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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2022

Wichtiges Thema – gut dargestellt mit vielen Beispielen und Lösungsansätzen

Glückwunsch zum Baby, Sie sind gefeuert!
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Kündigungen nach der Elternzeit, Gehaltskürzungen beim Wiedereinstieg oder abwertende Bemerkungen von Kollegen bei Bekanntgabe einer Schwangerschaft – die Autorinnen Sandra Runge und Karline Wenzel haben ...

Kündigungen nach der Elternzeit, Gehaltskürzungen beim Wiedereinstieg oder abwertende Bemerkungen von Kollegen bei Bekanntgabe einer Schwangerschaft – die Autorinnen Sandra Runge und Karline Wenzel haben in zahlreichen Gesprächen mit Eltern Beispiele solcher Diskriminierungen gesammelt.
Mit ihrer Initiative #proparents setzen sie sich dafür ein, dass aktuelle Gesetzeslücken geschlossen und Elternschaft als Diskriminierungsmerkmal in das Allgemeine Gleichstellungsgesetz aufgenommen wird.
Das Buch skizziert nicht nur anhand von Fallbeispielen die verschiedenen Arten von Benachteiligungen und gibt Tipps, wie sich Eltern dagegen wehren können, sondern bringt auch Lösungsvorschläge und zeigt Arbeitgebern Wege auf, wie sie sich elternfreundlicher aufstellen können.


Meine Meinung:
Das Buch ist sehr gut strukturiert und logisch aufgebaut. Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema geben die Autorinnen einen Überblick über die aktuelle Gesetzeslage und zeigen auch auf, wo heute Lücken bestehen und was ihre konkreten Forderungen zu einer Anpassung des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes sind.
Im sehr umfassenden Hauptteil des Buches werden dann viele konkrete Fallbespiele, die auf konkreten Rückmeldungen von Eltern an die Autorinnen beruhen, vorgestellt. Diese Fallbeispiele werden eingeordnet und es wird Kontext dazu gegeben ebenso wie Tipps, wie man gegen derartige Diskriminierungen vorgehen kann.

Mir hat der Schreibstil des Buches von Anfang an sehr gut gefallen. Auch vermeintlich „trockene“ Themen wie Gesetze werden sehr gut verständlich und flüssig lesbar dargestellt und die vielen Beispiele fand ich auch sehr eingängig beschrieben.
Bei vielen Fallbeispielen musste ich aufgrund der krassen Diskriminierungen echt schlucken, aber dadurch sind mir diese auch sehr gut im Gedächtnis geblieben.
Besonders positiv finde ich, wie konsequent die Autorinnen für das Thema eintreten und dass sie ganz konkrete Lösungsvorschläge anbieten, anstatt nur auf die Missstände aufmerksam zu machen. Dass sie so viele auch bekannte Unterstützer haben, macht insgesamt wirklich Mut.

Nicht zuletzt hilft es mir auch die Hintergründe zu verstehen, um von der Seite der Firmen im Rahmen meiner Möglichkeiten für ein besseres Umfeld zu sorgen.


Fazit:
Dieses Buch greift ein extrem wichtiges Thema gekonnt und sehr eingängig auf. Von mir eine 100%ige Empfehlung!

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Veröffentlicht am 13.10.2022

Zauberhafter und spannender Weihnachtsroman

Auf tapsigen Pfoten ins Glück
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Jana Weißmüller ist Glaskünstlerin und voller Vorfreude auf die Vorweihnachtszeit, denn sie wird wieder ein Verkaufszelt auf dem bezaubernden Weihnachtsmarkt in ihrem kleinen Städtchen im Rheinland haben, ...

Jana Weißmüller ist Glaskünstlerin und voller Vorfreude auf die Vorweihnachtszeit, denn sie wird wieder ein Verkaufszelt auf dem bezaubernden Weihnachtsmarkt in ihrem kleinen Städtchen im Rheinland haben, wo sie Menschen beraten und ihnen ihre Kunstwerke näher bringen kann.
Doch ein Einbruch in ihrer Werkstatt, bei dem viele ihrer Skulpturen zerstört werden, und anschließende Drohbriefe vermiesen ihr die weihnachtliche Stimmung.
Gut, dass mit Oliver Jones schnell ein Detektiv gefunden ist, der ihr bei der Suche nach dem Täter beisteht, und zu ihrem Schutz auch mit seinem tollpatschigen Hund Scottie bei ihr einzieht.
Jana und Oliver sind zwar eigentlich nicht auf der Suche nach einer Beziehung, aber… wer weiß? Es knistert jedenfalls ganz deutlich zwischen ihnen.


Meine Meinung:
Ich liebe die Weihnachtsromane von Petra Schier, die mir jedes Jahr die Vorweihnachtszeit (sehr weit gefasst…) versüßen. Auch wenn die Romane genau 25 Kapitel haben, könnte ich es nicht über mich bringen, jeden Fall vom 1. bis 25. Dezember nur einen Abschnitt zu lesen. Dafür sind die Bücher viel zu fesselnd geschrieben!
Auch dieses Buch hat mich aufgrund des flüssigen und packenden Erzählstils wieder gleich in seinen Bann gezogen.

Jana Weißmüller „kannte“ ich schon aus den vorherigen Romanen, wo sie immer kurz auf dem Weihnachtsmarkt aufgetaucht war. Insofern war es schön, dass sie nun die Hauptfigur ist und man sie näher kennenlernen konnte. Sie ist sehr liebevoll und warmherzig beschrieben und mit ihrer etwas esoterischen Art eine sehr liebenswerte Person. Wie sie in ihrer Kunst aufgeht und auch wie sie ihre Kunden berät, ist sehr glaubwürdig und nachvollziehbar beschrieben. Auch ihre Schwächen, Wünsche, Träume und Hoffnungen werden sehr stimmig beschrieben und lassen Jana sehr lebendig erscheinen, so dass ich gerne mit ihr befreundet wäre.
Auch Oliver Jones, der Privatdetektiv, den Jana engagiert, ist ein interessanter und sympathisch angelegter Charakter mit Ecken und Kanten und dem Herz am rechten Fleck. Dass er auch Qualitäten als Hobbykoch hat, fand ich auch sehr sympathisch.

Von der Handlung her bietet dieser Roman neben einer schönen und eingängigen Liebesgeschichte auch einen spannenden und ziemlich hintergründigen Kriminalfall, der mich zusätzlich an die Seiten gefesselt hat.

Zur bewährten Mischung der Weihnachtsromane von Petra Schier gesellt sich mit Scottie auch wieder ein sympathischer tierischer Gefährte, an dessen Gedanken wir teilhaben können, sowie Weihnachtsmann / Santa Claus inklusive seiner Weihnachtselfen, die für zusätzlichen Schwung in der Handlung und den einen oder anderen Lacher sorgen.
Diese Mischung ist meines Erachtens ziemlich einzigartig auf dem deutschen Buchmarkt.

Grandios sind auch wieder die Dialoge, z.B. zwischen Jana und Oliver, denn sie sind so herrlich lebendig geschrieben und man verfolgt mit Spannung, wie die Bälle zwischen den beiden hin- und herfliegen.
Ich habe mich beim Lesen wieder einmal ganz besonders wohlgefühlt.


Fazit:
Ich empfehle diesen bezaubernden Weihnachtsroman mit Herz und Hund gerne weiter, denn er kann die Vorweihnachtszeit perfekt versüßen.


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Veröffentlicht am 11.10.2022

Flüssig zu lesender Erfahrungsbericht einer Hallig-Lehrerin

Den Wind im Haar, das Meer im Blick
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Manuela Warda zögert nicht lange, als sie die Stellenausschreibung für eine Stelle als Lehrerin auf einer Hallig sieht und zieht kurzerhand mit ihrer jüngsten Tochter, die selbst noch im Grundschulalter ...

Manuela Warda zögert nicht lange, als sie die Stellenausschreibung für eine Stelle als Lehrerin auf einer Hallig sieht und zieht kurzerhand mit ihrer jüngsten Tochter, die selbst noch im Grundschulalter ist, auf die Hallig Hooge. An der Halligschule ist alles ein bisschen anders als bei ihrer früheren Tätigkeit an einer Schule in Niedersachsen.
Dies liegt nicht nur daran, dass sie ein gutes Dutzend Schüler und Schülerinnen über alle Jahrgangsstufen von der ersten bis zur achten Klasse unterrichtet, sondern auch, dass sie als Ein-Frau-Team für alles an der Schule verantwortlich ist und alles selbst organisieren muss. Wie wird sie es schaffen, in dem chaotischen Klassenraum ihren Schülerinnen und Schülern Spaß am Lernen zu vermitteln?
Offenbar haben es ihre Vorgängerinnen nämlich alle nicht sehr lange auf der Hallig und in der Schule ausgehalten


Meine Meinung:
Dieser Erfahrungsbericht auf etwa 250 Seiten lässt sich sehr flüssig lesen und hat mich daher von Beginn an angesprochen. Das Thema Schule hat mich seit jeher besonders interessiert (auch wenn ich selbst keine Lehrerin bin) und daher fand ich es sehr spannend zu lesen, wie Manuela Warda den Unterricht mit den verschiedenen Schülerinnen und Schülern über acht Jahrgangsstufen organisiert hat. Manches hat gut geklappt, vieles auch nicht, weil die Kinder nicht so mitgemacht haben, wie sie es sich vorgestellt hatte. Auch aus Fehlern zu lernen und das Vorgehen anzupassen, steht für die Größe der Lehrerin.
Überhaupt fand ich es sehr mutig, wie sie sich dafür entschieden hat, auf die Hallig zu ziehen und dort praktisch neu anzufangen.
Es hat mich sehr beeindruckt, wie sie es nach und nach geschafft hat, genau die richtige Methodik für die einzelnen zu finden und wie die Schüler:innen ihr nach einiger Zeit Respekt entgegengebracht haben.
Auch die achtjährige Tochter ist nach einiger Zeit ganz auf der Hallig angekommen und hat ihre Grundschulzeit gerne dort verbracht.

Neben dem Thema Schule, das sehr interessant und abwechslungsreich beschrieben wird, hat es mir auch gut gefallen, wie wir als Leser und Leserinnen in das Leben auf einer Hallig eintauchen können. Bräuche wie Biike-Brennen, Plattdeutsch, das Wetter, der Fährbetrieb werden ebenso eindrücklich beschrieben wie die Eigenarten so mancher Bewohner (auch wenn diese zum Teil der Fantasie der Autorin entspringen). Ich könnte mir zwar selbst dieses Leben dort für mich und meine Familie nicht vorstellen, ich kann aber gut verstehen, was Manuela Warda daran gefallen hat und was die Einwohner mit ihrer Hallig verbindet.

Gut gefallen haben mir auch die schönen farbigen Fotos, die zusätzlich eingebettet sind, weil man sich so die Gegebenheiten vor Ort noch besser vorstellen kann.


Fazit:
Diesen Erfahrungsbericht habe ich sehr gerne gelesen und es genossen, mir zumindest virtuell ein bisschen Nordseewind um die Nase wehen zu lassen.

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Veröffentlicht am 07.10.2022

Würdige Fortsetzung – auch dieser Teil hat mich wieder gefesselt und berührt

Ulla und die Wege der Liebe
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Die Handlung dieses dritten Bandes beginnt 1919 nach dem großen Krieg. Heinrich Dehmel, Ullas große Liebe, ist nach Hause zurückgekehrt. Die beiden planen eine gemeinsame Zukunft, aber Ulla zögert noch, ...

Die Handlung dieses dritten Bandes beginnt 1919 nach dem großen Krieg. Heinrich Dehmel, Ullas große Liebe, ist nach Hause zurückgekehrt. Die beiden planen eine gemeinsame Zukunft, aber Ulla zögert noch, denn sie möchte weiterhin als Künstlerin tätig sein und Bücher illustrieren und sie ist sich nicht ganz sicher, ob sie dies als Ehefrau auch weiterhin tun kann.
Vorübergehend kommen sie bei Ida und Richard Dehmel, Heinrichs Vater, im Dehmel-Haus in Blankenese unter. Mit ihrer Schwägerin Vera taucht Ulla in das Hamburger Künstlerleben ein.


Meine Meinung:
Ich habe die beiden Vorgängerbände der Reihe schon mit großem Genuss gelesen und war auch von der Fortsetzung wieder ganz begeistert.
Von Anfang an habe ich mich beim Lesen aufgrund des unverwechselbaren Erzählstils einfach nur wohlgefühlt. Ich mag die ruhige und gleichzeitig fesselnde Erzählweise mit beschreibenden Teilen und wunderbaren reflektierten Dialogen sehr. So konnte die Fortsetzung auch perfekt dort aufsetzen, wo der vorherige Teil aufgehört hatte.
Ohne wenigstens den zweiten Teil zu kennen, ist es wahrscheinlich recht sinnlos mit diesem Buch anzufangen, aber wenn man die Anfänge der Geschichte kennt, genießt man es einfach nur, wieder in die Welt der Familie Dehmel einzutauchen.

Besonders getragen wird die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte durch die starken Charaktere. Vor allem Ulla, die so reflektiert ist und mit ihrer ruhigen Art den anderen Freunden gerne einmal den Spiegel vorhält, trägt die Handlung.
Mich hat es besonders angesprochen, wie Ulla um Gleichberechtigung ringt. Auch als Ehefrau und Mutter möchte sie als Buchillustratorin arbeiten und das ist oft gar nicht so einfach durchzusetzen. Während ihre große Liebe Heinrich sie anfangs noch sehr auf Augenhöhe behandelt, verändert er sich leider nicht zum Positiven und lässt sie oft mit dem Haushalt und sonstigen Pflichten sitzen.

Bewegt haben mich auch die sehr authentischen und nachvollziehbaren Beschreibungen von Themen wie Mutterschaft und Geburt aus der Sicht von Ulla. In manchen Aspekten habe ich mich selbst durchaus wiedererkannt.

Nicht zuletzt die Tatsache, dass dieser Roman zwischen den beiden großen Kriegen spielt und viele Äußerungen der durch den ersten Weltkrieg geprägten Protagonisten in die Richtung gehen, dass es nie wieder Krieg geben darf/wird, machen ihn zu einem sehr bewegenden und wichtigen Werk. Leider erinnert viel zu viel an die aktuelle sehr beunruhigende Situation. Scheinbar lernen manche Menschen überhaupt nicht aus der Vergangenheit, daher sind solche Bücher aus meiner Sicht umso wichtiger!


Fazit:
Ich freue mich auf die weiteren Teile dieser wunderbar geschriebenen Reihe, denn auch dieses Buch war wieder unglaublich berührend und wird mich noch weiter beschäftigen.


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Veröffentlicht am 30.09.2022

Tolles Heft über Tiere unter Wasser für die kleinen Leser

"WiBuKi" Wissensbuch für Kinder: Die Unterwasserwelt
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Vom Delfin über Meeresschildkröten und Quallen bis hin zu Seepferdchen – jeweils auf zwei großen (DIN A4) Seiten werden die wichtigsten Tiere, die unter Wasser leben, vorgestellt. Wir erfahren, was sie ...

Vom Delfin über Meeresschildkröten und Quallen bis hin zu Seepferdchen – jeweils auf zwei großen (DIN A4) Seiten werden die wichtigsten Tiere, die unter Wasser leben, vorgestellt. Wir erfahren, was sie fressen, was sie am liebsten machen, ob sie alleine leben, wie schwer und wie groß sie sind und welche Besonderheiten es gibt. Begleitet werden die Beschreibungen von vielen Zeichnungen.


Meine Meinung:
Das Heft ist sehr übersichtlich und ansprechend gestaltet. Dank der vielen netten Zeichnungen fühlte sich auch meine Tochter, die eigentlich noch jünger als die empfohlene Altersgruppe ist, direkt angesprochen.
Wir hätten es zwar gut gefunden, wenn es nicht ein Heft wäre, sondern ein Bilderbuch mit dickeren Seiten, aber die Inhalte sind sehr gut.

Es ist schön, dass alle Kapitel gleich aufgebaut sind und man so einen guten Wiedererkennungseffekt für die einzelnen Themen hat. Alle Familienmitglieder haben noch etwas dazugelernt, z.B. aufgrund der interessanten Zusatzfakten über die einzelnen Tiere.
Besonders Fakten wie die Tatsache, dass Seepferdchen als Paar ein Leben lang zusammen leben oder Quallen immer in großen Gruppen auftreten, fanden wir sehr interessant.

Die Auswahl der Tiere hat uns auch gut gefallen. Dass auch Schildkröten und Seepferdchen dabei sind, hat uns sehr gefreut.

Die Sprache ist sehr passend und kindgerecht gewählt, gleichzeitig aber auch nicht zu vereinfachend. So kann man die Fragen/Antworten gut vorlesen. Wir werden sicherlich noch öfter in das Heft hineinschauen.


Fazit:
Eine sehr gelungene Zusammenstellung zu Tieren, die unter Wasser leben, an der meine kleine Tochter und wir sicherlich noch weiterhin unsere Freude haben werden. Wir freuen uns über weitere Hefte aus dieser Reihe. Ein sehr wichtiges Buch auch deshalb, um den Schutz der Meere und z.B. die Vermeidung von Plastikmüll allen ans Herz zu legen.

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