abholen. Die Geschichte wird fast ausschließlich aus der Perspektive der Protagonistin erzählt, wodurch der männliche Love Interest nur selten Raum bekommt. Diese wenigen Einblicke reichen jedoch nicht aus, um eine echte emotionale Bindung aufzubauen. Dadurch bleibt die Liebesgeschichte einseitig und glücklicherweise auch wenig überraschend – denn man lernt nur einen der beiden potenziellen „Boys“ wirklich kennen. Der erhoffte Herzschmerz oder ein innerer Zwiespalt beim Lesen blieb bei mir komplett aus.
Was mich allerdings am meisten gestört hat, waren die sprunghaften Übergänge innerhalb der Handlung. Teilweise wechseln Szenen und Situationen mitten im Satz, ohne klare Orientierung, was gerade wo passiert oder welcher Charakter überhaupt beteiligt ist. Ob dies an der Übersetzung oder an der ursprünglichen Erzählweise liegt, lässt sich schwer sagen – nachvollziehbar wird es dadurch jedoch nicht. Hinzu kommen unrealistische Wendungen, die wirken, als hätte die Autorin einfach alles einbauen wollen, was ihr noch eingefallen ist, ohne Rücksicht auf Plausibilität oder Lesefluss.
All diese Punkte führten dazu, dass mich die Geschichte emotional überhaupt nicht erreichen konnte. Weder fühlte ich mich berührt, noch mitgenommen – eher bin ich erleichtert, dass ich das Buch nun beendet habe.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Gefühlvoller Neuanfang mit kleinen Schwächen

Happy Ending
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Rosies Neuanfang in London nach einer gescheiterten Beziehung und ihrer Schreibblockade entwickelt sich zu einer einfühlsamen Geschichte über Selbstfindung und zweite Chancen. Die Protagonistin wirkt mit ...

Rosies Neuanfang in London nach einer gescheiterten Beziehung und ihrer Schreibblockade entwickelt sich zu einer einfühlsamen Geschichte über Selbstfindung und zweite Chancen. Die Protagonistin wirkt mit all ihren Zweifeln und Unsicherheiten sehr authentisch und macht ihren Entwicklungsprozess nachvollziehbar. Besonders gut gelungen ist die Balance zwischen ernsteren Themen und hoffnungsvollen Momenten.

Der flüssige Schreibstil macht die Lektüre kurzweilig, auch wenn die Romanze mit dem zunächst verschlossenen Gamble streckenweise etwas vorhersehbar verläuft. Manche Konflikte hätten für meinen Geschmack tiefgründiger ausfallen können, insbesondere was die Nebencharaktere betrifft.

Alles in allem ein warmer, charakterorientierter Roman, der sein Herz am rechten Fleck trägt. Zwar wird nicht das gesamte Potential der Handlung ausgeschöpft, aber für Leser, die gefühlvolle Geschichten über Neuanfänge mögen, bietet dieses Buch durchaus lohnende Lesestunden.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Kleine Pferde, große Botschaften – ein überraschend starkes Kinderbuch

Die Hobby-Horsing-Kids, 1, Ein Steckenpferd für Lotta
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Obwohl ich selbst keine Kinder habe, wollte ich „Die Hobby-Horsing-Kids – Ein Steckenpferd für Lotta“ unbedingt lesen, weil mich das Thema neugierig gemacht hat. Hobby-Horsing war für mich vorher eher ...

Obwohl ich selbst keine Kinder habe, wollte ich „Die Hobby-Horsing-Kids – Ein Steckenpferd für Lotta“ unbedingt lesen, weil mich das Thema neugierig gemacht hat. Hobby-Horsing war für mich vorher eher ein Begriff aus der Ferne, aber durch dieses Buch habe ich einen sehr charmanten und einfühlsamen Zugang dazu bekommen – und wurde positiv überrascht.

Die Geschichte ist leicht verständlich, aber keineswegs banal. Sie greift zentrale Themen wie Freundschaft, Selbstwert, Nachhaltigkeit und auch soziale Unterschiede auf – verpackt in eine lebendige Erzählung rund um ein Hobby, das Bewegung, Kreativität und Teamgeist fördert. Besonders beeindruckt hat mich, wie authentisch und nahbar die Hauptfigur Lotta dargestellt ist. Man spürt ihre Unsicherheit, aber auch ihren Willen, ihren Weg zu gehen – ganz unabhängig davon, ob ihr Steckenpferd so schick ist wie das der anderen.

Auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre, habe ich die Geschichte gern gelesen. Der Schreibstil ist angenehm und altersgerecht, aber nicht zu simpel – man merkt, dass die Autorin junge Leser*innen ernst nimmt. Die Illustrationen sind liebevoll gestaltet und unterstützen die Handlung gut, ohne zu überladen zu wirken.

Fazit: Ein tolles Kinderbuch mit Herz und Haltung – auch für Erwachsene ein schönes Leseerlebnis, wenn man sich auf kindliche Perspektiven einlassen kann. Wer sich für moderne Kinderthemen interessiert oder einfach mal verstehen will, warum so viele Kinder gerade vom Hobby-Horsing begeistert sind, liegt mit diesem Buch genau richtig.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Faszinierendes Weltraumwissen im Comicstil – auch für Erwachsene spannend

WAS IST WAS Training für den Mond
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„WAS IST WAS: Training für den Mond“ hat mich von der ersten Seite an überrascht – im besten Sinne. Ich habe das Buch allein gelesen, ganz ohne Kind an meiner Seite, und kann daher aus meiner eigenen Perspektive ...

„WAS IST WAS: Training für den Mond“ hat mich von der ersten Seite an überrascht – im besten Sinne. Ich habe das Buch allein gelesen, ganz ohne Kind an meiner Seite, und kann daher aus meiner eigenen Perspektive sagen: Dieses Buch funktioniert auch wunderbar für erwachsene Leserinnen mit Interesse an Raumfahrt und Wissenschaft.

Das Konzept, komplexes Sachwissen rund um aktuelle Mondmissionen in Comicform zu erzählen, geht voll auf. Die Mischung aus lockerer Erzählweise, klaren Illustrationen und gut dosierten Infoblöcken macht das Thema nicht nur zugänglich, sondern auch richtig unterhaltsam. Matthias Maurer nimmt einen mit auf eine Reise durch die Trainingsstationen der Astronaut
innen – vom Klassenzimmer bis zum Übungs-Mondgelände – und dabei erfährt man eine Menge, was so in der Tiefe sonst selten vermittelt wird.

Besonders spannend fand ich die reale Perspektive, dass hier kein fiktives Abenteuer erzählt wird, sondern echte Trainings und wissenschaftliche Hintergründe. Das hebt das Buch für mich deutlich von anderen Kinder- oder Jugendbüchern ab. Natürlich richtet es sich primär an jüngere Leser*innen, aber es ist absolut hochwertig und informativ aufbereitet, sodass auch Erwachsene ohne Vorkenntnisse viel daraus mitnehmen können.

Ein kleiner Wermutstropfen: Wer auf technische Details zur Ausrüstung oder zu Raumfahrttechnik hofft, wird nur am Rande bedient. Der Fokus liegt klar auf Geologie, Ausbildung und Teamarbeit. Aber das macht das Buch nicht weniger spannend – im Gegenteil: Es vermittelt ein realistisches Bild davon, wie aufwendig und vielseitig die Vorbereitung für eine Mondmission wirklich ist.

Fazit: Ein absolut gelungenes Sachcomic, das zeigt, wie man Wissenschaft spannend, visuell ansprechend und gleichzeitig fundiert vermitteln kann. Auch für Erwachsene ein echter Lesetipp – besonders, wenn man sich für Raumfahrt begeistert oder einfach mal wissen will, wie ein Mensch auf eine Mondmission vorbereitet wird.

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