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Veröffentlicht am 06.09.2019

Unterhaltsame Dreiecksgeschichte mit einem leicht obszönen Erotikteil

Love me in the Dark – Verbotene Sehnsucht
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Zwei verlorene Seelen in Paris

Endlich wieder ein neuer Titel aus dem Kyss Verlag. Ich liebe einfach diese Romance Geschichten, die häufig ein Gefühl zum Wohlfühlen vermitteln, mit einer Prise Sex und ...

Zwei verlorene Seelen in Paris

Endlich wieder ein neuer Titel aus dem Kyss Verlag. Ich liebe einfach diese Romance Geschichten, die häufig ein Gefühl zum Wohlfühlen vermitteln, mit einer Prise Sex und ganz viel Liebe. Sie unterscheiden sich lediglich in der Härte der Sexszenen oder die Geschichte ist vielleicht nicht so sehr auf das Wohlfühlen ausgelegt. Was aber alle diese Geschichten gemeinsam haben. Sie unterhalten mich auf einfache Weise.

In „Love me in the dark“ geht es um die unglücklich verheiratete Valentina, die ihren Ehemann William beim Fremdgehen erwischte. Nachdem er sich entschuldigt und ihr versprochen hat, dass so etwas nicht mehr vorkommen wird, gibt sie ihm noch eine Chance. Um Zweisamkeit zu genießen, bucht William eine Reise nach Paris, die er allerdings, aus geschäftlichen Gründen, erst einmal absagen muss. So kommt es, dass Valentina allein fährt. Vielleicht eine Gelegenheit mit sich selbst ins Reine zu kommen?

Kaum dort angekommen besucht sie eine Vernissage, wo sie ziemlich schnell, aufgrund ihrer fehlenden Französischkenntnisse, an ihre Grenzen kommt. Doch der Retter in der Not ist plötzlich da und überrumpelt sie mit einem Kuss. Was war das? Und vor allem, wer ist dieser gutaussehende, charismatische und super spontane Typ, der ihr nun gar nicht mehr aus dem Kopf geht?

Diese Geschichte ist nicht so sehr auf das Wohlfühlen ausgelegt. Auch wenn es vielleicht den Anschein macht, da das Cover ja offensichtlich ein tolles Setting verspricht. Paris – die Stadt der Liebe. Vielmehr wird der Leser hier in eine Dreiecksbeziehung zwischen Valentina, William und Sebastian geworfen. Man bekommt einen guten Überblick, was jeder einzelne denkt und fühlt. Das genau fand ich auch toll gelöst, von der Autorin. Dadurch hat sie dem Leser einen kleinen Vorteil verschafft. Der Leser weiß mehr als der Protagonist.

Ich gestehe, dass ich aufgrund vieler Negativreaktionen, auf dieses Buch, erst gar keine Lust hatte. Das wiederum war wohl aber mein Vorteil. So hatte ich wenigstens keine hohen Erwartungen und kann abschließend sagen...

Mir hat diese Geschichte Spaß gemacht! Vor allem zu Beginn!

Es gab immer wieder Szenen zum Schmunzeln, was die Dialoge zwischen Valentina und Sebastian angeht. Ich fühlte mich auf leichte Art unterhalten. Habe mit gelitten und mitgefiebert.

Ich könnte mir aber vorstellen, womit einige Leser Probleme hatten. Das Verständnis für Valentina! Ihre Reaktion auf die Geschehnisse. Wenn man aber nicht außer Acht lässt, dass nur der Leser weiß, wie es um ihre Ehe wirklich steht und man eine gewisse Toleranz hat, was das Verzeihen angeht, dann kann man diese Geschichte auch mögen.

Was mir aber nicht so gut gefallen hat, war die Tatsache, dass auf den letzten 20 Seiten alle abschließenden Informationen in geballter Form kamen. Da war die Auflösung und nochmal richtig Action. Ich finde, da hätten dann auch noch ein paar Seiten übrig sein können, für den Blick in die Zukunft. Als Leser hat man ja gerne einen runden Abschluss, wenn man das Buch dann beiseite legt.

Der Erotikteil, war auch nicht ganz seicht. Das sollte man vielleicht noch wissen, wenn man zu dieser Geschichte greift. Mir persönlich ein bisschen zu derb.

Fazit:

Ich fühlte mich gut unterhalten, konnte lachen, aber auch mitfiebern. Der leicht obszöne Erotikteil gefiel mir nur semi gut. Deshalb gibt es von mir eine Leseempfehlung mit kleiner Einschränkung.

Veröffentlicht am 23.08.2019

Eine Geschichte über Herzschmerz und Freundschaft

Find mich da, wo Liebe ist
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>> Wenn dein Herz bricht, wartet eine ganze Welt auf dich

>> Wenn dein Herz bricht, wartet eine ganze Welt auf dich <<

Die Geschichte beginnt, als Graces Geliebter eine schwangere Frau von den Gleisen rettet und danach die Pariser Presse ihn als Helden feiert.

Eigentlich eine Konsequenz worüber man sich freuen könnte, doch David ist verheiratet, nicht mit Grace und er hat auch Kinder. Die nun, durch die Zeitungen erfahren könnten, dass er eine Geliebte hat, weil ein paar Paparazzifotos darauf hindeuten. Die Kinder sind auch der Grund, warum er seit Jahren nicht öffentlich zu Grace steht.

In der Vergangenheit erfahren wir, dass Grace, als junges Mädchen vor einer musikalischen Karriere stand, doch ein traumatisches Erlebnis hat ihr die Freude am Cellospielen genommen und so verdient sie ihr Brot nun mit einer kleinen Reparaturwerkstatt für Musikinstrumente, in einem kleinen Dorf nahe London.

Immer, wenn David es einrichten kann sehen sich die Zwei. Mal in Paris, mal in London. Haben ihre besonderen Plätze und das seit Jahren. Eines Tages, so verspricht er ihr, wird ihre gemeinsame Zeit kommen, ohne Angst gesehen zu werden. Grace wünscht sich nichts sehnlicher, aber durch Davids selbstlose Art, die schwangere Frau vor dem nahenden Zug zu retten, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Wird er durch die Schlagzeilen nun zu ihr stehen oder sich eher von ihr abwenden?

Mir hat diese Geschichte unglaublich gut gefallen, da man Grace in der Gegenwart kennenlernt, aber auch Einblicke in ihre Vergangenheit bekommt. Mir tat Grace einfach so leid, gefangen in dieser Beziehung, wo die Hoffnung immer Oberhand hatte, die Liebe so stark war. Die Autorin hat es geschafft, dass ich mit Grace gefühlt habe und nicht dachte, wie dumm sie doch ist. Als Außenstehender ist es eh immer leichter zu beurteilen oder sogar zu verurteilen, aber ich habe mit ihr gelitten.

Als das Thema Freundschaft eine große Rolle spielte, durch zwei ganz besondere Menschen hier in dieser Geschichte, war es irgendwie tröstlich für mich und ich konnte das Leid besser ertragen.

Fazit: Eine wunderschöne Geschichte worin Liebe eine große Rolle spielt, zum Partner, zur Musik, die aber auch zeigt, wie wertvoll es ist, Freunde zu haben.

Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 22.08.2019

Wieder zum Wohlfühlen

Die kleine Patisserie in Paris
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Amour toujours – eine romantische Komödie in der Stadt der Liebe

Dies ist der dritte Teil aus dieser Reihe, wo es um Köstlichkeiten aus der ganzen Welt geht. Im ersten Teil hat uns der Duft von Zimtschnecken ...

Amour toujours – eine romantische Komödie in der Stadt der Liebe

Dies ist der dritte Teil aus dieser Reihe, wo es um Köstlichkeiten aus der ganzen Welt geht. Im ersten Teil hat uns der Duft von Zimtschnecken nach Kopenhagen gelockt. Im zweiten Teil waren es leckere Cupcakes, die uns nach Brooklyn entführt haben und dieses Mal folgen wir dem Duft von frisch gebackenen Eclairs und Macarons nach Paris, wo ich noch immer die Ziehharmonikaklänge eines Straßenmusikers höre, wenn ich an diese Geschichte denke.

Dort schlägt es auch die junge Nina hin, nachdem sie jobtechnisch eine Zwangspause einlegen muss. Das Restaurant, in dem sie kellnert, muss für Wochen renoviert werden und so überlegt sie nicht lange, dem besten Freund ihres Bruder, in Paris, unter die Arme zu greifen, der hat sich nämlich einen komplizierten Beinbruch zugezogen.

Sieben Wochen Paris, neben Sebastian, für den sie immer noch heimlich schwärmt, den sie nie ganz vergessen konnte, der aber gar nicht mehr der ist, der er früher mal war. Seine Leidenschaft für das Backen und Kochen hat er eingetauscht gegen, Arroganz, Skrupellosigkeit und Selbstmitleid. Darum schafft Nina es auch nicht ihn zu überzeugen, als es darum geht, von der urig, kleinen Patisserie, aus der er ein modernes Bistro machen möchte, lieber das „Alte“ zu bewahren.

Profit und Statistiken sind ihm wichtiger als Menschlichkeit und die Liebe zum Detail. Schafft Nina es trotzdem, ihn zu überzeugen?

Nach wie vor kann ich sagen, dass diese Reihe zum Wohlfühlen einlädt. Alle Teile versprühen ihren eigenen Charme. Da muss man halt selbst herausfinden, für welche Stadt sein Herz schlägt.

Natürlich sind die Geschichten darin alle nicht neu erfunden, aber für den ein oder anderen könnte das Setting neu sein. So war ich z.B. noch nie in Kopenhagen. Weder in real noch in Büchern. Wohingegen ich in Geschichten schon häufig in New York/Brooklyn war. Das war mit Sicherheit auch der Grund, warum mir der zweite Teil nicht so gut gefiel wie der Erste. Keine neue Geschichte und bekanntes Setting.

Hier hingegen kannte ich auch schon die Stadt und trotzdem war ich dieser Story sofort verfallen. Paris ist eben eine ganz besondere Stadt. Hinzu bietet diese Geschichte Charaktere, die man sofort in sein Herz schließt. Und dann dieser Duft. Tatsächlich kommen hier mehrere Sinne zum Einsatz. Ich gebe zu, das ein oder andere Mal war ich kurz davor Eclairs zu backen.

Leider hatte ich dann mit dem Mittelteil meine Probleme. Gerne hätte die Geschichte etwas kürzer sein dürfen. Wegen der Längen musste ich ein paar Sternchen abziehen. Letztendlich sind aber knappe vier Sterne übrig geblieben.

Fazit:

Nichts Neues, aber mit seinem französischen Charme lädt auch diese Geschichte wieder zum Wohlfühlen ein.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Jahreshighlight!

Es wird Zeit
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Die Zeit

Sie rennt, sie ist unaufhaltsam, sie kommt und sie vergeht. Selten bleibt sie stehen. Höchstens, wenn mal etwas Schreckliches passiert ist. Dann hat man für Sekunden das Gefühl, sie würde es, ...

Die Zeit

Sie rennt, sie ist unaufhaltsam, sie kommt und sie vergeht. Selten bleibt sie stehen. Höchstens, wenn mal etwas Schreckliches passiert ist. Dann hat man für Sekunden das Gefühl, sie würde es, aber der Zeiger dreht sich weiter. Genauso wie das Leben immer weiter geht und so werden wir alle älter.
Es ist noch gar nicht lange her, da habe ich als 10jährige meinem Vater erzählt: „Der Opa da, der hat mich ausgeschimpft.“ Der Opa da, war vielleicht mal gerade 30 und unser Nachbar. So ein Griesgram, aber noch so jung! Die Zeiten ändern sich und mit ihnen das Empfinden. Heute bin ich fünfzig und blicke, inspiriert durch das neue Buch von Ildikó von Kürthy auf meine eigene Jugend zurück und musste deswegen auch an diese kleine, lustige Anekdote denken.


Hier geht es um Judith, die bald ihren fünfzigsten Geburtstag feiern wird. Die Kinder sind inzwischen erwachsen. Ihr Mann ist mehr ein guter Freund. Die ersten Wehwehchen, die aufs Älterwerden hindeuten, setzen ein und dann kommt der plötzliche Tod ihrer Mutter, der ihre Vergangenheit aufzurütteln scheint. Denn Judith trägt seit 20 Jahren ein wohlbehütetes Geheimnis mit sich herum.

Wegen der Urnenbeisetzung und des Verkaufs des Elternhauses kommt Judith in ihre alte Heimat zurück. Dort trifft sie auf alte Bekannte. - Auf ihre beste Freundin und auch auf ihre erste große Liebe.

Plötzlich ist nichts mehr wie es war...

Die gerade erst wiedergefundene Freundin ist todkrank, ihre erste große Liebe macht verlockende Zukunftspläne und Judith muss sich endlich der Vergangenheit stellen, die sie scheinbar eher verdrängt, als bewältigt hat.

Wird sie es schaffen, ihren fünfzigsten Geburtstag zu feiern und dabei mit sich selbst im Reinen zu sein?


Dies ist mein erster Roman von Ildikó von Kürthy und wird garantiert nicht mein letzter sein.
Auch wenn ich gestehen muss, dass ich nur auf dieses Buch aufmerksam geworden bin, da die Autorin zufällig meinen Namen für die Hauptprotagonistin gewählt hat. Ich ja selbst gerade fünfzig geworden bin, meine Kinder auch erwachsen sind und meine Mutter ebenfalls verstorben ist, die nebenbei bemerkt auch noch den selben Namen trägt, wie die Mutter aus diesem Buch. - Gänsehaut! So viele Parallelen, da war es für mich klar, dass ich unbedingt diese Geschichte lesen wollte.
Tatsächlich gab es noch viel mehr Ähnlichkeiten, aber all das spielt überhaupt keine Rolle, dass dieses Buch ein Highlight für mich ist. Ein absolutes Herzensbuch. Eine Hommage an alle, die Angst vorm Älterwerden haben. Eine Geschichte, wo es ums Ankommen geht, ums Heimat, mit wem man seine restliche Zeit verbringen möchte, ums Aufräumen, mit dem einen Ziel, glücklich zu sein.

„Es wird Zeit“ hat mich in meine eigene Vergangenheit entführt. Mir all die tollen Dinge nochmal gezeigt, womit wir als Jugendliche uns die Zeit vertrieben haben, - ob gut oder schlecht und es hat mir schonungslos gesagt, wer ich jetzt bin, aber auch auf einfühlsamer Art gezeigt, dass wir selbst entscheiden was wird.

Die Autorin selbst sagt über dieses Buch, dass es ihr Lustigstes und gleichzeitig traurigstes Buch ist, was ich ja, aufgrund dass ich ja nur dieses eine hier kenne, nicht beurteilen kann. Ich kann aber sagen, dass es für mich, vor allem wegen dem großartigen Humor und den sehr einfühlsamen, traurigen Momenten, besticht. Man fängt tatsächlich an zu grübeln, ohne dass es deprimierend wirkt.

Ich habe mich auf jeder einzelnen Seite unterhalten gefühlt, habe herzhaft gelacht, hatte stellenweise einen Kloß im Hals und habe dieses Buch mit Tränen beendet. Ich wollte nicht, dass es aufhört. Aber wie habe ich bereits am Anfang geschrieben? Alles ist vergänglich und es geht vor allem immer weiter!

Fazit:

Eine sehr gelungene Geschichte für alle die glauben, selbst schon ein paar Gebrauchsspuren zu haben. Lustig, traurig, klug, berührend, kurzum Jahreshighlight!

Veröffentlicht am 14.08.2019

Sehr bewegend und berührend. Weit mehr als ein einfacher Sommerroman.

Im Freibad
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>> Wer sein Leben ändern will, muss auch mal außerhalb der Bahnen schwimmen.

>> Wer sein Leben ändern will, muss auch mal außerhalb der Bahnen schwimmen. <<

Als ich das Cover entdeckt habe, war ich im Glauben, hierbei handelt es sich um eine typische Sommerlektüre. Weit gefehlt! Diese Geschichte beinhaltet so viel mehr. Sie erzählt von Freundschaft, von Zusammenhalt und deren Kraft daraus etwas zu bewegen.

Die 86 jährige Rosemary hat ihr ganzes Leben in Brixton verbracht. Schleichend verändert sich ihre Heimat. Die Bücherei schließt, aus dem Gemüseladen wird eine hippe Bar und nun soll auch noch ihr geliebtes Freibad schließen, indem sie seit 80 Jahren, täglich ihre Bahnen schwimmt.

Freibad weg! Luxusbau, samt Fitnesscenter her! Für sie bricht eine Welt zusammen, schließlich ist dies ist der einzige Ort, an dem sie ihrem verstorbenen Mann sehr nah sein kann. Mit ihm schwelgt sie in Erinnerungen. Natürlich interessiert Niemanden eine einzelne Stimme und deren Schicksal.

Eines Tages lernt sie jedoch die junge Journalistin Kate kennen, die für den "Brixton Chronicle" einen Artikel über das Freibad schreiben soll. Die beiden Frauen werden im Laufe der Geschichte zu Freundinnen und Kate erkennt, wie wichtig es ist, nicht nur für Rosemary, dass dieses Freibad weit mehr als ein Ort ist, wo man schwimmen kann. Und so setzt sie alles daran diesen Ort zu retten, ohne dabei zu bemerken, dass auch sie selbst, in ihrer Vergangenheit, ein Stück weit verloren gegangen ist.

Ich habe den Charakter „Rosemary“ so sehr in mein Herz geschlossen. Die Kapitel über sie und ihre große Liebe habe ich förmlich aufgesogen. Wie süß und knuffig ist einfach mal diese alte Dame. Bei ihr wäre auch mein Herz geschmolzen und mein Helfersyndrom aktiviert worden.

Fazit:
Eine sehr bewegende und einfühlsame Geschichte, die weit mehr ist, als ein einfacher Sommerroman.