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Veröffentlicht am 19.01.2026

Entwurzelt

Niemands Töchter
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Judith Hoersch Roman "Niemands Töchter" fällt mit seinem in intensiven Farben gestalteten Cover auf, das von einem Frauengesicht dominiert wird, das halb von einer Sonnenblume verdeckt wird.

Die Handlung ...

Judith Hoersch Roman "Niemands Töchter" fällt mit seinem in intensiven Farben gestalteten Cover auf, das von einem Frauengesicht dominiert wird, das halb von einer Sonnenblume verdeckt wird.

Die Handlung des Romans findet auf verschiedenen Zeitebenen statt, beginnend Anfang der 1980er Jahre bis ins Jahr 2020. Im Mittelpunkt stehen vier Frauen:
Marie, die Anfang der 80er Jahre mit 16 ins wilde Berlin kommt. Gabriele, die aus einer Bäckerfamilie in der Eifel stammt, aber ebenfalls lange Zeit in Berlin gelebt und als Kinderkrankenschwester gearbeitet hat, bevor sie in ihre Heimat zurückkehrt. Alma, die im neuen Jahrtausend Karriere beim Fernsehen gemacht hat, aber privat einsam und unsicher ist und Isabelle, eine talentierte Balletttänzerin, die aber Angst davor hat, auf der Bühne zu stehen und 2020 Mutter einer dreijährigen Tochter ist. Zwischen allen Frauen gibt es eine Verbindung und, was sie aktuell belastet, hat seine Ursache in dem, was vor langer Zeit passiert ist.

Mir hat der Roman gut gefallen, der Autorin ist es gelungen, die einzelnen Charaktere so zu gestalten, dass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Dazu haben natürlich auch die Perspektivwechsel beim Erzählen beigetragen. Es war auch interessant, die verschiedenen Schauplätze in den unterschiedlichen Jahrzehnten kennenzulernen, insbesondere das lebendige Berlin der 80er Jahre. Dadurch, dass bis zum Schluss nach und nach immer noch weitere Leerstellen aufgeklärt wurden, blieb die Geschichte fesselnd. Der Schreibstil der Autorin war gut lesbar und anschaulich.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Wendepunkt

Die Liebe, später
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"Die Liebe, später" ist nicht der erste Roman, den ich von der Autorin gelesen, beziehungsweise gehört habe. Das Cover ist im Stil eines Gemäldes in recht intensiven Farben gehalten und lässt klar erahnen, ...

"Die Liebe, später" ist nicht der erste Roman, den ich von der Autorin gelesen, beziehungsweise gehört habe. Das Cover ist im Stil eines Gemäldes in recht intensiven Farben gehalten und lässt klar erahnen, dass eine weibliche Hauptperson, die dem Teenageralter schon etwas länger entwachsen ist, im Mittelpunkt der Handlung steht.

Die Radio-Journalistin Kora ist seit über 20 Jahren mit dem Biologen Anselm verheiratet, den sie kennenlernte, als sie um die 40 war und gerade ein traumatisches Beziehungsende hinter sich hatte. Kinder haben die beiden keine und ihre Ehe war eine Wochenend-Beziegung, da Anselm unter der Woche in Berlin arbeitete und Kora in Köln. Nun hat Kora eine aufwendige Herz-OP hinter sich, ihr Arbeitgeber möchte sie aufs Abstellgleis schieben und Anselm geht in Rente und möchte im Garten des gemeinsamen Hauses einen Schwimmteich anlegen.

Kora ist mit all dem überfordert und weiß nicht, ob sie sich ihr weiteres Leben nicht anders vorstellt. Zunächst flüchtet sie sich in ein neues "Projekt", indem sie einen Bekannten bei der Suche nach seiner verschollenen Partnerin unterstützt, stößt aber auch dabei auf Punkte, die sie zum Nachdenken über ihr eigenes Leben anregen. Sie fängt an, mit bisher nicht richtig aufgearbeiteten Ereignissen aus ihrer Vergangenheit abzuschließen, was aber wiederum die Distanz zwischen ihr und Anselm zunächst vergrößert.

Die Autorin erzählt die Geschichte sehr feinfühlig, sodass ich mich gut in Kora hineinversetzen konnte, auch wenn sie doch einige Jahre älter ist, als ich selbst. Dazu beigetragen haben auch die verschiedenen Zeitebenen, immer wieder gab es Rückblicke in Koras Kindheit, Studienzeit und allgemein die Phasen, bevor sie Anselm kannte. So erfuhr man nach und nach mehr darüber, warum Kora nun mit allem hadert und was sie geprägt hat. Die Sprecherin des Hörbuchs war passend zu dieser Geschichte gewählt und man konnte ihr gut zuhören und folgen.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Ab jetzt bewusster

Jetzt gerade ist alles gut
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Bei diesem Buch hat mich das Cover direkt angesprochen und ich hatte dadurch auch die Hoffnung, dass das Meer eine Rolle in der Geschichte spielen wird.

Der Ich-Erzähler hatte zumindest vor, ans Meer ...

Bei diesem Buch hat mich das Cover direkt angesprochen und ich hatte dadurch auch die Hoffnung, dass das Meer eine Rolle in der Geschichte spielen wird.

Der Ich-Erzähler hatte zumindest vor, ans Meer zu fahren, in den Familienurlaub mit Frau und Kindern. Dann hält ihn aber eine Sepsis nach einer eigentlich harmlosen Verletzung davon ab, als das Auto bereits vollgepackt auf die Familie wartet. Ihm wird bewusst, wie sehr sein Leben gerade am seidenen Faden hing und er beschließt nach der Akut-Phase im Krankenhaus bewusster zu leben und den Moment mehr zu schätzen und zu genießen.

Das Buch enthält definitiv einige interessante und wichtige Gedanken und auch in den Protagonisten konnte ich mich gut hineinversetzen. Es handelt sich nach der anfänglich lebensbedrohlichen Situation aber mehr um die Aneinanderreihung verschiedener Gegebenheiten und Wahrnehmungen als dass nochmal ein Spannungsbogen entsteht. Der Schreibstil des Autors ist dabei gut nachvollziehbar und auch recht bildhaft, sodass sich das Buch angenehm lesen lässt.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Mutige Frauen im Widerstand

Wir dachten, das Leben kommt noch
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Wie die Covergestaltung und der Titel bereits vermuten lassen, spielt die Handlung dieses Romans in der Vergangenheit und zwar einerseits während des Zweiten Weltkrieges und andererseits Ende des 20. Jahrhunderts, ...

Wie die Covergestaltung und der Titel bereits vermuten lassen, spielt die Handlung dieses Romans in der Vergangenheit und zwar einerseits während des Zweiten Weltkrieges und andererseits Ende des 20. Jahrhunderts, als noch nicht jeder wie selbstverständlich ein Mobiltelefon besaß.

Zur Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges unterstützten auch verschiedene Frauen aus Frankreich und Großbritannien den Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Führten Spionageaufträge, Botengänge oder sogar Sabotageakte aus. Darüber recherchiert die BBC-Moderatorin Gwen in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts und stößt so einerseits auf Pat, die zunächst wenig Interesse daran hat, über ihre Vergangenheit zu sprechen, zugleich findet Gwen aber auch mehr über ihre vor nicht allzu langer Zeit verstorbene Großmutter heraus, die selbst zu dieser Zeit in Paris lebte und so einige Geheimnisse hatte.

Ich fand es sehr interessant, aus der Perspektive von Frauen im Widerstand mehr über diese Zeit zu erfahren und es ist wirklich eindrucksvoll, welche Risiken diese für den Kampf gegen die Nationalsozialisten eingingen und mit welchen Methoden sie damals schon arbeiteten. Auch Gwen als Protagonistin der neueren Zeit war mir sehr sympathisch, wie sie an ihrem Projekt arbeitete und auch am Leben ihrer verstorbenen Großmutter interessiert war. Die Sprecherin des Hörbuchs war zur Atmosphäre des Romans passend gewählt und man konnte ihr gut folgen.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Schwesternliebe

Die Insel meiner Schwester
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Bei diesem Roman hat mich das zum Schauplatz, einer schwedischen Schäreninsel, passende Cover in Kombination mit dem Titel direkt angesprochen.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Halbschwestern, ...

Bei diesem Roman hat mich das zum Schauplatz, einer schwedischen Schäreninsel, passende Cover in Kombination mit dem Titel direkt angesprochen.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Halbschwestern, Mirjam und Nia. Kunstlehrerin Mirjam hat erst im Jugendalter von der Existenz einer weiteren Tochter ihres Vaters, die etwa gleichalt wie sie selbst ist, erfahren. Dennoch freundeten die beiden Mädchen sich schnell an, anstatt aufeinander eifersüchtig zu sein, wobei es im Erwachsenenalter dann immer wieder Phasen gab, in denen Nia sich distanzierte. Insbesondere, wenn sie einen neuen Partner hatte. Nun steht Nias 40. Geburtstag an und sie lädt die frisch verlassene Mirjam auf die Schäreninsel ihrer Kindheit ein, die Nias Ehemann dem Vater der beiden Frauen, der chronisch Pleite ist, abgekauft hat. Bis zur Einladung herrschte mal wieder eine längere Phase ohne Kontakt zwischen den Halbschwestern, da Mirjam nicht verstehen kann, dass Nia doch wieder zu ihrem aggressiven und kontrollierendem Ehemann zurückgekehrt ist. Dennoch reist sie zur Feier auf der kleinen privaten Insel. Diese verläuft, fast erwartungsgemäß, nicht besonders idyllisch.

Ich fand die Geschichte sehr eindrucksvoll. Durch die Erzählweise mit den Rückblicken in die Jugend- und Studentenzeit der Halbschwestern und den Abschnitten aus der Gegenwart gewinnt man einerseits einen recht guten Eindruck vom Verhältnis der beiden Schwestern zueinander und andererseits wird die Spannung bis zum großen Finale immer mehr gesteigert. Was die Handlung angeht, kommt es auch zu überraschenden Wendungen. Vielleicht ist manches, was passiert, nicht zu 100 Prozent realistisch, aber auf jeden Fall wird sehr deutlich, wie eine toxische Beziehung sich immer weiter zum Negativen entwickelt und es dennoch schwer ist, sich daraus zu lösen, auch wenn es für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar ist. Der Schreibstil der Autorin war gut lesbar und auch so anschaulich, dass man sich die Gegebenheiten auf der Insel bildlich vorstellen konnte.

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