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Veröffentlicht am 01.05.2020

Genial bis ins letzte Wort

Marta schläft
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Rezension
Martaschläft
RomyHausmann
dtv

Romy Hausmann spaltet auch mit ihrem zweiten Thriller die Leserschaft. Ihr Debüt "Liebes Kind" hat 2019 polarisiert wie kein zweites Buch in diesem Jahr (außer ...

Rezension

Martaschläft

RomyHausmann

dtv

Romy Hausmann spaltet auch mit ihrem zweiten Thriller die Leserschaft. Ihr Debüt "Liebes Kind" hat 2019 polarisiert wie kein zweites Buch in diesem Jahr (außer vielleicht mal wieder der aktuellste Fitzek).
Während die einen es todlangweilig fanden, wie die Autorin in die Psyche der verschiedenen Figuren getaucht ist, hat der andere Teil der Leserschaft den Schreibstil geliebt. 😍 Ich gehörte zu Letzteren.
Bei "Marta schläft" gehen die Meinungen der Leser/innen fast noch weiter auseinander. 😱🙈 Bei "Liebes Kind" spielte der Überraschungseffekt natürlich eine nicht unbedeutende Rolle. Beim zweiten Buch sieht das schon ganz anders aus. Ein gewisser Druck "nachzulegen", ist nicht abzustreiten. Aber wieder hat die Autorin - in meinen Augen - ein genialen Thriller abgeliefert und einfach noch ein i-Tüpfelchen darauf gesetzt. 🤩😎

Zu Beginn des Buchs finden sich eine Menge kurzer Kapitel, die verschiedene Erzählstränge, Zeitebenen und Figuren betreffen. In der Tat fordert das den Lesenden stärker, als es eine Vielzahl der Thriller heute auch nur annähernd tut. 😲 Ich jedoch war direkt wieder ganz eingenommen vom besonderen Schreibstil, der Romy Hausmann auszeichnet. 😍

Teils blumig schmückt sie gleich mehrere Seiten mit Filmvergleichen aus und schafft es damit nicht nur eine Figur unglaublich emotional in die Geschichte einzuführen, sondern ebenfalls eine tolle Spannung zu erzeugen. 😌
Kurz darauf wird man Zeuge eines unadressierten Briefes und schämt sich fast die Worte gelesen zu haben, weil er so authentisch geschrieben ist und so intim wirkt. 🤫

Und für alle, denen der Einstieg zu komplex und kompliziert anmutet: Es lohnt sich! Ab Seite 111 erfahrt ihr, wer Marta ist und danach steigt die Spannungskurve exponentiell. Allein wie toll der Titel letztendlich zum Buch passt, begeistert mich. Weil es sogar zwei Bezüge zu "Marta schläft" gibt. Ganz große Klasse!

"Marta schläft" ist ein so komplexes Buch, dass man es vermutlich mindestens zweimal lesen sollte um all die kleinen Hinweise und besonderen Zitate zu erfassen. Ständig ergeben sich kleine Wendungen, die alles Gelesene in Frage stellen oder Figuren und Erzählstränge wieder einmal in ein anderes Licht rücken. Ich muss zugeben, dass ich ca. ab der Hälfte auch gar nicht mehr "mitgerätselt" habe, welche Auflösung mich erwarten könnte, wie ich das sonst beim Lesen von Thrillern und Kriminalromane tue.

Ich habe jede Überraschung und jeden Satz einfach nur noch genossen und eine Achterbahnfahrt der Emotionen erlebt. Denn letztendlich geht es in "Marta schläft" nicht nur um Schuld - wie der Klappentext es behauptet. In meinen Augen dreht sich eigentlich alles um die Liebe und was sie mit den Menschen macht. Romy Hausmann schreibt dazu auf Seite 163: "Die Liebe, dieses wilde und unberechenbare Geschöpf, frage eben nicht, sie stolperte unkoordiniert auf unabsehbaren Wegen, sie falle und bliebe einfach liegen, wie eine niedergestreckte Betrunkene." Und so ist es. Die Liebe ist wunderbar, kann aber auch unser Leben aus dem Gleichgewicht bringen oder gar Menschen zu Taten treiben, die sie sich selber nie zugetraut hätten. Was das für "Marta schläft" bedeutet, müsst ihr selber herausfinden. 😉

Das Ende des Buchs war genauso großartig wie der Weg dorthin. Ich hätte nie gedacht, dass Romy Hausmann alles so lückenlos aufklären kann, wie sie es nachher getan hat. Ich persönlich finde das aber in Thrillern unheimlich wichtig. Toll, dass hier keine losen Enden blieben. Jedes Kapitel hat Sinn ergeben und war wichtig für das große Ganze. 👏👌

Meine Neugier und dieses spannende Buch hatten nur zwei Tage miteinander, aber die waren unglaublich!
Romy Hausmann hat hier mehr als eindrucksvoll bewiesen, dass sie schreiben kann und dass sie nach "Liebes Kind" nicht vor hat eine Eintagsfliege zu sein.
"Marta schläft" hatte Spannung, Emotionen, Drama, Thrill, einen unglaublich feinen Schreibstil und einen sehr clever konstruierten Plot zu bieten! Ich habe hier definitiv ein Jahreshighlight gelesen. 💖 ä

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Veröffentlicht am 30.04.2020

Solider Thriller ohne große Überraschung

Das Echo deines Todes
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Das Cover von „Das Echo deines Todes“ kam in meinen Augen eher fad und unscheinbar daher, aber der Klappentext gefiel mir dafür umso besser. Genau wie ich es mag, ging das Buch auch ohne langes Vorgeplänkel ...

Das Cover von „Das Echo deines Todes“ kam in meinen Augen eher fad und unscheinbar daher, aber der Klappentext gefiel mir dafür umso besser. Genau wie ich es mag, ging das Buch auch ohne langes Vorgeplänkel direkt zur Story über, die wie folgt kurz zusammengefasst ist:

Im Jahr 2003 machten die Freundinnen Lara, Becca, Eileen und Michelle ihren letzten gemeinsamen Urlaub bevor der Ernst des Lebens beginnen sollte und jede ihren eigenen Weg einschlagen würde. Auf einer kleinen Schäreninsel in Schweden genossen sie eine letzte unbeschwerte Zeit – denkt man. Aber die Stimmung hätte besser sein können. Die vier Mädchen waren so unterschiedlich, dass es häufig Reibungspunkte gab. Als dann auch noch Leon und Vincent, zwei Jungs aus dem Urlaubsort, auftauchten, machte das vieles nicht unbedingt einfacher – wie das so ist in dem Alter. Und dann verschwindet Becca einfach am Abreisetag und wurde seitdem nie wieder gesehen. 16 Jahre später sind die Freudinnen keine mehr. Aber plötzlich bekommen sie eine Einladung zu der kleinen schwedischen Insel. Da sie immer noch herausfinden wollen, was damals geschah, nehmen sie die Einladung an und das Unheil nimmt seinen Lauf.

So weit, so gut. Die Geschichte spielt auf zwei verschiedenen Zeitebenen. Ein Erzählstrang im Jahr 2003 und der andere im Jahr 2019, also einmal während des Urlaubs der Mädchen und dann in der Gegenwart als sie erneut auf die Insel eingeladen werden. Während 2003 von einem neutralen Erzähler wiedergegeben wird, führt uns 2019 Lara durch´s Geschehen. Sie ist die Hauptfigur und (wie in den Büchern von Sophie Kendrick üblich) hat Lara eine Besonderheit. Diesmal hat sich die Autorin für eine Protagonistin mit Asperger Syndrom entschieden. Das machte die Story aus Sicht von Lara für mich direkt doppelt interessant. Im Jahr 2003 finden sich dann zur Auflockerung auch noch Vernehmungsprotokolle der Jugendlichen. Die habe ich unheimlich gern gelesen, weil sie fast immer ein neues Geheimnis enthüllt haben und ein Puzzleteil nach dem nächsten sich so zeigt.

Das Buch liest sich also angenehm und super schnell. Leider hatte ich sehr früh eine Vermutung, wer hinter all dem steckt. Leider lag ich damit richtig und die Autorin konnte mich nur mit dem „Warum“ und anderen kleinen „Zwischenschauplätzen“ hier und da überraschen. Ein großer Wow-Effekt blieb aber aus. Trotzdem gefiel mir das Ende, weil alles gut und logisch aufgeklärt wurde.

Also letztendlich ein solider Thriller, der gut unterhalten kann, aber für geübte Leserinnen und Leser eventuell zu schnell durchschaubar ist. Ich vergebe drei von fünf Leseratten.

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Veröffentlicht am 19.04.2020

Poison Ivy wäre glücklich...

Bloom
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Hach, wieder so ein Buch, wo man nicht viel schreiben kann ohne zu spoilern. 🤐
Verdammt! 😅



Eine Welt, in der Menschen nur noch mit Atemschutzmasken 😷 vor die Tür ...

Hach, wieder so ein Buch, wo man nicht viel schreiben kann ohne zu spoilern. 🤐
Verdammt! 😅



Eine Welt, in der Menschen nur noch mit Atemschutzmasken 😷 vor die Tür gehen, klang für mich vor wenigen Wochen noch nach einem Zustand, den ich mir nicht so recht vorstellen konnte und genau genommen, auch gar nicht ausmalen wollte. 😵 Mittlerweile sind Menschen mit Atemschutzmasken jedoch nichts Ungewöhnliches mehr.

Während wir momentan mit einem Virus zu kämpfen haben, ist es in "Bloom - Die Apokalypse beginnt in deinem Garten" eine Invasion von Pflanzen, die die Menschen zur Atemschutzmaske zwingt. 🌱🌵🍃 Alle haben plötzlich mit Heuschnupfen zu kämpfen. 🤧 Naja fast alle. Anaya, Petra und Seth, die drei Hauptfiguren, scheinen immun gegen das mysteriöse schwarze Gras, das nach einem Regenfall plötzlich überall in Rekordgeschwindigkeit wächst. Und nicht nur das, es scheint ihnen regelrecht "gut zu tun". 💪

Die Protagonisten merken recht schnell, dass sie anders auf diese mysteriöse Pflanzen-Invasion reagieren als der Rest der Bevölkerung. Anaya, Petra und Seth sind keine typischen Jugendlichen. Anaya ist so ziemlich gegen alles allergisch, was man sich vorstellen kann - außer auf Wasser. Dagegen wiederum ist dafür Petra allergisch. 😅🙈💦 Und Seth, naja Seth ist ziemlich speziell, wird von einer Pflegefamilie zur nächsten durchgereicht und tat mir ziemlich leid. Da es sich hier um ein Jugendbuch ab 12 Jahren handelt (ich würde es jedoch eher ab 14 Jahren einstufen), sind die Charaktere mit typischen Teenagerproblemen ausgestattet (Mobbing, Schönheitsideale, Schwärmereien, Ängste). Erst gegen Ende des Buchs werden die Figuren und ihre Emotionen tiefschichtiger. Das ist aber auf keinen Fall ein Kritikpunkt. Es passt wunderbar zur Story und die Figuren entwickeln sich mit dem Fortsetzen der Handlung. 👩🧑👩

Bloom konnte mich aufgrund des ungewöhnlichen Plots und des auffallenden Covers direkt begeistern. Ich war durch den angenehmen und leichten Schreibstil (absolut passend zu einem Jugendbuch) sehr schnell mitten im Geschehen. Die Handlung setzte schnell ein und ich konnte direkt miträtseln, was es wohl mit dem seltsamen schwarzen Gras auf sich hat. Ich war jedoch, ehrlich gesagt, ziemlich überrascht, welche Richtung der Autor plötzlich eingeschlagen hat. Ich erwartete vom Klappentext her einen dystopischen Jugendroman. Ich bekam dann aber plötzlich einen Horror-Science-Fiction-Dystopie-Mix ☠🌱👽 präsentiert, der das Buch echt zu einem besonderen Highlight machte (obwohl ich Science-Fiction sonst nicht mag).



"Bloom" wurde von Seite zu Seite immer actionreicher und komplexer. Das gefiel mir wirklich gut - genau wie die Entwicklung der Hauptfiguren im ersten Band.
Nun bin ich mächtig gespannt, wie es weitergeht. Das Buch endet nämlich mit einem fiesen Cliffhanger und ich wusste leider gar nicht, dass es sich um eine Trilogie handeln wird. 🙈
"Bloom" hat unheimlich großes Potenzial eine gigantisch tolle und besondere Reihe zu werden. 💖
Allen Fans von Poison Ivy und Dystopien empfehle ich dieses Buch sehr gern weiter. 😉

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Veröffentlicht am 25.03.2020

Herzfeld as its best

Abgefackelt
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Als großer Fan von Paul Herzfeld konnte ich mir den Nachfolger von „Abgeschlagen“ auf gar keinen Fall entgehen lassen. „Abgefackelt“ beginnt auch wirklich nur wenige Tage nach der Handlung des letzten ...

Als großer Fan von Paul Herzfeld konnte ich mir den Nachfolger von „Abgeschlagen“ auf gar keinen Fall entgehen lassen. „Abgefackelt“ beginnt auch wirklich nur wenige Tage nach der Handlung des letzten Bands. Ganz im Stile vom ersten Teil der Reihe („Abgeschnitten“ zähle ich hier aufgrund der Chronologie nicht hinzu) beginnt das Buch mit einem Prolog, der es in sich hat. Wie man es von Michael Tsokos gewohnt ist, sind die True Crime-Fälle auch in diesem Buch wieder wunderbar und spannend eingearbeitet. Bei Tsokos wird man nicht einfach nur unterhalten, man lernt auch immer wieder etwas. Bezüglich des aktuellen Falls möchte ich nicht zu viel erzählen. Aber Herzfeld bekommt es mit mächtigen und einflussreichen Gegner zu tun. Wie bereits bei „Abgeschlagen“ arbeitet der Autor mit immer kürzer werdenden Kapiteln, je weiter die Handlung voranschreitet. Mir persönlich gefiel das wieder unheimlich gut. „Abgefackelt“ hat mich super unterhalten, die Thematik war interessant und das Tempo hoch und trotzdem konnte es mich nicht so sehr packen wie „Abgeschlagen“. Ich bin allerdings jetzt schon sehr gespannt auf den nächsten Fall von Herzfeld, da am Ende ein fieser Cliffhanger auf Teil 3 lauerte.

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Veröffentlicht am 06.03.2020

Überraschend wendungsreich

Die Wälder
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"Die Wälder" war mein erstes Buch von Melanie Raabe und ich habe es wirklich gern gelesen. Ich weiß, dass ihre Bücher häufig polarisieren und bin jetzt schon darauf gespannt, wie mir ihre anderen Werke ...

"Die Wälder" war mein erstes Buch von Melanie Raabe und ich habe es wirklich gern gelesen. Ich weiß, dass ihre Bücher häufig polarisieren und bin jetzt schon darauf gespannt, wie mir ihre anderen Werke gefallen werden.

Das Buch wird abwechseln aus zwei Perspektiven erzählt. In einer der beiden Perspektiven begleitet man die Hauptfigur Nina. Gleich zu Beginn des Buchs erfährt sie, dass ihr bester Freund verstorben ist und sie kann es kaum fassen. Die zweite Erzählebene begleitet vier Kinder, die im Dorf zwischen den Wäldern leben. Wie es sich für einen Thriller gehört, laufen diese Erzählstränge nach und nach aufeinander zu.

Das Buch erinnert mich irgendwie an Stephen Kings "ES". Die Kinder-Clique, die unbedingt ein Verbrechen auflösen möchte. Die Erwachsenen, die mit dem Tod eines Freundes konfrontiert werden... alle Abschnitte, in denen Nina die Hauptfigur ist, erschienen mir düster und trist, in meiner Vorstellung herrschte fast die ganze Zeit Nacht oder zumindest starke Bewölkung - oder beides. Die Abschnitte der Clique spielten für mich dabei immer am Tag und ich sah sie förmlich mit ihren Fahrrädern durchs Dorf fliegen - dbei weiß ich im Nachhinein gar nicht mehr, ob Fahrräder überhaupt eine Rolle spielten. :D Beide Erzählebenen haben ihren Charme und gefielen mir. Natürlich wurden von der Autorin gekonnt Cliffhanger gesetzt, die bei mir auch ihre Wirkung zeigten. Ich ertappte mich sogar einmal dabei, die Seiten vorzublättern und einen Blick zu riskieren.

Die Autorin hat in einer sehr angenehmen, lebendigen und bildhaften Sprache geschrieben. Immer wieder folgten kleinere und größere Twists, die mich wirklich oft (aber nicht immer) überraschen konnten. Diese Twists setzte die Autorin ab der zweiten Buchhälfte vermehrt ein und dadurch hat sie mich regelrecht durch die Seiten gepeitscht. Die Auflösung(en) gefiel(en) mir auch wirklich gut und das Ende war wunderbar ausgearbeitet - zuerst hatte ich Zweifel und dachte Logikfehler entdeckt zu haben. Das war aber nicht so. Ich war nur zu ungeduldig.

Alles in allem ein toller Thriller, der unblutig mit wenig actionreichen Szenen aufwartet, aber mich aber aufgrund seiner psycholgischen Komponente trotzdem wirklich fesseln konnte. Ich wurde einige Male überrascht und habe das Buch wirklich gern und schnell gelesen. "Die Wälder" ist ein Buch, das in meinen Augen auch verfilmt, wunderbar funktionieren könnte. Drücken wir der Autorin mal dafür die Daumen.

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