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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

Auf der Suche nach der Wahrheit

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt?
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Die Geschichte hat mich schnell abgeholt. Der Einstieg geht direkt spannend los, sodass ich sofort in der Handlung drin war und das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Eine Demo eskaliert, eine junge ...

Die Geschichte hat mich schnell abgeholt. Der Einstieg geht direkt spannend los, sodass ich sofort in der Handlung drin war und das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Eine Demo eskaliert, eine junge Frau stirbt und plötzlich wird Jason wegen Mordes verhaftet. Ab diesem Moment entwickelt sich eine Spurensuche, bei der schnell klar wird, dass mehr hinter dem Ganzen steckt.

Erzählt wird abwechselnd aus Coopers und Moniques Perspektive, was mir gut gefallen hat. Cooper steht stark unter Druck, weil er am Abend der Tat in der Nähe war und selbst keine reine Weste hat. Seine Gedanken und seine Unsicherheit wirkten auf mich sehr nachvollziehbar. Monique hingegen kämpft entschlossen für ihren Bruder und bringt eine ganz eigene Energie in die Geschichte. Durch die beiden Blickwinkel entsteht ein gutes Gleichgewicht zwischen innerem Konflikt und äußerer Handlung.

Thematisch ist das Buch nicht leicht. Es geht um Rassismus, Polizeigewalt und darum, wie schnell junge Schwarze Männer ins Visier geraten. Diese Aspekte sind fest in die Handlung eingebunden und geben der Geschichte zusätzliches Gewicht. Gleichzeitig bleibt die Spannung durchgehend spürbar, weil immer neue Hinweise auftauchen und sich das Gesamtbild Stück für Stück verändert.

Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass manche Entwicklungen etwas zu passend ineinandergreifen, und nicht jede Wendung konnte mich komplett überraschen. Trotzdem habe ich sehr gerne weitergelesen, weil ich wissen wollte, wie alles zusammenführt.

Es war mein erstes Buch des Autors und definitiv nicht mein letztes. Ich habe es an einem Tag verschlungen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie alles ausgeht. Für mich ist es perfekt für einen gemütlichen Abend, an dem man einfach in eine spannende Geschichte eintauchen möchte.

Am Ende sind es 4 von 5 Sternen. Ein spannender Jugendthriller mit relevanten Themen und Figuren, die nicht perfekt sind, sondern Fehler machen und daran wachsen.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Drei Namen, drei Leben

Die Namen
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Das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt. Die Idee dahinter ist mal etwas ganz anderes und hat mich sofort neugierig gemacht. Ich habe es schnell gelesen und war durchgehend gespannt, wie sich ...

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt. Die Idee dahinter ist mal etwas ganz anderes und hat mich sofort neugierig gemacht. Ich habe es schnell gelesen und war durchgehend gespannt, wie sich die einzelnen Lebenswege entwickeln. Für mich hatte das Buch definitiv Highlight-Potenzial.

Die Geschichte beginnt mit Cora, die den Namen ihres neugeborenen Sohnes eintragen lassen soll. Drei Namen stehen zur Auswahl und mit jeder Entscheidung verzweigt sich die Geschichte in eine andere Zukunft. Der Roman erzählt diese drei möglichen Lebenswege parallel. Die Kapitel wechseln fortlaufend zwischen den Versionen, sodass man die Entwicklungen direkt miteinander vergleichen kann. Dadurch entsteht ein starker Kontrast zwischen den einzelnen Lebensrealitäten. Beim Lesen wird schnell deutlich, wie sehr ein einzelner Moment bzw. eine Entscheidung alles verändern kann.

Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich mir stellenweise gewünscht hätte, jede Version in einem eigenen, geschlossenen Abschnitt zu lesen. Ich glaube, ich hätte mich so noch intensiver in die jeweilige Entwicklung hineinversetzen können. Durch die wechselnden Kapitel musste ich mich emotional immer wieder neu einstellen. Trotzdem hat gerade dieser Wechsel die Unterschiede zwischen den Lebenswegen besonders klar herausgearbeitet.

Thematisch ist das Buch intensiv. Es geht um schwere Entscheidungen, Kontrolle, Mut und die Auswirkungen von Gewalt innerhalb einer Familie. Manche Kapitel sind schwer auszuhalten, aber genau das macht die Geschichte so eindrücklich. Es wird spürbar, wie unterschiedlich ein Leben verlaufen kann, abhängig davon, welche Richtung ein Leben am Anfang einschlägt.

Zwischendrin hatte das Buch für mich ein paar Längen, weshalb es am Ende 4 von 5 Sternen geworden sind. Dennoch ist es ein sehr starkes Debüt mit einer außergewöhnlichen Struktur und großem Diskussionspotenzial. Für mich definitiv ein Buch, das lange nachwirkt. Ich freue mich jetzt schon darauf, mehr von Florence Knapp zu lesen.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Sehr zu empfehlen!

How to Kill Fate (Fate Dilogie, Bd. 2)
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Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und war dabei erstaunlich schnell wieder mitten in der Geschichte. Der Einstieg fällt leicht, denn man findet direkt zurück in die Welt und die Figuren, und die ...

Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und war dabei erstaunlich schnell wieder mitten in der Geschichte. Der Einstieg fällt leicht, denn man findet direkt zurück in die Welt und die Figuren, und die Spannung ist von Anfang an spürbar.

Am meisten überzeugt hat mich erneut das Trio. Kiana, Tyron und Nevin ergänzen sich großartig, weil sich hier nicht alles nur um Romantik dreht, sondern Freundschaft, Loyalität und Zugehörigkeit genauso viel Gewicht haben. Gerade Nevin bringt für mich dabei nicht nur Wärme und Humor rein, sondern auch diese ruhigen, nachdenklichen Momente, die der Geschichte Tiefe geben. Auch die Beziehung zwischen Kiana und Tyron mochte ich sehr, weil sie sich lebendig anfühlt, mal reibt, mal zärtlich ist und nicht künstlich auf Drama getrimmt wirkt.

Spannend fand ich außerdem, wie nach und nach mehr Wahrheit über die Götter, ihre Motive und die Hintergründe der Welt ans Licht kommt. Das Worldbuilding bleibt dabei stimmig und die Enthüllungen geben dem Ganzen eine düstere, teilweise auch wütend machende Note, weil so deutlich wird, wie sehr Machtspiele auf dem Rücken anderer ausgetragen werden. Gleichzeitig mochte ich die Passagen, in denen Kianas Fähigkeiten neue Facetten zeigen, weil das dem Plot immer wieder frische Impulse gibt.

Warum dann „nur“ vier Sterne? Für mich hatte der Mittelteil ein paar ruhigere Strecken, in denen ich das Gefühl hatte, dass manches etwas länger ausgeführt wird, als nötig, und einzelne Entwicklungen waren für mich recht früh absehbar. Das hat den Lesesog zwar nicht zerstört, aber im Vergleich zum Auftakt hat es sich an manchen Stellen einen Tick weniger überraschend angefühlt.

Trotzdem ist How to kill Fate für mich ein sehr gelungener Abschluss, der emotional trifft, Spannung liefert und seine Figuren ernst nimmt. Wer Band 1 mochte, wird hier definitiv glücklich werden, idealerweise liest man beide Teile nicht mit zu viel Abstand.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Sprachlich besonders und überraschend fesselnd

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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Das Buch hat mich komplett überrascht. Ich habe es in einem Rutsch gelesen und wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Kapitel sind meist nur ein bis zwei Seiten lang und oft nicht einmal vollständig ...

Das Buch hat mich komplett überrascht. Ich habe es in einem Rutsch gelesen und wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Kapitel sind meist nur ein bis zwei Seiten lang und oft nicht einmal vollständig gefüllt, wodurch man schnell vorankommt. Gleichzeitig bleibt man immer wieder an einzelnen Sätzen hängen, weil sie so besonders formuliert sind.

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und poetisch, denn die Autorin arbeitet viel mit Metaphern und Vergleichen, die starke Bilder erzeugen. Zum Beispiel beschreibt sie den Himmel, der schwer auf ihre Brust drückt, was dieses Gefühl von Druck und Ausgeliefertsein greifbar macht. Im gleichen Satz vergleicht sie ihren Blick in den Himmel, den sie nicht abwenden kann, mit dem eines Rehs, das regungslos in die Scheinwerfer eines Autos starrt und auf den Aufprall wartet (S. 172). Auch Sätze wie „Schlafende sind mir nicht geheuer. Sie sind freiwillige Tote...“ (S. 54) sind sehr eindrücklich und zeigen, wie ungewöhnlich und intensiv die Sprache ist. Diese bildhafte, metaphorische Sprache zieht sich durch das gesamte Buch und schafft eine ganz eigene, fast schon bedrückende Atmosphäre.

"Schlafende sind mir nicht geheuer. Sie sind freiwillig Tote, die mich allein hier zurückgelassen haben." - S. 54

Erzählt wird die Geschichte fragmentarisch und nicht streng chronologisch. Man begleitet verschiedene Generationen einer Familie und setzt sich die Geschichte Stück für Stück zusammen. Gerade diese Bruchstücke und Leerstellen haben mir gut gefallen, weil sie Raum für eigene Gedanken lassen und die Geschichte dadurch noch eindringlicher wirkt.

"Die Grashalme wiegen hin und her wie kleine Algen, ihre Spitzen schnappen gerade noch nach Luft."
- S. 98

Trotz der teilweise schweren Themen lässt sich das Buch sehr schnell lesen. Die Kombination aus kurzen Kapiteln und der besonderen Sprache sorgt dafür, dass man immer weiterlesen möchte. Gleichzeitig ist es kein Buch, das man einfach nur konsumiert, sondern eines, über das man beim Lesen und auch danach noch nachdenkt.

"Wenn Miriam nachts nicht schlafen kann, stellt sie sich vor, sie habe keine Mutter. Es ist ihr lieber, keine Mutter zu haben, als eine, die sie nicht mag." - S. 168

Für mich war das Buch eine positive Überraschung. Ein sprachlich starkes und ungewöhnliches Buch, das sich schnell lesen lässt, aber lange nachwirkt. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Bücher der Autorin und kann das Buch weiterempfehlen. 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Zwischen Abschied und Aufbruch

Restsommer
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Restsommer von Kea von Garnier ist ein sehr eindringlicher Roman über das Erwachsenwerden, über Erwartungen und den Mut, seinen eigenen Weg zu suchen. Im Mittelpunkt steht Dominik, der kurz vor dem Schulabschluss ...

Restsommer von Kea von Garnier ist ein sehr eindringlicher Roman über das Erwachsenwerden, über Erwartungen und den Mut, seinen eigenen Weg zu suchen. Im Mittelpunkt steht Dominik, der kurz vor dem Schulabschluss steht und eigentlich das Bestattungsinstitut seines Vaters übernehmen soll. Doch je näher dieser Schritt rückt, desto stärker werden seine Zweifel. Zum ersten Mal beginnt er sich zu fragen, was er selbst vom Leben will und ob er den Mut hat, sich gegen das Vertraute zu entscheiden.

Besonders gelungen ist die einfühlsame Darstellung von Dominiks innerem Konflikt. Seine Gedanken und Gefühle wirken authentisch und nachvollziehbar, sodass man sich gut in seine Situation hineinversetzen kann. Die Geschichte lebt weniger von großen, dramatischen Ereignissen als von den leisen Momenten und den emotionalen Zwischentönen. Gerade diese ruhige Erzählweise verleiht dem Buch eine besondere Tiefe und macht es zu einer sehr persönlichen Lektüre.

Der Schreibstil ist klar, flüssig und gleichzeitig sehr stimmungsvoll. Kea von Garnier schafft es, eine intensive Atmosphäre zu erzeugen, die den Sommer und die Unsicherheit dieser Lebensphase greifbar macht. Besonders die Themen Identität, erste Liebe und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben werden sensibel und glaubwürdig behandelt.

Restsommer ist ein berührender Roman über Entscheidungen, Selbstfindung und den Mut zur Veränderung. Es ist ein Buch, das nicht laut sein muss, um lange nachzuwirken. Vor allem Leser, die ruhige, emotionale Geschichten über das Erwachsenwerden und persönliche Entwicklung mögen, werden hier eine besondere und nachdenkliche Geschichte finden.

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