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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.11.2025

Humor trifft Alltag

8000 Arten, als Mutter zu versagen
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Ich habe das Buch in einer einzigen Abendrunde gelesen. Mein Sohn ist längst aus dem Babyalter raus, doch viele Situationen habe ich sofort wiedererkannt. Die Mischung aus Humor und Alltag findet bei mir ...

Ich habe das Buch in einer einzigen Abendrunde gelesen. Mein Sohn ist längst aus dem Babyalter raus, doch viele Situationen habe ich sofort wiedererkannt. Die Mischung aus Humor und Alltag findet bei mir sofort Resonanz. Vieles kenne ich aus eigenen Erfahrungen mit Perfektion, sozialen Medien, seltsamen Ratschlägen und dem Gefühl, immer alles im Blick behalten zu müssen, obwohl Schlaf dringender wäre.

Carolin Kebekus beschreibt die Herausforderungen sehr direkt. Das wirkt nah und trifft viele Punkte, über die Mütter oft nur leise sprechen, wenn überhaupt. Besonders gut gefallen mir die klaren Beobachtungen über Erwartungen an Mütter und den Druck, der oft entsteht. Die kurzen Kapitel lesen sich schnell, das macht das Buch angenehm. Ich musste oft lachen, weil ich mich in vielen Szenen wiedergefunden habe.

Für mich hätte es an einigen Stellen mehr Tiefe gebraucht. Manche Themen reißen spannende Ansätze an, gehen dann aber zügig weiter. Trotzdem bietet das Buch starke Momente, die zeigen, wie viel Chaos, Überforderung und Witz in dieser Zeit stecken.

Eine klare Empfehlung für Mütter und Frauen, die es werden wollen. Das Buch unterhält und verbindet gleichzeitig, weil so vieles davon vertraut wirkt. Vier Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Solide, aber mit deutlichen Schwächen

Mate – Die unzumutbare Unmöglichkeit von Liebe
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Ich habe das Buch gern begonnen, kam aber schnell an den Punkt, an dem vieles vertraut wirkte. Die Autorin kann Nähe zwischen Figuren gut darstellen. Koen und Serena haben Tempo und Witz, ihre kleinen ...

Ich habe das Buch gern begonnen, kam aber schnell an den Punkt, an dem vieles vertraut wirkte. Die Autorin kann Nähe zwischen Figuren gut darstellen. Koen und Serena haben Tempo und Witz, ihre kleinen Gesten tragen viel. Trotzdem blieb bei mir ein Gefühl der ständigen Wiederholungen. Die Bausteine kennt man aus früheren Werken und das langweilt.

Die Grundidee hat eigentlich Potenzial, doch die Konstruktion der Konflikte wirkt oft dünn und flach. Themen wie Enthaltsamkeit oder der große Altersunterschied fühlten sich massiv aufgesetzt an. Ich musste beim Lesen häufig an frühere Bücher denken, weil sich die Probleme sehr ähneln. Das nimmt Spannung weg. Auch die Handlung rund um Sekte und Waisenvorgeschichte blieb für mich blass.

Der langsame Aufbau der Liebesgeschichte funktioniert, auch wenn der erste Funke sehr schnell springt. Gefühle kommen an. Die Randhandlung hingegen trägt wenig. Actionversuche zünden kaum und laufen oft ins Leere. Der Epilog war für mich der stärkste Teil, da er eine andere Perspektive liefert und das Ende abrundet.

Insgesamt habe ich mich nicht gelangweilt, doch ich habe mich auch nicht gefreut weiterzulesen. Das Buch trifft bekannte Muster und schafft kaum neue Reize. Für zwischendurch ist es in Ordnung, mehr aber nicht.

Für mich persönlich der größte Abturn - die viel zu langen Spice-Abschnitte. Die braucht es für mich absolut nicht.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Märchen mit Tiefe - düster, gefühlvoll und fesselnd

Das Dreizehnte Kind
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Erin A. Craig hat mit Das dreizehnte Kind wieder eine eindrucksvolle Geschichte geschaffen. Sie verbindet bekannte Märchenmotive mit einer eigenen, dunklen Welt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Hazel, ...

Erin A. Craig hat mit Das dreizehnte Kind wieder eine eindrucksvolle Geschichte geschaffen. Sie verbindet bekannte Märchenmotive mit einer eigenen, dunklen Welt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Hazel, die dreizehnte Tochter einer armen Familie, wird dem Gott des Todes versprochen. Als sie älter wird, zeigt sich ihr außergewöhnliches Talent: Sie kann Krankheiten erkennen und heilen, doch jede Heilung fordert einen Preis. Die Beziehung zu ihrem unheimlichen Paten Merrick, dem Tod selbst, ist das Herzstück der Handlung. Sie ist von Spannung, Angst und unerwarteter Zuneigung geprägt.

Die Autorin beschreibt eine Welt, in der göttliche Macht, menschliche Schwäche und Schicksal untrennbar miteinander verbunden sind. Die Atmosphäre ist dicht, ja fast greifbar. Die Mischung aus Magie, Machtspielen und Emotionen zieht einen rasant in den Bann. Besonders gelungen fand ich, wie Hazel trotz Einsamkeit und Schmerz eine innere Stärke beweist.

Kleiner Kritikpunkt die Länge. Manche Passagen wirkten etwas gedehnt, was meine Lesefluss gehemmt hat. Trotzdem eine tolle Geschichte mit starken Bildern und einer Hauptfigur, die mich berührt hat.

Für alle, die düstere Märchen und moralische Fragen mögen, ist dieses Buch eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Spannung direkt nebenan

Der Nachbar
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Ich lese Fitzek schon seit Jahren, habe keines seiner Bücher ausgelassen. „Der Nachbar“ hat mich mal wieder positiv überrascht. Schon nach wenigen Seiten war ich mitten in der Geschichte und wollte wissen, ...

Ich lese Fitzek schon seit Jahren, habe keines seiner Bücher ausgelassen. „Der Nachbar“ hat mich mal wieder positiv überrascht. Schon nach wenigen Seiten war ich mitten in der Geschichte und wollte wissen, was wirklich hinter Sarahs Angst steckt.

Die Handlung beginnt ruhig, wird aber schnell intensiv. Die Idee, dass das Bedrohliche aus der direkten Umgebung kommt, trifft einen direkten Nerv. Fitzek schafft es, alltägliche Situationen so zu beschreiben, dass sie plötzlich beunruhigend wirken. Ich hatte beim Lesen mehrfach Gänsehaut.
Besonders gelungen finde ich die psychologische Ebene. Man spürt Sarahs Angst und Unsicherheit in jeder Szene. Gleichzeitig rätselt man ständig, wem man trauen kann. Diese Ungewissheit hält die Spannung bis weit ins letzte Drittel.
Ein kleiner Kritikpunkt ist das Ende. Es kam für meinen Geschmack zu abrupt, und einige Nebenhandlungen wirkten etwas angehängt. Auch hätte ich mir persönlich an manchen Stellen etwas mehr Tiefe bei den Figuren gewünscht.

Trotzdem bleibt „Der Nachbar“ ein starker Psychothriller, der zeigt, warum Fitzek einer der meistgelesenen Autoren Deutschlands ist. Wer Spannung und Nervenkitzel sucht, wird hier fündig. Packend, temporeich und mit kleinen Schwächen im Schluss, aber insgesamt ein fesselndes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Emotional stark, aber nicht ganz rund

Calisto's Revenge - Eine Liebe wie Sterne
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Ich hatte mich sehr auf Calisto’s Revenge gefreut, weil ich Marijas Geschichte schon seit Band eins spannend fand. Die Idee, ihre Vergangenheit endlich zu beleuchten, hat mich sofort gepackt. Das Buch ...

Ich hatte mich sehr auf Calisto’s Revenge gefreut, weil ich Marijas Geschichte schon seit Band eins spannend fand. Die Idee, ihre Vergangenheit endlich zu beleuchten, hat mich sofort gepackt. Das Buch greift schwere Themen auf, die unter die Haut gehen, und tut das mit Respekt und Ernsthaftigkeit. Gerade der Umgang mit Gewalt, Trauma und Kontrolle ist intensiv und teilweise schwer zu ertragen. Dafür verdient Ursa Jaumann Anerkennung.

Marija ist eine starke Figur, auch wenn sie oft hart wirkt. Ihre Stärke kommt aus Schmerz, und das spürt man in fast jeder Szene. Vadim bleibt dagegen lange distanziert, was zwar zur Story passt, mir aber den Zugang zu ihm erschwert hat. Die Spannung zwischen den beiden funktioniert, dennoch hat mir die emotionale Nähe gefehlt, um wirklich mitzufühlen.

Das Setting in der alten Fabrik passt gut zu der düsteren Atmosphäre und zeigt den Kontrast zwischen äußerem Reichtum und innerer Leere. Trotzdem wirkte die Handlung zwischendurch für mich vorhersehbar. Einige Wendungen hätten mehr Tiefe vertragen, und auch das Magiesystem blieb für mich zu vage. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, aber an manchen Stellen etwas langatmig. Besonders zum Ende hin verliert das Buch an Tempo, und ein paar offene Handlungsstränge bleiben ungelöst. Ich hätte mir einen klareren Abschluss gewünscht.

Calisto’s Revenge ist kein leichtes Buch. Es hat emotionale Kraft und wichtige Botschaften, aber es gelingt nicht immer, die Balance zwischen Härte und Gefühl zu halten. Für mich solide, aber kein Highlight.

Fazit: Intensiv und ernst, mit starken Themen, aber erzählerisch nicht ganz ausgewogen.

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