Zu viele Gefühle, in zu kurzer Zeit
Wofür unsere Herzen schlagenIch glaube, mein größtes Problem mit diesem Buch war die Zeit.
Eigentlich mochte ich die Grundidee sehr. Die Geschichte beschäftigt sich nicht nur mit Emily und Jonah, sondern auch mit Themen wie Obdachlosigkeit, ...
Ich glaube, mein größtes Problem mit diesem Buch war die Zeit.
Eigentlich mochte ich die Grundidee sehr. Die Geschichte beschäftigt sich nicht nur mit Emily und Jonah, sondern auch mit Themen wie Obdachlosigkeit, Familie, Verantwortung und Vergangenem, das man nicht einfach hinter sich lassen kann. Dadurch hatte die Geschichte für mich deutlich mehr Potenzial als eine reine Liebesgeschichte.
Trotzdem bin ich nie so richtig in die Gefühle der Charaktere hineingekommen. Nicht, weil sie grundsätzlich unsympathisch gewesen wären, sondern weil mir vieles einfach viel zu schnell ging. Die Geschichte spielt über einen sehr kurzen Zeitraum und trotzdem entstehen Verbindungen und Entscheidungen, für die ich persönlich deutlich mehr Entwicklung gebraucht hätte. Immer wieder dachte ich: Moment, wann ist das jetzt eigentlich passiert?
Besonders schwierig fand ich dabei, dass manche Situationen auf mich wirkten, als hätte ich ein paar Seiten übersprungen. Manche Gedanken, Reaktionen oder Wendungen kamen gefühlt aus dem Nichts und ich konnte den Weg dorthin nicht immer nachvollziehen.
Was das Buch für mich trotzdem gerettet hat, waren die Themen abseits der Liebesgeschichte. Die Begegnungen mit den obdachlosen Menschen und die Einblicke in Jonahs Vergangenheit fand ich oft interessanter als die eigentliche Romanze. Da hätte ich sogar gerne noch mehr von gelesen.
Zum Ende hin hatte ich dann leider das Gefühl, dass alles möglichst schnell abgeschlossen werden sollte. Einige Dinge wurden angerissen, aber nicht wirklich zu Ende erzählt. Als ich das Buch zugeschlagen habe, hatte ich deshalb nicht das Gefühl, eine abgeschlossene Geschichte gelesen zu haben, sondern eher, als würde noch ein wichtiges Kapitel fehlen.
Kein schlechtes Buch, aber eines, bei dem ich ständig das Gefühl hatte, dass mehr drin gewesen wäre. Mehr Zeit für die Figuren, mehr Tiefe in den Entwicklungen und vor allem etwas mehr Raum, damit die Geschichte ihre emotionalen Momente wirklich entfalten kann.