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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2021

Cupcakes und Bücher - Zoff und Gefühle - im Cosy Corner!

Everything We Had
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Als Kate und Aidan sich das erste Mal begegnen, können sie einander auf Anhieb nicht ausstehen. Blöd nur, dass sie von nun an eine Ladenfläche teilen müssen, um ihre jeweiligen Träume zu verwirklichen. ...

Als Kate und Aidan sich das erste Mal begegnen, können sie einander auf Anhieb nicht ausstehen. Blöd nur, dass sie von nun an eine Ladenfläche teilen müssen, um ihre jeweiligen Träume zu verwirklichen. Während Kate ihr lang ersehntes Cafe führt, kann Aidan endlich eine Buchhandlung eröffnen. Und je besser sie sich kennenlernen, desto mehr erkennen sie, dass sich vielleicht mehr in dem anderen verbirgt, als zu Anfang gedacht.
Doch können ihre neuen Gefühle den düsteren Schatten ihrer jeweiligen Vergangenheit standhalten?

Aufmerksam auf dieses Buch hat mich zunächst das wirklich wunderschöne Cover gemacht. Es ist gleichzeitig sehr schlicht und dennoch, durch die floralen Akzente, verträumt.
Der Klappentext hat mich dann weiter neugierig gemacht, wobei ich an dieser Stelle anmerken möchte, dass hier wirklich nicht zu viel vorausgegriffen wird, weshalb die Spannung während dem Lesen erhalten bleibt.
So führt einen Jennifer Bright mit einem lockeren Schreibstil flüssig durch die Geschichte und zieht keine Handlung künstlich in die Länge, beweist aber bei ernsteren Themen die nötige Tiefe. Insgesamt werden die Emotionen der beiden Protagonisten, durch das abwechselnde Erzählen aus ihren jeweiligen Perspektiven, sehr gut vermittelt.
Mit Kate fühlt man direkt mit und während der Geschichte wächst auch Aidan einem ans Herz.

Insgesamt handelt es sich bei "Everything we had" also um eine rührende Liebesgeschichte, die jedoch auch ernstere Themen behandelt. Gerne empfehle ich dieses tolle Buch weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.04.2021

"Ich bin nicht ich ohne dich."

So wie du mich kennst
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Marie und Karla, zwei unzertrennliche Schwestern.
Obwohl sie so unterschiedlich sind, sind sie sich doch so nah.
Marie, die als erfolgreiche Fotografin in New York lebt,
und Karla, die als Redakteurin ...

Marie und Karla, zwei unzertrennliche Schwestern.
Obwohl sie so unterschiedlich sind, sind sie sich doch so nah.
Marie, die als erfolgreiche Fotografin in New York lebt,
und Karla, die als Redakteurin für eine regionale Zeitung in der beschaulichen Welt ihrer Kindheit zufrieden ist.
Marie ist selbstbewusst, mutig, angesehen,
Karla ist bodenständig, treu, zuverlässig.
Dennoch stehen sich beide sehr nahe, kennen die andere besser als sich selbst. So scheint es zumindest.
Denn als Marie überraschend verstirbt, findet Karla Fotos auf Maries Laptop, die völlig neue Fragen aufwerfen. Nun muss sich Karla in ihrer Trauer zusätzlich fragen, wie gut sie Marie eigentlich kannte und wie viel zwischen ihnen doch ungesagt blieb.


Gekonnt führt Anika Landsteiner, abwechselnd aus Maries und aus Karlas Perspektive, durch diese kurzweilige, spannende, bewegende und überraschende Geschichte.
Dabei kommen weder der "Unterhaltungswert", noch der "Mehrwehrt" zu kurz. Es ist ein Buch, das es Spaß macht zu lesen, das aber eben auch philosophische Anregungen einbaut. Aufgeworfene Fragen wären beispielsweise:
Wer bist du?
Wer bist du für andere?
Wer bist du wirklich?
Diese Denkanregungen haben mir gut gefallen, vor allem die Art, wie sie in die Geschichte und ihre starken Charaktere eingebettet sind.

"so wie du mich kennst" kann ich aufgrund seiner Allgemeingültigkeit einem großen Leserspektrum empfehlen.

Dieses Buch verändert nicht die Welt, sondern den Blick mit dem man sie betrachtet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2021

Grenzenlose Liebe

Durch die Nacht und alle Zeiten
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Gemeinsam mit ihrer, von solchen Festivals begeisterten, Familie besucht Lori, in Erwartung eines unglaublich öden Wochenendes, das historische Blücher-Fest. Natürlich ist, von Kostümen, bis hin zu Aktivitäten ...

Gemeinsam mit ihrer, von solchen Festivals begeisterten, Familie besucht Lori, in Erwartung eines unglaublich öden Wochenendes, das historische Blücher-Fest. Natürlich ist, von Kostümen, bis hin zu Aktivitäten und sogar Essen, alles stilecht!
Deshalb schöpft sie zunächst auch keinen Verdacht, als sie dem jungen Thomas begegnet, der doch tatsächlich behauptet, als Soldat gegen Napoleon zu kämpfen. Fanatiker sind auf solchen Festen ja häufiger anzutreffen!
Doch bald deuten alle Zeichen darauf hin, dass Thomas die Wahrheit sagt und er durch einen Zeitsprung aus seiner Epoche befördert wurde. Dieser Eingriff bleibt natürlich nicht ohne Konsequenzen!
Und ausgerechnet Lori soll dem charmanten Engländer dabei helfen, in seine Zeit zurückzukehren. Hinderlich bei dieser Mission sind nicht nur zahlreiche Gefahren, auch aufkeimende Gefühle spielen bald eine Rolle, als Lori und Thomas sich erst näher kennenlernen.


Das Cover dieses Buches ist ein echter Eyecatcher. Wunderschöne Lila- und Rosatöne erzeugen eine verträumte Atmosphäre mit einem gleißenden Licht, in dem ein junger Mann einer jungen Frau, beide in altertümlicher Kleidung, einen formvollendeten Handkuss gibt. Goldene Akzente und der Titel in verschnörkelter Schrift vollenden dieses harmonische Bild.
Und dieser schöne Einband verspricht nicht zu viel. Tatsächlich konnten meine hohen Erwartungen an dieses Buch noch übertroffen werden. Doch der Reihe nach.
Zunächst einmal muss ich ein GROßES LOB an den Schreibstil der Autorin Eva Völler aussprechen. In sämtlichen Szenen beweist sie ihr untrügliches Gespür dafür, stets die richtigen Worte zu finden, um Charakter und Stimmung der Figuren authentisch darzustellen. Ohne übertrieben ausladende Beschreibungen gelingt es ihr, bei dem Leser ein genaues Bild des Vorgehens, der Charaktere und der Atmosphäre zu erzeugen. Kein Wunder also, dass man während dem Lesen nur so über die Seiten fliegt, wird der spannende und ereignisreiche Handlungsverlauf doch so ansprechend und kurzweilig dargestellt. Die Thematik des Zeitreisens ist gut aufbereitet und verständlich dargestellt, auch die vergangene Epoche wird greifbar und realistisch. Nebenbei kommt zum Glück aber auch die Romantik nicht zu kurz. Es herrscht ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen diesen beiden Komponenten, die entsprechend verknüpft sind, so dass keine zu kurz kommt. Auch ist alles mit der genau richtigen Prise Humor gewürzt.
Weiterhin sind die Protagonisten natürliche von großer Bedeutung. Lori ist einem sofort sympathisch und tritt als liebenswerte, mutige, hilfsbereite, selbstbewusste und gutherzige Heldin auf. Ebenso hat sich auch Thomas mit seinem altmodischen Charme und seiner ganz eigenen Art einen Platz in meinem Herzen gesichert. Zudem sind auch alle Nebenfiguren passend charakterisiert, ob nun als Verbündete oder Widersacher.

Betrachte ich diesen grandiosen Roman nun in seiner Gesamtheit, lautet mein Fazit, dass ich dieses Lesevergnügen uneingeschränkt weiterempfehlen kann und eine Bewertung von 5 Sternen absolut angebracht ist.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 04.03.2021

Von banalen Bedeutungen und bedeutenden Banalitäten!

Kim Jiyoung, geboren 1982
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Ein Buch, über die Unterdrückung einer Frau in der Gesellschaft Südkoreas. Ein Buch, in dem Kim Jiyoung systematisch in allen Bereichen ihres Lebens klein gehalten wird, so dass sie kaum ein Selbstwertgefühl ...

Ein Buch, über die Unterdrückung einer Frau in der Gesellschaft Südkoreas. Ein Buch, in dem Kim Jiyoung systematisch in allen Bereichen ihres Lebens klein gehalten wird, so dass sie kaum ein Selbstwertgefühl entwickeln kann. Ein Buch, dass stellvertretend für alle Frauen steht, denen es ähnlich ergeht.

Dieses Buch ist kein Roman im herkömmlichen Sinne. Kim Jiyoungs Geschichte ist ein Leben, wie es täglich unzählige Frauen erleben. Deshalb ist das Format ein nüchterner, von Fakten gespeister Bericht. Wieder Erwarten macht das das Buch nicht langweilig, sondern erst so richtig fesselnd. Fesselnd, weil einem bewusst wird, wie bedeutend und wie wahr alles ist. Außerdem geleitet einen der beständig gute Schreibstil Cho Nam-Joo´s durch die gesamte Lektüre. Es geht nicht um große Überraschungen während dem Lesen, sondern darum, wie unvermeidbar der Fortlauf einer einmal begonnenen Kausalitätenkette erscheint.

Schon das Cover deutet die Handlung gekonnt an. Eine gesichtslose Frau, verloren in der äußerlichen Modernität des südkoreanischen Staates. Es ist Kim Jiyoung, die aber stellvertretend für alle anderen Frauen in einer ähnlichen Situation steht. In dem Buch geht es dann um seit Generationen bestehende Missstände, so wurde auch Kim Jiyoungs Mutter schon Opfer der Diskriminierung der Frau und deren Mutter wahrscheinlich auch und deren Mutter ... . Unter diesen Ungerechtigkeiten leiden dann auch Kim Jiyoung, ihre Schwester, ihre Klassenkameradinnen, ihre Kommilitoninnen, ihre Arbeitskolleginnen und viele andere. Ungerechtigkeiten, wie die Bevorzugung des Bruders, der Klassenkammeraden, der Kommilitonen, der Arbeitskollegen und vieler anderer. Diese sind privilegiert, müssen weniger leisten, werden mehr unterstützt, erhalten mehr Lohn, dürfen ungesühnt Frauen sexuell belästigen, ... .

Das Problem ist verstanden. Die Ungerechtigkeit! Dennoch ist es kaum möglich einen Schuldigen auszumachen. Genau darauf macht dieses Buch aufmerksam. Deshalb ist es ein wichtiges Buch.

Es handelt von banalen Bedeutungen, wie, dass wir Menschen alle gleich sind, egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe, welche sexuelle Orientierung, welches Aussehen oder welche Nationalität wir haben. Wir sind alle gleich, wir sind alle gleich viel wert, wir sollten alle gleich behandelt werden!

Es handelt von bedeutenden Banalitäten, wie, dass jede Handlung gegenüber einem anderen Menschen Auswirkungen hat. Es ist eben wichtig, sich wertgeschätzt zu fühlen. Gerechtigkeit ist wichtig. Wenn zwei Nachtische auf drei Kinder kommen, müssen die gerecht aufgeteilt werden. Wenn es um den Haushalt geht, müssen die Arbeiten gerecht verteilt werden. Jede Stimme sollte gleich viel Gewicht haben. Oft sind es simple Alltäglichkeiten, die in ihrer Summe eine große Bedeutung haben.

Ja, dieses Buch ist wichtig. Es sollte Pflichtlektüre in Schulen sein!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2021

So mitreißend und bewegend und einfach GROßARTIG!

Die Verlorenen
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Das Buch "Die Verlorenen", von der vielgelobten Autorin Stacey Halls verfasst, zieht schon durch seinen wunderschön gestalteten Umschlag alle Blicke auf sich. Liebevoll gestaltet und mit Silberdruck verziert, ...

Das Buch "Die Verlorenen", von der vielgelobten Autorin Stacey Halls verfasst, zieht schon durch seinen wunderschön gestalteten Umschlag alle Blicke auf sich. Liebevoll gestaltet und mit Silberdruck verziert, birgt es zahlreiche Details, deren Bedeutung einem während dem Lesen des Öfteren ein Lächeln aufs Gesicht zaubern wird.
Der sonst so weise Spruch: "Beurteile ein Buch nicht nach seinem Einband!" kann hier getrost vernachlässigt werden, auch der Inhalt wird halten, was das Äußere verspricht.
Zweifelsfrei lässt sich nämlich sagen: Stacey Halls ist eine Meisterin des Geschichten Schreibens! Scheinbar mühelos gelingt es ihr, eine längst vergangene Zeit für die Leser präsent zu machen und den Charakteren Leben einzuhauchen.

Kulisse ist das London der Mitte des 18. Jahrhunderts. In bitterer Armut lebend ist die junge Bess Bright gezwungen, ihre Tochter Clara direkt nach der Geburt in ein Waisenhaus zu bringen, da sie außerstande ist, den Säugling zu ernähren. Als sie nach sechs Jahren endlich in der Lage ist, Clara zurückzuholen, muss sie erfahren, dass ihr Kind längst abgeholt wurde. Doch von wem? Verzweifelt beginnt Bess die Suche nach Clara.

Besonders beeindruckend sind die Stärke und die Freundschaft, die Liebe und der Mut, die einem trotz der harten Lebensbedingungen, trotz der gesellschaftlichen Schranken und trotz aller Widrigkeiten dennoch im ganzen Buch begegnen. Man fiebert, trauert und hofft mit Bess mit, schließt auch viele andere der Charaktere ins Herz und wünscht sich mit aller Kraft ein happy-end.

So hat Stacey Halls fantastische Geschichte mich überrascht und begeistert und "Die Verlorenen" ist zu einem meiner neuen Lieblingsbücher geworden; und das obwohl historische Romane grundsätzlich nicht einmal meinem Lieblingsgenre entspringen, weil ich befürchtete, auf alte, verstaubte und vor allem langweilige Schinken zu treffen. Ich bin froh, auf so wundervolle Art, eines Besseren belehrt worden zu sein!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere