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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2018

Poetisch, tiefgründig, sinnlich – ein absolutes „Must Read“

Die Schönheit der Nacht
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Claire ist Anfang 40, Professorin und Verhaltensbiologin, und möchte aus ihrem geordneten Leben ausbrechen.
Julie ist noch nicht einmal 20 und sie wartet darauf, dass sie sich selbst findet und etwas ...

Claire ist Anfang 40, Professorin und Verhaltensbiologin, und möchte aus ihrem geordneten Leben ausbrechen.
Julie ist noch nicht einmal 20 und sie wartet darauf, dass sie sich selbst findet und etwas ihre Leidenschaft weckt.
Claire, ihr Mann Gilles, beider Sohn Nicolas und seine Freundin Julie verbringen den Sommer gemeinsam in der Bretagne, wo die beiden Frauen viel über sich selbst und über ihre Wünsche und Sehnsüchte lernen.


Meine Meinung:
Nina George hat mich in ihrem neuen Roman „Die Schönheit der Nacht“ sogar noch stärker gepackt als in „Das Lavendelzimmer“.
Ich bin sofort ganz tief in die Erzählung eingetaucht und habe Frankreich mit allen Sinnen wahrgenommen – die Kräuter und Leckereien in der Küche gerochen, den kühlen Sancerre geschmeckt, die Klimaanlagen und den Verkehrslärm von Paris gehört und die Sonne auf der Haut gespürt. Besonders die Schilderungen zu den Wochen in der Bretagne waren sehr intensiv und atmosphärisch.
Danach war ich wie betrunken vom Lesen.
Die Protagonistin Claire, Anfang 40, ist Ehefrau, Mutter, Geliebte, Professorin und Verhaltensbiologin - eine tolle, sehr komplexe Hauptdarstellerin, die in all ihren Facetten gezeigt wird und mich vollkommen fesseln konnte. Ebenso ist Julie mit ihren 19 Jahren sehr glaubwürdig und behutsam dargestellt, die sich selbst sucht und im Laufe des Romans ebenfalls eine tolle Entwicklung durchmacht.
Die Geschichte hat mich sehr berührt, zum Nachdenken angeregt und mich auch sprachlich wieder extrem verzaubert. Die Autorin hat es verstanden, die Geschichte so geschickt aufzubauen, dass sie eine konstante Spannungskurve mit einer sehr überraschenden Wendung am Ende bietet.


Fazit:
Ein intelligent, warmherzig und wunderschön erzähltes Buch. Ich bin restlos begeistert!

Veröffentlicht am 30.04.2018

Liebevoll und berührend erzählt

Sehnsucht auf blauem Papier
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Milli hat eine besondere Gabe, Menschen zu heilen, fernab und ergänzend zur Schulmedizin. Sie tauscht sich darüber auch mit ihrem Freund Paul, einem Hausarzt, aus, in den sie seit vielen Jahren heimlich ...

Milli hat eine besondere Gabe, Menschen zu heilen, fernab und ergänzend zur Schulmedizin. Sie tauscht sich darüber auch mit ihrem Freund Paul, einem Hausarzt, aus, in den sie seit vielen Jahren heimlich verliebt ist. Als er seine über alles geliebte Frau plötzlich durch einen Unfall verliert, beginnt Milli ihm Tag für Tag Briefe zu schreiben, um ihm in seiner Verzweiflung und in seiner Trauer Halt zu geben und ihn zu unterstützen.
Wie wird es mit der Freundschaft aus der Ferne weitergehen?
Und was passiert, als plötzlich ein anderer Mann in Millis Leben auftaucht?


Meine Meinung:
Julia Fischer versteht es meisterhaft, auch emotional schwierige und traurige Geschichten behutsam und liebevoll zu erzählen, so dass man sich als Leserin ganz in diese Geschichten versenken kann.
Die Personen sind wunderbar gezeichnet, sehr liebevoll beschrieben und haben ihre eigene mitreißende Ausstrahlung. Es ist einfach zauberhaft, wie Milli auf ihre verschiedenen Patienten und Patientinnen eingeht und wir auch an deren Entwicklung teilhaben dürfen. Diese geht weit über eine reine Behandlung von Krankheitssymptomen hinaus.
Die Beziehungen der Figuren untereinander und deren Entwicklung machten für mich den besonderen Reiz dieses Romans aus.
Darüber hinaus habe ich mich auch wieder sehr an der poetischen und bezaubernden Erzählweise der Autorin erfreut. Besonders in den Briefen, die Milli an ihrem Freund Paul schreibt, habe ich das eine oder andere sprachliche Kleinod gefunden, das mir sehr gefallen hat.


Fazit:
Insgesamt ist „Sehnsucht auf blauem Papier“ eine wundervolle Lektüre, die mich berührt und bewegt hat und mir sehr schöne Lesestunden beschert hat. Ein großes Dankeschön an Julia Fischer für den tollen Roman!

Veröffentlicht am 30.04.2018

Schöne Unterhaltungslektüre

Die Kamelien-Insel
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Sylvia ist erfolgreiche Unternehmensberaterin und viel in der Welt unterwegs, genauso wie ihr Mann Holger, der als Immobilienmakler tätig ist. Sie haben sich ihrer Ehe gut eingerichtet und wissen scheinbar ...

Sylvia ist erfolgreiche Unternehmensberaterin und viel in der Welt unterwegs, genauso wie ihr Mann Holger, der als Immobilienmakler tätig ist. Sie haben sich ihrer Ehe gut eingerichtet und wissen scheinbar genau, was der andere will. Doch da erbt Sylvia eine Kamelieninsel in der Bretagne von ihrer Tante, zu der sie jahrelang keinen Kontakt mehr hatte, und Holger hat es überaus eilig, die Insel für seine Frau zu verkaufen. Als Sylvia sich jedoch spontan entschließt, die Insel zu besuchen, ist sie gefangen von ihrem Zauber. Völlig überstürzt verliebt sich sie zudem in den Gärtner, der sich auf der Insel um die Kamelien kümmert.


Meine Meinung:
Tabea Bach erzählt die Geschichte um Sylvia und die Kamelieninsel in einem unglaublich flüssigen, leichten Schreibstil, so dass man sehr schnell in die Handlung kommt und das Buch sehr gut in einem Rutsch durchlesen kann.
Die Charaktere, allen voran Sylvia, werden glaubwürdig und authentisch beschrieben, auch wenn ich als Leserin manchmal den Eindruck hatte, dass sie sich das eine oder andere Mal zu viel von ihrem Mann Holger hat veräppeln lassen. Somit gab es vielleicht einige unnötige Wendungen in der Handlung, die die Geschichte jedoch zu guter Letzt auch noch sehr spannend gemacht haben.
Sehr gut gefallen hat mir darüber hinaus auch, wie es der Autorin gelingt, das besondere Flair in der Bretagne einzufangen – die Landschaft, die Pflanzen, das Essen, die Menschen… Das hat die Lektüre für mich sehr schön abgerundet und zeugte von einer sehr guten und detaillierten Recherche der Autorin.


Fazit:
Als leichte Unterhaltungs- und insbesondere Urlaubslektüre kann ich den Roman sehr empfehlen.

Veröffentlicht am 30.04.2018

Poetisch, philosophisch und atmosphärisch erzählt

Die Lichter unter uns
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Anna verbringt im Herbst zwei Wochen Urlaub auf Sizilien mit ihrem Mann Jo, ihrer zehnjährigen Tochter Judith und ihrem sechsjährigen Sohn Bruno, nachdem sie zum letztem Mal während ihrer Hochzeitsreise ...

Anna verbringt im Herbst zwei Wochen Urlaub auf Sizilien mit ihrem Mann Jo, ihrer zehnjährigen Tochter Judith und ihrem sechsjährigen Sohn Bruno, nachdem sie zum letztem Mal während ihrer Hochzeitsreise auf der Insel war. In der Familie ist Geldknappheit ein ständiges Thema.
Alexander führt ein scheinbar sorgloses Leben als erfolgreicher Anwalt, als Anna und er sich auf Sizilien begegnen. Er scheint damit das zu verkörpern, dass Anna sich immer gewünscht hat. Doch ist er glücklich? Hätte er sich nicht vielleicht auch eine andere Familie gewünscht?
Die Protagonisten stellen sich die entscheidende Frage: Was macht ein gelungenes Leben aus?


Meine Meinung:
Verena Carl erzählt in ihrem Roman in einer sehr klaren und direkten, aber gleichzeitig auch poetischen Sprache die Geschichte von zwei Familien, die sich im Urlaub auf Sizilien zufällig begegnen. Die Stimmung und Atmosphäre in dem Urlaubsort, insbesondere die Melancholie, die am Ende der Saison im Oktober auf Sizilien herrscht, fängt die Autorin unglaublich gut ein. Sie schafft es von Anfang an, den Leser auf das schon im Klappentext erwähnte alles überspannende Thema einzustimmen, nämlich: „Was macht ein gelungenes Leben aus?“
Die Protagonisten, d.h. Anna und Alexander sowie die Menschen in ihrem Umfeld, werden behutsam beschrieben, aber dennoch so, dass man ihre Sorgen und Nöte, Hoffnungen, Ängste und Glücksgefühle sehr gut nachvollziehen kann.
Durch die unterschiedlichen wechselnden Perspektiven, die auch unterschiedliche zeitliche Zusammenhänge verbinden, wird die Erzählweise sehr lebendig.
Ich konnte das Buch, das mich in wundervolle Urlaubsstimmung, gepaart mit einer gewissen Melancholie, versetzt hat, nicht mehr aus der Hand legen.


Fazit:
Der philosophische und dicht erzählte Roman „Die Lichter unter uns“ hat mir wundervolle Lesestunden beschert und war eine absolut bereichernde Lektüre.

Veröffentlicht am 21.04.2018

Ein krönender Abschluss

Das Erbe der Macht - Schattenchronik 4: Allmacht (Bände 10-12)
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Alex, Jen und die anderen müssen versuchen, Clara zu retten, damit sie nicht zur Schattenfrau wird, und kämpfen nebenher weiter gegen die Schattenkrieger und gegen die Zeit.
Dabei reisen sie noch Antarktika, ...

Alex, Jen und die anderen müssen versuchen, Clara zu retten, damit sie nicht zur Schattenfrau wird, und kämpfen nebenher weiter gegen die Schattenkrieger und gegen die Zeit.
Dabei reisen sie noch Antarktika, wo die legendären Silberknochen liegen, die eine Verbindung zur Traumebene herstellen können.
Der große Wettlauf beginnt.

Meine Meinung:
Sammelband 4 der Schattenchronik, der die Bände 10-12 umfasst, und den Abschluss des ersten Zylkus darstellt, war wieder gewohnt spannend.
Andreas Suchanek gelingt es, unglaublich viel Stoff und neue Ideen, Anspielungen und Querverweise in die Geschichte einzubauen, so dass man von der Fülle der Themen und immer neuen unvorhergesehenen Wendungen ständig überrascht wird.

Die Charaktere entwickeln sich ebenfalls weiter, so dass nicht nur die spannende Handlung den Leser dazu bringt, das Buch nicht aus der Hand zu legen, sondern auch mit Mitfiebern mit den Personen, die man liebgewonnen hat.

Mir hat besonders die hintergründige Konstruktion rund um Antarktika und die Traumebene gut gefallen, weil nochmal so viel neuer Stoff darin steckte, und auch die Geschichte der Zwillinge.


Fazit:
Ein absolut würdiger Abschluss des ersten Zyklus der Schattenchronik, der mir - wieder einmal - den Atem geraubt hat.