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Veröffentlicht am 02.11.2025

Idee super, Umsetzung leider mit Schwächen

Felix Green – Geisterseher und Geheimagent
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Würdest du deinem Mitschüler glauben, wenn er dir sagt, dass du heute einen Unfall haben wirst und dich dabei verletzt? Nein? Willkommen im Leben von Felix Green. Sein toter Großvater zeigt ihm Zukunftsvisionen ...

Würdest du deinem Mitschüler glauben, wenn er dir sagt, dass du heute einen Unfall haben wirst und dich dabei verletzt? Nein? Willkommen im Leben von Felix Green. Sein toter Großvater zeigt ihm Zukunftsvisionen von Überfällen, Unfällen und gefährlichen Situationen, die Felix zu verhindern versucht, indem er die betroffenen Menschen davor warnt. Doch niemand glaubt ihm – im Gegenteil: Man wirft ihm vor, die Ereignisse selbst herbeigeführt zu haben! Als er wieder einmal zum Schulleiter zitiert wird, steht er dort jedoch nicht seinem Direktor gegenüber, sondern einem Mädchen namens Lydia, die ihm erzählt, dass er eine besondere Gabe hat und ab sofort in London auf eine geheime Schule für Traumweber und Geisterseher gehen kann. Doch selbst mit Anleitung werden Felix‘ Visionen nur noch düsterer und er sieht in einem Albtraum, dass ein Dämon die Magische Meile und die Geisterseher bedroht. Werden seine Warnungen diesmal ernst genommen?
Diese Geschichte hat so viel Potenzial! Sie hat ein bisschen was von Harry Potter (Setting), ein wenig von Peter Grant und den Flüssen von London (Geister) und einen Hauch vom Goldenen Kompass (Seelentiere) – Magie, Geister und Geheimnisse und das alles vor Londoner Kulisse unter dem Deckmantel einer Geheimorganisation. So weit, so gut und so außergewöhnlich und nicht 0-8-15. Aber leider, leider wird das Potenzial nicht vollends ausgeschöpft. Die Story wirkt etwas gehetzt, denn nach einer Einführung folgen plötzlich Zeitsprünge, die so stark raffen, dass ich das Gefühl hatte, sehr viel Essenzielles verpasst zu haben, besonders in Bezug auf die Figurenentwicklung und das Worldbuilding, was meiner Meinung nach so wichtig gewesen wäre. Die Welt rund um den Geheimdienst der Geisterseher ist sehr komplex und man benötigt etwas Zeit um sich reinzufinden. Doch kaum ist das Gröbste erklärt und Felix hat eine vage Vorstellung von dem, was auf ihn zukommen wird, wird eine Raffung vorgenommen und wir können an den ersten drei Monaten seines Einstiegs in den Geheimdienst nicht teilhaben. Mich persönlich hat das sehr gestört und ich konnte dadurch keinen tiefgreifenden Zugang zum Protagonisten aufbauen, denn diese entstandene Leerstelle war für mein Leseerlebnis zu groß, leider.
Die Komplexität der Geheimdienstwelt und der „Magischen Meile“ in Kombination mit teils doch sehr heftigen und anschaulich beschriebenen Monstern und Ereignissen (Achtung, Spoiler: Tod!) lässt mich zu dem Schluss kommen, dass eine Leseempfehlung ab 10 Jahren nicht altersgemäß ist. Ich denke, dass 12 Jahre eine bessere Altersgrenze darstellt.
Positiv aufgefallen sind mir die Themenaspekte ADHS und damit einhergehend Probleme wie Dyskalkulie und Dyslexie, Impulskontrollstörung und die Wut darüber, nicht verstanden zu werden. Viele Leser*innen, egal ob jung oder alt, können sich sicherlich in Felix wiederfinden. Diesen Rezipienten kann diese Geschichte auch Mut machen, denn sie haben keine Krankheit oder Störung, die nicht in das enge Korsett unserer Gesellschaft passt, sondern ihre Stärken liegen einfach an anderer Stelle. Dadurch sind diese Personen aber nicht weniger wert – im Gegenteil! Die starke Botschaft dieses Buches ist: Sei, wer du bist, mit all deinen Schwächen und den daraus resultierenden Stärken – auch wenn du letztere manchmal erst suchen und finden musst!
Ich werde die Reihe rund um Felix Green und den Geheimdienst der Geisterseher auf jeden Fall weiterverfolgen und hoffe einfach auf mehr Tiefgang in den Folgebänden.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Magische Wesen, Steampunk und eine liebenswerte Protagonistin

Nelly Emberwing (1). Die verbotenen Wesen von Rustgate
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Nelly hat es geschafft: Eine reiche Familie aus Rustgate hat sie als Dienstmädchen aus dem Waisenhaus geholt. Sie darf sogar als Ersatzzofe mit ihrer Herrin in den berühmten Sternenzirkus! Dort erlebt ...

Nelly hat es geschafft: Eine reiche Familie aus Rustgate hat sie als Dienstmädchen aus dem Waisenhaus geholt. Sie darf sogar als Ersatzzofe mit ihrer Herrin in den berühmten Sternenzirkus! Dort erlebt sie bisher nie Gesehenes: Einen Direktor, der Beißer – eine Mischung aus Fledermaus und Ratte – zähmt, eine Fee, die vom Hochseil fällt, und einen Magier, der Menschen verschwinden lassen kann. Das Besondere daran: Diese sogenannten Chimären sind in Rustgates Öffentlichkeit verboten bzw. nicht gern gesehen. Denn vor 15 Jahren tat sich plötzlich ein Riss in der Erde der Stadt auf und brachte diese Wesen aus einer anderen Welt hervor. Nachdem Nelly von ihrer Herrin entlassen wird, weil sie sich mit dem Chimären-Magier unterhalten hat, schließt sie sich selbst dem Zirkus an und wird die „Hüterin der Chimären“. Bald schon ist sie nicht nur für die Beißer zuständig, sondern auch für das drachenähnliche Wesen, das in Nellys Obhut schlüpft…
Kira Gembri ist hier wieder einmal ein wunderbarer Auftakt-Band gelungen! Sie entführt uns dieses Mal in eine Welt, die historisch im 19. Jahrhundert zu verorten ist, in der Standesdünkel an der Tagesordnung sind, ebenso wie Ausbeutung und die Faszination am Fremdartigen – was aber natürlich niemand zugeben würde! Dazu mischt sie eine Prise Steampunk, was den krassen Gegensatz zwischen technologischem Fortschritt und dem Vorhandensein von magischen Wesen und einer Klassengesellschaft noch deutlicher hervortreten lässt. In der Geschichte herrscht eine Faszination gegenüber Neuem und Altem vor, was ihr eine ganz eigene Atmosphäre verleiht. Ich habe mich sofort eingefunden in Rustgate und seiner doch etwas verzwickten Lage. Der Fantasie zuträglich sind besonders auch die schwarz-grauen Illustrationen von Thomas Goldschalt, die an strategisch günstigen Positionen in der Geschichte immer wieder auftauchen und bestimmten Figuren oder Ereignissen zugeordnet sind. So können auch Kinder schnell erkennen, wer gerade im Fokus steht bzw. wo das Geschehen sich derzeit abspielt.
Besonders gut gefallen mir die kurzen, überschaubaren Kapitel, die in sich abgeschlossene Erzählsequenzen beinhalten. Für junge Lesende und/oder Vorlesende ein klarer Vorteil! Auch die Themen dieser Geschichte sind altersgemäß dargestellt und regen trotzdem zum Nachdenken und zum gemeinsamen Aufarbeiten an, denn nie waren sie aktueller als gerade jetzt! Andersartigkeit, Fremdenhass, Ausbeutung, Diskriminierung und Standesunterschiede stehen Freundschaft, Zusammenhalt, gefundener Familie, Mut und Hoffnung gegenüber. Und ja, auch Tierquälerei ist im Zusammenhang mit der Zirkusthematik ein Aspekt dieser Geschichte. Wenn wir unseren Kindern nicht ein Umdenken in dieser Richtung aufzeigen wollen und können, wem denn dann? Kira Gembri versteht es auf großartige, einfühlsame und dennoch eindeutige Weise, auf diese Themen hinzuweisen und auch Alternativen aufzuzeigen. Ausgrenzung entsteht in unseren Köpfen und Andersartigkeit muss nichts Schlechtes sein!
Das beste Beispiel dieser Geschichte ist die Protagonistin Nelly. Sie entwickelt sich zu einer sehr starken, mutigen und trotz ihrer Vorgeschichte und Erlebnissen wahrlich altruistischen Figur, die kleinere Schwächen hat – ja, Diebstahl ist nicht in Ordnung! –, aber das Herz absolut am rechten Fleck trägt. Es war mir eine große Freude, ihre Freundschaft mit Camou verfolgen zu können und ich bin so gespannt auf die Folgebände! Apropos Camou: Ich bin ja eigentlich überhaupt kein Fan von menschlichen Figuren auf dem Buchcover, weil ich lieber meiner eigenen Fantasie freien Lauf lasse, aber dieses Cover ist einfach nur wunderschön und exakt so, wie ich mir Nelly und ihren kleinen Drachen vorgestellt habe! Es ist einfach im Gesamten stimmig mit dem Straßensetting von Rustgate im Hintergrund und der Farbauswahl.
Im Herbst 2026 geht die Reise hoffentlich zurück nach Rustgate. Ich hoffe, Nelly sammelt bis dahin nicht allzu viele weitere Chimären auf… Sicher sein kann man sich da bei ihr aber nicht!

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Ein fulminantes Finale zum Lachen, Weinen und Staunen!

KoboldKroniken 6. Kampf um Kwertz
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Das Lied der Sieben – es muss gesungen werden! Und das wird es. Aber unsere sieben Helden von Kwertz müssen noch so manch offene Side-Quest vollenden, bevor sie sich in den Endkampf mit Ex-Koboldprinzessin ...

Das Lied der Sieben – es muss gesungen werden! Und das wird es. Aber unsere sieben Helden von Kwertz müssen noch so manch offene Side-Quest vollenden, bevor sie sich in den Endkampf mit Ex-Koboldprinzessin Azzrar und Drache Fafnir stürzen können. Während die Freunde in Blendheim an der GGG versuchen, das Schwert Balmung neu zu zeichnen, damit es sich wieder zusammenfügt, nehmen Klabauter Talugo, sein treuer Gefährte Platsch und Schratin Prrzl den Kampf gegen Azzrars Krottenschrate in den Höhlen von Kwertz auf. Kein leichtes Unterfangen, denn das Kampfgeschehen rückt immer näher an die Erdoberfläche heran, was sich durch Erdbeben in Eschenfeld bemerkbar macht. Die Helden müssen handeln - und das schnell. Aber wie können sie nach Kwertz gelangen? Azzrar hat alle Passwörter der Niflungentüren geändert bzw. sie zuschütten lassen. Und auch ein Pfützensprung mit Hilfe Talugos ist nicht mehr möglich… Es gibt jedoch noch eine lang vergessene Tür in einem Freizeitpark. Wie gut, dass an der GGG bald Wandertag ist! Auf nach Kwertz zur letzten Schlacht!
Da ich die Bände 1 bis 4 als Hörbücher gehört habe (übrigens grandiose, hörspielartige Hörbücher!), befand ich mich visuell gesehen bei Band 5 und 6 auf Neuland. Aber ich liebe die Aufmachung der Bücher als ledergebundene, überall mitgeschleppte und deswegen leicht angeranzte Notizhefte, die angesengt, vollgeblutet, verümpfschleimt und beklebt werden! Darios (bzw. Thomas‘) Zeichnungen sind so detailreich und der Stil gefällt mir unfassbar gut. Das Werk wahrer Chronisten!
Die KoboldKroniken sind geprägt von Freundschaft, Zusammenhalt, Familie, dem Suchen und Finden der eigenen Talente, Stärken und Schwächen, von Erfindungsreichtum, dem gemeinsamen Lösen von Problemen und dem Einstehen für Gerechtigkeit – egal, ob in Blendheim oder in Kwertz. Zudem gibt es immer wieder kleine Denkanstöße in Bezug auf Schule und Schulstoff, Film- und Textreferenzen für Jung und Alt und Namen, die ersten auf den zweiten Blick zu durchschauen sind. Ein Spaß für Kinder/Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen!
Dario hat eine starke Figurenentwicklung durchgemacht, die für mich im Gesamtbild absolut schlüssig und rund ist. Er steht für sich und seine Freunde ein, ist an seinen Aufgaben gewachsen und kann sich trotzdem, wenn nötig, zurücknehmen. So ergeht es auch Rumpel, Clara-mit-C (die ich zu Anfang echt nicht ausstehen konnte…) und Selin. Und auch Lennard überrascht uns am Ende mit einer ganz neuen Seite von sich! So schnell kann man innerhalb eines Schuljahres innerlich (und bei Dario auch äh… äußerlich… wer das Ende kennt, weiß, was ich meine…) über sich hinaus wachsen.
Ein fulminantes Ende mit einem würdigen Abschluss… Oder ist es vielleicht gar nicht das Ende?! Wir sollten die Höhlen unter dem GGG auf jeden Fall im Auge behalten. Und wer weiß, möglicherweise finden wir die Niflungentür in der Drachenbahn des Adventure Land bei unserem nächsten Wandertag und können selbst einmal nach Kwertz reisen? Ich wäre auf jeden Fall dabei!

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Die Ereignisse überschlagen sich in der Spellcrafter Gesellschaft…

Spellcraft, Band 2 - Die Macht der weißen Sonne
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Die Londoner Artefakt-Magier werden wieder einmal Ziel eines Anschlags: Mitten auf dem Winterball der Septs, den Magieaufsehern der Spellcrafter, seilen sich vermummte Personen ab, die grell leuchtende ...

Die Londoner Artefakt-Magier werden wieder einmal Ziel eines Anschlags: Mitten auf dem Winterball der Septs, den Magieaufsehern der Spellcrafter, seilen sich vermummte Personen ab, die grell leuchtende Anzüge tragen und stehlen der Anführerin von Sept Felicitas ihr Collier. Ebenso schnell wie sie gekommen sind, verschwinden die Angreifer wieder, hinterlassen aber verletzte und erneut verstörte Spellcrafter – unter ihnen auch Lucys Freund Renly. Doch was niemand ahnt: Lucy wurde kurz vor dem Angriff gewarnt. Seit der Öffnung des sechsten Tores hört sie nämlich eine Stimme in ihrem Inneren, die sie in ihren Träumen besucht – und nun auch am Tage zu ihr spricht. Lucy wird ins Konklave der Septs berufen und soll ihre Sicht des Abends schildern. Ob auch diesmal der Leiter von Sept Argent, Halston Prince, hinter dem Überfall steckt? Schließlich hat er beim letzten Mal ein Monster auf diese Welt losgelassen, als er heimlich und zu seinem Vorteil das sechste Tor öffnen wollte, um verborgen vor den anderen Septs Aether zu sammeln. Doch dies ist nicht Lucys einzige Sorge: Immer mehr Spellcrafter rebellieren gegen die Herrschaft der Septs, da plötzlich Crafter verschwinden und sie nicht von den Septs geschützt werden. Und auch die Stimme flüstert Lucy zunehmend zu, dass die Magieweber frei sein sollten…
Dieser zweite Band ist geprägt vom Drang nach Freiheit und Selbstbestimmung, von der Sehnsucht nach Veränderung und Wandel, dem Ablegen überholter Gesellschaftsstrukturen, aber auch das Gegenteil kommt hier stark zum Tragen: Machtgier, Neid, Unterdrückung. Hier wird sehr viel Handlung in sehr wenig erzählte Zeit verpackt, ein tragendes Ereignis folgt auf das nächste. Das Erzähltempo ist durchgängig hoch, zum Luftholen ist kaum Zeit. Ob das immer von Vorteil ist, weiß ich nicht genau. Lucy hat dadurch kaum Zeit, zu hinterfragen, was und warum die Stimme ihr einflüstert. Und wer diese Stimme überhaupt ist. Lucy ist im ersten Band eine sehr aufgeweckte, neugierige Spellcrafterin, aber hier fehlt mir diese Neugier und auch ein gesundes Maß an Skepsis. Zum Schluss ist kaum mehr ersichtlich, welche Gedanken ihre eigenen sind und welche ihr von der Stimme eingegeben wurden. Um ehrlich zu sein, hat mich dieser Umstand etwas gewurmt. Denn grundsätzlich mag ich die Protagonistin sehr und auch ihre Figurenentwicklung zu einer selbstbewussten Spellcrafterin gefällt mir gut. Aber diese Leichtgläubigkeit, die sie letztendlich zur Rebellin werden lässt, macht sie anfällig für Manipulationen – und genau das wollte sie ja nach der Erinnerungslöschung im ersten Band durch Halson Prince nie wieder. Denn wenn man sich selbst, seinen Gedanken und Erinnerungen nicht trauen kann – wem dann?
Ich bin nun wirklich gespannt auf das Finale. Wird sich die Spellcrafter Gemeinschaft von der Kontrolle der Septs freimachen können? Und welche Rolle werden Lucy, Renly, Adele und auch Carter in diesem Spiel der Mächte übernehmen (müssen)?

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Eine neue, tierische Reihe von Gina Mayer

Wilderland – Der Wald
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Calum ist 14 Jahre alt und schon als Baby von einem Pflegeelternpaar zum nächsten gereicht worden. Jetzt soll er in eine neue Wohngruppe in eine neue Stadt in einem anderen Bundesstaat umziehen, was nicht ...

Calum ist 14 Jahre alt und schon als Baby von einem Pflegeelternpaar zum nächsten gereicht worden. Jetzt soll er in eine neue Wohngruppe in eine neue Stadt in einem anderen Bundesstaat umziehen, was nicht nur ihn, sondern auch die Frau vom Jugendamt stutzig macht. Und überhaupt ist diese neue WG komisch: Die drei dort bereits wohnenden Jugendlichen bleiben die meiste Zeit unter sich und hocken tagsüber geheimniskrämerisch im Zimmer der Mädchen zusammen. Calum findet zunächst nur schwer Zugang zu Jasleen, Skye und Miro. Erst bei einem Waldausflug bemerken die Jugendlichen, dass sie doch mehr verbindet, als sie denken. Denn Jasleen hat eine Neigung zu Schlangen bzw. Vipern, in Skyes Nähe befindet sich stets eine Krähe und Miro verschwindet auf dem Ausflug nachts mit einem Luchs. Und auch Calum ist besonders: Sein Geruchssinn ist unfassbar gut. So gut, dass er bald bemerkt, dass die Wohngruppe ausspioniert wird… Ist es also doch kein Zufall, dass er in dieser WG gelandet ist…?
Diese neue Reihe von Gina Mayer ist definitiv noch etwas düsterer als die „Internat“ und „Stadt der bösen Tiere“-Bände. Für mich ist die Mensch-Tier-Thematik leider mittlerweile ausgelaugt, daher konnte mich die Geschichte nicht so recht mitreißen. Sie war dennoch in Teilen rasant und spannend, schon fast wie ein Spionage-Thriller. Denn dieses Mal ist eine Interspezies-Kommunikation auf Grund einer Genmanipulation der Kinder möglich – nicht, wie in der vorherigen Reihe, durch Genmutation bzw. Vererbung. Die Thematik ist schon auf ältere Kinder bzw. Jugendliche ausgelegt, da ein Mindestmaß an Grundwissen und Verständnis vorausgesetzt werden muss, was das Thema Genetik/Biologie angeht. Ich würde es ab 12 Jahren empfehlen. Das Ziel und die Hauptintention dieser Genmanipulation wurden mir im ersten Band noch nicht ganz ersichtlich. Sollen die Kinder zu modifizierten Supersoldaten werden? Oder wollte wieder nur eine verrückte Wissenschaftlerin die Grenze des Machbaren austesten? Die Geschichte – und besonders das Ende – haben mich sehr stark an X-Men und hier im Speziellen an „Old Man Logan“ erinnert. Wer solche Themen mag, wird hier fündig werden.
Ich hoffe, dass die Figuren im Verlauf der Reihe noch etwas an Tiefe gewinnen und wir möglicherweise noch etwas mehr über ihre Innenwelt erfahren werden. Bisher war es mir etwas zu wenig, aber im Vordergrund stand in diesem ersten Band auch die Entdeckung der Talente der Jugendlichen. Ich bin gespannt, wo die Reise hingehen und auf wie viele Bände die Reihe angelegt sein wird.

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