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Veröffentlicht am 29.08.2020

Nervenkitzel und Hochspannung par excellence!

Bluthölle
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Lesesucht pur! Ein geniales Buch, das ich vor lauter Anspannung, Herzklopfen, Entsetzen und Fassungslosigkeit nicht mehr aus der Hand legen konnte und das mir seit langem noch einmal eine schlaflose Nacht ...

Lesesucht pur! Ein geniales Buch, das ich vor lauter Anspannung, Herzklopfen, Entsetzen und Fassungslosigkeit nicht mehr aus der Hand legen konnte und das mir seit langem noch einmal eine schlaflose Nacht bereitet hat! Der neue „Carter“ ist ein Muss für jeden Thriller-Fan!

LA ist für die professionelle Taschendiebin Angela Wood ein perfekter Ort um für ihren Lebensunterhalt das nötige Kleingeld zu verdienen. Ihre Devise dabei ist, nicht zu viel zu wollen und sich Grenzen zu setzen. Ihr letzter Coup hat es jedoch in sich. Sie gelangt an eine Aktentasche mit prekärem Inhalt, den sie schnellstmöglich inkognito dem LAPD zuspielt. Ein Notizbuch des Grauens mit Skizzen und Fotos offenbart dem Team um den Profiler Robert Hunter, dass ein Serienkiller in ihrer Gegend schon jahrelang schreckliche Verbrechen betreibt. Sie begeben sich auf die Suche nach den ersten Opfern, versuchen denjenigen zu finden, der ihnen die Aufzeichnungen überlassen hat und sehen sich mit dem Wunsch eines Psychopathen konfrontiert, der unbedingt sein Heiligtum wieder haben möchte. Er setzt sie unter Druck, täuscht sie, lässt sie wie Marionetten an seinen Fäden tanzen und zwingt sie zum Handeln. Bekommt er es nicht, muss Hunter und jeder der sein Buch gelesen hat um sein Leben zittern. Wie können sie diesen Killer stoppen?

Für mich ist Chris Carter ein Garant für absolute Nervenanspannung und Lesesucht pur. Auch mit seinem neuesten Meisterwerk hat er mich sofort wieder gekriegt und meine Fantasie und mein Kopfkino auf einen ganz sensiblen und Gänsehaut erzeugenden Empfang geschaltet. Das Buch liest sich unheimlich schnell, weil man durch seine geniale Erzählkunst einfach nicht mehr aufhören kann zu lesen! Wie in einem Sog bin ich durch die sich schnell abwechselnden Kapitel geeilt und hatte dabei das ahnungsvolle Gefühl, dass das Unheil immer näher kommt. Nicht nur bei Hunter und seinem Team wurde Druck aufgebaut, auch bei mir! Ich musste mich richtig zwingen, nicht mal einen kurzen Blick aufs Buchende zu werfen um zu erfahren, was aus Angela wird. Warum will der Killer sein Tagebuch des Schreckens unbedingt zurückhaben, habe ich mich gefragt und die mit Spannung erwartete Auflösung hat mich richtig geschockt. Es macht einen sprach- und fassunglos und die Gründe sind einfach nur abartig! Der riskante und nervenaufreibende Showdown am Schluss war schließlich noch das Tüpfelchen auf dem „i“ für mich.

Seinen Charakteren hat Chris Carter wieder ganz viel Raum zum Entwickeln gegeben. Brillant kam sein Killer rüber, der wie ein Wolf geduldig und entschlossen seine Opfer, die er als Subjekte bezeichnet, beobachtet und schließlich zuschlägt. Er polarisiert einen unheimlich durch seinen Hang zur Gewalt, Erniedrigung und Sadismus. Warum er zu so einem Menschen geworden ist und weshalb er ständig Stimmen in seinem Kopf hat, ist sehr bedrückend. Dank Angela kommt man diesem Psycho endlich auf die Schliche, doch durch ihren Diebstahl ändert sich ihr Leben auf einmal kolossal. Sie hat mir mit ihrer Art unheimlich gut gefallen. Sie ist jung, taff, sehr intelligent, reaktionsschnell, fingerfertig und leider auch leichtsinnig. Irgendwie hat Hunter einen Narren an ihr gefressen, da sie ihn gefühlsmäßig auch ein bisschen an sich selber erinnert. Das Schicksal ihrer Familie und ihr eigenes lassen einen nicht kalt und man wünscht ihr für die Zukunft ein besseres Leben. Hunters Auftreten fand ich wieder sehr gelungen dargestellt. Er ist ein hervorragender Leiter der Ultra Violent Crime Unit beim LAPD, der nach außen hin wieder so abgebrüht und vorrausschauend rüberkommt. Doch dieses Mal lenkt ihn der Killer ab und er hat Mühe dem entgegen zu wirken. Hochachtung bekommt man vor seiner intuitiven Kombinationsgabe, seinem tollen Plan B und seinem Vabanquespiel am Schluss. Sein Kollege Garcia hat mir durch seine Zuarbeit auch wieder gut gefallen, doch er hatte dieses Mal nicht so effektvolle Auftritte. Sehr reizvoll und spannend fand ich noch die Einbindung der IT Spezialisten in diesem Geschehen.

Mein Fazit:

Auch mit Band 11 seiner Hunter und Garcia Thriller-Reihe hat mich Chris Carter wieder absolut begeistert und ich kann nur eine unbedingte Leseempfehlung für dieses Buch aussprechen und hochverdiente 5 Sterne vergeben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.08.2020

Ein überaus gelungener Abschluss der Fantasy-Reihe um die Zauberschmiedin Rayka!

Drachendüster
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Fantasy vom Feinsten! Auch im letzten Band der Reihe um die Zauberschmiedin Rayka hat mich Ruth Mühlau wieder total begeistert und für Kopfkino pur gesorgt. Ein hochspannendes und unglaublich fantasievolles ...

Fantasy vom Feinsten! Auch im letzten Band der Reihe um die Zauberschmiedin Rayka hat mich Ruth Mühlau wieder total begeistert und für Kopfkino pur gesorgt. Ein hochspannendes und unglaublich fantasievolles Finale mit vielen Überraschungsmomenten!

Eisenland wurde durch die Erschaffung der Baelmonne gerettet, doch der Kampf „Gut gegen Böse“ ist immer noch nicht ausgestanden. Nur wer das siebte Siegel des magischen Buches bricht, wird über die Zukunft von allem bestimmen können. Doch das Artefakt wurde sicher in der Silbramagica, der Bibliothek in der Königsstadt Silbrarillia, versteckt. Rayka begibt sich mit ihrem Vater Bael auf die Suche nach den nötigen Hinweisen um es zu finden, seine Rätsel zu entschlüsseln und die Welt vom Bösen zu befreien. Doch ihre Nachforschungen wecken auch das Interesse und die Begehrlichkeit anderer. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt für sie, da der Dunkle Herrscher Morren sein Weltenheer nach Silbrarillia schickt, um endlich die alleinige Herrschaft über das Land zu bekommen. Doch auch der Drache Schwarzschwinge giert nach der Macht.

Ein bisschen Wehmut kommt nach dem Beenden von „Drachendüster“ bei mir auf! Als Fan der Zauberschmiedin-Reihe durfte ich noch einmal eine atemberaubend spannende Zeit in Eisenland verbringen und es war wunderschön! Durch kleine raffiniert eingeflochtene Rückblicke auf das Geschehen des letzten Bandes bin ich schnell wieder in die Geschichte hineingekommen. Ich bewundere die unendliche Fantasie von Ruth Mühlau, die mich mit ihrer fesselnden Erzählkunst immer wieder zu überzeugen weiß und jede Gefühlspalette bei mir hier bedient hat. Ich habe mit all den liebgewonnenen Charakteren ein letztes Mal mitgefiebert, mitgelitten und mich über ihr Glück gefreut. Die Magie hat sich durch die Rettung von Eisenland geändert und jeder muss prüfen welche Auswirkungen es für ihn hat. Am Anfang keimte Hoffnung bei mir auf, dass das Gute gewinnen könnte nachdem Rayka und Targoin ihre Liebe wiedergefunden haben und sich mit der Lichtelbin Lavilija und Bruna auf die Suche nach ihren Freunden Nestori und Dazhera machen, die immer noch im magischen Netz gefangen gehalten werden. Es wird gefährlich für sie und ich war entsetzt und überrascht darüber, wie sich das Geschehen dort entwickelt. Sehr reizvoll und überaus spannend fand ich die Wandlung von Bael. Gehandicapt durch den Drachensplitter von Schwarzschwinge und der Raykamagie, die ihn zu einem Greis altern lässt, zur Demut zwingt und ihm seine vergangenen Untaten vor Augen führt, wünscht er sich nichts sehnlicher, als wieder ein mächtiger Gott zu werden und das durch Raykas Taten vielleicht ein neuer Anfang geboren wird. Ihre gemeinsame Suche nach dem geheimen Buch führt sie nach Morband auf Morrens Burg und das was dort geschieht war Kopfkino pur. Genial, wie sie Gentia beinflussen und Schwarzschwinge an der Nase herumführen. Überaus fesselnd war auch der verlustreiche Kampf um Silbrarillia und das Finale in der dortigen Bibliothek. Hier hatte ich vor lauter Anspannung richtiges Herzklopfen. Für alle Charaktere hat Ruth Mühlau ein wunderschönes Ende gefunden, mit dem ich sehr glücklich und zufrieden bin.

Sehr gut gefallen hat mir neben den Hauptcharakteren noch der Zentaure Karaan, der mich durch sein mutiges und weises Auftreten beeindruckt hat und dem so übel mitgespielt wurde. Unheimlich polarisiert und wütend gemacht hat mich Widermut durch seinen Hang zur Gewalt, seine Verbohrtheit und seine Uneinsichtigkeit. Er hat es nicht verdient ein Befehlshaber unter Königin Zorellia zu sein. Auch Lavilijas Entwicklung fand ich spannend. Ihre Wandlung hat einen großen Reiz in der Geschichte ausgemacht.

Mein Fazit:

„Drachendüster“ war ein fantastisches Leseerlebnis und erhält eine hochverdiente 5 Sternebewertung und eine unbedingte Leseempfehlung von mir! Jedem Fantasy-Fan kann ich die Reihe um die Zauberschmiedin Rayka nur ans Herz legen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2020

Ein Lesehighlight! Brillant erzählter historischer Roman zu Zeiten des Kalten Krieges!

Kinder ihrer Zeit
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565 Seiten pures Lesevergnügen! Eine spannende Familiengeschichte wird hier perfekt in das Zeitgeschehen des Kalten Krieges, den Machenschaften der Geheimdienste und des Mauerbaus in Berlin eingebunden ...

565 Seiten pures Lesevergnügen! Eine spannende Familiengeschichte wird hier perfekt in das Zeitgeschehen des Kalten Krieges, den Machenschaften der Geheimdienste und des Mauerbaus in Berlin eingebunden und entwickelt sich zum Ende hin auch noch zu einem packenden Thriller. Hier wurde definitiv ein Meisterwerk erschaffen!

Für Rosa bricht eine Welt zusammen, als sie mit ihren 11-jährigen Zwillingen Emma und Alice vor dem russischen Heer aus Ostpreußen fliehen muss und dabei eins ihrer Kinder verliert. Das Dorf, in dem sie kurzfristig Unterschlupf gefunden hatten, wurde von Soldaten überrannt, als sie gerade mit Emma auf Nahrungssuche war. Alice ist trotz intensiver Suche unauffindbar und sie müssen schweren Herzens den Weg alleine fortsetzen. Ihr neues Leben beginnt in West-Berlin, dass am Anfang geprägt ist durch Entbehrungen, Ressentiments und großen Kraftanstrengungen. Emma konnte nie an den Tod ihrer Schwester glauben und zwölf Jahre später stehen sie sich plötzlich gegenüber. Bei einem ihrer Treffen im Osten der Stadt lernt sie durch Alice den Physiker Julius Laakmann kennen und der Sympathiefunke springt sofort zwischen ihnen über und tiefe Gefühle verbinden sie mit der Zeit. Im Vertrauen erfährt sie von ihm, dass er sich durch den Geheimdienst beobachtet fühlt, da er die Entführung seines Freundes Dr. Haushofer miterlebt hat, der in den Westen geflohen ist. Emma ist am Boden zerstört, als Julius plötzlich den Kontakt mit ihr abbricht und Alice auf einmal spurlos verschwunden ist. Sie sucht im Osten nach ihnen und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt für sie, da die drohende Schließung der Grenze in Berlin ansteht.

Was für ein außerordentlich gelungener Roman! Claire Winter hat mich von der ersten bis zur letzten Seite dermaßen gefesselt und wie im Sog durch das Buch suchten lassen. Ihr leicht zu lesender und mitreißender Erzählstil, ihre ausdrucksstarken Charaktere, mit denen man mitfühlt und die intensive Emotionen bei einem erzeugen, sowie der tolle Aufbau der Geschichte, der 9 Teile umfasst, die einen stetig steigenden Spannungsbogen beinhalten, geben einem das Gefühl einen Kinofilm zu erleben. Von der Flucht an geht es über den Neuanfang, Getrennte Leben, Wiedersehen, Entscheidungen, Konsequenzen, Lügen, Fremdes Leben bis hin zu Zusammen getrennt und man fiebert immerwährend auf einen guten Ausgang der Geschichte für Emma und Alice hin. Ihre schicksalhaften Lebenswege hätten nicht unterschiedlicher sein können. Emma wächst wohlbehütet bei ihrer Mutter im freien Deutschland auf und eine ganze Zeit lang fragt man sich, was ist aus Alice geworden? Sie hat das Glück, dass ein einflussreicher Beschützer die Hand über sie hält. An ihrem und an Julius Leben wird hier sehr gut dargestellt, was es bedeutet in einem sozialistisch geführten Staat aufzuwachsen und dort von Menschen ideologisch geleitet und unter Druck gesetzt zu werden. Auf welche Weise dies bei ihnen geschieht und zu was für Handlungen sie gezwungen werden, war ganz schön bedrückend. Ihre Meinung zum System ändert sich durch ihre Westkontakte im Fortlauf der Geschichte und sie spüren die daraus resultierenden Auswirkungen. Eine ahnungs- und unheilvolle Spannung kommt dabei auf und das Lesetempo hat sich bei mir noch weiter erhöht. Der Showdown am Schluss war vom Feinsten und hat noch einmal für richtiges Herzklopfen gesorgt.

Überaus gut dargestellte und glaubhafte Charaktere hat Claire Winter für ihren Roman erschaffen. Der KGB Mann Markow und das frühere SS Mitglied Rittmeister haben mich unheimlich getriggert und waren mir durchweg unsympathisch. Emma hat mir durch ihre Fürsorge für ihre Mutter, ihre Hilfsbereitschaft, Unerschrockenheit und ihre Intelligenz sehr gut gefallen. Ihre Liebe zu Julius wird auf eine harte Probe gestellt und ich habe so mit ihr mitgefühlt. Alice Kindheit, die Fürsorge durch Sergej und die stetige Beobachtung durch Markov fand ich berührend und bedrückend. Es hat mich erschreckt, wie lange sie noch hinter den Idealen des Sozialismus gestanden und sich gezwungenermaßen nicht dagegen gewehrt hat. Als beide Schwestern aufeinandertreffen hatte ich einen richtigen Kloß im Hals. Doch noch weitere überaus spannende Charaktere haben die Geschichte bereichert. Julian steht als Wissenschaftler im Osten gut dar und weiß die Herzen der Frauen durch sein attraktives Äußeres und seinen Charme zu erobern. Seine Liebe zu Emma stellt sein Leben auf den Kopf und die ganze Zeit ist man am Hoffen, dass sie eine gemeinsame Zukunft haben können. Auch Max, Emmas Freund von Kindesbeinen an, hat mir unheimlich gut gefallen. Er mausert sich von einem schüchternen Jungen zu einem selbstbewussten Mann, der sich für die Freiheit der Menschen einsetzt und im Laufe der Geschichte einen wichtigen Part im Leben von Emma, Alice und Julian einnimmt.

Mein Fazit:

Claire Winter hat mich mit „Kinder ihrer Zeit“ auf ganzer Linie überzeugt und ich kann für diesen brillanten Roman nur eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen! Für dieses Buch hätte ich sehr gerne noch mehr als 5 Sterne vergeben!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.08.2020

Ein sehr atmosphärischer und wundervoller Ausflug in die Welt der Mode!

Die Modeschöpferin
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Ein großartiger Roman, der voller Esprit und Leidenschaft zur Mode steckt. Herausragende Charaktere und Katja Maybachs warmherziger und mitreißender Erzählstil machen es zu einem ganz besonderen Leseerlebnis!

Rom, ...

Ein großartiger Roman, der voller Esprit und Leidenschaft zur Mode steckt. Herausragende Charaktere und Katja Maybachs warmherziger und mitreißender Erzählstil machen es zu einem ganz besonderen Leseerlebnis!

Rom, 1961
Simonetta de Rosa ist eine Modeikone und Trendsetterin in Italien, die von der Presse hochgelobt und von ihrem Team wegen ihrer Wertschätzung sehr geachtet wird. Die neueste Herbstkollektion steht kurz bevor und emsiges und hektisches Treiben erfüllt ihr Modehaus. Ablenkungen und Katastrophen sind unerwünscht, doch ein Zeitungsartikel mit einem korrumpierenden Foto bringt Simonetta aus dem Konzept. Ihre Schwester Chiara, die sie seit mehr als 23 Jahren nicht mehr gesehen hat, scheint eine Affäre mit ihrem derzeitigen Lebenspartner zu haben. Hat sie sich in ihm so getäuscht? Noch schlimmer für sie als Designerin ist der Diebstahl von zwei geheimen Entwürfen, die sie ganz aktuell als Kopien bei einer amerikanischen Modekette entdeckt hat. Handelt es sich hier um einen Verrat aus ihren eigenen Reihen oder wird ihr Unternehmen von außen sabotiert? Simonetta wünscht sich sehnlichst eine Aussprache mit Chiara und versucht weiteres Unheil von ihrem Modehaus abzuwenden.

Katja Maybach hat mich bisher mit all ihren Büchern begeistern können und mit ihrem neuesten Werk ist ihr wieder ein unglaublich ausdrucksstarker, bildlicher und fesselnder Roman gelungen. Eingebunden in die Familiengeschichte zweier faszinierender Schwestern hat die Autorin einem die Welt der Mode nahe gebracht. Genauso habe ich sie mir vorgestellt. Die erwartungsfreudige Spannung, den Glamour, das Kribbeln, die Selbstzweifel, die Angst vor Spionage und den Erwartungen der Modebegeisterten nicht gerecht zu werden, Neid und Missgunst unter Kollegen und keine Zeit mehr für ein Privatleben zu haben. Alles kommt so atmosphärisch und realitätsnah rüber. Kein Wunder, da Katja Maybach selber jahrelang als Modedesignerin in Paris und München gearbeitet hat und ihre guten und schlechten Erfahrungen mit in den Roman einfließen lässt. Nach außen hin scheint diese Welt voller Oberflächlichkeit zu stecken, doch hinter dem Vorhang gibt es viele Menschen, die mit Leidenschaft und Liebe ihrer Arbeit nachgehen und sie mit anderen teilen. Alle drei Handlungsstränge aus Sicht von Simonetta, Chiara und Paolo haben mich ungemein gefesselt. Am Anfang habe ich mich gefragt, warum sich die Schwestern so lange nicht gesehen haben und das, was dann offenbart wurde, war sehr bedrückend. Das erst ein schwerer Schicksalsschlag beide wieder zusammenführt hat mich sehr bewegt. Richtig spannend war auch die Suche nach dem Spion. Das ganze Geschehen darum herum hatte einen richtigen Krimicharakter.

Ihren tollen Romanfiguren hat Katja Maybach ganz viel Leben eingehaucht, sodass man alle ihre Emotionen und Gefühle intensiv mit ihnen teilen konnte. Simonetta ist so eine liebenswerte Persönlichkeit und ganz tolle Chefin, die wie eine Mutter zu ihrem Team ist. Besonders ihre Fürsorge für Paolo hat mich gerührt. Sie liebt den Perfektionismus, versteht es Privatleben und Beruf voneinander zu trennen und leidet aktuell sehr darunter, dass sie nicht weiß, wem sie noch trauen kann. Ganz toll ist auch Paolo, ein begnadeter Designer, der sich nach Anerkennung und Erfolg sehnt und der bei mir sofort einen Beschützerinstinkt geweckt und sich in mein Herz geschlichen hat. Bei ihm war ich die ganze Zeit gespannt darauf, welche Konsequenzen sich aus seiner Zuneigung zu Luca und Mattia ergeben. Chiara ist mehr ein stiller und in sich gekehrter Mensch, dass mit ihrer Vergangenheit zusammenhängt. Bei ihr spürt man auch die Liebe zur Mode, die sie aus Paris wieder zurück nach Rom gebracht hat. Dort möchte sie sich eine neue Existenz aufbauen und man fiebert die ganze Zeit auf das aufeinander treffen der Schwestern hin. Sehr schön finde ich, dass auch die Nebencharaktere wie Carla, Antonia, Nina und Ettore näher beleuchtet werden und durch ihre Art einen ganz besonderen Reiz in der Geschichte ausmachen.

Mein Fazit:

„Die Modeschöpferin“ ist ein außergewöhnlich schöner Roman, der für ein unglaubliches Kopf- und Gefühlskino bei mir gesorgt hat. Eine Geschichte, die mit viel Liebe zum Detail erzählt wird und mich total begeistert hat!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.08.2020

Allerbeste Thrillerunterhaltung!

Der Fahrer
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Wer Nervenkitzel, Rätselraten und Gänsehaut beim Lesen liebt ist hier genau richtig! Bei diesem Thriller überdenkt man definitiv sein Social-Media Verhalten und überlegt sich dreimal, ob man in Zukunft ...

Wer Nervenkitzel, Rätselraten und Gänsehaut beim Lesen liebt ist hier genau richtig! Bei diesem Thriller überdenkt man definitiv sein Social-Media Verhalten und überlegt sich dreimal, ob man in Zukunft einen Fahrdienst in Anspruch nimmt.

In der Millionenstadt Hamburg bringt ein Serienkiller die Polizei zum Verzweifeln. Er spielt mit ihnen #Findemich und liebt es, wenn das zeitlich begrenzte Ultimatum bei ihrer Suche nach dem Opfer abläuft und er ihnen ihre Inkompetenz aufzeigen kann. Junge, dynamische und auf der Überholspur lebende Frauen sind sein Beuteschema, deren Leichen er nach Gebrauch medienwirksam als fluoreszierende Kunstwerke auf öffentlichen Plätzen in Szene setzt. Der Druck auf Kriminalkommissar Jens Kerner und seinem Team wird mit jeder Toten größer und vieles deutet darauf hin, dass der Täter in Jens Umfeld zu finden ist.

Auch mit dem dritten Teil der Kerner und Oswald Thriller-Reihe hat Andreas Winkelmann wieder eine große Lesesucht bei mir erzeugt. Kurze und temporeiche Kapitel und der unheimlich fesselnde Erzählstil des Autors lassen einen nur so durch die Geschichte fliegen. Wer ist der Wahnsinnige im Prolog, für den Straßen wie Lebensadern sind, denen er unbedingt Blutzoll leisten will? Ein Psychopath, dem die Menschlichkeit abhandengekommen ist, der seine Emotionen voll unter Kontrolle und eine Affinität für Social-Media Kanäle hat, in denen er sich seine nächsten Opfer auszusuchen scheint. Ich kann euch nur empfehlen einmal „Tick of the Clock“ von den Chromatics beim Lesen anzuhören, einen Song, mit sich der Täter nachts beim Fahren auf seine nächste „Aufgabe“ einstimmt. Irre, wie diese Musik für noch größere Anspannung beim Lesen sorgt. Jens Kerner zweifelt im Laufe der Ermittlungen an seiner persönlichen Einschätzung des Falls. Er wird vom Täter abgelenkt, an die Grenzen seiner Belastbarkeit geführt und von seiner Chefin vom Dienst suspendiert, weil er falsche Entscheidungen trifft. Genauso wie Jens steht man auch als Leser vor einem Berg an Fragen, zieht manchmal voreilige Schlüsse und wird vom Autor immer wieder mit seinen Vermutungen in eine andere Richtung gelenkt. Die Geschichte nimmt einen dramatischen Verlauf, als der Mörder sein nächstes Opfer aus den Reihen von Jens Team wählt und erzeugt bei einem dadurch nur noch atemlose Spannung und Herzklopfen. Seine Kollegen und Freddy Förster, den Jens aus der Gosse gezogen hat und jetzt sein eigenes Detektivbüro führt, lassen ihn nicht im Stich und sie arbeiten mit ihm im Verborgenen. Wer gewinnt das letzte Spiel und ist der Hashtag-Killer? Mit der Auflösung und seinen Beweggründen habe ich nicht gerechnet.

Jens Kerner und seine Kollegen sind mir schon seit Band eins vertraut. Ich mag ihre Ecken und Kanten, die sie authentisch und lebendig machen. Jens ist als Kriminalbeamter leicht reizbar, wortkarg, verschlossen, stur und macht alles gerne selber mit sich aus. Doch seine Mannschaft um Becca, Hagenah und Carina haben sich mit seiner Art arrangiert und achten ihn sehr. Neu hinzugekommen ist mit Tony Hillmann ein digitaler Forensiker, der mich mit seiner nerdigen und effektiven Arbeit für sich eingenommen hat. Unheimlich polarisiert haben mich Jens Bruder Karsten, ein Künstler, der gerade in Hamburg eine Ausstellung gibt und der Schmierblattjournalist Luca dos Santos, der Jens seinen Karriereknick zu verdanken hat. Er versucht auf jede erdenkliche Weise an Informationen über die Fälle heranzukommen um dies für sich ausschlachten zu können. Nur Dank Rebecca Oswalds unglaublichem Spürsinn und ihrer Hartnäckigkeit stoßen sie endlich auf eine heiße Spur und der daraus resultierende Showdown war für mich vom Feinsten.

Mein Fazit:

„Der Fahrer“ von Andreas Winkelmann hat bei mir wieder für überaus spannende Lesestunden gesorgt und ich kann jedem Thrillerliebhaber dieses Buch und die ganze Reihe nur ans Herz legen!

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