Zwischen Alltag, Erkenntnis und der Suche nach mehr
This isn't happinessThis Isn’t Happiness hat mich wirklich überrascht. Kein großes Drama, kein actionreicher Plot – und trotzdem war ich völlig gefesselt. Mary Newnham schafft es mit viel Humor, Beobachtungsgabe und einer ...
This Isn’t Happiness hat mich wirklich überrascht. Kein großes Drama, kein actionreicher Plot – und trotzdem war ich völlig gefesselt. Mary Newnham schafft es mit viel Humor, Beobachtungsgabe und einer ehrlichen Stimme, eine Beziehung zu schildern, wie sie wahrscheinlich viele von uns schon erlebt haben oder gerade erleben.
Amy war mir von Anfang an nah. Ihre Gedankenwelt, ihr innerer Spagat zwischen Harmoniebedürfnis und wachsender Unzufriedenheit – das war so nachvollziehbar, dass ich oft gar nicht wusste, ob ich lachen, weinen oder einfach nur wütend sein sollte. Besonders die Einschübe in Klammern haben mir gefallen: bissig, pointiert und genau auf den Punkt.
Josh hingegen hat es mir nicht leicht gemacht. Seine Gleichgültigkeit, das ständige Abtauchen in Fitness und Protein-Routinen, während Amy versucht, den Laden zusammenzuhalten, hat bei mir ziemlich viel Frust ausgelöst. Ich habe mich oft gefragt, wie wenig zwei Menschen miteinander reden können – und wie viel trotzdem unausgesprochen zwischen ihnen steht. Und genau das trifft die Autorin sehr gut.
Was mir besonders gefallen hat, war, dass es eben nicht nur um die Beziehung geht, sondern um Amys ganz eigene Entwicklung. Wie sie im Job wächst, sich langsam traut, ihre Meinung zu sagen, und merkt, dass da noch so viel mehr in ihr steckt. Diese Szenen waren für mich echte Highlights.
Auch die Nebenfiguren bringen Leben in die Geschichte – besonders Lace, auch wenn ihre Entwicklung gegen Ende ein wenig überzeichnet wirkte. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe und weniger Drama gewünscht. Manche Auflösungen, besonders gegen Schluss, kamen mir etwas zu abrupt oder unrealistisch vor. Auch Amys Entwicklung zur Influencerin war zwar charmant erzählt, wirkte aber etwas konstruiert.
Der Schreibstil ist leicht, modern und trotz aller Leichtigkeit nie oberflächlich. Ich bin durch die Seiten geflogen, aber einige Gedanken sind geblieben – besonders die Frage: Wollen wir glücklich sein, oder einfach nur nicht allein?
This Isn’t Happiness ist für mich kein klassischer Liebesroman – eher ein Roman übers Aufwachen. Und manchmal fühlt sich genau das am Anfang gar nicht nach Glück an. Aber genau darin liegt die Stärke dieses Buchs: Es zeigt, wie wichtig es ist, ehrlich hinzuschauen – und sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren.
Eine klare Empfehlung für alle, die Geschichten mit Tiefgang, leiser Ironie und einer guten Portion Selbstreflexion lieben – mit kleinen Abzügen für ein paar überzogene Wendungen im letzten Drittel.