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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2019

Wenn das Ende nicht so vermurkst worden wäre

Der Fall Collini
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Ende der 70er Jahre: 34 Jahre lang hat Fabrizio Collini als unbescholtener Werkzeugmacher bei einer Autofirma in Deutschland gearbeitet. Und dann tötet er anscheinend grundlos einen alten Mann. Ein Albtraum ...

Ende der 70er Jahre: 34 Jahre lang hat Fabrizio Collini als unbescholtener Werkzeugmacher bei einer Autofirma in Deutschland gearbeitet. Und dann tötet er anscheinend grundlos einen alten Mann. Ein Albtraum für Anwalt Caspar Leinen (Elyas M'Barek), der die Pflichtverteidigung übernimmt: Das Opfer, der angesehene deutsche Industrielle Jean-Baptiste Meyer, ist der Großvater seiner Jugendliebe Johanna (Alexandra Maria Lara). Alles in diesem spektakulären Mordprozess spricht gegen den unerfahrenen Pflichtverteidiger. Caspar Leinen ist persönlich verstrickt, hat einen Mandanten, der nichts sagt, und mit der Strafverteidiger-Legende Professor Richard Mattinger (Heiner Lauterbach) einen Gegner, der ihm turmhoch überlegen scheint. Als er das Wagnis trotzdem eingeht, stößt er auf einen der größten Justizskandale der bundesdeutschen Geschichte und eine Wahrheit, die niemand wissen will.

Mein Fazit:


mich magVerfilmungen als Hörbuch zu hören. Ich finde das ganze so lebendig und das wird es hier auch. Der goya Verlag weiß, wie er das ganze vertonen muss, um das Hörbuch zu einem Vergnügen zu machen.

Der Fall Colini ist sehr spannend und emotionsgeladen. Ich mochte die Facettenreiche Erzählung und die vielen Winkelzüge des falls.
es hat einfach Spaß gemacht dem Fall zu lauschen und sich Gedanken zu machen.
dann jedoch folgt das Ende und das ist die reine Katastrophe ich weiß nicht, was sie sich dabei gedacht haben. Dadurch wurde das ganze Hörspiel zu unrund, so vorher wirklich kein Haken war, dann kam er.

Mehr möchte ich nicht verraten. Schauspielerische Glanzleistungen und sehr spannende Geschichte. Dennoch also sehr zu empfehlen :)

Veröffentlicht am 15.11.2019

Fabelhafter Krimi!

Nächte des Zorns
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Amanda Lund ist gerade wieder aus der Elternzeit zurück und so wie man sie kennt beginnt sie natürlich nicht im normalen Polizeidienst, sondern wieder im Sondereinsatzkommando. Und schon nach kurzem Training ...

Amanda Lund ist gerade wieder aus der Elternzeit zurück und so wie man sie kennt beginnt sie natürlich nicht im normalen Polizeidienst, sondern wieder im Sondereinsatzkommando. Und schon nach kurzem Training und Wiedereingliederung muss sie kurz darauf auf den Balkan.
Ein schwedischer Polizist ist entführt worden und schon bald wird klar, dass es sich nicht um eine stinknormale Entführung handelt, sondern viel mehr hinter seinem Verschwinden steckt.
Gleichzeitig muss eine ehemalige Polizistin für ihre Firma einen verdächtigen Wagen innerhalb von 24h nach Schweden fahren. Auch wenn diese mit ihrem alten Job abgeschlossen hat, so ganz kann man seinen Spürsinn scheinbar doch nicht ablegen, denn Amandas und Ellens Wege kreuzen sich schon bald um dem Fall auf die Spur zu kommen.



Mein Fazit:

Ein starker Krimi benötigt starke Charaktere und die sind mit Amanda und Ellen gegeben. Ich finde das klasse. Denn die Klassiker, alter stieseliger Trunkenbold der alle Fälle irgendwie im Alleingang löst, kennt man ja doch zu Genüge, auch wenn es immer wieder funktioniert.
Amanda passt hier aber einfach gut ins Bild, sie ist eine toughe Mutter und sehr intelligente Kriminalbeamte. Ich empfand sie von Anfang an authentisch, menschlich und konnte mich daher sehr gut in sie hineinversetzen.

Der Schreibstil der Autorin ist ebenfalls erwähnenswert, denn ich mag diese vielen Erklärungen, wieso welche Untersuchung gemacht wird, wer nun wie eingesetzt wird, ich finde das wirklich spannend.

Der Krimi an sich ist, wie schon gesagt, sehr spannend und nicht durchschaubar. Die Thematik ist aktuell und gut verpackt worden.

Pages spricht wie immer fesselnd und betont sehr gut.

5 Sterne, denn dieser Krimi ist fantastisch!

Veröffentlicht am 04.11.2019

Und täglich grüßt das Murmeltier

King - Er wird dich besitzen
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Doe ist verzweifelt. Ohne Gedächtnis, Handy und alles was einen ausmacht wacht sie eines Tages im Krankenhaus auf. Normalerweise sollte man doch eigentlich gesucht werden, wenn man verschwindet, aber Doe ...

Doe ist verzweifelt. Ohne Gedächtnis, Handy und alles was einen ausmacht wacht sie eines Tages im Krankenhaus auf. Normalerweise sollte man doch eigentlich gesucht werden, wenn man verschwindet, aber Doe wird weder vermisst, noch ist irgendwo eine Akte von ihr zu finden.
Somit landet sie auf der Straße und ihre einzige Hoffnung ist eine Biker Gang, wo sie durch sexuelle Gefälligkeiten wenigstens Essen und ein Dach über dem Kopf haben kann. Doch sie hat nicht mit dem Anführer King gerechnet, der sie nicht mehr gehen lassen kann.

Mein Fazit:

Und täglich grüßt das Murmeltier. Solche Geschichten gibt es mittlerweile zu Hauf und leider auch nichts Neues mehr. Mädchen findet Typen, Typ will sie besitzen. Mädchen lässt das mit sich machen.
Doe ist naiv und nicht wirklich schlagfertig das fand ich sehr schade, denn gerade in solchen Geschichten sollte man doch zwei Protagonisten haben, die sich verbal platt machen.
King ist der klassische Kerl solcher Geschichten. Auch hier darf nichts Neues erwartet werden.
Die Geschichte an sich ist von Anfang bis Ende durchschaubar.
Die Sprache ist aufgesetzt derb und brutal. Etwas weniger hätte dem ganzen gut getan, aber leider fallen so viele schlecht platzierte Schimpfworte, dass ich schließlich nur noch mit den Augen rollen konnte. Ein harte Geschichte wird nicht glaubwürdig, nur weil man da sein ganzes Repertoire auspackt.
Die Sprecher sind ziemlich gut, aber wie immer können sie das auch nicht retten.
Wer eine harte Geschichte ohne Story will, ist hier gut beraten. Mehr ist aber nicht drin. Ist ziemlich platt das Ganze. Gefühle kamen auch nicht auf.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Langweilig und nichtssagend

Ohne ein einziges Wort
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Stell dir vor, du begegnest einem Mann und verbringst sieben traumhafte Tage mit ihm. Am Ende dieser Woche bist du dir sicher: Du bist Hals über Kopf verliebt, und ihm geht es ganz genauso. Zweifellos. ...

Stell dir vor, du begegnest einem Mann und verbringst sieben traumhafte Tage mit ihm. Am Ende dieser Woche bist du dir sicher: Du bist Hals über Kopf verliebt, und ihm geht es ganz genauso. Zweifellos. Dann muss er verreisen und verspricht dir, er meldet sich auf dem Weg zum Flughafen. Aber er ruft nicht an. Er meldet sich gar nicht mehr. Deine Freunde raten dir, ihn zu vergessen, doch du weißt, sie irren sich. Irgendetwas muss passiert sein, es muss einen Grund für sein Verschwinden geben. Und nun stell dir vor, du hast recht. Es gibt einen Grund, aber du kannst ihn nicht ändern. Denn der Grund bist du.

Mein Fazit:
ich war beim hören gelangweilt und genervt. Ich bin kein großer Fan davon, wenn Frauen sich Hals über Kopf innerhalb von einer Woche verlieben und sich dann immer und immer wieder erniedrigen, wo dich das gegenüber doch einfach schlecht benimmt und keinerlei Interesse zeigt. Ich kann es nicht leiden.
Sarah ist mir nicht sympathisch gewesen. Sie jammert viel, ist langweilig und ich konnte die nicht ernst nehmen.

Die Liebe zwischen den protas entwickelte sich für mich nicht glaubwürdig und ich empfand nichts.
die Sprecherin würde gut lesen, wenn sie ihre Stimme nicht so sehr zu einem quengelnden Ton zwingen würde.
der Sprecher konnte mich ebenfalls nicht überzeugen.

Die Geschichte zieht sich und ich habe nach 1/3 aufgehört, weil ich es nicht mehr ertragen konnte

Veröffentlicht am 31.10.2019

Schonungslos ehrliche Familiengeschichte

Roter Herbst in Chortitza
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Der Hörer befindet sich im Jahre 1919, mitten im Sturm der russischen Revolution. Der Bürgerkrieg erschüttert die armen Menschen des Landes.
Als die beiden Freunde Willi und Maxim ein Maschinengewehr entdecken, ...

Der Hörer befindet sich im Jahre 1919, mitten im Sturm der russischen Revolution. Der Bürgerkrieg erschüttert die armen Menschen des Landes.
Als die beiden Freunde Willi und Maxim ein Maschinengewehr entdecken, das von einem Soldaten hinterlassen wurde, werden die zwiespaltigen Gedanken, die aufkommen deutlich. Denn Maxim sieht es als Chance endlich zu rebellieren und die Welt wie sie ist nicht hinzunehmen und Willi, als Sohn mennonitischer Siedler, sieht es als Herausforderung seines friedliebenden Glaubens. Hier nun sollen sich die Wege der beiden Freunde trennen, denn Willis Familie sieht sich bald aufgrund der aufkommenden unterdrückenden Sowjetdiktatur ums nackte Überleben kämpfen, während sich Maxim auf die Seite des Regime schlägt.

Ich habe zum Hören nur drei Tage gebraucht. Wäre ich nicht durch meine Arbeit gestört worden, ich hätte das Hörbuch innerhalb eines Tages verschlungen. Es war so unglaublich spannend.

Die Geschichte der beiden Jungen könnte unterschiedlicher nicht sein. Sie zeigt, wie sich eine einzige Entscheidung, geprägt durch Glaube und Erziehung, auf den Rest des Lebens auswirken kann. Dies zeigt uns der Autor über die Zeit hinweg, in dem der Hörer die Protagonisten von Anfang bis Ende auf ihrem Weg begleitet und dieser Weg ist geprägt durch Gewalt und Hass. Ich fand es immer wieder erstaunlich, wie die Menschen, trotz all dieser erschütternden Widrigkeiten dennoch weiterleben wollten und konnten. Wie sie ihre Familien schützten oder aber auch die Dinge hinnahmen, um irgendwie in diesem Leben zurecht zu kommen. Wie viele der Menschen dennoch niemals die Hoffnung aufgaben, die Hoffnung auf ein besseres Leben. Wie das geht und das das mit Sicherheit nicht einfach war, das zeigt Tichatzki, in dem er nichts auslässt, in dem er zeigt, was passiert ist, wie die Gewalt die Dörfer heimsuchte, Vergewaltigung, willkürlich Ermordung, die geballte Grausamkeit, der Autor verschont den Hörer nicht und das fand ich so brillant. Gleichzeitig zeigt er, woraus die Träume der Menschen damals gemacht waren, wie sie sich geholfen haben und das das Leben irgendwie weiterging. Das zeigt er uns durch die Entwicklungen im Leben von Maxim und Willi, so dass der Hörer Einsicht in alle Seiten des Lebens zur damaligen Zeit erfährt. Dadurch erzählt der Autor sehr detailliert aber es wirkte auf mich nie, als wäre das zu viel, sondern genau die richtige Dosis.

Tim Tichatzki schreibt so echt, schonungslos und vermag den Hörer aber nicht abzuschrecken, sondern fesselt ihn immer mehr und mehr, so dass an Aufhören nie zu denken ist.
Ich habe einige Male Tränen verloren, weil mir die Geschichte sosehr unter die Haut ging.

Ich habe sehr lang keine so bedrückende Geschichte mehr gehört, die mich tagelang beschäftige, tonnenschwer auf mir lastete und die ich dennoch so gut fand.

Makke Schneider liest zudem so eindrücklich und sympathisch, er passt wie die Faust aufs Auge und ist als Sprecher eine Wucht. Er ist die beste Wahl für dieses Hörbuch gewesen.

Tim Tichatzki hat in "Roter Herbst" eine ehrliche, schonungslose, herzzerreißende und wahre Geschichte zu Papier gebracht, die gehört werden muss.

Durch und durch empfehlenswert. Nicht nur für Leute die interessiert an Geschichte sind.