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Veröffentlicht am 15.09.2016

✎ Tess Gerritsen - Rizzoli & Isles 11.5 Unter Verdacht

Rizzoli & Isles - Unter Verdacht
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Da ich derzeit nicht mehr direkt nach dem Lesen zum Rezensieren komme, ist mir bei diesem Büchlein kurzfristig entfallen, um was es genau ging. Nach einen kleinen Blick in die Geschichte, war sie aber ...

Da ich derzeit nicht mehr direkt nach dem Lesen zum Rezensieren komme, ist mir bei diesem Büchlein kurzfristig entfallen, um was es genau ging. Nach einen kleinen Blick in die Geschichte, war sie aber wieder präsent.

Auch dieses Büchlein habe ich nur gelesen, weil mich meine Mum mich darauf aufmerksam machte. Wie der Shortthriller 'Blutrausch' geht es hier nicht darum, irgendetwas Nebensächliches aus einer Hauptstory zu erzählen, sondern er steht für sich allein.

Mit seinen 43 Seiten ist er zwar ein wenig länger als sein Vorgänger, aber auch hier bleibt keine Zeit, ausschweifend zu werden. Das fand ich auch ganz gut. Die Geschichte ist jetzt nicht herausragend, aber toll für Zwischendurch mal schnell geeignet.

Wie gesagt, wer mal einen Blick auf den Schreibstil der Autorin werfen mag, der ist hiermit gut bedient. Und wer dann nicht zur Rizzoli-&-Isles-Reihe greift, ist selbst Schuld. Wobei man dies echt nicht vergleichen darf.

Das einzige, was mich noch interessieren würde, wäre: Warum hat man die Shortthriller erst 2015 herausgebracht - 3 Jahre nach den Originalen?!

©2016

Veröffentlicht am 15.09.2016

✎ Tess Gerritsen - Rizzoli & Isles 10.5 Blutrausch

Rizzoli & Isles - Blutrausch
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Hm, hm, hm..

Eigentlich bin ich nur durch meine Mum auf diesen Shortthriller aufmerksam geworden, denn ich habe ihr zwar die Rizzoli-&-Isles-Reihe empfohlen, da ich die meisten dieser Bücher wirklich ...

Hm, hm, hm..

Eigentlich bin ich nur durch meine Mum auf diesen Shortthriller aufmerksam geworden, denn ich habe ihr zwar die Rizzoli-&-Isles-Reihe empfohlen, da ich die meisten dieser Bücher wirklich gut finde, aber weiter nachgeforscht habe ich in diese Richtung nicht - nur, ob es neue Teile der Reihe gibt.

Als ich dieses Buch dann auf dem Reader hatte, war ich schon erstaunt, dass es nur knapp über 50 Seiten beinhaltet, denn es wurde ja auch eine Leseprobe zu 'Der Schneeleopard' angepriesen. Und als ich die Lektüre dann nach 26 Seiten beendet hatte, war ich erstmal erstaunt.

Zum einen fand ich die Geschichte an sich ganz ok. Sie war schlüssig, ein wenig spannend, als etwas Schnelles für Zwischendurch sehr gut geeignet.

Auf der anderen Seite frage ich mich, was genau der "Sinn" dieser paar Seiten ist?!
Für mich jedenfalls wird deutlich klar, dass es nur eine Werbeaktion für den neuen Thriller war. Und da ich ihn sowieso schon vorher gelesen hatte, war dies für mich total uninteressant.
Außerdem glaube ich, dass Rizzoli-&-Isles-Fans die Serie sowieso lesen - auch ohne diesen E-Short mit der Leseprobe.

Wer gerne mal reinschnuppern möchte, wie Jane Rizzoli und Maura Isles zusammen agieren, der kann dieses Büchlein lesen. Wer aber Fan der Serie ist und sowieso weiterliest, der kann es ruhig ignorieren. Mit der Serie kann es zumindest nicht mithalten, auch wenn es als eigenständiges Werkchen ganz passabel ist.

©2016

Veröffentlicht am 15.09.2016

✎ Susanna Tamaro - Mein Herz ruft deinen Namen

Mein Herz ruft deinen Namen
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Als Janine bei 'vergessene Schätze' damals dieses Buch vorgestellt hat, war mir ziemlich schnell klar, dass ich es unbedingt lesen möchte, denn ihre Rezension hat mich schon sehr neugierig gemacht.

Schon ...

Als Janine bei 'vergessene Schätze' damals dieses Buch vorgestellt hat, war mir ziemlich schnell klar, dass ich es unbedingt lesen möchte, denn ihre Rezension hat mich schon sehr neugierig gemacht.

Schon sehr früh fing ich an, mir Textstellen zu markieren, die mir einfach unheimlich gut gefielen. Die Autorin hat einen super Schreibstil, der zwar ruhig / leise daherkommt, aber dennoch voll einschlägt - nicht zuletzt, weil er sehr bildhaft ist.

"Es gefiel dir, unser Leben mit einem Wasserlauf zu vergleichen. »Jetzt sind wir ein Gebirgsbach«, sagtest du, »springen ungestüm zwischen Felsblöcken, bilden Wasserfälle, und unser Plätschern und Rauschen hallt von den Gipfeln bis ins Tal. Eines Tages jedoch werden wir Flüsse in der Ebene sein - ruhig, breit und träge -, und wir werden gar keine Geräusche mehr machen außer dem Rascheln, das der Wind erzeugt, wenn er durch die Weiden streicht.«
»Wird das langweilig sein?«, fragte ich.
»Nein, ganz natürlich.«" (S.16)

Auch lässt sie ihre Figuren immer wieder die richtigen Fragen stellen - selbst wenn sie keine Antworten darauf bekommen / erwarten.

"»Warum leben wir?«" (S.16)

"Oft habe ich mich gefragt, ob die Einsamkeit die Sensibilität erhöht oder ob man die Einsamkeit wählt, weil man zu sensibel ist" (S.40)

Dass Susanna Tamaro ihre Hauptfigur Matteo in der Ich-Form erzählen lässt, macht dieses Buch unheimlich persönlich. Er spricht quasi zu seiner verstorbenen Frau, erzählt ihr das Leben, was er nun ohne sie leben muss und fragt sie / sich, wie sie es in diesem Augenblick empfinden würde.

Wer nun meint, er bekommt hier einen Roman präsentiert, der sich damit beschäftigt, dass jemand seine Trauer nicht überwinden kann und anfängt, mit Toten zu reden, dem sei gesagt, dass man es eher so sehen sollte, als wenn Matteo ein (Tage)Buch an seine Frau schreibt.

Ich persönlich finde diesen Weg gut gewählt und mir war das daher nicht zu viel, weil das Übernatürliche wirklich nicht thematisiert wird. Da ich auch schon einen sehr schweren Verlust hinnehmen musste, konnte ich mich gut in den Protagonisten hineinversetzen. Seine Trauer und Wut und Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit konnte ich perfekt nachvollziehen.

"»Sie waren doch Arzt, Kardiologe, nicht wahr?«, [...]
»Ja.«
»Sie brachten Herzen in Ordnung.«
»In den Grenzen des Möglichen.«
»Nun, das machen Sie ja jetzt auch, oder? In gewisser Weise bringen Sie Herzen wieder in Ordnung, nicht wahr?«
»Mit dem Skalpell war es einfacher«, erwiderte ich." (S. 182 / 183)

Das Einzige, was mir nicht so richtig gefallen hat und was ich schon voraussah, war das Ende. Aber das tut der Geschichte an sich keinen Abbruch.

Für mich ist dieses Buch wirklich das Richtige gewesen. Es behandelt ein trauriges Thema auf sehr würdevolle Weise. Es zeigt einen Weg auf, mit diesem Thema umzugehen, der vielleicht nicht immer der beste ist, der jedoch teilweise auch helfen kann und sehr nachvollziehbar bleibt.

"Auf jede Tragödie folgt eine Flut von »Wenns«, und diese Fragen wiegen schwer wie ein Rucksack voller Steine, und wer die Tragödie miterlebt hat, trägt ihn für immer auf den Schultern. Wenn man sich an den »Wenns« entlanghangelt - als ob es ein Seil wäre, das uns zugeworfen wird, um uns zu retten -, wird einem klar, dass auf ein »Wenn« stets ein weiteres folgt und noch dann noch eines und noch eines. Man streckt die Hand aus, überzeugt, es sei das letzte, und findet immer noch weitere, sodass man sich zuletzt, bevor man erschöpft umfällt, ergeben muss. Das einzig gültige »Wenn«, das alle anderen in sich birgt, ist nur eines: Wenn ich nie geboren worden wäre." (S. 72 / 73)

©2016

Veröffentlicht am 15.09.2016

✎ Till Bastian - Auschwitz und die «Auschwitz-Lüge»

Auschwitz und die 'Auschwitz-Lüge'
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In letzter Zeit lese ich (wieder) einige Bücher aus der Zeit des Holocausts. Ich bin nämlich eine, die sagt: Ja, diese Zeit war sehr schlimm und ich muss mich nicht verantwortlich dafür fühlen. Aber ich ...

In letzter Zeit lese ich (wieder) einige Bücher aus der Zeit des Holocausts. Ich bin nämlich eine, die sagt: Ja, diese Zeit war sehr schlimm und ich muss mich nicht verantwortlich dafür fühlen. Aber ich möchte diese Zeit auch nicht vergessen (lassen), denn so etwas darf einfach NIE wieder passieren!

"Wir, die nach 1945 geboren sind, tragen daran keine Schuld, auch nicht als Deutsche. Sehr wohl aber stehen wir vor der Aufgabe, die Vergangenheit präsent zu halten und alles zu tun, was verhindern kann, dass Menschen noch einmal dieselben Wege und Irrwege bestreiten." (S. 92-93)

Meistens habe ich erfundene Geschichten oder Erfahrungsberichte / Biographien gelesen. Umso gespannter war ich auf dieses Büchlein, was sich (scheinbar) mit den Leugnern befasst.
Ich kann nicht verstehen, dass es diese Menschen tatsächlich geben soll(te) und wollte daher wissen, wie sie zu dieser Aussage kamen.

"[...] zum KZ Dachau über 150, zum KZ Buchenwald mehr als 12 Nebenlager. Schon aufgrund dieser räumlichen Verteilung wirkt äußerst unglaubhaft, dass so viele Deutsche rein gar nichts von dem bemerkt haben wollen, was im Land vor sich ging..." (S. 22)

Das Buch ist zweigeteilt.
Im ersten Teil wird sehr schlimm die Vernichtung der Juden geschildert. Es werden erschreckende Zahlen genannt, die ich so noch nie gehört habe und die mich schockierten, als ich sie schwarz auf weiß ausgeschrieben sah.

"[...] KZ Auschwitz [...], so bedeuten die dort ermordeten 1,2 Millionen Menschen 710 Todesopfer pro Tag über viereinhalb Jahre hinweg." (S. 28)

"Am polnischen Nationalfeiertag werden [...] 151 polnische Häftlinge [...] getötet." (S. 36)

Auch werden Aussagen niedergeschrieben, die mir das Blut in den Adern gefrieren ließ..

"Ihr seid hier nicht in ein Sanatorium gekommen, sondern in ein Konzentrationslager, aus dem es keinen anderen Ausgang gibt als durch den Schornstein des Krematoriums!" (S. 30)

Welche Gedanken schossen den Menschen durch den Kopf, die diesen Satz gehört haben?

Im zweiten Teil geht es dann um ein paar Leugner.
Leider ist dieser Part nicht wirklich lang. Ich hätte mir hier etwas Tiefgreifenderes gewünscht; etwas, was ausführlicher und besser greifbar ist; etwas, was die Argumente der Abstreiter wirklich widerlegt.
Vielleicht hätte man noch einige Seiten und vor allem einige Zeit mehr investieren sollen, um dieses Thema wirklich auszubauen - denn immerhin ist es der Titel des Werkes. Und manche Aussagen sind doch wirklich schlimm und einfach nicht nachzuvollziehen..

"[...] zu Spenden für den Erhalt der Gedenkstätte Auschwitz aufrief, [...] «Gerne werde ich eine größere Summe spenden, wenn dadurch Auschwitz betriebsbereit bleibt» [...]" (S. 83)

"[...] höchstens 200.000 bis 300.000 Juden [...] umgekommen, aber niemand unter ihnen durch Gas, denn Gaskammern habe es [...] gar nicht gegeben, [...]" (S. 80)

Einem kann ich zu 1000% zustimmen:

"Eine solche Tötungsart kann nur anordnen, wer gefühllos, roh und unbarmherzig ist." (S. 67)

Das Buch ist im Endeffekt vielleicht nicht das, was ich erwartet habe, denn ich hätte mir ein bisschen mehr Fokus auf den zweiten Teil gewünscht. (der erste sollte aber keinesfalls gekürzt werden) Aber ich finde es durch die Zahlen und Bilder sehr lesenswert.

Ich habe früher immer gesagt, ich will mir ein Konzentrationslager (am liebsten Auschwitz) unbedingt mal angucken, aber Bilder im Buch reichen nun. Von diesem Gedanken bin ich definitiv 'geheilt'..

Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land.

Daß die Völker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbessern
Lieben und beschirmen wir's
Und das Liebsten mag's uns scheinen
So wie andern Völkern ihrs. (S. 95)

©2016

Veröffentlicht am 15.09.2016

✎ Petra Hammesfahr - Das Geheimnis der Puppe

Das Geheimnis der Puppe
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Ich habe das Buch vor einigen Jahren schon mal gelesen, konnte mich aber überhaupt nicht mehr daran erinnern, wie der Inhalt war und wie ich es fand. Als ich dann das Hörbuch entdeckte, entschloss ich ...

Ich habe das Buch vor einigen Jahren schon mal gelesen, konnte mich aber überhaupt nicht mehr daran erinnern, wie der Inhalt war und wie ich es fand. Als ich dann das Hörbuch entdeckte, entschloss ich mich, es direkt vom Reread-Stapel zu befreien.

Ich war sehr schnell in der Geschichte um den Ich-Erzähler Tom drin.
Die ganze Story ist auch nicht sonderlich undurchsichtig. Im Gegenteil, man weiß sehr schnell, was Sache ist. Trotzdem fand ich den Aufbau ganz nett. Und das Ende wirklich traurig.

Zugute halten möchte ich der Autorin, dass sie den Mysterybogen nicht überspannt hat. Ich bin ja nicht so für Übernatürliches und denke mir auch immer, dass jeder selbst wissen muss, inwieweit er an so etwas glaubt. Hier fand ich es aber gut in die Geschichte integriert und nicht zu überbewertet.

Es ist jetzt nichts, was ich unbedingt weiterempfehlen würde, weil es manchen wohl etwas zu leise wäre. Jedoch denke ich, dass es Lesern gefallen könnte, die einfach auch mal eine ruhige (Familiengeheimnis)Geschichte suchen und die sich auf das ein oder andere einlassen können..

©2016