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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.09.2021

Ein neues Zuhause

Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann
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Es gibt keine Worte, die beschreiben können, wie sehr ich dieses Buch liebe. Kerstin Gier überzeugt wieder einmal ab Seite eins mit einer unglaublich fesselnden, gefährlichen und doch wunderschönen Welt. ...

Es gibt keine Worte, die beschreiben können, wie sehr ich dieses Buch liebe. Kerstin Gier überzeugt wieder einmal ab Seite eins mit einer unglaublich fesselnden, gefährlichen und doch wunderschönen Welt. Die Welt, die sie erschaffen hat, ist einzigartig und doch habe ich beim Lesen ein genaues Bild vor Augen gehabt. Ich habe es geliebt mit Matilda und Quinn gemeinsam „verrückt“ zu sein und mit ihnen sprechenden Statuen und grinsende Skelettschädel zu entdecken.

Auch der Schreibstil der Autorin ist so, wie man ihn aus ihren übrigen Büchern kennt: Flüssig, emotional und detailreich, gespickt mit witzigen Unterhaltungen, Anekdoten und Gedankengängen. Die Protagonisten sind ausführlich ausgearbeitet und haben jeweils eine ganz eigene Persönlichkeit. Während Matilda eher für sich bleibt, steht Quinn gerne im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit – mehr wie einen abfälligen Kommentar hat er am Anfang nie für Matilda übrig. Umso schöner war es aber auch zu sehen, wie sich die beiden besser kennenlernen und Stück für Stück Eigenschaften des anderen übernehmen. Gerade die Unterschiedlichkeit der Protagonisten erhöht aber auch das Lesevergnügen und macht die Geschichte authentisch und realistisch. So haben sich Stück für Stück Matilda und Quinn, aber beispielsweise auch Fee und der nervige Leopold in mein Herz geschlichen.

In Vergissmeinnicht herrscht eine Atmosphäre, in der man sich als Leser nur wohlfühlen kann. Kerstin Gier hat ein Zuhause zwischen zwei Buchdeckeln erschaffen, in das immer wieder gerne zurückkehren werde.

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Veröffentlicht am 09.03.2021

Emotional, spannend und historisch

Die Verlorenen
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London im 18. Jahrhundert. Bess lebt in bitterer Armut. Sie, ihr Vater und ihr Bruder haben kaum genug Geld um sich selbst durchzubringen. Als Bess schwanger wird und 9 Monate später ein kleines Mädchen ...

London im 18. Jahrhundert. Bess lebt in bitterer Armut. Sie, ihr Vater und ihr Bruder haben kaum genug Geld um sich selbst durchzubringen. Als Bess schwanger wird und 9 Monate später ein kleines Mädchen gebärt ist klar, dass sie das Kind nicht behalten kann. Sie bringt das Kind in ein Waisenhaus, mit dem festen Ziel Geld zu sparen um ihre Tochter später wieder zu sich zu nehmen. 6 Jahre später ist es so weit, doch im Waisenhaus wird ihr eine schreckliche Nachricht überbracht: Jemand hat das Kind bereits vor 6 Jahren unter Bess Namen aus dem Waisenhaus geholt. Daraufhin begibt sich Bess auf die Suche nach ihrer Tochter und gibt alles bei dem Versuch, sie wieder zu ihrer Familie zurück zu bringen.

Der Schreibstil der Autorin hat mich ab der ersten Seite begeistert: Sie beschreibt das Leben in London im 18. Jahrhundert so anschaulich, dass ich das Gefühl hatte selbst dort zu sein. Von Beschreibungen der Gerüche über Beschreibungen der Menschen und ihrer Kleidung, alles wirkt zu Hundertprozent echt. Toll war außerdem die kleine Karte von London, die gleich zu Beginn in das Buch eingelassen ist. Durch diese konnte man die Wege die Bess geht noch besser nachvollziehen.

Bess wirkt auf den Leser von Beginn an sehr stark. Sie hat eine eigene Meinung und weiß, für was sie kämpft. Ihre liebenswürdige Art und ihre starke Ausstrahlung waren mir gleich sympathisch. Sie hat sich mit ihrem Leben in Armut abgefunden und macht das Beste daraus. Aber auch die übrigen Protagonisten sind ausführlich ausgearbeitet und haben alle ihr eigenes Päckchen zu tragen. Die Einblicke in die verschiedenen Leben haben dem Buch eine authentische Atmosphäre verpasst.

Auch inhaltlich hält das Buch einiges bereit: Es ist sowohl emotional als auch spannend. Außerdem lässt die Autorin durch Bess schwarze Freundin Keziah wichtige Themen wie Rassismus und Unterdrückung mit in die Geschichte einfließen. Auch eine Gegenüberstellung der Armut und der reicheren Gesellschaft im 18. Jahrhundert gelingt gut. Gut gefallen hat mir auch folgende, vom Buch aufgeworfene Frage: Was ist eigentlich eine Familie? Was macht eine Mutter aus und wer hat diese Bezeichnung verdient?

Zusammengefasst ist dies ein Buch, welches mich ab der ersten Seite gefesselt hat. Es hat mich berührt und mein Herz an der ein oder anderen Stelle gebrochen um es am Ende wieder Stück für Stück zusammenzuflicken.

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Veröffentlicht am 24.01.2021

Spannende Hanldung

Die Frau vom Strand
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Das Buch konnte mich ab der ersten Seite überzeugen: Der ganze erste Abschnitt ist aus Sicht von Rebecca geschrieben. Diese wurde mir sehr schnell sympathisch. Beim Lesen wurde schnell deutlich, wie sehr ...

Das Buch konnte mich ab der ersten Seite überzeugen: Der ganze erste Abschnitt ist aus Sicht von Rebecca geschrieben. Diese wurde mir sehr schnell sympathisch. Beim Lesen wurde schnell deutlich, wie sehr sie ihre Frau Lucy und die gemeinsame Tochter liebt.
Auch die Trauer, die Rebecca immer noch aufgrund einer Fehlgeburt belastet, wurde beim Lesen sehr deutlich. Durch die ich-Perspektive und die tollen Formulierungen und detailgetreuen Beschreibungen gelang mir die Identifikation mit Rebecca problemlos.

Nach diesem ersten Abschnitt ging es aus der Sicht der Kriminalkommissarin Edda (3. Person) und nach einem kurzen Zeitsprung (Lucy ist auf ungeklärte Art und Weise gestorben und Rebecca scheint verschwunden) weiter.
Mit Edda als Protagonistin wurde ich leider nur wenig warm. Besonders im Gedächtnis ist mir folgende Beschreibung von Edda geblieben: "Ihr einziges Interesse neben ihrer Arbeit galt Computerspielen. Sie hatte keine Familie und keine engen Freunde und sehnte sich auch nicht danach" (S.265). Dieses Zitat beschreibt meinen Eindruck von Edda ziemlich gut. Eine Identifikation war daher, trotz meines Interesses für die Kriminalarbeit, leider nicht möglich.

Das Glück war jedoch, dass die Autorin einen unglaublichen Spannungsbogen in die Geschichte eingearbeitet hat. Durch diesen hat mich die Geschichte weiterhin gepackt. Zusätzlich war von Vorteil, dass nur wenige Abschnitte lang das Privatleben von Edda beleuchtet wurde. Die meiste Zeit wurden die Leser mit in die Ermittlungsarbeit einbezogen. Dadurch konnte ich über die fehlende Sympathie hinwegsehen und habe das Lesen weiterhin genossen.

Die Autorin hat mit dem Buch eine durchweg spannende Geschichte geschrieben, bei der ich grundsätzlich immer zum Weiterlesen animiert wurde. Die Wendungen die eingebaut wurden kommen allesamt unerwartet und fügen sich am Ende zu einem großen, schlüssigen Bild.

Meiner Meinung nach liegt hier ein super Buch vor, das einem spannende Lesestunden garantiert.

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Veröffentlicht am 05.11.2021

Schönes Buch mit leichten Schwächen

Nightsky Full Of Promise
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Nightsky full of Promise ist ein schönes Buch für ruhige Stunden, hat aber leider ein paar kleine Schwächen.
Zuerst einmal hat mir das Cover sehr gut gefallen, da ich das Zusammenspiel der Farben und ...

Nightsky full of Promise ist ein schönes Buch für ruhige Stunden, hat aber leider ein paar kleine Schwächen.
Zuerst einmal hat mir das Cover sehr gut gefallen, da ich das Zusammenspiel der Farben und die Skyline einfach toll fand.
Auch der Schreibstil der Autorin hat mir richtig gut gefallen. Die Sätze waren in sich stimmig, weshalb man nur so über die Seiten fliegen konnte.

Die Idee der Geschichte fand ich wirklich gut und war einfach mal etwas neues. Leider ist mir einfach zu wenig passiert, dafür dass das Buch so viele Seiten hat. Syd und Lukes Probleme hätten sich eigentlich auch viel schneller abhandeln lassen, wenn sie mal ehrlich miteinander geredet hätten. Leider ist das bis zum Schluss kaum passiert, weshalb sich die Handlung auch so lange hin gezogen hat. Mir hat hier eine richtige Begründung für Sydneys Verhalten gefehlt.
Dennoch mag ich beide Charaktere sehr, da sie auch ihre guten Seiten haben und vorallem Luke ist mir echt ans Herz gewachsen. Er ist ein charmanter und liebevoller Mann, der durch seine verkorkste Kindheit, leider selbst etwas verkorkst ist. Aber er lernt mit der Zeit sich seiner Vergangenheit zu stellen und wird dadurch noch sympathischer. Bei ihm konnte ich eine richtige charakterliche Veränderung sehen, was bei Sydney nicht wirklich der Fall war. Sie war zwar anfangs total fies zu Luke, konnte das aber mit der Zeit ablegen. Das alleine hat für mich aber noch keine richtige Entwicklung ausgemacht.

Die Chemie zwischen Luke und Syd war aber die ganze Zeit spürbar und auch die Liebe und den Rückhalt den Sydney von ihren Freundinnen und ihren Verwandten bekommt war einfach herzerwärmend.

Die Geschichte von Sydney und Luke hätte für meine begriffe zwar etwas kürzer sein können, aber alles in allem hat sie mir sehr gut gefallen.
Es ist eine schöne Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und Liebe, die für alle New Adult Liebhaber gut geeigent ist. Der schöne Schreibstil der Autorin macht die Überlänge der Geschichte wieder wett, weshalb ich "Nightsky full of Promise" gerne weiter empfehle.

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Veröffentlicht am 25.02.2021

Fließende Gedanken

Aus der Mitte des Sees
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Das Buch hat mich durch das schlicht gehaltene Cover und den poetisch klingenden Namen angesprochen. Die Handlung ist chronologisch aufgebaut: Der Leser wird mit in die Gedankengänge des jungen Mönchs ...

Das Buch hat mich durch das schlicht gehaltene Cover und den poetisch klingenden Namen angesprochen. Die Handlung ist chronologisch aufgebaut: Der Leser wird mit in die Gedankengänge des jungen Mönchs Lukas genommen. Dieser beschreibt seine Umgebung und nimmt die Leser mit, in einen kurzen Abschnitt seines Lebens und den Alltag im Kloster. Dabei stellt er sich selbst viele kritische Fragen. Nicht nur sein eigenes Leben und seine Entscheidungen, auch die seines guten Freundes, der das Kloster vor kurzem verlassen und eine Familie gegründet hat, werden dabei in den Fokus gestellt. Viel dreht sich auch um die Frage nach der Zukunft. Der junge Mönch versucht herauszufinden was er sich vom Leben wünscht und was er erreichen möchte.

Der poetische Klang des Titels hat sich durch das gesamte Buch gezogen: Die Gedankengänge von Lukas waren sehr ausgeschmückt dargestellt. Außerdem war das Kloster mit seinem See und dem Steg sehr idyllisch beschrieben. Der Leser konnte die Ruhe regelrecht in sich aufnehmen und die Zeit beim Lesen auch für kritische Hinterfragungen des eigenen Lebens nutzen.
Die Idee das Buch aus den Gedankengängen und Erinnerungen von Lukas aufzubauen hat mir dabei sehr gut gefallen, da dies die inneren Zweifel betont hat. Der Leser konnte sich durch die inneren Monologe gut in den Mönch hineinversetzen und die Geschichte dadurch sehr nah an sich selbst erleben.

Gestört hat mich beim Lesen der Aspekt, dass Lukas Gedanken teilweise sehr ungeordnet auf den Leser eingeprasselt sind. Neben den Fragen nach dem Sinn und der Hinterfragung seines Lebens, hat er sich oft auch mit Nebensächlichkeiten beschäftigt. Dies hat dafür gesorgt, dass ich beim Lesen oft abgeschweift bin und nach einigen Seiten gemerkt habe, dass ich gar nicht weiß, was ich gerade gelesen habe.
Mein zweiter Kritikpunkt betrifft die, bereits im Klappentext angedeutete, Liebesgeschichte. Diese ist leider sehr vorhersehbar und stellt die davor wichtigen aufgeworfenen Fragen in den Hintergrund.

Zusammengefasst handelt es sich um ein Buch für zwischendurch. Es ist bis auf kleine Abschnitte leicht zu lesen und eröffnet dem Leser einen Einblick in die Gedanken eines jungen Menschen, welcher herauszufinden versucht, was er von sich und dem Leben erwartet. Durch die Vorhersehbarkeit der Handlung ist allerdings leider keine sonderliche Spannung entstanden.

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