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Veröffentlicht am 06.07.2020

Ein absolutes Meisterwerk und Lesehighlight in diesem Jahr!

Eine Liebe zwischen den Fronten
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Was für ein beeindruckender historischer Roman zum 150. Gedenkjahr des Deutsch-Französischen Krieges! Toller Aufbau der Geschichte, eine wunderschöne, bildliche, atmosphärische und unglaublich fesselnde ...

Was für ein beeindruckender historischer Roman zum 150. Gedenkjahr des Deutsch-Französischen Krieges! Toller Aufbau der Geschichte, eine wunderschöne, bildliche, atmosphärische und unglaublich fesselnde Erzählweise, sehr gute geschichtliche Einbindung von aufkommenden Unruhen, Kriegsgeschehnissen und politischen Ereignissen, wundervolle Charaktere und eine Liebesgeschichte, die einem sehr nahe und ans Herz geht! Ein absoluter Pageturner!

Die Französin Madeleine Tellier und der deutsche Arzt Paul von Gerlau sind sich sicher, dass Liebe keine Grenzen kennt und ihre Verlobung in Berlin im Jahr 1870 soll der Beginn einer glücklichen und gemeinsamen Zukunft sein. Doch der Krieg zwischen Preußen und dem französischen Kaiserreich zerstört ihre Lebensplanung. Madeleine muss mit ihrem Vater in ihre Heimat nach Metz fliehen und Paul bleibt nichts anderes übrig als widerwillig seinen Kriegsdienst anzutreten. Vor ihnen liegt eine Zeit voller Angst, Entbehrungen, grausamer Verbrechen an der Menschheit, großem Leid und der Ungewissheit, ob sie den Krieg überleben werden und sie je wieder die Chance haben zusammenzukommen.

Ich liebe die Bücher von Maria W. Peter, mit denen sie mir schon so viele unvergessliche Lesestunden geschenkt hat. Mit ihrem neuen Roman „Eine Liebe zwischen den Fronten“ hat sie für mich ihr bisher bestes Meisterwerk erschaffen. Man spürt, wieviel Liebe, Herzblut und Recherchearbeit in diesem brillanten Werk steckt. Kein Wunder, wenn man liest, dass die Autorin im Saarland aufgewachsen ist und die Konflikte dieser grenznahen Gebiete sich auch in ihrer Familiengeschichte wiederfinden. In ihrer unnachahmlichen und fesselnden Erzählweise bindet sie die tragische Liebesgeschichte zwischen Madeleine und Paul sehr gekonnt in die grausamen Kriegsgeschehnisse, politischen Veränderungen, Identitätskrisen und die Zeit des Neuanfangs mit ein. Unheimlich atmosphärisch kommt die Stimmung in der Bevölkerung, die Gefühle und Gedanken der Soldaten und die Auswirkung von Entbehrungen, zum Leser rüber. Die Menschlichkeit geht verloren und für viele zählen nur noch der Eigennutz und der Überlebenswille. Doch es gibt auch immer wieder kleine Lichtblicke, in denen Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit groß geschrieben werden. Dieser Part fällt hier im Roman Kathrin Weißgerber, Schwester Gertrud und den Nonnen vom Kloster „Unserer lieben Frau“ zu. Sie sind ganz wundervolle Menschen, die Achtung und Respekt bei mir erzeugt haben.

Erzählt wird die Geschichte in vier verschiedenen Erzählsträngen aus Sicht von Madeleine, Paul, Karim und Clement Tellier, Madeleines Bruder. Alle sind höchst emotionsvoll und gleich fesselnd geschrieben. Madeleine ist eine bewundernswerte, mutige und sehr sympathische junge Frau, die ihre Berufung darin sieht, Kranken, Verwundeten und bedürftigen Menschen aufopferungsvoll zu helfen. Gefühlt habe ich neben ihr gestanden und die gefährliche Flucht nach Metz, die unsichere Zeit in der Stadt, die Angst, Sehnsucht und Sorge um Paul und die Suche nach ihm, miterlebt. Ich kann verstehen, dass Madeleine sich in ihn verliebt hat. Er ist einfach nur ein wundervoller, verantwortungsbewusster und kluger Mann, für den es als Arzt furchtbar ist, in den Krieg ziehen zu müssen. Die Szenen im Lazarett und auf dem Schlachtfeld entfachen ein furchtbares Kopfkino und kalte Schauern laufen einem dabei den Rücken herunter. Paul zur Seite steht sein Bursche Hagemann, der vor ihm ein Geheimnis verbirgt und man rätselt, was wohl dahintersteckt. Der interessanteste und am stärksten polarisierende Charakter im Buch ist jedoch Madeleines Bruder Clement. Bei ihm hat man das Gefühl, dass er nicht weiß wo er hingehört und innerlich zerrissen ist. Ein Fanatiker, der voller Enthusiasmus in den Krieg zieht und in Paris die Welt verändern möchte. Ich habe mit ihm mitgefiebert, hatte Mitleid, war entsetzt darüber, in welche furchtbaren Situationen er sich hineinmanövriert und geschockt von seinem Handeln. Auch Karim, ein algerischer Soldat der Turcos hat mich mit seiner Geschichte berührt. Er kämpft an der Seite der französischen Armee und ist gleichzeitig auf der Suche nach seiner Schwester Djamila. Sehr ergreifende Szenen hat die Autorin für die beiden Geschwister eingebaut. Djamila ist als algerisches Dienstmädchen bei der Familie Telliers angestellt und wird im Laufe der Geschichte ein wichtiger Mensch an der Seite von Madeleine.

Wunderschön fand ich noch den Epilog, in dem die Erzählstränge und Lebensgeschichten der Charaktere toll und nachvollziehbar abgeschlossen wurden.

Mein Fazit:

Maria W. Peter hat mit „Eine Liebe zwischen den Fronten“ einen grandiosen Roman geschrieben, der mich restlos begeistert hat und eine unbedingte Leseempfehlung von mir bekommt. Sehr gut gefallen hat mir noch das Nachwort, in dem historische Hintergründe und politische Ereignisse in verschiedenen Ländern zusammengefasst wurde. Hier bekommt man eine Vorstellung davon, wieviel Zeit die Autorin schon alleine mit der Recherche für diesen Roman verbracht hat. Chapeau! Für dieses wunderschöne Buch hätte ich sehr gerne noch mehr wie 5 Sterne vergeben.

  • Cover
  • Geschichte
  • Thema
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 30.06.2020

Leseempfehlung! Hervoragende Kombi aus Thriller und Liebesroman!

Der Bodyguard
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Ein Roman, der mich mit dem tollen Mix aus Lovestory und richtig gutem Thriller sehr begeistert hat!
Fesselnder Schreibstil, faszinierende Charaktere und ein überaus gelungener Aufbau der Geschichte. ...

Ein Roman, der mich mit dem tollen Mix aus Lovestory und richtig gutem Thriller sehr begeistert hat!
Fesselnder Schreibstil, faszinierende Charaktere und ein überaus gelungener Aufbau der Geschichte. Was will man mehr?

Maiks größter Traum ist es, einmal eine Kampfschule zu eröffnen, doch ihm fehlen noch die nötigen Mittel dazu. Sein Startkapital will er sich als Bodyguard bei der schwerreichen Unternehmerfamilie von Peter van Holland verdienen, wo er für die Sicherheit von Lynn, einer außergewöhnlich anziehenden jungen Frau zuständig ist. Sie verdreht ihm den Kopf, stiehlt im sein Herz und sorgt dafür, dass diese Empfindungen seine Arbeit noch schwieriger machen. Vorsicht, Sorge und Verlustängste dürfen seine Beobachtungen, seinen Scharfsinn und seine Kampfkraft nicht beeinflussen. Alles wird noch schlimmer, als es Hinweise auf einen möglichen Anschlag gibt und er sich plötzlich einer Übermacht von brutalen Angreifern stellen muss. Unter Einsatz seines Lebens kann er nicht verhindern, dass Lynn entführt wird. Als sie trotz Lösegeldzahlung nicht freikommt macht sich Maik auf die gefährliche Suche. Es wird ein Wettlauf mit der Zeit, da ein Ultimatum abläuft.

Bei „Der Bodyguard“ haben mich der Klappentext und das Cover unheimlich neugierig auf die Geschichte gemacht, da ich Thriller und Liebesromane sehr mag. Hier wird beides ganz hervorragend in einer Symbiose vereint. Der leicht zu lesende, spannende und empathische Erzählstil von Sonja Rüther lässt einen nur so durch das Geschehen fliegen und man hat das Gefühl einen Kinofilm zu erleben. Es geht um Liebe, eine Freundschaft fürs Leben, Geld, Schuld, Rache und Täuschung und alles wurde so gekonnt ineinander verwoben. Die Liebesgeschichte zwischen Maik und Lynn wird sehr behutsam erzählt und driftet dabei auch nicht in Kitsch ab. Der volle Kontrast dazu ist der Thrillerpart. Man rätselt über die Gedanken und die Motivation des Täters, dessen Kaltblütigkeit und gefühlter Egoismus einen entsetzen. Was steckt hinter allem und wer vor allen Dingen? Bei der Entführung, dem Martyrium, der Suche und dem finalen Showdown habe ich unglaublich mit Maik und Lynn mitgefiebert und gelitten und konnte das Buch vor lauter Spannung nicht mehr aus der Hand legen. Wie sich danach alles weiterentwickelt hat mich bewegt und mit dem Ende wurde ich dann noch einmal überrascht.

Richtig begeistert haben mich die tollen Charaktere, die Herzwärme und wiederum auch Entsetzen und Fassungslosigkeit bei einem erzeugen. Mike hat mir unheimlich gut gefallen. Als durchtrainierter Sportler und Bodyguard ist er nicht die abgebrühte Kampfmaschine, sondern ein Mann mit Herz, Verstand, viel Empathie und Verantwortungsbewusstsein. Kein Wunder, dass sich Lynn sofort in ihn verguckt. Sie ist eine anziehende und kluge junge Frau mit einem unglaublichen Durchhaltevermögen, gesundem Menschenverstand, Gerechtigkeitssinn und Verantwortungsgefühl. Geld verdirbt nicht immer den Charakter. Ganz viel Sympathie haben Lisa und Jonas, Maiks beste Freunde, bei mir ausgelöst. Solche verlässlichen und lieben Menschen hat jeder gerne an seiner. Etwas undurchsichtig empfand ich das Ehepaar van Holland. Sie stehen dafür, dass Reichtum nicht immer glücklich macht und auch viele Schattenseiten hat. Richtig krass dargestellt wurden die antreibende Kraft hinter der Entführung und der Kreis, der sich um sie gescharrt hat. Wahnsinn, wie hier Menschen durch Täuschung und Irrsinn zu Marionetten gemacht werden. Beängstigend, wie wenig manchmal hinterfragt wird.

Mein Fazit:

„Der Bodyguard“ ist ein Roman, der mich bestens unterhalten hat und dafür von mir auch eine unbedingte Leseempfehlung und eine 5 Sternebewertung erhält!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2020

Fesselnd, faszinierend, verwirrend und ganz anders wie gedacht!

Marta schläft
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Ein Thriller mit vielen Puzzleteilchen, die sich spannend, fesselnd und langsam zu einem Ganzen zusammenfügen. Als Leser ist man gefangen in den Gedanken der Charaktere und entwickelt dabei Mitleid, Fassungslosigkeit ...

Ein Thriller mit vielen Puzzleteilchen, die sich spannend, fesselnd und langsam zu einem Ganzen zusammenfügen. Als Leser ist man gefangen in den Gedanken der Charaktere und entwickelt dabei Mitleid, Fassungslosigkeit und Unverständnis.

Nadja ist eine junge Frau, die durch ihre schwere und traumatische Kindheit mit Problemen behaftet ist, gerne in der Anonymität lebt und andere Menschen um ihr sorgloses Leben beneidet. Was ist mit ihr passiert, dass sie immer wieder Unvorhergesehenes aus der Bahn wirft und sie gerade in eine gefühlte, ausweglose Situation bringt? Nadja wird in ein abgelegenes Haus in den Spreewald gelockt und muss unter Zwang ein Spiel spielen, bei dem es um Leben und Tod geht. Wer wird es gewinnen?

Voller Erwartungsfreude habe ich nach „Liebes Kind“ auf das neue Buch „Marta schläft“ von Romy Hausmann hin gefiebert und sie hat mich mit einem Thriller überrascht, der eine spannende Herausforderung war, für unheimlich viele Fragen und Verwirrtheit in meinem Kopf gesorgt hat, eine bedrückende Atmosphäre verströmte und eine Entwicklung nahm, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe. Am Anfang fühlt man sich etwas überfordert, durch die zusammenhanglos scheinenden Geschehnisse, doch später lassen einen die Gedanken und Handlungen der psychopathischen Charaktere nicht mehr los. Alle Protagonisten sind durchweg unsympathisch, die aber perfekt zur Story und der dramatischen und beklemmenden Stimmung in der Geschichte passen. Erzählt wird auf verschiedenen Zeitebenen, die immer wieder zwischendurch durch Briefe an einen Unbekannten unterbrochen werden. Wer ist der Verfasser und für wen sind diese von Schuld, Verzweiflung und auf Vergebung hoffenden Botschaften gedacht? Was ist an diesem 17. Juni 1999 Furchtbares passiert, der immer wieder erwähnt wird und der das Leben von einigen Menschen so verändert hat? Wie passt die Geschichte von Nelly und Paul ins Geschehen hinein und welche Rolle spielen Laura und Gero? Irre, wie einer hier die Schicksale von Menschen manipuliert. Gänsehaut hatte ich bei der Gerichtsverhandlung, die unheimlich düster und atmosphärisch im Haus der Großmutter von Laura beginnt und im weiteren Verlauf eine außer Kontrolle geratene Entwicklung nimmt. Welches Motiv hinter dem Ganzen steckt hat mich echt geschockt und der Ausgang nach den erschütternden Ereignissen überraschte mich erst recht.

Romy Hausmann hat in ihrem Buch sehr stark polarisierende Charaktere erschaffen. Nadja Kulka ist eine verstörte, psychisch labile, körperlich angeschlagene, und von Panikattacken geplagte junge Frau, die immer mit dem Gedanken spielt, was andere Menschen von ihr denken. Sie sehnt sich nach Freundschaft und Anerkennung und ist dafür zu allem bereit. Nadja kämpft gegen ihre Ängste, wächst über sich hinaus, wird manipuliert und sucht einen Ausweg aus der verfahrenen Situation. Immer wieder hat sie großes Mitleid bei mir entfacht. Kopfschütteln, Wut, Fassungslosigkeit und Unverständnis hat Gero van Hoven bei mir erzeugt. Als Inhaber einer erfolgreichen Anwaltskanzlei, treusorgender Ehemann und Vater ist er angesehen und hat ein Saubermann-Image. Doch der äußere Schein trügt. Er benutzt Menschen, ist unter Druck furchtbar unbeherrscht, kaltblütig, psychopathisch und selbstherrlich. Er liebt es, wenn seine Frau Laura nett und fügsam ist, doch kann das auf Dauer gut gehen? In ihren Nebenrollen fand ich Nelly Schütt und Paul Heger auch sehr gut dargestellt. Ebenfalls zwei interessante Charaktere, die mit Problemen behaftet sind und das Pech haben, den falschen Menschen zu begegnen.

Mein Fazit:

Das hinter dem Titel „Marta schläft“ so ein ungewöhnlicher und spannender Psychothriller steckt habe ich nicht vermutet. Romy Hausmann hat mir definitiv aufregende Lesestunden beschert. Wenn der Anfang der Geschichte nicht so eine Verwirrung bei mir gestiftet hätte, hätte es von mir die volle Punktzahl gegeben. So sind es 4 hochverdiente Sterne geworden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2020

Spannung und Action pur! Fesselnd, brisant und beängstigend!

Die Wahrheit
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Sam Bournes Thriller zu lesen ist wie einen actionreichen Kinofilm zu erleben. Eine Geschichte die zwischen Fiktion und Wirklichkeit liegt, einen ungemein fesselt, für atemlose Spannung sorgt und mit ...

Sam Bournes Thriller zu lesen ist wie einen actionreichen Kinofilm zu erleben. Eine Geschichte die zwischen Fiktion und Wirklichkeit liegt, einen ungemein fesselt, für atemlose Spannung sorgt und mit einem fulminanten Showdown endet!

Ihre nervenaufreibende Zeit als Mitarbeiterin des Präsidenten im Weißen Haus ist für Maggie Castello passé und sie widmet sich in ihrer Auszeit ihrem Studium der Geschichte und schreibt Essays. Politikern versucht sie aus dem Weg zu gehen, doch als sie ein Hilferuf von Donna Morrison, der amtierenden Gouverneurin von Virginia, erreicht, ändert sie ihre Meinung. Sie und das FBI beschäftigen mysteriöse Morde an Historikern, sowie katastrophale Brände in Museen und Bibliotheken, die unschätzbare Archive beherbergen. Wer versucht hier gerade Wissen, historische Dokumente und Zeitzeugenberichte über die Vergangenheit und die grausamen Verbrechen, die an der Menschheit begangen wurden, auszulöschen? Maggie stößt bei ihrer Recherche auf erste Hinweise, einen polarisierenden Demagogen und gerät selber dabei in eine lebensgefährliche und fast ausweglose Situation, in der auch ihre Glaubwürdigkeit in Frage gestellt wird. Können sie die Verschwörer stoppen?

„Die Wahrheit“ ist neben „Der Präsident“ mein zweites Buch von Sam Bourne, das ich gelesen habe und es hat mich wieder total begeistert und sehr nachdenklich gemacht. Der Autor spricht hier ein Thema an, das gerade aktuell ist und die Ansichten und Meinungen der Menschen auf der Welt besorgniserregend spaltet. Wie kann man nur die Gräueltaten von früher verleugnen und Rassenhass und Kämpfe schüren? Sam Bournes Erzählweise ist unglaublich fesselnd, temporeich, gesellschaftskritisch und mit einigen Überraschungen versehen. Die Geschichte fordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers, da viele Handlungsstränge sich schnell abwechseln und eine Menge Fragen im eigenen Kopf auftauchen. Maggies Part lässt einen total mitfiebern, die Anschläge machen einen fassungslos, William Keanes Gerichtsverhandlung entfacht Entsetzen und Wut und die digitale Entwicklung im Geschehen ist überaus beängstigend. Alles zusammen ergibt ein unglaubliches Kopfkino. Die Deadline kommt immer näher und die Spannung nimmt mit jeder gelesenen Seite zu. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, wer hinter allem steckt und habe einige Menschen total unterschätzt. Maggie übersteht diese Katastrophe und hat einen liebevollen Menschen an ihrer Seite, der sie hoffnungsfroh in die Zukunft blicken lässt.

Maggie war für mich wieder der herausragende Charakter im Buch. Ich bewundere sie für ihren genialen Instinkt, mit dem sie Zusammenhänge schnell erfasst und für ihre Schlagfertigkeit und ihren Mut, sich konsequent für die Wahrheit und Gerechtigkeit einzusetzen um Lügen, Intrigen, Böswilligkeit und Verbrechen auf den Grund zu gehen. Ihre Konfrontationen mit William Keane und Mc Namara fand ich sehr gut dargestellt und jeder konnte hier auf seine Weise glänzen. Beide Männer sind Widerlinge schlechthin, abgebrüht, berechnend und machtbesessen. Ihre Einstellungen empfinde ich einfach nur krank und beängstigend und sie machen einen wütend. Keanes Charakter assoziiert man sofort mit einer Persönlichkeit, die mit Worten und viel Rhetorik kämpft und die Medien für die eigenen Interessen und Vorteile ausnutzt. Sehr unschlüssig war ich mir die ganze Zeit darüber, welche Rolle Uri, Maggies Ex-Freund und Jason Ramey, ein Computerspezialist, im ganzen Geschehen spielen. Sie haben auf jeden Fall die Geschichte bereichert.

Der Showdown am Schluss war auf jeden Fall wieder vom Feinsten und ich würde mich unheimlich darüber freuen, wenn Maggie bald wieder in einem neuen Fall ermitteln dürfte.

Mein Fazit:

„Die Wahrheit“ war ein brisanter und sehr beängstigender Politthriller, dem ich jedem nur ans Herz legen kann. Er bekommt von mir eine unbedingte Leseempfehlung und hochverdiente 5 Sterne!

  • Cover
  • Handlung
  • Thema
  • Spannung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 28.05.2020

Eine sehr berührende und dramatische Liebesgeschichte! Sehr empfehlenswert!

Zweimal im Leben
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Eine tolle und tragische Liebesgeschichte, bei der so viele Gefühle zum Leser transportiert werden. Sie steckt voller Herzwärme, berührenden und bedrückenden Szenen, dramatischen Entwicklungen und macht ...

Eine tolle und tragische Liebesgeschichte, bei der so viele Gefühle zum Leser transportiert werden. Sie steckt voller Herzwärme, berührenden und bedrückenden Szenen, dramatischen Entwicklungen und macht einen sprach- und fassungslos. Was machst du, wenn du gebunden bist und dir die Liebe deines Lebens eine zweite Chance gibt?

Für Catherine und Lucian ist es Liebe auf den ersten Blick als sie sich zum ersten Mal begegnen. Die gegenseitige Anziehungskraft ist wie ein Sog und ihre Seelen schwingen im Gleichklang. Alles um sie herum wird bedeutungslos, bis zu dem einen Moment, der alles verändert und sie auseinanderreißt. Catherine verlässt Lucian ohne eine Erklärung und kehrt zu ihrem Freund Sam zurück, den sie kurze Zeit später heiratet und Kinder mit ihm bekommt. Doch ihre Liebe gehört nur einem! Auf einer Beerdigung trifft sie 15 Jahre später Lucian wieder und alle Gefühle kommen explosionsartig erneut hoch. Sie können nicht anders und wünschen sich nur eine kurze Zeit des Glücks. Doch kann man sein altes Leben einfach so hinter sich lassen, wenn man weiß, dass es da Menschen gibt, die man verletzt? Catherine und Lucian treiben auf einer Gefühlswelle dahin, denken nicht an morgen und werden plötzlich wieder von der Vergangenheit eingeholt, die das starke Band zwischen ihnen und alles was sie lieben, zu zerstören droht.

Schon lange nicht mehr habe ich so einen gefühlvollen Roman gelesen. Clare Empson hat einen unglaublich fesselnden und herzerwärmenden Schreibstil, der mich voll einfängt. Die zeitlich sich abwechselnden Erzählstränge machen einen unfassbar neugierig darauf, was vor fünfzehn Jahren und vor vier Monaten mit Catherine und Lucian passiert ist. Ihr Kennenlernen, das vorsichtige Annähern, Lucians Hartnäckigkeit und schließlich ihr lang erwartetes sich Hingeben ihrer Gefühle wurden so wunderschön rübergebracht. Ich musste schmunzeln, habe mitgefiebert und konnte ihre große Liebe zueinander spüren. Warum gibt Catherine freiwillig diese Beziehung auf und begnügt sich mit der Zweitbesetzung Sam? Ihr innerlicher Zwiespalt wird so toll dargestellt! Viele Fragen kommen beim Lesen auf und man möchte diese unbedingt beantwortet haben. Ich bin förmlich durch das Buch geflogen. Tief betroffen war ich über Catherines selbstgewählte Isolation im „Jetzt“ als sie im Krankenhaus liegt und sich gedanklich bei „ihm“ befindet und gefühlt nur mit „ihm“ redet. Was muss passieren, damit sie aus dieser psychischen Störung wieder herauskommt? Man ist so gespannt auf die Entschlüsselung und geschockt über die Antwort. Catherine hat viel in sich hineingefressen, verdrängt und weggeschlossen. Irgendwann ist das Maß voll und der Körper und der Geist gehen auf reaseat.

Clare Empson hat wirklich wunderbare Charaktere erschaffen. Catherine bedient bei einem jede Gefühlpalette. Sie steckt voller Liebe, Schuldgefühlen, Qualen und Scham. Mal ist sie himmelhochjauchzend drauf und dann kommt sie wieder zu Tode betrübt rüber. Sie ist ein ganz normales Mädchen und muss sich erst an das Leben von Lucian und seinen Freunden gewöhnen, die aus betuchten Familien stammen und einen zügellosen und verantwortungslosen Lebensstil führen. Doch Lucian macht es ihr einfach und vermittelt ihr nie, dass er etwas Besseres ist. Wen ich gar nicht abkonnte ist Jack, Lucians Seelenbruder. Er ist ein Schauspieler, Strippenzieher und Egoist wie er im Buch steht. Ein so unsympathischer, berechnender und hinterhältiger Charakter, der hervorragend dargestellt wurde. Ganz toll fand ich auch noch Harry und Ling, zwei Menschen, die mich durch ihre Ehrlichkeit, Empathie und ihre Hilfsbereitschaft sehr für sich eingenommen haben.

Der Schluss der Geschichte war einfach nur noch tragisch, schockierend und hat mich die eine und andere Träne gekostet.

Mein Fazit:

„Zweimal im Leben“ war ein tolles Buch, das mir unheimlich gut gefallen hat. Wenn Catherines selbstgewählte Isolation in der Mitte des Buches etwas komprimierter und nicht so ausschweifend erzählt worden wäre, hätte der Roman von mir die volle Punktebewertung bekommen. So vergebe ich 4,5 wirklich hochverdiente Sterne und ein unbedingte Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere