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Veröffentlicht am 25.08.2021

Ein fantastischer zweiter Teil!

Die Töchter des Meeres
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Nachdem Ally den Kampf gegen den eisigen Herrscher gewonnen hat, muss sie sich nun als Königin von Jadera, um ihr Reich kümmern. Und das ist gar nicht so einfach, denn das Volk vertraut dem jungen Mädchen, ...

Nachdem Ally den Kampf gegen den eisigen Herrscher gewonnen hat, muss sie sich nun als Königin von Jadera, um ihr Reich kümmern. Und das ist gar nicht so einfach, denn das Volk vertraut dem jungen Mädchen, das auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, noch nicht und hält sie nicht für fähig das Land zu regieren.
Sie ist also erstmal auf die Unterstützung von Callon angewiesen, ihrem Berater. Um Zeit zu gewinnen, soll sie deshalb eine Allianz eingehen und einen der Prinzen aus Serahzat oder Anathener heiraten.
Nicht besser macht die Situation, dass sie ihre Magie seit der Übernahme des Thrones nicht öffentlich gezeigt hat. Und darin liegt auch Allys größtes Problem, denn seit dem Kampf gegen den Eisigen, kann sie nicht mehr auf ihre Magie zugreifen.
Aus Angst davor, das Vertrauen ihrer Untertanen und somit den Thron zu verlieren, zieht Ally sich immer mehr zurück.
Jay ist unterdessen auf dem Weg nach Tierra, um mit den Sirenen aus dem Reich des Wassers Friedensgespräche zu führen. Dies gestaltet sich jedoch als nicht so einfach und es warten neue Bedrohungen, die auch vor dem Königsreich Jadera nicht halt machen werden.

Der zweite Teil der Reihe knüpft nahtlos an Band 1 an.
Das Cover hat mich wieder total begeistert und ich finde es, soweit das überhaupt möglich ist, noch schöner als das Cover vom ersten Teil.
Zu Beginn gibt es eine tolle Karte von Tierra, in dem der Glaspalast und alle anderen wichtigen Orte eingezeichnet sind und zwischendurch wird das Buch durch wunderschöne Illustrationen aufgelockert.
Ich bin, dank des wundervollen leichten und flüssigen Schreibstils der Autorin auch sehr schnell wieder in die Geschichte eingetaucht und hatte schnell das Gefühl, wieder mitten im Geschehen zu sein.
In Band 2 entdecken wir nicht nur das Land Tierra, sondern auch die Stadt Goya und die Unterwasserwelt der Sirenen.
April hat wieder eine epische Fantasywelt erschaffen, die sie sehr bildhaft und detailliert gestaltet hat. Auch die Atmosphäre wurde von ihr sehr gelungen einfangen und ich hatte keine Probleme, mir die Welt vorzustellen.

Wir begegnen vielen neuen Charakteren, wie zum Beispiel die Sirenen Ligaia, Myrian,
Yalia und Lilith. Aber auch etliche bekannte Figuren sind wieder dabei, wie die Drachendame Amina und Allys Pferd Finja. Ivera, die ebenfalls eine Anwärterin auf den Thron war, ist immer an Allys Seite.
Sie weiß nicht, dass diese keine Magie wirken kann und hofft, dass sie ihre große Liebe Thomáz zurück in die Welt der Lebenden holt.
Doch Ivera lässt sich auch von Allys etwas zurückweisenden Art, nicht vergrämen.
Besonders gut hat mir auch Jay gefallen und die Idee, ihm einen eigenen Handlungsstrang zu geben. Er muss vielen Gefahren trotzen und einige Hindernisse überwinden. Dabei hat er mich mehr als nur einmal überrascht.
Devan, meine Lieblingsfigur aus Band 1, kommt natürlich auch erneut in der Geschichte vor, auch wenn er hier nicht so einen großen Auftritt hat. Ich hoffe im nächsten Teil wieder mehr von ihm zu lesen.
Es gab immer wieder unvorhersehbare, dramatische Situationen, Geheimnisse und Überraschungen, die dafür sorgten, dass es während des ganzen Plots spannend blieb.

Ich hoffe, die Autorin lässt mich, nach diesem Highligt, nicht so lange auf Teil 3 warten.
Für den zweiten Teil gibt es hochverdiente 5 Sterne und eine Leseempfehung, denn diese Reihe ist ein Mustread für alle Fantasy-Fans.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.08.2021

Ein Jahreshighlight

Broken World
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Im Europa der Zukunft ist nichts mehr, wie es war.
Das Gesundheitswesen und das soziale Netz, das die Menschen aufgefangen hat, ist abgeschafft worden. Die Menschen leben nach den Naturgesetzen.
„Die ...

Im Europa der Zukunft ist nichts mehr, wie es war.
Das Gesundheitswesen und das soziale Netz, das die Menschen aufgefangen hat, ist abgeschafft worden. Die Menschen leben nach den Naturgesetzen.
„Die Starken überleben, die Schwachen sterben“.
Mitgefühl und Gnade gibt es nicht mehr und jeder ist sich selbst der Nächste.
Kranke, finanziell schwache und schutzbedürftige Personen werden nicht mehr vom Staat unterstützt. Sie leben in Gettos und müssen sich selbst versorgen. Es gibt keine Arbeit, keine Medikamente und keine Ärzte.
Die Starken und Gesunden jedoch gehören zur Elite und leben in Saus und Braus.

Die 18-jährige Yma, ist gesund und klug und somit auf dem besten Wege, zur Elite zu gehören. Doch Yma ist anders, denn sie empfindet Mitleid und hat Probleme, dabei zuzusehen, wie die Menschen leiden. Aber da schon das Wort „Helfen“ in den Mund zu nehmen, in Vahvin unter Höchststrafe verboten ist, muss sie lernen ihre Gefühle und Empfindungen zu verbergen.
Doch dann verschwindet nach einer Gesundheitsprüfung plötzlich ihre beste Freundin Kimi.
Auf der Suche nach ihr, lernt Yma Len kennen und bekommt durch ihn Einblicke in eine Welt, die sie vor eine schwere Entscheidung stellt. Will sie weiter wegschauen oder etwas riskieren und ihren Beitrag, für eine neue gerechte Welt, in der alle Menschen gleich sind, leisten?

Wow! Jana Voosen hat mit „Broken World“ eine wahnsinnig fesselnde und mitreißende Dystopie geschrieben. Diese Zukunftsvision ist gar nicht so weit von der jetzigen Realität entfernt.
Eine Welt, in der es keine medizinische Versorgung für die Menschen gibt? In der nur die Starken und Gesunden überleben und immer reicher werden und die Schwachen und Kranken, immer ärmer und in der Gesellschaft nicht akzeptiert und gesehen werden?
Kommt uns das nicht bekannt vor?
Wir brauchen uns nur etwas umzusehen und entdecken Länder, in denen diese Fiktion Realität ist.

Doch nun gibt es erstmal meine Eindrücke zum Buch.
Aufmerksam wurde ich darauf durch dieses wunderschöne Cover und den Klappentext, der mich sofort neugierig auf die Geschichte gemacht hat.
Jana Voosen hat einen tollen, sehr flüssigen Schreibstil und deshalb dauerte es auch nicht lange, bis sie mich damit in die Story hineingezogen hatte. Eloquent und fokussiert führt sie mich durch die Zeilen. Ich konnte mich diesem Buch einfach nicht mehr entziehen und habe es innerhalb von zwei Tagen verschlungen.
Es gibt keine ausschweifenden und bildgewaltigen Beschreibungen, aber sie haben mir auch nicht gefehlt. Jana Voosen hat sich bei der Schilderung des Worldbildings auf das Wesentliche konzentriert.
Die zentrale Figur ist Yma. Wir verfolgen die Geschichte aus ihrer Sicht und bekommen so einen wundervollen Einblick in ihre Gefühle und Empfindungen.
Yma ist ein gutes Beispiel dafür, dass man es mit viel Fleiß schaffen kann, zur Elite zu gehören. Sie hat viel dafür getan und nach der nächsten Gesundheitsprüfung darf sie, wenn alles gut geht, an der Liebeslotterie teilnehmen und bald mit ihrer großen Liebe Adriel zusammenziehen.
Doch niemand darf wissen, dass sie über Empathie verfügt und nicht wegsehen kann, wenn es ihren Mitbürgern schlecht geht. Deshalb versucht sie, auch wenn es ihr schwerfällt, regelkonform zu bleiben. Ihr Leben ändert sich jedoch von einem Tag auf den anderen, als sie Len trifft. Denn dieser weiß, wie es in den Bereichen aussieht, in denen die Schwachen und Kranken leben.
Yma hat mir als Hauptprotagonistin sehr gut gefallen. Sie versucht zwar lange, sich der Gemeinschaft der Elite anzupassen, doch als es darauf ankommt, zeigt sie großen Mut. Sie hat sich im Laufe der Geschichte wunderbar weiterentwickelt.
Die Autorin hat die Charaktere sehr überzeugend ausgearbeitet und auch die Nebenfiguren bereichern die Handlung und sind gut durchdacht. Meine einzige Kritik ist, dass sich die Liebesgeschichte am Ende etwas zu schnell entwickelte. Obwohl wir die Handlung aus der Sicht von Yma verfolgen, ist mir nicht bewusst geworden, dass sie diese Gefühle ihm gegenüber hat.

Die Geschichte ist durch unvorhersehbare Wendungen spannend zu lesen. Die Story verfügt nicht nur über die nötige Tiefe, sondern sie geht unter die Haut und regt zum Nachdenken an.
Bis zum Schluss war für mich nicht ersichtlich, in welche Richtung sie sich entwickeln und wohin der Weg führen würde.
Zwischendurch gab es Passagen, (wie zum Beispiel das Verhör) die mich sehr erschreckt haben.
Schade fand ich, dass ich im Vorfeld nicht wusste, dass es sich um einen Mehrteiler handelt.
Auch wenn ich eher der Typ bin, der ein Happy End am Ende der Geschichte braucht, macht, dass offene Ende neugierig auf die Fortsetzung! Ich hoffe, die Autorin lässt mich nicht zu lange darauf warten.
Für mich ist „Broken World“ ein richtiger Pageturner und gehört zu den Highlights des Jahres 2021. Dafür gibt es von mir volle 5 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.08.2021

Vater werden ist nicht immer leicht

Mach mir’n Kind
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„Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.“
Diese alte Volksweisheit von Wilhelm Busch trifft nicht bei allen Vätern zu. Manchmal ist schon nicht so einfach Vater zu werden. Erstmal muss ...

„Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.“
Diese alte Volksweisheit von Wilhelm Busch trifft nicht bei allen Vätern zu. Manchmal ist schon nicht so einfach Vater zu werden. Erstmal muss „Mann“ sich mit der Frage befassen: „ Möchte ich eigentlich ein Kind?“ Und dann muss dieser Wunsch, ein gemeinsames Baby zu bekommen, auch noch wahr werden.
Denn es klappt es nicht immer gleich und wenn es dann so weit ist, stellt der werdende Vater fest, dass eine Schwangerschaft große Veränderungen und viele Fragen mit sich bringt.

Die Geschichte hat bei mir teilweise ambivalente Gefühle hervorgerufen, denn ich wusste manchmal nicht, ob ich mit der „besten Verlobten“ weinen oder mit ihrem Mann, dessen bester Freund Google ist, lachen sollte.
Der Schreibstil der Autorin ist einfach fantastisch. Die Seiten flogen nur so dahin und innerhalb kürzester Zeit war ich am Ende angekommen.
Melanie Amélie Opalka erzählt auf eine wunderbare Art, von den Problemen und Sorgen, die sich ergeben, als der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind zu einer großen Herausforderung für unser Paar wird. Dabei ist es nicht einmal notwendig, den Protagonisten Namen zu geben.

Wir verfolgen den beschwerlichen Weg der Beiden aus der Sicht des Mannes, der die zentrale Figur in der Geschichte ist.
Nachdem das Baby-Projekt nach einem Jahr, trotzt „Eisprung-App“ nicht gefruchtet hat, wühlen die Beiden sich durch Berge von Broschüren und Auszügen aus dem Internet, um die passende Kinderwunschklink zu finden. In der Praxis von Dr. Sommer, der eigentlich Dr. Herbst heißt, fühlen die Beiden sich dann endlich gut aufgehoben.

Doch auch jetzt nehmen die Probleme kein Ende. Ob es um die Zuschüsse der Krankenkasse geht, die nur bei einem „Ehepaar“ fließen, oder darum die „beste Ehefrau“, nach zwei erfolglosen Versuchen zu trösten. Unser Protagonist versucht wirklich alles, um es seiner Liebsten etwas leichter zu machen. Er versorgt sie mit allem, was sie möchte, recherchiert stundenlang im World Wide Web und befragt seinen besten Freund Goggle, um für alles gewappnet zu sein.
Dabei begeht er einen Fauxpas nach dem anderen und setzt sich immer wieder in die Nesseln.

Durch die Ich-Perspektive waren seine Gedanken und Emotionen sehr gut nachvollziehbar. So fiel es mir leicht, mich in ihn hineinzuversetzen. Ich musste oft über seine Gedankengänge schmunzeln und manchmal tat er mir richtig leid, denn er hatte es nicht immer einfach mit seiner Liebsten.
Für die beste Ehefrau ist die Situation aber auch alles andere als einfach und auch als es dann endlich klappt, ist die Schwangerschaft für sie mühsam und beschwerlich.

Die Autorin hat den, eigentlich ernsten und teilweise tragischen Hintergrund, auf eine lockere, manchmal etwas ironische und flapsige Art erzählt und zu einer humorvollen Geschichte verarbeitet. Sie ist lustig und traurig und hat mich nicht nur zum Lachen und zum Weinen gebracht, sondern auch zum Nachdenken.
Dafür gibt es von mir hochverdiente 5 Sterne und eine Leseempfehlung nicht nur für werdende Eltern.

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Veröffentlicht am 14.08.2021

Ein wunderschönes Debüt

Die Erbin des Windes
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Likah lebt mit den Zwillingen Alia und Gem, für die sie die Verantwortung übernommen hat, auf der Straße und ernährt sich und die Kinder von kleineren Diebstählen. Ihr Traum ist es, den Kleinen irgendwann ...

Likah lebt mit den Zwillingen Alia und Gem, für die sie die Verantwortung übernommen hat, auf der Straße und ernährt sich und die Kinder von kleineren Diebstählen. Ihr Traum ist es, den Kleinen irgendwann ein gutes Leben zu ermöglichen und ein Zuhause für sie zu schaffen. Als sie eines Nachts eine Kutsche entdeckt, hofft Likah, mit einem letzten großen Diebstahl, genügend Geld zusammenzuhaben, um das Leben auf der Straße endlich zu beenden. Doch sie wird erwischt und vor Gericht gestellt. Anstatt sie aber zum Tode zu verurteilen, macht Fürst Arkin ihr ein Angebot. Er will sie als seine Schülerin ausbilden, in der Magie der Ersten Sprache unterrichten und für die Kinder sorgen. Likah kann das Angebot nicht ablehnen, denn so entkommt nicht nur sie der Todesstrafe, sondern auch die Zwillinge erhalten die Chance auf ein richtiges Zuhause.
Doch für die neue Schülerin Arkins stehen schwere Zeiten bevor. Der Fürst ist nicht nur der Herrscher Karthasias, sondern er gehört zum Septimat, das über den ganzen Kontinent herrscht. Zwischen den sieben Herrschern und deren Schülern gibt es viele Intrigen und Geheimnisse. Likah lernt jedoch schnell, sich durchzusetzen. Als sie aber herausfindet, warum Arkin sie als Schülerin gewählt hat, beginnt sie alles, was sie bisher für richtig empfunden hat, anzuzweifeln.
Das wunderschöne Cover ist ein richtiger Blickfang und sorgte dafür, dass ich auf das Buch aufmerksam wurde.
Und was soll ich sagen?! Ich habe es nicht bereut.
Die Autorin hat einen lebendigen, fesselnden Schreibstil, der sehr angenehm zu lesen ist. Bereits nach wenigen Sätzen bin ich komplett in die Geschichte eingetaucht.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge. Die meiste Zeit folgen wir Likah auf ihrem Weg, doch es gibt auch viele Abschnitte, in denen wir Thora begleiten. Ich war sehr gespannt darauf, zu erfahren, wie und wann Likah und Thora aufeinandertreffen würden.
Lucinda Flynn beschreibt das Worldbilding bildhaft, jedoch nicht zu ausschweifend und lässt dem Leser Raum für die eigene Fantasie.
Auch, oder gerade weil, ebenfalls das Äußere der Protagonisten nicht so ausführlich beschrieben wurde, hatte ich sofort ein eigenes Bild von den Figuren vor Augen.
Likah ist eine tolle, starke Protagonistin, die schon früh lernen musste, für sich selbst zu sorgen. Von einem Moment auf den anderen wurde sie von ihren Eltern fortgeschickt mit dem Hinweis, nie zurückzukommen. Sie handelt völlig selbstlos, als sie die Zwillinge unterwegs aufliest und für sie sorgt. Für die Beiden würde Likah sogar ihr Leben opfern.
Aber sie hat auch Fehler und handelt manchmal etwas unüberlegt, wenn sie ihre Wut nicht im Griff hat. Doch gerade das macht sie so glaubwürdig und authentisch.
Auch Arkin empfand ich als sehr sympathisch und auch wenn er etwas wortkarg ist, habe ich ihn sofort ins Herz geschlossen.
Etwas Probleme hatte ich jedoch mit Thora. Zu Beginn, ist er für mich ein kleiner Junge, der von seiner Großmutter die Erlaubnis bekommen hat, Kapitän Ross auf seiner Reise zu begleiten, um ein Abenteuer zu erleben. Doch nach seiner Gefangennahme verhält er sich plötzlich wie ein junger Mann, der mutig, entschlossen und furchtlos ist. Diese Entwicklung ging mir etwas zu schnell vonstatten. Gut gefallen haben mir auch die Nebencharaktere, die die Autorin individuell und facettenreich gestaltet hat.
Sehr schön ist die Liebesgeschichte, die nur eine kleine Rolle im Plot einnimmt und nicht übermäßig viel Platz beansprucht. Sie entwickelt sich völlig anders, als ich zu Beginn erwartet habe, aber sie passt perfekt in die Handlung hinein. Mehr möchte ich Euch jedoch nicht verraten.
Die Story hat von Anfang an ein gutes Tempo und der Spannungsbogen steigt im Laufe der Handlung immer mehr an. Es wurde zu keinem Zeitpunkt langweilig.
Letztendlich blieben am Ende jedoch ein paar Fragen offen. So wurde der Grund, weshalb Likah ihr Elternhaus verlassen musste, am Ende zwar erklärt, doch mir reichten die Erläuterungen nicht ganz. Auch ist mir nicht richtig klar geworden, welchen Zusammenhang es zwischen der Handlung und dem Tod von Saaid gibt und was Arkin letztendlich damit bezweckt hat, Likah als Schülerin zu nehmen.
Fazit
Die Autorin hat mit ihrem Buch, „Die Erbin des Windes“ ein tolles Debüt geschrieben. Auch wenn es ein paar kleine Schwächen gibt und es mir ein wenig an Tiefe gefehlt hat, konnte Lucinda Flynn mich mit der Storyline und ihrer eloquenten Ausdrucksweise überzeugt.
Ich hoffe, dass ich noch viel von der Autorin lesen werde! Von mir gibt es 4 Sterne und eine Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 09.08.2021

Die Geschichte konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen

The Rules of Magic. Eine zauberhafte Familie
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Die Geschichte konnte mich leider nicht überzeugen

Wir befinden uns Anfang der 60er Jahre in New York. Die Geschwister Franny, Jet und Vincent wissen nicht, dass sie einer Hexenfamilie aus Bosten entstammen. ...

Die Geschichte konnte mich leider nicht überzeugen

Wir befinden uns Anfang der 60er Jahre in New York. Die Geschwister Franny, Jet und Vincent wissen nicht, dass sie einer Hexenfamilie aus Bosten entstammen.
Ihre Mutter Susanna, versucht alles, um das Familiengeheimnis zu wahren und ihre Kinder zu schützen, denn es lastet ein Fluch auf ihrer Familie. Jeder, der sich in sie verliebt, muss mit dem Leben dafür bezahlen. Die Geschwister, die nichts von diesem Fluch ahnen, mutmaßen immer wieder über ihre Abstammung, denn sie merken schon sehr schnell, dass sie anders sind. Ihre Mutter hat viele Regeln aufgestellt, an die die drei sich halten müssen. So dürfen sie weder rote Schuhe tragen, noch schwarze Kleidung. Auch Spaziergänge bei Mondschein sind nicht erlaubt. Die wichtigste Regel ihrer Mutter ist jedoch: „Verliebt Euch nie!“

Franny, die eine besondere Verbindung zu Vögeln hat, ist die Älteste und trägt somit die Verantwortung für ihre beiden Geschwister. Sie liebt die Wissenschaft und versucht jede Art der Magie damit zu erklären.
Ihre Schwester Bridget, genannt Jet ist sehr schüchtern und sensibel und weiß immer, was die Anderen denken. Ein schlimmer Unfall wird ihr schwer zu schaffen machen und besiegelt ihr Schicksal.
Vincent ist der einzige Junge in der Owens-Familie, ein begnadeter Musiker und so charismatisch, dass sich alle Mädchen und Frauen zu ihm hingezogen fühlen. Bereits direkt nach seiner Geburt wollte eine Krankenschwester ihn aus der Klink stehlen.
Die Geschwister sind sehr unterschiedlich, aber sie haben eine enge Beziehung zueinander und in einem sind sich alle drei einig. Sie werden sich nicht an die Regeln ihrer Mutter halten und sie alle brechen.

Ich habe bisher noch keine Bücher der Autorin gelesen und bin durch eine Leserunde auf Lovelybooks darauf aufmerksam geworden. Der Klappentext verspricht eine magische Geschichte, die von drei rebellischen Geschwistern handelt, die sich nicht an die Regeln ihrer Mutter halten und mit den daraus resultierenden Folgen, leben müssen. Mich hat das sofort angesprochen.

Ich habe jedoch ziemlich lange gebraucht, um in die Geschichte einigermaßen hineinzufinden und ehrlich gesagt, bin ich während des gesamten Plots nicht richtig warm mit dem Schreibstil der Autorin geworden.
Ich hatte das Gefühl, von oben auf das Geschehen zu blicken und die Geschichte als unbeteiligte Zuschauerin zu verfolgen. Normalerweise wären mir oft die Tränen gelaufen, denn ich bin ein sehr emotionaler Mensch und es gibt viele traurige Situationen und Tote in der Geschichte. Doch durch die sehr nüchterne und distanzierte Erzählperspektive in der dritten Person, fiel es mir schwer, mich in die Protagonisten hineinzuversetzen und ihre Gefühle und Gedanken nachzuvollziehen.
Ihre Charaktereigenschaften trugen auch nicht gerade dazu bei, dass ich die Geschwister sympathisch fand. So störte mich zum Beispiel, wie leichtsinnig sie für ihr eigenes Glück das Leben anderer riskieren. Es gab auch einige Situationen und Aktionen, die ich als sehr unlogisch empfand. So wurden einige Protagonisten sehr schnell vom Fluch getroffen und andere wiederum gar nicht. Auch habe ich zum Beispiel nicht verstanden, warum ihrer Mutter, von einem Moment auf den anderen, die drei über den Sommer zu Tante Isabelle gelassen hat. Es fehlte mir eine einleuchtende Erklärung, denn Susanna hat doch die ganzen Jahre versucht, ihre Kinder vor der Familie zu schützen.

Es gab tolle Ansätze, wie zum Beispiel die Idee, den Geschwistern Tiere als Vertraute an die Seite zu stellen. Doch leider hat die Autorin dies nicht weiter ausgearbeitet und es blieb beim Ansatz.
Es gibt etliche große Zeitsprünge in der Geschichte und wir begleiten die Geschwister im Prinzip durch ihr ganzes Leben.
Die Atmosphäre empfand ich überwiegend als sehr düster und die meiste Zeit über plätscherte die Handlung ziemlich vor sich hin. Nur selten zog die Spannung während des Plots etwas an.

Fazit

Eine Geschichte muss nicht andauernd auf einen dramatischen Höhepunkt zusteuern, aber die Handlung sollte schon interessant sein. Leider habe ich das jedoch nicht so empfunden.
Es fehlte mir an Spannung, Fantasie und Magie. Die Protagonisten hatten mir zu wenig Tiefe und ich bin mit ihnen einfach nicht warm geworden. Auch der Schreibstil konnte mich nicht fesseln.
Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks gelesen und es deshalb auch beendet. Normalerweise hätte ich es abgebrochen, denn auch wenn die Geschichte einen guten Abschluss hat, blieb es hinter meinen Erwartungen zurück und konnte mich leider nicht überzeugen.
Deshalb gibt es von mir leider nur 2 Sterne.

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