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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2025

Frische Perspektive im Ratgeber-Genre

Glimmer
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Am Begriff des "Triggers" kommt man in der heutigen Welt eigentlich fast gar nicht mehr vorbei; Triggerwarnungen in Bücher, spezielle Triggerworte, die z.B. Panik in Personen auslösen können oder auch ...

Am Begriff des "Triggers" kommt man in der heutigen Welt eigentlich fast gar nicht mehr vorbei; Triggerwarnungen in Bücher, spezielle Triggerworte, die z.B. Panik in Personen auslösen können oder auch einfach das Verb triggern, häufig eher neudeutsch in Sätzen wie "Das Verhalten triggert mich voll". Insgesamt geht es dabei immer um irgendetwas Negatives.
In diesem Buch wird nun sozusagen das positive Gegenstück namens Glimmer vorgestellt.
Schon das Cover zeigt mit seiner Gestaltung grob wie man sich das Ganze wahrscheinlich vorstellen darf; kleine Punkte, die, wenn sie sich gemeinsam verdichten ein ( im übertragenen Sinn wahrscheinlich; das Negative) überlagerndes Bild zeigen.
Das Buch ist insgesamt gut geschrieben, auch für Laien in diesem Gebiet erschließen sich die Zusammenhänge gut. Auch die Aufteilung in mehrere Teile mit Unterthemen ist gelungen, die Mischung von persönlichen Erfahrungen mit der Erläuterung verschiedener Thematiken rund um Glimmer ergibt ein interessantes Bild. Auch die Übungen, die per QR-Code verlinkt sind, sind eine schöne Ergänzung zu den Erkenntnissen aus der aktuellen psychologischen Forschung, die hier aufbereitet wurden.

Alles in allem ein interessantes und ( für mich, da mir das zuvor noch nicht untergekommen ist ) innovatives Thema, das gut umgesetzt wurde und ein gewisses Potential für Lesende enthält, der volle Gewinn hängt aber auch noch vom individuellen Einsatz ab.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Spannend, wenn auch nicht ganz wie die Genre-Einordnung auf dem Cover

Schneeengel
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Die Geschichte erzählt von Ella, einer jungen Finnin, die nach einem schweren Erlebnis ihre Heimat verlässt und in einer abgeschiedenen Sekte im deutschen Wald Zuflucht sucht. Dort versucht sie, sich einzufügen ...

Die Geschichte erzählt von Ella, einer jungen Finnin, die nach einem schweren Erlebnis ihre Heimat verlässt und in einer abgeschiedenen Sekte im deutschen Wald Zuflucht sucht. Dort versucht sie, sich einzufügen und übernimmt die Pflege eines Wolfsgeheges, das sie an ihre Heimat erinnert. Als die Polizei nach einer vermissten Frau sucht, die ihr ähnelt, und ein Gruppenmitglied stirbt, gerät Ella zunehmend in Gefahr und beginnt die Geschehnisse um sie herum zu hinterfragen.

Es gelingt der Autorin gut mit ihrem Schreibstil die psychologische Ausnahmesituation der Protagonistin in der winterlichen, zunächst eher ruhig wirkendenden, oft aber auch beklemmenden Atmosphäre darzustellen. Die dafür genutzte Bildsprache ist poetisch und stimmig, auch wenn ich persönlich sie an manchen Stellen als etwas zu überladen empfinde.

Die Charakterentwicklungen von Ella und den anderen Sektenmitgliedern ist auch grundsätzlich stimmig, manche Nebenfiguren bleiben dagegen eher blass und auch die Motivation der Antagonisten waren für mich nicht vollständig nachvollziehbar.

Alles in allem ein interessantes Buch, das auch Spannungselemente enthält, auch wenn es sich eben nicht um einen rasanten Pageturner/ (für mich) klassischen Thriller handelt, sondern eher um ein literarisches, atmosphärisch dichtes Drama mit Mystery-Elementen.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Charmant zu lesen, wenn auch mit Luft nach oben

Happy Ending
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Man begleitet die 26-jährige Autorin Rosie Watkins, die nach einer schmerzhaften Trennung New York hinter sich lässt und nach London flüchtet. Dort findet sie dann unter anderem Anschluss in einer Gruppe ...

Man begleitet die 26-jährige Autorin Rosie Watkins, die nach einer schmerzhaften Trennung New York hinter sich lässt und nach London flüchtet. Dort findet sie dann unter anderem Anschluss in einer Gruppe rund um Tara, Saoirse und Deepti, dabei sieht sie sich dann auch mit dem verschlossenen Zwillingsbruder von Tara, Gamble, konfrontiert, der ihr zunächst skeptisch gegenübersteht.
Der Schreibstil ist leicht zugänglich und angenehm flüssig, sodass man gut in die Handlung hineinfindet, wobei mir persönlich teilweise etwas zu sehr auf Dialoge gesetzt wird.

Die emotionale Entwicklung zwischen den Hauptfiguren bleibt stellenweise leider auch vorhersehbar, und einige Konflikte lösen sich recht schnell ohne Erklärung oder manchmal auch leider gar nicht auf. Auch die insgesamte Charakterentwicklung konnte mich nicht ganz abholen.

Alles in allem ein unterhaltsamer, romantischer Wohlfühlroman mit Charme und sanftem Happy End, der aber sein Potential bei weitem nicht ausschöpft.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Entführt in eine Welt voller Gegensätze

Burnham Dynasty
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Das Buch zeigt als Auftakt einer neuen Reihe großes Potential; eine sympathische Hauptfigur, eine glamouröse aber auch mysteriös düstere Atmosphäre und eine hübsche Mischung aus Romance, Spannung und Familiengeheimnissen. ...

Das Buch zeigt als Auftakt einer neuen Reihe großes Potential; eine sympathische Hauptfigur, eine glamouröse aber auch mysteriös düstere Atmosphäre und eine hübsche Mischung aus Romance, Spannung und Familiengeheimnissen.

Im Mittelpunkt steht Cathy, die Tochter eines Stallmeisters, die durch einen Besuch bei ihrem Vater auf dem Anwesen der wohlhabenden Familie Burnham in eine Welt gerät, die so gänzlich anders ist, als das was sie kennt. Dort trifft sie auf Josh, den jungen Erben der Familie, dem sie zunächst eher skeptisch gegenübersteht, bis ein Mord geschieht und Cathys Vater unter Verdacht gerät. Gemeinsam müssen sie die Wahrheit aufdecken, während sich zwischen ihnen eine zarte, aber konfliktreiche Anziehung anbahnt.

Der Autorin gelingt es dabei gut, die Gefühle ihrer Protagonistin nachvollziehbar darzustellen und gleichzeitig eine fesselnde Handlung zu entwickeln. Auch die verschiedenen Perspektiven, die man über den Verlauf der Geschichte kennenlernt, tragen ihren Teil zum Lesegenuss bei.

Als kleinere Schwächen muss ich persönlich aber anmerken, dass einzelne Figuren schon etwas arg stereotyp gezeichnet sind, insbesondere in den Nebenrollen (Charlotte, zum Beispiel). Auch das Erzähltempo schwankt stellenweise, manche Passagen hätten für mich etwas mehr Tiefe oder Dynamik vertragen können, um die Spannung konsequent aufrechtzuerhalten.

Insgesamt aber eine unterhaltsame Geschichte für Leser:innen, die gerne romantische Geschichten mit einer Prise Intrige und einem aristokratischen Setting mögen.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Angenehme Mischung aus „Cosy Crime“ und herzerwärmender Familiengeschichte.

Der Tag, an dem Barbara starb
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Im Mittelpunkt steht die 89-jährige Margaret Winterbottom, die unter zunehmender Vergesslichkeit leidet und sich dennoch daran erinnert, dass ihre ermordete Nachbarin Barbara ihr kurz vor ihrem Tod etwas ...

Im Mittelpunkt steht die 89-jährige Margaret Winterbottom, die unter zunehmender Vergesslichkeit leidet und sich dennoch daran erinnert, dass ihre ermordete Nachbarin Barbara ihr kurz vor ihrem Tod etwas Wichtiges anvertraut hat. Gemeinsam mit ihrem 15-jährigen Enkel James, der als idealer Gegenpol ( jung, etwas überdreht bzw. neugierig und einfach nochmal ein anderer Blick auf die Dinge) fungiert, begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit.
Die Verbindung von stückweisen Erinnerungen, Emotionen und dem eigentlichen Verbrechen ist sehr schön zu lesen. Auch dass verschiedene Themen rund ums Altern, Erinnerungen und das Vergessen aufgriffen werden, gibt dem Buch nochmal eine schöne Note.
Für mich persönlich war die Tatsache, dass sie immer wieder ihren verstorbenen Ehemann anspricht und wie so eine Art Zwiegespräch mit ihm führt, anfangs etwas verwirrend, aber das legte sich.

Alles in allem eine Empfehlung für all diejenigen, die Fans von Cozy Crime, einem eher gemächlichen Erzähltempo und einer Fokuslegung eher auf die Charaktere und die Atmosphäre, als auf einen unerwarteten/überraschenden Plot, sind.

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