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Veröffentlicht am 15.04.2019

Starker Anfang, dann aber sehr verwirrend

Das Verschwinden der Stephanie Mailer
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Das Warten hat ein Ende… Joel Dicker is back!

Kaum hat man das Buch angefangen, zeigt uns der Autor schon sein Können. Sofort vor Ort und mittendrin…

1994

Orphea – ein kleines Örtchen in den Hamptons,

das ...

Das Warten hat ein Ende… Joel Dicker is back!

Kaum hat man das Buch angefangen, zeigt uns der Autor schon sein Können. Sofort vor Ort und mittendrin…

1994

Orphea – ein kleines Örtchen in den Hamptons,

das erste Theaterfestival steht bevor, sodass die Straßen wie leergefegt scheinen, weil alle dort sind.

Alle, bis auf 4 Personen.

Der Bürgermeister, seine Frau, sein Sohn und eine Joggerin,…

…die jetzt aber tot sind! Kaltblütig ermordet!

Was ist an diesem schönen Sommertag, im Juli ´94, geschehen?

2014

Jesse Rosenberg, Captain bei der State Police möchte mit gerade Mal 45 in den Ruhestand gehen, da er sich einen Traum erfüllen möchte. Doch bevor er geht, möchte er das Verschwinden der Journalistin Stephanie Mailer aufklären, da er glaubt, dass dieser Fall etwas mit dem Vierfachmord von 1994 zu tun hat.

Eigene Meinung

Meine anfängliche Euphorie hat sich nach ca. einem Drittel leider wieder gelegt. Plötzlich waren da so viele Charaktere, dass ich mir schon einen kleinen Spickzettel gemacht habe, der, wie ich aber schnell festgestellt habe, gar nicht ausgereicht hatte. Letztendlich waren es dann zwei DIN-A 5 Seiten voller Personen, ihrer Berufe und in welcher Verbindung sie zueinander stehen. Da kann ein schon man schwindelig werden, beim Lesen. Obwohl der Schreibstil unverändert großartig ist, muss ich aber an dieser Stelle sagen, dass man für diese Geschichte, Zeit, Ruhe und Konzentration braucht.

Ein Moment, wo ich darüber nachgedacht habe, das Buch abzubrechen. Aber als großer Fan wollte ich das nicht wahrhaben. Ein Buch meines Lieblingsautors nicht zu beenden, wäre ja fast eine Katastrophe dabei hatte es doch auch so gut angefangen. Voller Hoffnung, dass man die ganzen Personen irgendwann alle drauf hat, habe ich mich dann durchgekämpft.

Gott sei Dank, denn nachdem ich mir ausführliche Notizen gemacht hatte, hatte ich die Personen auch alle irgendwann verinnerlicht, sodass ich entspannt weiter lesen konnte. Schließlich wollte ich auch hier wieder am Erfolg der Auflösung teilhaben. Wobei es immer schwierig ist, denn wer Joel Dicker kennt, weiß, dass auf den letzten Seiten sich das Blatt immer noch wenden kann, aber genau das liebe ich an ihm.

Die Geschichte wurde zwar etwas besser, streckenweise sogar auch mal spannend, dennoch gab es immer wieder Szenen, die mir gar nicht gefallen haben und die ich teilweise sogar überzogen fand.
Da nenne ich mal als Beispiel Kirk Harvey, der 1994 Polizeichef von Orphea war. Er war für mich eher eine Witzfigur und hat manches Mal zum Augen verdrehen geführt.

Aber auch Jesse Rosenberg, der ja hier eigentlich eher eine Hauptrolle spielt, war für mich nicht vordergründig präsent. Liegt wohl daran, dass ich ihn nicht herausgearbeitet fand. Erst am Ende erfährt der Leser endlich mehr über ihn und seine eigene Geschichte. Für mich jedoch etwas spät, um ihn als Hauptcharakter wahrzunehmen.

Zu guter Letzt dann die vielen Personen, die nur dazu dienten, einen in die Irre zu führen, da finde ich, hat der Autor sich es diesmal etwas leicht gemacht.

Auch wenn seine Vorgänger stets sehr konstruiert und komplex waren, hatte ich bei den beiden Geschichten gar keine Probleme und auch nie das Gefühl hier wirkte es aufgesetzt oder langatmig. Hier entgegen leider schon.

Fazit:

Super Anfang, komplexer, etwas langatmiger Mittelteil, zu viele Charaktere und, für mich, ein nicht ganz zufriedenstellendes Ende, denn manche Personen hatten wohl nur den einen Zweck, - zu verwirren. Dazwischen aber stellenweise immer wieder spannend und irgendwie auch wiederum ein klassischer Joel Dicker.

Ich muss ehrlich zugeben, dass man mich wohl in ein paar Wochen nicht mehr fragen braucht, wie alles zusammen hing, dafür war es mir zu viel Kuddelmuddel, wie wir hier so schön sagen. Darum reichte es nur für 3,5 Sterne.

Kleiner Tipp:

Am Ende der Geschichte gibt es ein Personenglossar. Hatte ich leider erst festgestellt, als ich mein eigenes schon erstellt hatte.

Veröffentlicht am 08.04.2019

Eine außergewöhnliche Geschichte, die mich am Ende etwas enttäuscht hat

Das geheime Glück
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>> Du bist mein Anfang und mein Ende und jeder Tag dazwischen.

>> Du bist mein Anfang und mein Ende und jeder Tag dazwischen. <<

Diese Geschichte verspricht außergewöhnlich, berührend und wunderschön zu sein und außergewöhnlich ist sie, allein schon durch die Gestaltung. Es wird nämlich rückwärts erzählt.

Als Leser startet man in der Gegenwart, im Jahre 2016, als Robbie 80 Jahre alt ist.
Es ist September, früh morgens. Der Nebel steht noch über Clyde Bay und die Sonne ist noch nicht aufgegangen, als Robbie erwacht. Emily liegt, genau wie all die Jahre schon, mit ihrem Po an ihm geschmiegt, doch heute ist der Tag gekommen, wo Robbie das tun muss, was er schon länger plant. Er geht leise nach unten und verfasst einen Brief, den er Emily auf den Nachtschrank legt. Danach geht er nach draußen, folgte dem Pfad zum Ufer und schwimmt. Er schwimmt solange, bis die Strömung so stark wird, dass er nicht mehr kann…

Ab hier wird die Geschichte rückwärts erzählt, indem der Leser erfährt, dass Robbie und Emily mehrere Geheimnisse hatten.

Genau diese Geheimnisse machten die Story spannend, weil man durch das Eintauchen und durch das rückwärts erzählen Stück für Stück der Wahrheit immer näher kommt.

Somit kommen wir auch schon zu dem, was mir nicht so gut gefallen hat. Diese „vielen“ Geheimnisse! Sie waren mir dann einfach zu viel. Man liest und liest, um die Wahrheit zu erfahren und dann wird zum Schluss das größte Geheimnis aufgelöst, dass ich dann viel zu überzogen fand. Dabei wurde ganz außer Acht gelassen, dass über ein anderes Geheimnis gar nicht mehr gesprochen wurde. Natürlich kann man das so stehen lassen, aber genau diese Stelle fand ich am spannendsten und deswegen hätte ich gerne mehr darüber erfahren.

Diese Geschichte hatte, mir persönlich, zu viele Thematiken angeschnitten, dass ich sagen kann, manchmal ist weniger mehr.

Trotzdem ist es aber auch irgendwie eine schöne Geschichte, die mal etwas anders war und die auf alle Fälle, durch die Geheimnisse, die Spannung im Mittelteil aufrechterhält.

Fazit:
Eine schöne und außergewöhnliche Geschichte, die mich aber zum Ende hin etwas enttäuscht hat.

Veröffentlicht am 02.04.2019

Poetisch, dramatich, aber nicht so ganz meine Geschichte

Mein Jahr mit Dir
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Es soll das Jahr ihres Lebens werden…

…als Ella aus Ohio, mit einem Rhodes Stipendium im Rucksack, nach Oxford kommt, um englische Literatur zu studieren.

Gleich zu Beginn stößt sie auf einen Mann, ...

Es soll das Jahr ihres Lebens werden…

…als Ella aus Ohio, mit einem Rhodes Stipendium im Rucksack, nach Oxford kommt, um englische Literatur zu studieren.

Gleich zu Beginn stößt sie auf einen Mann, der nicht nur tollpatschig, sondern auch ziemlich arrogant ist. – Jamie Davenport, ihr Bild von den Engländern bestätigt sich. Doch ihre Euphorie ist so groß, dass auch dieser Zwischenfall sie nicht weiter stört, bis sie am nächsten Tag ihren Literaturkurs besucht. Welch‘ Schreck, Jamie Davenport ist ihr Literaturprofessor und nun muss sie auch noch feststellen, dass er nicht nur arrogant ist, sondern auch noch einen schlechten Ruf hat. Man sagt, die Straßen zwischen Oxford und Cambridge seien mit gebrochenen Herzen gepflastert. Aber auch das ist ihr egal, schließlich möchte sie ja keine Beziehung, sondern etwas lernen. Doch irgendwie hat ausgerechnet Jamie etwas an sich, was ihre Aufmerksamkeit immer wieder erregt.

„Mein Jahr mit dir“ fällt einem, allein wegen dem wunderschönen Cover ins Auge und ich kann schon mal verraten, dass das Bild darauf auch eine Szene aus dem Buch darstellt. Der Schreibstil ist leicht, aber auch etwas poetisch und natürlich muss man das mögen. Ich mochte es nicht so sehr. Gerade zu Beginn der Geschichte hatte ich meine Schwierigkeiten damit. Hinter jedem Satz rechnete ich schon mit „Sir Lancelot“, was natürlich nicht kam, aber vom Gefühl her hätte man meinen können, dass gleich auch noch König Arthur um die Ecke kommt.

Ebenso hatte ich meine Schwierigkeiten Bilder zu den ganzen Personen zu bekommen. Plötzlich waren da so viele Freunde, dass ich über die Namen einfach hinweggelesen habe, in der Hoffnung das Verständnis für die Charaktere kommt mit der Zeit, aber selbst am Ende der Geschichte konnte ich mir kaum die Namen merken.

Man ahnt relativ schnell, dass diese Geschichte eine dramatische Entwicklung macht und trotzdem konnte sie mich nicht berühren. Ich vermute, dass es vor allem an dem Schreibstil lag und auch daran, dass ich sehr früh anfing über die Namen hinwegzulesen. Dadurch habe ich scheinbar den Bezug zu den Hauptprotagonisten gar nicht erst bekommen.

Natürlich bin ich nicht gefühlskalt und kann deswegen auch sagen, dass diese Geschichte zwar immer besser geworden ist, außer Acht darf man aber nicht lassen, dass ich sie am liebsten schon nach 120 Seiten abgebrochen hätte. Im Nachhinein bin ich aber froh es doch nicht getan zu haben, genau aus dem vorhergesagten Grund.

Mein Fazit:

Wer es gerne etwas poetisch und dramatisch mag, für den könnte diese Geschichte genau das Richtige sein, für mich hingegen, war es ein Buch, was leider erst ab 150 Seiten anfing und auch da muss ich sagen, dass es mich nichtkomplett überzeugen konnte,…

…also eine Leseempfehlung mit Einschränkung!

Veröffentlicht am 25.03.2019

Auf Vi Keeland ist immer Verlass

Touchdown – Er will doch nur spielen
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>> Touchdouwn – Er will doch nur spielen

>> Touchdouwn – Er will doch nur spielen <<…

„DAS“ zumindest denkt sich die Reporterin Delilah Maddox, als sie auf den Superstar Brody Easton trifft.

Ausgerechnet sie wurde dazu verdonnert, den doch sehr arroganten und selbstverliebten Quarterback zu interviewen. Und gleich schon zeigt der sich dann auch von seiner besten Seite, nämlich von der, in der Mitte seines Körpers.

In dem Zusammenhang, möchte ich auf das Cover zu sprechen kommen. „Mein lieber Scholli“. Da hat sich Jemand wohl gedacht „weniger ist mehr“ und wenn man den Titel nun noch dazu nimmt, nämlich „er will doch nur spielen“, da kann man schon mal Kopfkino bekommen. Aber bei den Storys von Vi Keeland darf man das auch!

Nun aber zurück zur Story…

Delilah hat sich, nachdem etwas in ihrer Vergangenheit passiert ist, geschworen, Hände weg von heißen Sportlern. Doch Brody, der eigentlich Jede haben könnte, möchte ausgerechnet sie. Liegt es daran, dass sie es gerade NICHT will oder steckt sogar noch mehr dahinter?

Ich gebe zu, das klingt nach Klischee und natürlich sollte man wissen, wenn man auf Vi Keeland trifft kommt das auch immer hin, aber genau wie sie es umsetzt, finde ich großartig.

Ihre Storys sind alle leicht zu lesen, sind immer lustig, vor allem gefallen mir diese Fremdschäm-Momente, haben eine Gute Prise Sex, aber sie haben auch immer etwas Tiefgründiges. Bisher hat mich noch kein Buch gelangweilt oder enttäuscht, obwohl ich sagen muss, dass dieses Buch bisher am schwächsten angefangen hat. Doch dann hat die Geschichte, aufgrund der Geschehnisse, an Spannung zugenommen, sodass auch dieses Buch mich am Ende wieder überzeugt hat.

Ich würde sagen, das war ein Touchdown und von mir gibt es dafür eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 22.03.2019

Streckenweise extrem spannend, aber auch an manchen Stellen langweilig

Rainbirds
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Immer auf der Suche nach der einzigartigen Geschichte, bin ich auf Rainbirds gestoßen. Allein schon das Setting wäre für mich eine neue Erfahrung…

…und so habe ich mich in das kleine Provinznest Akakawa, ...

Immer auf der Suche nach der einzigartigen Geschichte, bin ich auf Rainbirds gestoßen. Allein schon das Setting wäre für mich eine neue Erfahrung…

…und so habe ich mich in das kleine Provinznest Akakawa, nahe Tokio, begeben, dort, wo die ältere Schwester von Ren Ishido ermordet wurde. Einfach so, in der Öffentlichkeit, auf einem Gehweg, mitten in der Nacht, erstochen und liegen gelassen.

Ren selbst studiert gerade englische und amerikanische Literatur in Tokio, genau wie seine Schwester einst, die aber inzwischen hier in Akakawa, an einer Schule unterrichtete. Als Ren dort hin reist, hat er nur einen Wunsch, herauszufinden, was in der besagten Nacht geschehen ist.

Dabei stößt er nicht nur auf mysteriöse Umstände und rätselhafte Fragen, sondern auch auf die Liebe.


Bedenken hatte ich, ob mir der Schreibstil zusagt und auch wegen der doch eher ungewöhnlichen Namen. Muss aber sagen, dass ich mit beiden keine Probleme hatte. Es ließ sich sogar leicht und flüssig lesen.
Womit ich aber ein Problem hatte, war, dass für mich die Geschichte spannungsmäßig immer wieder abflachte. Aufgrund der rätselhaften Geschehnisse, und es gab eine Menge Geheimnisse, war es auf der einen Seite extrem spannend, aber dazwischen wurde es immer wieder langweilig, sodass ich mich irgendwann fragte, wo bringt mich diese Geschichte hin? Ist es ein Krimi, eine Familiengeschichte oder doch eher ein Liebesroman? Mit Sicherheit von allem etwas, aber nicht so, dass es mich beim Lesen glücklich gemacht hat. Dieser Roman wirkte düster auf mich. Zog mich streckenweise sogar runter. Da konnten mir irgendwann auch die spannungsgeladenen Kapitel, wo es um die Aufklärung des Mordes ging, nicht mehr wirklich helfen. Mehr und mehr verlor ich den Zugang zu Ren und den anderen Charakteren.

Was ich schade finde, denn ich hatte wirklich Lust auf diese Geschichte.

Zum Ende möchte ich vielleicht noch sagen, dass es für die einen mit Sicherheit ein großartiges Ende war, worüber man noch länger nachdenken könnte. Für mich aber passte es tatsächlich zur düsteren Stimmung und war deswegen eher unbefriedigend. Zumal man während des Lesens ja immer eine eigene Theorie entwickelt und die man dann auch überprüfen möchte, ob man richtig lag. Hier ist es nicht wirklich möglich.

Fazit:

Auf der Suche nach der einzigartigen Geschichte, habe ich mich leider ein wenig verlaufen, obwohl durchaus, die Wegweiser den Weg zeigten. Aber wenn man sich nicht sicher ist, für welchen Weg man sich entscheiden soll, ist man am Ende verwirrt und man verliert den Zugang. Eingeschränkte Leseempfehlung!