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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.12.2025

Gute Vibes, schwache Umsetzung

House of Bane and Blood (Order and Chaos, Band 1)
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Ich habe mich mit viel Lust auf dieses Buch gestürzt, vor allem wegen der Mischung aus Mafiaflair und Magie. Während mich das Lesen insgesamt gut unterhalten hat, blieb bei mir das Gefühl, dass mehr drin ...

Ich habe mich mit viel Lust auf dieses Buch gestürzt, vor allem wegen der Mischung aus Mafiaflair und Magie. Während mich das Lesen insgesamt gut unterhalten hat, blieb bei mir das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre. Die Grundidee mit rivalisierenden Familien und einem eigenen Magiesystem fand ich reizvoll, auch wenn mich gerade die erste Hälfte oft ratlos zurückließ. Regeln und Zusammenhänge wurden nur bruchstückhaft erklärt, und die Handlung hat sich sprunghaft angefühlt, als würde etwas Wichtiges fehlen. Zusätzlich haben mich die verwendeten Begriffe stellenweise aus der Geschichte gerissen, da viele Ausdrücke sehr modern wirkten und für die dargestellte Zeit einfach nicht passten.

Getragen wurde die Geschichte für mich klar von den Figuren. Camilla mochte ich sofort, weil sie stark auftritt, für sich einsteht und in den Actionszenen überzeugt. Während Nicolai zwar Zeit brauchte, mir dann aber mit seiner stillen Fürsorge und seinen Fähigkeiten im Kopf blieb.

Plot und Magie haben mich nicht ganz abgeholt.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Düsteres Haus, starke Figuren, kleine Längen

Death at Morning House
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Ich habe Death at Morning House wirklich gern gelesen, auch wenn ich ein paar Abzüge mache. Am meisten hängen geblieben sind für mich die Figuren, allen voran Marlowe Wexler, die mit ihrer schüchternen, ...

Ich habe Death at Morning House wirklich gern gelesen, auch wenn ich ein paar Abzüge mache. Am meisten hängen geblieben sind für mich die Figuren, allen voran Marlowe Wexler, die mit ihrer schüchternen, selbstironischen Art sofort nahbar wirkt. Ihre Unsicherheit, ihre Queerness und diese Mischung aus kluger Beobachtung und sozialer Tollpatschigkeit fühlten sich sehr echt an. Auch Riki mit ihrer düsteren Aura und Van mit seiner offenen, lauten Art haben bei mir etwas getroffen. Ich mochte, wie sich aus dieser Gruppe langsam Vertrauen, Misstrauen und Spannung entwickeln.

Die Geschichte arbeitet mit zwei Zeitebenen, einmal im Jahr 1932 und einmal in der Gegenwart, beide verbunden durch Morning House und die tragischen Ereignisse der Ralston Familie. Besonders gelungen fand ich die Atmosphäre des Hauses, diese Mischung aus renovierter Touristenattraktion und Ort, an dem etwas spürbar falsch ist. Die Spannung steigert sich gut, vor allem nachdem klar wird, dass Marlowe nicht zufällig dort gelandet ist und die Gefahr sehr real wird.

Ganz rund war das Buch für mich trotzdem nicht. In der Mitte zieht sich die Handlung etwas, und die historische Ebene war für mich stellenweise sogar interessanter als die Gegenwart. Trotzdem hat mich das Rätsel bis zum Ende getragen, und ich mochte, wie Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen. Insgesamt ist das ein unterhaltsamer YA Mystery mit starken Figuren, einer dichten Kulisse und genug Wendungen, um dranzubleiben. Vier Sterne, weil ich mich gut unterhalten gefühlt habe und Marlowe mir wirklich ans Herz gewachsen ist, auch wenn ich mir an ein paar Stellen mehr Fokus gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Schön geschrieben, aber leider nicht meins

House of Hollow - Ein Horror-Fantasy-Roman
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Ich bin mit ganz anderen Erwartungen an House of Hollow herangegangen, und genau das hat meine Bewertung stark geprägt.

Ich muss ehrlich sagen, dass Krystal Sutherland sehr gut schreiben kann. Der Stil ...

Ich bin mit ganz anderen Erwartungen an House of Hollow herangegangen, und genau das hat meine Bewertung stark geprägt.

Ich muss ehrlich sagen, dass Krystal Sutherland sehr gut schreiben kann. Der Stil ist auffallend atmosphärisch, stellenweise fast poetisch, dabei aber immer düster und unangenehm auf eine Weise, die gut zur Geschichte passt. Gerade für diese Art von unheimlichem Märchen funktioniert die Sprache extrem gut, und das habe ich beim Lesen auch wirklich geschätzt, selbst wenn mich die Handlung emotional nie ganz abgeholt hat.

Inhaltlich war es dann leider nicht meine Geschichte. Die Grundidee ist eigenartig, stellenweise verstörend, und ich verstehe sehr gut, warum viele Leserinnen und Leser davon begeistert sind, denn dunkle, märchenhafte Stoffe liegen gerade sehr im Trend. Für mich blieb aber immer eine Distanz, weil ich mit den übernatürlichen Erklärungen und der Richtung, die die Geschichte einschlägt, nicht warm geworden bin.

Unterm Strich bleibt für mich ein Buch, das handwerklich überzeugt und eine starke Stimmung aufbaut, mich persönlich aber wegen meiner Abneigung gegen magischen Realismus nicht wirklich mitnehmen konnte. Deshalb ehrliche 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Kalte Kulisse & viele Geheimnisse

Eisnebel
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Eisnebel hat mich schnell gepackt, vor allem wegen der abgeschiedenen Winterkulisse, die sich von Anfang an bedrohlich anfühlt und mit jeder Seite enger wird, während Theodora mit einer Familie konfrontiert ...

Eisnebel hat mich schnell gepackt, vor allem wegen der abgeschiedenen Winterkulisse, die sich von Anfang an bedrohlich anfühlt und mit jeder Seite enger wird, während Theodora mit einer Familie konfrontiert ist, bei der Reichtum vor allem eines bedeutet, nämlich Macht und das gnadenlose Bewahren von Geheimnissen.

Ich mochte Theo sehr, weil sie verletzlich wirkt, ohne naiv zu sein, und weil ihre Suche nach der eigenen Vergangenheit sich langsam, aber stetig zuspitzt, sodass man als Leserin ständig mit ihr zweifelt, misstraut und versucht, kleine Hinweise richtig einzuordnen. Ich lag bei vielen Wendungen daneben, auch wenn mir manche Entwicklungen im letzten Drittel einen Tick zu glatt aufgelöst wurden.

Besonders stark fand ich die Dynamik innerhalb der Familie, da fast jede Begegnung von unterschwelliger Feindseligkeit geprägt ist und ich bis zum Schluss nicht sicher war, wer hier welche Rolle spielt und wie viel Wahrheit überhaupt ausgesprochen wird. Die Schneestürme, die Abgeschiedenheit und das Gefühl, nirgendwohin fliehen zu können, verstärken diese Stimmung spürbar und machen das Buch für mich zu einem echten Winterthriller, den man am besten an einem kalten Wochenende liest.

Ein Stern Abzug bleibt, weil mir einzelne Erklärungen etwas konstruiert vorkamen und ich mir an ein oder zwei Stellen mehr Raum für Zwischentöne gewünscht hätte, trotzdem habe ich das Buch sehr gern gelesen und werde die Geschichte noch eine Weile im Kopf behalten.

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Rückkehr in eine harte Zukunftswelt

To Cage a Wild Bird
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Ich hatte während des Lesens das Gefühl, wieder in diese Zeit einzutauchen, in der ich mit weit aufgerissenen Augen meine ersten dystopischen Reihen verschlungen habe, auch wenn ich heute natürlich einiges ...

Ich hatte während des Lesens das Gefühl, wieder in diese Zeit einzutauchen, in der ich mit weit aufgerissenen Augen meine ersten dystopischen Reihen verschlungen habe, auch wenn ich heute natürlich einiges kritischer sehe. Die Idee einer streng geschichteten Gesellschaft, in der Menschen aus der untersten Stufe in ein Gefängnis geschickt werden, das eher an eine Jagdarena erinnert, hat mich sofort gepackt. Die Mischung aus Gefahr, moralischer Schieflage und persönlichem Einsatz der Figuren lässt viel Raum für Spannung .

Raven begleitet man mit wachsendem Mitgefühl, weil sie sich einer Situation aussetzt, die kaum auszuhalten ist, nur um ihren Bruder zu retten. Obwohl ich an manchen Stellen gern mehr über das Umfeld erfahren hätte, war die Welt für mich greifbar genug, damit ich mich gut zurechtfand. Dabei fand ich es angenehm, wie leicht ich in die Handlung hineinkam, da vieles verständlich aufgebaut wird und die Beziehungen zwischen den Figuren im Verlauf langsam an Tiefe gewinnen.

Die Verbindung zwischen Raven und Vale hat mich nicht komplett abgeholt, doch ich mochte, wie sich ihre vorsichtigen Annäherungen in einer Umgebung entwickeln, die jede Form von Nähe sofort gefährlich macht. Gleichzeitig gab es einige Wendungen, die ich früh kommen sah, was meiner Begeisterung an einzelnen Stellen etwas den Schwung genommen hat. Auch wenn ich trotzdem jedes Kapitel lesen wollte, um zu wissen, wie es für Raven und die anderen weitergeht.

Das Ende hat mich überrascht und mich mit einem Gefühl zurückgelassen, das mich trotz kleiner Schwächen neugierig auf den zweiten Band macht. Ich will wissen, wie sich diese Welt weiter entfaltet und welche Entscheidungen die Figuren noch treffen müssen.

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