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Veröffentlicht am 29.06.2020

Grandioser Auftakt in das Leben der Hoteliersfamilie von Plesow

Das Grand Hotel - Die nach den Sternen greifen
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Wir haben das Jahr 1924. Der Krieg ist seit 6 Jahren vorbei. Bernadette von Plesow führt zusammen mit ihrem ältesten Sohn Alexander das "Grand Hotel" in Binz - das wohl prächtigste Gebäude der ganzen Strandpromenade. ...

Wir haben das Jahr 1924. Der Krieg ist seit 6 Jahren vorbei. Bernadette von Plesow führt zusammen mit ihrem ältesten Sohn Alexander das "Grand Hotel" in Binz - das wohl prächtigste Gebäude der ganzen Strandpromenade. Es strahlt nicht nur Eleganz aus - der Gast erlebt puren Luxus, kann sich erholen und entspannen - und weiß dies auch zu schätzen. Bernadette ist eine starke Frau, vor der nicht nur ihre Angestellten Respekt haben. Nach dem Tod ihres Mannes Karl vor 13 Jahren hat sie sich alleine um das Hotel und ihre 4 gemeinsamen Kinder gekümmert. Und blickt jetzt auf ihren Erfolg - aber sie ist noch nicht am Ende angelangt.

Auch ihr Sohn Constantin führt das angesagte Hotel Astor mit angeschlossenem Varieté in Berlin. Anders als bei seiner Mutter in Binz erlebt der Gast hier das Nachtleben der 20er Jahre. Alkohol, wilde Partys, Drogen und Prostituierte. Und Constantin steckt mittendrin in den Geschäften.

Josephine, die jüngste Tochter im Bunde ist hin- und hergerissen. Nach ihrem erfolgreichen Kunststudium in Paris lebt sie jetzt von dem Geld ihrer Familie ohne festes Einkommen. Sie träumt von der großen weiten Welt - fühlt sich aber in Binz eingeengt. Wird sie zu ihrem Bruder nach Berlin ziehen? Und was strebt Bernadette alles noch an?

Dies war der Auftakt einer wundervollen Familiensaga um das "Grand Hotel" und die Familie von Plesow. Und ich muss gestehen, ich kann es kaum abwarten, bis ich wieder in nach Binz reisen darf. Das Buch ist wie eine Reise in eine andere Zeit, bei der in den Clubs noch geraucht, getanzt und im Nebenraum die Nutten vernascht wurden. Überall riecht es nach Alkohol, Schweiß und Autoabgasen von den Straßen Berlins. Und dann findet man sich im nächsten Kapitel schon wieder an der Seebrücke von Binz und lauscht den sanften Klängen des Akkordeonspielers. All das findet der Leser in diesem Buch. Viele Charaktere, die mir allesamt auf ihre Art ans Herz gewachsen sind - sei es das Zimmermädchen Marie oder Nolte, die rechte Hand von Constantin. Alle haben ihre eigene Geschichte und trotz der vielen Erzählstränge wird es keinesfalls chaotisch oder verworren - im Gegenteil, alles fügt sich doch wieder an der ein oder anderen Stelle zusammen. Ein Roman fürs Herz, der auch den ein oder anderen blutigen Schauplatz bereithält. Man muss dieses Buch einfach lesen!

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Veröffentlicht am 23.06.2020

Wer verbirgt sich hinter der Maske?

Mydworth - Mord beim Maskenball
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Unter dem Motto "Nacht in Venedig" lädt Lavinia, Tante von Sir Harry Mortimer, zu ihrem berühmten Maskenball ins Mydworth Manor ein. Neben den 100 geladenen Gästen, die einen mit Rang und Namen wie der ...

Unter dem Motto "Nacht in Venedig" lädt Lavinia, Tante von Sir Harry Mortimer, zu ihrem berühmten Maskenball ins Mydworth Manor ein. Neben den 100 geladenen Gästen, die einen mit Rang und Namen wie der Abgeordnete Cyril Palmer mit seinem Sekretär Wilfred Carmody, befinden sich auch Personen aus dem Showbiz, die eher für ihren zweifelhaften Ruf berühmt sind. So zum Beispiel der Stummfilmschauspieler Nick Sawyer mit seiner Frau Celine oder der Zeitungsherausgeber Horatio Forsyth mit dem Klatschkolumnisten Quiller. Harry und Kat Mortimer hatten sich auf einen ruhigen geselligen Abend mit leckerem Essen, kühlen Drinks und viele Stunden auf der Tanzfläche gefreut. Doch dann wird plötzlich unten am See eine Leiche gefunden - alles sieht danach aus, als wenn der alte Carmody eines natürlichen Todes gestorben wäre. Nur schon nach einem kurzen Besuch des Dorfarztes Dr. Bedell wird klar - hier hat es jemand auf die Person abgesehen. Wer der Gäste hatte vor, einen Mord zu begehen? War er von langer Hand geplant oder handelt es sich bei dem Toten um ein Zufallsopfer? Diese und weitere Fragen versuchen das Ehepaar Mortimer auf den Grund zu gehen.

Bei "Mydworth - Mord beim Maskenball" handelt es sich um den 4.Fall für Lord und Lady Mortimer. Ein sehr junges, sympathisches Ehepaar, welches unterschiedlicher nicht sein kann - die toughe, intelligente und abenteuerlustige Kat kommt aus der Bronx in New York, ihr Ehemann Harry aus einem adligen Elternhaus mit königlicher Anstellung. Gemeinsam versuchen sie den Mordfall im Mydworth Manor aufzuklären und haben da auch schon den ein oder anderen Trick auf Lager, um an Geheimnisse zu gelangen. Mit knapp 150 Seiten ist dieser Krimi schnell zu lesen - die englische Kulisse der 20er Jahre lädt den Leser in eine andere Zeit an - aber man fühlt sich sofort wohl. Dies war mein erster Krimi des Ermittlerduos - durch den abgeschlossenen Fall macht es aber nichts aus, dass ich mit dem 4.Band begonnen habe - viel über die Vergangenheit erfährt man schon auf den ersten paar Seiten. Für mich ein netter Krimi zum Miträtseln, wer der Mörder sein könnte.

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Veröffentlicht am 19.06.2020

Eine Liebesgeschichte zum Dahinschmelzen!

Cremig zart verführt
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Die kleine walisische Stadt Llandeilo hat so einiges zu bieten - neben der zauberhaften Landschaft mit alten Burgen und Schlössern und den liebenswerten Einwohnern gibt es auch einen kleinen Eisladen, ...

Die kleine walisische Stadt Llandeilo hat so einiges zu bieten - neben der zauberhaften Landschaft mit alten Burgen und Schlössern und den liebenswerten Einwohnern gibt es auch einen kleinen Eisladen, das "Ambrosial Ice Cream". Nach dem plötzlichen und überraschenden Tod von Arwel, dem Besitzer des kleinen Ladens, freundet sich Carys, seine einzige Angestellte, schon mit dem Gedanken an, diesen zu übernehmen. Die 23-jährige Carys lebt für diesen Eisladen - stellt sie doch die täglich wechselnden Eiskreationen selbst her. Durch die frischen und regionalen Zutaten ist Carys Eis nicht nur in der Kleinstadt bekannt - sogar Touristen verirren sich nur deswegen in den Ort. Alles wäre perfekt - doch dann steht plötzlich Logan Walsh am Tag der Beerdigung in der Tür. Er ist der attraktive Großneffe des Verstorbenen und ist rechtlich gesehen der neue Besitzer des Eiscafés. Mit 28 Jahren ist er mit seiner Kette bereits sehr erfolgreich und möchte auch das Ambrosial an seine anderen Läden anpassen - doch schon nach kürzester Zeit ist er dem Carys-Zauber erlegen ...

Als eigentliche Thriller-Leserin war mir mal wieder nach einer schönen Liebesschnulze - was soll ich sagen - dies war definitiv nicht meine letzte Reise nach Wales und das einzige Buch von Ellen McCoy. Durch die humorvolle, zwischenzeitlich auch mal ironische Ausdrucksweise der Hauptfigur Carys ist man schon nach wenigen Seiten verliebt - nicht nur in die Hauptfiguren, auch die wunderschönen bildlichen Beschreibungen der Landschaft laden den Leser zum Träumen ein. Und dann auch noch die unterschiedlichen Eissorten, die Carys für ihren Laden zaubert - wie oft saß ich beim Lesen und hätte gerne gekostet. Carys Grandma Gail war für mich aber das Highlight der ganzen Geschichte - ihre liebenswerte Art - einfach toll. Dieses Buch ist einfach zum Träumen und Dahinschmelzen. Man leidet mit Carys mit und spürt trotzdem bei jedem Kapitel, dass es einfach gut ausgehen muss! Absolute Leseempfehlung für jeden, der dem Alltag entfliehen möchte.

Und wer wie ich dem Zauber aus Llandeilo erlegen ist - im November erscheint der 2.Band der "Verliebt in Wales" Reihe. Diesmal geht es um das Leben von Carys Schwester Maddie :)

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Veröffentlicht am 09.06.2020

Wenn ein Hilferuf schlimme Dinge ans Tageslicht befördert ...

Die Frequenz des Todes
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"Hilfe, mein Baby ist verschwunden und hier ist alles voller Blut!" Dieser Hilferuf einer verzweifelten Mama geht bei der Berliner Feuerwehr ein - einer, wie Tag täglich 100 andere auch. Nur etwas ist ...

"Hilfe, mein Baby ist verschwunden und hier ist alles voller Blut!" Dieser Hilferuf einer verzweifelten Mama geht bei der Berliner Feuerwehr ein - einer, wie Tag täglich 100 andere auch. Nur etwas ist an diesem Anruf merkwürdig, denn schnell wird Hegel, der wieder in U-Haft sitzt, von der Polizei aufgesucht. Er soll dank seines absoluten Gehörs den Anruf analysieren - nur irgendwie traut er der ganzen Sache nicht und bittet die Podcasterin Jula Ansorge um Hilfe. Sie soll für ihn verdeckt an dem Fall arbeiten - nur tut sie dies nicht ohne endlich an Informationen über ihren todgeglaubten Bruder zu gelangen. Jula fördert peu à peu neue Informationen ans Tageslicht - und steckt plötzlich mittendrin in einer riesengroßen Sache. Nicht nur ihr Leben steht auf dem Spiel - ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Bei diesem Thriller "AURIS - Die Frequenz des Todes" handelt es sich um den 2.Teil der Jula Ansorge und Matthias Hegel Reihe. Vincent Kliesch hat auch hier wieder einmal bewiesen, dass er es schafft, uns Leser ab der 1.Seite zu fesselnd. Mit wenigen Worten wird eine Atmosphäre geschaffen, bei der man sich einfach fühlt, als wäre man live mit im Geschehen und würde ermitteln. Anders als im 1.Teil wird hier aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt - auch Nebenfiguren wie Julas Bruder Elyas bekommt hier ein Kapitel. Das sorgt dafür, dass die Spannung von Seite zu Seite immer mehr steigt - leider werden wir wieder mit einem Cliffhanger zurückgelassen und müssen uns bis zum 3.Band gedulden, um endlich mehr über den Fall von Jula's Bruder zu erfahren. Einziges Manko bei diesem Buch - die Hauptprotagonisten kommen hier eindeutig zu kurz bzw. sind sie kaum auf der Bildfläche. Der Fall der kleinen Selma steht eindeutig im Vordergrund und mit ihr der Rattenschwanz an düsteren Geheimnissen. Jetzt heißt es "Warten" ...

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Veröffentlicht am 05.06.2020

Die Welt der kleinen Menschen besser verstehen

Das Kinderverstehbuch
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Eine Mischung aus Ratgeber und Erfahrungsberichten ist dieses wundervolle Buch von Sandra Winkler. Insgesamt werden 40 Fragen auf humorvolle Art, aber trotzdem mit wissenschaftlichen Aspekten erläutert, ...

Eine Mischung aus Ratgeber und Erfahrungsberichten ist dieses wundervolle Buch von Sandra Winkler. Insgesamt werden 40 Fragen auf humorvolle Art, aber trotzdem mit wissenschaftlichen Aspekten erläutert, wie zum Beispiel "Warum sind Geschwister so verschieden?", "Warum sind Jungs so wild?", "Warum popeln Kinder ungehemmt?" etc. Durch die kurzen Kapitel und den tollen Illustrationen von Isabel Klett, die jedes Thema hervorragend bildlich aufs Papier gebracht hat, liest es sich in einem Rutsch weg.

Ich muss gestehen, als Mama eines 3-jährigen Sohnes, sind mir viele Dinge gar nicht so bewusst gewesen. Zum Beispiel " Warum teilt er seine Gummibärchen nicht mit seiner Cousine? Und warum bringt er mir nach jedem Spaziergang eine handvoll Stöcker mit? Kann er nicht einmal gleich beim ersten Mal hören?" Durch diesen Schmöcker habe ich viel dazugelernt, grad weil die Autorin auch ihre eigenen Erfahrungen mit dem Leser teilt und man sich einfach verstanden fühlt.

Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der gerne die Reaktionen seine "Würmer" besser verstehen lernen will und auf diverse wissenschaftliche Ratgeber keine Lust hat.

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