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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2026

Die Konsequenzen des Schweigens

Weil wir nichts wussten
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Der Roman erzählt mit einem sehr angenehmen Schreibstil von Familie, Schuld und ihrer (aktiven) Verdrängung sowie den Folgen von lange Unausgesprochenem.

Gerade die Art, wie die Geschichte aus zwei unterschiedlichen ...

Der Roman erzählt mit einem sehr angenehmen Schreibstil von Familie, Schuld und ihrer (aktiven) Verdrängung sowie den Folgen von lange Unausgesprochenem.

Gerade die Art, wie die Geschichte aus zwei unterschiedlichen Perspektiven herausentwickelt wird, die sich immer mehr aneinander annähern, ist sehr spannend. Auch die Einarbeitung verschiedener gesellschaftlicher Themen, verbunden mit privaten Konflikten trägt noch zusätzlich dazu bei. Die Figurenzeichnung lässt den Leser mit den Protagonisten mitfühlen und ihre inneren Konflikte besser nachvollziehen. Auch wenn man natürlich durch die beiden geschilderten Sichtweisen immer etwas mehr weiß.

Was als ein Buch über Familiengeheimnisse und persönliche Verfehlungen beginnt, entwickelt sich im weiteren Verlauf immer mehr auch in die Richtung allgemeinerer Fragen rund um Verantwortung, die Verdrängung der Wahrheit und vieles mehr. Eindeutig also ein Roman, der nachhallt und einlädt sich über die Konsequenzen des bewussten Schweigens Gedanken zu machen.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Was können Ehefrauen wissen ?

Ein guter Blick fürs Böse
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Die Geschichte spielt in den 1960er Jahren in Kalifornien und folgt drei Frauen, die eine ungewöhnliche Eigenschaft verbindet; ihre Männer wurden allesamt als Serienmörder enttarnt und darüber haben sie ...

Die Geschichte spielt in den 1960er Jahren in Kalifornien und folgt drei Frauen, die eine ungewöhnliche Eigenschaft verbindet; ihre Männer wurden allesamt als Serienmörder enttarnt und darüber haben sie sich gefunden. Die drei bilden nun Jahre nach den Festnahmen ihrer Männer ein super interessantes Ermittlertrio, das sich bei der Aufklärung der brutalen Morde zusätzlich immer wieder mit ihren Vergangenheiten konfrontiert sieht.

Gerade die Frage, die immer (unterschwellig) mitschwingt, nämlich wie viel man über einen Menschen wirklich wissen kann und damit verbunden auch die Entwicklung der Frauen als Charaktere, die getrieben von ihren Erfahrungen sich dem Bösen aktiv entgegenstellen wollen, ist sehr spannend zu lesen.

Auch die Atmosphäre, die von Anfang sehr schön eingeführt wird, dieser Retrocharme der 60er gepaart mit einem gleichzeitig glamourösen, aber auch durchaus nicht ungefährlichen Schauplatz in Kalifornien, tut ihr Übriges dazu.

Insgesamt ein sehr interessantes Buch, das ehrlich gesagt aber auch an einigen Stellen schon ein bisschen sehr von der Stimmung, dem "Glamour" lebt. Aber ansonsten wirklich atmosphärisch und von den Charakteren her gut gelungen.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Anspruchsvolle, aber spannende Genreverbindung

Unter dem Strand
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Was auf alle Fälle klar ist über dieses Buch ist, dass es weit mehr als den klassischen Ostseekrimi beinhaltet. Der Leser begleitet auf der einen Seite (und in der einen Zeitleiste) die Journalistin Cay, ...

Was auf alle Fälle klar ist über dieses Buch ist, dass es weit mehr als den klassischen Ostseekrimi beinhaltet. Der Leser begleitet auf der einen Seite (und in der einen Zeitleiste) die Journalistin Cay, die beruflich an die Lübecker Bucht reist und in der anderen Zeitleiste Leon, einen Bewohner eines KZs in diesem Gebiet.
Die Perspektiven und Zeitleisten wechseln teilweise schnell nacheinander, woran ich mich zunächst gewöhnen musste.
Gerade diese Verbindung von historischen und kriminalistischen Elementen verlangt dem Leser meiner Meinung nach auch nochmals eine besondere Konzentration beim Lesen ab. Der historische Tiefgang wirkt eindeutig gut recherchiert und der regionale Bezug passt meiner Ansicht nach auch gut.

Womit ich ein wenig eine ( "Problem" wäre schon etwas zu stark, vielleicht besser) Gewöhnungsphase gebraucht habe, war dann aber doch wie zynisch Leon über die Geschehnisse im Lager redete. Mit der Zeit hat sich mir dann aber zumindest ein bisschen erschlossen, dass gerade durch diese Art das Ganze noch authentischer, noch eher nachzufühlen wirkt. Und ich bin leider über die gesamte Geschichte nicht wirklich warm mit Cay geworden. Sie ist eine super interessante Figur, die ( so wirkt es auf mich) einiges an Ballast mit sich herumträgt, auch wenn das nie konkret so genannt wird. Aber sie ist aus meiner Sicht irgendwie zu verbissen in ihrem Weltbild, es gibt nur Schwarz und Weiß, Gut und Böse und das fand ich gerade bei einer in sich so widersprüchlichen Person wie Cay es für mich ist, irgendwie nicht passend.

Insgesamt aber durchaus ein super spannendes Buch, das kriminalistische und historische Elemente gut verbindet, aber gerade durch diese Verbindung auch eher keine Lektüre für mal nur so zwischendrin ist. Denn um die Geschichte wirklich zu durchsteigen muss man mitdenken, mitfühlen und darf nie vergessen, dass all diese grausame Dinge bis heute Auswirkungen haben (sollten).

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Schöne Grundidee, verworrene Umsetzung

You and Me - Die zweite erste Liebe
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Das Buch kommt zunächst von Cover und Leseprobe wie ein unterhaltsamer und zugleich nachdenklicher Liebesroman über die Frage, wie sehr kleine Entscheidungen ein ganzes Leben verändern können, daher. Es ...

Das Buch kommt zunächst von Cover und Leseprobe wie ein unterhaltsamer und zugleich nachdenklicher Liebesroman über die Frage, wie sehr kleine Entscheidungen ein ganzes Leben verändern können, daher. Es sollen anhand der Geschichte von Jules und Adam Themen wie Romantik, Zeitreisen und auch allgemeine Alltagssorgen miteinander verbunden werden.

Dazu werden die Geschehnisse im Wechsel aus beiden Perspektiven erzählt. Nur leider blieben die beiden Charaktere für mich über die gesamte Geschichte hinweg eher unnahbar und unsympathisch. Ich wurde einfach nicht warm mit diesem Ehepaar.

Das zentrale Gedankenexperiment ( und später dann ja auch real werdend) ist grundsätzlich super interessant: Was wäre, wenn man die Vergangenheit noch einmal anfassen und neu ordnen könnte? Und so ein wenig zieht das Buch daraus auch seine ( leider nur wenigen) starken Momente, es regt teils zum Nachdenken über verpasste Chancen, egal ob in der Liebe oder in anderen Bereichen des Lebens an. Aber die Entwicklungen, die mit diesem Element vorangetrieben werden, wirken an einigen Stellen leider sehr konstruiert und klischeebehaftet. Und leider trägt der an manchen Stellen sprachlich doch etwas sehr überladene Schreibstil nicht gerade dazu bei, dass man sich gut im Buch selbst zurecht findet.

Insgesamt sicherlich ein Buch, das Menschen, die Romane über zweite Chancen und das große "Was wäre wann ?" gefallen kann. Ich durfte an einer Leserunde hierzu teilnehmen und dabei u.A. auch herausfinden wie unterschiedlich die Wahrnehmung sein kann. Für mich persönlich war es aber leider nichts. Das große Potential der Grundidee wurde einfach zu klischeehaft und meiner Meinung nach nicht vollständig ausgeschöpft, u.A. auch weil ich nicht mit den beiden Hauptpersonen und ihren Entscheidungen mitfühlen konnte.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Grandioses Setting, etwas überstürztes Ende

Missing Page - Tödliche Worte
10

Eindeutig ein spannender Young-Adult-Thriller, der seine Leserinnen und Leser direkt in seine düstere, abgeschottete Atmosphäre zieht. Das Setting macht allgemein meiner Meinung nach einen sehr großen ...

Eindeutig ein spannender Young-Adult-Thriller, der seine Leserinnen und Leser direkt in seine düstere, abgeschottete Atmosphäre zieht. Das Setting macht allgemein meiner Meinung nach einen sehr großen Reiz dieses Buches aus: ein abgeschiedenes Herrenhaus, das schlechte Wetter und das seltsame Verhalten der unterschiedlichen Figuren gepaart mit einer Mischung aus Isolation und Geheimnis sind sehr gut gelungen Man hat beim Lesen oft das Gefühl, selbst mit im Haus zu sein und niemandem ganz trauen zu können.

Auch die Charaktere sind sehr gut anlegt, wobei ich einen Moment gebraucht habe um mit Toni als Hauptperson warm zu werden. George dagegen war mir gleich sympathisch, wobei ich die Liebesgeschichte zwischen den Beiden doch etwas konstruiert fand.

Die Geschichte in sich ist schön erzählt, sie baut stetig mehr Spannung auf und durch die Hinweise, die auch dem Leser nur stückchenweise präsentiert werden, kann man sehr gut miträtseln. Wobei mir im Buch teilweise doch etwas schnell Rückschlüsse gezogen werden und Rätsel gelöst. Und so ging es mir dann auch mit der Auflösung. Ich kann es nicht genau in Worte fassen, aber irgendwas fehlte für mich. Vielleicht war ich aber auch vom Hype des ersten Buches der Autorin einfach auf etwas Fulminanteres eingestellt.

Was auch unbedingt noch genannt werden muss, ist das Buchdesign ( zumindest in der ersten Auflage sieht das so aus/ist das alles beinhaltet ). Das Page-Overlay, der Farbschnitt und die aufwendig eingebauten Elemente ( ein Fenster, das man tatsächlich öffnen kann, was ich aber nicht getan habe, irgendwas sträubt sich da in mir) machen den Roman nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch zu etwas Besonderem.

Insgesamt ein Buch, das nicht nur im Regal hübsch aussieht, sondern auch eine tolle Geschichte beinhaltet, die den Leser zum Miträtseln anregt, wobei meiner Meinung nach die Auflösung dann doch etwas überstürzt ist.

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