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Veröffentlicht am 28.10.2021

Ein bewegendes Buch über den Tod, das Leben und die Liebe

Unzertrennlich
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Inhalt
Nachdem bei Marilyn Yalom Krebs diagnostiziert wurde und sie im Laufe ihrer Chemotherapie einen Schlaganfall erlitten hat, hat sie dieses Buch geplant. Sie wollte damit anderen Paaren, die in einer ...

Inhalt
Nachdem bei Marilyn Yalom Krebs diagnostiziert wurde und sie im Laufe ihrer Chemotherapie einen Schlaganfall erlitten hat, hat sie dieses Buch geplant. Sie wollte damit anderen Paaren, die in einer ähnlichen Situation stecken helfen.
In diesem Buch erfahren wir, welche Sorgen und Ängste Marilyn und ihr Mann Irvin während ihrer Krankheitsphase hatten, wie sie sich jeweils auf den Tod von Marilyn vorbereitet haben und auch was ihnen im Leben wichtig war/ist.

Meine Meinung
Im Leben der Eheleute Yalom haben Bücher schon immer eine große Rolle gespielt.
"Unsere Beziehung begann und endete mit Büchern."

Ihr erstes Gespräch handelte um Bücher und ihr letztes gemeinsames Projekt - über den Tod hinaus - war ein Buch.

Ich habe während des Lesens viel geweint - erst Recht ab dem Punkt, als klar ist, dass Marilyn nicht mehr lange leben wird.
Sowohl Marilyns als auch Irvins Schreibstil haben mir das Gefühl gegeben, als würde ich sie schon seit Jahren kennen. Es war nicht so, als würde ich ein Buch lesen, sondern eher als wäre ich bei ihnen in Palo Alto und sie würden mir von ihren Gedanken und Gefühlen berichten.
Zwischendurch gibt es immer wieder Stellen, an denen man Irvin als Psychotherapeut kennenlernt, aber auch als Patient. Teilweise analysiert er sein eigenes Handeln und erklärt es sowohl sich selbst als auch den Lesern - vor allem in der ersten Zeit nach Marilyns Tod.

In diesem Buch steckt so viel drin - u.a. das Leben der Eheleute Yalom noch mal von ihnen selbst rückblickend betrachtet; indirekte Hilfestellungen falls man selber in dieser Situation steckt (manchmal hilft es ja auch zu sehen, dass andere einen ähnlichen Weg vor sich hatten); die Trauer des zurückgebliebenen Ehepartners und auch das Zurückfinden in den Alltag bzw. in einen neuen Alltag.
"Trauern ist der Preis, den wir zahlen, wenn wir den Mut haben, andere zu lieben."
Trotz ihrer Krankheit hat sich Marilyn darum gekümmert, dass es Irvin nach ihrem Tod gut gehen wird. Sie hat Denkanstöße gegeben, dieses Projekt geplant (wodurch Irvin auch während der Trauer eine Aufgabe hatte) und teils auch schon Dinge vorab weggegeben, sodass Irvin sich in seiner Trauer nicht darum kümmern musste und sie wusste somit, dass die Dinge in die in ihren Augen richtigen Hände kommen.
Schön fand ich, dass sie versucht hat all ihre Freunde noch einmal zu sehen. Ihre Freundschaften waren ihr wichtig.

Im Buch sind auch ein paar Fotos zu finden - teils extra für dieses Buch von Reid Yalom gemacht. Ich habe mir dieses Fotos schon vor der Lektüre angeschaut, währenddessen und auch danach immer mal wieder. Vorher waren es für mich irgendwelche Leute... aber nach Beenden des Buches schwingt eine Mischung aus Traurigkeit und Dankbarkeit in mir.
Die Traurigkeit kann ich mir nur damit erklären, dass ich schnell mit anderen Leuten weine, auch wenn sie mir fremd sind.
Dankbar bin ich dafür, dass Marilyn und Irvin dieses Buch geschrieben und uns so Einblick in ihre Gefühlswelt gegeben haben. Irgendwann wird jeder von uns vor dem Punkt stehen, dass der Partner einen verlässt - ob durch Krankheit oder Altersschwäche. Durch dieses Buch ist die Angst vor dem Tod des Partners zumindest ein bisschen kleiner geworden. Und auch verwitwete Verwandte/Bekannte kann man nach diesem Buch besser verstehen.

Fazit
Dieses Buch ist eines der Bücher, die man mehrmals gelesen haben sollte. Denn ich glaube, je nach Lebensphase und Alter nimmt man andere Dinge für sich mit.
Aber vor allem ist es eine Liebeserklärung der Eheleute Yalom - an den jeweiligen Partner; an die eigenen Kinder und Enkelkinder; an die vielen Freunde, denen sie im Laufe ihres Lebens begegnet sind und vor allem an das Leben.

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Veröffentlicht am 28.10.2021

Eine wundervolle Weihnachtsgeschichte

Ein wirklich wahres Weihnachtswunder
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Inhalt
Am Vormittag des 24.12. fahren der 10-jährige Manu und seine kleine 5-jährige Schwester Jana mit dem Zug von Berlin nach Hamburg. Ihre Mutter muss am Abend noch arbeiten und so müssen die zwei Kinder ...

Inhalt
Am Vormittag des 24.12. fahren der 10-jährige Manu und seine kleine 5-jährige Schwester Jana mit dem Zug von Berlin nach Hamburg. Ihre Mutter muss am Abend noch arbeiten und so müssen die zwei Kinder alleine zu Papa fahren. Manu soll während der Fahrt gut auf den roten Koffer aufpassen - denn dort befinden sich die Weihnachtskekse, die Weihnachtsgeschenke, sein Saxophon und das Engelskostüm seiner kleinen Schwester für die Bescherung.
Als die Geschwister bei Papa ankommen und den Koffer öffnen, finden sie dort allerdings keine gut duftenden Zimtsterne oder Vanillekipferl und auch kein Engelskostüm... Der Schock sitzt groß, zumal Papa das Fundbüro am Bahnhof nicht telefonisch erreichen kann.
Doch dann hört Manu plötzlich Musik...

Meine Meinung
Ich fand diese Dreiviertelstunde mit Manu, Jana und den anderen Personen dieses Buches sehr schön und bin richtig in Weihnachtsstimmung gekommen.
Es hat Spaß gemacht, ein bisschen zu rätseln, wem wohl der leicht kuriose Kofferinhalt gehören könnte und ich habe auch mit Jana gelitten, als ihr bewusst wurde, was da eigentlich geschehen ist.

Eine echte Weihnachtsgeschichte muss irgendwie ein kleines Wunder beinhalten und in dieser Geschichte sind gleich mehrere Wunder zu finden. U.a. eine Hausgemeinschaft, welche die Familie von Jana und Manu gar nicht genau kennt und doch helfen sie ohne großartig vorher zu überlegen. Am schönsten - wie kann es anders sein - ist aber das Ende. Dazu schreibe ich auch gar nichts, denn sonst ist die Überraschung weg, aber mir persönlich ging das Herz auf und ich fand diese Idee wirklich schön.

Details zum Hörbuch
Dies ist das erste Hörbuch für mich, das Julian Greis gesprochen hat und ich habe ihn mir direkt gemerkt. Ich habe nicht einmal daran gezweifelt, dass mir gerade ein 10-jähriger die Geschichte erzählt, so überzeugend hat er die Geschichte gesprochen.

Ebenso schön fand ich die Umsetzung des Hörbuches. Zwischendurch sind immer mal wieder ein paar Takte Weihnachtsmusik zu hören - natürlich von einem Saxophon gespielt. Die Musik rundet das ganze ab.

Fazit
Eine wirklich wundervolle Weihnachtsgeschichte!
Durch die Länge der Spieldauer ist sie bei manchen Familien vielleicht sogar perfekt für die Autofahrt zur Verwandtschaft an den Adentssonntagen oder an den Weihnachtsfeiertagen geeignet.

Und weil ich die Geschichte als Hörbuch schon so toll fand, habe ich für uns auch direkt das Buch bestellt.

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Veröffentlicht am 25.08.2021

Auf der Suche nach dem leiblichen Vater... und sich selbst

Das Glück wartet nur bis um vier
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Inhalt

Die 11-jährige Maybelle Lane lebt zusammen mit ihrer Mutter in einem Wohnwagen in einem Trailerpark. Dort gibt es allerhand verschiedene Geräusche, was super passt, denn Maybelle sammelt Geräusche ...

Inhalt

Die 11-jährige Maybelle Lane lebt zusammen mit ihrer Mutter in einem Wohnwagen in einem Trailerpark. Dort gibt es allerhand verschiedene Geräusche, was super passt, denn Maybelle sammelt Geräusche auf ihrem Diktiergerät. Quietschende Türen, platschendes Wasser, Schritte auf Kies… doch ihr größter Schatz in der Geräuschesammlung ist das Lachen ihres Vaters. Diesen hat Maybelle nie kennengelernt und nur per Zufall auf der Mailbox der Mutter eine alte Nachricht von ihm gefunden.

Eines Tages hört Maybelle genau dieses Lachen im Radio und erfährt so, dass ihr Vater Radiomoderator ist. U.a. erfährt sie auch, dass der Radiosender einen Gesangswettbewerb plant, wo ihr Vater in der Jury sitzen wird und da ihre Mutter genau zu diesem Zeitpunkt beruflich unterwegs sein wird, plant Maybelle auf eigene Faust und ohne Wissen ihrer Mutter die Chance zu nutzen, damit sie endlich ihren Vater kennenlernen kann. Doch bei ihrer Planung geht direkt etwas schief und weil das schlechte Gewissen so groß ist, vertraut sie sich Mrs Boggs an, eine Lehrerin ihrer Highschool, direkte Nachbarin im Trailerpark und auch „Babysitterin“ während der Abwesenheit der Mutter.

Und so starten May und Mrs Boggs das Abenteuer Roadtrip – mit einem blinden Passagier an Board…


Meine Meinung

Bei diesem Buch wurde mal wieder die gesamte Bandbreite meiner Gefühle angesprochen. Ich habe oft gelacht; mich ein bisschen geärgert, als Tommy und die anderen Jungs May geärgert haben; mich darüber gefreut, dass Tommy und May Freunde wurden; mich über bestimmte Eltern maßlos aufgeregt; mich über die Aussage und Reaktion von Maybelles Großvater gewundert und am Ende habe ich kurzfristig viele Tränen vergossen – aus verschiedenen Gründen.

In diesem Buch steckt so viel und doch wird man als Leser:in nicht überfordert.

Gerade die angesprochene Leserschaft, die im Alter von Maybelle und Tommy ist, kann sich an einigen Stellen wiederfinden oder vielleicht sogar Reaktionen von Freunden/Mitschüler:innen dank dieses Buches nachvollziehen.

Denn es geht nicht nur darum, dass ein Mädchen endlich ihren Vater kennenlernen möchte. Es geht auch um häusliche Gewalt; das Leben als Kind eines alleinerziehenden Elternteils und die damit verbundenen Probleme (auch finanzielle Probleme); Panikattacken; Traurigkeit nach dem Tod des (Ehe-)Partners; Selbstwertgefühle und ganz viel Mut und echte Freundschaft.

Das alles prasselt natürlich nicht direkt auf einen ein, Stück für Stück bzw. Kilometer für Kilometer entwickeln sich Gespräche und Situationen zwischen den Protagonisten.

Am Ende des Buches bleiben ein paar Fragen offen, aber es sind genau die Fragen, die weder May noch Mrs Boggs oder gar Maybelles Mutter beantworten könnten. Nur die Personen, die diese Fragen aufwerfen, könnten sie beantworten. Und so gibt die Geschichte auch direkt noch eine weitere Lehre mit auf den Weg: Es ist nicht immer schlimm, wenn Fragen offenbleiben. In dem Moment ist es manchmal zermürbend, aber insgesamt ist es wichtig, was man aus den fehlenden Informationen macht. Ziehen sie einen runter oder machen diese Erfahrungen einen evtl. sogar ein bisschen stärker, weil man weiß, was man alles allein bzw. mit den richtigen Menschen in seinem Leben schafft…



Fazit

Ein lehrreicher Roadtrip, auf dem wahre Freundschaften geschlossen und Ängste überwunden werden. Einige Tränen sind geflossen, aber viel öfter habe ich mich für und mit May und Tommy gefreut.

Ein Buch, das noch lange in mir nachhallen wird und das ich uneingeschränkt für Leser:innen ab 10 weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 27.06.2021

Ein ungewöhnlicher Roadtrip

Verreisen mit Urne
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Inhalt
Louise leistet ihrem älteren kauzigen Nachbarn Archie gerne Gesellschaft und kocht für ihn Suppen, obgleich sie weiß, dass er diese dann doch nicht essen wird.
Als dieser Nachbar verstirbt, wird ...

Inhalt
Louise leistet ihrem älteren kauzigen Nachbarn Archie gerne Gesellschaft und kocht für ihn Suppen, obgleich sie weiß, dass er diese dann doch nicht essen wird.
Als dieser Nachbar verstirbt, wird Louise zur Testamentseröffnung geladen, um zu erfahren, dass sie mit Rick, dem Sohn des Verstorbenen, auf einen Roadtrip quer durch Europa geschickt wird. Diesen Roadtrip hat sich der Verstorbene ausgedacht und nur, wenn alles so abläuft, wie es geplant wurde (Route und Verkehrsmittel) und die Urne pünktlich an einem bestimmten Ort ankommt, damit anschließend auf Mallorca die Asche verteilt werden kann, wird das Erbe ausgezahlt.
Doch auf dem Weg gibt es die eine oder andere Überraschung und die zwei Reisepartner könnten nicht unterschiedlicher sein.

Meine Meinung
Diese Geschichte hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Schon bei den ersten zwei Kapiteln musste ich herzhaft über diverse Dialoge lachen. Louise ist mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen und auch Archie schlich sich nach und nach posthum in mein Herz. Während des Roadtrips erfahren Louise und Rick einige Dinge aus Archies Leben und damit auch einiges über ihn selbst. Dies waren die Momente, in denen ich oft einen Kloß im Hals hatte - der sich dann am Ende löste und ich in Tränen ausbrach.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen und man findet sehr schnell in die Geschichte hinein. Die Protagonisten erleben so manch lustige Situation und die Dialoge der zwei sind teilweise sehr sarkastisch, dadurch aber umso lustiger.

Fazit
Ein tolles Buch über Familienprobleme/-geheimnisse, Freundschaft und Vorurteile, die man aufgrund der ersten Begegnung dem anderen gegenüber hat.
Ich hoffe, dass wir noch mehr solcher Geschichten von der Autorin lesen dürfen.

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Veröffentlicht am 06.06.2021

Die Kindheit des Weihnachtsmannes

Ein Junge namens Weihnacht
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Inhalt:
Wenn man an den Weihnachtsmann denkt, kommt einem nicht direkt ein in Armut lebender finnischer Junge in den Sinn. Viel mehr denkt man an den wohlgenährten weißhaarigen Mann und an Freude und Liebe. ...

Inhalt:
Wenn man an den Weihnachtsmann denkt, kommt einem nicht direkt ein in Armut lebender finnischer Junge in den Sinn. Viel mehr denkt man an den wohlgenährten weißhaarigen Mann und an Freude und Liebe.

In dieser Geschichte begleitet der Leser den kleinen hageren Nikolas bei einem Abenteuer, das sogleich alles in seinem Leben verändert.
Eigentlich sucht Nikolas nur nach seinem Vater, der sich auf einer Expedition in Richtung Wichtelgrund am Nordpol befindet. Auf seiner Suche begegnet Nikolas einem Rentier, vielen Wichteln (die ihrem Ruf gar nicht gerecht werden), einem Troll und einer Elfe.
Das Schicksal meint es nicht gut mit Nikolas und dennoch oder vielleicht auch gerade deshalb reift in ihm der Wunsch die Welt zu verändern - sie zu einem glücklicheren Ort zu machen: Er möchte Fröhlichkeit verbreiten.

Wie dieser Wunsch nach und nach in ihm reift, was er zur Umsetzung plant und wie er schlussendlich zum Weihnachtsmann wird, hat Matt Haig auf eine wundervolle und mitreißende Art in dieser Geschichte beschrieben. Die Illustrationen von Christ Mould runden das Ganze ab und machen aus diesem Buch etwas außerordentlich Grandioses.

Fazit:
Ich habe bei diesem Buch gelacht, gezittert, gebangt und geweint und am Ende konnte ich es mit einem wohligen Gefühl ums Herz schließen. Schon das allein zeigt, dass die Geschichte von Nikolas etwas ganz besonderes ist. Aber es zeigt auch noch einmal ganz genau, worum es an Weihnachten wirklich geht - Liebe, Freude, Freunde und ein fröhliches Miteinander. Etwas, das in der heutigen konsumgeprägten Zeit leider oft vergessen wird. Mit diesem Buch wird man auf eine wundervolle Art und Weise noch mal daran erinnert.

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