Amüsanter Regionalkrimi aus dem Burgenland
KopftuchmafiaDieser von dem österreichischen Kabarettisten Thomas Stipsits verfasste und bereits mit dem Autor in der Hauptrolle verfilmte Kriminalroman spielt im burgenländischen Stinatz, einem Dorf, in dem sich gut ...
Dieser von dem österreichischen Kabarettisten Thomas Stipsits verfasste und bereits mit dem Autor in der Hauptrolle verfilmte Kriminalroman spielt im burgenländischen Stinatz, einem Dorf, in dem sich gut 60% zur kroatischen Volksgruppe bekennen und das trotz einer Einwohnerzahl von nur knapp 1300 nicht nur fünf Wirtshäuser beherbergt, sondern auch mit einigen bekannten Künstlern in Verbindung steht:
Inspektor Sifkovits vom Landeskriminalamt Eisenstadt wird in seine alte Heimat Stinatz entsandt, um den Mord an einer jungen Frau aufzuklären, die ausgerechnet am Tag ihrer Hochzeit getötet wurde. Er wohnt dort bei seiner Mama Baba, die ihn gemeinsam mit ihren Freundinnen (der namensgebenden Kopftuchmafia) mit allerlei Hintergrundinformationen zu den beteiligten Personen versorgt, und trifft zahlreiche alte Freunde und Bekannte.
Wie bei Regionalkrimis üblich, tritt die eigentliche Krimihandlung hier öfters in den Hintergrund zugunsten des Lokalkolorits. Der Erzählstil ist angenehm und gemächlich, Actionszenen sucht man vergeblich. Obwohl sämtliche Beschreibungen eher sparsam ausfallen, sind Personen und Situationen bildhaft vor meinem inneren Auge entstanden. Auch spürt man die Sympathie des Autors für Stinatz und seine Bewohner.
Die Auflösung am Ende ist allerdings nicht wirklich überraschend und die Erklärung, wie Sifkovits auf den Täter gekommen ist, wirkt nicht ganz überzeugend. Außerdem hätte die Geschichte mehr als 180 Seiten verdient gehabt.
Wer über ein paar Schwächen hinwegsehen kann, wird hier aber sicher gut unterhalten werden.