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Veröffentlicht am 27.10.2025

Fitzek is back – und wie!

Der Nachbar
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„Sie dachte, ihre größte Angst ist es, allein zu sein. Bis sie herausfindet, dass sie es nie war...“
Schon dieser Satz hat mir Gänsehaut beschert und genau die blieb beim Lesen von „Der Nachbar“ durchgehend ...

„Sie dachte, ihre größte Angst ist es, allein zu sein. Bis sie herausfindet, dass sie es nie war...“
Schon dieser Satz hat mir Gänsehaut beschert und genau die blieb beim Lesen von „Der Nachbar“ durchgehend bestehen.

Sarah Wolff, Strafverteidigerin mit Monophobie (Angst vor dem Alleinsein), zieht mit ihrer Tochter an den Berliner Stadtrand. Eigentlich will sie dort nur Ruhe, doch stattdessen wird sie Opfer eines unsichtbaren Nachbarn, der sie keine Sekunde allein lässt.
Was folgt, ist ein atemloser Psychotrip zwischen Realität, Wahn und purer Angst.
Wie gewohnt liefert Sebastian Fitzek hier wieder das volle Programm: ultra kurze Kapitel, Cliffhanger im Sekundentakt und Plot-Twists, die dich völlig aus der Bahn werfen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Die Kapitel aus Sicht des Nachbarn waren so intensiv und verstörend, dass ich buchstäblich die Luft angehalten habe. Fitzek schafft es, Ängste spürbar zu machen, dieses Gefühl, beobachtet zu werden, allein zu sein und es doch nicht zu sein... einfach genial unheimlich!
Auch die Themen Stalking und Angststörungen wurden realistisch und fesselnd umgesetzt. Sarahs Panik war greifbar, ihre Verletzlichkeit erschreckend echt.
Was mich besonders freut: Fitzek hat für mich mit „Der Nachbar“ wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Keine überzogene Auflösung, kein Chaos am Ende, stattdessen Spannung pur, messerscharf erzählt und emotional fordernd.

Fazit:
Ein Pageturner, der unter die Haut geht.
Ein Thriller, der mit psychologischer Raffinesse spielt.
Ein Fitzek, der wieder so richtig trifft.
Für mich eines der Highlights 2025 und ja, ich werde künftig definitiv doppelt durch den Türspion schauen.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Ein gefühlvoller New Adult Roman mit etwas zu viel Drama

Falling Like Snow
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Darum geht es:
Nach dem Tod ihres Vaters wird Ivy aus der stillen Weite Kanadas herausgerissen und muss zu ihrem Patenonkel John an die sonnige Küste Kaliforniens ziehen. Zwischen Meeresrauschen, fremden ...

Darum geht es:
Nach dem Tod ihres Vaters wird Ivy aus der stillen Weite Kanadas herausgerissen und muss zu ihrem Patenonkel John an die sonnige Küste Kaliforniens ziehen. Zwischen Meeresrauschen, fremden Gesichtern und einer neuen Schule versucht sie, ihren Platz zu finden. Doch das ist gar nicht so einfach, besonders nicht mit John s Sohn Mason, der ihr mit unverhohlener Ablehnung begegnet. Als dann auch noch mysteriöse Männer vor der Tür auftauchen, scheint die Vergangenheit ihres Vaters sie einzuholen.

Mein Eindruck:
Der Einstieg in die Geschichte hat mir gut gefallen. Ich mochte die ruhige Atmosphäre, die winterliche Weite Kanadas und die Art, wie Ivy als stiller, sensibler Charakter gezeichnet wird. Man spürt ihre Trauer, ihre Unsicherheit und gleichzeitig diese leise innere Stärke. Auch der Gegensatz zwischen der kalten, schneebedeckten Heimat und dem heißen, sonnendurchfluteten Kalifornien wurde stimmungsvoll eingefangen, dieser Kontrast zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch.

Mason war für mich anfangs ein schwieriger Charakter, oft zu abweisend, fast grausam, und doch merkt man früh, dass mehr hinter seiner Härte steckt. Die Annäherung zwischen Ivy und ihm erfolgt langsam, zart und glaubwürdig. Gerade in diesen stillen, emotionalen Momenten liegt für mich die Stärke des Buches. Die Autorin schafft es, die Unsicherheiten, Zweifel und ersten Erfahrungen junger Liebe authentisch darzustellen.

Leider verliert sich die Geschichte im weiteren Verlauf für meinen Geschmack in zu viel Drama. Das Geheimnis um Ivys Vater, die „schwarzen Männer“, die ganze Agenten- und Kryptografiehandlung, all das war für mich zu überladen und hätte gar nicht sein müssen. Die Geschichte zwischen Ivy und Mason hätte vollkommen gereicht, um zu berühren. Manche Szenen wirkten zudem etwas sprunghaft oder zeitlich unlogisch, was mich beim Lesen gelegentlich herausgebracht hat. Auch das letzte Drittel war mir zu vollgepackt, es passiert viel, aber nicht alles davon fügt sich organisch zusammen.

Trotzdem hat mich Falling Like Snow gut unterhalten. Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und leicht zu lesen, und die Emotionen kommen in vielen Momenten deutlich zum Tragen. Gerade das jugendliche Alter der Protagonisten wird sehr realistisch eingefangen, mit all der Unsicherheit, Impulsivität und Verletzlichkeit, die dazugehört.

Das Ende zwischen Ivy und Mason fand ich schön und stimmig, wenn auch ein wenig vorhersehbar. Auf den Spice-Part hätte ich persönlich verzichten können, er passte für mich weder zum Alter der Figuren noch zur Stimmung des Buches.

Fazit:
Ein gefühlvolles, atmosphärisches New-Adult-Buch mit sympathischer Protagonistin und einer zarten, authentischen Liebesgeschichte. Leider verliert sich die Handlung in zu vielen Nebensträngen und unnötigem Drama. Wer über kleinere Logikfehler hinwegsehen kann, bekommt eine schöne, emotionale Coming-of-Age-Story, die sich leicht lesen lässt und durch ihre stillen Momente überzeugt.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Zwischen Zimtschnecken und Spätsommerträumen

Love me in Autumn. Eine cinnamon spiced Romance
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Eine geheime Nachricht in einem Buch, eine abenteuerliche Schnitzeljagd durch Dream Harbor und zwei Menschen, die sich dabei näherkommen, als sie geplant hatten, Love me in Autumn von Laurie Gilmore klang ...

Eine geheime Nachricht in einem Buch, eine abenteuerliche Schnitzeljagd durch Dream Harbor und zwei Menschen, die sich dabei näherkommen, als sie geplant hatten, Love me in Autumn von Laurie Gilmore klang für mich nach einer perfekten cozy Romance mit Buchmagie und Herbstvibes.

Doch so sehr ich mich auf die Rückkehr nach Dream Harbor gefreut habe, blieb der Funke diesmal leider aus. Hazel, die schüchterne Buchhändlerin, und Noah, der charmante Fischer, sind eigentlich ein süßes Duo, ihre Unsicherheiten und neckischen Dialoge haben mir gefallen. Die Idee mit den versteckten Botschaften in Büchern ist bezaubernd und hätte das Potenzial für richtig viel Herz und Spannung gehabt.

Leider fehlte mir genau das: Spannung und Tiefe. Viele Szenen wirken vorhersehbar, die Entwicklung der Figuren stagniert, und der Spice-Anteil ist für meinen Geschmack zu dominant, gerade im Vergleich zum ersten Band, der noch mehr „cozy“ und weniger „cinnamon spicy“ war. Auch das versprochene Herbstgefühl blieb aus: Statt knisterndem Laub und Pumpkin Spice gibt’s Sonne, Meer und Spätsommer-Feeling. Nett, aber nicht das, was der Titel verspricht.

Trotzdem ist es ein leichtes, charmant geschriebenes Buch für Zwischendurch, ideal, wenn man Dream Harbor einfach nicht loslassen möchte und eine süße Kleinstadtromanze sucht, die Herzklopfen und eine Portion Fernweh schenkt.

Romantisch, warmherzig, aber etwas zu seicht. Love me in Autumn bleibt hinter Meet me in Autumn zurück, ist aber für Fans von small town romance, slow burn & Schnitzeljagd-Liebe dennoch einen Blick wert.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Zwischen Leben & Tod, eine düstere Märchenmagie

Das Dreizehnte Kind
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„Wenn der Tod ruft, muss sie gehorchen.“ und genau so klingt Das Dreizehnte Kind auch: poetisch, düster und herzzerreißend schön.
Hazel Trépas ist das dreizehnte Kind einer armen Familie und wurde dem ...

„Wenn der Tod ruft, muss sie gehorchen.“ und genau so klingt Das Dreizehnte Kind auch: poetisch, düster und herzzerreißend schön.
Hazel Trépas ist das dreizehnte Kind einer armen Familie und wurde dem Tod höchstpersönlich versprochen. Von ihm erhält sie eine Gabe, die sie zu einer Heilerin macht: Sie erkennt auf einen Blick, wie jede Krankheit geheilt werden kann. Doch ihre Gabe ist auch ihr Fluch, denn manchmal sieht sie das Symbol des Todes selbst und weiß, dass jede Rettung zu spät kommt.
Als der König schwer erkrankt, wird Hazel an den Hof gerufen und gerät mitten in ein Spiel aus Macht, Göttern und Geheimnissen.
Erin A. Craig erschafft eine düster-märchenhafte Welt, die perfekt zur Herbstzeit passt. Ihr Schreibstil ist bildhaft, flüssig und zieht einen sofort in den Bann dieser schicksalhaften Geschichte. Besonders beeindruckend fand ich die Beziehung zwischen Hazel und dem Tod: beinahe väterlich, bittersüß und emotional tiefgehend. Ihre Dynamik war für mich faszinierender als die Liebesgeschichte, die eher leise blieb.
Das Cover mit den vielen Kerzen passt unglaublich gut zur Geschichte, es spiegelt das Motiv von Leben, Hoffnung und Vergänglichkeit wider. Der Farbschnitt ist wunderschön, und auch unter dem Schutzumschlag ist das Buch ein echtes Schmuckstück. Inhaltlich überzeugt es mit Tiefe, Atmosphäre und einer Hauptfigur, die mutig, mitfühlend und voller innerer Stärke ist.
Ein märchenhaftes, etwas düsteres Buch über Leben, Tod, Opfer und Freiheit, perfekt für alle, die sich im Herbst in magische Welten fallen lassen wollen.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Cozy, süß & herbstlich wie ein Pumpkin Spice Latte

Meet me in Autumn. Eine Pumpkin spiced Romance
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Jeanie wagt den Neuanfang, als sie das kleine Pumpkin Spice Café ihrer Tante in Dream Harbor übernimmt und trifft dort auf den grummeligen Farmer Logan, der so gar nichts vom Trubel der Kleinstadt hält. ...

Jeanie wagt den Neuanfang, als sie das kleine Pumpkin Spice Café ihrer Tante in Dream Harbor übernimmt und trifft dort auf den grummeligen Farmer Logan, der so gar nichts vom Trubel der Kleinstadt hält. Natürlich prallen Welten aufeinander, City Girl trifft Sexy Farmer, und das mit ordentlich herbstlicher Stimmung, Dorfschnack und einer Prise Spice.

Ich mochte das Setting, goldene Blätter, dampfender Latte, charmante Nebenfiguren. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, perfekt zum Wegträumen. Auch wenn mir Jeanies und Logans Entwicklung stellenweise zu schnell ging und ich mir bei den Charakteren etwas mehr Tiefe gewünscht hätte, hatte das Buch genau die richtige Portion Wärme für gemütliche Lesestunden.
Ein kleiner Wohlfühlroman für zwischendurch, ohne großen Spannungsbogen, aber mit viel Herz.

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