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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2025

toller Adoleszenzroman

Himmel ohne Ende
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"Himmel ohne Ende" ist der erste Roman der Poetry-Slammerin Julia Engelmann.

Julia Engelmann verfolge ich seit langem und mag ihre Texte sehr. Auch ihr Roman hat mir gut gefallen.
Es geht um die fünfzehnjährige ...

"Himmel ohne Ende" ist der erste Roman der Poetry-Slammerin Julia Engelmann.

Julia Engelmann verfolge ich seit langem und mag ihre Texte sehr. Auch ihr Roman hat mir gut gefallen.
Es geht um die fünfzehnjährige Charlie, die alleine mit ihrer Mutter und dem "Italiener" lebt. Ihren Vater vermisst sie sehr. Auch ihre beste Freundin ist nicht mehr für sie da und küsst den Jungen, in den eigentlich sie verliebt ist. Als dann ein neuer Junge in die Klasse kommt, findet Charlie einen neuen Freund. Pommes, wie sie Kornelius liebevoll nennt, eröffnet ihr neue Perspektiven und bietet ihr viel Raum für tiefgründige Gespräche.

Sowohl Charlie als auch Pommes sind tolle Charaktere. Charlie ist sehr verletzlich und hat die Probleme, die viele Jugendliche mitmachen. Sie lebt ohne ihren Vater und kann sich nicht so recht mit dem neuen Partner der Mutter anfreunden. Pommes hat auch viel durchgemacht in seinem Leben und vor allem das Thema Trauer ist eines, das immer wieder aufkommt. Es geht in dem Roman vor allem um Trauer und das Erwachsenwerden.

Julia Engelmann überzeugt nicht nur als Poetry-Slammerin, sondern auch als Romanautorin mit ihrem tollen und poetischen Schreibstil.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Jahreshighlight

Novel Haven - Levels of Love
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Ich liebe generell die Bücher der Autorin Anabelle Stehl, aber dieses hier hat mich ganz besonders packen können. "Novel Haven" liest sich, wie sich Stardew Valley spielt - einfach nur cozy und zum Wohlfühlen.

Es ...

Ich liebe generell die Bücher der Autorin Anabelle Stehl, aber dieses hier hat mich ganz besonders packen können. "Novel Haven" liest sich, wie sich Stardew Valley spielt - einfach nur cozy und zum Wohlfühlen.

Es geht in "Novel Haven" um Lara und Luca, die beide an einem Spiel arbeiten. Lara designt ein Wohlfühlspiel für Buchliebhaber:innen, während Luca ein Horrospiel entworfen hat. Beide treten sie mit ihrem Spiel an einem Wettbewerb, der Game-Changer Convention, an, bei dem sie zu Konkurrenten werden. Denn das Preisgeld brauchen sie beide dringend.

Bereits die Aufmachung des Romans ist unglaublich liebevoll gestaltet. Es wird mit Stickern geliefert, mit denen man seine eigene Buchhandlung in der Innenseite des Covers designen kann. Die Pixelarts sind einfach toll.

Beide Protagonisten fand ich toll. Lara ist ein sehr unsicherer Mensch, was sie mir gleich sehr sympathisch gemacht hat. Ihre schüchterne Art ist einfach nur süß. Auch Luca fand ich von Anfang an toll. Er verhält sich Lara gegenüber die ganze Zeit super süß.

Das Buch hat dafür gesorgt, dass ich jetzt zu Hause ein Capybara Kuscheltier sitzen habe. Das sagt wohl aus, wie toll ich es fand!

Ich liebe einfach alles an diesem Roman und freue mich schon sehr auf Band 2!

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Großartiger Roman

Himmlischer Frieden
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Mit "Himmlischer Frieden" ist Lai Wen ein wirklich großartiger Roman gelungen.
Das Cover ist zwar super unscheinbar und ich hätte den Roman im Laden wahrscheinlich auch nie angefasst, aber der ...

Mit "Himmlischer Frieden" ist Lai Wen ein wirklich großartiger Roman gelungen.
Das Cover ist zwar super unscheinbar und ich hätte den Roman im Laden wahrscheinlich auch nie angefasst, aber der Inhalt hat mich wirklich umgehauen.

Es geht um Lai, die in Peking in einem Arbeiterviertel aufwächst. Ihre Eltern sind nicht wirklich an ihr interessiert, aber zu ihrer Großmutter hat Lai eine großartige Beziehung. Sie ist die einzige, die für sie da ist. In ihrer Kindheit lernt sie Gen kennen. Bei einem Streich, der ausartet, verlieren die beiden sich aus dem Blick und begegnen sich erst an einem späteren Zeitpunkt im Leben wieder. Gen denkt ganz anders als sie, ist irgendwie rebellisch und führt sie in die Welt der Bücher und Bildung ein. So kommt es auch dazu, dass beide an der Universität studieren. Gen schließt sich einem Widerstand gegen das Regime an und Lai ist irgendwie mittendrin...

Lai war für mich ein großartiger Charakter und ich habe es geliebt, wie sie sich von den starren Ansichten ihrer Eltern entfernt. Vor allem ihre Liebe zu den Büchern fand ich großartig. Meine Lieblingsstelle im Buch ist, wenn sie 1989 von George Orwell kennenlernt. Der Buchhändler ist auch so ein toller Charakter, der den Roman wirklich bereichert. Besonders eine Aussage von ihm ist bei mir hängengeblieben:

"Meiner Meinung nach stiehlt jeder von uns, wenn er ein Buch liest, ein kleines Stück dieses Buches. Wir nehmen uns etwas davon, und was wir nehmen, wird zu einem Teil von uns. Die einzige Frage ist deshalb - was hast du dir davon genommen?" (S. 144).

Was ich aus diesem Buch "genommen" habe, ist die Liebe zu einer wundervollen Protagonistin, die sich emanzipiert und in der Welt zurechtzufinden versucht.

Gen, der andere Protagonist des Romans, ist mir hingegen etwas zu radikal gewesen. Zu Beginn des Romans fand ich großartig, wie er sich so rebellisch gegen die chinesischen Denkmuster auflehnt - Kommunismus ist eben nicht für alle eine Lösung. Gegen Ende des Romans wurde er mir jedoch immer unsympathischer. Diese ganze chinesische (bzw. generell asiatische) Kultur, wie ich sie in Facetten kennengelernt habe, fasst Gen für mich gut zusammen, wenn er über seinen Vater spricht:

"Der äußere Schein ist das, worauf es ankommt. Es ist nicht wichtig, ob du die Bücher selbst liest, solange die Menschen, die in dieses Haus kommen, glauben, dass er es tut. Das ist der äußere Schein, den er erzeugen will. Und darunter ist noch eine andere Wirklichkeit" (S. 175)

Dass das Cover also so unscheinbar gestaltet ist, passt letztlich gut zur Protagonistin Lai, da sie aus dieser Scheinwelt ausbrechen möchte.

Lai Wen ist hier ein großartiger Debütroman gelungen, den ich allen wärmstens ans Herz legen kann, die sich für asiatische Kultur generell, aber auch für die chinesische Geschichte interessieren.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

spannend

Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich
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"Loverboy" ist ein spannender Romantic Suspense Roman mit wunderschön gestaltetem Cover.

Als Vivian verschwindet, macht sich ihre Mitbewohnerin Lola wahnsinnige Sorgen. Sie kann doch nicht einfach ...

"Loverboy" ist ein spannender Romantic Suspense Roman mit wunderschön gestaltetem Cover.

Als Vivian verschwindet, macht sich ihre Mitbewohnerin Lola wahnsinnige Sorgen. Sie kann doch nicht einfach verschwunden sein? Sicherlich hat ihr Freund Pascal damit zu tun, von dem Vivian nahezu besessen zu sein scheint. Sie verändert sich in der Beziehung total und ist nicht mehr die Selbe. Dann taucht Elias, Vivians Halbbruder, aus dem Nichts auf und gemeinsam mit Lola macht er sich auf die Suche nach seiner Schwester. Die Polizei ist jedenfalls keine große Hilfe und nimmt Vivians Verschwinden nicht wirklich ernst. Und dann knistert es auch noch zwischen Lola und Elias, als sie gemeinsam zu ermitteln beginnen...

Das Loverboy-Phänomen ist kein einfaches Thema, was Antonia Wesseling in ihrem Roman aufgreift. Männer daten Frauen, nur damit sie später für sie Sexarbeit leisten. Man sollte sich auf jeden Fall vor dem Lesen die Triggerwarnungen zu Gemüte führen.

Spannung war in der Geschichte auf jeden Fall enthalten, die Romance konnte mich weniger überzeugen. Meiner Meinung nach gibt es zwischen Lola und Elias kaum Funken, die sprühen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass Elias als Charakter für mich wenig greifbar und nahbar war. Ich hätte mir mehr Informationen über seine Vergangenheit gewünscht, einerseits über seine Zeit im Gefängnis, andererseits mehr über seine Beziehung zu Vivian als Halbschwester.

Trotzdem hat der Roman mich fesseln können. Deshalb kann ich ihn jedem empfehlen, der eine spannende Geschichte sucht, die mit ein wenig Lovestory ergänzt wird.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Mehr Einblick gewünscht

Die feindliche Zeugin
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„Die feindliche Zeugin“ bietet auf den ersten Blick alles, was ein moderner Justizthriller braucht: ein brisantes Thema, gesellschaftliche Relevanz und eine starke Hauptfigur in der Strafverteidigerin ...

„Die feindliche Zeugin“ bietet auf den ersten Blick alles, was ein moderner Justizthriller braucht: ein brisantes Thema, gesellschaftliche Relevanz und eine starke Hauptfigur in der Strafverteidigerin Rosa Mercedes Higgins. Sie kämpft mit Hartnäckigkeit und Instinkt für ihren Mandanten Emmett – einen schwarzen Jugendlichen, dem vorgeworfen wird, einen weißen Mitschüler im Streit erstochen zu haben. Die Ausgangslage ist dramatisch, die Beweislage scheinbar eindeutig, und dennoch ahnt Higgins, dass mehr hinter dem Fall steckt.

Was das Buch spannend macht, sind die Wendungen und die konsequente Kritik an einem voreingenommenen Rechtssystem. Allerdings bleibt dabei ausgerechnet Emmett, um den sich alles dreht, erstaunlich blass. Seine Perspektive kommt deutlich zu kurz, seine Gefühle und Gedanken wirken oft schemenhaft oder werden nur angedeutet. Gerade in einem Roman, der sich mit Rassismus und der verzweifelten Suche nach Gerechtigkeit beschäftigt, wäre eine tiefere emotionale Auseinandersetzung mit seiner Lage essenziell gewesen.

So bleibt „Die feindliche Zeugin“ ein lesenswerter, aber streckenweise zu distanzierter Roman, dem etwas mehr Herz und weniger juristische Kühle gutgetan hätten. Wer Spannung sucht, wird fündig – wer emotionale Tiefe und Innensicht erwartet, könnte enttäuscht sein.

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