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Veröffentlicht am 24.06.2018

Tolle Unterhaltungslektüre á la „Fack ju Göhte“

Wenn's einfach wär, würd's jeder machen
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Annika Paulsen (27) unterrichtet Musik und Geografie an einem renommierten Hamburger Gymnasium, als sie erfährt, dass sie aufgrund von dort bestehendem Lehrermangel an eine Schule in einem „Problem-Stadtteil“ ...

Annika Paulsen (27) unterrichtet Musik und Geografie an einem renommierten Hamburger Gymnasium, als sie erfährt, dass sie aufgrund von dort bestehendem Lehrermangel an eine Schule in einem „Problem-Stadtteil“ versetzt werden soll. Dort angekommen versucht sie mit allen Mitteln an ihre alte Schule zurückzukommen und schmiedet so den Plan, mit einer erfolgreichen Aufführung der Musical-AG für Furore zu sorgen. Dabei helfen soll ihr früherer Schwarm aus der Schulzeit Tristan, der jetzt als Theaterregisseur arbeitet. Wenn da doch nicht noch ihr attraktiver Mitbewohner Sebastian wäre…


Meine Meinung:
Ich habe alle Bücher von Petra Hülsmann verschlungen und hatte mich daher auch auf dieses Buch schon sehr gefreut, das ich mit in den Urlaub genommen habe. Auch bei „Wenn’s einfach wär, würd’s jeder machen“ wurden ich nicht enttäuscht!
Das übliche Erfolgsrezept der Autorin hat auch hier wieder gegriffen: Eine flüssige, flotte Schreibe, die einen als Leserin sofort in die Handlung eintauchen lässt, eine Protagonistin, die sympathisch und authentisch dargestellt wird und sich im Laufe der Handlung beachtlich weiterentwickelt, eine schöne, aber nicht übertrieben kitschige Liebesgeschichte – alles natürlich vor der netten Kulisse Hamburgs und mit einem kurzen Wiedersehen mit Hamburgs sympathischsten Taxifahrer Knut!
Für mich war die Lektüre wie ein kleiner Urlaub (umso schöner war es natürlich, das Buch dann auch im Sommerurlaub zu lesen!) und hat zu meinem Wohlfühlgefühl unheimlich beigetragen! Der Roman hatte nämlich alles, was eine gelungene Unterhaltungslektüre braucht: Humor, Gefühle, eine authentische Protagonistin. Ich musste beim Lesen des Öfteren laut lachen, was mir am Strand einige irritierte Blicke eingebracht hat…
Das Thema hat mich (positiv) an „Fack ju Göhte“ erinnert, es war aber weit davon entfernt, ein einfacher Abklatsch des Films zu sein.
Petra Hülsmann hat wieder einmal gezeigt, dass sie intelligente Unterhaltung für Frauen schreibt!


Fazit:
Der neue Roman von Petra Hülsmann hat mich wieder extrem gut unterhalten und ich konnte bei der Lektüre wunderbar abschalten. Eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 24.06.2018

Humorvolle Sammlung zum Thema Älterwerden

Ich dachte, älter werden dauert länger
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Die beiden Autorinnen Heike Abidi und Lucinde Hutzenlaub, die um die 50 sind, nehmen sich in kurzen Episoden das Thema „Älterwerden“ zur Brust. Eingeteilt sind die kurzen Geschichten in die drei großen ...

Die beiden Autorinnen Heike Abidi und Lucinde Hutzenlaub, die um die 50 sind, nehmen sich in kurzen Episoden das Thema „Älterwerden“ zur Brust. Eingeteilt sind die kurzen Geschichten in die drei großen Themenblöcke: Bestandsaufnahme, Optik/Beauty und Neues ausprobieren.


Meine Meinung:
Auch wenn ich mit „erst“ Anfang 40 noch nicht ganz zur eigentlichen Zielgruppe des Buches gehöre, finde ich die Zusammenstellung der Themen sehr gelungen. Durch die abwechselnde Erzählung der beiden Autorinnen, die jeweils etwas andere Schwerpunkte setzen, sich aber sehr gut ergänzen, wirkt das Buch mit seinen kurzen Episoden noch kurzweiliger.
Mir haben besonders der erste und der dritte Teil gut gefallen, weil ich hierbei an einige eigene Erlebnisse erinnert wurde, z.B. bei neuen Dingen, die die beiden Autorinnen ausprobieren (wie ZUMBA, Thai Massage, gemeinsame Hobbies als Ehepaar…), oder auch bei den Themen, wie man mit dem eigenen Alter umgeht, wie man runde Geburtstage feiert etc.
Der zweite Teil hat bei mir eher gemischte Gefühle verursacht. Zum einen fand ich es sehr mutig und offen, wie die Autorinnen teilweise über eigene Erfahrungen berichtet haben, zum anderen gab es aber auch kurze Kapitel, die beinahe ein bisschen an Produktmarketing erinnert haben, was mir wiederum nicht ganz so gut gefallen hat.
Insgesamt war jedoch die Erzählweise und die Auswahl der Themen sehr humorvoll und führte häufig zu unkontrolliertem Kichern – auch in der Öffentlichkeit – so dass sich das Buch sehr gut auch als nettes Geschenk eignet, weil es so herrlich selbstironisch und voller Situationskomik ist.


Fazit:
Ich habe die kurzweiligen Geschichten aus dem Buch sehr gerne gelesen und fand besonders die Zusammenstellung der Themen durch die beiden beteiligten Autorinnen sehr gelungen!

Veröffentlicht am 24.06.2018

Fesselnde Geschichte über drei starke Frauen auf drei Kontinenten

Der Zopf
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Die Autorin erzählt in „Der Zopf“ die Geschichte von drei ganz unterschiedlichen Frauen auf drei Kontinenten:
In Indien kämpft Smita darum, dass ihre kleine Tochter zur Schule gehen und Lesen und Schreiben ...

Die Autorin erzählt in „Der Zopf“ die Geschichte von drei ganz unterschiedlichen Frauen auf drei Kontinenten:
In Indien kämpft Smita darum, dass ihre kleine Tochter zur Schule gehen und Lesen und Schreiben lernen darf, was für Unberührbare wie sie nicht vorgesehen ist. Guilia in Sizilien muss mit Anfang 20 feststellen, dass das Familienunternehmen ihres Vaters vor dem Ende steht, wenn sie nicht etwas ändert. Und Sarah in Kanada, die eine erfolgreiche Anwältin ist und sich gleichzeitig als alleinerziehende Mutter um ihre drei Kinder kümmert, bekommt eine schreckliche Krankheitsdiagnose.


Meine Meinung:
Der Roman „Der Zopf“ hat mich trotz seiner Kürze extrem gefesselt. Die klare und direkte, dennoch sehr sprachgewaltige Schreibweise hat mich so bewegt, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Besonders gelungen fand ich, dass sich die drei Perspektiven der Frauen Smita, Guilia und Sarah in kurzen Kapiteln abwechseln. Oft enden die Kapitel in solch einem Cliffhanger, dass man sofort wissen möchte, wie gerade dieser Erzählstrang bei dieser Frau weitergeht.
Alle drei Frauen sind starke Charaktere, ganz wunderbar gezeichnet in ihren inneren Konflikten, auch in ihrer Zerrissenheit, aber vor allem aber in ihrem ganz besonderen und bewundernswerten Mut!
Die Geschichten sind wirklich bewegend und ich habe über die Lebensumstände gerade in Indien vieles „ganz nebenbei“ gelernt, was ich in der Detailtiefe nicht wusste, obwohl ich schon einmal in Indien war. Besonders diese Lebensumstände haben mich sehr berührt.
Die Autorin schafft es sehr gut, auf wenigen Seiten unglaublich viel rüberzubringen und zu bewegen, vor allem aber allen Frauen Mut zu machen, ihren Weg zu gehen.


Fazit:
Mich hat das Buch sehr berührt und ich kann es nur jedem ans Herz legen, der sich intellektuell und emotional mit der Geschichte von drei starken Frauen beschäftigen möchte.

Veröffentlicht am 24.06.2018

Spannende Unterhaltungslektüre vor Toskana-Kulisse

Der Mitternachtsgarten
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Lucy überlegt nicht lange, ob sie das Angebot annimmt, in der Toskana eine Stelle aus Hausmädchen anzunehmen, denn sie hat gerade ihren Job verloren und ihre Affäre, die sie mit ihrem Chef hatte, hat ein ...

Lucy überlegt nicht lange, ob sie das Angebot annimmt, in der Toskana eine Stelle aus Hausmädchen anzunehmen, denn sie hat gerade ihren Job verloren und ihre Affäre, die sie mit ihrem Chef hatte, hat ein sehr unangenehmes Ende gefunden.
So reist sie nach Fiesole in der Nähe von Florenz, um die Stelle bei der Hausherrin Vivien, einer ehemals berühmten Hollywoodschauspielerin, anzutreten und merkt sehr schnell, dass es in dem alten Gemäuer eine Menge alter Geheimnisse gibt, denen sie nach und nach mit Hilfe von Viviens altem Tagebuch auf die Spur kommt.


Meine Meinung:
Der Roman „Der Mitternachtsgarten“ wird gekonnt spannend aus den zwei Perspektiven von Lucy sowie Vivien erzählt, wobei er sich auch zeitlich über mehrere Jahrzehnte von Viviens Jugend bis hin zur Gegenwert erstreckt. Die einzelnen Erzählstränge hinterlassen jeweils so viel Spannung, dass man sofort wissen will, wie es weitergeht.
Die handelnden Personen werden zwar nicht bis ins Letzte authentisch und nachvollziehbar beschrieben, aber man bekommt als Leser schon einen guten Eindruck der inneren Zerrissenheit und Konflikte der Protagonisten.
Die Kulisse der Toskana, insbesondere Florenz, hat mir auch sehr gut gefallen.
Ein kleines Manko war für mich einige nicht sehr sorgfältige Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche, so wird z.B. die U-Bahn-Linie „Northern Line“ in London mit „Nordlinie“ übersetzt oder „Coke“ wird gar nicht übersetzt, was ich etwas unglücklich fand.
In jedem Fall hat mir der Roman aber am Strand einige schöne und spannende Lesestunden beschert.


Fazit:
Der Roman ist trotz einiger kleiner Schwächen eine nette Unterhaltungslektüre für ein paar spannende Lesestunden, z.B. im Urlaub.

Veröffentlicht am 07.06.2018

Einfühlsam geschriebener und berührender Roman

Wo die Dünen schimmern
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„Wo die Dünen schimmern“ ist der zweite Teil der Nordseetrilogie von Patricia Koelle, für den man den ersten Teil nicht zwingend gelesen haben muss, weil der Roman auch für sich steht.
Im Mittelpunkt ...

„Wo die Dünen schimmern“ ist der zweite Teil der Nordseetrilogie von Patricia Koelle, für den man den ersten Teil nicht zwingend gelesen haben muss, weil der Roman auch für sich steht.
Im Mittelpunkt der Erzählung stehen Jessieanna und ihr Vater Pinswin.
Jessieanna arbeitet im heimischen Kalifornien daran, eine Creme herzustellen, die sich positiv auf das Gemüt auswirkt, aber ihr fehlt noch die eine alles entscheidende Zutat. Wird sie diese auf Amrum, der Heimat ihres Vaters, finden, wo sie nach einer hartnäckigen Lungenerkrankung widerwillig ein paar Monate verbringen soll?
Ihr Vater Pinswin forscht im Bereich der Archäologie und Paläontologie, der ihn seit frühester Jugend interessiert, und jagt insbesondere den Knochen eines speziellen Fisches namens Töveree hinterher, der außergewöhnliche Fähigkeiten haben soll.


Meine Meinung:
Die Autorin schafft es in ihrem umfangreichen Roman den Leser bzw. die Leserin durch eine ganz besonders unaufgeregte Erzählweise gefangen zu nehmen.
Der Roman streift unglaublich viele Themen, die von sehr detaillierter Recherche zeugen und die so unterhaltsam rübergebracht werden, dass man auf vergnügliche Art und Weise sehr viel lernt. Auch vermeintlich „trockene“ Themen wie Archäologie und Paläontologie werden so lebendig erzählt, dass es eine Freude ist, darüber zu lesen.

Darüber hinaus werden die handelnden Personen sehr behutsam und liebevoll beschrieben, so dass man es genießt Zeit mit ihnen zu verbringen und man sie wirklich gut kennen lernen kann.
Es gibt auch Wiedersehen mit verschiedenen Personen aus dem ersten Band der Nordseetrilogie oder auch am Rande mit Protagonisten aus der vorherigen Ostseetrilogie der Autorin.

Die Geschichte hat mich wirklich berührt, da sie so einfühlsam geschrieben ist. Darüber hinaus war auch das Setup auf der wunderschönen Insel Amrum sehr ansprechend, so dass ich direkt in Urlaubslaune versetzt wurde.


Fazit:
„Wo die Dünen schimmern“ ist ein toller Unterhaltungsroman mit Tiefgang, der mich bewegt und berührt hat. Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Trilogie!