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Veröffentlicht am 11.05.2025

Die Liebe zu Büchern und wie es gelingt mehrere Leben zu leben...

Die Buchhändlerin
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Wir befinden uns in Frankfurt im Jahr 1945. Der Krieg ist gerade zu Ende gegangen und nun beginnt für die geschundene Bevölkerung die nicht minder schwere Zeit der Nachkriegszeit. Nun ist Frieden, doch ...

Wir befinden uns in Frankfurt im Jahr 1945. Der Krieg ist gerade zu Ende gegangen und nun beginnt für die geschundene Bevölkerung die nicht minder schwere Zeit der Nachkriegszeit. Nun ist Frieden, doch in vielen Herzen der Menschen ist der Krieg noch verankert und es herrscht vielerorts der Hunger, die Armut, das Kriegstrauma und es gibt nicht wenige Menschen, die leider nicht begreifen, dass der Krieg verloren und die vorherrschende Ideologie besiegt ist. Nun wollen die Menschen nach vorne schauen und sind mit dem Aufräumen und dem Aufbau beschäftigt. Für viele Heimkehrer aus den verschiedenen Gefangenenlagern geht der Krieg im Inneren weiter.

Die junge Christa Schwertfeger lebt mit ihrer Mutter Helene und ihrem Onkel Martin mitten in Frankfurt. Ihre Buchhandlung, die seit drei Generationen im Familienbesitz ist, bekommen sie nach der Enteignung der Nazis wieder zurück und nun beginnen sie langsam wieder in das Leben der Bücher und der Literatur hineinzukommen, was nicht einfach ist, denn viele Autoren und deren Bücher waren im Dritten Reich verboten und es gibt kaum noch gehaltvolle Literatur. Christa liebt seit ihrer Kindheit Bücher und träumt davon Germanistik zu studieren und in die Welt der Literatur einzutauchen, ganz im Gegensatz zu ihrer Mutter, die das junge Mädchen am liebsten auf die Bräuteschule schicken würde, damit sie dort zu einer guten Haus- und Ehefrau ausgebildet wird. Zwei Lebensanschauungen treffen nun aufeinander, doch die Familie hält in diesen Notzeiten dennoch zusammen. Christas Ausflug an die Universität endet in kompletter Ernüchterung, denn die Professoren sind noch genau dieselben wie im Dritten Reich und für junge ehrgeizige Frauen sehen sie keinen Platz an der Universität. So arbeitet sie mit ihrem Onkel Martin in der Buchhandlung, dem Ruhepunkt in ihrem Leben und findet mehr und mehr Gefallen daran.

Martin ist der geborene Buchhändler und Literat, feinsinnig und gebildet. Nach seinem durch eine Denunziation verursachten Aufenthalt in einem Konzentrationslager kommt er als gebrochener Mann nach Hause und findet nach und nach Halt in den Büchern. Es sieht so aus, als würde die Buchhandlung Schwertfeger wieder zu neuem Leben erwachen, doch Martin hat noch ein anderes Geheimnis, das nicht nur ihn vollkommen zu zerbrechen scheint, auch die anderen Familienmitglieder kommen an ihre seelischen und körperlichen Grenzen. Christa sieht steht nicht nur privaten Herausforderungen gegenüber, sondern ist auch von jetzt auf gleich damit konfrontiert, die familiäre Buchhandlung zu führen und zu erhalten, was ihr durch ihre Klugheit, ihr Ideenreichtum und ihre Tatkraft auch immer mehr gelingt. Dennoch hadert sie damit, nicht das Leben führen zu können, dass sie sich erträumt hat....

Ines Thorn nimmt den Leser ganz gekonnt und gut recherchiert mit in die Nachkriegsjahre von Frankfurt und lässt das damalige Lebensgefühl zwischen Bedrückung und Neuanfang, Verzweiflung und Lebenshunger, Zerstörung und Aufbau sehr lebendig aufleben. Es war schön zu lesen, wie der Hunger nach guter Literatur in den Menschen trotz Krieg und jahrelanger Indoktrinierung immer noch da war und ich musste bei allem schweren, was beschrieben wurde, wirklich mal herzlich lachen über den neu ins Leben gerufenen Literaturkreis, der sich rauchend! und diskutierend in der Buchhandlung traf. Das wäre heute nicht mehr möglich;). Richtig gut fand ich auch die Geschichte der Verlage und wie sie sich wieder entwickelt haben und auch die eingestreute Lyrik hat mir sehr gut gefallen. Bedrückend fand ich die Verfolgung bestimmter Menschen und die Lügen, mit denen sie leben mussten. Insgesamt hat mir dieser hervorragend recherchierte historische Roman sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den zweiten Band.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Wer für die Wahrheit eintritt....

Die Erbin
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Wir befinden uns in Köln und den 50er-Jahren. Die junge Cosima Liefenstein ist eine reiche Erbin einer mehr als einflussreichen Industriellenfamilie, die schon vor Generationen gewusst hat, wie Reichtum ...

Wir befinden uns in Köln und den 50er-Jahren. Die junge Cosima Liefenstein ist eine reiche Erbin einer mehr als einflussreichen Industriellenfamilie, die schon vor Generationen gewusst hat, wie Reichtum und Wohlstand aufzubauen sind. Cosima wurde im zweiten Weltkrieg geboren und genoss trotz der harten Zeiten damals eine ausgezeichnete Erziehung und Ausbildung. Dabei wirkt die junge Frau nicht verwöhnt, sondern sie möchte, nach einer eindrücklichen Begegnung mit einer alleinerziehenden Mutter aus einer anderen sozialen Schicht als der ihren, etwas Gutes für diese Frauen tun und gründet eine Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter. Nicht alle in der Familie, auch nicht ihr Verlobter Alexander, sehen das wohlwollend, doch ihr Onkel Theodor, das unumschränkte Familienoberhaupt, unterstützt sie, denn er liebt seine Nichte aus ganz bestimmten Gründen besonders. Doch auf der Stiftungsfeier macht Cosima eine Beobachtung, die ihr Leben und ihre Sicht, ihre Loyalität und ihre Liebe zu ihrer Familie, auf den Kopf stellt und Cosima nach und nach veranlasst, Nachforschungen zum Thema Firmengeschichte anzustellen. Dabei kommt sie Familiengeheimnissen auf die Spur, die es ihr nicht möglich machen einfach gemäß ihres Standes und Status weiterzuleben. Bei ihren Recherchen schreckt Cosima Geister aus der finstersten Zeit Deutschlands auf, die nicht bereit sind ihre geheimen Netzwerke aufzugeben und zu allen Mitteln bereit sind...

Der junge Journalist Leo Marktgraf arbeitet als freier Mitarbeiter bei einer Kölner Tageszeitung und stellt Nachforschungen über den Tod eines seiner Freunde an, der plötzlich und unerwartet verstarb, nachdem er schwere öffentliche Anschuldigungen gegen die Familie Liefenstein und ihr mächtiges Firmenimperium erhoben hatte. Mehr oder weniger zufällig begegnet Leo Cosima und stellt fest, dass sie so gar nicht seinem Eindruck von einer jungen reichen Erbin entspricht. Die jungen Leute fühlen sich nach und nach zueinander hingezogen, denn nachdem jeder auf seinem Weg auf Mauern des Schweigens traf, haben sie doch entdeckt, wie gut sie sich verstehen und austauschen können und sie schmieden einen Plan, wie sie gemeinsam vorgehen um die Familien- und Firmengeheimnisse aufzudecken. Dabei verlieben sie sich immer mehr, doch Leo hat ein Geheimnis und verpasst den Zeitpunkt, Cosima die Wahrheit zu sagen....

Claire Winter hat es mal wieder geschafft einen hervorragend historisch recherchierten Roman zu schreiben, geschickt auf zwei Ebenen verteilt. Der Leser kann mitfiebern, wie Cosima und Leo ein Puzzlestück nach dem anderen finden und zusammensetzen und mit jedem Puzzlestück nimmt uns die Autorin mit nach Berlin in die 30er-Jahre, wo alles begann. Wir begegnen dem dunkelsten Kapitel unseres schönen Deutschlands in allen Facetten, nehmen Anteil an einer großen Liebe; sehen Wahrheit und Lüge; Macht und den Mut, sich dieser entgegenzustellen egal welche Konsequenzen es hat; Ungerechtigkeit und Gerechtigkeit, wenn auch sehr spät; Leidenschaft, die sich in Hass verwandelt; Verdrängung bis in die Gegenwart und tiefe Reue. Dabei sind die Charaktere der Protagonisten so authentisch und facettenreich geschildert, dass sich während des Lesens sofort eine Verbindung zu ihnen einstellt. Mir hat die Entwicklung von Cosima, die anfangs einfach nur die Privilegien ihres Standes genoss und keine Ahnung hatte, auf welchem menschenverachtendem Fundament es aufgebaut war, sich wirklich ernsthaft damit auseinandergesetzt hat und entsprechende Konsequenzen zog. Auch war es schön zu lesen, dass es trotz allem Leid und aller Schwere, die bis in unsere Gegenwart wirkt, es Hoffnung und Versöhnung geben kann, wenn die Menschen den Mut haben sich der Wahrheit zu stellen und für sie einzustehen. Wieder ein absolut gelungenes Buch und es muss gerade, wenn ich die heutige Entwicklung in unserem Land beobachte unbedingt gelesen werden.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Auf der Flucht....

Straße nach Nirgendwo (Sheridan-Grant-Serie 2)
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Die siebzehnjährige Sheridan Grant verlässt am Weihnachtsmorgen die elterliche Farm irgendwo in Nebraska. Nachdem es zu einem Familienstreit am Vorabend kam und das lang gehütete Familiengeheimnis ans ...

Die siebzehnjährige Sheridan Grant verlässt am Weihnachtsmorgen die elterliche Farm irgendwo in Nebraska. Nachdem es zu einem Familienstreit am Vorabend kam und das lang gehütete Familiengeheimnis ans Licht, wer denn nun wirklich Sheridans wahre Mutter ist, hält sie es auf der Farm nicht mehr aus. Den Vater, Vernon, hat die Wahrheit fast zerbrochen, und der Hass ihrer Adoptivmutter Rachel bricht sich nun ungezügelt Bahn und auch für Esra kommen Wahrheiten ans Licht, die sein faules und von der Mutter beschütztes Leben völlig auf den Kopf stellen. Doch Sheridan will nun endlich ihrem Traum folgen um in New York ein neues Leben anzufangen und endlich Sängerin zu werden.

Der blutige Amoklauf ihres Adoptivbruders Esra macht jedoch alle Träume von Sheridan zunichte. Kurzfristig kehrt sie auf die elterliche Farm zurück, doch sieht sie dort keine Zukunft für sich und flieht weiter vor den hasserfüllten Anschuldigungen ihrer Adoptivmutter und der unerbittlichen Presse, die es schafft, so gut wie das ganze Dorf gegen Sheridan aufzubringen. Sheridan bemüht sich verzweifelt ein neues Leben aufzubauen, doch ein merkwürdiges Geschehnis folgt dem anderen...

Währenddessen begegnen wir einem neuen Protagonisten, dem Detective Jordan Blystone, der unter anderem auch ein dreißig Jahre altes Familiengeheimnis aufdeckt und Sheridans Adoptivmutter Rachel Grant vor Gericht bringt. An ihm geht dieser Fall nicht spurlos vorbei, er kommt ebenfalls durch einen Zufall seinem Familiengeheimnis auf die Spur und die Begegnung mit dem Rodeoreiter Nicolas, bekannt aus dem ersten Band, stellt sein Weltbild völlig auf den Kopf....

Sheridan will nichts mehr mit ihrer Familie zu tun haben und lernt auf ihrem Weg wieder verschiedenste Männer kennen, die es nicht immer gut mit ihr meinen, doch als sie Dr. Paul Sutton in Massachusetts kennenlernt, schöpft sie Hoffnung....

In dieser Fortsetzung geht es spannend weiter, leider ist der Funke bei mir immer noch nicht übergesprungen, wobei ich diesen Band etwas besser fand, was auch der Entwicklung von Vernon und auch Jordan zu verdanken ist. Sheridan ist älter, vermeintlich reifer geworden, doch immer wieder tappt sie in alte Muster hinein und es werden wieder einige Klischees benutzt, was ich sehr schade fand.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Wenn die Wahrheit ans Licht kommt.....

Sommer der Wahrheit (Sheridan-Grant-Serie 1)
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Wir befinden uns in den 90er Jahren irgendwo in Nebraska. Die junge Sheridan Grant lebt mit ihren Adoptiveltern auf einer großen Farm und langweilt sich in ihrer Pubertät, weil auf dem Land einfach nichts ...

Wir befinden uns in den 90er Jahren irgendwo in Nebraska. Die junge Sheridan Grant lebt mit ihren Adoptiveltern auf einer großen Farm und langweilt sich in ihrer Pubertät, weil auf dem Land einfach nichts los ist. Die Arbeit auf dem Land ist anstrengend und für den Teeanager eintönig und schnell wird dem Leser klar, dass die Beziehung zu ihren Adoptiveltern kompliziert ist. Der Vater, Vernon, fördert die einzige Tochter, liebt sie von Herzen und wirkt doch merkwürdig distanziert. Die Mutter herrscht mit strengem und Sheridan gegenüber sehr ungerechtem Regime im großen Haus und zeigt dem jungen Mädchen bei jeder Gelegenheit ihre Ablehnung. Dann wären noch ihre Brüder Malachi, Hiram, Joe und Esra, wobei Esra der unangenehmste der Brüderschar ist. Sheridan ist froh in ihrer Tante Isabella jemanden zu haben, der sie versteht und in ihrer Gabe der Musikalität fördert.

Sheridan befindet sich mitten in der Pubertät, ist ein hübsches Mädchen und entdeckt ihre Wirkung auf Männer. Dabei bevorzugt sie ältere Männer wie Danny, den Farmarbeiter, den Schriftsteller Christopher und den Rodeoreiter Nicolas, der auch eine besondere Geschichte hat. Während dieser amourösen Schilderungen und den überflüssig beschriebenen Details musste ich leider an den Film "Lolita" denken.

Das Mädchen sucht verzweifelt nach Liebe und Annahme, die sie weder bei diesen Männern findet noch bei ihrer Familie und die Ablehnung ihrer Adoptivmutter wird immer extremer. Überhaupt sind die Protagonisten entweder gut oder böse, es gibt nicht viel dazwischen und mir fiel es aufgrund der vielen bemühten amerikanischen Klischees schwer, eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen. Sheridan erlebt Dinge, die kein Mädchen erleben sollte und ist dann wieder dabei, sich in den nächsten älteren verheirateten Mann zu verlieben, der zudem der neue Pastor der Gemeinde ist.....

Während dieser ganzen Geschehnisse findet sie durch Zufall heraus, wer ihre wahre Mutter ist und dieses düstere Familiengeheimnis droht alles auseinander zu sprengen......spannend zu lesen und dennoch ist bei mir der Funke nicht übergesprungen!

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Selma und Nils

Selma Lagerlöf - sie lebte die Freiheit und erfand Nils Holgersson
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Die Autorin Charlotte von Feyerabend nimmt uns mit nach Schweden und teilt mit uns die Lebensgeschichte der wohl berühmtesten Frau Schwedens, Selma Lagerlöf. Sie erschuf unter vielen anderen Werken "Nils ...

Die Autorin Charlotte von Feyerabend nimmt uns mit nach Schweden und teilt mit uns die Lebensgeschichte der wohl berühmtesten Frau Schwedens, Selma Lagerlöf. Sie erschuf unter vielen anderen Werken "Nils Holgersson" und beschenkte mit dieser freiheitsliebenden Geschichte viele Generationen von Kindern, unter anderem auch mich.

Selma Lagerlöf wuchs auf einem großen Bauerngut in Schweden auf und hatte eine glückliche Kindheit. Schon von klein auf war sie tief mit der Natur und den Tieren verbunden, liebte ihre Heimat und hatte auch eine große Sehnsucht nach der Welt. Auf jeden Fall spürte sie schon früh, dass sie anders war, andere Lebensvorstellungen hatte wie damals üblich und sie wollte schon immer schreiben. Diese Gabe lag schon in der Familie.

Doch der Weg zur Schriftstellerin war nicht leicht, denn Selma wollte auf jeden Fall finanziell unabhängig sein und schreiben. Aus diesem Grund zog sie nach Stockholm und absolvierte eine Ausbildung zur Lehrerin. Mit ihrem Gehalt finanzierte sie noch ihre Mutter, denn nach dem Tod ihres Vaters musste das Bauerngut verkauft werden, was Selma unfassbar schmerzte. Selma bleibt ihrem Traum zu schreiben treu, glaubt beharrlich an sich selbst und veröffentlicht etliche Erzählungen. In ihren Erzählungen bricht sie mit den damals auferlegten gesellschaftlichen Grenzen und macht sich in der damals von Männern dominierten Literaturszene nicht nur Freunde, sie erntet auch harsche Kritik.

Sie bleibt sich treu, heiraten kam für sie nie in Frage, dafür war sie zu freiheitsliebend und sie fühlte sich auch nicht zu Männern hingezogen. Selma lebte eine Dreiecksbeziehung mit zwei Frauen, einer Autorin und einer Aktivistin, teils platonisch, teils intim und das blieb nicht ohne Konflikte, denn wie auch gerne von polyamourös lebenden Menschen vertreten, haben sich nämlich nicht alle lieb, sondern werden verletzt, verletzen, sind eifersüchtig und leiden Schmerzen, die nicht sein müssten. Ich kann dieses Lebensmodell mit seiner angeblichen Freiheit und Liebe nicht nachvollziehen und diese Geschichte bestätigt es mal wieder.

Dennoch geht Selmas Weg immer weiter, sie unternimmt viele Reisen und auf einer Reise nach Lappland wird dann auch Nils Holgersson geboren, der alle Kinder mit auf die Reise durch Schweden nimmt und bis heute begeistert. Ihr größter Triumph über alle Kritiker war auf jeden Fall, dass sie als erste Frau den Literaturnobelpreis erhielt, doch ich glaube ihr Herz fand erst wirkliche Freude und Ruhe, nachdem sie das elterliche Bauerngut wieder zurückkaufen konnte. Dort lebte sie und half vielen Menschen auf eine ganz ruhige und stille Art, das machte sie dann für mich sehr sympathisch.

Charlotte von Feyerabend hat einen sprachlich sehr schönen Roman über diese unkonventionelle Schriftstellerin geschrieben, mit einem sehr gelungenen Cover und die Wildgänse begleiten den Leser auch in jedem Kapitel, der bis auf ihre amourösen Abenteuer für mich sehr schön zu lesen war und dass sie mir Nils Holgersson geschenkt hat, dafür bin ich ihr ewig dankbar.

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