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Veröffentlicht am 18.08.2025

Aus dem "Peter Grant" Universum

Eine Nachtigall in New York
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Als großer Fan der Peter-Grant-Reihe habe ich mich sehr auf das neueste Werk gefreut, auch wenn es „nur“ eine Novelle ist und Peter diesmal nicht im Mittelpunkt steht. Trotzdem: Ein neues Kapitel aus Ben ...

Als großer Fan der Peter-Grant-Reihe habe ich mich sehr auf das neueste Werk gefreut, auch wenn es „nur“ eine Novelle ist und Peter diesmal nicht im Mittelpunkt steht. Trotzdem: Ein neues Kapitel aus Ben Aaronovitchs magischem Universum – da musste ich einfach zugreifen!

Das Hörbuch hat mich dabei direkt begeistert. Der Sprecher bringt den Hauptcharakter Gussie wunderbar zur Geltung – seine arrogante, pikierte Art wird herrlich eingefangen, ohne ihn unsympathisch wirken zu lassen. Es macht richtig Spaß, ihm zuzuhören, und er verleiht der Geschichte eine lebendige Dynamik.

Zur Handlung: Auch Neueinsteiger können problemlos folgen, da die magischen Hintergründe gut erklärt werden. Doch Magie steht hier weniger im Fokus. Stattdessen handelt es sich um einen Kriminalfall, der in den 1920er Jahren in New York spielt, eingebettet in die Jazz-Clubs und die Musikindustrie jener Zeit. Besonders gelungen fand ich das Setting, das die Atmosphäre der damaligen USA – geprägt von Rassentrennung und gesellschaftlicher Ungleichheit – authentisch einfängt.

Allerdings liegt hier auch das Problem. Die Übersetzung verwendet für den Begriff „coloured“ eine Bezeichnung, die im deutschen Sprachraum als veraltet und verletzend gilt. Das hat mich beim Hören jedes Mal aus dem Fluss gerissen, und ich kann mir vorstellen, dass es gerade für betroffene Zuhörer*innen noch problematischer ist. Das ist besonders schade, da die Novelle wichtige Themen wie Rassismus, Klassismus und queere Identitäten aufgreift. Obwohl der Text gegenüber den dargestellten Diskriminierungen kritisch eingestellt ist, bleibt ein fader Beigeschmack, weil es an sprachlicher Sensibilität fehlt.

Abgesehen davon ist die Geschichte spannend und unterhaltsam, besonders für Fans der Reihe. Trotzdem fällt es mir schwer, sie uneingeschränkt weiterzuempfehlen – gerade wegen der erwähnten Übersetzungsproblematik. Vielleicht wäre hier ein sensibleres Lektorat angebracht gewesen, um den ansonsten gelungenen Eindruck abzurunden.

Eckdaten:
Genre Urban Crime Fantasy
Alter Erwachsene
Bände Novelle, Teil einer Buchreihe
Setting New York 20er Jahre
Erzähler Ich-Erzähler
Diversity LGBTQ+, BIPOC

Für Fans von:
Der Peter-Grant-Reihe
Magischer Kriminalfälle
Begeisterte für Jazz in den 1920er
Urban Fantasy in New York
Queerer Protagonisten

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2025

Sehr cozy Fantasy

Can’t Spell Treason Without Tea
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Manchmal braucht man einfach ein Buch, das sich wie eine warme Tasse Tee anfühlt – ein bisschen Magie, ein bisschen Alltag, und keine Bedrohung, die das Schicksal der Welt auf dem Spiel stehen lässt. Genau ...

Manchmal braucht man einfach ein Buch, das sich wie eine warme Tasse Tee anfühlt – ein bisschen Magie, ein bisschen Alltag, und keine Bedrohung, die das Schicksal der Welt auf dem Spiel stehen lässt. Genau das hat mich an der Idee von „Can’t spell treason without tea“ gereizt. Leider musste ich feststellen, dass cozy Fantasy für mich auch zu cozy sein kann.

Obwohl ich den Ansatz sehr schätze, dass sich die Geschichte um kleinere, persönliche Herausforderungen dreht, fehlte mir hier der gewisse Funke. Die Charaktere waren keineswegs unsympathisch, aber auch nicht so einprägsam, dass ich wirklich mit ihnen mitfiebern konnte. Selbst jetzt habe ich Schwierigkeiten, mich an ihre Namen zu erinnern. Besonders bei dem zentralen Paar hatte ich das Gefühl, dass die Chemie nicht so recht stimmen wollte – ihre Dynamik wirkte eher genervt als liebevoll, und ich konnte nicht nachvollziehen, warum sie überhaupt zusammen sind.

Was ich jedoch positiv hervorheben möchte, ist die inklusive Darstellung eines Charakters mit Neo-Pronomen. Hen wurde konsequent korrekt gegendert, was nicht nur gut gemacht war, sondern auch eine Gelegenheit bot, sich an diese Pronomen im Lesefluss zu gewöhnen. Dieser Aspekt hat mich sehr gefreut und ist in der heutigen Literatur ein Schritt in die richtige Richtung.

Insgesamt ist „Can’t spell treason without tea“ ein Buch mit einer charmanten Grundidee und inklusiven Ansätzen, das aber für meinen Geschmack zu wenig Substanz hatte, um mich wirklich zu packen. Für Leser:innen, die eine absolut stressfreie Leseerfahrung suchen, könnte es dennoch genau das Richtige sein. Für mich persönlich bleibt es jedoch hinter anderen Werken des cozy Fantasy-Genres zurück.

Eckdaten:
Genre Cozy Fantasy
Alter Erwachsene
Bände 1. Teil einer Cozy Buchreihe
Setting Fantasy-Welt
Erzähler Erzähler, Kapitel folgen abwechselnd den Protagonistinnen
Diversität LGBTQ+ – Lesbische Protagonistinnen, non-binärer Nebencharakter

Für Fans von:
Cozy Fantasy
Queeren Charakteren
Lesbisches Pärchen als Protagonistinnen
Stressfeier magischer Alltag

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2025

Gelungener Abschluss

Vergissmeinnicht - Was die Welt zusammenhält
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Wer die Jugendbücher von Kerstin Gier liebt, wird auch mit dem dritten Teil dieser Reihe genau das bekommen, was er erwartet: Eine humorvolle Fantasy-Geschichte mit Romantik, Selbstironie und urkomischen ...

Wer die Jugendbücher von Kerstin Gier liebt, wird auch mit dem dritten Teil dieser Reihe genau das bekommen, was er erwartet: Eine humorvolle Fantasy-Geschichte mit Romantik, Selbstironie und urkomischen Charakteren. Der typische Ton der Autorin macht das Buch herrlich leicht, auch wenn die Handlung an manchen Stellen etwas konstruiert oder abstrus wirkt.

Besonders gefallen hat mir das Vorwort von Bax – eine großartige Idee, um sich wieder in die Geschichte einzufinden (und dazu noch eine originelle Triggerwarnung). Trotz des humorvollen Tons gibt es überraschend ernste Momente. So hatten die zwei Protagonisten eine Diskussion über die Frage, was besser wäre: Sich an geliebte Menschen zu erinnern oder sie zu vergessen, wenn sie sterben – bei letzterem würde man sich die Trauer sparen und das damit verbundene Leid. Das hat mit meinem Hintergrund natürlich arg rein gehauen.

Das Hörbuch ist übrigens fantastisch! Die Sprecher haben die Charaktere perfekt zum Leben erweckt und das Buch noch unterhaltsamer gemacht.

Zwei kleine Kritikpunkte: Während die Nebencharaktere nie komplett eindimensional sind, bleibt Dev etwas blass und wirkt wie ein klischeehafter Plotpoint. Und tatsächlich hätte es der Geschichte gut getan, in zwei Bände aufgeteilt beendet zu werden.

Fazit: Ein gelungener Abschluss, definitiv eine meiner liebsten Reihen von Kerstin Gier

Eckdaten:
Genre Low Fantasy
Alter YA
Bände Abgeschlossene Trilogie
Setting Deutschland / Gegenwart & Fantasy-Welt
Erzähler Ich-Erzähler:in, abwechselnder POV

Für Fans von:
Kerstin Gier Storys
Kurzweiliger Fantasy
YA Büchern
Ein bisschen kitschiger Teenie-Romanze
Schräge und abgefahrene Nebencharaktere

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2025

Tolle epische High Fantasy

Das Reich des Todesdrachen
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Es gibt Bücher, die einen mitreißen, und dann gibt es solche, die einen völlig in ihre Welt entführen. Dieses High-Fantasy-Werk gehört zur zweiten Kategorie. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt ...

Es gibt Bücher, die einen mitreißen, und dann gibt es solche, die einen völlig in ihre Welt entführen. Dieses High-Fantasy-Werk gehört zur zweiten Kategorie. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt ein so spannendes Buch aus diesem Genre gelesen habe. Die Lore ist unglaublich tief und komplex – mit diesem ersten Band hat man das Gefühl, gerade einmal die Oberfläche angekratzt zu haben.

Das Buch richtet sich eindeutig an erfahrene Fantasy-Leser. Wie für High Fantasy typisch, bleibt man auf den ersten 150 Seiten ziemlich orientierungslos, während man versucht, die vielen Details und Zusammenhänge zu begreifen.

Die Charaktere haben mein Herz im Sturm erobert. Besonders Jasov hat mit seinen Zitaten einen bleibenden Eindruck hinterlassen, und die Entwicklung der drei Protagonisten – Nyth, Dragul und natürlich Jasov – war organisch und richtig schön zu lesen. Die Worte „Ich war das.“ klingen immer noch in mir nach.

Ein weiteres großes Lob verdient die Gestaltung des Buches. Die Content Notes, Tags und Karten sind in einer Qualität umgesetzt, die für die gesamte Branche Standard werden sollte. Dazu kommt die wunderschöne Ausstattung des Buches: ein hochwertiger Einband, ein Lesebändchen und am Ende sogar ein Graphic-Novel-Bonus mit zusätzlichen Informationen zur Welt.

Meine einzige Frage: Wann kommt Teil 2? Ich kann es kaum erwarten. Wenn ihr High Fantasy liebt, dann solltet ihr euch dieses Buch auf keinen Fall entgehen lassen!


Im Reich des Todesdragen
Eckdaten:
Genre: High Fantasy
Alter: Erwachsene (!)
Teil einer Serie? Mehrere Bände geplant
Setting: High Fantasy Welt
Erzählperspektive: Erzähler
Diversität: LGBTQ+, BIPOC
Tropes: Found Family, Zero to Hero, Friends o Lovers, Enemies to Lovers

Für Fans von:
High Fantasy
komplexes World-Building
Drachen
Heldenreisen
Zarten Romance Subplots

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2025

Für alle die Romantasy lieben

The Games Gods Play – Schattenverführt
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Manchmal trifft man auf eine Geschichte, das einfach perfekt zum eigenen Geschmack passt – und genau das ist mir bei diesem Buch passiert. Ehrlich gesagt war es eine Überraschung, aber es hat sich zu einem ...

Manchmal trifft man auf eine Geschichte, das einfach perfekt zum eigenen Geschmack passt – und genau das ist mir bei diesem Buch passiert. Ehrlich gesagt war es eine Überraschung, aber es hat sich zu einem meiner absoluten Jahreshighlights entwickelt.

Die Protagonistin hat mich direkt mit ihrem sarkastischen inneren Monolog begeistert. Ihre Ängste und ihr Außenseiterdasein wurden so authentisch dargestellt, dass ich mich komplett in sie hineinversetzen konnte.

Besonders gut fand ich das Crucible-Spiel mit Mythologien, vor allem der griechischen, die hier auf teils verquere Weise interpretiert werden. Das Setting, die Charaktere und der Love Interest – für mich hat bei diesem Buch einfach alles gepasst.

Auch die Nebencharaktere sind nicht eindimensional und fügen sich wunderbar in die Geschichte ein.

Eine andere Bookstagrammerin bezeichnete das Buch als „Klischeeschleuder“ – und ja, das mag stimmen. Für mich jedoch war es ein Volltreffer, denn es bedient genau die Tropes, die ich liebe. Deshalb ein kleiner Hinweis: Wer keine Romance mag oder nichts mit Spice anfangen kann, wird mit diesem Buch vermutlich nicht glücklich.

Für alle Fans von Romantasy ist es jedoch ein absolutes Muss! Besonders Leser, die „Reckless“ mochten, werden hier vermutlich genauso begeistert sein wie ich.

Zusätzlich möchte ich noch das Hörbuch hervorheben: Es war fantastisch! Die Sprecherin hat die verschiedenen Stimmen wunderbar zum Leben erweckt und das Zuhören zu einem absoluten Vergnügen gemacht.

Fazit: Ein Buch (und Hörbuch), das ich jedem Romantasy-Fan ans Herz legen würde!


Eckdaten:
Genre Romantasy
Alter Erwachsene (!)
Bände Geplante Trilogie
Setting Hauptsächlich Olymp
Erzähler Ich-Erzählerin

Für Fans von:
Romantasy
Spice
Griechischen Sagen
Tödliche Spiele
Sarkastischen Protagonistinnen
Fantasievolle Locations

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere