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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.02.2026

Düstere Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Ein Pakt aus Asche und Blut
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Ein Pakt aus Asche und Blut erzählt eine düstere Geschichte, die gekonnt zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt. Besonders gefallen hat mir, wie sich die einzelnen Figuren und ihre Schicksale nach ...

Ein Pakt aus Asche und Blut erzählt eine düstere Geschichte, die gekonnt zwischen Vergangenheit und Gegenwart wechselt. Besonders gefallen hat mir, wie sich die einzelnen Figuren und ihre Schicksale nach und nach miteinander verknüpfen – dieser langsame Aufbau hat mich gut in die Atmosphäre des Romans hineingezogen.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, die Spannung bleibt über weite Strecken erhalten. Die Erzählung auf zwei Zeitebenen sorgt für Abwechslung, wobei mir der Handlungsstrang in der Vergangenheit etwas besser gefallen hat. Die Charaktere wirken überwiegend authentisch, ihre Entwicklungen sind nachvollziehbar, und auch die Auflösung, wer letztlich "der Böse" ist, fand ich überzeugend umgesetzt.

Ab etwa der Hälfte wurde die Handlung für meinen Geschmack allerdings etwas vorhersehbar, dadurch fehlte mir ein klarer Höhepunkt. Nicht ganz schlüssig war für mich außerdem, woher Friedrich plötzlich sein umfangreiches Wissen über Zauberei / Alchemie bezieht. Außerdem hätte ich gerne noch etwas darüber gelesen, wie es mit Helene weiter ging.

Trotz dieser Kritikpunkte hat mich Ein Pakt aus Asche und Blut gut unterhalten. Die düstere Stimmung, der leichte Gruselfaktor und die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart bleiben im Gedächtnis und machen das Buch lesenswert.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Zwischen Alltagssorgen und leiser Hoffnung

Der Laden in der Mondlichtgasse
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Der Laden in der Mondlichtgasse von Hiyoko Kurisu ist ein ruhiges Wohlfühlbuch, das in mehreren Kurzgeschichten von Menschen erzählt, die mit alltäglichen Sorgen und Problemen zu kämpfen haben und dabei ...

Der Laden in der Mondlichtgasse von Hiyoko Kurisu ist ein ruhiges Wohlfühlbuch, das in mehreren Kurzgeschichten von Menschen erzählt, die mit alltäglichen Sorgen und Problemen zu kämpfen haben und dabei auf einen geheimnisvollen Laden und seinen Fuchsgeist-Besitzer Kogetsu treffen.

Die einzelnen Kurzgeschichten greifen typische Probleme des Alltags auf – Unsicherheiten, zwischenmenschliche Missverständnisse und Gefühlschaos. Die darin enthaltenen Botschaften sind klar, deutlich und sicherlich auch bewusst belehrend formuliert. Gleichzeitig sind sie aber warmherzig verpackt und vermitteln Hoffnung, dass sich viele Schwierigkeiten durch Vertrauen, Ehrlichkeit und offene Kommunikation lösen lassen.

Besonders positiv hervorzuheben ist die letzte Geschichte, in der erklärt wird, warum der Fuchsgeist den Menschen hilft, die zu ihm finden. Diese Hintergrundgeschichte schafft eine schöne inhaltliche Verbindung zwischen den zuvor eher für sich stehenden Erzählungen.

Kleine Abzüge gibt es für die häufigen Wiederholungen: Der Laden und sein Besitzer Kogetsu werden in fast jeder Geschichte erneut und oft mit sehr ähnlichem Wortlaut beschrieben. Zudem wirkt der Schreibstil an manchen Stellen etwas hölzern, was vermutlich auf die Übersetzung zurückzuführen ist.


Fazit:

Ein emotionales, liebevoll gestaltetes Buch für zwischendurch, das mit klaren Botschaften und einer ruhigen Atmosphäre zum Nachdenken einlädt und sich besonders für kurze Leseauszeiten eignet.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Starke Charaktere und überraschende Wendungen

Heir of Illusion
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In Heir of Illusion begleiten wir Ivy, die seit ihrer Kindheit von dem König wie ein Haustier gehalten wird und mit Hilfe ihrere Fähigkeiten die Drecksarbeit für ihn erledigen muss, bei ihrem Versuch sich ...

In Heir of Illusion begleiten wir Ivy, die seit ihrer Kindheit von dem König wie ein Haustier gehalten wird und mit Hilfe ihrere Fähigkeiten die Drecksarbeit für ihn erledigen muss, bei ihrem Versuch sich aus ihrer Situation zu befreien. Dabei muss sie nicht nur gegen ihre Schuldgefühle ankommen sondern auch gegen die Launen des Königs, Machtspiele und dunkle Geheimnisse.

Ich bin sehr schnell in die Geschichte hineingekommen. Auch wenn sich einzelne Entwicklungen zwischendurch erahnen lassen, schafft es die Autorin immer wieder, mit unerwarteten Wendungen zu überraschen und die Spannung hochzuhalten.

Ivy ist eine starke Protagonistin: tough, aber emotional, von Schuldgefühlen geprägt und ständig hin- und hergerissen zwischen ihrer Angst vor dem König und Widerstand. Trotz ihres eigenen schweren Schicksals versucht sie, anderen zu helfen, was sie sehr authentisch wirken lässt.

Thorne bleibt für mich bis zum Schluss rätselhaft. Ich wusste nie genau, was seine wahren Ziele sind – aber genau das macht ihn als Figur umso interessanter. Der König hingegen ist durchgehend unangenehm und ohne jede sympathische Seite.

Das Worldbuilding bleibt eher schlicht, was ich als angenehm empfunden habe. Man bekommt genau die Informationen, die man braucht, ohne von einer komplexen neuen Welt erschlagen zu werden.

Es gibt ein paar Längen, in denen sich die Handlung etwas zieht, sowie Konflikte, die nur auf mangelnder Kommunikation beruhen – ein Punkt, der mich persönlich immer etwas stört.

Für mich 4,5 Sterne aber hier runde ich gerne auf!

Fazit:
Spannender Auftakt mit interessanten Charakteren und fiesem Cliffhanger.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Viel Potential aber alles sehr kurz gehalten

Liebessturm in den Highlands
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Ich bin hier sehr zwiegespalten. Die Grundidee für die Story und das Setting sind absolut super und bieten so viel Potential. Letztendlich sind die Protagonisten auch ein fantastisches Paar, das sich toll ...

Ich bin hier sehr zwiegespalten. Die Grundidee für die Story und das Setting sind absolut super und bieten so viel Potential. Letztendlich sind die Protagonisten auch ein fantastisches Paar, das sich toll ergänzt.

Dadurch, dass die Story so kurz gehalten wurde, geht mir persönlich aber alles etwas schnell. Einige Entscheidungen und Handlungen der (Haupt-)Charaktere wirken auf mich sehr sprunghaft und die Ereignisse/Wendungen nicht immer ganz rund.

Es gibt aber auch Abschnitte, die so toll geschrieben sind, dass man glatt das Gefühl hat selbst im Schnee fest zu stecken oder einsam auf eine Nachricht zu warten. Davon hätte ich mir mehr gewünscht.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Düster, spannend und überraschend anders

Till the End of the Moon 1
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Li Susu wird 500 Jahre in die Vergangenheit geschickt, um zu verhindern, dass Tantai Jin, ein Prinz und später Dämonengott, die Welt ins Verderben stürzt. Klingt nach Standard-Fantasy? Von wegen. Die Geschichte ...

Li Susu wird 500 Jahre in die Vergangenheit geschickt, um zu verhindern, dass Tantai Jin, ein Prinz und später Dämonengott, die Welt ins Verderben stürzt. Klingt nach Standard-Fantasy? Von wegen. Die Geschichte ist düster, emotional aufgeladen und überraschend tief – mit genau der richtigen Mischung aus Schmerz, Tragik und Schicksal. Beide Protagonisten sind auf ihre ganz eigene Weise... atem(be)raubend. Einerseits haben wir Susu, die absolut unerschütterlich ist und andererseits den eiskalten Tantai Jin - endlich mal ein Charakter, der tatsächlich moralisch fragwürdig wenn nicht sogar böse ist. Beide verfolgen ihre Ziele ohne (große) Rücksicht auf Verluste.

Ich kannte und liebte die Verfilmung bereits, was den Einstieg sicherlich erleichtert hat, da mir die Namen und Personen bekannt waren. Dennoch war ich völlig überrascht, wie anders und fesselnd die Romanvorlage ist. Schon das Drama war – im besten Sinne – eine emotionale Achterbahnfahrt, aber das Buch legt noch eine Schippe drauf. Die Charaktere bekommen mehr Tiefe, ihre Konflikte werden greifbarer und Emotionen (bzw. das fehlen dieser) entfalten sich glaubhaft. Der Schreibstil ist eindringlich, poetisch und erschafft eine düstere Atmosphäre, die einen sofort packt und nicht mehr loslässt.

Auch die Gestaltung ist ein echtes Highlight: Farbschnitt, hochwertige Aufmachung und sogar Innen-Illustrationen, auf die bei deutschen Übersetzungen solcher Novellen oft verzichtet wird. Außerdem gibt es auch Stammbäume, eine Übersicht der Figuren und ein Glossar - was sicherlich hilfreich sein kann.

Fazit: Die Geschichte bleibt trotz Zeitreise, vielen Namen und komplexer Mythologie klar nachvollziehbar und verliert dabei nie an Spannung. Im Gegenteil – die Tiefe und Vielschichtigkeit machen ihren Reiz aus.

Doch aufgrund der Komplexität ist es aus meiner Sicht kein „Einsteigerbuch“ in das Genre. Ich war froh, dass ich "Vorwissen" hatte und daher das Glossar nicht brauchte 😁

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