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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2021

Nette Unterhaltung, aber auch nicht mehr

Der kleine Gasthof an der Schlei
1

Isa ist seit Jahren beruflich in London als Spitzenköchin tätig, als sie wegen der Beerdigung ihrer Oma in das Heimatdorf an der Ostsee zurückkehrt. Das Testament kommt für Isa sehr überraschend, denn ...

Isa ist seit Jahren beruflich in London als Spitzenköchin tätig, als sie wegen der Beerdigung ihrer Oma in das Heimatdorf an der Ostsee zurückkehrt. Das Testament kommt für Isa sehr überraschend, denn sie soll Omas altem Gasthof zusammen mit ihrer Mutter Jette – zu der sie seit langem keinen Kontakt mehr hat – neues Leben einhauchen.
Kann das mit den beiden Frauen überhaupt gut gehen?


Meine Meinung:
Die Geschichte fand ich recht vielversprechend, denn es ging um Familiengeheimnisse, gutes Essen, Liebe und um einen schönen Ort an der Ostsee mit Urlaubsflair. Allerdings hat die Geschichte meines Erachtens nicht ihr ganzes Potential ausgeschöpft. Die handelnden Personen waren anfangs nicht sehr sympathisch, sondern sehr borniert. Die Handlung war insgesamt eher vorhersehbar und ohne große Überraschungen. Sie plätscherte eher vor sich hin.
Insgesamt fehlte mir leider ein wenig der Tiefgang.

Gut gefallen haben mir die Anspielungen auf verschiedene kulinarische Genüsse und Highlights vor Ort in Nordernby, z.B. spezielles Craft Beer etc.
Vor allem hat mir aber die tolle Sprecherin Svenja Pages wieder sehr gut gefallen, denn ihr zuzuhören ist bei dem Hörbuch ein absoluter Genuss und einfach total entspannend.
Somit hatte ich ein paar nette Stunden mit einer kleinen unterhaltsamen Geschichte.


Fazit:
Das Hörbuch war nett anzuhören und hat mir ein paar nette Wohlfühlstunden geschenkt, ich hätte mir insgesamt aber noch mehr Tiefgang bzw. einen weniger vorhersehbaren Spannungsbogen gewünscht.

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Veröffentlicht am 09.03.2021

Unterhaltsamer Sophie Kinsella-Roman

Erobere mich im Sturm
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Ava möchte nicht mehr beim Online-Dating enttäuscht werden und ist sehr froh und glücklich, als sie bei einem Workshop für kreatives Schreiben in Italien den sympathischen Matt kennenlernt. Zurück in London ...

Ava möchte nicht mehr beim Online-Dating enttäuscht werden und ist sehr froh und glücklich, als sie bei einem Workshop für kreatives Schreiben in Italien den sympathischen Matt kennenlernt. Zurück in London muss sie allerdings feststellen, dass sein Leben so ganz anders ist, als sie sich das vorgestellt hat.
Passt er, der knallharte Geschäftsmann, zu ihrer chaotischen und unorganisierten Art inkl. Ihres Hundes Harold, der gerne mal nagelneue Hemden zerfetzt?!


Meine Meinung:
Ich hatte ein unterhaltsames, leichtes Unterhaltungsbuch von Sophie Kinsella nach bekanntem Muster erwartet und wurde auch bei diesem Buch nicht enttäuscht. Es kam naturgemäß nicht so neu und spritzig daher wie die frühen Shopaholic-Romane oder „Can you keep a secret?“, sondern war sehr, sehr vorhersehbar konstruiert.
Es hat mir aber in bewährter handwerklicher Manier einige schöne Lesestunden geschenkt und war auf jeden Fall unterhaltsam. Gerade um Ende hin konnte man viel von dem schönen Humor der Autorin erkennen und sich auch an der Entwicklung der handelnden Personen freuen.
Während Ava und Matt anfangs noch ein wenig blass blieben, haben sie im Laufe der Geschichte unheimlich an Kontur gewonnen und sich sehr sympathisch entwickelt, was mir gut gefallen hat.


Fazit:
Der neue Sophie Kinsella-Roman, den ich auf Englisch gelesen habe, ist sicherlich kein literarisches Meisterwerk, aber solide gemachte Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 01.03.2021

Schöner Abschluss der Trilogie

Die Schokoladenvilla – Zeit des Schicksals
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Viktoria hat die letzten zwei Jahre in Frankreich verbracht, um ihre Fähigkeiten rund um verführerische Schokoladenkreationen zu vervollkommnen. 1936 kehrt sie, nach dem Tod ihres Vaters, ins heimische ...

Viktoria hat die letzten zwei Jahre in Frankreich verbracht, um ihre Fähigkeiten rund um verführerische Schokoladenkreationen zu vervollkommnen. 1936 kehrt sie, nach dem Tod ihres Vaters, ins heimische Stuttgart und in die Schokoladenvilla zurück und muss feststellen, dass das Leben in Deutschland mit immer größeren Einschränkungen verbunden ist und auch die Schokoladenfabrik Rothmann davon nicht verschont bleibt.
Kann der sympathische Amerikaner Andrew Miller, der schon mit ihrem Vater Geschäfte gemacht hat, hier möglicherweise ein Auswege sein?


Meine Meinung:
Wie schon die ersten beiden Teile der „Schokoladenvilla“ fällt auch dieser Band durch seinen wunderbar flüssigen Schreibstil auf, so dass man den doch recht dicken Wälzer sehr unkompliziert und leider viel zu schnell durchlesen kann.

Ich habe mich sehr über das „Wiedersehen“ mit liebgewonnenen Figuren wie Viktoria, ihrer Mutter Judith oder Viktorias Onkeln Anton und Karl gefreut und war direkt wieder mitten im Geschehen.
Auch in diesem Band schafft es die Autorin wieder, eine spannende Geschichte mit fundiert recherchierten historischen Hintergründen zu verbinden. Die Geschichte rund um die Zukunft der Schokoladenfabrik artet regelrecht zu einem Krimi aus, und parallel ist natürlich die Familiengeschichte der Rothmanns / Rheinbergers auch immer sehr berührend, weil man sich so gut mit den handelnden Personen identifizieren kann.

Die Darstellung der Nazi-Diktatur im Dritten Reich und die große Propaganda-Schau zu den Olympischen Spielen 1936 ist wirklich sehr gelungen. Man spürt regelrecht die Bedrohung und das Grauen, welche immer mehr Platz im Alltag der deutschen Bürger*innen einnehmen.

Nicht zuletzt die Beschreibung schokoladiger Köstlichkeiten, wie z.B. die Entwicklung weißer Schokolade, gibt dem Buch etwas ganz Besonderes und macht es zu einem echten Lesegenuss.


Fazit:
Ich bin fast traurig, dass das Buch und mit ihm die Trilogie rund um die Schokoladenvilla und Familie Rothmann / Rheinberger zu Ende ist, denn ich habe es sehr gerne gelesen. Es hat mir wunderbare Stunden geschenkt und war für mich eine kleine Auszeit vom Alltag.

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Veröffentlicht am 25.02.2021

Wieder ein echter Wohlfühlroman – wie ein kleiner Urlaub an der Nordsee

Das kleine Friesencafé
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Julia, die in Gelsenkirchen gemeinsam mit ihrer Oma ein Blumengeschäft führt, nimmt sich eine Auszeit, um auf Föhr auf den Spuren ihrer früh verstorbenen Mutter zu wandeln.
Diese hat dort kurz vor ihrem ...

Julia, die in Gelsenkirchen gemeinsam mit ihrer Oma ein Blumengeschäft führt, nimmt sich eine Auszeit, um auf Föhr auf den Spuren ihrer früh verstorbenen Mutter zu wandeln.
Diese hat dort kurz vor ihrem Tod eine schöne Zeit auf Föhr bei einer Mutter-Kind-Kur verbracht und hat ihre Glücksorte auf der Insel in einer Kladde festgehalten.
Julia entscheidet sich, diese Glücksorte aufzusuchen und zu malen. Bald schon bekommt sie Besuch von diversen Insulanern und Touristen, die sich porträtieren lassen wollen und sich gleichzeitig über ein Stück leckere Torte in Julias „Atelier“ freuen…


Meine Meinung:
Angefangen mit dem Cover versprüht das Buch von der ersten Seite einfach gute Laune und Urlaubsstimmung. Ich habe es besonders genossen, lesend nach Föhr zu reisen und mir den Nordseewind um die Nase wehen zu lassen. Da Julia besonders die „Farben der Insel“ malt und viel in der Marschlandschaft, am Strand, am Wattenmeer und am Hafen unterwegs ist, bekommt man wirklich sehr viel von Föhr mit und kann sich gut dorthin versetzen.

Darüber hinaus ist auch die Geschichte mit Julias Atelier, das sich zu einem Treffpunkt entwickelt, ihrem Nachbar, einem ehemaligen Kapitän und ihrer Oma Anita, die auch noch aus Gelsenkirchen anreist, einfach reizend.
Sie ist flüssig erzählt, leicht und schnell zu lesen und sorgt dafür, dass man sich beim Lesen einfach wohlfühlt.

Nicht zuletzt die handelnden Personen haben mir gut gefallen und waren mir gleich auf Anhieb sympathisch.


Fazit:
Diese nette Geschichte hat mir mit seinem Urlaubsfeeling wirklich schöne Stunden geschenkt. Ich konnte mich beim Lesen richtig fallen lassen und den Alltag ausblenden.

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Veröffentlicht am 23.02.2021

Beeindruckender historischer Roman rund um die berührenden Schicksale zweier junger Frauen zur Zeit des Mauerbaus

Lebenssekunden
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Christine ist Leistungsturnerin in der DDR und bekommt dort besondere Aufmerksamkeit in der Sportförderung. Sie soll schließlich die DDR bei den olympischen Spielen vertreten.
Zur gleichen Zeit fliegt ...

Christine ist Leistungsturnerin in der DDR und bekommt dort besondere Aufmerksamkeit in der Sportförderung. Sie soll schließlich die DDR bei den olympischen Spielen vertreten.
Zur gleichen Zeit fliegt die Westdeutsche Angelika mit 15 von der Schule, ohne ihren Abschluss machen zu können. Ihre große Leidenschaft ist die Fotografie, aber wird sie ohne Schulabschluss eine Lehrstelle finden? Noch dazu als Mädchen Mitte der 1950er Jahre?


Meine Meinung:
Der Roman von Katharina Fuchs, auf den ich mich nach „Zwei Handvoll Leben“ und „Neuleben“ sehr gefreut hatte, hat mich in ganz besonderer Weise von Anfang an gefesselt. Das Buch ist wirklich wunderschön gestaltet und allein haptisch ein besonderer Genuss.
Durch die unterschiedlichen Kapitel, die abwechselnd aus der Perspektive von Angelika und Christine geschrieben sind, bekommt man sehr schnell ein rundes Bild vom Geschehen.
Die beiden Protagonistinnen waren mir von Anfang an sympathisch, was ich besonders positiv fand, weil ich sonst eher im Laufe der Zeit mit den Figuren warm werde.

Für mich ist dieser Roman eine ganz besonders gelungene Kombination aus einer wirklich berührenden und spannenden Geschichte und einem fundiert recherchierten historischen Hintergrund. Gerade durch die konkreten Schicksale im Roman wurde für mich deutsche Geschichte Mitte der 1950er bis Anfang der 1960er Jahre konkret erlebbar. Ich habe dadurch sehr viel gelernt rund um das Unrechtsregime und den Leistungssport in der DDR, den Mauerbau, z.B. an der Bernauer Straße, aber auch über die Rolle der Frau zu der Zeit oder Journalismus und Fotografie. Auch beeindruckende Persönlichkeiten wie Willy Brandt als damaliger Bürgermeister von West-Berlin kommen vor.

Neben dem extrem lebendig und plastisch beschriebenen historischen Hintergrund sind auch die Lebenswege von Christine und Angelika sehr gut gewählt. Sie haben mich wirklich packen können und emotional tief berührt. Wie Christine unter dem Drill im Leistungssport leidet, hat mich richtiggehend mitgenommen. Angelika hat mich sehr beeindruckt, wie sie sich als Fotografin durchbeißt und tatsächlich Fotos macht, die Zeitgeschichte einprägsam festhalten.

Das Buch wird mich sicherlich noch lange beschäftigen, denn es berührt und bewegt und regt auch zum Nachdenken an.


Fazit:
Mich hat dieser Roman wirklich nachhaltig beeindruckt und ich würde gerne mehr als fünf Sterne vergeben, aber das ist ja leider nicht möglich. Von mir eine unbedingte Leseempfehlung!

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