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Veröffentlicht am 14.06.2025

Fesselnder Plot

Ihr werdet sie nicht finden
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Privatdetektivin Franka Lichtenwalter wird engagiert, die vermisste Silvia Frieling aufzuspüren. Die 22-Jährige, die als verschroben gilt, hat das Haus ihrer Mutter verlassen und ist untergetaucht. Ihre ...

Privatdetektivin Franka Lichtenwalter wird engagiert, die vermisste Silvia Frieling aufzuspüren. Die 22-Jährige, die als verschroben gilt, hat das Haus ihrer Mutter verlassen und ist untergetaucht. Ihre Spur führt Franka zu einem Fall, der sich vor sieben Jahren ereignet hat. Damals verschwand die 16-jährige Isabell nach einer Party aus dem Haus eines Freundes.

Ihr Vater Jonas Walder, der zu der Zeit noch als Polizist arbeitete, hat einen Mann aus dem Verkehr gezogen. Dieser wurde verdächtigt etwas mit Isabells Verschwinden zu tun zu haben. Franka ahnt, dass Jonas Walder mehr über Silvias Verbleib weiss....


Als Fan der Thriller von Andreas Winkelmann war ich natürlich sehr gespannt auf sein neustes Werk. Die Idee, einen aktuellen Fall mit einem sieben Jahre zurückliegenden Verbrechen zu mischen, ist einerseits interessant, andererseits birgt das sehr viel Spannungspotenzial. In beiden Fällen sind junge Mädchen verschwunden und doch ist ihr Verschwinden komplett unterschiedlich. Der Cold Case dreht sich um Isabell, die gerade mal 16 Jahre alt, eine Party im Haus eines Freundes besucht und abends nicht heimkehrt. Ihr Vater und ihre Mutter zerbrechen am Verschwinden ihrer Tochter. Ihr Vater Jonas, der als Polizist an der Front arbeitet, stürzt ab und zieht in Eigenregie den Verdächtigen aus dem Verkehr. Im aktuellen Fall und sieben Jahre später lässt die Grossmutter nach der 22 Jahre alten Silvia suchen. Die junge Frau, die mit einem Asperger-Syndrom lebt, verschwand spurlos.

Die Verbindung der beiden Fälle hat mich verblüfft und ist ein toller Geniestreich von Andreas Winkelmann. Auch die Kombination, dass der Expolizist Jonas und die Privatdetektivin Franka zusammen ermitteln, fand ich gelungen. Die beiden versuchen nicht nur Silvia zu finden, sondern auch zu erfahren, was mit Isabell geschehen ist. Der Täter, der Sandgräber genannt wird, hatte ich nie auf dem Schirm. Von daher ist auch diese Ueberraschung gelungen. Allerdings konnte ich die Indizien, die das ungleiche Ermittlerduo auf seine Spur bringt, nicht ganz nachvollziehen.

Allerdings hätte ich mir ein paar Gänsehautszenen mehr gewünscht. Denn ab und zu empfand ich die Handlung als etwas langfädig. Vor allem die psychische Verfassung von Jonas Walder wird ein wenig zu ausschweifend und wiederholend erwähnt.

Andreas Winkelmann hat einen tollen Plot geliefert und seine Figuren haben mich wie immer überzeugt.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Viel Natur!

Die Träume der Bienen
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Die Freude ist gross, als Sila Beer erfährt, dass ihre Tante Wanda ihr den alten Hof im Oderbruch vererbt hat. Dort auf dem Hof mit dem verwunschenen Garten hat Sila die schönste Zeit in ihrer Kindheit ...

Die Freude ist gross, als Sila Beer erfährt, dass ihre Tante Wanda ihr den alten Hof im Oderbruch vererbt hat. Dort auf dem Hof mit dem verwunschenen Garten hat Sila die schönste Zeit in ihrer Kindheit verbracht. In der damaligen DDR mit ihrer Tante Wanda konnte sie gärtnern, pflanzen und ihre Lieblingstiere, die Bienen, beobachten. Sila fährt zu dem Hof und sofort fühlt sie sich wieder zu Hause.

Im Garten ist einiges zu tun, doch lohnt sich das vor dem geplanten Verkauf? Bei ihren Recherchen für die Gartenarbeit stösst sie auf den Blog der Lehrerin Lexi Rehling, die einen Garten für Schulkinder auf Fehmarn unterhält und betreut. Die beiden Frauen beginnen zu schreiben und sich auszutauschen und eine Freundschaft beginnt...


Die Natur steht im Vordergrund in dieser Geschichte. Es wird sehr viel gegraben, gegossen, gepflanzt, Bienen beobachtet (Tatsächlich hatte ich keine Ahnung, dass es so viele verschiedene Arten von Bienen gibt, wie hier namentlich erwähnt werden), die Fauna und Flora beschrieben und detaillierte Arbeiten rund um und im Hof beschrieben. Sehr oft sehr ausschweifend! Dabei kommt die Handlung leider teilweise zu kurz und oft hatte ich den Eindruck, es wird aufs Gerade wohl rund um die oben erwähnten Themen die Handlung vorangetrieben. Durch zahlreiche Naturbeschreibungen, viele beschriebene Tätigkeiten wie Gärtnern, Holzarbeiten und andere kreative Beschäftigungen muss man sich in dieser Geschichte lesen.

"Die Träume der Bienen" ist das dritte Buch einer Reihe rund um Inselgärten und die Geschichte ist in sich abgeschlossen.

Die zwei Protagonistinnen, Sila und Lexi, agieren in der Geschichte 238 Seiten lang unberührt und unbehelligt voneinander. Erst da ergeben sich zaghafte Berührungspunkte. Sila, die mit einer uninteressierten Mutter in der DDR und mit einem türkischen Vater, der im Westen lebte, aufgewachsen ist, war durchwegs das Aussenseiterkind. Sila lebte nur im Garten, bei Arbeiten mit ihrer Tante Wanda, richtig auf. Hier spürt man gut, wie heilsam die Arbeit in der Natur sein kann und wie Sila auch noch als Erwachsene Kraft daraus schöpft.

Ganz anders Lexi, die als Lehrerin arbeitet und meiner Meinung nach ein Nähe-Distanzproblem hat zu ihren Schülern. Sie nimmt regelmässig Schüler ihrer Klasse für ein Wochenende in ihren Garten auf Fehmarn mit. Mit Duzen und mit Uebernachtungen. Etwas, was sehr fiktiv und grundsätzlich ein No - go als Lehrerin ist. Ich finde es ja grundsätzlich schön, wie Lexi die Welt verbessern und den Kindern die Natur näher bringen will. Aber ein bisschen Realismus hätte da nicht geschadet und die Autorin hätte ihr einen anderen Beruf zuschreiben können für ihre Berufung.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Zu detailliert...

Luzie in den Wolken
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Es ist schwer für Miriam und Luzie Peterson, denn Ehemann und Vater Patrick wurde ihnen allzu früh entrissen. Luzie vermisst ihren Papa sehr und sehnt sich nach der Familienzeit zurück.

Als der Spielzeugladen ...

Es ist schwer für Miriam und Luzie Peterson, denn Ehemann und Vater Patrick wurde ihnen allzu früh entrissen. Luzie vermisst ihren Papa sehr und sehnt sich nach der Familienzeit zurück.

Als der Spielzeugladen in der Nähe einen Ballonwettbewerb veranstaltet, schreibt Luzie ihren geheimsten Wunsch auf. Der Finder des Ballons ist Gabriel Bach, ein Schriftsteller mit einer Schreibblockade, der dringend seinem Verlag ein neues Buch liefern muss. Die Idee Luzie und ihren Wunsch in den Plot einzubauen, gefällt ihm. Doch dazu muss er das kleine Mädchen kennenlernen.


Die Geschichte wird in abwechselnden Kapiteln aus der Sicht von Gabriel und aus der Sicht von Miriam geführt. Mit Gabriel habe ich mich sehr schwergetan. Erst hat er die Geschichte ziemlich mit seinen deprimierenden Gedanken heruntergezogen, dann war er mir über weite Teile sehr unsympathisch. Teilweise fand ich ihn grenzüberschreitend und seine Luxusprobleme lächerlich. Bestsellerautor, der nach vielen gehypten Büchern in einer Krise steckt, sowas soll es geben. Aber muss man deswegen die Gedanken eines kleinen Mädchens nicht nur klauen, sondern auch belauern?

Etwas besser haben mir Miriam und ihre kleine Tochter Luzie gefallen. Die beiden müssen nach dem plötzlichen Tod von Patrick unten durch und Miriam rotiert mit ihrem Secondhand-Lädchen immer am Existenzminimum. Warum sie nach dem Tod ihres Mannes einen Laden mit schwankenden Einnahmen eröffnet und sich keine sicherere Arbeitsstelle sucht, erschloss sich mir nicht so ganz. Luzie ist eine ganz normale, wenn auch ziemlich verwöhnte Siebenjährige.

Der Schreibstil liest sich an und für sich gut. Oft geht Charlotte Lucas jedoch so sehr ins Detail, dass es die Handlung ziemlich in die Länge zog. So hätten zum Beispiel Beschreibungen und Gespräche gekürzt werden dürfen. Das hätte die Handlung dynamischer gemacht. 150 Seiten weniger hätten der Geschichte gutgetan.

Irgendwann wird es dann auch romantisch und diese Romantik ist zwar vorhersehbar, aber war dringend nötig. Denn damit konnte die Autorin zwischen all den seitenlangen Beschreibungen über Funparks und Secondhandladen der Geschichte einen gewissen Kick verleihen.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Von allem etwas zuviel

Sieben Jahre später
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Seit der Scheidung von Nikki und Sebastian wachsen ihre Zwillinge getrennt auf. Tochter Camille wächst beim Vater auf und Sohn Jeremy lebt bei der Mutter.

Nikki und Sebastian haben sich vor sieben Jahren ...

Seit der Scheidung von Nikki und Sebastian wachsen ihre Zwillinge getrennt auf. Tochter Camille wächst beim Vater auf und Sohn Jeremy lebt bei der Mutter.

Nikki und Sebastian haben sich vor sieben Jahren keinesfalls freundschaftlich getrennt und so ist Sebastian sofort alarmiert, als seine Exfrau ihn anruft. Jeremy ist verschwunden, der 15-Jährige war seit drei Tagen nicht mehr zu Hause.

Die Eltern raufen sich zusammen und machen sich auf die Suche nach ihrem Sohn. Die Spur führt sie nach Paris und mitten ins Drogenmilieu. Was ist nur mit ihrem Sohn geschehen?


Guillaume Musso hat mit "Sieben Jahre später" einen Familienroman mit Krimielementen geschrieben. Das geschiedene Paar Larabee/ Nikowski, das im Mittelpunkt steht, muss einsehen, dass sich der halbwüchsige Sohn Jeremy in dunkle Machenschaften verstrickt hat. Ob aus eigenem Antrieb oder per Zufall enthalte ich mir hier zu verraten und lasse dies, genau wie für die Eltern des Teenagers, offen. Dieses Buch, das ein Bestseller in Frankreich war, fand ich aber nicht so spannend, dass es von mir die volle Punktezahl kriegen würde.

Das Katz- und Maus-Spiel, dem sich die Eltern ausgeliefert sehen und das sie nach Paris führt, war ein einziges Hin und Her. Oft habe ich nicht nachvollziehen können, weshalb die Eltern sich nicht einfach an die Polizei wenden. Zumal Nikki einen Liebhaber an der Angel hat, der bei der entsprechenden Dienstbehörde arbeitet. Wenn der 15-jährige Sohn verschwindet und man als Eltern befürchten muss, dass dies nicht aus eigenem Willen geschah, pfeift man doch auf eventuelle Drogenprobleme des Juniors und ruft die Polizei? Mit diesen Gedanken im Hinterkopf war mir das alles zu viel, zu gewollt und zu unrealistisch. Abgesehen davon finde ich die Tatsache, dass Eltern ihre Zwillinge trennen und getrennt aufwachsen lassen sehr egoistisch.

Die Handlung ist actionreich und oft wähnte ich mich mitten in einem James Bond Geschehen. Denn es knallt, springt über Hürden und kämpft sich gegen Drogenbosse in einem fort. Das ist temporeich und bietet "schnelle und oberflächliche" Unterhaltung

Die Charaktere wandeln sich je nach Handlung und haben mich nicht überzeugt. Nikki wird als Freigeist beschrieben, hat jedoch den einen oder anderen Aussetzer, den ich ihr überhaupt nicht zuordnen konnte. Sebastian, der ein Kontrollfreak ist und wöchentlich nicht nur das Zimmer seiner Tochter, sondern auch das Handy kontrolliert, mutiert plötzlich zum Superman. Auch die krebskranke Ermittlerin, die kurz vor ihrem Tod steht und noch mal voll aufdreht, war mir zu viel des Guten.

Komplett abstrus ist dann zum guten Schluss noch der Epilog. Den habe ich einfach nicht verstanden.

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Gute Mischung

Die Sommergäste
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Familie Conovers verbringt das erste Mal seit langem wieder ihren Urlaub im Sommerhaus der Familie. Hier wollen Ethan, Susan und Tochter Zoe mit Ethans Bruder, dessen Frau und Sohn, sowie Ethans Mutter ...

Familie Conovers verbringt das erste Mal seit langem wieder ihren Urlaub im Sommerhaus der Familie. Hier wollen Ethan, Susan und Tochter Zoe mit Ethans Bruder, dessen Frau und Sohn, sowie Ethans Mutter den Sommer verbringen.

Wie schon etliche Sommer zuvor werden die Sommergäste von den Einheimischen kritisch beäugt. Denn mit der Ankunft der meist wohlhabenden Sommergäste kehrt automatisch auch Unruhe ein.

Als ein junges Mädchen verschwindet, kehrt Chief Jo Thibodeau jeden Stein um. Hilfe bekommt sie vom Martini-Club, fünf Ermittlern im Ruhestand.


Mir war nicht bewusst, dass "Die Sommergäste" der zweite Teil einer Reihe ist. Der Martini-Club hat ohne mein Wissen schon in "Spy-Coast. Die Spionin" ermittelt. Ein Buch, das ich nun noch nachholen möchte.

Ich hatte auch ohne Vorwissen keinerlei Verständigungsprobleme, denn Wichtiges wird kurz erwähnt. Allerdings benötigte ich Anlaufzeit, bis ich mit den Figuren, vor allem den fünf liebenswerten Leutchen des Martini-Clubs, vertraut war. So hatte ich beim Start in das Buch das Gefühl, hier kommt eine geballte Ladung Figuren auf mich zu.

Der Club ermittelt auf eine manchmal penetrante Art, denn sie stecken ihre Nase in das Privatleben anderer und erforschen jeden Winkel davon. Meistens sind sie der offiziellen Ermittlerin der Polizei nicht nur eine Nasenlänge, sondern einen ganzen Schritt voraus. So werden auch schon mal bei Martini und Antipasti nächste Schritte beschlossen und ermittlungstechnische Finessen abgemacht. Ab und zu empfand ich die Gruppe der Amateurermittler gewollt lustig und ihre Art und Weise eher mühsam als witzig.

Man merkt gut, dass die Autorin vor ihrer Karriere als Autorin als Aerztin tätig war. Denn die medizinischen Details sind überzeugend und detailliert eingeflochten. Die Verbindung zwischen dem Fall in der Gegenwart und einem Cold Case von 1972 ist gut gemacht und ich war sehr gespannt, wer denn der Täter ist. Ein Täter, den ich bis zum Schluss nicht geahnt habe.

Unbestritten ist, dass Tess Gerritsen gut schreibt. Unbestritten ist auch, dass sie mit dem Martini-Club und einer offiziellen Ermittlerin der Polizei eine gute Mischung zwischen Witz und Charme und Professionalität erwischt hat.

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