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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.07.2025

Genialer Auftakt

Der Trailer
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Das hat zwei Gründe. Zum einen wollte ich schon länger mal etwas von Linus Geschke lesen. Und zum anderen hat die liebe Virginia so davon geschwärmt, dass ich diese ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Das hat zwei Gründe. Zum einen wollte ich schon länger mal etwas von Linus Geschke lesen. Und zum anderen hat die liebe Virginia so davon geschwärmt, dass ich diese Gelegenheit sofort nutzen wollte.

🔎 Worum geht’s?

Ein Cold Case: Die Studentin Lisa wurde das letzte Mal vor 15 Jahren auf einem Campingplatz in den Ardennen gesehen.
Kommissarin Frieda Stahnke kannte Lisa persönlich und deshalb lässt ihr dieser längst in Vergessenheit geratene Fall keine Ruhe.
Und was hat ein verurteilter Stalker, der sein Wissen hartnäckig für sich behält, damit zu tun?

🧠 Meine Meinung:

Schon auf den ersten Seiten Kopfkino pur. Mitten in der Nacht diese Schreie aus dem anderen Wohnwagen. Was ist da passiert? Atmosphärisch genau der Thriller-Start, den ich mir wünsche. Keine lange Einführung, sondern direkt mittendrin. Man hat das Gefühl, selbst Teil der Szenerie zu sein, und fragt sich lange was Schreckliches sich dort eigentlich abspielt.
Besonders stark fand ich die Charaktere. Frieda Stahnke, eigentlich suspendierte Kommissarin, mochte ich sofort. Sie weiß genau, was sie will, bleibt unbeirrbar, eben eine Figur mit ein paar Ecken und Kanten. Und dann ist da noch Wout. Ein Stalker, Sexist, vorbestraft, moralisch alles andere als ein Held. Und doch gelingt es Geschke, ihn so zu zeichnen, dass man als Leser*in plötzlich Sympathie für ihn entwickelt. Das muss man erst mal schaffen!
Auch Tayfun und Kathinka, die beiden anderen aus der Truppe, sind genauso eigenwillig, schräg und wunderbar unkonventionell. Ihre bissigen, oft auch witzigen Dialoge geben der düsteren Geschichte immer wieder leichte Momente. Das macht richtig Spaß.
Der Fall selbst ist heftig, so heftig, dass Geschke im Nachwort noch einmal darauf eingeht. Zurück bleibt ein beklemmendes Gefühl, weil einem klar wird, dass es leider wahr ist. Zurück zum Fall:
Die Frage „Was ist mit Lisa geschehen?“ zieht sich wie ein bedrohliches Damoklesschwert durch die Kapitel und sorgt für permanente Spannung. Die Auflösung hat mich komplett überrascht. Ein Plot-Twist, den ich nicht habe kommen sehen. Großes Kino!
Für mich ist „Der Trailer“ ein grandioser Auftakt der Trilogie. Ich kann es kaum erwarten, wie es weitergeht.

Band 2 „Das Camp“, ET: 02/26
Band 3 „Die Schlucht“, ET: 07/26

Und zum Schluss noch ein Extra-Lob für das Cover-Design. Es sieht nicht nur genial aus, sondern ergibt zusammen mit den anderen beiden Bänden ein Gesamtmotiv, wie ein Puzzle, das man Stück für Stück zusammensetzt. Eine tolle Idee, die das Gesamtpaket perfekt abrundet.

✅️ Fazit:

Campingplatz mit Auszeichnung!

Ein atmosphärischer Thriller, der von der ersten Seite an fesselt, mit starken Figuren und einem Twist, der überrascht.
Absolute Leseempfehlung für alle, die Spannung mit Gänsehautmomente mögen.

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Veröffentlicht am 12.07.2025

Unterschwellig spannend

Das Geflüster
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Die liebe Katrin (lineslieblingsbuecher auf Insta) war der Meinung, dass dieses Buch etwas für mich sein könnte, weshalb sie es mir auch hat zukommen lassen. Ganz lieben ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Die liebe Katrin (lineslieblingsbuecher auf Insta) war der Meinung, dass dieses Buch etwas für mich sein könnte, weshalb sie es mir auch hat zukommen lassen. Ganz lieben Dank dafür! Ich war gespannt, ob es mich genauso begeistern kann wie dich.

🔎 Worum geht’s?

Das Geflüster begann lange vor dem Unfall in der Harlow Street.
War es, als Whitney auf der Party die Beherrschung verlor?
Als Blair heimlich ihr Haus durchsuchte?
Oder als Rebeccas und Bens Ehe zu zerbrechen drohte?
Nach jener Nacht wird das Geflüster lauter. Fragen tauchen auf. Geheimnisse kommen ans Licht und niemand bleibt unberührt.

🧠 Meine Meinung:

Eine ruhige Straße, scheinbar heile Nachbarschaft, doch hinter den Fassaden brodelt es. Im Mittelpunkt stehen vier Frauen, deren Leben von Mutterschaft, Kinderwunsch, Fehlgeburten, Ehekrisen, Selbstzweifeln und Verlust geprägt ist. Die Autorin schildert das schonungslos und intensiv. Ich mochte die Einblicke sehr. Es fühlte sich an, als würde man heimlich durchs Schlüsselloch schauen. Mich hat das stark an Big Little Lies erinnert, - mehrere Frauen, ein rätselhafter Vorfall, und nach und nach erfährt man, was wirklich passiert ist. Diese Art von unterschwelliger Spannung mag ich sehr und hat mir hier auch gut gefallen.
Im letzten Drittel hätte ich mir allerdings etwas mehr Tempo gewünscht. Hier flachte der Spannungsbogen für mich kurz ab. Gut gelungen fand ich dagegen den Einstieg, der direkt neugierig macht, und das überraschende Ende, das mich doch noch einmal packen konnte. Lediglich der Klappentext hat meine Erwartungen etwas zu hoch geschraubt, vor allem mit dem Satz: „Das Ende ist ein derartiger Hammer, dass Sie es zweimal lesen müssen, um es zu glauben.“ Da hatte ich natürlich mit einem noch größeren Twist gerechnet, der mich einfach vom Hocker hauen würde.

✅️ Fazit:

Eine ruhige Straße, ein düsteres Geheimnis und vier Frauen, deren Geschichten fesseln. Trotz kleiner Schwächen ein Buch, das ich gern gelesen habe. Besonders für Fans von Big Little Lies.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Bin enttäuscht!

Der Stau
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❓ Warum wollte ich das Buch lesen?

Der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht, ich liebe einfach Locked-Room-Thriller, in denen es scheinbar kein Entkommen gibt.

🔎 Worum geht’s?

Mehrere Explosionen ...

❓ Warum wollte ich das Buch lesen?

Der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht, ich liebe einfach Locked-Room-Thriller, in denen es scheinbar kein Entkommen gibt.

🔎 Worum geht’s?

Mehrere Explosionen versetzen London in Ausnahmezustand. Der Verkehr bricht zusammen, bald geht gar nichts mehr. Auch Belinda Kidd, Kommissarin kurz vor dem Ruhestand, steckt in diesem Stau fest. Rechts und links nur endlose Lärmschutzwände, die Sonne brennt gnadenlos. Plötzlich wird in einem der Fahrzeuge eine Leiche entdeckt. Nur Belinda erkennt sofort, das war kein natürlicher Tod. Ein Metallstab steckt im Hals des Fahrers und der Täter? Der sitzt höchstwahrscheinlich noch im gleichen Stau, denn ein Entkommen scheint ja unmöglich.

🧠 Meine Meinung:

Die Idee hat mich wirklich angesprochen,  ein Thriller mitten im Stau. Täter und Opfer so nah beieinander, das klingt nach Hochspannung! Leider blieb diese Spannung für mich aus. Belinda Kidd als Figur fand ich anfangs durchaus interessant, vor allem durch die Andeutungen über ihre Vergangenheit. Was ist mit ihrer Tochter passiert? Natürlich fühlt sie sich verpflichtet, den Mord aufzuklären, obwohl sie kurz vor der Rente steht. Das fand ich noch glaubwürdig. Die Geschichte wird fast ausschließlich aus ihrer Perspektive erzählt, ergänzt durch kurze Einblicke in die Gedanken anderer Autofahrer*innen.
Doch dann wurde es mir irgendwann zu viel des Guten. Plötzlich hatten gefühlt alle um Belinda herum etwas zu verbergen. Drogen, gestohlene Autos, zerbrochene Ehen, ich dachte nur, gibt es hier auch noch ganz normale Leute im Stau? Diese Häufung wirkte auf mich ziemlich konstruiert und unrealistisch, was mir leider etwas den Spaß genommen hat. Dazu kam, dass der Spannungsbogen immer wieder abfiel. Trotz des dramatischen Settings, das fast wie ein Kammerspiel wirkte. Echte Action blieb für mich aus. Stattdessen fühlte es sich eher an, als würde ich Belinda bei einer etwas absurden Verkehrskontrolle zuschauen.
Am Ende konnte mich die Geschichte nicht mehr fesseln, und ich habe mehr oder weniger abgeschaltet. Das Finale ging für mich dann leider ziemlich unter.

✅ Fazit:

Ein Locked-Room-Thriller, der mich auf dem Klappentext total begeistert hat, in der Umsetzung aber für mich die Spannung schnell verloren ging.
Nach den ersten Explosionen war schon die Luft leider raus.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Starkes und emotionales Ende, aber ein zäher Mittelteil

Ihr werdet sie nicht finden
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Die Bücher von Andreas Winkelmann begleiten mich nun schon seit Jahren. Mein absolutes Highlight bleibt „Tief im Wald und unter der Erde“, ein Thriller, der mir bis ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Die Bücher von Andreas Winkelmann begleiten mich nun schon seit Jahren. Mein absolutes Highlight bleibt „Tief im Wald und unter der Erde“, ein Thriller, der mir bis heute Schauer über den Rücken jagt, jedes Mal, wenn ich an einer Schranke stehen muss. Seine Werke gehören deshalb zu meinen persönlichen Must-Reads, und so fiebere ich jedes Jahr dem neuen Thriller entgegen. „Ihr werdet sie nicht finden“, ein Titel, der mir zumindest schon mal einen Ohrwurm beschert, da der mich an Falcos „Jeanny“ erinnert.

🔎 Worum geht’s?

Zwei Fälle - einer davon ist ein Cold Case aus der Vergangenheit. Vor sieben Jahren verschwand Isabell, die Tochter von Jonas, damals noch Polizist. Obwohl es einen Verdächtigen gab, nahm Jonas das Schicksal selbst in die Hand und landet darauf im Gefängnis. Heute wird erneut ein junges Mädchen vermisst, - Silvia. Ihre Großmutter beauftragt die Privatdetektivin Franka, die bald herausfindet, dass beide Fälle auf unheimliche Weise miteinander verbunden sind. Was ist damals wirklich geschehen? Und findet Jonas nach all den Jahren doch noch seinen Frieden?

🧠 Meine Meinung:

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht, auch dank der klar gekennzeichneten Zeitebenen „Vor sieben Jahren“. Die kurzen Kapitel sind unverkennbar und auch die bevorzuge ich sehr. Franka war mir von Beginn an sympathisch, während ich mit Jonas noch nicht gleich warm wurde. Doch je mehr man ihn kennenlernt, desto deutlicher spürt man die verletzte Seele dahinter, voller Wut und Schmerz.
Im Mittelteil geriet die Handlung für meinen Geschmack etwas ins Stocken. Die Spannung flaute ab, und ich ertappte mich dabei, nicht mehr so gerne zum Buch zu greifen. Ich kann immer noch nicht genau sagen, woran das lag, aber ich fürchtete schon, dass mich das Buch am Ende enttäuschen würde. Glücklicherweise nahm die Geschichte dann wieder Fahrt auf, und die Ereignisse überschlugen sich fast. Eine gleichmäßigere Spannungsverteilung hätte hier sicher gutgetan.
Was mir besonders naheging, war Jonas’ Schicksal. Gegen Ende war ich wirklich gerührt und musste fast ein paar Tränen verdrücken. Das hat mich wirklich nicht kaltgelassen. Auch wenn dieser Thriller für mich nicht zu Winkelmanns stärksten Werken gehört, war es dennoch ein Buch, das man gut lesen kann. Und es wird mich definitiv nicht davon abhalten, auch künftig nach seinen Neuerscheinungen zu greifen.

✅️ Fazit:

Ein Thriller, der zunächst ruhig beginnt, dann aber ein emotionales Finale liefert. Den Mittelteil empfand ich etwas zäh. Für Fans von Winkelmann auf jeden Fall lesenswert!
Und nun noch einen Ohrwurm gefälligst?
🎵 Jetzt hör' ich sie, sie kommen,
sie kommen dich zu holen,
sie werden dich nicht finden,
niemand wird dich finden,
du bist bei mir! 🎶


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Veröffentlicht am 30.06.2025

Jahreshighlight und Lieblingsbuch

Die Hummerfrauen
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❓ Warum wollte ich das Buch lesen?

Empfohlen wurde es mir als Tipp für Fans von Der Papierpalast. Da mir dieser gar nicht so gut gefallen hat, war ich zunächst skeptisch – doch meine Neugier hat gesiegt. ...

❓ Warum wollte ich das Buch lesen?

Empfohlen wurde es mir als Tipp für Fans von Der Papierpalast. Da mir dieser gar nicht so gut gefallen hat, war ich zunächst skeptisch – doch meine Neugier hat gesiegt. Und das war gut so!


🔎 Worum geht’s?

Ein Sommer vor der Küste Maines verändert alles: Für Mina, die dort unbeschwerte Kindheitstage verbringt, und für Sam, Ann und Julie, die ihr Leben begleiten. Jahre später holt die Vergangenheit sie alle wieder ein.


🧠 Meine Meinung:

Zuerst einmal muss ich die Gestaltung des Buches loben: Wie schön kann ein Cover bitte sein? Dazu der blaue Hummer innen auf dem Einband – man merkt, wie viel Liebe ins Detail geflossen ist. Und das passende Geschirrhandtuch hat mein Herz endgültig gewonnen: So bleibt Mr. Darcy (der Hummer, nicht der Romanheld 😉) noch lange Teil meines Lebens.
Aber auch inhaltlich hat mich das Buch begeistert – so sehr, dass ich meine höchste Auszeichnung vergebe: Prädikat Lieblingsbuch! Die drei Frauen – Ann, Julie und Mina – haben die Geschichte für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Anfangs war vor allem das Setting sehr präsent: Ich habe mich dort sofort wohlgefühlt und dieses Freiheitsgefühl gespürt, das Mina als Kind erlebt hat. Doch mit jenem Sommer bekam die Geschichte eine neue Tiefe und Schwere, die ich spannend und berührend fand – ganz im Gegensatz zum Papierpalast, der mich damals nicht so gepackt hat.
Ich steckte plötzlich mitten im Dorfklatsch, war beim Hummerfang dabei und pendelte zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Alle Figuren sind mir dabei ans Herz gewachsen – besonders Julie, die mit ihrer rauen, burschikosen Art für mich der außergewöhnlichste Charakter war. Was sie manchmal raushaut, ist sicher nicht jedermanns Geschmack, aber ich habe es geliebt.
Natürlich braucht jede Geschichte auch Figuren, mit denen man fremdelt – in meinem Fall war das meine Namensvetterin. Trotzdem habe ich mit allen gefühlt, gehofft und gelitten. Auch wenn Streit, Alkohol und unschöne Momente vorkamen, fühlte ich mich in dem fiktiven Ort Stone Harbor und auf Eagle Island irgendwie zu Hause.
Gegen Ende spürte ich schon, wie sich ein Kloß im Hals bildete – und schließlich flossen Tränen. Ich mochte Ann, Julie, Mina und Mr. Darcy so sehr, dass mir der Abschied schwerfiel. Ja, es bleiben ein paar Fragen offen, aber das gute Gefühl beim Lesen überwog am Ende alles.
Und deshalb gilt: Wer Der Papierpalast mochte, wird dieses Buch lieben – und wer ihn nicht mochte, wird es wahrscheinlich trotzdem tun!

✅ Fazit:

Ein Sommerroman, der mich glücklich zurücklässt – mit etwas Wehmut, meinem Geschirrhandtuch und dem unsterblichen Mr. Darcy.
Große Hummerliebe! 🦞

jahreshighlight

PrädikatLieblingsbuch

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