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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.01.2026

Schöner Auftakt

The Wrath and the Dawn (Deutsche Ausgabe)
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"Die Wut war tröstlich. Wie eine freundliche Erinnerung" - S. 16

Das Buch stand schon lange auf meiner Wunschliste. Entsprechend gespannt war ich auf die Geschichte, zumal mich auch die wunderschönen ...

"Die Wut war tröstlich. Wie eine freundliche Erinnerung" - S. 16

Das Buch stand schon lange auf meiner Wunschliste. Entsprechend gespannt war ich auf die Geschichte, zumal mich auch die wunderschönen Neuauflagen der Reihe sofort angesprochen haben. Inhaltlich und optisch hat mich The Wrath and the Dawn größtenteils überzeugt.

Die Geschichte ist von 1001 Nacht inspiriert und verbindet orientalisches Setting mit Romantik, Intrigen und Magie. Besonders gefallen hat mir die Atmosphäre. Die Beschreibungen der Paläste, Gärten und Nächte wirken sehr bildhaft und schaffen eine fast märchenhafte Stimmung. Der Schreibstil ist stellenweise poetisch und angenehm zu lesen, sodass ich das Buch innerhalb von vier Tagen beendet habe.

"Ihre eigenen Tränen drohten eine verräterische Spur auf Shahrzads Wangen zu zeichnen" - S. 15

Shahrzad ist eine starke Protagonistin mit Ecken und Kanten, was sie für mich glaubwürdig gemacht hat. Auch Khalid bleibt lange rätselhaft, und genau dieses langsame Offenlegen seiner Geschichte sorgt für Spannung. Die Entwicklung zwischen den beiden hat mir insgesamt gefallen, auch wenn mir manche Aspekte etwas zu schnell gingen und ich mir an einigen Stellen mehr Tiefe gewünscht hätte.

Nebenfiguren wie Despina oder Jalal bringen zusätzliche Dynamik in die Handlung und runden das Gesamtbild gut ab. Nicht alles ist perfekt, vor allem das World Building und die magischen Elemente hätten für meinen Geschmack stärker ausgearbeitet sein dürfen, aber die Geschichte hatte trotzdem einen Sog, der mich bis zum Ende gefesselt hat.

Insgesamt ist The Wrath and the Dawn ein schöner, atmosphärischer Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht. Nach diesem ersten Buch freue ich mich definitiv darauf, noch weitere Werke der Autorin zu lesen und auch der Fortsetzung eine Chance zu geben.

Eine stimmungsvolle Romantasy mit kleinen Schwächen, aber viel Gefühl und einer tollen Grundidee. Von mir gibt es klare 4 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Unterhaltsam, doch mit Luft nach oben

The Dagger and the Flame
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"Das Spiel mit Magie war ein Spiel mit dem Feuer, und am Ende verbrannte sich immer jemand" - S. 27

Ich bin mit großen Erwartungen in diese Geschichte gestartet, vor allem wegen des düsteren Settings ...

"Das Spiel mit Magie war ein Spiel mit dem Feuer, und am Ende verbrannte sich immer jemand" - S. 27

Ich bin mit großen Erwartungen in diese Geschichte gestartet, vor allem wegen des düsteren Settings und der rivalisierenden Gilden. Beim Lesen hatte ich auch durchaus Spaß, dennoch hat mich The Dagger and the Flame nicht ganz so mitgerissen, wie ich es mir erhofft hatte.

Der Schreibstil ist schön flüssig und sorgt dafür, dass man schnell in die Handlung hineinkommt. Ich wollte das Buch nach der Leseprobe daher auch direkt weiterlesen. Besonders die Dialoge und das Wortgefecht zwischen den Figuren haben mir gefallen und geben der Geschichte Tempo. Bei der Stadt Fantome habe ich mir allerdings mehr Tiefe gewünscht, denn das World Building wirkt insgesamt sehr klein und wenig durchdacht. Oft hatte ich das Gefühl, dass außerhalb der beiden Gilden kaum etwas existiert, was die Welt für mich weniger lebendig gemacht hat.

Seraphine mochte ich als Hauptfigur überraschend gern. Sie ist neugierig, mutig und bringt eine gewisse Leichtigkeit in die Geschichte. Ihre Perspektive hat für mich deutlich besser funktioniert als die von Ransom. Seine innere Zerrissenheit ist zwar interessant angelegt, blieb für mich in der Umsetzung aber etwas unbefriedigend und wirkte stellenweise unvollständig.

Die romantische Spannung zwischen den beiden gehört zu den stärkeren Aspekten des Buches. Das Enemies-to-Lovers-Element macht Spaß, vor allem durch das Katz-und-Maus-Spiel. Gleichzeitig verliert die Handlung für mich in der zweiten Hälfte an Spannung. Auch die Nebenfiguren hätten mehr Raum gebraucht, um wirklich Eindruck zu hinterlassen.

Am Ende hat mich die Geschichte zwar gut unterhalten, aber nicht so sehr gepackt, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Das Interesse an der Fortsetzung ist da, hält sich für mich aber eher in Grenzen.

Ein unterhaltsamer Auftakt mit flüssigem Schreibstil und gelungener Dynamik, dem es jedoch an Tiefe fehlt. Vielleicht kann Band zwei mehr überzeugen.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Wenn ein Nein alles verändert

Hazel sagt Nein
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"Sie war sich nicht sicher, ob aus der Idee etwas werden würde. Manche
Erwachsene redeten nur und beließen es dabei." - S. 15

Ein Umzug aus Brooklyn in eine kleine Stadt in Maine soll für Hazel und ihre ...

"Sie war sich nicht sicher, ob aus der Idee etwas werden würde. Manche
Erwachsene redeten nur und beließen es dabei." - S. 15

Ein Umzug aus Brooklyn in eine kleine Stadt in Maine soll für Hazel und ihre Familie einen Neuanfang bedeuten. Doch schon am ersten Schultag zerbricht diese Hoffnung, als Hazel im Büro des Schulleiters eine Situation erlebt, die ihr Leben und das ihrer Familie grundlegend verändert. Ihr Nein löst eine Kettenreaktion aus, die nicht nur sie selbst, sondern auch das Umfeld in Aufruhr versetzt.

"Es hätte schlechter laufen können. Viel schlechter." - S. 35

Das Buch erzählt diese Geschichte ruhig, klar und ohne Sensationslust. Besonders gelungen fand ich, dass nicht nur Hazel im Mittelpunkt steht, sondern auch ihre Eltern und ihr jüngerer Bruder. Jede Figur reagiert anders auf das Geschehen, was die Dynamik innerhalb der Familie sehr greifbar macht. Gerade Wolf hat mich mit seiner Verletzlichkeit und seinem Wunsch nach Zugehörigkeit besonders berührt.

Der Roman zeigt eindrücklich, wie komplex die Folgen eines solchen Erlebnisses sind. Es geht um Wahrheit, Loyalität, Schweigen und darum, wie schwer es ist, das Richtige zu tun, wenn der Druck von allen Seiten wächst. Dabei bleibt die Geschichte nah an den Figuren und wirkt durchweg realistisch.

Ein sensibles, klug erzähltes Buch über Mut, Zusammenhalt und das Erwachsenwerden in einer Situation, die vermutlich niemand freiwillig wählen würde.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Selbstwert verständlich erklärt

Deinen Selbstwert bestimmst nur du
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Ich habe schon viele Ratgeber gelesen, aber dieses Buch hat mich positiv überrascht. Der Autor verbindet psychologisches Wissen mit anschaulichen Beispielen aus dem Alltag und macht deutlich, wie stark ...

Ich habe schon viele Ratgeber gelesen, aber dieses Buch hat mich positiv überrascht. Der Autor verbindet psychologisches Wissen mit anschaulichen Beispielen aus dem Alltag und macht deutlich, wie stark unsere Vergangenheit, unsere Gedankenmuster und unsere Beziehungen unser Selbstwertgefühl prägen. Besonders hilfreich fand ich die klaren Erklärungen und die strukturierte Herangehensweise. Außerdem beginnt das Buch mit einer verständlichen Einführung zum Thema Selbstwert, einer Definition zentraler Begriffe und einer transparenten Gliederung, sodass ich direkt wusste, was mich erwartet.

"Die Flut an Informationen hat dazu geführt, dass wir alle Aspekte unseres Lebens mit denen anderer vergleichen, einschließlich unserer eigenen Identität. Unsere Gedanken, unsere Lebenswege, unsere Entscheidungen und deren Ergebnisse werden ununterbrochen an denen anderer gemessen." - S. 32

Gut gefallen haben mir die Übungen am Ende einzelner Kapitel. Sie laden dazu ein, das Gelesene direkt auszuprobieren und Schritt für Schritt mehr Achtsamkeit und Selbstfürsorge zu entwickeln. Dabei bleibt das Buch praxisnah und verständlich, ohne zu vereinfachen. Man merkt, dass hier viel Erfahrung aus der therapeutischen Arbeit eingeflossen ist. Zusätzlich wurden Kapitel mit einer kurzen Zusammenfassung beendet, die das wichtigste des Kapitels aufgelistet darstellt, was für mich sehr hilfreich war, da es teilweise sehr viel Input gab.

"Jeder von uns ist eine Insel mit eigenen Sorgen und Problemen. Zwar leben wir in einer Zeit, in der wir über unzählige Kanäle miteinander verbunden sind. Und doch sind wir nicht imstande, angemessen miteinander zu kommunizieren." - S. 31

Trotzdem hatte ich zwischendurch den Eindruck, dass sich einige Inhalte wiederholen und manches bereits aus anderen Büchern bekannt ist. Für mich war das jedoch eher eine hilfreiche Erinnerung als ein Nachteil. Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigt, wird hier sicher nicht überall Neues finden, bekommt aber eine klar aufgebaute und fundierte Zusammenfassung mit tollen Übungen.

Insgesamt ist das Buch ein lesenswerter Ratgeber, der dazu anregt, sich ehrlich mit dem eigenen Selbstbild auseinanderzusetzen und kleine, realistische Veränderungen im Alltag umzusetzen. Von mir gibt es vier Sterne und eine Empfehlung für alle, die ihr Selbstwertgefühl verständlich und strukturiert stärken möchten.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Mein erstes Buch von Jo Nesbo

Minnesota
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Schon nach wenigen Seiten war klar, dass Jo Nesbø hier einen Kriminalroman erzählt, der weit über eine einfache Serienkillerjagd hinausgeht. Die Geschichte spielt in Minnesota und verbindet zwei Zeitebenen ...

Schon nach wenigen Seiten war klar, dass Jo Nesbø hier einen Kriminalroman erzählt, der weit über eine einfache Serienkillerjagd hinausgeht. Die Geschichte spielt in Minnesota und verbindet zwei Zeitebenen miteinander. Nach und nach entsteht ein dichtes Bild aus Gewalt, Verlust, Schuld und der Frage, wie weit Menschen gehen, wenn sie glauben, das Richtige zu tun.

Besonders gelungen ist die Atmosphäre. Die Stadt wirkt kalt, verletzlich und voller Narben. Man spürt, wie stark die Vergangenheit auf der Gegenwart lastet. Gleichzeitig baut Nesbø eine stetige Spannung auf, die immer wieder neue Wendungen bereithält. Nichts wirkt beliebig, vieles entfaltet sich erst spät und trifft dann umso härter.

Der Ermittler Bob Oz ist eine Figur, die man so schnell nicht vergisst. Hochkompetent und zugleich zutiefst beschädigt, schwankt er ständig zwischen Pflichtgefühl, Selbstzerstörung und Verzweiflung. Gerade diese Brüche machen ihn glaubwürdig und verleihen der Geschichte eine emotionale Tiefe, die man in Thrillern nicht immer findet. Auch die Nebenfiguren sind präzise gezeichnet und tragen spürbar zum Gesamtbild bei.

Erzählerisch wagt Nesbø einiges. Perspektivwechsel, Rückblicke und kurze Kapitel sorgen für Tempo und halten die Spannung hoch. Gleichzeitig lässt er den Figuren genügend Raum, sodass man Schritt für Schritt versteht, warum sie handeln, wie sie handeln. Dass sich moralische Grenzen dabei immer wieder verschieben, macht den Reiz des Romans aus.

Für mich ist Minnesota ein intensiver, düsterer Kriminalroman mit klug aufgebautem Plot, starken Charakteren und einem Finale, das lange nachhallt. Eine klare Empfehlung für alle, die anspruchsvolle Spannungsliteratur mögen und bereit sind, sich auf dunkle Themen einzulassen.

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