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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2019

Ein ganz besonderes Buch – mit vielen Szenen wie in einem Wimmelbild

Der Sprung
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Es ist ein heißer Tag, als eine junge Frau auf dem Dach steht, und offenbar hinunterspringen will. Die Menschen in dem Haus und um das Haus herum erleben den heißen Tag im Sommer ganz unterschiedlich. ...

Es ist ein heißer Tag, als eine junge Frau auf dem Dach steht, und offenbar hinunterspringen will. Die Menschen in dem Haus und um das Haus herum erleben den heißen Tag im Sommer ganz unterschiedlich. Irgendwann kreuzen sich ihre Wege zum Teil…

Meine Meinung:
Dieser Roman war mein erstes Buch von Simone Lappert, und es hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Die Geschichte wird über nur einige wenige Tage sehr konzentriert erzählt, wobei sich kurze Kapitel aus der Perspektive ganz unterschiedlicher Personen abwechseln. So lernt der Leser z.B. den Obdachlosen Henry, die Ladenbesitzer Theres und Werner, den jungen Polizisten Felix, die Schülerin Winnie oder die Cafébesitzerin Roswitha kennen. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege mehr oder weniger zufällig oder man erfährt im Laufe des Romans, welche Verbindungen oder Beziehungen es noch zwischen den einzelnen handelnden Personen gibt.
Insgesamt macht das Buch den Eindruck eines „Wimmelbuchs“, in dem Text die Bilder ersetzen. Die Beschreibungen sind jedoch so eindringlich und plastisch und in einer sehr direkten Sprache gehalten, dass man sich die Szenen an den heißen Sommertagen schon sehr gut vorstellen kann.
Die Personen und ihre Entwicklung sind sehr glaubwürdig beschrieben, so dass auch das Ende (das in einigen Punkten eher offen gehalten ist, ohne zu viel verraten zu wollen) dazu einlädt die Fortsetzung weiterzuspinnen.


Fazit:
Der Roman wird mich auch noch weiter gedanklich beschäftigen, denn er ist so dicht erzählt, dass man in den einzelnen Geschichten immer noch weitere Anknüpfungspunkte hat. Insgesamt großes Kino und auf jeden Fall zu empfehlen!

Veröffentlicht am 11.09.2019

Sehr unterhaltsam und kurzweilig – nicht nur für Jungsmütter

Wetten, ich kann lauter furzen?
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Wie ist es eigentlich so als Jungsmutter? Worauf muss man sich einstellen, wenn der Nachwuchs mit männlichem Geschlecht prognostiziert wird?
Was erlebt man tagtäglich?
Vom Kleinkind über die Pubertät bis ...

Wie ist es eigentlich so als Jungsmutter? Worauf muss man sich einstellen, wenn der Nachwuchs mit männlichem Geschlecht prognostiziert wird?
Was erlebt man tagtäglich?
Vom Kleinkind über die Pubertät bis zum erwachsenen Sohn….
Über Fahrzeuge, Waffen, Computerspiele…. – Dieses Buch bietet einen bunten Strauß an Anekdoten!


Meine Meinung:
Ich war sehr neugierig auf dieses Buch, auch wenn ich keine Jungsmutter bin, aber natürlich mit Jungs als Neffen etc. – und als Ehemann – zu tun habe.
Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht, denn das Buch ist so locker-flockig und kurzweilig geschrieben, wie es der Titel vermuten lässt, so dass ich schon zu Beginn mehrmals laut lachen musste.

Sehr gut gelungen ist der Aufbau des Buches in verschiedene thematische Abschnitte mit netten (meist kurzen) Kapiteln, die die beiden Autorinnen im Wechsel schreiben.
Dabei begleiten wir die beiden Jungsmütter von der Kindheit ihrer Söhne über die Pubertät bis hin zum Erwachsenenalter. Die klare und direkte Sprache trägt ebenfalls dazu bei, dass man von Anfang an mitten im Geschehen ist.

Die Geschichten sind so lebendig geschrieben und aus dem Leben gegriffen, dass man sich immer wieder an eigene Erlebnisse erinnert fühlt. Schön ist auch, dass die Autorinnen mit vielen anderen Müttern, Familien… gesprochen haben und deren – vor allem lustige – Erlebnisse in dem Buch ebenfalls verarbeitet haben.

Besonders beeindruckt haben mich einige Anekdoten, die die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen deutlich machen – aber eben auch nicht immer und nicht bei jedem Individuum! In besonders guter Erinnerung ist mir aus dem Buch die Tochter einer befreundeten Familie geblieben, die wie ein Wirbelwind zum Fußball „mit den Jungs“ stürmt…. und erst hinterher klar wird, dass es eben die Tochter war und nicht einer der Söhne.


Fazit:
Mir hat das Buch mit den vielen lustigen und lebendigen Anekdoten sehr gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter! Wirklich sehr unterhaltsam!

Veröffentlicht am 10.09.2019

Ein tolles Hörbuch zu einem kurzweiligen Roman von Petra Hülsmann

Meistens kommt es anders, wenn man denkt
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Nele hat endlich ihren Traumjob bei einer kleinen Werbeagentur ergattert und hat auch privat einen Neuanfang hinter sich, denn sie hat den Männern erst einmal abgeschworen, nachdem ihr Freund sich von ...

Nele hat endlich ihren Traumjob bei einer kleinen Werbeagentur ergattert und hat auch privat einen Neuanfang hinter sich, denn sie hat den Männern erst einmal abgeschworen, nachdem ihr Freund sich von ihr sehr unschön getrennt hat.
Beruflich läuft alles super, doch ihr Chef Claas gefällt ihr leider doch besser, als ihr das lieb ist.
Und dann wollen auch noch ihre Eltern heiraten und ihr Bruder Lenny, der am Down-Syndrom leidet, benötigt Neles Hilfe. Denn er möchte ausziehen und einen Job als Tierpfleger finden…

Meine Meinung:
Ich hatte den neuen Roman von Petra Hülsmann schon sehr begeistert gelesen und habe mir dann auch noch das Hörbuch besorgt, weil mir die Hörprobe gut gefallen hat.
In der Tat wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht, denn auch das Hörbuch war für mich wieder wie ein kleiner Urlaub.
Dank der gewohnt flüssigen und warmherzigen Erzählweise war ich sofort wieder mitten in der Handlung und habe mich beim Hören extrem wohlgefühlt. Die Figuren sind sehr nett gezeichnet und weisen wieder ein schönes angemessenes Entwicklungspotential auf, das eine tolle Spannungskurve und eine stimmige Weiterentwicklung verspricht.
Neben den glaubwürdigen und sympathischen Figuren lebt auch dieser Roman wieder von einer schönen Situationskomik und einem feinen Humor, ohne zu klamaukig zu sein. Auch die Liebesgeschichte ist sympathisch und schön dezent, nicht zu kitschig.
Die Sprecherin passt wirklich perfekt zu der Handlung und sie liest das Ganze total lebendig und aufgeweckt!
Gefreut habe ich mich neben dem schönen Hamburgflair auch über ein Wiedersehen mit lieben alten Bekannten. Zum Beispiel kommt auch die Musiklehrerin Anni aus „Wenn’s einfach wär…“ sowie die Mitbewohner Sebastian und Kai wieder vor.
Abgerundet wird das Hörbuch von einem schönen stimmigen Ende, an dem alle Fäden zusammengeführt werden und das aber nicht übertrieben ist.

Fazit:
Das neue Hörbuch von Petra Hülsmann setzt ihr bewährtes Rezept fort und hat mir wieder sehr schöne kurzweilige Stunden geschenkt. Von mir eine Empfehlung!

Veröffentlicht am 09.09.2019

Spannender und wahnsinnig gut recherchierter historischer Roman

Die englische Fürstin
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Daisy ist die schönste junge Debütantin in London und geht recht unbedarft in die Ehe mit dem deutschen Fürsten Hans Heinrich von Pless, der unglaublich reich, aber auch wesentlich älter ist als sie. In ...

Daisy ist die schönste junge Debütantin in London und geht recht unbedarft in die Ehe mit dem deutschen Fürsten Hans Heinrich von Pless, der unglaublich reich, aber auch wesentlich älter ist als sie. In Schlesien angekommen, wo sich sein Anwesen und seine Ländereien/Fabriken/Bergwerke befinden, muss sie feststellen, dass es dort doch um einiges steifer und weniger herzlich zugeht als in England. Und dann lassen die Kinder auch noch auf sich warten, worunter sie sehr leidet….


Meine Meinung:
Die Autorin Sabine Weigand schlägt in ihrem neuen historischen Roman auf über 600 Seiten einen großen Bogen in der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts bis nach dem Ersten Weltkrieg, immer entlang des Lebens von Daisy von Pless.
Dabei wird schon durch die Einbindung von historischen Quellen wie Zeitungsausschnitten, Briefen und Tagebucheinträgen deutlich, wie gründlich und fundiert die Autorin hier recherchiert hat. Auch der Roman wird dadurch sehr spannend und abwechslungsreich zu lesen, weil die Perspektiven immer mal wieder wechseln und man so ein sehr gutes und rundes Bild bekommt.
Dabei trägt die Autorin jedoch nie so dick auf, dass man meint, sie wolle mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommen, sondern es fügt sich alles sehr natürlich zusammen.

Der Schreibstil ist grundsätzlich so flüssig und lebendig, dass ich direkt sehr gut in die Geschichte hineingekommen bin und das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte, weil ich von der spannenden Geschichte so gefangen war.
Die Protagonistin Daisy war mir von Anfang an sympathisch, obwohl – oder gerade weil – sie ihre Ecken und Kanten hat. Im Laufe der Handlung habe ich sie zunehmend weiter bewundert, weil sie sich zu einer starken Persönlichkeit entwickelt, die sich nicht alles gefallen lässt und die dort hilft, wo Hilfe notwendig ist. Sie erkennt das Elend der nicht-privilegierten Menschen, sieht Zusammenhänge, wo man helfen kann, und schafft es durch ihren Einfallsreichtum und durch geschickte Nutzung ihrer Kontakte nachhaltige Hilfsprojekte aufzusetzen.

Ihr eigenes Leben an der Seite eines Mannes, der sie nicht wirklich liebt, sie immer wieder betrügt und versucht, sie in ihrer Freiheit zu beschränken, ist nicht leicht. Umso bewundernswerter finde ich es, wie sie immer wieder Wege findet, sich kleine Freiheiten zu nehmen und auch für sich selbst ein kleines Glück zu schaffen.

Neben der Lebensgeschichte von Daisy lernt man auch etwas über das Leben der nicht so privilegierten Menschen, insbesondere anhand der fiktiven Person Joschi Siebenbürger, der für Daisy bzw. die von Pless arbeitet.
Dies ist eine gute Ergänzung bzw. ein sehr krasser Kontrast zur Lebensweise der adeligen Bevölkerung (in Deutschland).

Besonders interessant fand ich es, dass ich durch den Roman einiges zu den historischen Zusammenhängen vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg und auch zum Verhältnis der verschiedenen Länder in Europa (insbesondere Preußen und England) gelernt bzw. vertieft habe.


Fazit:
Ein rundum gelungener historischer Roman, der sicherlich mit zu den besten gehört, die ich in der letzten Zeit gelesen habe.

Veröffentlicht am 02.09.2019

Ein ganz besonderes Buch mit tiefgründigen Protagonisten

Die Gärten von Monte Spina
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Toni ist Gärtnerin und übernimmt eine ganz besondere Aufgabe auf einer kleinen Insel vor Lanzarote: Sie soll die Gärten von Monte Spina gestalten und pflegen. Die junge Toni leidet immer noch darunter, ...

Toni ist Gärtnerin und übernimmt eine ganz besondere Aufgabe auf einer kleinen Insel vor Lanzarote: Sie soll die Gärten von Monte Spina gestalten und pflegen. Die junge Toni leidet immer noch darunter, dass sie ihren Mann sehr früh durch einen tragischen Unfall verloren hat, und findet erst langsam auf Monte Spina wieder zu sich selbst.
Der Besitzer der Insel, Max Bror, ist nur selten vor Ort, aber wenn er da ist, sorgt er bei seinen Angestellten für Angst und Schrecken. Was treibt ihn um? Warum hat er die Insel gekauft, wenn er fast nie dort ist?


Meine Meinung:
Dank der wunderbar flüssigen Erzählweise war ich gleich mitten in der Handlung und habe es sehr genossen, Zeit mit Toni zu verbringen. Die Protagonistin war ich gleich sympathisch und ich war sehr gespannt auf ihre Entwicklung.
Auch die anderen Personen waren sehr besonders gezeichnet, z.B. Bror, der absolut unsympathisch und grausam dargestellt ist. Bei ihm war ich ebenfalls sehr neugierig, was hinter dieser Grausamkeit und Kälte steckt.

Aufgrund der besonderen Anlage der Personen ergibt sich eine sehr intensive Spannung. Ich fand den Spannungsbogen daher ganz besonders intensiv erzählt.

Darüber hinaus ist auch die Umgebung auf der Insel Monte Spina sehr detailliert und gut nachvollziehbar beschrieben. Ich konnte mich sehr gut an den Ort versetzen; die Schönheit der Gartenanlagen reizt mich sehr. Ich mag grundsätzlich Gärten sehr gerne, fand die Beschreibungen in diesem Roman aber wirklich besonders ansprechend.
Man merkt deutlich, die liebevolle und warmherzige Art und Weise der Autorin in der Beschreibung.

Am allerbesten gefallen haben mir die tiefgründig beschriebenen Personen, über deren Hintergründe man im Laufe der Geschichte immer mehr erfahren hat.


Fazit:
Ich hatte viel Freude an der Lektüre diese besonderen Romans und bin beim Lesen – wie in einem kleinen Urlaub – sehr gut abgetaucht. Ich vergebe daher vier Sterne und empfehle das sehr gelungene Buch gerne weiter.