Profilbild von Hilou

Hilou

Lesejury Star
offline

Hilou ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Hilou über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.10.2025

Wie ein orientalisches Märchen

Heart of Night and Fire
1

Zum Inhalt:
Zarya ist seit ihrer Kindheit durch einen Zauber an einem kleinen Ort gefangen. Row zieht sie auf und lehrt sie, wie man kämpft. Ihre dürftigen magischen Fähigkeiten darf sie aber nicht nutzen. ...

Zum Inhalt:
Zarya ist seit ihrer Kindheit durch einen Zauber an einem kleinen Ort gefangen. Row zieht sie auf und lehrt sie, wie man kämpft. Ihre dürftigen magischen Fähigkeiten darf sie aber nicht nutzen. Als Row eines Tages nicht mehr nach Hause kommt, verschwindet auch der Zauber, so dass Zarya fliehen kann. Schließlich gelangt sie zu einer Stadt, die Nacht für Nacht von verschiedenen Dämonen belagert und attackiert wird. Um zu helfen, schließt sie sich dem Kommandanten Vikram und seiner Armee an. Über ihre Fähigkeiten schweigt sie aber vorerst. Die beiden kommen sich näher, doch Vikram ist ein bluttrinkender Unsterblicher mit eigenen Geheimnissen...

Meine Leseerfahrung:
Neugierig war ich bei diesem Auftakt auf die Umsetzung des indisch-orientalischen Settings. Außerdem sind viele beliebte Tropes wie Enemies to Lovers, Found Family und Grumpy x Sunshine Freundschaft gebündelt zu finden, weswegen ich beschlossen habe, dieser neuen Fantasy-Reihe eine Chance zu geben. Ich wurde nicht enttäuscht, das Buch hat mich völlig in seinen Bann gezogen. Es hat mich direkt an ein Buch aus meiner Kindheit erinnert, in dem orientalische Märchen aus verschiedenen Kulturen zusammengefasst waren. Die Geschichten enthielten so viele unterschiedliche magische Wesen, dass ich mir die Namen kaum merken konnte. Und so habe ich mich auch mit "Heart of Night and Fire" gefühlt.

Zwar gibt es am Ende des Buches ein Glossar über die Orte und die magischen Wesen, die einzelnen Figuren werden aber nicht aufgezählt. Auch fehlte mir ein Verzeichnis oder zumindest Kurzinfo via Fußnoten über indische Begriffe, wenn es zB um die Kleidung geht. Da diese recht oft vorkommen, habe ich sie diesmal auch gar nicht erst nachgeschlagen, um den Lesefluss nicht zu stören.

Die Story selbst ist nämlich sehr spannend und actionreich. Eine geheimnisvolle Seuche breitet sich im Land aus, Dämonen scheinen zu mutieren und greifen auch tagsüber an, alle fürchten sich vor einer seltenen Art von Magie und Zaryas Vergangenheit ist mehr als nebulös. Bei all der Spannung sind auch noch die Charaktere sehr facettenreich und authentisch. Insbesondere Zarya gefällt mir sehr gut, da sie sich aus ihrer Unerfahrenheit heraus zu einer starken Heldin entwickelt und auch bei zwischenmenschlichen Beziehungen stets die Oberhand hat. Sie ist eine Kämpferin durch und durch und hat noch so viel Potential, das sich sicherlich in den weiteren Bänden der Reihe weiter entfalten wird.

Während man noch über die indisch-mythologische Fantasywelt von Tuli staunt, wird man ganz subtil in ein Beziehungsdrama reingezogen, dessen Ausgang mich zu meiner Überraschung tatsächlich stark interessiert hat. Normalerweise bin ich kein Fan von Liebesgeschichten. Hier ist sie aber absolut passend, um Zaryas Entwicklung voranzutreiben. Der Love-Interest ist hier übrigens im ersten Band nicht völlig entschlüsselt, was zusätzlich zum Weiterlesen anspornt.

Mich hat der Auftakt zur Nachtfeuer-Quartett-Reihe auf jeden Fall gepackt und ich werde ganz sicher auch die folgenden Bände lesen.

Fazit:
"Heart of Night and Fire" von Nisha J. Tuli vereint indische Mythologie und Slowburn Romance auf eine sehr spannende Art und Weise. Es ist eine Geschichte über eine starke Heldin mit besonderen Fähigkeiten und einem großen Herzen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.10.2025

Ein Kinderlexikon mit Humor

Das Lexikon gruseliger Tiere
1

Zum Inhalt:
In Philip Buntings "Das Lexikon gruseliger Tiere" werden auf humorvolle und kindgerechte Weise Sachinformationen mit spannenden Fakten über außergewöhnliche Tiere aus aller Welt verbunden. ...

Zum Inhalt:
In Philip Buntings "Das Lexikon gruseliger Tiere" werden auf humorvolle und kindgerechte Weise Sachinformationen mit spannenden Fakten über außergewöhnliche Tiere aus aller Welt verbunden. Das Buch ist durchgehend illustriert und eignet sich bereits für Kinder ab 4 Jahren. Durch das vermittelte Tierwissen werden Schritt für Schritt vorhandene Ängste abgebaut und Interesse und Begeisterung für die Natur geweckt.

Meine Leseerfahrung:
Das Cover ist vielleicht ein Hingucker, aber allein der Titel des Buches hat bereits unsere Neugier geweckt. Unser Jüngster ist sehr interessiert in allem, was in der Tierwelt vor sich geht. Ganz besonders findet er die Lebewesen der Tiefsee, Insekten und Echsen spannend. Ich hatte also schon geahnt, dass er dieses Buch lieben wird.

Die Illustrationen sind schon sehr ansprechend, die einzelnen Tiere sind leicht verniedlicht dargestellt. Zu jedem Tier gibt es den dazugehörigen lateinischen Fachbegriff, der allerdings durchgestrichen und durch einen weitaus lustigeren Begriff ersetzt worden ist. So wird beispielsweise aus Pygocentrus nattereri (Roter Piranha übrigens) der lustigere Name Scharfus zahnus giericus. Als ob das nicht schon witzig genug ist, sind um den Fisch herum nicht wirklich fachliche, aber dafür umso humorvolle Kurzinfos verteilt, wie "Schaut grimmig drein." oder "Jeder Schurke, der etwas auf sich hält, hält ihn im Aquarium." Ich musste bei jedem Bild schmunzeln, unsere Jungs (7 und 10 Jahre alt) fanden es superwitzig. Sie haben nicht nur einen, sondern sehr viele Tierarten für sich entdeckt, die sie auf Grund ihrer Fähigkeiten besonders faszinierend fanden. Mir persönlich gefällt an diesem Buch die Vielfalt der vorgestellten Tiere, insbesondere dass nicht nur völlig unbekannte exotische Tiere, sondern auch allgemein bekannte Tiere wie der Schimpanse, der Wolf oder der Löwe enthalten sind.

Vorlesen müssen wir hier zwar nicht mehr. Aber ich begrüße es dennoch, dass die sachlich informativen Texte unter jedem Tierbild zudem sehr einfach gehalten und nicht allzu lang sind. So steht dem Lesespaß der Kinder nichts entgegen.

Fazit:
"Das Lexikon gruseliger Tiere" von Philip Bunting hilft Kindern, ihre Ängste vor unbekannten und schaurig wirkenden Tieren zu überwinden, und das auf eine spannende, unterhaltsame und sehr humorvolle Weise!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.09.2025

Lesenswerte Sachliteratur

Das Alte Ägypten
1

Zum Inhalt:
Eva-Maria Schnurr ist als Herausgeberin bekannt für ihre Geschichtslektüren im Taschenbuchformat. Von den Kelten bis zu Pompeji, von der Hexenverfolgung bis zur britischen Krone hat sie bereits ...

Zum Inhalt:
Eva-Maria Schnurr ist als Herausgeberin bekannt für ihre Geschichtslektüren im Taschenbuchformat. Von den Kelten bis zu Pompeji, von der Hexenverfolgung bis zur britischen Krone hat sie bereits mit kompaktem Geschichtswissen für kurzweilige, faszinierende Lesestunden gesorgt. In der neuesten Ausgabe der SPIEGEL-Buch-Reihe geht es nun um "Das alte Ägypten". Auch hier geben verschiedene Beiträge von Historikern/-innen und SPIEGEL-Autoren neue Einblicke in historische Ereignisse, diesmal in das Zeitalter der Ägypter.

Meine Leseerfahrung:
Keine andere Zivilisation hat mich so sehr fasziniert wie die des alten Ägyptens. Noch immer sind viele Aspekte nicht gänzlich geklärt, wie die Entschlüsselung der Hieroglyphen, der Bau der Pyramiden oder die gesellschaftlichen Strukturen zu dieser Zeit, was womöglich die allgemeine Begeisterung für dieses Zeitalter erklärt.

Wenn man so geschichtsinteressiert ist wie ich, dann verschlingt man wohl fast jede Literatur, dass sich mit diesem Thema beschäftigt. Doch nicht jedes Geschichtsbuch bringt das Wissen auch unterhaltsam und spannend rüber oder lässt sich so flüssig lesen. Was mir hier gefällt, sind die recht kurzen Beiträge verschiedener Autoren, die sich mit den einzelnen Themengebieten beschäftigen. So bleiben die einzelnen Kapitel knapp und eignen sich ideal fürs kurzweilige Lesen. Inhaltlich ist das Buch allerdings sehr kompakt, was man in Anbetracht der wenigen Seiten wohl nicht bemängeln kann. Das Buch soll ja auch nur schnelle Einblicke in das Fachgebiet liefern und nicht als Lexikon der Geschichte dienen. Demzufolge gibt es auch nur wenige Abbildungen, was mE doch völlig ausreichend ist. Der Fokus liegt hier ganz klar auf den Statements in den Texten, wie zB die mutige Aussage, dass historische Artefakte aus Ägypten zurück in ihr Herkunftsland gehören, da sie nunmal als Diebesgut aus der Kolonialzeit einzustufen sind (so in einem Interview mit dem Historiker Jürgen Zimmerer).

Insgesamt ist das Buch auch deswegen so lesenswert, weil kein allzu wissenschaftlicher Schreibstil vorherrscht. Zwischen den einzelnen Beiträgen wurde zudem hier und da "Schnelles Wissen" über interessante Themen gestreut, wie zB den aktuellen Umgang mit illegalem Handel in Ägypten oder die humorvolle Spekulation über Kleopatras tatsächliches Aussehen. Daran sieht man, wie breit gefächert die Interessengebiete bedient werden.

Ich fand das Buch als leichte Geschichtslektüre sehr unterhaltsam. Für eingehendere Recherchen sollte man aber eher zu wissenschaftlichen Fachbüchern greifen.

Fazit:
Erneut bringt Eva-Maria Schnurr eine kompakte Geschichtslektüre mit interessanten Einblicken und verschiedenen Blickwinkeln heraus und erweckt diesmal damit Begeisterung für "Das Alte Ägypten" mit all seinen faszinierenden Facetten. Sehr unterhaltsam und spannend zusammengefasst!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.09.2025

Spannende kurzweilige Geschichten

Arsène Lupin. Der Gentleman-Gauner
1

Zum Inhalt:
Spätestens seit der Netflix-Serie "Lupin" ist auch hierzulande der Klassiker von Maurice Leblanc bekannt. Der Anaconda Verlag bringt nun neun Kurzgeschichten um den Gentleman Gauner Arsène ...

Zum Inhalt:
Spätestens seit der Netflix-Serie "Lupin" ist auch hierzulande der Klassiker von Maurice Leblanc bekannt. Der Anaconda Verlag bringt nun neun Kurzgeschichten um den Gentleman Gauner Arsène Lupin aus 1907 in einer wunderschön gestalteten Hardcover-Sonderausgabe heraus, der den ersten Band des Krimi-Klassikers bilden soll. Enthalten sind insbesondere die bekannteren Geschichten wie "Arsène Lupin wird verhaftet", "Das Halsband der Königin" sowie "Die schwarze Perle".

Meine Leseerfahrung:
So oft hatte ich mir vorgenommen, diesen Klassiker noch zu lesen. Nun bin ich froh, dass ich es endlich geschafft habe, denn sonst wäre mir ein Stück französische Kriminalliteratur entgangen, die ihresgleichen sucht. Arsène Lupin ist ein Meisterdieb und Verwandlungskünstler, und hat tadellose Umgangsformen. Doch was ihn so sympathisch für die Leserschaft macht, ist die Tatsache, dass seine Opfer auch nicht gerade saubere Bürger sind und man sich insgeheim doch wünscht, dass diese dekadenten Schnösel eine angemessene Bestrafung durch Lupin erfahren. Außerdem stellt sich der Meisterdieb in einigen Fällen auch als Helfer dar, wie zB in der Kurzgeschichte "Der mysteriöse Fahrgast", als er der Polizei hilft, einen Mörder zu fassen.

Bei diesem Buch darf man keine typischen Kriminalgeschichten erwarten. Für mich persönlich waren es eher Abenteuergeschichten um einen ungewöhnlichen Gauner mit Charme und Herz, den man sicherlich zu den ersten Antihelden der klassischen Literatur zählen darf. Besonders beeindruckend ist dabei, wie intelligent er in seinen Unternehmungen vorgeht. Zudem gefällt mir auch der gehobene Humor, dessen sich Leblanc beim Erzählstil bedient.

Ich werde ganz sicher noch die folgenden Bände über die Kultfigur Lupin lesen und freue mich bereits auf weitere Sonderausgaben aus dem Verlag.

Fazit:
Unübertroffener Klassiker über einen Meisterdieb mit Gentleman-Manieren in einer wunderschön gestalteten Hardcover-Ausgabe! Dieses Buch sollte in keinem Buchregal fehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.08.2025

Thriller-Highlight 2025

Dunkle Sühne
1

Zum Inhalt:
Emmy Clifton arbeitet als Deputy in North Falls, einer kleinen Stadt, wo jeder jeden kennt. Das idyllische Leben dort hat ein abruptes Ende, als zwei Teenager, Cheyenne und Madison, plötzlich ...

Zum Inhalt:
Emmy Clifton arbeitet als Deputy in North Falls, einer kleinen Stadt, wo jeder jeden kennt. Das idyllische Leben dort hat ein abruptes Ende, als zwei Teenager, Cheyenne und Madison, plötzlich verschwinden. Der Fall geht Emmy besonders nah, weil Madison die Stieftochter ihrer besten Freundin ist. Je mehr Zeit vergeht, umso mehr sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die Mädchen lebend gefunden werden. Emma stürzt sich mit ihrem Vater, dem Sheriff Gerald Clifton, in die Ermittlungen und bringt verstörende dunkle Geheimnisse zutage.

Meine Leseerfahrung:
Als Fan der Will-Trent-Reihe hatte ich eigentlich auf eine Fortsetzung gehofft. Aber dieser Auftakt zur neuen Reihe mit Emmy Clifton war dermaßen gut, dass ich Will Trent fast, aber nur fast, vergessen habe. Es ist nicht nur der Erzählstil von Karin Slaughter, der mich immer wieder abholt. Hier passt einfach alles: Der Plot, die Charaktere, die Handlung, die Ermittlungen....

Emmy Clifton als Hauptfigur finde ich persönlich sehr ansprechend. Sie ist die Art Frau, mit der man gern befreundet wäre. Zum Einen ist sie sehr authentisch und menschlich, und hat so ihre Fehler, die sie auszubügeln versucht. So hart sie auch im Beruf ist, zeigt sie dennoch oft genug ihre Emotionen. Zum Anderen ist sie eine intelligente Person, die bei ihren Ermittlungen systematisch vorgeht und lehrbuchmäßig arbeitet. Eine Hauptfigur, die vielschichtig und sympathisch ist. Aber auch die anderen Charaktere, und zwar auch jede einzelne Nebenfigur, sind sehr glaubwürdig. Man merkt, mit welcher Aufmerksamkeit sich die Autorin einzelnen Charakterentwicklungen widmet.

Die Geschichte muss man allerdings mit Vorsicht genießen. Sie ist nichts für schwache Gemüter, denn hier geht es um pädophile Sexualstraftäter und Vergewaltigung. Karin Slaughter schreibt hart, brutal und sehr intensiv.

Mich hat der Auftakt überzeugt, an dieser Reihe werde ich sicherlich dranbleiben. Bisher habe ich aber auch kein Buch von Slaughter schlecht bewertet. Die Autorin liefert immer solide Thriller ab. Aber bei "Dunkle Sühne" würde ich sogar mehr als 5 Sterne vergeben. So gut ist dieses Buch.

Fazit:
"Dunkle Sühne" ist ein unerwartetes Thriller-Highlight des Jahres, das konstante Spannung und starke Emotionen bietet. Nichts für schwache Nerven, aber ein geeigneter Einstieg in die Welt von Karin Slaughter, wenn man einen richtig guten Thriller von ihr lesen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere