Profilbild von Gavroche

Gavroche

Lesejury Star
offline

Gavroche ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gavroche über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2017

Ein mordender Pfarrer

Der gute Mensch von Düsteroda
0


Samuel Pistorius ist seit zehn Jahren Pfarrer in dem thüringischen Dorf Düsteroda. Doch so idyllisch wie es scheint, ist das Dörfchen nun wahrlich nicht. Der Pfarrer begeht Auftragsmorde; Auftraggeber ...


Samuel Pistorius ist seit zehn Jahren Pfarrer in dem thüringischen Dorf Düsteroda. Doch so idyllisch wie es scheint, ist das Dörfchen nun wahrlich nicht. Der Pfarrer begeht Auftragsmorde; Auftraggeber ist der „Ausschuss“ – wer dahinter steckt, möchte ich hier nicht verraten, denn das erfährt der Leser noch nicht zu Beginn der Geschichte. Pistorius ist nicht zufällig nach Düsteroda gekommen; zuvor war er Gefängnisseelsorger und hat dort einschlägige Kontakte gemacht und auch so manch krummes Ding vertuscht und unterstützt – einiges davon wird er noch schwer bereuen!
Der Pfarrer hat ein derbes Vokabular, auf das er neben seinen Bibelzitaten gerne zurückgreift. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und hat sich mit seinem Leben gut arrangiert. Mal ein anderer Mörder, der dann aber auch zum Gejagten wird. Eine amüsante, schnell zu lesende Geschichte, die man nicht zu ernst nehmen darf. Im dritten Teil des Buches wurde es mir etwas zu abgedreht, aber insgesamt habe ich mich gut unterhalten.

Veröffentlicht am 28.05.2017

Wird er sie finden?

Blutrosen
0

Romy ist Journalistin und arbeitet an einer Serie über Frauenhäuser. Dabei trifft sie auf Fleur, die vor ihrem gewalttätigen Freund Mikael geflohen ist und sich in einem der beiden Kölner Frauenhäuser ...

Romy ist Journalistin und arbeitet an einer Serie über Frauenhäuser. Dabei trifft sie auf Fleur, die vor ihrem gewalttätigen Freund Mikael geflohen ist und sich in einem der beiden Kölner Frauenhäuser vor ihm versteckt. Doch bisher ist es Mikael immer wieder gelungen, sie aufzustöbern und er hat sich auch schon wieder auf die Suche nach ihr gemacht. Wird er sie finden und umbringen oder kann Romy beziehungsweise die Polizei das verhindern?
Ein spannender Jugendthriller mit einem wichtigen Thema, dem der Gewalt gegen Frauen und dem Alltag von verfolgten Frauen.
Da dies nicht der erste Teil der Reihe um Romy ist, geht auch ihre private Geschichte weiter, aber ich konnte auch ohne die Vorgänger zu kennen gut mitkommen und es ist nicht unabdingbar erforderlich die anderen Teile zu kennen.
Am Ende gibt es keinen Showdown, überhaupt ist hier jemand der viel Action erwartet fehl am Platz. Hier geht es mehr um Psychologie, um Einblicke in Täter und Opfer, aber auch in die Ermittlungen von Romy (also der Journalisten) und in die der Polizei. Dadurch dass die Perspektive immer wechselt, bekommt der Hörer einen guten Einblick in die unterschiedlichen Denkweisen, vor allem in die kranke Denkweise von Mikael, der sich alles zurecht redet und Fleur beziehungsweise Bea die Schuld für sein Verhalten gibt, was typisch für sexuelle Gewalttäter ist.

Veröffentlicht am 27.05.2017

Die Aliens kommen

Guides - Die erste Stunde
0

Aly wird von ihrem Vater, der bei der NASA arbeitet, auf ein Internat in Minnesota geschickt und das zu einem Zeitpunkt, zu dem viele Menschen gerade von dort fliehen. Warum? Ein Raumschiff mit Außerirdischen ...

Aly wird von ihrem Vater, der bei der NASA arbeitet, auf ein Internat in Minnesota geschickt und das zu einem Zeitpunkt, zu dem viele Menschen gerade von dort fliehen. Warum? Ein Raumschiff mit Außerirdischen hat dort eine Bruchlandung hingelegt, 5 Kilometer lang und 800 Meter hoch. Noch ist niemand aus dem Raumschiff gekommen.
Im Internat für Talentierte und Begabte (oder eben Reiche, zu denen Aly zählt), herrscht auch Ausnahmezustand und es findet kein Unterricht statt, alle warten gebannt, was sich bei dem Raumschiff tut...
Mehr möchte ich hier ohne zu spoilern nicht schreiben, da das Buch recht kurz ist.
Mir gefiel der oftmals sarkastische Humor. Die Geschichte wird nicht langweilig, es passiert einiges Unvorhergesehenes und dann ist es aber schon vorbei - das Ende kam mir viel zu schnell. Gerne hätte das Buch etwas länger sein können, aber angenehm ist es, mal keinen Mehrteiler zu lesen.
Die Anmerkungen des Autors am Ende des Buches fand ich sehr aufschlussreich und zum Nachdenken anregend.

Veröffentlicht am 23.05.2017

Interessant, aber das Potential wurde nicht ganz ausgeschöpft

Stormheart 1. Die Rebellin
0

Aurora ist eine Prinzessin und als Mitglied ihrer Familie und einziges Kind müsste sie eigentlich Sturmlingsfähigkeiten besitzen und die Stürme bezwingen können. Doch bei ihr reagieren die Sturmherzen ...

Aurora ist eine Prinzessin und als Mitglied ihrer Familie und einziges Kind müsste sie eigentlich Sturmlingsfähigkeiten besitzen und die Stürme bezwingen können. Doch bei ihr reagieren die Sturmherzen nicht, wenn sie sie berührt. Um dies zu verbergen, lebt sie sehr zurück gezogen und ihre Mutter lässt sogar ständig ihre Zofen austauschen. Doch jetzt ergibt sich eine Gelegenheit: Aurora soll mit dem Zweitgeborenen des Königreichs Lock verheiratet werden. Cassius stellt schnell unter Beweis, dass er Macht über die Stürme hat. Doch dann hört Aurora ein Gespräch mit und sie misstraut ihm. Als sie dann auch noch zufällig etwas über Sturmmagie erfährt, was man vor ihr verborgen hatte, schließt sie sich einer Gruppe Sturmjäger an. Das Leben dort ist ganz anders als ihr früheres Leben, von dem keiner der Truppe etwas ahnt, noch nicht einmal Lock, obwohl es Roar (wie sie sich hier nennt) schwer fällt, so vieles vor ihm zu verbergen.

Eine interessante Buchidee in einer Welt voller Stürme mit einigen Überraschungen am Ende des Buches, die neugierig auf die nächsten Bände macht. Die Protagonisten sind allerdings nicht so etwas Besonderes und erinnern an manch einen anderen Roman aus dem Bereich Young Adult. Ich hoffe, die Geschichte wartet im nächsten Band mit Überraschungen auf sich und sticht so noch weiter aus der Menge heraus. Roar und Lock, aber auch Cassius und weitere Nebenpersonen waren mir etwas zu klischeehaft.

Veröffentlicht am 21.05.2017

Wunderschön

Apfelkuchen am Meer
0

Merle hat nach ihrer Ausbildung zur Konditorin ein BWL Studium begonnen und steht kurz vor ihrer Bachelor Arbeit. Eigentlich wollte sie später die Bäckerei ihres Vaters übernehmen, aber da er sich übernommen ...

Merle hat nach ihrer Ausbildung zur Konditorin ein BWL Studium begonnen und steht kurz vor ihrer Bachelor Arbeit. Eigentlich wollte sie später die Bäckerei ihres Vaters übernehmen, aber da er sich übernommen hat und nun zu Hause hockt und im Sommer Berge von Plätzchen backt, muss sie sich etwas anderes überlegen. Ihr Freund Frederik hat kein Verständnis für sie und so beschließt Merle keine Rücksicht auf ihn zu nehmen und verlässt ihn. Da ergibt sich für sie die einmalige Gelegenheit, einen Job als Kellnerin in der "Strandrose" auf Juist anzunehmen. 6 Wochen einfach mal rauskommen. Außerdem ist ihre Oma vor Kurzem wieder auf die Insel gezogen und Merle freut sich auf Oma und Juist. Außerdem fragt sie sich, wie es sein kann, dass ihre Freundin Dana auf Juist eine Apfelrosentorte gegessen hat, deren Rezept ein streng gehütetes Familienrezept ist. Kurz entschlossen bricht sie also nach Juist auf und damit in einen neuen Lebensabschnitt. Dort wird sie immer wieder mit ihrer Familiengeschichte konfrontiert, denn vor vielen Jahren sind ihre damals 17jährige Tante Undine und ihr Opa im Meer ertrunken.

Anne Barns ist wieder mal ein wunderschöner, leichter Roman gelungen. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und gut und man fühlt sich beinahe als Freundin von Merle und hört das Meeresrauschen und spürt den Sand unter den Füßen. Eine kleine Auszeit, die Lust auf Juist macht, auch wenn man nur gedanklich dort ist, so fühlt es sich nach mehr an.
Die Protagonisten sind toll und differenziert dargestellt, ihre Verhaltensweisen nachvollziehbar.
Die Geschichte weiß zu unterhalten, der rote Faden zieht sich gut sichtbar durch das Buch und das Ende kommt viel zu schnell und man ist traurig, Insel und Protagonist(inn)en wieder verlassen zu müssen. Das Familiengeheimnis spielt bis zum Ende eine Rolle und die Vergangenheit wird nach und nach aufgedeckt, doch auch die Ereignisse in der Gegenwart sind wichtig.