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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2018

Wundersames Buch

Nevermoor 1. Fluch und Wunder
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Morrigan Crow ist verflucht und um sie herum passieren viele schlimme Dinge, für die sie verantwortlich ist oder sein soll. Dann muss ihr Vater immer Entschädigungen zahlen und sie muss Entschuldigungsbriefe ...

Morrigan Crow ist verflucht und um sie herum passieren viele schlimme Dinge, für die sie verantwortlich ist oder sein soll. Dann muss ihr Vater immer Entschädigungen zahlen und sie muss Entschuldigungsbriefe schreiben. Doch das hat bald ein Ende, denn sie wird bald sterben, wenn die Abendzeit zu Ende geht. Dabei wird sie doch gerade mal 11 Jahre alt. Aber dann kommt alles anders, denn Jupiter North rettet sie und sie flüchtet vor der wilden Rauchschattenjagd nach Nevermoor. Dort wohnt sie in Jupiters Hotel, in einem Zimmer, das sich immer wieder verändert und sich den Bedürfnissen seiner Bewohner anpasst. Außerdem lebt der einzige Zwergvampir oder Vampirzwerg? in dem Hotel und Fen, die Magnifikatze. Morrigan bekommt von Jupiter einen Regenschirm zum Geburtstag geschenkt, der nicht nur schön, sondern auch noch praktisch ist.
Ein ganz neues Leben tut sich vor ihr auf und es könnte alles so viel schöner sein, wenn da nicht die Prüfungen wären, die sie bestehen muss, um Teil der Wundersamen Gesellschaft zu werden. Wenn nicht, muss sie nämlich zurück.

Jessica Townsend ist es mit ihrem Buch gelungen mich in ihre wundersame Welt zu entführen, die bis ins Detail liebevoll ausgestaltet wurde. Morrigan ist ein Mädchen, dass das Herz am rechten Fleck sitzen hat und das endlich erfährt, was es bedeutet, eine Familie und Freunde zu haben. Eine Geschichte, die nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene verzaubert und unterhält. Die Handlung ist nicht vorhersehbar und wartet mit überraschenden Wendungen auf.
Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 22.02.2018

Faszinierend

Hologrammatica
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Der Roman spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft. Am Ende des 21. Jahrhunderts muss Singh im Rahmen seiner Tätigkeit als Quästor die verschwundene Computerexpertin Juliette Perotte auffinden. Wie befürchtet ...

Der Roman spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft. Am Ende des 21. Jahrhunderts muss Singh im Rahmen seiner Tätigkeit als Quästor die verschwundene Computerexpertin Juliette Perotte auffinden. Wie befürchtet hat ein Klimawandel die Welt verändert und die Technik, vor allem die künstliche Intelligenz, wurde weiter entwickelt.


Wie schon in seinem Buch "Drohnenland" spielt auch der neueste Roman von Tom Hillenbrand in der Zukunft, wenn auch in einer anderen. Dem Autor gelingt es, ein glaubwürdiges Zukunftsszenario zu verfassen, das mich beim Lesen so manches Mal nachdenklich gestimmt hat. Eine fesselnde Lektüre, ein Buch, das man kaum aus der Hand legen kann und neben dem Unterhaltungsfaktor viel Stoff zum Nachdenken bietet. Für mich eine perfekte Symbiose. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, ein roter Faden zieht sich bis zum Ende durch und der Leser taucht tief in die "Holo"-Welt ein.

Veröffentlicht am 22.02.2018

Familiengeschichte

All die Jahre
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Das Buch fängt sehr traurig an. Nora wird angerufen, dass ihr Sohn Patrick einen Verkehrsunfall hatte und leider stirbt er. Nach und nach wird die Geschichte ihrer Familie erzählt, beginnend Ende der 1950er ...

Das Buch fängt sehr traurig an. Nora wird angerufen, dass ihr Sohn Patrick einen Verkehrsunfall hatte und leider stirbt er. Nach und nach wird die Geschichte ihrer Familie erzählt, beginnend Ende der 1950er Jahre, als Nora (21 Jahre) mit ihrer jüngeren Schwester Theresa von Irland nach Boston auswandert, wo schon Charlie, ihr Nachbar und designierter Ehemann wartet. Die Schwestern kommen bei Charlies Familie unter und führen nun ein ganz anderes Leben als auf dem kleinen Bauernhof und in der Strickfabrik in Irland. Die Zeitebenen nähern sich langsam an und wir erfahren mehr über die Geschichte der Familie und über Patrick.

Eine eher ruhige Geschichte, die nicht mit einem "Knaller" am Ende aufwartet, sondern über das Leben erzählt und in welche Richtungen es durch so manch einen Zufall doch verläuft. Nora, Theresa und die Kinder Patrick, John, Bridget und Brian sind diejenigen, von denen aus die Geschichte erzählt wird und es gibt immer wieder Berührungspunkte.

Veröffentlicht am 21.02.2018

Die Kathedrale in Magdeburg

Die Kathedrale des Lichts
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Dreh- und Angelpunkt des Romans ist der Wiederauf- oder eher Neubau der Kathedrale in Magdeburg im 13. Jahrhundert. Bevor sich die wichtigsten Personen in Magdeburg treffen, führt uns der Autor in ihre ...

Dreh- und Angelpunkt des Romans ist der Wiederauf- oder eher Neubau der Kathedrale in Magdeburg im 13. Jahrhundert. Bevor sich die wichtigsten Personen in Magdeburg treffen, führt uns der Autor in ihre Geschichte ein. So lesen wir von Moritz, dem Protagonisten, der bei einem Überfall seine Familie verliert und als kleiner Junge flieht und später als Sklave verkauft wird. Dann gibt es noch Helena, die Tochter des Baumeisters Bohnsack, die eine wichtige Rolle spielt. Ihr Vater hat Moritz eine Anstellung als Steinmetz beim Bau der Kathedrale geschafft. So steht er sowohl mit seiner Arbeit als auch in seiner Verliebtheit in Helena in Konkurrenz zu Gotthart. Weitere Rollen spielen der Ritter Ansgar aus Lund, ein Weiberheld, und Mechthild, die immer auf der Baustelle herumläuft und zu Gott spricht.
Als Rahmen fungiert die Geschichte des Heiligen Mauritius etwa ein Jahrtausend früher, die dem Leser in Form von Einschüben geboten wird.
Der Bau der Kathedrale tritt immer wieder zurück vor den persönlichen Schicksalsschlägen, Freund- und Feindschaften, Neid, Missgunst und vor allem der Liebe. Bei den Beschreibungen wird nichts beschönigt und die Sprache ist manchmal etwas derb, allerdings immer passend zur Situation. Wer hier eine seichte Romanze erwartet, wird nicht auf seine Kosten kommen. Dem Leser wird jedoch ein buntes Kaleidoskop des Lebens geboten, das mich gut unterhalten konnte, auch wenn ich mir manchmal mehr historische Bezüge und weniger Liebesgeschichte gewünscht hätte.

Veröffentlicht am 21.02.2018

Ein Plädoyer für den Frieden

Ich bin das Mädchen aus Aleppo
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Bana Alabed wird noch vor dem Ausbruch des Krieges in Aleppo geboren. Sie ist ein Wunschkind, das erste Enkelkind aus einer großen Familie. Der Leser bekommt einen Einblick in ein schönes Leben in einer ...

Bana Alabed wird noch vor dem Ausbruch des Krieges in Aleppo geboren. Sie ist ein Wunschkind, das erste Enkelkind aus einer großen Familie. Der Leser bekommt einen Einblick in ein schönes Leben in einer Großfamilie. Doch dann bricht der Krieg aus; erst hat er nur am Rande Auswirkungen auf Banas Leben und anfangs ist es mehr wie ein Spiel oder eben eine veränderte Lebenssituation. Doch der Krieg macht nicht halt, er kommt näher und greift in das Leben ihrer Familie ein. Als erwachsener Leser kann man viel zwischen den Zeilen lesen und zwischen dem Bericht aus Banas Sicht schreibt ihre Mutter immer wieder kurze Teile, die sie direkt an ihre Tochter wendet.
Bana beginnt irgendwann Nachricht über Twitter zu versenden und so ist sie auch im Internet bekannt geworden. Man sollte dieses Buch lesen ohne zu recherchieren, denn wenn man über Bana im Internet liest, bekommt man den Eindruck, dass dieses hübsche Mädchen instrumentalisiert wurde.
Dennoch ist dieses Buch wichtig, erschütternd und ein Plädoyer für den Frieden, für mehr Menschlichkeit und Verständnis. Denn wer verlässt schon gerne seine Heimat und bricht ins Ungewisse, Ungewohnte auf? Wir können froh sein, dass unser Land nicht zerbombt wird, nicht zwischen den Kriegsparteien zerrieben wird und wir nicht täglich um unser Leben fürchten müssen.

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