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Veröffentlicht am 10.04.2022

Fatale Geldquelle

Karfreitagstod
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„Karfreitagstod“ von Anton Leiss-Huber ist ein typischer Whodunit-Krimi mit regionalem Einschlag und Schwerpunkt auf der polizeilichen Ermittlungsarbeit.

Worum geht es?
Ausgerechnet am Karfreitag findet ...

„Karfreitagstod“ von Anton Leiss-Huber ist ein typischer Whodunit-Krimi mit regionalem Einschlag und Schwerpunkt auf der polizeilichen Ermittlungsarbeit.

Worum geht es?
Ausgerechnet am Karfreitag findet man eine erhängte Leiche im Glockenturm. Auf den ersten Blick sieht es nach Selbstmord aus, doch je intensiver Oberkommissar Max Kramer und seine Kollege Fritz Fäustl ermitteln, desto mehr beschleichen sie Zweifel. Denn der Tote und die Studenten, mit denen er in einer Wohngemeinschaft lebte, erzeugten und dealten mit Drogen.

Obwohl es für mich das erste Buch dieser Reihe war, kam ich problemlos in die Handlung hinein und gewann auch relativ rasch einen Überblick hinsichtlich des maßgeblichen Personenkreises. Was den Fall anbelangt, sind die Vorgängerbände irrelevant. Was jedoch den sogenannten roten Faden betrifft, das Umfeld und die Entwicklung der Protagonisten, gab es zwar Hinweise und Andeutungen, aber zum umfassenden Verständnis der Charaktere sollte man alle Bände kennen.

Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel hatten eine angenehme Länge und tragen – passend zum Karfreitag – auf das Requiem in der katholischen Liturgie weisende Überschriften. Der Text ist primär in Dialogform gehalten. Dadurch wirkt die Handlung lebendig und als Leser fühlt man sich mit anwesend, kann den Gedankengängen der Ermittler gut folgen und mit rätseln. Durch die eingebauten Rückblenden in Form von Tagebuchauszügen verfügt man zwar stets über einen Wissensvorsprung gegenüber den Kommissaren, tappt aber dennoch hinsichtlich Motiv und Täter bis zum Schluss im Dunkeln, wodurch die Handlung stets die Spannung hält . Die Auflösung des Falles war schlüssig, für mich jedenfalls überraschend.

Der Roman erschien 2022 und spielt in Altötting, vermutlich noch vor 2020, da Corona unerwähnt bleibt. Die Ermittlungen erstrecken sich über nur wenige Tage, nämlich über die Osterfeiertage. Es ist ein Regionalkrimi, was durch die Umgangssprache und vereinzelt durch landläufigen Dialekt zum Ausdruck kommt, weniger durch Beschreibungen von Sehenswürdigkeiten oder landschaftlichen Stimmungen.

Die beiden Kommissare sind sympathisch, bilden ein gut eingespieltes Team. So manche Eigenschaft, Reaktion oder Handlung hätte ich wohl besser nachvollziehen können, wären mir die Vorgeschichten geläufig. Auch die neben den Ermittlern agierenden Personen sind anschaulich beschrieben, sowohl in Aussehen als auch in groben Wesenszügen vorstellbar, so manche Bewohner dieser Stadt dürften - vielleicht etwas überzeichnet – wohl ziemlich spießig und bigott sein.

Wer solide Regionalkrimis mag, dem wird wie mir „Karfreitagstod“ spannende Lesestunden bescheren und die darin vorkommenden Altöttinger Typen werden ihn erheitern. Den einen oder anderen Vorgängerband möchte ich noch nachlesen, um die Kommissare und ihre Charaktere besser kennenzulernen. Ansonsten freue ich mich auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 05.04.2022

Hund gesucht, Liebe gefunden

Nur eine Fellnase vom Glück entfernt
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Wenn man einmal abschalten möchte von all den Problemen, mit denen man sich vielleicht herumschlagen muss, bzw. von den Hiobsbotschaften draußen in der realen Welt, dann sollte man ein Buch wie „Nur eine ...

Wenn man einmal abschalten möchte von all den Problemen, mit denen man sich vielleicht herumschlagen muss, bzw. von den Hiobsbotschaften draußen in der realen Welt, dann sollte man ein Buch wie „Nur eine Fellnase vom Glück entfernt“ von Petra Schier zur Hand nehmen und sich in das fiktive Städtchen Lichterhaven an der Nordsee mit seinen liebenswerten menschlichen und tierischen Einwohnern entführen lassen.

Worum geht es?

Duke, ein riesiger Rottweiler, benötigt ein neues Zuhause, weil sein Herrchen verunglückt ist. Er ist so ganz anders als man sich diese Hunderasse vorstellt. Er ist liebenswürdig, verschmust und extrem schreckhaft. Caroline und Henning bewerben sich für das Tier, spielen mit Duke und unternehmen ausgiebige Spaziergänge. Im Laufe der Zeit verflüchtigen sich die anfänglichen Ressentiments.

Dieses Buch ist bereits der sechste Band dieser Reihe, in die ich quer eingestiegen bin. Ich kam problemlos in die Story hinein und fühlte mich bereits nach wenigen Seiten mitten im Geschehen. Auch den Personenkreis konnte ich relativ rasch überblicken.

Der Schreibstil ist flüssig und locker, mit humorvollen Szenen, schlagfertigen Dialogen und anschaulichen Stimmungsbildern vom idyllischen Leben an der Nordsee. Insbesondere die Gedankenwelt des Hundes ist amüsant; die Welt aus seiner Perspektive zu betrachten, regt zum Schmunzeln an.

Im Mittelpunkt der Handlung steht einerseits Duke mit seiner Schreckhaftigkeit, andererseits aber vor allem Caroline, eine der drei Foodsisters – drei tüchtigen, selbstständigen Frauen, die Events gestalten bzw. Catering anbieten, und Henning, ein ehemaliger Formel-1-Fahrer mit zweifelhaftem Macho-Ruf.

Die Charaktere von Caro und Henning sind sehr authentisch und ausführlich beschrieben, ihr Wesen, ihre Eigenschaften basieren darauf, wie sie aufwuchsen, wie sie ihr bisheriges Leben gestalteten. Selbstständigkeit ist Caro ungemein wichtig. Sie will keineswegs in das althergebrachte Bild einer Frau, die für Heim und Kinder dazusein hat, gedrängt werden. Henning gelingt es mit Geduld und sehr viel Einfühlungsvermögen, dass Caro sich von ihren Vorurteilen ihm gegenüber lösen und ihm vertrauen kann. Die Beziehungsgeschichte entwickelt sich langsam, aber geradlinig und kommt ohne die üblichen Klischees, wie entzweiende Missverständnisse oder unnötige Eifersucht aus, was ich ebenso wohltuend empfand wie die zarten, gefühlsbetonten, romantischen und dezent erotischen Liebesszenen.

Obwohl Duke als tierisches Bindeglied aufgrund seiner Tollpatschigkeit für so manch lustige Szene im Buch verantwortlich ist, er durch sein sanftmütiges und ängstliches Wesen auch sehr liebenswürdig geschildert wird, so hat mich persönlich vor allem Henning und seine gefühlvolle, rücksichtsvolle Art und sein Fingerspitzengefühl Caro gegenüber am meisten begeistert.

Lichterhaven und seine reizenden Bewohner endlich kennengelernt zu haben, hat mir erquickliche Lesestunden beschert. Ein wunderbares Wohlfühlbuch – mein erstes, sicher nicht mein letztes, denn ich will nicht nur verfolgen, wie es nun weitergeht, sondern auch nachlesen, was zuvor so alles passiert ist.

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Veröffentlicht am 02.04.2022

Spannung, harmonisch eingebettet in ausgezeichnet recherchiertem historischen Umfeld

Die kalte Mamsell
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„Die kalte Mamsell“, der dritte Band der Norderney-Reihe von Elsa Dix, ist einer der spannendsten historischen Krimis, die ich je gelesen habe.

Worum geht es?
Es ist Spätsommer im Jahr 1913. Viktoria ...

„Die kalte Mamsell“, der dritte Band der Norderney-Reihe von Elsa Dix, ist einer der spannendsten historischen Krimis, die ich je gelesen habe.

Worum geht es?
Es ist Spätsommer im Jahr 1913. Viktoria befindet sich mit ihrem Vater auf Erholungsurlaub auf Norderney. Christian tritt seinen neuen Job als Kriminalassistant an. Als zwei Tote in einem Eiskeller aufgefunden werden und Christian hinzugerufen wird, begleitet ihn Viktoria. Sie entdeckt an der toten Frau eine wertvolle Brosche – eine Brosche, die einen Bezug zu ihrer eigene Familie hat …

Für mich war es nunmehr das zweite Buch dieser Autorin bzw. dieser Reihe. Ich war nach wenigen Zeilen wieder vertraut mit Norderney und den beiden Protagonisten. Es ist jedoch nicht unbedingt erforderlich, die Vorgeschichte zu kennen. Jeder Band ist für sich alleine problemlos verständlich und lesbar.

Bereits wenn man das Buch zur Hand nimmt, ist es eine Augenweide. Ein stimmiges Cover, mit einer stilvollen Umrahmung, die jeweils bei den Kapitelüberschriften wiederkehrt. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel sind angenehm kurz, mit Überschriften versehen.

Ich schätze vor allem den Erzählstil, dieses harmonische Ineinanderfließen der Handlung mit all den faszinierenden Einzelheiten, die ein wunderbares Bild des damaligen Lebens geben, von den Ermittlungstechniken der Polizei angefangen über die Stellung der Frau, die Standesunterschiede, die Atmosphäre im Seebad – bis hin zu technischen Errungenschaften, wie z.B. einem Bericht über einen Flug mit dem Zeppelin-Luftschiff. Exzellent recherchiert, Informativ, anschaulich, aber nie zu langatmig. Mit einer Vielfalt an Details versinkt man in das Geschehen, wird mit all den damaligen strengen Regeln, der Etikette und Vorherrschaft jeglicher Art konfrontiert. Sogar Christian darf nur „diskret“ ermitteln. Unter der straffen Abgrenzung zwischen Adel und normalem Volk, unter Vorurteilen sowie festgefrorenen Ansichten haben auch Viktoria und Christian zu leiden.

Die Spannung steigert sich von Kapitel zu Kapitel. Obwohl Christian und Viktoria unter verschiedenen Voraussetzungen ihre Spuren verfolgen, zeigt sich bald, dass der Mordfall rund um die Küchenmamsell mit Viktorias Vergangenheit zusammenhängt und der Fall komplexer ist als gedacht. Überraschende Erkenntnisse, gefährliche Situationen und unerwartete Wendungen fesseln bis zum actionreichen, dramatischen Finale.

Die Protagonisten Viktoria und Christian sind ein sympathisches Paar. Viktoria ist eine für die damalige Zeit außergewöhnliche Frau, als Lehrerin berufstätig, obwohl sie einem wohlhabenden Haus entstammt und nicht arbeiten müsste. Sie vertritt moderne Ansichten, agiert selbstständig und selbstbewusst, ist willensstark, stur und zielstrebig, impulsiv und etwas leichtsinnig. Christian hat sich aus ärmlichen Verhältnissen hochgearbeitet, ist intelligent und tüchtig, verlässlich, kann sich nur schwer unterordnen und wird immer wieder von Selbstzweifeln überwältigt, weil ihn die gehobene Gesellschaft seiner Herkunft wegen nicht akzeptiert. Die beiden lieben einander. Noch ist der Standesunterschied ein Hindernis. Es wird interessant werden, wie sich ihre Beziehung im Hinblick auf die ab 1914 zu erwartenden Ereignisse entwickeln wird.

„Die kalte Mamsell“ ist ein Buch, das man am liebsten in einem Zug auslesen möchte, in dem packende Spannung mit fundierter historischer Recherche exzellent verbunden ist.
Ich hätte am liebsten 6 Sterne vergeben!

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Veröffentlicht am 29.03.2022

Eine Leiche macht noch keinen Krimi

Mörderische Brise
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„Mörderische Brise“ von Christian Humberg ist ein stimmiger Wohlfühl-Roman mit Leiche, aber eigentlich ist die Ermittlung eher nur Nebensache.

Worum geht es?
Clara Clüver hat sich von ihrem Freund getrennt ...

„Mörderische Brise“ von Christian Humberg ist ein stimmiger Wohlfühl-Roman mit Leiche, aber eigentlich ist die Ermittlung eher nur Nebensache.

Worum geht es?
Clara Clüver hat sich von ihrem Freund getrennt und will ein neues Leben beginnen. Daher zieht sie von Wiesbaden nach Travemünde, woher sie ursprünglich stammt und wo sie ihre neue Stelle als Pastorin antreten soll. Dort angekommen muss sie feststellen, dass ihre Nachfolge mit dem alten Geistlichen noch gar nicht geklärt ist. Clara sucht sich eine Unterkunft und lernt u.a. Jule kennen. Kurz vor ihrer Ankunft war Erich Konstantin, ein lokaler Gastronom, ermordet worden. Die beiden Frauen ermitteln auf eigene Faust.

Wenn man das Buch zur Hand nimmt, assoziiert man aufgrund des Covers, auf dem ein brausendes Meer und ein dunkelbewölkten Himmel zu sehen ist, einen düsteren Krimi mit bedrohlicher Stimmung. Dem ist nicht so.

Eigentlich ist es ein fröhliche Stimmung erzeugender Roman rund um drei unternehmungslustige, lebensfrohe Frauen, die sich gut verstehen. Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig. Ihre Erlebnisse sind umrahmt von zahlreichen, sehr anschaulich geschilderten Stimmungsbildern von Travemünde und Umgebung, die Urlaubsfeeling und Urlaubssehnsucht erzeugen und das Kopfkino mit Meeresrauschen, Möwengeschrei, Fischgeruch und auf den Wellen schaukelnden Booten bereichern. Die Großstädterin Clara genießt das Leben dort und als Leser:in genießt man mit.

Zusätzlich zu den landschaftlichen Schönheiten und Sehenswürdigkeiten hat der Autor als weitere Besonderheit dieses Landstriches die recht gruselige Travemündner Sage um Roggenbuk eingebaut, die sich als roter Faden durch das Buch zieht und auch einen Bezug zu Claras verstorbenem Vater hat.

Der Roman ist trotz einigen mysteriösen Vorkommnissen nicht durch Nervenkitzel geprägt. Die Ermittlungen der beiden Frauen beruhen im Großen und Ganzen auf Small Talk mit den Familienmitgliedern und anderen mit dem Mordopfer in Verbindung stehenden Menschen. Zwar mangelt es nicht an Verdächtigen und Motiven, doch entscheidende Hinweise bzw. Spuren finden sich lange nicht. Man tappt mehr oder weniger im Dunkeln - bis Clara dem Mörder doch zu nahe kommt und sich schließlich in einem dramatischen Showdown Motiv und Tathergang aufklären, und zwar durchaus überraschend.

Die Protagonistinnen sind drei sympathische engagierte Frauen, die das Herz am rechten Fleck haben, hilfsbereit sind und gut mit Menschen umgehen können, mit den typischen wortkargen Nordländern ebenso wie mit penetranten Touristen.

Der Cosy-Regionalkrimi „Mörderische Brise“ hat mir sehr angenehme Lesestunden beschert. Da das Buch den Auftakt zu einer neuen Reihe bildet, freue ich mich schon auf Claras zukünftige Erlebnisse bzw. die weitere Detektivtätigkeit der Damenriege.

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Veröffentlicht am 28.03.2022

Undercover-Einsatz im Kloster

Klostertod
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„Klostertod“ von Uwe Ittensohn bietet alles, was ein ausgezeichneter Regionalkrimi beinhalten sollte: sympathische Protagonisten, regionales Flair, einen Schuss Humor und natürlich Spannung und Action.

Worum ...

„Klostertod“ von Uwe Ittensohn bietet alles, was ein ausgezeichneter Regionalkrimi beinhalten sollte: sympathische Protagonisten, regionales Flair, einen Schuss Humor und natürlich Spannung und Action.

Worum geht es?
Eine Nonne stirbt unter mysteriösen Umständen. In dem von der Außenwelt abgeschotteten Kloster kann wohl nur eine der Nonnen die Mörderin sein. Doch die klösterlichen Regeln erschweren der Polizei die Aufklärung. Der mit dem Kommissar befreundete Privatermittler André und die Studentin Irina – beide haben schon in früheren Fällen der Polizei wertvolle Hinweise geliefert – interessieren sich ebenfalls für den Fall und kommen zu dem Schluss, dass nur ein Insider Licht ins Dunkel bringen kann. Also tritt Irina als Novizin ins Kloster ein. Undercover kommt sie wohlgehüteten Geheimnissen und Unregelmäßigkeiten auf die Spur.

Auch wenn dies bereits der 4. Band dieser Krimiserie ist, kam ich problemlos ohne jegliche Vorkenntnisse nicht nur in die Geschichte sondern auch in die Beziehung zwischen den Protagonisten hinein. Zudem erwies sich das Personenverzeichnis als sehr hilfreich. Das Buch ist sehr übersichtlich in angenehm kurze Kapitel unterteilt, jeweils mit Datums- und Zeitangaben. Der Schreibstil ist nicht nur flüssig und teils humorvoll, sondern begeisterte mich auch sprachlich, weil wunderbar differenziert wird – z.B. spricht der Bauer breiten pfälzischen Dialekt, der Generalvikar sehr geschraubt und Irina bedient sich vieler Ausdrücke der Jugendsprache. Insbesondere die humorvollen, schlagfertigen Dialoge zwischen der jungen Studentin Irina und dem (wie sie ihn nennt) „alten Mann“ André amüsierten mich sehr. Im Übrigen war der Dialekt auch für mich als Österreicherin gut verständlich.

Der Fall ist ausgezeichnet konzipiert. Trotz des eingeschränkten Aktionsradius von Irina innerhalb der Klostermauern, lässt die Spannung nie nach, bedingt durch mysteriöse Vorgänge, rätselhafte Verhaltensweisen, seltsame Funde. Indem immer mehr Geheimnisse gelüftet und Machenschaften aufgedeckt werden, fügt sich Puzzleteil zu Puzzleteil bis letztendlich in einem dramatischen Showdown sich alles klärt.

Die Vierer-Konstellation der sympathisch gezeichneten Protagonisten – ein polizeiliches Ermittler-Duo und zwei Privatpersonen, die zwar alle miteinander befreundet sind, aber jeweils eigenständig agieren, gefiel mir sehr. Dadurch ergaben sich quasi mehrere Handlungsebenen, die Abwechslung ins Geschehen brachten: die eher nüchterne, mühevolle Polizeiarbeit kontra die fantasie- und humorvollen Aktivitäten des privaten Schnüfflers bzw. der nervenaufreibende Undercover-Einsatz.

Sämtliche Personen, insbesondere auch die Nonnenschar, sind anschaulich und vielseitig charakterisiert, unterscheiden sich sehr markant in Aussehen, Sprache und Gehabe.

Das Buch spielt Anfang 2020, als sich langsam auch in Deutschland Corona bemerkbar machte. Sehr subtil und unaufdringlich ist diese Tatsache in die Handlung eingeflochten.

Mich hat das Buch von Beginn an gefesselt, mir sowohl spannende als auch vergnügliche Lesestunden beschert und Lust auf weitere Fälle dieses Teams gemacht.

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