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Harakiri

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2019

Message-Stil

The Message
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8 Studenten eines Archäologie-Seminars bilden eine Whats App Gruppe. Als Kathy, eins der Mitglieder, einen ominösen Kettenbrief erhält und kurz danach tot aufgefunden wird, gerät die Gruppe in Bewegung. ...

8 Studenten eines Archäologie-Seminars bilden eine Whats App Gruppe. Als Kathy, eins der Mitglieder, einen ominösen Kettenbrief erhält und kurz danach tot aufgefunden wird, gerät die Gruppe in Bewegung. Kurz darauf wird ein zweites Mitglied getötet. Es hatte ebenfalls solch eine Kettenmail erhalten. Die Mitglieder versuchen auf ihre Art, das Rätsel zu lösen und begeben sich selber in Gefahr.


Zugegeben: ein Buch zu lesen, nur im Message-Stil, ist mal etwas anderes. Aber Tibor Rode ist es gelungen, mich als Leser dennoch mitzureißen. Das Buch ist aufgebaut wie ein Gruppenchat und die Sprache ist der Jugendlicher angeglichen. Zuerst dachte ich noch, es folgt sicher auf die ersten Seiten bald eine zusammenhängende Story, aber dem war nicht so. Trotzdem entsteht der Eindruck einer flüssigen Geschichte. Ein wenig unheimlich und gruselig wirkt alles durch die Moorleiche, die das Seminar untersucht und deren Kopf sie wieder an die richtige Stelle gesetzt haben. Ich hatte gehofft, dass es nicht übersinnlich bleibt, und wurde zum Glück nicht enttäuscht. Das Ende ist etwas schnell und es bleiben auch offene Fragen. Überraschend war es nicht wirklich, zumindest nicht, wer es war. Nur, wie er das alles geschafft hat.



Fazit: ich würde das Buch jetzt fast im Jugendbuchbereich ansiedeln. Als Erwachsener mit etwas Faible für neue Technik ist es jedoch auch überaus angenehm zu lesen.

Veröffentlicht am 28.04.2019

Herrlich witzig

Traumprinz
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Nellie hat Liebeskummer! Keiner mag sie. Auf einer Ausstellung zieht ein altes Buch ihre Aufmerksamkeit auf sich und kurzerhand stielt sie es. Doch damit beschwört sie jede Menge Ärger herauf, ohne es ...

Nellie hat Liebeskummer! Keiner mag sie. Auf einer Ausstellung zieht ein altes Buch ihre Aufmerksamkeit auf sich und kurzerhand stielt sie es. Doch damit beschwört sie jede Menge Ärger herauf, ohne es zu wissen. Denn als sie aus einer Laune heraus ihren Traumprinzen in das Buch zeichnet, erwacht der zum Leben. Nellie kann es nicht glauben und auch ihr Prinz versteht die Welt nicht mehr. Gemeinsam durchstreifen sie Berlin nach einem Ausweg.



Herrlich witzig! Allein die Szene als Nellie, nur mit Handtuch bekleidet, durch Berlin irrt und dabei beim Schwarzfahren erwischt wird! Safier hat wirklich einen netten Humor! Schmunzelnd liest man sich durch seine Zeilen und staunt ein ums andere Mal wieder über seinen Einfallsreichtum. Nellie und Retro, ihr Prinz, müssen so einige Abenteuer überstehen bevor sie die bösen Buben, die die Welt vernichten wollen, besiegen können. Und dann ist da ja auch noch das Problem mit den perfekten Küssen! Ein bisschen chaotisch geht es im Buch allerdings schon zu. Die Handlung ist schnell und auf jeder Seite warten neue rasante Geschehnisse, die mich als Leser dann teilweise schon auch mal überfordert haben. Zum Beispiel war mir Nellies Weg durch die Schneekugel etwas zu märchenhaft und schnell abgehandelt. Das Ende allerdings ist dann wieder logisch und ich wäre nie draufgekommen. Denn bei aller Lesefreude denkt man als Leser doch öfter mal darüber nach, wie denn jetzt wohl der Autor DAS alles auflösen mag!



Ergänzend zur Handlung sind auf vielen Seiten noch nette Comiczeichnungen, die das Ganze harmonisch abrunden.



Fazit: Leichter Lesespaß, der mit skurrilen Einfällen punktet.

Veröffentlicht am 28.04.2019

schön unschnulzig

Mein Herz ist eine Insel
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Mein Herz ist eine Insel


Isla kehrt nach einer Enttäuschung auf ihre Heimatinsel Bailevar vor der Westküste Schottlands zurück. Dort wird sie alles andere als freundlich wieder aufgenommen. Doch dann ...

Mein Herz ist eine Insel


Isla kehrt nach einer Enttäuschung auf ihre Heimatinsel Bailevar vor der Westküste Schottlands zurück. Dort wird sie alles andere als freundlich wieder aufgenommen. Doch dann trifft sie Finn, ihre Jugendliebe wieder. Und wer ist der geheimnisvolle Fremde, der seit ein paar Tagen auf der Insel ist?



Mit einer einsamen Insel in Schottland einmal ein etwas anderer Schauplatz. Mir hat dies sehr gut gefallen, weil der Roman so die Eigenheiten des Miteinander auf so engem Raum sehr gut herausgearbeitet hat.



Als Sommer-Wohlfühlroman angepriesen ist dieser Schauplatz allerdings etwas schwierig. Die Grundstimmung ist an sich etwas düster durch Islas Probleme, dazu kommt noch einiges an schlechtem Wetter. Doch dann gibt es wieder Charaktere, die alles in anderem Licht erstrahlen lassen. Da ist zum einen Mac! Ein guter Freund Islas, der zwar nur per SMS erscheint, aber dessen sonniges Gemüt mich sofort mitgerissen hat. Und natürlich Shona, die ständig am Kuppeln ist und mir so machen Schmunzler entlockt hat.


Sehr schön gefiel mir auch die Geschichte in der Geschichte, die alte Sage der versunkenen Insel.


Ein wenig Spannung erhält die Geschichte durch die Einbrüche, wobei der Täter da fast von vornherein feststeht und auch sein Motiv durchschaubar ist.


Fazit: Kein schnulziger Liebesroman, eher eine etwas tiefgründigere Geschichte, in der Isla zu sich selbst findet und sich mit ihrer Vergangenheit versöhnt.

Veröffentlicht am 28.04.2019

3 Paare und ein Mord

Der Mörder und das Mädchen
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Emma ist frisch verliebt und schwanger. Ihre Schwester Josefin dagegen steckt in einer Ehekrise. Cornelia und Hans wollen sich trennen, am Tag des Auszugs wird er jedoch ermordet und Cornelia gerät in ...

Emma ist frisch verliebt und schwanger. Ihre Schwester Josefin dagegen steckt in einer Ehekrise. Cornelia und Hans wollen sich trennen, am Tag des Auszugs wird er jedoch ermordet und Cornelia gerät in Verdacht. Dass Emma in dem Fall ermittelt macht es nicht einfacher. Als ein zweiter Mord geschieht, muss Emma ihre Theorie dann doch überdenken. Denn alles deutet auf eine Verbindung zum ersten Mord hin.







Eine neue Autorin im Kreis der Skandinavier. Ich mag Skandinavien-Krimis und auch von diesem wurde ich nicht enttäuscht. Sofie Sarenbrant braucht sich nicht hinter ihren Kolleginnen Camilla Läckberg oder Viveca Sten zu verstecken. Ihr Erstlingswerk fesselt gleich von Anfang an und hält die Spannung hoch, ohne nervenzerfetzend zu sein. Ihr Schreibstil ist flüssig und anschaulich und auch wenn ich am Ende das Gefühl hatte, der Schluss werde noch etwas hinausgezögert, fand ich das Buch überaus gelungen.







Die Protagonisten sind 3 Paare, jedoch standen die Frauen im Mittelpunkt, die Männer wurden etwas an den Rand gedrängt. Die Handlung wird in der dritten Person erzählt, lediglich die Passagen mit dem Täter sind in der Ich-Perspektive. Man grübelt, wer dieser denn nun sei. Mein Verdacht hat sich bestätigt, was aber erst im Epilog aufgeklärt wird. Jetzt bin ich doch sehr gespannt auf eine mögliche Fortsetzung.

Veröffentlicht am 28.04.2019

Nicht meine Welt

Der Sommer der Sternschnuppen
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Grace Hammond hat ihren Job verloren. Und ihren Freund. Und ihre Wohnung. Zähneknirschend zieht sie vorübergehend zu ihren Eltern in ihre alte Heimatstadt. Durch Zufall ist ihre erste große Liebe, Peter, ...

Grace Hammond hat ihren Job verloren. Und ihren Freund. Und ihre Wohnung. Zähneknirschend zieht sie vorübergehend zu ihren Eltern in ihre alte Heimatstadt. Durch Zufall ist ihre erste große Liebe, Peter, auch gerade dort. Grace will ihn natürlich unbedingt treffen und ihn wieder für sich interessieren. Da ist dann aber noch die alte Nebenbuhlerin und die Tragödie um Renny, die Schwester von Grace.





Mir hat die Romantik gefehlt. Außerdem wurden mir zu viele Klischees bedient. Das Wiedertreffen der großen Liebe – und sofort fallen sich beide wieder verliebt in die Arme; die Nebenbuhlerin aus Kindertagen; der sportliche Fahrradverkäufer… Alle Charaktere blieben flach und ich konnte zu keiner eine Verbindung aufbauen. Zudem war das Buch sehr vorhersehbar und stellenweise auch sehr nervig. Die Protagonistin will ein tolles Kleid kaufen und orientiert sich an der Nebenbuhlerin. Dass das schief geht ist dem Leser schon nach dem ersten Satz klar. Ich hätte am liebsten manchmal in das Buch eingegriffen und Grace geschüttelt!

Beim Lesen war mir nicht klar, was die Autorin möchte: einen Liebesroman? Dann doch aber bitte nicht so problembehaftet! Ein witziges Buch? Dann aber nicht mit solchen Slapstickeinlagen und bitte auch nicht mit dem Trauerspiel um die Schwester Grace.


Nein, das Buch und ich wurden leider keine guten Freunde obwohl der Schreibstil der Autorin durchaus nett zu lesen ist und für Liebhaber von Frauenromanen durchaus empfehlenswert ist.