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JuliaRiccarda

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.05.2026

alles nur nicht gewöhnlich

Die Toten von morgen
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Ein toter junger Mann wird in Berlin aufgefunden. Es scheint der Beginn eines Krieges zwischen rivalisierenden Drogenbanden zu sein. Kommissarin Nihal versucht Licht ins Dunkle zu bringen. Doch welche ...

Ein toter junger Mann wird in Berlin aufgefunden. Es scheint der Beginn eines Krieges zwischen rivalisierenden Drogenbanden zu sein. Kommissarin Nihal versucht Licht ins Dunkle zu bringen. Doch welche Rolle spielt Saad, von dem sie dachte sie sieht ihn nie wieder?
Der Thriller ist der zweite in der Reihe um Nihal und Saad. Man kann ihn aber gut ohne Kenntnis des Vorgängerbandes lesen. Die nötigen Informationen bekommt der Leser.
Krimis im Drogenmilieu sind jetzt nicht so unbedingt mein Lieblingsthema. Das Buch hat mich vor allem wegen der ungewöhnlichen Protagonisten interessiert. Und ich wurde nicht enttäuscht. Es ist etwas ganz anderes als alle Bücher, die ich bisher gelesen habe.
Die Protagonisten Nihal und Saad sind echte Charakterfiguren. Beide hatten sie schon mit einigen Schicksalsschlägen im Leben zu kämpfen, weshalb sie wohl auch so sind wie sie sind. Jeder von ihnen bringt seine Geheimnisse mit, an deren Auflösung ich eben so sehr interessiert war wie an der Lösung des Falls. Miteinander verbindet sie eine komplizierte Liebesgeschichte, die ich mit viel Freude verfolgt habe. Die kleine Leila, Saads Tochter, mochte ich sehr. Sie ist ein absolut toughes Mädchen, bringt zusätzlich Pep in die Geschichte und ich musste mehr als einmal über ihre Sprüche schmunzeln.
Bei den doch recht vielen Personen der beiden Banden hatte ich manchmal etwas Mühe den Überblick zu behalten, wer nun wohin gehört. Der Spannung tut das aber keinen Abbruch. Der Schreibstil ist alles, nur nicht gewöhnlich. Es herrscht schon ein recht rauer Umgangston. Aber die Sprache spiegelt die Welt der Protagonisten wunderbar wieder, weshalb ich das absolut gelungen finde.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

toller Plot, eher schwache Figuren

Bachelorette Party
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Vor zehn Jahren verbrachten vier junge Frauen ein Wochenende auf einer einsamen schwedischen Schäreninsel. Und kehrten nie zurück. Heute verbringt ebenfalls eine Gruppe junger Frauen an eben jenem Ort ...

Vor zehn Jahren verbrachten vier junge Frauen ein Wochenende auf einer einsamen schwedischen Schäreninsel. Und kehrten nie zurück. Heute verbringt ebenfalls eine Gruppe junger Frauen an eben jenem Ort ein Wochenende im Rahmen eines Junggesellinnenabschieds. Heute steht auf der Insel ein Luxusresort, das demnächst eröffnet werden soll. Die Gruppe darf exklusiv als erste Gäste dort logieren. Aber es wird kein entspanntes Wochenende, sondern die schrecklichen Ereignisse scheinen sich zu wiederholen.
Der Leser wird schon auf der ersten Seite in die Morde von Damals hinein katapultiert und gleich Anfang gefesselt. Im Anschluss geht es im Heute mit dem JGA weiter. Immer wieder werden Passagen aus der Zeit ein paar Tage vor den Morden von vor zehn Jahren eingefügt. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen hat mir sehr gut gefallen, wobei ich das „Damals“ etwas mehr mochte als das „Heute“. Nach und nach tauchen immer mehr Fragen und rätselhafte Details auf, immer überschattet von der Frage: Wem kann man eigentlich vertrauen? Manche Passagen sind so spannend, dass ich regelrecht durch das Buch geflogen bin und die Seiten nur überflogen habe. Andere Passagen jedoch sind ein klein wenig zäh. Da wird mir zu viel erzählt, wie welche Frau aussieht. Das konnte ich mir sowieso nicht merken.
Die heutige Geschichte wird aus den Perspektiven der ehemaligen Podcasterin Tessa erzählt, deren Leben gerade dabei ist den Bach runter zu gehen und die ein dunkles Geheimnis umgibt. Mit dabei sind außerdem ihre Schwester Lena, die zukünftige Braut Anneliese, die Trauzeugin Mikaela, Caroline und Natalie als einzige, die den sogenannten Freundeskreis nicht von früher kennt. Ebenfalls mit auf dem Resort sind Irene, Hotelchefin und Gastgeberin, sowie der undurchsichtige Koch Adam. Ich schreibe der „sogenannte“ Freundeskreis, weil die Atmosphäre zwischen den Frauen nicht wirklich freundschaftlich ist. Vielmehr wirkt die Stimmung unterschwellig aggressiv. Absolut unsympathisch war mir Mikaela mit ihrem hohen Geltungsdrang. Auch Tessa ist nicht gerade eine Protagonistin, die man ins Herz schließt. Die anderen wirken alle relativ ähnlich, stechen für mich aber nicht aus der Masse heraus, was es für mich etwas schwer gemacht hat immer im Kopf zu behalten, wer wer ist und welche Details zu welcher Frau gehören.
Und dann sind da ja auch noch die Frauen von „Damals“. Hier wird die Geschichte aus Matildas Sicht erzählt, die ich von allen am liebsten mochte. Sie ist sympathisch und da aus ihrer Perspektive erzählt wird, konnte ich mich ganz gut in sie hinein versetzen. Tiefgehende Charakterzüge konnte ich bei ihr allerdings auch nicht erkennen, ebenso wenig wie bei ihren drei Freundinnen.
Zunächst scheint es keine Verbindung zwischen den beiden Gruppen zu geben. Nach und nach wird jedoch klar, dass es bei mehr als einer der Frauen von heute einen Zusammenhang zu denen von damals gibt.
Das Setting einer einsamen Insel mit Luxusresort ist jetzt nichts Neues, funktioniert aber gut. Vom Luxus habe ich wenig mitgekriegt. Auch dass die Story auf einer schwedischen Schärensinsel spielt, kommt nicht deutlich zur Geltung. Es hätte jede x-beliebige einsame Insel sein können. Gestört hat mich dieser Umstand jedoch nicht.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

eine verfluchte Insel?

Das Retreat
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Cover: Das Cover ziert das titelgebende Retreat auf der einsam gelegenen Insel vor dunklem Himmel. Das sieht recht schön aus. Doch das wirklich unfassbar Schöne ist der besondere Farbschnitt.
Inhalt: ...

Cover: Das Cover ziert das titelgebende Retreat auf der einsam gelegenen Insel vor dunklem Himmel. Das sieht recht schön aus. Doch das wirklich unfassbar Schöne ist der besondere Farbschnitt.
Inhalt: Schon zweimal in ihrer Geschichte wurde die Insel von Verbrechen heimgesucht. Und es soll nicht das letzte Mal bleiben. Hana will mit ihrer Familie eine kleine Auszeit in dem Retreat verbringen. Doch dann gibt es eine Leiche. Und der Mörder ist mitten unter ihnen.
Meine Meinung: Das Buch ist das zweite aus der Reihe um die Kommissarin Elin Warner. Der erste Fall wird immer wieder mal erwähnt. Allerdings kann man „Das Retreat“ problemlos lesen ohne den Vorgängerband zu kennen. Vielmehr machen die Anspielungen Lust darauf den ersten Thriller auch zu lesen.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Hana und Elin erzählt. Hierbei erfährt der Leser sowohl einiges über die Sorgen und Nöte, mit denen die Kommissarin zu kämpfen hat, als auch über Hanas Vergangenheit und der Beziehung zu ihrer Familie. Am Anfang wird für meinen Geschmack allerdings etwas viel über die Gedanken und Gefühle der beiden erzählt. Es passiert nicht wirklich viel. Bei Seite hundert gibt es dann die erste überraschende Wendung. Für meinen Geschmack hätte das gern etwas früher sein können. Ab da nimmt der Thriller an Fahrt auf und es folgen noch einige weitere Twists.
Ich liebe es immer an Stories, wenn sie eine Verbindung zur Vergangenheit haben. Und das ist hier gleich in zweifacher Form gegeben. Denn schon zweimal in der Vergangenheit fanden hier mysteriöse Ereignisse statt. Hängen diese zusammen? Wurde der wahre Mörder damals wirklich verhaftet? Oder er ist er nach wie vor auf freiem Fuß und mordet jetzt wieder? Wie Elin die damaligen Ereignisse nach und nach aufdeckt und die Verbindung zu den heutigen Taten herstellt hat mich gefesselt. Der Zusammenhang zwischen den damaligen und heutigen Taten ist von der Autorin einleuchtend gewählt. Allerdings konnte ich Elins zwar durchaus zielführende Gedankengänge nicht immer nachvollziehen. Mehr als einmal dachte ich „Was für ein Zufall, dass die Kommissarin so um die Ecke denkt und somit der Lösung näher kommt.“ Das wirkt mitunter schon arg konstruiert auf mich.
Das Setting auf der einsam gelegenen Insel ist zwar nicht Neues, aber immer wieder spannend. Die zum Teil ungewöhnlichen Ermittlungsorte sorgen für das richtige Maß an Abenteuer und Abwechslung.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

grandioser Auftakt einer neuen Reihe

Meine tote Schwester: Psychothriller
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Cover und Titel: Sowohl Cover als auch Titel passen gut zu der Story und machen neugierig. Das Orange des beleuchteten Fensters auf dem Cover findet man in der Schrift wieder, was das Ganze rund erscheinen ...

Cover und Titel: Sowohl Cover als auch Titel passen gut zu der Story und machen neugierig. Das Orange des beleuchteten Fensters auf dem Cover findet man in der Schrift wieder, was das Ganze rund erscheinen lässt. Sehr schön finde ich wie immer bei der Autorin das beiliegende Lesezeichen. Diese Lesezeichen sind wirklich etwas Besonderes.
Inhalt: Vor elf Jahren starb Mias große Schwester im Nachbarhaus. Seitdem steht die Villa leer. Und nun zieht Mias neuer Mitschüler Lukas mit seiner Mutter dort ein. Doch um ihn ranken sich finstere Gerüchte. Und dann wird eine Mitschülerin von Mias umgebracht. Der Verdacht fällt auf Lukas. Ist er der nette Kerl, als der er sich ausgibt oder ein eiskalter Mörder? Wem kann Mia noch vertrauen?
Meine Meinung: Dieser Psychothriller ist der Auftakt zu einer neuen Reihe. Das besondere daran ist, dass die Protagonisten Jugendliche sind und nicht wie sonst erwachsenen Ermittler. Allerdings tut dies der Spannung absolut keinen Abbruch. Schon im Prolog gibt die Autorin richtig Gas und man kann das Buch schon da nicht mehr aus der Hand legen. Die kurzen Kapitel sorgen für ein beachtliches Tempo. In jedem Kapitel tauchen neue Fragen auf und der Leser wird regelrecht durch das Buch getrieben. Obwohl ich mir vorgenommen habe, mir die Lektüre einzuteilen um länger daran zu haben, habe ich das Buch in drei Tagen verschlungen. Es ging einfach nicht anders. Wie üblich bei der Autorin gibt es einige Verdächtige, unverhoffte Wendungen und reichlich Gelegenheit zum Miträtseln.
Als besondere Settings werden passend zur Altersklasse der Protagonisten sogenannte Lost Places gewählt. Dies sorgt für besonders gruselige Atmosphäre.
Die Charaktere werden gut gezeichnet und lassen Raum für Diskussionen. Ich bin gespannt, wen wir im zweiten Band wiedertreffen und freue mich jetzt schon wahnsinnig darauf. Schade, dass wir nun wohl ein Jahr darauf warten müssen!

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Eine Frau sucht ihren Mörder

Noch fünf Tage
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Titel und Cover: Titel und Cover passen auf jeden Fall gut zu der Geschichte. Das Cover mit dem chicen Haus inmitten der Schweizer Berge liefert außerdem schon mal einen Vorgeschmack auf das Setting der ...

Titel und Cover: Titel und Cover passen auf jeden Fall gut zu der Geschichte. Das Cover mit dem chicen Haus inmitten der Schweizer Berge liefert außerdem schon mal einen Vorgeschmack auf das Setting der Schönen und Reichen.
Inhalt: Die Spitzenköchin Lis Castorp arbeitet für die superreiche Familie Harman. In der Silvesternacht stirbt die ganze Famile, vergiftet von dem Essen das Lis zubereitete. Auch Lis hat etwas von dem Gift in sich, allerdings weniger. So hat sie noch fünf Tage zu leben. Tage, die sie nutzt um herauszufinden, wer der Mörder ist und um für die Zukunft ihrer zwölfjährigen Tochter Cosima zu sorgen.
Meine Meinung: Der Thriller ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Er ist ein gutes Stück anders als die meisten anderen. Der Erzählstrang wechselt zwischen Lis´ jetziger Situation im Krankenhaus und Szenen aus der Vergangenheit. Die Krankenhausszenen sind zwar gut und emotional geschrieben, aber ich mochte sie nicht so sehr. Lis bleibt trotz ihres bevorstehenden Todes eine starke Persönlichkeit, die vor allem eines will: Ihre Tochter auch in Zukunft in Sicherheit zu wissen. Das ist absolut nachvollziehbar. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Alles in allem war mir das Thema Tod hier jedoch zu präsent. Natürlich ist das bei jedem Krimi so, aber für gewöhnlich identifiziert der Leser sich nicht mit dem zukünftigen Mordopfer. Die Kapitel aus der Vergangenheit haben mir viel besser gefallen. Hier geht die Autorin nach einem klaren Schema vor: Lis handelt ein Familienmitglied nach dem anderen ab und überlegt, wer der Harmans das eigentliche Ziel des Mords gewesen sein könnte. Tatsächlich liefert sie für jeden Harman einen möglichen Mörder nebst Motiv. Am Ende kommt es wie ich es gern mag zu einer überraschenden Wendung.
Das Setting in der Welt der Superreichen bringt sein ganz eigenens Flair mit. Es werden auch immer wieder köstliche Gerichte erwähnt, die die Spitzenköchin zubereitet. Dabei ist mir das Wasser im Mund zusammen gelaufen.

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