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Veröffentlicht am 26.05.2025

Wenn Blumen sprechen...

Küss mich durch die Blume
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Juli liebt Blumen und ihren herrlichen kleinen Blumenladen mit Herz mitten in der Altstadt. Für sie ist ihr Beruf Floristin nicht nur ein Job, sondern eine Berufung. Menschen mit wunderschön kreativ gebundenen ...

Juli liebt Blumen und ihren herrlichen kleinen Blumenladen mit Herz mitten in der Altstadt. Für sie ist ihr Beruf Floristin nicht nur ein Job, sondern eine Berufung. Menschen mit wunderschön kreativ gebundenen Blumensträußen zu jedem Anlass eine Freude zu machen und ihr Herz zu berühren ist ihre absolute Passion. Ihr ganzes Herzblut fließt in diesen Laden, in dem die Menschen nicht nur wunderschöne Blumensträuße kaufen können, sie bekommen auch immer wieder ein Gespräch von Mensch zu Mensch und persönliche Beratung zu allen Arten von Pflanzen. Doch Juli drücken bei aller Liebe zu den Blumen auch ziemliche Geldsorgen. Kleine Geschäfte mit Herz geführt haben es in der heutigen Zeit, in der alles schnell und billig sein soll, nicht leicht.

Zu allem Überfluss eröffnet auch noch eine Billig-Blumenladen genau gegenüber. Eine Riesenkonkurrenz für Juli und ihr wird zunehmend bang ums Herz und ihren geliebten Laden. Juli wappnet sich und ist entschlossen, dem Feind die Stirn zu bieten. Dummerweise ist Ben, der Besitzer des so verachteten Blumenladens, sehr attraktiv und noch sehr viel scharmanter und Juli fällt es jeden Tag schwerer ihre Rüstung anzubehalten.....

Auf der Hochzeit von Julis bester Freundin Karina kommt es fast zum Showdown, denn Ben ist ein alter Freund des Bräutigams Henning und Julis Abneigung fängt ziemlich an zu bröckeln. Da jedoch beide so ihr Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen haben, gestaltet sich die beginnende Romanze nicht leicht und der Leser schwankt zwischen Lachen und Weinen und will immer mal mithelfen, die gegenseitigen Missverständnisse aufzuklären, doch dann geschieht etwas, dass alles zunichte zu machen droht....

Janka Friedrich ist ein ganz herrlicher leichter Sommerroman gelungen, man die verschiedenen Blumen förmlich riechen, so lebendig ist ihr Duft beschrieben und es wird auch ein ernsthaftes Problem beschrieben, denn viele wertvolle kleine Läden mit Herz haben mit diesem Problem zu kämpfen. Die Liebesgeschichte ist sehr schön beschrieben, sehr romantisch, humorvoll und auch tiefgehend. Ein Buch, dass sich lohnt zu genießen und es könnte durchaus sein, dass man danach in einen kleinen Blumenladen geht und sich einen wunderschönen Blumenstrauß gönnt:)

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Gott ist da in meinem Schmerz

Du bist da in meinem Schmerz
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"Gott ist ein verborgener Gott. Aber Er ist niemals ein Gott, der nicht da ist."

Dieses Zitat von Roland Hardmeier, Doktor der Theologie und Autor dieses besonderen Buches, ist nicht aus der Theorie entstanden, ...

"Gott ist ein verborgener Gott. Aber Er ist niemals ein Gott, der nicht da ist."

Dieses Zitat von Roland Hardmeier, Doktor der Theologie und Autor dieses besonderen Buches, ist nicht aus der Theorie entstanden, sondern aus dem Leben im Glauben. Glauben, der nicht nur in guten Zeiten Bestand sondern sich seit 20 Jahren in seinem Leben mit einer chronischen Krankheit und den einhergehenden Schmerzen und Zuständen bewährt hat. Solche Zeiten fordern unglaublich viel und sein Lebensmotto, dass sich daraus gegründet hat, "Manchmal verzweifelt, aber nie verlassen; manchmal am Boden, aber nie am Ende", durchdringt jedes Kapitel dieses so wertvollen Buches.

Für mich ist es ein absolutes Highlight unter allen christlichen Büchern, die jemals zum Thema Leid verfasst wurden, und ich habe mir so viel angestrichen und Texte rausgeschrieben, wie selten in einem Buch. Der Autor versteht es gründlich zu recherchieren und diese Recherche dem Leser in verständlicher Sprache zu vermitteln. Dabei bleibt er immer authentisch und ehrlich, das macht es so wertvoll und das holt denn Leser auch in seiner jeweiligen Schmerzsituation ab und ich empfand es durchgehen erhellend, hoffnungsvoll und ermutigend.

Roland Hardmeier geht der Frage nach Schmerz und Leiden und wie unterschiedlich es in der Welt ausgeprägt ist nach und schaut sich zu Beginn des Buches im ersten Teil an, was denn das Problem des Bösen ist, wie die Antwort der verschiedenen Weltreligionen darauf ist, sehr spannend und was denn nun mit uns geschieht, wenn wir leiden. Dieses Kapitel hat in vielen Aspekten die Augen geöffnet, auch weil es dem Autor gelungen ist, die Antwort des christlichen Glaubens sehr klar herauszuarbeiten und darzulegen. Eine Antwort, die alle anderen Weltreligionen schuldig blieben.

Im zweiten Teil beschäftigen wir uns mit dem Thema, wer denn die Freunde auf unserem Weg des Schmerzes und des Leidens sind. Diesen Teil fand ich auch besonders wertvoll, denn er stellt verschiedene Personen aus der Bibel vor, die alle lange Phasen ihres Lebens unter Leid und Schmerz gelitten haben, wie Hiob, Jeremia, David, Paulus und Jesus. Diese Kapitel empfand ich bei aller Schwere durchgehend hoffnungsvoll und ermutigend und meine Sicht auf Gott durfte sich erweitern und vertiefen.

Im dritten und letzten Teil tanzt der Leser mit dem Autor im Wind und findet neben theologischen Ausführungen die Kombination mit den biografischen Erlebnissen des Autors, was mir während des Lesens und darüber hinaus sehr viel gebracht hat. Jeder, der leidet und Schmerz in seinem Leben erfährt, will diesem Leiden auf den Grund gehen und sucht Trost in seinem Schmerz. Dieses Buch kann Antwort liefern, weil es auf den hinweist, der für unser Leid und unseren Schmerz gestorben ist und das in einer sehr ehrlichen, empathischen, tiefen, hoffnungsvollen und ermutigenden Weise. Ich liebe dieses Buch und werde es noch viele Male in die Hand nehmen und lesen.

Sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Die längste Reise ist die Reise nach innen

Die Frau und der Fjord
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Wir befinden auf den Lofoten am äußersten Zipfel Norwegens im Nordatlantik. Dort steht ein einsames kleines rotes Holzhäuschen mit Blick auf den Fford in der atemberaubenden rauhen Landschaft Norwegens. ...

Wir befinden auf den Lofoten am äußersten Zipfel Norwegens im Nordatlantik. Dort steht ein einsames kleines rotes Holzhäuschen mit Blick auf den Fford in der atemberaubenden rauhen Landschaft Norwegens. Nur ein kleiner Landesteg mit einem kleinen Boot verbindet das Holzhäuschen mit der lauten Welt draußen. Hier im Fjord ist es still und leise, außer es herrscht ein Sturm und genau diese Stille und Einsamkeit sucht Gro. Nach dem tragischen und mysteriösen Unfalltod ihres Mannes zieht sich die taffe und erfolgreiche Geologin zurück in die Einsamkeit. Sie lässt ihren jahrelang so geliebten Job auf einer der größten Ölplattformen der Welt hinter sich, verkauft alles und sucht Zuflucht in der Einsamkeit der Arktis. Ganz allein ist sie nicht, denn ihr geliebter Mann Niklas ist weiterhin jeden Tag bei ihr, nicht nur in der Urne, die sie mitgenommen hat, sondern auch in ihren Erinnerungen und in ihren Träumen.

Gro kommt im Winter auf den Lofoten an und das Wetter ist rau und unbarmherzig, doch Gro spürt es kaum. Sie ist völlig in ihrer Trauer versunken und will niemanden mehr sehen und hören. Ganz langsam begibt sie sich wieder auf den Weg des Lebens, in dem sie in den Wanderschuhen ihres Mannes langsam und zaghaft die Natur um sich herum ergründet. In seinen Schuhen fühlt sie sich ihm am nächsten. Alles andere hält sie nicht aus und will sie auch nicht. Ein kleiner verletzter Vogel zeigt ihr, dass sie vielleicht doch noch für etwas gut ist. Eines Abends erhält sie über Funk einen Notruf und auch wenn Gro kein Interesse an Menschen mehr hat, macht sie sich doch auf den gestrandeten Fischer zu retten. Sie pflegt ihn gesund und durch Jens beginnt Gro auf zaghafte und erstmal widerwillige Art zu ahnen, dass es für sie vielleicht doch noch einmal Nähe zu einem Menschen geben kann, doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg....

Sie braucht weiterhin die Einsamkeit und das Alleinsein und der Leser geht mit Gro durch ein intensives Jahr der Trauer, erlebt wie sie wieder Freude an der Natur findet und daran, was sie an Blüten und Früchten zu bieten hat, die Gro mit wachsender Begeisterung verarbeitet. Immer mehr schätzt sie die besondere Natur der Lofoten und nachdem sie und nicht nur sie allein eine Erdölquelle entdeckt hat und durch ihren Job weiß, was das für die Natur und auch deren Bewohner bedeutet, schafft sie es, sich wieder dem Leben und auch Jens zuzuwenden und geht einen mutigen Schritt....

Annette Strohmeyer hat einen ganz wunderbar leisen und intensiven Roman über Trauer, Loslassen und Neuanfangen geschrieben. Sie nimmt uns mit in die wunderschöne Natur Skandinaviens, die sie so liebt und auch in ihr persönliches Erleben von Trauer, Verlust und Neuanfang. Mir hat dieses Debut ganz besonders gut gefallen, sei es von der Sprache her, die wunderschönen Naturbeschreibungen sowie auch die authentische Darstellung von bodenloser Trauer und aufkeimender Hoffnung.

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Veröffentlicht am 11.05.2025

Die Liebe zu Büchern und wie es gelingt mehrere Leben zu leben...

Die Buchhändlerin
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Wir befinden uns in Frankfurt im Jahr 1945. Der Krieg ist gerade zu Ende gegangen und nun beginnt für die geschundene Bevölkerung die nicht minder schwere Zeit der Nachkriegszeit. Nun ist Frieden, doch ...

Wir befinden uns in Frankfurt im Jahr 1945. Der Krieg ist gerade zu Ende gegangen und nun beginnt für die geschundene Bevölkerung die nicht minder schwere Zeit der Nachkriegszeit. Nun ist Frieden, doch in vielen Herzen der Menschen ist der Krieg noch verankert und es herrscht vielerorts der Hunger, die Armut, das Kriegstrauma und es gibt nicht wenige Menschen, die leider nicht begreifen, dass der Krieg verloren und die vorherrschende Ideologie besiegt ist. Nun wollen die Menschen nach vorne schauen und sind mit dem Aufräumen und dem Aufbau beschäftigt. Für viele Heimkehrer aus den verschiedenen Gefangenenlagern geht der Krieg im Inneren weiter.

Die junge Christa Schwertfeger lebt mit ihrer Mutter Helene und ihrem Onkel Martin mitten in Frankfurt. Ihre Buchhandlung, die seit drei Generationen im Familienbesitz ist, bekommen sie nach der Enteignung der Nazis wieder zurück und nun beginnen sie langsam wieder in das Leben der Bücher und der Literatur hineinzukommen, was nicht einfach ist, denn viele Autoren und deren Bücher waren im Dritten Reich verboten und es gibt kaum noch gehaltvolle Literatur. Christa liebt seit ihrer Kindheit Bücher und träumt davon Germanistik zu studieren und in die Welt der Literatur einzutauchen, ganz im Gegensatz zu ihrer Mutter, die das junge Mädchen am liebsten auf die Bräuteschule schicken würde, damit sie dort zu einer guten Haus- und Ehefrau ausgebildet wird. Zwei Lebensanschauungen treffen nun aufeinander, doch die Familie hält in diesen Notzeiten dennoch zusammen. Christas Ausflug an die Universität endet in kompletter Ernüchterung, denn die Professoren sind noch genau dieselben wie im Dritten Reich und für junge ehrgeizige Frauen sehen sie keinen Platz an der Universität. So arbeitet sie mit ihrem Onkel Martin in der Buchhandlung, dem Ruhepunkt in ihrem Leben und findet mehr und mehr Gefallen daran.

Martin ist der geborene Buchhändler und Literat, feinsinnig und gebildet. Nach seinem durch eine Denunziation verursachten Aufenthalt in einem Konzentrationslager kommt er als gebrochener Mann nach Hause und findet nach und nach Halt in den Büchern. Es sieht so aus, als würde die Buchhandlung Schwertfeger wieder zu neuem Leben erwachen, doch Martin hat noch ein anderes Geheimnis, das nicht nur ihn vollkommen zu zerbrechen scheint, auch die anderen Familienmitglieder kommen an ihre seelischen und körperlichen Grenzen. Christa sieht steht nicht nur privaten Herausforderungen gegenüber, sondern ist auch von jetzt auf gleich damit konfrontiert, die familiäre Buchhandlung zu führen und zu erhalten, was ihr durch ihre Klugheit, ihr Ideenreichtum und ihre Tatkraft auch immer mehr gelingt. Dennoch hadert sie damit, nicht das Leben führen zu können, dass sie sich erträumt hat....

Ines Thorn nimmt den Leser ganz gekonnt und gut recherchiert mit in die Nachkriegsjahre von Frankfurt und lässt das damalige Lebensgefühl zwischen Bedrückung und Neuanfang, Verzweiflung und Lebenshunger, Zerstörung und Aufbau sehr lebendig aufleben. Es war schön zu lesen, wie der Hunger nach guter Literatur in den Menschen trotz Krieg und jahrelanger Indoktrinierung immer noch da war und ich musste bei allem schweren, was beschrieben wurde, wirklich mal herzlich lachen über den neu ins Leben gerufenen Literaturkreis, der sich rauchend! und diskutierend in der Buchhandlung traf. Das wäre heute nicht mehr möglich;). Richtig gut fand ich auch die Geschichte der Verlage und wie sie sich wieder entwickelt haben und auch die eingestreute Lyrik hat mir sehr gut gefallen. Bedrückend fand ich die Verfolgung bestimmter Menschen und die Lügen, mit denen sie leben mussten. Insgesamt hat mir dieser hervorragend recherchierte historische Roman sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den zweiten Band.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Wer für die Wahrheit eintritt....

Die Erbin
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Wir befinden uns in Köln und den 50er-Jahren. Die junge Cosima Liefenstein ist eine reiche Erbin einer mehr als einflussreichen Industriellenfamilie, die schon vor Generationen gewusst hat, wie Reichtum ...

Wir befinden uns in Köln und den 50er-Jahren. Die junge Cosima Liefenstein ist eine reiche Erbin einer mehr als einflussreichen Industriellenfamilie, die schon vor Generationen gewusst hat, wie Reichtum und Wohlstand aufzubauen sind. Cosima wurde im zweiten Weltkrieg geboren und genoss trotz der harten Zeiten damals eine ausgezeichnete Erziehung und Ausbildung. Dabei wirkt die junge Frau nicht verwöhnt, sondern sie möchte, nach einer eindrücklichen Begegnung mit einer alleinerziehenden Mutter aus einer anderen sozialen Schicht als der ihren, etwas Gutes für diese Frauen tun und gründet eine Stiftung für bedürftige Frauen und Mütter. Nicht alle in der Familie, auch nicht ihr Verlobter Alexander, sehen das wohlwollend, doch ihr Onkel Theodor, das unumschränkte Familienoberhaupt, unterstützt sie, denn er liebt seine Nichte aus ganz bestimmten Gründen besonders. Doch auf der Stiftungsfeier macht Cosima eine Beobachtung, die ihr Leben und ihre Sicht, ihre Loyalität und ihre Liebe zu ihrer Familie, auf den Kopf stellt und Cosima nach und nach veranlasst, Nachforschungen zum Thema Firmengeschichte anzustellen. Dabei kommt sie Familiengeheimnissen auf die Spur, die es ihr nicht möglich machen einfach gemäß ihres Standes und Status weiterzuleben. Bei ihren Recherchen schreckt Cosima Geister aus der finstersten Zeit Deutschlands auf, die nicht bereit sind ihre geheimen Netzwerke aufzugeben und zu allen Mitteln bereit sind...

Der junge Journalist Leo Marktgraf arbeitet als freier Mitarbeiter bei einer Kölner Tageszeitung und stellt Nachforschungen über den Tod eines seiner Freunde an, der plötzlich und unerwartet verstarb, nachdem er schwere öffentliche Anschuldigungen gegen die Familie Liefenstein und ihr mächtiges Firmenimperium erhoben hatte. Mehr oder weniger zufällig begegnet Leo Cosima und stellt fest, dass sie so gar nicht seinem Eindruck von einer jungen reichen Erbin entspricht. Die jungen Leute fühlen sich nach und nach zueinander hingezogen, denn nachdem jeder auf seinem Weg auf Mauern des Schweigens traf, haben sie doch entdeckt, wie gut sie sich verstehen und austauschen können und sie schmieden einen Plan, wie sie gemeinsam vorgehen um die Familien- und Firmengeheimnisse aufzudecken. Dabei verlieben sie sich immer mehr, doch Leo hat ein Geheimnis und verpasst den Zeitpunkt, Cosima die Wahrheit zu sagen....

Claire Winter hat es mal wieder geschafft einen hervorragend historisch recherchierten Roman zu schreiben, geschickt auf zwei Ebenen verteilt. Der Leser kann mitfiebern, wie Cosima und Leo ein Puzzlestück nach dem anderen finden und zusammensetzen und mit jedem Puzzlestück nimmt uns die Autorin mit nach Berlin in die 30er-Jahre, wo alles begann. Wir begegnen dem dunkelsten Kapitel unseres schönen Deutschlands in allen Facetten, nehmen Anteil an einer großen Liebe; sehen Wahrheit und Lüge; Macht und den Mut, sich dieser entgegenzustellen egal welche Konsequenzen es hat; Ungerechtigkeit und Gerechtigkeit, wenn auch sehr spät; Leidenschaft, die sich in Hass verwandelt; Verdrängung bis in die Gegenwart und tiefe Reue. Dabei sind die Charaktere der Protagonisten so authentisch und facettenreich geschildert, dass sich während des Lesens sofort eine Verbindung zu ihnen einstellt. Mir hat die Entwicklung von Cosima, die anfangs einfach nur die Privilegien ihres Standes genoss und keine Ahnung hatte, auf welchem menschenverachtendem Fundament es aufgebaut war, sich wirklich ernsthaft damit auseinandergesetzt hat und entsprechende Konsequenzen zog. Auch war es schön zu lesen, dass es trotz allem Leid und aller Schwere, die bis in unsere Gegenwart wirkt, es Hoffnung und Versöhnung geben kann, wenn die Menschen den Mut haben sich der Wahrheit zu stellen und für sie einzustehen. Wieder ein absolut gelungenes Buch und es muss gerade, wenn ich die heutige Entwicklung in unserem Land beobachte unbedingt gelesen werden.

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