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Veröffentlicht am 29.01.2026

Unterwegs in tödlicher Mission

Das elfte Gebot
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"Das elfte Gebot" ist ein Spionagethriller von Jeffrey Archer, den er bereits 1998 geschrieben hat und der in Deutschland zum ersten Mal im Jahr 2000 veröffentlicht wurde. Im Heyne Verlag erschien nun ...

"Das elfte Gebot" ist ein Spionagethriller von Jeffrey Archer, den er bereits 1998 geschrieben hat und der in Deutschland zum ersten Mal im Jahr 2000 veröffentlicht wurde. Im Heyne Verlag erschien nun eine Neuauflage. Connor Fitzgerald ist Außenagent der CIA und sein Einsatzgebiet sind Spezialaufträge. Nach außen führt der Vietnamveteran ein beschauliches Familienleben. Als er von einem Einsatz in Kolumbien nach Hause kehrt, wartet bereits ein weiterer letzter Spezialauftrag auf ihn. Dieser scheint von höchster Stelle aus dem Oval Office zu kommen und soll Fitzgerald in die Höhle des Löwen nach Moskau führen. Doch dies soll zu einem Himmelfahrtskommando werden. Denn Fitzgerald soll dabei Opfer einer Intrige werden und sein gefährliches Insiderwissen über die CIA mit ins Grab nehmen. Jeffrey Archer inszeniert mit diesem Roman eine sehr spannende Agentenstory. Von Verschwörungen und Intrigen bis hin zu tödlichen Einsätzen quer über den Globus enthält dieses Buch alles was den Leser bei der Stange hält. Von Anfang bis zum Ende spannend, immer wieder Wendungen und Entwicklungen, die einen ins Grübeln bringen. Zwar sind die Rollen zwischen Gut und Böse klar getrennt und erkennbar innerhalb der Machtstrukturen, doch fiebert man mit Connor Fitzgerald als Spielball der Intrige mit. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen und ich finde Jeffrey Archer ist mit diesem Buch ein richtig guter Agententhriller gelungen, der auch 28 Jahre nach Erstveröffentlichung nichts an Qualität verloren hat. Im Gegenteil, wahrscheinlich wieder höchst aktuell unter den jetzigen politischen Mächtigen in den USA bzw. Russland. Für mich 2026 das erste Lesehighlight des neuen Jahres.

Veröffentlicht am 21.01.2026

Die Tote aus der Mur

Steirerzwist
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"Steirerzwist" ist der fünfzehnte Band der Steirerkrimis von Claudia Rossbacher. Eine bekannte Grazer Hoteldirektorin wird während ihrer morgendlichen Joggingrunde entlang der Mur von einem unbekannten ...

"Steirerzwist" ist der fünfzehnte Band der Steirerkrimis von Claudia Rossbacher. Eine bekannte Grazer Hoteldirektorin wird während ihrer morgendlichen Joggingrunde entlang der Mur von einem unbekannten Täter überfallen, erstochen und in den Fluss geworfen. Als die Leiche einige Kilometer weiter entdeckt wird, beginnt ein neuer Ermittlungsfall für die LKA-Beamten Sandra Mohr und Sascha Bergmann. Kurze Zeit später wird die Leiche eines Obdachlosen ebenfalls am Murufer entdeckt. Auch dieser wurde erstochen. Hängen die beiden Mordfälle zusammen und wenn, in welcher Form? Claudia Rossbacher lässt ihr Ermittlerpaar zum mittlerweile fünfzehnten Mal auf den Spuren nach dem Täter suchen. Für Sandra Mohr wird es diesmal auch sehr persönlich, sie muss sich der Beerdigung ihrer Mutter und der Rückkehr in ihren Heimatort und dem Aufeinandertreffen mit ihrem Halbbruder stellen. Keine einfache Konstellation, zudem ihr Kollege Sascha Bergmann sich ebenfalls teils wie der berühmte Elefant im Porzellanladen verhält. Auch eine junge Kollegin bekommt dies zu spüren. Vieles ist dem Leser, der die Reihe kennt, sehr vertraut. Und doch ergeben sich Konstellationen, die einen neugierig auf das Weiterlesen in der Story machen. Sascha Bergmann hält für mich immer einen Schmunzelfaktor bereit. Während er eigentlich immer unverändert durch die Bände bleibt, legt Sandra Mohr eine Entwicklung hin, die lebendig und nahbar erscheint. Mir hat dieser neue Fall der Steirerkrimi wieder gut gefallen. Zur rechten Zeit spannend, aber auch einnehmend wenn es um das Gefühlsleben der Protagonisten ging. Claudia Rossbacher meinte einst, dass ihre Steirerkrimi im Alphabet aufsteigend wären. Mit "Steirerzwist" ist sie nun am Ende des Alphabets angekommen. Ich hoffe aber sehr, dass sie diese sympathische und lesenswerte Krimireihe fortführen wird. Ihr Vorwort im Buch lässt die Leser wie mich hoffen, dass in der Steiermark weiter ermittelt wird.

Veröffentlicht am 08.01.2026

James Bond in seinem ersten Einsatz als Doppelnull-Agent

James Bond
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"Casino Royale" ist der erste Band der James-Bond-Reihe von Ian Fleming. Der sowjetische Agent Le Chiffre steht unter großem Druck. Er hat einen sehr großen Geldbetrag, den der von der Vorläuferorganisation ...

"Casino Royale" ist der erste Band der James-Bond-Reihe von Ian Fleming. Der sowjetische Agent Le Chiffre steht unter großem Druck. Er hat einen sehr großen Geldbetrag, den der von der Vorläuferorganisation des KGB, SMERSCH genannt, zur Unterwanderung französischer Gewerkschaften erhalten hat, leichtsinnig durch eine Fehlinvestition verloren. Seine letzte Chance sieht er darin, dass Geld am Spieltisch zurückzugewinnen. Der junge James Bond, der erst kürzlich seinen Status als Doppelnull-Agent erhalten hat, wird auf ihn angesetzt. Seine Aufgabe ist es Le Chiffre am Spieltisch zu besiegen und diesen zu ruinieren. So würde dieser von seiner Organisation fallengelassen werden und als Gefahr gebannt sein. Der Autor Ian Fleming erdachte die Figur James Bond und diese wurde sowohl als Romanfigur wie auch in den Verfilmungen weltberühmt. Die Verfilmungen erschienen dabei in anderer Reihenfolge als in der chronologischen Reihenfolge der Bücher und weichen auch teils sehr stark von den Romanvorlagen ab. "Casino Royale" erschien als erster Band bereits 1953 im Original, in Deutschland erstmalig 1960. Zum 50-jährigen Filmjubiläum sind die Bond-Romane jetzt erstmalig chronologisch mit den originalen Kapitelabschnitten und -überschriften in einer ungekürzten Neuübersetzung im Cross Cult Verlag veröffentlicht. Daher für jeden Fan des britischen Agenten eine Freude und als Besonderheit gibt es alle vierzehn erschienenen Originalromane in einem Sammelschuber. Diese Neuübersetzung von "Casino Royale" zu lesen bereitete mir große Freude. Man erlebt den jungen James noch teils unerfahren und mit Selbstzweifel, sowie verletzlich und doch wieder sich und anderen gegenüber hart. Auch sein amerikanisches Pendant Felix Leiter erscheint in diesem Roman zum ersten Mal auf der Bildfläche. Die Story im Roman ist nicht so actiongeladen, wie dies in der Verfilmung dargestellt ist. Dennoch gefällt mir die Romanvorlage sehr gut und ich freue mich nach langer Zeit wieder in die Romanwelt von Ian Fleming einzutauchen und seinen britischen Agenten dabei zu begleiten.

Veröffentlicht am 28.12.2025

Schutzwall für Asgard

Millennium Kingdom: Die Feuerprobe
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"Die Feuerprobe" ist der vierte Band der Millennium-Kingdom-Reihe von Tonny Gulløv. Otto der Große, König des Ostfrankenreiches, steht wieder einmal vor dem Schutzwall Danewerks und zugleich vor dem Tor ...

"Die Feuerprobe" ist der vierte Band der Millennium-Kingdom-Reihe von Tonny Gulløv. Otto der Große, König des Ostfrankenreiches, steht wieder einmal vor dem Schutzwall Danewerks und zugleich vor dem Tor von Kattegat. Während Ulv Palnatoke anfangs noch im Zwist mit den Seeländern um sein Schwert steckt, zieht König Harald ebenfalls seine Truppen zusammen. Auch Ulv Palnatoke muss seinem Ruf folgen. Es geht um sehr viel. Um die Krone König Haralds, aber auch um die Frage nach dem Glauben. Christentum oder nordische Götter. Für Ulv stellt sich diese Frage nicht, aber kann er sich in dieser Frage auf seinen König Harald verlassen? Tonny Gulløv lässt die Story dieses vierten Bandes gemütlich angehen. Lange Zeit lernt man Ulv Palnatoke von seiner nervigen Seite kennen. Er langweilt sich, will sein Schwert wieder von den Seeländern zurück. Dabei ist er ständig am Schimpfen und sich mit Bier volllaufen. Dieser Teil des Buches zieht sich und ist für den Leser anstrengend. Kämpft man sich aber durch diese Seiten tapfer durch, dann kommt der Autor auch zum wesentlichen Teil der Story. Hier läuft dann auch Ulv Palnatoke wieder zu alter Form auf, begleitet natürlich weiterhin von seinen wilden Gesellen. Die Kämpfe und Schlachten sind mit der Härte dargestellt, wie das Sterben damals auch war. Nichts schönes, sondern blutig und grausam. Heere wurden für Herrscher geopfert, um deren Ziele zu verwirklichen. Spätestens auf diesen Seiten hat der Autor den Leser wieder voll ins Geschehen gezogen. Die Spannung ist voll da und man fliegt wieder über die Seiten. In Summe würde ich diesen Band in zwei Abschnitte teilen. Einen, durch den man muss - und einen, der den Leser wieder in seinen Bann zieht.

Veröffentlicht am 27.12.2025

Die unheimliche Villa des Schokoladenfabrikanten

Ein Toter zur Bescherung
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"Ein Toter zur Bescherung" ist ein Escape-Room-Adventskalender von Eva Eich. Zu Weihnachten versammelt der reiche Schokoladenfabrikant Arthur von Kempendorf seine möglichen Erben in seiner abgelegenen ...

"Ein Toter zur Bescherung" ist ein Escape-Room-Adventskalender von Eva Eich. Zu Weihnachten versammelt der reiche Schokoladenfabrikant Arthur von Kempendorf seine möglichen Erben in seiner abgelegenen Villa. Doch vor Ort erwartet die Familie nicht der Hausherr selbst. Er spricht zu Ihnen nur über eine Videobotschaft. Denn angeblich wäre ihr Abendessen zum Empfang vergiftet gewesen und sie hätten nun 24 Stunden Zeit sich als würdiger Erbe herauszustellen und das Gegengift zu finden. Doch dann gibt es einen Toten. Wird es den Anwesenden gelingen, die Rätsel zu lösen und sich zu retten? Eva Eich hat mit diesem Escape-Room-Adventskalender eine gelungene Mischung aus Krimi und Logikrästel vorgelegt. Das Buch ist jeweils so aufgebaut, dass man den jeweiligen Tag in einer Doppelseite entlang der Perforierung öffnet und danach den Text und am Ende das Rätsel vorfindet. Die Story ist dabei logisch aufgebaut und man erhält auch immer anfangs darin eingebaut die Lösung des vorherigen Rätsels nochmal. Jeweils am Ende folgt das neue Rätsel, dass zum nächsten Tag führt. Besonders gefällt daran, dass man dabei nicht um zehn Ecken denken muss, sondern die Rätsel auch schlüssig sind. Einziger Kritikpunkt an der Gestaltung des Buches ist, dass die Schriftgröße des Textes sehr klein ist. Trotz Lesebrille hatte ich hier teils Probleme und eine Größe mehr würde dieses Problem schon lösen. Die Geschichte selbst ist aber gut strukturiert und liest sich flüssig. Dieser Escape-Room-Adventskalender war für uns der beste bisher, den wir die letzten Jahre lösten. Es machte sehr viel Spaß jeden Tag davon ein Türchen zu öffnen. Nächstes Jahr gerne wieder so einer.