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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2025

Ambitioniertes Debüt mit Stärken und Schwächen

Crow Kingdom
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Tino Falkes „Crow Kingdom“ erzählt die Geschichte von Jessica, die nach Jahren im Vergnügungspark ihre Illusionen verliert. Zusammen mit Kollegen plant sie den großen Aufstand, doch vieles läuft anders ...

Tino Falkes „Crow Kingdom“ erzählt die Geschichte von Jessica, die nach Jahren im Vergnügungspark ihre Illusionen verliert. Zusammen mit Kollegen plant sie den großen Aufstand, doch vieles läuft anders als gedacht.

Der Roman punktet mit einem ungewöhnlichen Setting, detailreichen Beschreibungen und einem konsequenten Blick auf die Schattenseiten der Freizeitpark-Industrie. Auch die psychologische Tiefe von Jessica und die sozialkritischen Untertöne haben mich überzeugt. Stilistisch ist der Text dicht und konzentriert, manche Passagen entfalten eine starke Wirkung, ohne ausschweifend zu sein.

Allerdings hat mich nicht alles gleichermaßen gepackt. Der Einstieg wirkte stellenweise zäh, einige Szenen zu konstruiert. Die verschachtelten Rückblenden haben den Lesefluss manchmal gestört. Zudem nehmen die düsteren Themen und die suizidalen Motive viel Raum ein, was die Handlung schwerfälliger wirken lässt. Auch manche Nebenfiguren bleiben blass oder klischeehaft.

Unterm Strich ist „Crow Kingdom“ ein interessantes, mutiges Debüt, das viele Denkanstöße gibt und mit Atmosphäre überzeugt, mich aber nicht durchgehend fesseln konnte. Wer mit den harten Themen umgehen kann, wird dennoch ein besonderes Leseerlebnis haben.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Spannend, aber mit kleinen Schwächen

Utopie Alpha
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Ich musste unbedingt wissen wollte, wie es mit Alexia und Jayden weitergeht. Auch diesmal war ich schnell gefesselt und habe das Buch in wenigen Stunden beendet. Die düstere Atmosphäre und die politischen ...

Ich musste unbedingt wissen wollte, wie es mit Alexia und Jayden weitergeht. Auch diesmal war ich schnell gefesselt und habe das Buch in wenigen Stunden beendet. Die düstere Atmosphäre und die politischen Machtspiele waren gut getroffen und haben mich wieder zum Nachdenken gebracht.

Besonders mochte ich die unbeholfenen Momente zwischen den beiden Hauptfiguren, die für etwas Leichtigkeit in der Geschichte sorgen. Auch die emotionale Seite kam stärker durch als im ersten Teil, was mir gefallen hat.

Allerdings hatte ich das Gefühl, dass manche Szenen zu schnell abgehandelt wurden. Gerade am Ende wäre etwas mehr Zeit für den Abschluss gut gewesen. So wirkte es stellenweise etwas gehetzt. Auch eine Beziehungskonstellation hat mich irritiert, da sie nicht ganz rund wirkte.

Trotz dieser Punkte habe ich das Lesen sehr genossen. Für mich ist es ein solides Buch mit einem gelungenen Ende. Deshalb vergebe ich 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Süße Idee, aber zu viel Spice

Spookily Yours
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Die Geschichte startet stimmungsvoll. Hexe Willow, ein sprechender Kater, der sich als Dämon entpuppt, dazu ein kleines Hexendorf mit Herbst- und Halloween-Atmosphäre. Genau das hatte ich mir für ein cozy ...

Die Geschichte startet stimmungsvoll. Hexe Willow, ein sprechender Kater, der sich als Dämon entpuppt, dazu ein kleines Hexendorf mit Herbst- und Halloween-Atmosphäre. Genau das hatte ich mir für ein cozy Leseerlebnis vorgestellt. Auch die Sprecher:innen haben die Figuren lebendig wirken lassen.

Doch nach dem guten Einstieg verliert die Handlung an Fahrt. Statt mehr Spannung oder tieferer Figurenentwicklung gibt es viele explizite Szenen, die schnell ermüdend wirken. Für mich hat das Tempo dadurch nicht mehr gepasst. Die Magie und das Setting hätten mehr Raum verdient.

Insgesamt ein Buch mit netter Grundidee und herbstlichem Flair, das aber durch die Überbetonung der Spice-Momente blass wirkt. Zwei Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Ein japanischer Kriminalroman mit Herz und Verstand

Die Bibliothek meines Großvaters
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Masateru Konishi verbindet in Die Bibliothek meines Großvaters Familiengeschichte und Krimielemente auf eine besondere Weise. Im Mittelpunkt stehen die junge Lehrerin Kaede und ihr an Demenz erkrankter ...

Masateru Konishi verbindet in Die Bibliothek meines Großvaters Familiengeschichte und Krimielemente auf eine besondere Weise. Im Mittelpunkt stehen die junge Lehrerin Kaede und ihr an Demenz erkrankter Großvater. Was sie verbindet, ist die Liebe zur Literatur und das Lösen von Rätseln. Kaede bringt ihm kleine Fälle aus ihrem Alltag mit und er überrascht trotz Krankheit immer wieder mit Scharfsinn und Kombinationsgabe.

Die Episodenstruktur macht das Buch abwechslungsreich. Jede Geschichte wirkt für sich abgeschlossen, fügt sich aber zugleich in einen größeren Zusammenhang ein. Besonders gelungen fand ich die Mischung aus klassischen Krimianleihen und dem leisen, ruhigen Tonfall, der typisch für japanische Literatur ist. Das lädt zum Miträtseln ein, ohne dass die Figuren in den Hintergrund geraten.

Sehr berührend ist die Beziehung zwischen Enkelin und Großvater. Konishi zeigt, wie Demenz eine Familie belastet, aber auch, wie wichtig Geduld und Zuwendung sind. Wer selbst mit dieser Krankheit zu tun hat(te), wird manches wiedererkennen. Gleichzeitig bleibt klar, dass es sich um Fiktion handelt, die Trost und Hoffnung vermittelt.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich war, dass manche Dialoge etwas zu formal wirkten. Dadurch blieb die emotionale Nähe zwischen den Figuren stellenweise auf Distanz. Auch hätte ich mir bei Nebencharakteren wie Iwata und Shiki mehr Tiefe gewünscht.

Trotzdem ist dies ein atmosphärischer Auftakt zu einer Trilogie, der sowohl Krimifans als auch Leser*innen japanischer Literatur anspricht.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Atmosphärisch und kraftvoll erzählt

Unbeugsam wie die See
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Ich habe Emilia Harts erstes Buch Die Unbändigen geliebt, darum war ich sehr gespannt auf diesen Roman. Auch hier gelingt es ihr, historische Dramatik mit Geheimnissen und Familiengeschichten zu verbinden. ...

Ich habe Emilia Harts erstes Buch Die Unbändigen geliebt, darum war ich sehr gespannt auf diesen Roman. Auch hier gelingt es ihr, historische Dramatik mit Geheimnissen und Familiengeschichten zu verbinden. Besonders die beiden Zeitebenen haben mich sofort gepackt. Ob auf dem rauen Meer des 19. Jahrhunderts oder an der australischen Küste der Gegenwart, ich fühlte mich in beide Welten hineingezogen und konnte keine bevorzugen.

Die Schwestern im Zentrum der Handlung sind geprägt von Verlust und schweren Erfahrungen, doch ihre Verbindung gibt ihnen Halt. Hart zeigt das mit viel Feingefühl. Die Beschreibungen der Küste und die unheimliche Stimmung rund um das Meer sind eindringlich und verstärken die Wirkung der Geschichte.

Mir gefiel, wie sich die Geheimnisse Stück für Stück enthüllen und die Vergangenheit Einfluss auf die Gegenwart nimmt. Dass beide Handlungsstränge gleich stark wirken, ist für mich ein Pluspunkt, da ich oft mit geteilten Geschichten hadere.

Das Buch ist intensiv, manchmal bedrückend, aber immer fesselnd. Ich habe es gern gelesen und werde noch länger daran denken. Ein kleiner Kritikpunkt: Einige Abschnitte waren sehr düster und belastend, dass mir das Lesen stellenweise etwas schwer fiel.

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