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Veröffentlicht am 06.02.2026

Eine Fae rebelliert

Gaze of Iladri 1: Fall of the Fae Era
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„Fall of the Fae Era“ hat mich direkt mit einer spannenden Grundidee gepackt: Die magischen Faes werden seit über 900 Jahren unterdrückt und dienen den Herrscherfamilien. Wer aufbegehrt, stirbt. Die Darstellung ...

„Fall of the Fae Era“ hat mich direkt mit einer spannenden Grundidee gepackt: Die magischen Faes werden seit über 900 Jahren unterdrückt und dienen den Herrscherfamilien. Wer aufbegehrt, stirbt. Die Darstellung wie sie leben müssen und was man ihnen antut … schrecklich. Da war ich gleich auf der Rebellionsseite, sobald ich erfuhr, dass es Rebellen gibt.

Ava ist eine Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt. Sie ist mutig und würde für diejenigen, die sie liebt, sich selbst opfern. Zu denjenigen gehört auch Tarim, der die Welt in Brand stecken würde, um Ava zu beschützen. Zwischen den beiden spürt man von Anfang an eine starke Verbindung. Und dann gibt es noch Green, der gerne an Tarims Stelle wäre und für Spannung sorgt. Ich gestehe, ich bevorzuge Green. Tarim ist mir zu „glatt“. Ich kann es nicht genau beschreiben. Bin gespannt wie weitere Zusammentreffen zwischen Green und Ava und Green und Tarim im zweiten Band verlaufen werden.

Der Romance-Anteil ist in diesem Buch stark fokussiert. Ich persönlich bevorzuge bei Romantasy eher das 50/50 Verhältnis. Romance und Spice Liebhaber kommen hier sicher auf ihre Kosten. Ich war eher von den Szenen gebannt, die Avas düstere Vergangenheit beleuchten und die Pläne und Umsetzung wie man ihre Schwester retten könnte zeigen. Daher hat mir vor allem der zweite Teil des Buches gefallen.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Herausfordernd

Kardia – Hasse uns
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Eine Geschichte, in der Gefühle als Nahrung dient, Macht offen ausgespielt wird und Sicherheit nur eine Illusion ist. Kardia ist kein Buch, das es dem Leser leicht macht. Im Gegenteil, die Geschichte fordert ...

Eine Geschichte, in der Gefühle als Nahrung dient, Macht offen ausgespielt wird und Sicherheit nur eine Illusion ist. Kardia ist kein Buch, das es dem Leser leicht macht. Im Gegenteil, die Geschichte fordert einen heraus.

Der Einstieg in die Geschichte war für mich eher zäh. Im Zentrum steht Alys, die an die Mallory gebracht wird, eine Akademie, an der Menschen das Eigentum von Daemonen sind und ihre Emotionen als Nahrung dienen. Es dauerte, bis ich wirklich in der Welt angekommen bin und eine Verbindung zu Alys aufbauen konnte. Am Anfang war alles etwas verworren und da ich mich weigere Glossare zu nutzen, da ich persönlich der Meinung bin, dass Dinge so in die Geschichte eingebaut werden sollten, dass man ein Glossar gar nicht braucht, weiß ich auch nicht, ob mir das geholfen hätte, mich schneller zurecht zu finden. Nach ungefähr einem Drittel des Buches habe ich mich dann aber endlich in die Story fallen lassen können.

Was mir besonders hängen geblieben ist, ist die moralische Grauzone, in der sich alle Figuren bewegen. Niemand ist eindeutig Täter oder Opfer. Am Ende stellt sich weniger die Frage, wer die Daemonen sind, sondern ob sie wirklich grausamer handeln als die Menschen um sie herum. Allein der Anfang des Buches hat die Abgründe eines Menschen gezeigt.

Romantische und erotische Elemente sind vorhanden, drängen sich aber nicht in den Vordergrund. Da dies mein erster Reverse-Harem-Roman ist und ich diesbezüglich etwas anderes erwartet hatte, war ich überrascht.

Kardia ist ein Auftaktband, der bewusst viele Fragen offenlässt. Nicht alles hat mich überzeugt, aber die Atmosphäre, das Konzept und der abschließende Cliffhanger machen neugierig darauf, wohin diese Geschichte noch führen wird.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Lieblingsbuch des Monats

Heat of the Everflame
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Wow, ich liebe diese Reihe einfach. Spannend, überraschend und die Beziehung zwischen Luther und Diem … hach, einfach schön zu lesen. Nach dem Cliffhanger von Glow of the Everflame war ich richtig froh, ...

Wow, ich liebe diese Reihe einfach. Spannend, überraschend und die Beziehung zwischen Luther und Diem … hach, einfach schön zu lesen. Nach dem Cliffhanger von Glow of the Everflame war ich richtig froh, Band 3 direkt im Anschluss beginnen zu können. Für Leser, die mehr Abstand zwischen den Bänden haben, gibt es zu Beginn eine kurze Zusammenfassung, die den Wiedereinstieg sehr leicht macht. Das hat mir richtig gut gefallen.

Der Plot hat mich sofort wieder abgeholt. Keine Längen, keine Langeweile. Diems Reise durch Emarion und das, was sie dort erlebt und über sich selbst erfährt, hat mich komplett mitgenommen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe es in wenigen Tagen verschlungen. Ohne die alltäglichen Verpflichtungen gegenüber Familie und Haushalt hätte ich es vermutlich in einem Rutsch gelesen.

Diems Charakterentwicklung geht hier konsequent weiter. Im Vergleich zum ersten Band ist bei ihr unglaublich viel passiert, und das merkt man in jeder Entscheidung, die sie trifft. Sie wächst an ihren Aufgaben, stolpert aber auch immer wieder. Was sie für mich sehr greifbar macht. Auch ihre Wegbegleiter zeigen neue Facetten, bekommen mehr Tiefe und tragen spürbar zur Geschichte bei. Es fühlt sich nicht so an, als würden sie nur mitlaufen, sondern als wären sie ein wichtiger Teil von Diems Weg.

Und dann natürlich Luther. Ich liebte ihn schon vorher, aber in diesem Band hat er noch man eine Schippe draufgelegt. Seine Beziehung zu Diem entwickelt sich weiter, wirkt intensiver, aber nie überstürzt. Klar, es gab Momente, in denen ich beide gern einmal geschüttelt hätte, aber genau das zeigt doch, wie sehr man emotional involviert ist. Diese Mischung aus Nähe, Spannung und unausgesprochenen Gefühlen funktioniert für mich einfach richtig gut.

Heat of the Everflame ist für mich ein Band, der alles mitbringt, was ich an dieser Reihe so liebe: Tempo, Emotionen, Charakterentwicklung und genug Überraschungen, um mich komplett in der Welt zu verlieren. Ich bin tief drin in dieser Geschichte und absolut bereit für das Finale … auf welches ich leider noch warten muss.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Was für ein Cliffhanger

MENON
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Das Worldbuildung fand ich hier sehr interessant. Die Stadt Menon, in der Melina lebt, schottet sich von der Außenwelt ab. Ihre Einwohner dürfen diese nicht ohne Erlaubnis verlassen und diese gibt es so ...

Das Worldbuildung fand ich hier sehr interessant. Die Stadt Menon, in der Melina lebt, schottet sich von der Außenwelt ab. Ihre Einwohner dürfen diese nicht ohne Erlaubnis verlassen und diese gibt es so gut wie nie. Interessant fand ich die Widersprüche im Stadtdesign und auch in anderen Dingen. Dinge, die Melina auch im Laufe der Story feststellt und beginnt zu hinterfragen. Am Ende des ersten Bandes werden diese auch fast alle aufgedeckt.

Melina wurde von der Familie Levan als vierjährige ihrer Mutter entrissen und Stück für Stück erfährt man, wie die Erziehung ausgesehen hat. Keine, die ich einem Kind wünschen würde. Nicht nur körperliche Züchtigung, sondern auch eine große Portion Gehirnwäsche spielten dort mit. Melina fand ich im gut dargestellt. Ihr Gefühle und Gedanken kamen bei mir emotional an.


Sie haben mich Melina genannt. Melina, die Gehorsame. Sie haben gesagt, dass ich Glück hatte, in die Familie Levan aufgenommen zu werden. Ich hatte Glück, als Mädchen geboren zu sein. Ansonsten wären sie nie auf mich aufmerksam geworden.

Auch Nebencharakteren wurde eine Stimme gegeben, sodass wir nicht nur aus Melinas Sicht sehen, die im Licht und mit Privilegien aufgewachsen ist, sondern auch die dunkle, verarmte Seite von Menon kennenlernen. Dadurch versteht man schon vor Melina, dass nicht als glänzt in der Stadt aus Licht und Silber. Wir haben hier nicht nur einen Fantasyroman, sondern eine Fantasydystopie.

Die Gesellschaft unterscheidet sich in Seelie und Unseelie. Und alles was „befleckt“ ist, hat in der oberen lichtdurchfluteten Stadt nichts zu suchen. Es sei denn, es ist zum Dienen da. Makel werden von den Seelie direkt wahrgenommen und können zu einem schnellen Abstieg führen.

Der Plot schreitet zügig voran, stellenweise sogar so schnell, dass ich mir zwischendurch einen ruhigeren Moment gewünscht hätte, um das Geschehen erst einmal sacken zu lassen. Da musste ich Lesepausen einlegen. Denn Plottwists gibt es hier nicht nur vereinzelt, sondern gefühlt lauert hinter jeder Ecke eine neue Überraschung auf Melina und uns als Leser. Mit jeder neuen Erfahrung beginnt das scheinbar stabile Gesellschaftskonstrukt langsam zu bröckeln und gibt seinen dunklen Kern preis. Und dann dieses Ende … damit hätte ich absolut nicht gerechnet. Ein fieser Cliffhanger, den Laura Kunze uns hier hinterlässt.

Die im Klappentext angedeutete Liebesgeschichte, zumindest habe ich den Verweis auf Merean so gedeutet, ist eigentlich gar nicht vorhanden. Aber vielleicht habe auch nur ich den Klappentext so verstanden. Das störte mich aber beim Lesen auch nicht weiter. Mir gefiel es sogar, dass sich die Handlung nicht auch noch darauf beziehen musste, sondern den Schwerpunkt auf Melinas Erkennen und den geplanten Aktionen gegen das Regime legte.

Jedes Kapitel startet mit einem Monolog. Monolog ist vielleicht nicht das richtige Wort. Es las sich eher so, als würde eine uns unbekannte Person die Worte an die Leute in Menon richten. Irgendwann ahnt man, wer da spricht und im Nachhinein sind die Worte, die vielleicht etwas Verwirrung bei mir stifteten, sogar verständlich. Teils braucht man aber das Wissen aus den folgenden Kapiteln, um zu verstehen, was hier gesagt wird. Aber es passt zu der Person und den Aussagen, die da gemacht werden.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Wie süß ist bitte diese Story

Good Spirits
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Harriet hätte ich gerne als meine Freundin. Sie ist ein wirklicher Sonnenschein. Sie versucht immer das positive im Leben zu sehen, liebt Weihnachten und Zuckerstangen und hat einfach so eine herzliche ...

Harriet hätte ich gerne als meine Freundin. Sie ist ein wirklicher Sonnenschein. Sie versucht immer das positive im Leben zu sehen, liebt Weihnachten und Zuckerstangen und hat einfach so eine herzliche Art. Ihre Schwäche? Sie macht sich selbst kleiner als sie ist und verstellt sich, um es anderen Recht zu machen. Schon zu Beginn fragte ich mich, ob genau das den Besuch des Geistes der vergangenen Weihnacht ausmachte?

Nolan ist hier definitiv der Grumpy Teil der Beziehung. Zumindest bis man ihn besser kennenlernt. Leicht genervt von Harriet und sicher, dass sie nur behauptet kein schlechter Mensch zu sein, reist er mit ihr in die Vergangenheit, um herauszufinden, was seinen Besuch erfordert. Je mehr Nolan sich öffnet, desto weniger mürrisch und sympathischer wurde er.

Die Story war richtig schön geschrieben. Die Handlung hatte jetzt für mich persönlich keine hochspannenden oder krass überraschenden Momente, aber es war so schön zu lesen, wie sich Harriet und Nolan besser kennenlernen. Und auch so traurig, weil die schönen Momente überschattet wurde, von dem Wissen, dass Nolan als Geist der vergangenen Weihnacht nur bis Weihnachten in Harriets Leben sein darf. Da fragte ich mich wirklich, ob wir hier ein Happy End bekommen können oder es ein traurigschönes Ende geben wird.

Für mich ein wunderschöne Geschichte, die sich perfekt in der Weihnachtszeit lesen lässt oder auch in allen anderen Jahreszeiten. Weihnachtsmagie kann man ja immer genießen.

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