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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2019

Identitätsklau

You Are Wanted
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Das Buch zum Film von Amazon

Hotelmanager Lukas Frankes Leben erfährt eine jähe Wendung als ein Stromausfall Teile Berlins lahm legt. Er gerät in den Verdacht, der Urheber zu sein und merkt bald, dass ...

Das Buch zum Film von Amazon

Hotelmanager Lukas Frankes Leben erfährt eine jähe Wendung als ein Stromausfall Teile Berlins lahm legt. Er gerät in den Verdacht, der Urheber zu sein und merkt bald, dass es scheinbar jemand auf ihn abgesehen hat. Denn geheimnisvolle Nachrichten erscheinen auf seinem Handy und merkwürdige Dinge passieren in seiner Umgebung. Bald glaubt ihm fast keiner mehr, auch die Polizei ist von seiner Schuld überzeugt. Als dann ein Mord passiert, bleibt Lukas keine Wahl: er muss den wahren Täter stellen, um seine Familie zu schützen.

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Sowohl für Lukas als auch für den Leser. Denn zu Atem kommt hier keiner. Und wer denkt, er weiß, worum es geht, wird schon durch die nächste Kurve, sprich Wendung, wieder eines Besseren belehrt. Denn kaum etwas ist, wie es zu sein scheint. Ich hatte zwar ziemlich bald einen Verdacht, aber der wurde auch sehr bald wieder unterminiert und ein anderer geriet in meinen Fokus. Gelang es dem Autor doch, berechtigte Zweifel zu streuen.
Durch die Einbindung des Kindes wird der ganze Thriller noch rasanter und spannender.
Allerdings bleiben am Ende noch ein paar Dinge ungeklärt und auch die Handlung, bzw. das Bonbon, das dem Leser vor die Nase gehalten wird, zeigt, dass es noch eine Fortsetzung geben wird. Auf die jedenfalls bin ich sehr gespannt.
Fazit: Identitätsdiebstahl und Hacking sind sehr aktuelle Themen und gerade deshalb funktioniert das Buch. Denn was, wenn ich der/die nächste bin?

Veröffentlicht am 28.04.2019

Stark

Immer montags beste Freunde
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„Eine einfache braune Papiertüte“ „für mich war das nichts“ . …



Aber für Maurice bedeutet das alles: Liebe, Fürsorge und Freundschaft. Kennt er das doch aus seiner eigenen Familie nicht. Die Mutter ...

„Eine einfache braune Papiertüte“ „für mich war das nichts“ . …



Aber für Maurice bedeutet das alles: Liebe, Fürsorge und Freundschaft. Kennt er das doch aus seiner eigenen Familie nicht. Die Mutter drogenabhängig, der Vater abgehauen, die Onkel straffällig – wie soll aus solch einem Kind etwas werden?


Diese Frage stellte sich Laura Schroff anfangs nicht, als sie mitten auf der Straße anhielt und zurück zu dem kleinen bettelnden Jungen ging, um ihn zu McDonalds einzuladen. Sie fragte sich oft, was sie dazu bewog, hat es jedoch nie eine Sekunde bereut. Im Gegenteil: Maurice gab ihr so viel, die Freundschaft, die sich aus diesem ersten Treffen ergab, entwickelte sich für sie zu einer tiefen Verbindung.


Dieses Buch erzählt eine wahre Begebenheit. Ohne zu werten, emotional und ein bisschen verzweifelt. Denn auch Laura kommt aus keiner einfachen Familie und musste hart für ihr Glück kämpfen. Am besten haben mir immer die Szenen gefallen, in denen Laura Maurice etwas gibt, und sei es nur Geborgenheit. Hier sprach dann die ganze Bandbreite an Gefühlen aus den Zeilen. Wie Maurice strahlt, wie dankbar er ist und wie er sie davor bewahrt, seine Traurigkeit und Verzweiflung spüren zu lassen. Auch sehr erschütternd waren immer die Teile, als Maurice wieder zurück zu seiner Familie und damit zurück in die armen Verhältnisse muss. Wie übersteht das ein Kind? Wie geht es damit um? Freut es sich auf die schönen Tage oder hadert es dann noch mehr mit seinem Schicksal? Diese Frage wurde für mich leider nicht beantwortet, auch nicht durch Maurice‘ abschließenden Brief am Ende des Buches, was ich sehr schade fand.


Sicher ist das Buch auch ein wenig wie ein Märchen und somit ein klein wenig kitschig: Frau und Junge aus ärmlichen Verhältnissen treffen sich und alles wird gut. Vielmals habe auch ich mich gefragt, was eine Frau dazu bewegt, sich auf so eine Freundschaft einzulassen. Und das nicht nur finanzell gesehen. Ein wenig davon wird im Interview, das das Buch beschließt davon geklärt.

Veröffentlicht am 28.04.2019

Spannend

Still ruht der Wald
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Ein kleines Dorf in den Bergen, jeder kennt jeden. Als bei einem Jagdausflug ein Mord geschieht, ist automatisch jeder verdächtig. Journalistin Magdalena Hansson, eigentlich im Mutterschaftsurlaub, sticht ...

Ein kleines Dorf in den Bergen, jeder kennt jeden. Als bei einem Jagdausflug ein Mord geschieht, ist automatisch jeder verdächtig. Journalistin Magdalena Hansson, eigentlich im Mutterschaftsurlaub, sticht in ein Wespennest.


Auf wenige Tage und einen winzigen Ort beschränkte Handlung. Da kommt Spannung auf! Vor allem auch durch das Verschwinden der 13 Jährigen Alva und die nachfolgenden Ereignisse.


Warum das Buch allerdings als Värmland-Krimi 1 bezeichnet und nicht in die Reihe um Hagfors eingereiht wird, verstehe ich nicht, denn der Krimi spielt im selben Ort und mit den selben Protagonisten. Vielleicht weil mit Petra Wilander eine neue Figur eingeführt wurde. Sehr gut hat mir im Buch Hansson gefallen: ihre kleine Tochter fordert ihr alles ab, was ich sehr authentisch fand.



Skandinavische Krimis sind ja per se immer ein wenig düster. Auch hier fand ich die Hintergrundstimmung sehr gut herausgearbeitet. Man kann sich förmlich den einsamen Wald vorstellen, durch den Bodil auf der Suche nach ihrer Tochter irrt.

Die Auflösung kommt quasi in letzter Minute und ist sehr überraschend, was ich sehr gern mag, denn es gibt nichts Schlimmeres in einem Krimi, als wenn man schon auf S. 50 weiß, wer der Mörder ist.



Mir hat das Buch wieder sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf das neue Buch, das im Januar 2018 bei Lübbe erscheinen und „Stets sollst du schweigen“ heißen wird.

Veröffentlicht am 28.04.2019

Sehr spannend

Stets sollst du schweigen
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Als Anna-Karin eines Abends nicht nach Hause kommt, meldet ihr Mann sie als vermisst. Eine fieberhafte Suche beginnt.

Ein Mann misshandelt Frau und Kinder – die Frau sinnt auf Flucht, doch hat sie eine ...

Als Anna-Karin eines Abends nicht nach Hause kommt, meldet ihr Mann sie als vermisst. Eine fieberhafte Suche beginnt.

Ein Mann misshandelt Frau und Kinder – die Frau sinnt auf Flucht, doch hat sie eine Chance?

Ein Serienvergewaltiger geht um in der Gegend, kann man sich als Frau alleine noch hinaus trauen?



Drei Handlungsebenen, alle mehr oder minder miteinander verstrickt. Doch auf das WIE muss man schon etwas länger warten. Denn Schulman spinnt ein Netz aus Verdächtigungen und Intrigen. Sie nimmt den Leser mit auf die Suche nach Anna-Karin und erlaubt ihm keine Verschnaufpause. Hatte die Frau einen Geliebten? Und warum ist das Verhältnis zur Tochter eher verhalten?

Auch der Strang mit der misshandelten Familie hat mir sehr gut gefallen. Man leidet förmlich mit der Frau mit und hofft, dass ihre Flucht gelingt.


Die Wendung, die Schulman ihrem Krimi am Ende gibt, war für mich sehr überraschend, aber mir hat sie gut gefallen. Sie passte sehr gut zum Verlauf des Buches.


Sehr gern mag ich Schulmans Charaktere. Die haben Tiefe. Vor allem Magdalena. Leider habe ich ein wenig den Eindruck, dass die Autorin hier einen Ausverkauf begeht. Eine Mitarbeiterin wird krank, einer verlässt die Stadt. Ich hoffe nicht, dass die Serie schon zu Ende ist, denn mir wachsen die Protagonisten so langsam ans Herz.


Fazit: ein Krimi, der sehr gut unterhält, ohne allzu grausam zu sein und dennoch mit hoher Spannung punktet.



Veröffentlicht am 28.04.2019

zu viel Geschichte

Die Astrologin
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1620.



Hebamme Sybilla lebt mit Mann und Tochter Helena im württembergischen Leonberg. Als ihr Mann ermordet und ihre Tochter entführt wird heftet sie sich an die Spuren der Marodeure, um Helena wieder ...

1620.



Hebamme Sybilla lebt mit Mann und Tochter Helena im württembergischen Leonberg. Als ihr Mann ermordet und ihre Tochter entführt wird heftet sie sich an die Spuren der Marodeure, um Helena wieder zu finden. Denn sie hat die Gabe des zweiten Gesichts und spürt, dass ihre Tochter noch lebt. Auf dem Weg trifft sie auf den Feldherrn Wallenstein, dessen Astrologin sie wird und ihm fortan nicht mehr von der Seite weicht. Aber tief im Herzen hofft sie immer noch auf ein Wiedersehen mit Helena.



Wie schön, wieder von Sybilla zu lesen. Doch wie enttäuscht war ich nach den ersten 100 Seiten: Die Handlung handelte fast durchgängig von Krieg, Strategien und Kämpfen. Der Klappentext täuscht. Nur anfangs sucht Sybilla aktiv nach ihrer Tochter, was mir auch sehr gut gefallen hat, denn hier gab es Abenteuer und Gefahren für sie. Als sie auf Wallenstein trifft driftet die Handlung immer mehr in Kriegsgeschehen um, was mich mit der Zeit nur noch gelangweilt hat. Nach Lesen des Klappentextes dachte ich an ein spannendes Abenteuer auf der Suche nach ihrer Tochter. Leider hat sich das als trügerisch herausgestellt.



Wie habe ich damals „Die Hexe und die Heilige“ verschlungen. Ich mag die Autorin sehr gern, sie schreibt, auch dieses Mal, sehr ausführlich, anschaulich und flüssig. Leider im Fall der Kriegshandlungen auch überflüssig.



Fazit: Ich dachte, ich lese ein Geschichtsbuch.