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Veröffentlicht am 08.09.2020

Packender historischer Roman über ein wenig bekanntes Thema

Am Himmel drei Sterne
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Die beiden Schwestern Selma und Irma leben in den 1940er Jahren in Siebenbürgen im heutigen Rumänien. Als Deutsche werden sie, nachdem Rumänien sich von den Nazis ab- und den Russen zuwendet, als „Wiedergutmachung“ ...

Die beiden Schwestern Selma und Irma leben in den 1940er Jahren in Siebenbürgen im heutigen Rumänien. Als Deutsche werden sie, nachdem Rumänien sich von den Nazis ab- und den Russen zuwendet, als „Wiedergutmachung“ zu einem Arbeitseinsatz in einem Lager verpflichtet und eines Tages in ihrem Dorf abgeholt und auf einen Transport verfrachtet.

Als ihre Schwester Irma in dem Arbeitslager erkrankt, setzt Selma alles auf eine Karte, um mit ihr zu fliehen.


Meine Meinung:
Von Anfang an hat mich diese Geschichte gepackt, denn sie ist so atmosphärisch und flüssig erzählt. Ich konnte mich gleich mit Selma identifizieren und habe mit ihr gelitten, gehofft und mitgefiebert.
So sind die Seiten wirklich nur so dahin geflogen, das Buch ist im besten Sinne ein Pageturner.

Gut gefallen hat mir auch, dass ich über dieses Buch etwas über einen wichtigen Teil deutscher Geschichte gelernt habe, das ich vorher nicht wusste.
Das Buch basiert auf einer wahren Geschichte und ist daher umso kraftvoller.

Ich finde es sehr wichtig, dass dieses Kapitel der Geschichte nicht vergessen wird.

Neben dem historischen Hintergrund hat mir sehr gut gefallen, dass die Handlung Hoffnung vermittelt und den Glauben an die eigene Kraft und das Einstehen für andere.


Fazit:
Dieser historische Roman ist wirklich sehr flüssig zu lesen und er hat mich von Anfang an gefesselt.

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Veröffentlicht am 05.09.2020

Ein wichtiges Kapitel deutscher Geschichte und eine bewegende Familiengeschichte – meisterhaft erzählt, krönender Abschluss der Saga

Träume aus Samt
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Ruth Meyer und ihre Familie schaffen es 1940 endlich aus England in die USA auszureisen. Als sie mit dem Schiff ankommen, fällt Karl Meyer auf Betrüger herein, die Flüchtlinge aus Europa ausnehmen wollen. ...

Ruth Meyer und ihre Familie schaffen es 1940 endlich aus England in die USA auszureisen. Als sie mit dem Schiff ankommen, fällt Karl Meyer auf Betrüger herein, die Flüchtlinge aus Europa ausnehmen wollen. Doch schließlich kommen die Meyers in Chicago an und für Ruth und ihren Vater beginnt die Suche nach einem Arbeitsplatz, um den Unterhalt der Familie zu sichern.
Dann lernt Ruth den jungen russischstämmigen Soldaten Eddie beim Tanztee kennen und verliebt sich just in ihn, als er in den Krieg ziehen soll…


Meine Meinung:
Ich habe die ersten drei Teile dieser vierteiligen Saga um Ruth und ihre aus Krefeld stammende Familie so gerne gelesen. Auch dieser Teil hat mich von Anfang an wieder gefangen genommen und ich konnte den dicken Schmöker kaum aus der Hand legen.
Dank der wunderbar flüssigen und eindringlichen Erzählweise habe ich mich den Personen - besonders Ruth - wieder sehr nahe gefühlt. Die Autorin schreibt so lebendig, dass ich mich wieder an viele Begebenheiten aus den ersten Teilen erinnert habe – gerade auch in der Ausarbeitung der Details ist die gesamte Saga in sich unglaublich stimmig. Daher verbringt man sehr gerne Zeit mit den Meyers, fiebert mit ihnen mit und leidet mit, als sie auf Betrüger hereinfallen, als sie in eine kleine Wohnung in Chicago ziehen und als Ruth einen Job als Näherin findet. Die Familie hat unglaubliches Glück gehabt, dass sie noch aus Deutschland ausreisen konnte, hatte es aber auch in Amerika in der ersten Zeit nicht leicht. Denn auch hier begegneten viele den Flüchtlingen mit Vorbehalten.
Die Familienmitglieder, deren Schicksal Ulrike Renk erzählt, werden mir wie auch ihre Geschichte sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben. Ich habe gemerkt, dass ich mich auch in die ersten Teile und viele Details hieraus noch gut erinnern konnte, was meines Erachtens sehr für die gekonnt erzählte Geschichte und die stimmige Aufarbeitung spricht.
Bücher wie dieses sind so unglaublich wichtig, damit das Schicksal der von den Nazis verfolgten und getöteten Menschen nie vergessen wird und die Geschichte sich nicht wiederholt.


Fazit:
Dieses Buch ist der krönende Abschluss einer bewegenden Saga. Ich habe alle vier Bände der eindringlich erzählten Geschichte um Ruth Meyer und ihre Familie verschlungen und die Schicksale werden mich sicherlich gedanklich noch lange beschäftigen.

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Veröffentlicht am 31.08.2020

Atmosphärische Geschichte, toll gelesen von Anna Thalbach

Fräulein Gold. Schatten und Licht
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Berlin, 1922. Hulda ist Hebamme in einem weniger privilegierten Kiez. Dennoch versucht sie sich so gut wie möglich um ihre Schwangeren und Wöchnerinnen zu kümmern.
Eine der jungen Frauen, Lilo, ist ganz ...

Berlin, 1922. Hulda ist Hebamme in einem weniger privilegierten Kiez. Dennoch versucht sie sich so gut wie möglich um ihre Schwangeren und Wöchnerinnen zu kümmern.
Eine der jungen Frauen, Lilo, ist ganz betrübt, weil ihre Nachbarin Rita bei einem Sturz in den Landwehrkanal gestorben ist. Lilo kann sich nicht vorstellen, dass es Selbstmord war.
So ermittelt die junge Hebamme auf eigene Faust und kreuzt immer wieder die Wege des jungen Kommissars Karl North, der scheinbar gar kein so großes Interesse daran hat, den Fall aufzuklären…
Gelesen wird das Hörbuch von Anna Thalbach.


Meine Meinung:
Dieses Hörbuch ist eine tolle Mischung aus historischem Roman, Kriminalfall und Liebesgeschichte. Durch die wahnsinnig lebendigen Beschreibungen fühlte ich mich sofort ins Berlin der 1920er Jahre versetzt – als wäre ich mit Hulda, die mir gleich sympathisch war – in ihrem Kiez unterwegs.
Gerade auch weil Anna Thalbach die Geschichte ganz passend in Berliner Dialekt (mal mehr, mal weniger ausgeprägt – je nach Person) liest, konnte ich mich sofort in die dichte Atmosphäre hineinversetzen.
Das Hörbuch spiegelt extrem gut die verschiedenen politischen Stimmungen, die zunehmenden rechten Strömungen und Putsch(versuche) wider. Man kann richtig spüren, wie schon Anfang der 1920er Jahre die Nazis zunehmend Anhänger gewinnen.
Darüber hinaus werden auch die Auswirkungen des ersten Weltkriegs auf die Bevölkerung, insbesondere die Soldaten, beschrieben.

Neben dem exzellent recherchierten und authentisch wiedergegebenen historischen Hintergrund hat mir auch die Geschichte gut gefallen. Neben den stimmig gezeichneten Personen (die zum Teil sehr tiefe und komplexe Charaktere sind – gerade Hulda Gold und Karl North) ist auch der Spannungsbogen sehr gelungen. Durch die Ermittlungen zu dem Kriminalfall von verschiedenen Seiten – aus Sicht von Hulda, als Sicht des Kommissars – ist die Geschichte sehr lebendig und facettenreich zu hören.


Fazit:
Der Auftakt zu der Trilogie hat mir aufgrund der atmosphärischen Darstellung sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf die nächsten Bände mit Hulda und Karl. Mit ihnen würde ich gerne mehr Zeit verbringen und durch Berlin streifen. Dank der sehr gelungenen Lesung von Anna Thalbach war das Hörbuch wirklich ein absoluter Ohrenschmaus.

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Veröffentlicht am 27.08.2020

Interessanter Ansatz, wenn auch mit weniger praktischen Tipps für die eigene Umsetzung als erhofft

Projekt Green Zero
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Dirk Gratzel, Familienvater und erfolgreicher Unternehmer, startet einen Selbstversuch: Er möchte den nachfolgenden Generationen keine ökologischen Schulden hinterlassen. Somit geht es zunächst darum, ...

Dirk Gratzel, Familienvater und erfolgreicher Unternehmer, startet einen Selbstversuch: Er möchte den nachfolgenden Generationen keine ökologischen Schulden hinterlassen. Somit geht es zunächst darum, den ökologischen Fußabdruck zu minimieren, und dann einen Ausgleich für die verursachten Schäden zu schaffen.


Meine Meinung:
Dirk Gratzel schreibt gut verständlich und flüssig. Er stellt sein Projekt und seine Überlegungen und Versuche in chronologischer Reihenfolge vor, so dass man seinen Gedankengängen sehr gut folgen kann. Besonders gut gefallen hat mir sein Humor in der Darstellung und die sehr wertschätzende und respektvolle Art und Weise, mit der er seine Mitmenschen und verschiedene Herangehensweisen beschreibt.
Das Thema ist wirklich interessant darstellt – von der Bestandsaufnahme über die Entwicklung und Umsetzung von Ideen zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks (im Haushalt, bei der Ernährung, bei der Wahl der Verkehrsmittel) bis hin zu möglichen Projekten für eine Wiedergutmachung der entstandenen Schäden.
Manchmal fand ich die Beschreibung ein wenig langatmig, vor allem, wenn alle möglichen – später auch verworfenen – Überlegungen aufgeführt waren. Außerdem hätte ich mir persönlich noch mehr neue Erkenntnisse gewünscht, wie ich selbst meinen ökologischen Fußabdruck minimieren kann. Dass es gut ist, Flugreisen zu vermeiden, und Bahnfahren besser ist als mit dem Auto, war jetzt allerdings keine neue Erkenntnis. Und einen Jagdschein möchte ich selbst nun nicht machen, um mich beim Fleisch nur noch von Reh und Wildschwein zu ernähren… Insofern war das Buch für mich wenig erkenntnisreich und ich kann für mich nicht viel Neues mitnehmen.


Fazit:
Insgesamt ist das Buch durchaus lesenswert und unterhaltsam geschrieben und regt sicherlich zum Nachdenken über ein einmaliges Projekt an. Ich hätte mir für mich persönlich noch ein wenig mehr neue Impulse gewünscht.

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Veröffentlicht am 26.08.2020

Schöner Wohlfühlroman

Herzkur
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Verena ist 38, als ihr Mann Rainer sich zu einem Selbstverwirklichungstrip entschließt und beruflich nach Jordanien geht, während sie mit ihren zwei Töchtern (6 und 10 Jahre alt) in Bonn bleibt.
Ihre Mutter ...

Verena ist 38, als ihr Mann Rainer sich zu einem Selbstverwirklichungstrip entschließt und beruflich nach Jordanien geht, während sie mit ihren zwei Töchtern (6 und 10 Jahre alt) in Bonn bleibt.
Ihre Mutter merkt, wie belastet Verena ist und schlägt ihr eine Mutter-Kind-Kur an der Ostsee vor. Auch wenn Verena erst gar nicht begeistert ist und die anderen Mütter nicht auf derselben Wellenlänge zu sein scheinen, könnte es vielleicht doch noch ganz nett werden – zumal ein sehr netter Vater am selben Tisch sitzt…


Meine Meinung:
Dank der sehr flüssigen Erzählweise und dem angenehmen Humor bin ich sofort sehr gut in die Erzählung gekommen. Die Hauptperson Verena, aber auch ihre Töchter und die anderen „Mitkurenden“ sind sehr liebevoll und treffend gezeichnet, so dass man sich als Leserin gleich an die Ostsee versetzt fühlte.
Dadurch hat der Roman eine sehr angenehme Wohlfühlatmosphäre generiert, so dass ich mich beim Lesen total gut entspannen konnte.
Auch die Handlung samt Spannungsbogen war gut angelegt – glaubwürdig und nicht übertrieben. Der Roman ist spannend, aber nicht zu spannend – stimmig, aber nicht zu vorhersehbar. Einfach gelungen.


Fazit:
Dieser Roman ist wirklich ein sehr netter Wohlfühlroman für zwischendurch, zum Beispiel als Urlaubslektüre. Ich habe ihn sehr gerne gelesen und mich dabei gut entspannt.

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