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Veröffentlicht am 02.03.2026

Hotel zwischen Traum und Abgrund

Das White Octopus Hotel
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Das White Octopus Hotel von Alexandra Bel hat mich doch wirklich überrascht. Ich bin ohne große Erwartungen gestartet und war schnell mitten in dieser besonderen Atmosphäre. Die Geschichte beginnt fast ...

Das White Octopus Hotel von Alexandra Bel hat mich doch wirklich überrascht. Ich bin ohne große Erwartungen gestartet und war schnell mitten in dieser besonderen Atmosphäre. Die Geschichte beginnt fast zart und persönlich, dann öffnet sie sich Schritt für Schritt in eine viel größere, dunklere Richtung, als von mir erwartet.

Die Hauptfigur wirkt am Anfang verletzlich und suchend. Ihre inneren Bilder und Gedanken haben mich gefesselt, auch wenn ich an manchen Stellen bewusst langsamer gelesen habe. Es ist kein leichtes Buch (!), weil es sich intensiv mit menschlichen Abgründen und historischen Grausamkeiten beschäftigt. Einige Szenen haben mich wirklich beschäftigt und nicht sofort losgelassen.

Was ich sehr gelungen fand, ist die Verbindung zwischen persönlicher Geschichte und realen historischen Ereignissen. Der Übergang fühlt sich mutig an und ist nicht immer bequem. Genau das aber macht die Geschichte so stark. Trotzdem hätte ich mir stellenweise doch etwas mehr Fokus gewünscht, da die Fülle an Themen fast überwältigend sein kann.

Für mich sind es gute vier Sterne. Kein cosy Wohlfühlroman, aber ein Buch, das nachhallt und im Kopf bleibt. Wer Literatur mag, die fordert und auch wehtut, sollte hier zugreifen.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Wenn Loslassen wehtut und trotzdem richtig ist

Ich lass dich los und geb dir Halt
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Das Buch von Melanie Klefeldt „Ich lass dich los und geb dir Halt“ hat mich mitten ins Herz getroffen. Ich habe selbst einen Sohn, der im Sommer 18 wird und gerade wieder in einer Phase steckt, in der ...

Das Buch von Melanie Klefeldt „Ich lass dich los und geb dir Halt“ hat mich mitten ins Herz getroffen. Ich habe selbst einen Sohn, der im Sommer 18 wird und gerade wieder in einer Phase steckt, in der es um Diagnostik geht. Schon in der Grundschule waren wir beim Kinderarzt und in der Ergotherapie. Damals hieß es, es sei nichts in Richtung ADS. Heute stehen wir wieder genau an diesem Punkt. Und ich frage mich oft, wie vieles gelaufen wäre, wenn wir früher Gewissheit gehabt hätten. Nicht einfacher, aber anders.

Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl, verstanden zu werden. Die beschriebenen Gedanken, diese Mischung aus Sorge, Hoffnung, Müdigkeit und Liebe, das kenne ich so gut. Es tut gut, wenn jemand ausspricht, wie widersprüchlich sich Begleiten in dieser Lebensphase anfühlt. Man soll loslassen und gleichzeitig da sein. Man will vertrauen und doch schützen.

Besonders geholfen haben mir die konkreten Anregungen für den Alltag. Struktur, klare Absprachen, kleine Hilfen wie Listen oder Zeitvorgaben. Dinge, die so simpel wirken und doch viel verändern können. Auch der Blick auf uns Eltern hat mich berührt. Wir funktionieren oft nur noch. Dabei brauchen auch wir Halt.

Dieses Buch belehrt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Es fühlt sich an wie ein Gespräch auf Augenhöhe mit der Autorin. Es nimmt Druck raus, und es zeigt, dass unsere Kinder nicht falsch sind. Sie ticken einfach anders. Sie haben ein anderes Betriebssystem. Und sie brauchen Eltern, die bleiben. Gerade dann, wenn sie sich lösen.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Der andere Arthur, ein Buch das bleibt

Der andere Arthur
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Dieses Buch hat mich leise erwischt und dann nicht mehr losgelassen.

In Der andere Arthur von Liz Moore geht es um Einsamkeit, um Abhängigkeit, um Verlust. aber vor allem geht es um Menschen. Um Arthur ...

Dieses Buch hat mich leise erwischt und dann nicht mehr losgelassen.

In Der andere Arthur von Liz Moore geht es um Einsamkeit, um Abhängigkeit, um Verlust. aber vor allem geht es um Menschen. Um Arthur Opp, einen zurückgezogenen ehemaligen Professor, der seit Jahren sein Haus nicht mehr verlässt, und um Kel, einen Jugendlichen, der mit einer kranken Mutter aufwächst und viel zu früh Verantwortung trägt. Verbunden sind sie durch eine alte Geschichte, die langsam ans Licht kommt.

Ich habe selten Figuren gelesen, die sich so echt anfühlen. Fehlerhaft., verletzlich, würdevoll. Arthur hätte leicht zu einer Karikatur werden können. Wird er aber nicht. Seine Gedanken sind klug, traurig und manchmal auch recht komisch. Kel hat mich genauso berührt. Dieser stille Kampf zwischen Hoffnung und Resignation, man spürt jede seiner Entscheidungen.

Die Geschichte ist ruhig erzählt, kein Drama um des Dramas willen. Und doch gab es Szenen, die mir den Boden unter den Füßen weggezogen haben. Genau diese schweren Momente machen die kleinen Lichtblicke so stark. Es geht um die Sehnsucht nach Nähe, um die Frage, wer für einen da ist, wenn es darauf ankommt. Und ob man sich noch traut, jemanden an sich heranzulassen.

Das Ende ist offen genug, um weiterzudenken. Für mich ist das Ende absolut stimmig. Das Leben löst auch nicht alles sauber auf.

Ich habe das Buch beendet und sofort die Figuren vermisst. Das passiert mir nicht oft. Fünf Sterne. Und eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Herzzerreißend schön und kaum zu ertragen

The Poet Empress
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The Poet Empress von Shen Tao hat mich nicht erst am Ende getroffen. Es hat mich von der ersten Seite an zerrieben. Ich dachte, ich wüsste, worauf ich mich einlasse. Dunkle Hofintrigen, ein grausamer Prinz, ...

The Poet Empress von Shen Tao hat mich nicht erst am Ende getroffen. Es hat mich von der ersten Seite an zerrieben. Ich dachte, ich wüsste, worauf ich mich einlasse. Dunkle Hofintrigen, ein grausamer Prinz, ein armes Mädchen, das überleben will. Ich lag absolut falsch.

Yin Wei wächst in einem Dorf auf, das kaum genug zum Leben hat. Sie meldet sich für die Auswahl zur Konkubine des Kronprinzen Guan Terren, ein Mann, der für seine Brutalität bekannt ist. Und was danach folgt, ist schwer auszuhalten. Die Gewalt ist direkt, roh, ohne Beschönigung. Er quält sie, immer wieder.

Das hier ist keine Romantasy, keine Liebesgeschichte! Zwischen Wei und Terren gibt es keine romantische Spannung, keine Sehnsucht, keine körperliche Anziehung. Es geht um Macht, Trauma, Schuld und darum, was aus Menschen wird, wenn man sie immer wieder bricht.

Wei ist eine starke Hauptfigur. Nicht, weil sie kämpft wie eine Kriegerin, sondern weil sie lernt. Sie kann anfangs nicht lesen, weil Mädchen es nicht dürfen. Sie begreift, wie der Hof funktioniert. Sie hört auf, nur zu ertragen, sie handelt und plant. Ihr Wandel ist konsequent und glaubwürdig.

Und Terren? Er ist ein Monster. Er foltert, tötet und verstümmelt. Das Buch macht daraus kein Spiel, trotzdem zeigt Shen Tao, dass er nicht als Tyrann geboren wurde. Seine Vergangenheit ist absolut verheerend und grausam traumatisch. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich ihn verabscheue und gleichzeitig Mitleid empfinde. Das macht die Geschichte so unangenehm intensiv.

Die Welt wirkt durchdacht. Politische Intrigen, Machtspiele und ein Magiesystem, das eng mit Herrschaft verknüpft ist. Alles greift ineinander. Viele Figuren handeln aus Eigeninteresse, denn jeder kämpft ums Überleben. Das erzeugt eine dichte, oft bedrückende Atmosphäre.

Was mich besonders getroffen hat, war die Sprache. Sie ist bildgewaltig, poetisch, fast schon überwältigend, wunderschön, aber auch fordernd und anstrengend. Das ist kein Buch, das man mal eben nebenbei liest. Man muss sich Zeit nehmen. Manche Szenen wollte ich weglegen, weil sie mir innerlich wehgetan haben.

Das Ende hat mich emotional komplett erwischt. Ich war wütend, traurig und leer, und genau deshalb gebe ich "nur" vier Sterne. Objektiv betrachtet ist dieses Buch meisterhaft geschrieben, aber subjektiv hat es mich so sehr verletzt, dass ich es nicht einfach nur genießen konnte.

The Poet Empress ist großartig, aber es ist schwere Kost. Wer sich darauf einlässt, sollte wissen, dass dieses Buch Spuren hinterlässt.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Düstere Magie, hohe Opfer und eine Familie voller Geheimnisse

House of Blight
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House of Blight von Maxym M. Martineau hat mich deutlich mehr überzeugt, als ich nach dem ersten Eindruck erwartet hätte. Das Cover sprach mich zunächst wenig an. In der Hand wirkt das Buch jedoch stimmiger ...

House of Blight von Maxym M. Martineau hat mich deutlich mehr überzeugt, als ich nach dem ersten Eindruck erwartet hätte. Das Cover sprach mich zunächst wenig an. In der Hand wirkt das Buch jedoch stimmiger als auf dem Bildschirm. Inhaltlich hat es mich schnell gepackt.

Die Geschichte startet kompakt und ohne lange Vorrede. Das Magiesystem wird früh eingeführt und verständlich erklärt. Im Mittelpunkt steht eine seltene Heilmagie, die jedes Mal Lebenszeit kostet. Dieser Preis verleiht der Handlung von Anfang an Gewicht. Im Vergleich zu sehr ausführlich erzählten Fantasy Reihen wirkt der Einstieg straffer. Das sorgt für Tempo und einen direkten Zugang zur Welt.

Atmosphärisch setzt der Roman klar auf Gothic Elemente. Ein unheimliches Anwesen, eine mächtige Familie mit eigenen Regeln und eine bedrohliche Seuche bestimmen das Setting. Die Stimmung ist dicht und stellenweise beklemmend. Gleichzeitig bleibt Raum für Figurenentwicklung und zwischenmenschliche Spannungen.

Die Protagonistin Edira überzeugt durch Entschlossenheit und Eigenständigkeit. Sie kennt die Folgen ihrer Magie und trifft bewusste Entscheidungen. Ihre Motivation ist nachvollziehbar, ihre Loyalität glaubwürdig. Besonders stark sind die Szenen, in denen sie Motive hinterfragt und sich nicht einschüchtern lässt.

Die Dynamik innerhalb der herrschenden Familie sorgt für anhaltende Spannung. Macht, Misstrauen und verborgene Interessen prägen die Beziehungen. Niemand ist eindeutig einzuordnen. Das hält die Geschichte lebendig.

Die Liebesgeschichte setzt auf Slow Burn und Wortgefechte. Nicht jede romantische Szene wirkt vollkommen rund, doch insgesamt fügt sich die Beziehungsebene in die Handlung ein, ohne sie zu dominieren.

Im letzten Drittel zieht das Tempo deutlich an. Die Ereignisse spitzen sich zu, ohne in einem harten Cliffhanger zu enden. Gleichzeitig wird klar, dass die Geschichte weitergeht.

House of Blight lebt von Atmosphäre, moralischen Konflikten und einem Magiesystem mit echten Konsequenzen. Themen wie Opferbereitschaft, Loyalität und Macht stehen im Zentrum. Wer Gothic Romantasy mit magischen Schwüren, erzwungener Nähe und einer geheimnisvollen Familie mag, findet hier eine dichte, stimmungsvolle Geschichte.

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